#201

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 16:38
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Das mit der angespannten Situation ist auch so eine Geschichte, bei den wenigsten hatte ich den Eindruck,dass sie massiv unter so was litten, Westberliner sowieso, in der Regel waren die das Prozedere an der Grenze gewöhnt. Und es wurde überhaupt niemand herausgezogen zu solch einem Gespräch was kein Verhör war sondern ein harmloser Schwatz wie man ihn auch in der Kneipe führen könnte, wir reden ja hier von der Einreise in die DDR und nicht vom Transit WB-BRD. Bei Einreisen in die DDR mussten die Leute Zählkarten ausfüllen auf denen war unter anderem Tätigkeit und Arbeitsstelle gefordert. Wenn ich die Papiere von 10 in der Schlange stehenden Fahrzeugen schon mal eingesammelt habe und auf Vollzähligkeit kontrolliert habe, in die Abfertigungshütte gebracht hatte, hatte ich genügend Zeit den Reisenden die Zeit mit einem kleinen Schwatz zu verkürzen, bis zur Rückgabe der Dokumente nach erfolgter Abfertigung. Und die waren in der Regel durchaus davon angetan, wenn da nicht einer mit Stiefelhose, Hände auf dem Rücken und Bulldoggengesicht vor ihnen stand. Und wenn nicht dann war es eben so, ich konnte und habe niemand dazu gezwungen.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 05.12.2014 16:47 | nach oben springen

#202

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 16:56
von Gelöschtes Mitglied
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Berliner Originale
Vitico
Victor Cruz

DER Kubaner damals in Westberlin. Ich war mit ihm befreundet. Einmal war ich auch in seiner Wohnung. Party zu seinem Geburtstag mit der halben südamerikanischen Kolonie in Westberlin. Vitico lernte ich durch unsere indianische Freundschaft kennen. Ein Erlebnis in dieser Wohnung: Ich sprach gleich beim Reinkommen mit einer Frau. Da kam ihr kleiner Mann, die südamerik. Männer sind alle recht klein von Statur, zu mir an die Seite und sagte leise, aber bestimmt: "Das macht man aber bei uns nicht!" und meinte, ich hätte nicht zuerst mit seiner Frau reden dürfen. Bin ich also in ein mulikulturelles Fettnäpfchen getreten. Immer wenn er irgendwo auftrat, waren Bärbel und ich dabei. besonders liebte ich sein "Guantanamera".



http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%ADctor_Cruz

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/88...90,9179620.html

Sein langgezogenes „Dankeschööön“ werde ich nie vergessen!


zuletzt bearbeitet 05.12.2014 17:24 | nach oben springen

#203

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 17:05
von Moskwitschka (gelöscht)
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"Mein" Mann in Westberlin war Wolfgang Neuss



Wolfgang Neuss - Ein Selbstporträt

LG von der Moskwitschka


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#204

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 17:09
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #203
"Mein" Mann in Westberlin war Wolfgang Neuss

LG von der Moskwitschka


„Mann mit der Pauke“ im laufenden Programm der Stachelschweine ...

Ich war einmal durch Zufall, eine Bekannte von uns wohnte im gleichen Haus, in seiner kleinen Charlottenburger Wohnung*,
wo er bereits ohne Zähne mit jungen Burschen kiffte.

Ein unvergessener Spruch: "Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen!" -
Anlehnung: "Von deutschem Boden darf nie wieder ein Krieg ausgehen"

Ich mochte ihn auch.

Hier wohnte er >



*Berlin-Charlottenburg, Lohmeyerstraße 6, 2. Stock. Letzte Wohnung von Wolfgang Neuss

http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Neuss


zuletzt bearbeitet 05.12.2014 17:20 | nach oben springen

#205

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 17:30
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von KARNAK im Beitrag #201
Das mit der angespannten Situation ist auch so eine Geschichte, bei den wenigsten hatte ich den Eindruck,dass sie massiv unter so was litten, Westberliner sowieso, in der Regel waren die das Prozedere an der Grenze gewöhnt. Und es wurde überhaupt niemand herausgezogen zu solch einem Gespräch was kein Verhör war sondern ein harmloser Schwatz wie man ihn auch in der Kneipe führen könnte, wir reden ja hier von der Einreise in die DDR und nicht vom Transit WB-BRD. Bei Einreisen in die DDR mussten die Leute Zählkarten ausfüllen auf denen war unter anderem Tätigkeit und Arbeitsstelle gefordert. Wenn ich die Papiere von 10 in der Schlange stehenden Fahrzeugen schon mal eingesammelt habe und auf Vollzähligkeit kontrolliert habe, in die Abfertigungshütte gebracht hatte, hatte ich genügend Zeit den Reisenden die Zeit mit einem kleinen Schwatz zu verkürzen, bis zur Rückgabe der Dokumente nach erfolgter Abfertigung. Und die waren in der Regel durchaus davon angetan, wenn da nicht einer mit Stiefelhose, Hände auf dem Rücken und Bulldoggengesicht vor ihnen stand. Und wenn nicht dann war es eben so, ich konnte und habe niemand dazu gezwungen.



