#1

Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 20.11.2014 23:26
von der glatte | 1.356 Beiträge

Ich gebe ja zu, es ist ein sch... Thema! Trotzdem von größter Wichtigkeit, für Leute die sie gerade brauchten. Die Öffentliche Toilette.

Wenn ich mir da überlege, dass man noch vor 25 Jahren in der DDR mit einer Nullrunde oder mit max. 20 Pfennig der DDR die "Stange Wasser" abstellen konnte, bezahle ich heute im "Mac-Unternehmen" locker bis zu 2 Euro. Ist schon einmal ein Unterschied. Allerdings ist ja heute auch alles komfortabler und ohne Geruchsbelästigung. Den guten alten Toilettenmann oder die Frau gibt es ja auch noch an einigen Stellen und dann gibt es noch die Toiletten, welche sich man staune, für 50 Cent geheimnisvoll öffnen, allerdings auch seit 25 Jahren immer die gleiche Musik spielen. Oft mit einer Lautstärke nicht auszuhalten, ob die Musik Gemafrei ist? Da wünscht man sich das gute alte Cafe Achteck schon zurück.

Etwas individueller geht es heute dann schon auf den Autobahnen zu. Was ich dabei gut finde das wilde Pinkeln auf den Parkplätzen, wie es in DDR-Zeiten üblich war, scheint vorbei zu sein. Gab es das früher westlich der Elbe auch? Heute trennen Zäune den Parkplatz oft vom Busch. Ist keine Raststätte in der Nähe, steht dann meist so ein Plastik-Schilderhaus herum. Ist ein Abenteuer für sich, ich fahre dann lieber weiter.

Wer viel mit der Bahn unterwegs ist wird sicherlich wie ich auch seine Erfahrungen gemacht haben. Oftmals steht dort alles unter Wasser und man muss sich einreden , dass es wirklich Leitungswasser ist. Würde mich einmal interessieren, wie das damals in den Transitzügen so war, hatte man da mehr auf Sauberkeit geachtet? Die Toiletten der DR waren ja besonders in den Personenzügen und auf Bahnhöfen oft eine Zumutung, leider kann man das nicht anders bezeichnen.

Als ich das erste Mal im Herbst 1989 in Westberlin war, kam ich mit meiner Pionierblase nun aber auch nicht weit und musste mir eine "Öffentliche" suchen. Dort sah ich dann auch meinen ersten Junkie, der sich durch meine Anwesenheit nicht stören ließ. War schon etwas irritierend, denn das sah man bisher höchstens auf Fotos oder im Film.

Gesamtdeutsch betrachtet habe ich festgestellt, dass es die lange Schlange immer noch gibt, wenn man bei einer Großveranstaltung das gewisse Örtchen aufsuchen muss. Da hat sich offenbar nicht viel verändert. Und natürlich die guten alten Sprüche an den Wänden, auch sie sind uns bis heute erhalten geblieben.

Weiterhin darf man auch nicht die "Originale" vergessen, die ihren Dienst in den Öffentlichen Toiletten verrichteten. Ich erinnere mich da zum Beispiel gern an den Toilettenmann vom Altmarktkeller in Dresden. Ein Mann mit Witz und dabei ein Stadtführer auf zwei Beinen. Der kannte den Fahrplan der Straßenbahnen und den Regionalzügen um Dresden auswendig! Knopf verloren oder Reißverschluss kaputt? Kein Problem, der Mann wusste Rat. Der "Patient" wurde dann ganz diskret an die Kollegin vom Damenklo überwiesen, dort wurden solche Näharbeiten erstklassig erledigt. Natürlich kostenlos.
Solche Retter in der Not, hat es auch in anderen Städten gegeben. Oder nicht?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


zuletzt bearbeitet 21.11.2014 01:40 | nach oben springen

#2

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 20.11.2014 23:34
von FRITZE (gelöscht)
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Auch wenn es in diesem Thread um Fäkalien geht ,finde ich das Thema von @der glatte interessant .
Denn ein Bedürfnis hatte und hat doch jeder !
Bei der letzten Reagenzglasparty bin ich auch min. mit 5 Euro dabei gewesen !


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#3

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 20.11.2014 23:40
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

na Fritze und vor allem ist das
Toilettenpapier von damals mit dem heutigen sanften wisch und wech nicht zu vergleichen, falls noch vorhanden..

angenehme Nachtruhe.


xxx
Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 20.11.2014 23:54
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo @der glatte ,

sch ... önes Thema. Ich gestatte mir, in meiner Beinaheeigenschaft als Fastkulturoffizier, die Sache aus der Sicht der Ostdeutschen mit künstlerischen Beiträge zu belegen.