Ha, siehste, den Unterschied hatte ich unterschlagen: Transit und Einreise in die DDR.

Aber trotzdem, du hattest ja einen Auftrag, wenn ich dich richtig verstanden habe, also du standest nicht nur zum locker Plaudern an den Autos rum. Hast Berichte geschrieben. Muss ich mir das so vorstellen, um im Beispiel der Politkstudentin zu bleiben, du hast versucht ihre politische Einstellung heraus zu finden und ob sie potenziell für eine "Mitarbeit" in Frage kommen könnte? Wie bekommt man sowas heraus?
.


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#206

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 17:52
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Mich hat zum Glück niemand in Gespräche verwickelt bei der häufigen Ein- und Ausreise, auch in Drewitz. Bis auf evtl. Höflichkeiten wusste man, dass kein Uniformierter - noch dazu vor seinen Kollegen - einfach so mit Westlern "plaudert".


zuletzt bearbeitet 05.12.2014 17:53 | nach oben springen

#207

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 17:54
von Gelöschtes Mitglied
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Es gab auch Probleme der Stasi beim Dekodieren



Mischt = Mist (aus dem Schweizerischen)


zuletzt bearbeitet 05.12.2014 17:56 | nach oben springen

#208

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:03
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #205



Ha, siehste, den Unterschied hatte ich unterschlagen: Transit und Einreise in die DDR.

Aber trotzdem, du hattest ja einen Auftrag, wenn ich dich richtig verstanden habe, also du standest nicht nur zum locker Plaudern an den Autos rum. Hast Berichte geschrieben. Muss ich mir das so vorstellen, um im Beispiel der Politkstudentin zu bleiben, du hast versucht ihre politische Einstellung heraus zu finden und ob sie potenziell für eine "Mitarbeit" in Frage kommen könnte? Wie bekommt man sowas heraus?
.

Zum Ersten, in diesem Bereich Einreise DDR war das Ganze natürlich wesentlich leichter, ich wusste schon mal ob es sich überhaupt "lohnen" könnte. Hätten sich in irgendwelchen anderen Reisekategorien Möglichkeiten ergeben ins Gespräch zu kommen, man hätte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, dort war es eben nur schwieriger. Letztlich hatte jeder Passkontrolleur den Auftrag etwas zu tun was man damals"Abschöpfen des Reiseverkehrs" nannte. Es war doch nicht zufällig, dass das MfS mit der Passkontrolle beauftragt wurde. Ursächlich und eigentlich war die Abfertigung nur"Nebentätigkeit".Das der explodierende Reiseverkehr die Schwerpunkte verwischt hat ist eine ganz andere Frage.
Zum Anderen, der Weg zu einer eventuellen "Mitarbeit" wäre ein sehr langer Weg gewesen, sehr viele Etappen hätte es dazwischen gegeben von denen ich keine Ahnung hatte, mit denen ich nichts zu tun hatte. Ich hatte letztlich nur so viel wie möglich an Masse zu liefern aus denen andere vielleicht und irgendwann aus dem Vollen schöpfen konnten. Zu 99% habe ich nur "Schrott" produziert für den sich nie jemand interessiert hat, es ging nur um die Masse aus dem man vielleicht irgendwann eine "Rosine" glauben konnte. Das war das Prinzip beim MfS, wahrscheinlich bei jeden Geheimdienst. Unter anderem sind deswegen diese Aktenberge entstanden die so viel"Verwirrung" stiften, all zu oft falsch interpretiert und bewertet werden, so manches mal auch noch vorsätzlich.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#209

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:10
von Gelöschtes Mitglied
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Endlich mal ein richtiger Stasi-Mann
http://www.welt.de/geschichte/article124...rollbrille.html

So sah unser KARNAK also früher aus. Und nicht so:





Hier die typische Stasi-Frau:



Schlapphut, hochgeschlagener Mantelkragen, Sonnenbrille, so sahen sie alle aus.


zuletzt bearbeitet 05.12.2014 18:14 | nach oben springen

#210

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:11
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #206
Mich hat zum Glück niemand in Gespräche verwickelt bei der häufigen Ein- und Ausreise, auch in Drewitz. Bis auf evtl. Höflichkeiten wusste man, dass kein Uniformierter - noch dazu vor seinen Kollegen - einfach so mit Westlern "plaudert".

Wer ist denn man? Und was willst Du mit"noch dazu vor seinen Kollegen"sagen? Ich meine ich weiß es schon, würde es natürlich gerne von Dir hören. Du willst eines dieser albernen Klischees bedienen, wie das so war in der DDR und sogar beim MfS und zwar ausnahmslos und menschlich abstoßend, jeder war dem anderen sein Teufel und irgendwo da oben saß ein Zampano der die Fäden in der Hand hielt an denen alle zappelten.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#211

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:15
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #209


Endlich mal ein richtiger Stasi-Mann
http://www.welt.de/geschichte/article124...rollbrille.html

So sah unser KARNAK also früher aus. Und nicht so:





Hier die typische Stasi-Frau:





Himmel, jetzt habt ihr uns erwischt, so sahen wir aus und das beschreibt im Bild auch den Charakter der Leute in dieser "Firma", dass war die Erfolgsformel ihres so lange anhaltenden"Erfolges". Gibt es nicht noch ein Foto eines Typen in Stiefelhose, breitbeinig und Hände auf dem Rücken, im Stile eines Menschen auf eine der berüchtigten Rampen?


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 05.12.2014 18:18 | nach oben springen

#212

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:15
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #175
Ja. Siehe oben und hier.

Das ist der kleine Insider-Grenzübergang zur vorgelagerten Siedlung hinter dem Böttcherberg. So ne Ost-Insel im Westen. Die Glienicker Brücke liegt hinter den Bäumen im Hintergrund. An den Bäumen ist Westen mit der Brücke. Dahinter wieder Osten.



@Harzwanderer, das ist aber nicht korrekt. Das Bild zeigt den Grenzzaun mit der unmittelbar an Parkbrücke gelegenen Füst. Die Parkbrücke war der einzige offizielle Zugang zum Potsdamer Ortsteil Klein Glienicke, in dem ca.250 Leute wohnten. Der Ort war Grenzgebiet und der Zugang über die Parkbrücke war rund um die Uhr durch Posten der GT gesichert.

Der "Insider-Grenzübergang" den Du evtl. meinst befand sich auf der Ecke Roedenbeckstr./Am Waldrand, ca. 150 m von der Königstr. entfernt.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#213

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von andy im Beitrag #212


andy - Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.


Deine Signatur ist der Hammer! Kompliment. So was suche ich auch noch.


zuletzt bearbeitet 05.12.2014 18:22 | nach oben springen

#214

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:27
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #208

Zum Ersten, in diesem Bereich Einreise DDR war das Ganze natürlich wesentlich leichter, ich wusste schon mal ob es sich überhaupt "lohnen" könnte. Hätten sich in irgendwelchen anderen Reisekategorien Möglichkeiten ergeben ins Gespräch zu kommen, man hätte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, dort war es eben nur schwieriger. Letztlich hatte jeder Passkontrolleur den Auftrag etwas zu tun was man damals"Abschöpfen des Reiseverkehrs" nannte. Es war doch nicht zufällig, dass das MfS mit der Passkontrolle beauftragt wurde. Ursächlich und eigentlich war die Abfertigung nur"Nebentätigkeit".Das der explodierende Reiseverkehr die Schwerpunkte verwischt hat ist eine ganz andere Frage.
Zum Anderen, der Weg zu einer eventuellen "Mitarbeit" wäre ein sehr langer Weg gewesen, sehr viele Etappen hätte es dazwischen gegeben von denen ich keine Ahnung hatte, mit denen ich nichts zu tun hatte. Ich hatte letztlich nur so viel wie möglich an Masse zu liefern aus denen andere vielleicht und irgendwann aus dem Vollen schöpfen konnten. Zu 99% habe ich nur "Schrott" produziert für den sich nie jemand interessiert hat, es ging nur um die Masse aus dem man vielleicht irgendwann eine "Rosine" glauben konnte. Das war das Prinzip beim MfS, wahrscheinlich bei jeden Geheimdienst. Unter anderem sind deswegen diese Aktenberge entstanden die so viel"Verwirrung" stiften, all zu oft falsch interpretiert und bewertet werden, so manches mal auch noch vorsätzlich.