Im Anfang schuf Reinhold Andert den berühmten Song über den "Toilettenmann vom Antonplatz" (hab leider auf der Tube nichts gefunden und zum Selbsteinspielen ist es zu spät):
Der Toilettenmann vom Antonplatz
Stand neulich vorm Bezirksgericht.
Er wurde verurteilt zu Schadenersatz
Wegen Missbrauch seiner Aufsichtspflicht.
Seine Kundschaft hatte nur einen Trost,
man entzog ihm die Konzession für das Klo
und Rudi Hirsch von der „Wochenpost“
schildert den Hergang der Sache so:

Ja August Schmidt, der Toilettenmann,
hatte eine hohe Verantwortung.
Er wischte sein Klo und schaffte seinen Plan
Bei der Bedürfnisbefriedigung.
Doch eines Tags fand der Toilettenwart
Jene bewusste Bedürfnisrinne
Nicht mehr passend zu Gegenwart,
nicht mehr kulturvoll in unserem Sinne.
Zwar konnten zur gleichen Zeit viele … äh dingsen …,
die Rinne reichte für zwanzig Mann,
doch sollte die verehrte Kundschaft wissen,
auch in seinem Bereich fängt die neue Zeit an.

Er machte einen Betriebsausflug
Zu seinen Kollegen ins Interklo.
Dort sah er, was ihm den Atem verschlug,
auf seinem Gebiet das Weltniveau.
Statt einer Rinne für zwanzig Mann,
Wo man sich kollektiv ran stellen muss,
waren da einzelne Schalen dran,
wo jeder einzeln kann, wenn er muss.

Er ging gleich an die Arbeit ran,
als er zurück war in seinem Betrieb,
er machte sich einen Umbauplan
und pfiff vor Freude ein Arbeitslied.
Er montierte danach seine Rinne ab
Und packte die restlichen Kacheln ein.
Bevor er ging, schloss er noch ab,
denn er hatte ein hohes Pflichtbewusstsein.

Dann ging er zu 'nem Klempner rein
Und bot dem Meister die Kacheln an.
Er tauschte dafür eine Schale ein,
eine lindgrüne Schale mit Spülung dran.
In der Nacht noch hat er sie dran montiert
Und auch die Spülung angebracht.
Und am Morgen hat er’s dann ausprobiert.
Das hat ihm sehr viel Spaß gemacht.

Die Folgen seiner Bautätigkeit
Bekam die Kundschaft recht bald zu spüren,
denn in der Spitzenbelastungszeit
standen sie Schlange bis vor die Türen.
Gesetzmäßig kam es zu Zerwürfnissen
Von Kundschaft und Kollegen Schmidt,
denn sie standen nun da mit Bedürfnissen
und wussten nicht, wohin damit.

„Mein lieber Schmidt“, sprach das Gericht,
„Sie haben gehört von diesem Trara.
Sie werden verstehen: So geht das nicht!
Die Anstalt ist für alle da!“


Beim Stöbern auf der Tube stieß ich dann aber auch auf die "Toilettenfrau vom Antonplatz". Der Typ kommt zwar mit seinem Gerede am Anfang und mit seiner nur mäßig gestimmten Klampfe am Ende etwas nervig rüber, für meine Begriffe jedenfalls, aber was er zu sagen hat, hat Hand und Fuß:



Und dann muss der schlagerhafte Klassiker noch ran, Jürgen Hart mit "Was wird sein" - über den alten Hauptbahnhoftoilettenmann:


Tja, musikalisch kann ich zu dem Thema im Moment nicht mehr Information und Emotion bieten. Viel Spaß damit!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


der glatte, chantre und GKUS64 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.11.2014 23:55 | nach oben springen

#5

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 14:13
von der glatte | 1.356 Beiträge

@Rainman2
als "Fastkulturoffizier" hast Du schon ganz eindrucksvolle Beispiele aufgezeigt. Mir fällt da noch auf der Stelle die Gruppe Winni II ein. Die hatten den schönen Titel "An einem Tag wie diesem..."

... und dann steh'n wir froh, an vor unser'm Klo, jeder darf solang er kann und ich muss sowieso!

Die treffende Pointe kommt allerdings erst zum Schluss.

An einem Tag wie diesem, da haben wir gesiegt, da haben wir blaue Fliesen, in unser Bad geklebt!

Tolle Band damals mit guten humorvollen Texten.

Das Thema Öffentliche Toilette kommt ja auch in der Literatur nicht zu kurz wenn ich da an den Klassiker von Gabriel Chevallier "Clochemerle" denke. Oder im Sketch "Die Garage" von Gerhard Polt wird das "Equipment" einer deutschen Garage, natürlich ausgestattet mit einem "Urinal", humorvoll betrachtet. Der Hofnarr Fröhlich am Sächsischem Königshof ließ sich eine fahrbare Toilette bauen, spannte Ziegen davor und fuhr durch Dresden mit blanken Hintern. Na und im Film spielen sich ganze Szenen auf der Toilette ab. So z.B. in "Der Bewegte Mann", in einer Anfangsszene mit Katja Riemann und Til Schweiger.