Kann ich so bestätigen, ich war einer der Abnehmer von KARNAK's Vorarbeit und damit regelmäßig bei der Potsdamer Abt. VI. Wir suchten in den Unterlagen vorwiegend nach Beamten von Polizei und Zoll, aber auch nach Zivilisten, die als Wohnort 1000 Berlin 37 (Zehlendorf) angegeben hatten und ein personifiziertes Reiseziel in der DDR hatten.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#215

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:27
von Gelöschtes Mitglied
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Hier ein ganz seltenes Foto aus den Archiven des BND >

Stasi bei der Pause


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#216

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:27
von Barbara (gelöscht)
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#208 KARNAK

Die Situation war, dass du potenzielles Klientel abschöpfen solltest aufgrund der Info, die dir durch die Papiere zur Verfügung standen. Also jemand, der häufiger in die DDR einreiste war prinzipiell interessant.

Aber war nicht auch das Umgekehrte denkbar, nämlich ein Westler schleicht sich unter Vorspiegelung fascher Tatsachen (Berufsangabe) ein? Musstest du nicht darauf auch einen Fokus haben? Wie wollte man das verifizieren?

Hattest du eigentlich eine Uniform an?
.


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#217

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:29
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Zitat
Wer ist denn man? Und was willst Du mit"noch dazu vor seinen Kollegen"sagen? Ich meine ich weiß es schon, würde es natürlich gerne von Dir hören. Du willst eines dieser albernen Klischees bedienen, wie das so war in der DDR und sogar beim MfS und zwar ausnahmslos und menschlich abstoßend, jeder war dem anderen sein Teufel und irgendwo da oben saß ein Zampano der die Fäden in der Hand hielt an denen alle zappelten.



"Man" war jeder Reisende, der die Grenze einigermaßen durchschaute. Und ein Grenzkontrolleur, der offen mit dem Klassenfeind plaudert "weil ihm so langweilig ist"? Glaubste selber nicht, dass alle Westler euch sone durchsichtige Nummer abgekauft hätten.


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#218

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:29
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von andy im Beitrag #214
Zitat von KARNAK im Beitrag #208

Zum Ersten, in diesem Bereich Einreise DDR war das Ganze natürlich wesentlich leichter, ich wusste schon mal ob es sich überhaupt "lohnen" könnte. Hätten sich in irgendwelchen anderen Reisekategorien Möglichkeiten ergeben ins Gespräch zu kommen, man hätte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, dort war es eben nur schwieriger. Letztlich hatte jeder Passkontrolleur den Auftrag etwas zu tun was man damals"Abschöpfen des Reiseverkehrs" nannte. Es war doch nicht zufällig, dass das MfS mit der Passkontrolle beauftragt wurde. Ursächlich und eigentlich war die Abfertigung nur"Nebentätigkeit".Das der explodierende Reiseverkehr die Schwerpunkte verwischt hat ist eine ganz andere Frage.
Zum Anderen, der Weg zu einer eventuellen "Mitarbeit" wäre ein sehr langer Weg gewesen, sehr viele Etappen hätte es dazwischen gegeben von denen ich keine Ahnung hatte, mit denen ich nichts zu tun hatte. Ich hatte letztlich nur so viel wie möglich an Masse zu liefern aus denen andere vielleicht und irgendwann aus dem Vollen schöpfen konnten. Zu 99% habe ich nur "Schrott" produziert für den sich nie jemand interessiert hat, es ging nur um die Masse aus dem man vielleicht irgendwann eine "Rosine" glauben konnte. Das war das Prinzip beim MfS, wahrscheinlich bei jeden Geheimdienst. Unter anderem sind deswegen diese Aktenberge entstanden die so viel"Verwirrung" stiften, all zu oft falsch interpretiert und bewertet werden, so manches mal auch noch vorsätzlich.



Kann ich so bestätigen, ich war einer der Abnehmer von KARNAK's Vorarbeit und damit regelmäßig bei der Potsdamer Abt. VI. Wir suchten in den Unterlagen vorwiegend nach Beamten von Polizei und Zoll, aber auch nach Zivilisten, die als Wohnort 1000 Berlin 37 (Zehlendorf) angegeben hatten und ein personifiziertes Reiseziel in der DDR hatten.


andy


andy, wolltet ihr die für die Mitareit gewinnen und hat das manchmal geklappt und wenn ja wie denn?
.


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#219

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:31
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von andy im Beitrag #214
aber auch nach Zivilisten, die als Wohnort 1000 Berlin 37 (Zehlendorf) angegeben hatten und ein personifiziertes Reiseziel in der DDR hatten.


andy


Hätte ich ja Glück haben müssen. Hatte ja auch. War 1000 Berlin 41 oder 1000 Berlin 30.


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#220

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 18:31
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge



Das ist der Kontrollpunkt nach Klein-Glienicke, hatte ich hier an anderer Stelle schonmal eingestellt. Blick vom Wachturm runter. Nicht so weit weg also.


andy hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.12.2014 18:32 | nach oben springen



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