Es gibt so viele Statistiken, die belegen, welche Zeit der Mensch schlafend im Bett verbringt, aber wieviel Zeit verbringt die Menschheit auf dem Klo? Darüber wird kaum gesprochen, weder in Ost noch West. In meiner Schule waren die Toiletten für Schüler und Lehrer zwar in einem Raum, aber strickt getrennt. Warum? Sind wir nicht einmal an diesem Ort gleich? Oder achtet doch einmal nur aus Jux darauf, wer sich nach dem Gang auf einer Öffentlichen Toilette heute noch die Hände wäscht? Man wird arg erstaunt sein!

Noch eine Frage bei dieser Gelegenheit. Ich hatte ja die Sprüche an den Toilettenwänden ja schon einmal erwähnt. Mich hat dabei schon immer interessiert, ob es das auch bei der weiblichen Fraktion gibt, oder entspringen solche Sprüche nur dem männlichem Gehirn? Entsprechende Befragungen bestätigen immer wieder, vorwiegend der Männerwelt sind solche Sprüche zugänglich. Doch die Damenwelt scheint da auch schnell aufzuholen. Da es ja in Öffentlichen Gebäuden von Berlin seit einigen Wochen nun auch die Dritte Art von Toilette offiziell gibt, die Unisex-Toilette, vermischen sich die Sprücheschreiber sicherlich bald und es wird neues entstehen. Allerdings ist dann später eine direkte Zuordnung schwierig. Ob Unisex-Toiletten in der DDR überhaupt eine Chance gehabt hätten, kann man nicht so einfach beantworten. Wenn ja, hätte man diese bei dem Personalmangel mit einer Frau und einem Mann besetzen müssen?

Übrigens, sogar die ehemalige Grenze in Deutschland und um Berlin (West) kam nicht ohne Toiletten aus. In der Literatur wird dazu ja immer von der Agentenschleuse in der Toilette am Bahnhof Friedrichstraße berichtet.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#6

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 14:18
von Regina | 643 Beiträge

tho.
Meine Ex hatte ein paar Jahre eine Toilette gepachtet und ich habe in meiner Freizeit dort gearbeitet.
thomas48



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#7

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 14:25
von damals wars | 12.125 Beiträge

Die Tös im Palast der Republik waren damals ein Ereignis, so hell und sauber, da hätte das Revierreinigen richtig Spaß gemacht. Und die Berliner Toilettenfrauen erst, immer Ei lustiges Wort auf den Lippen😜


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#8

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 15:38
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #3
na Fritze und vor allem ist das
Toilettenpapier von damals mit dem heutigen sanften wisch und wech nicht zu vergleichen, falls noch vorhanden..

angenehme Nachtruhe.


Richtig, am Zubehör mangelte es in den 70er Jahren im Raum Dresden arg. Oft bekam man nur 5 Rollen zugeteilt, wer mehr im Korb hatte, bakam auch nur 5, der Rest ging zurück. Aber der DDR Bürger stellte sich wieder brav in die Reihe mit weiteren 5 Rollen. Ja ganze Familien kannten sich plötzlich nicht mehr und jeder hatte sich 5 Rollen in den Korb gelegt.

Erst gab es das Klopapier mit halben Zeitungen darin zum lesen und später dazu noch eine rote Sorte für 0,50 Pfennig.

Ein sehr kräftiges Papier für Kenner.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


zuletzt bearbeitet 21.11.2014 15:39 | nach oben springen

#9

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 15:58
von Heckenhaus | 5.127 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #8


Ein sehr kräftiges Papier für Kenner.

Gruß Reiner


Hat jemand "rückwärtig" Schaden genommen ?

Trotzdem ein spannendes Thema, bin voller Erwartung, wann unsere Forums-Philosophen sich einklinken...


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#10

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 16:19
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Ist das eigentlich eine öffentliche Toilette aus Ost oder ist die aus West?


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#11

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 16:31
von rotrang (gelöscht)
avatar

Nichts für Ungut Freunde des Forums, aber haben wir nicht noch etwas besseres zu tun (Schreiben), andere Leser aus anderen Foren werden uns für nicht ganz Dicht halten.

Haut doch den drauf


zuletzt bearbeitet 21.11.2014 16:44 | nach oben springen

#12

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 16:54
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Zitat von rotrang im Beitrag #11
Nichts für Ungut Freunde des Forums, aber haben wir nicht noch etwas besseres zu tun (Schreiben), andere Leser aus anderen Foren werden uns für nicht ganz Dicht halten.

So wird es wohl sein

http://www.engadget.com/2014/05/09/weste...panese-toilets/
Theo


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#13

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 17:01
von furry | 3.566 Beiträge

Machen wir es wie Hase und Fuchs.
Völlig ökologisch, spart Wasser und an die frische Luft kommt man auch.

Drum drücket und dränget mit ganzer Kraft für die notleidende Landwirtschaft.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#14

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 17:50
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von der glatte im Beitrag #1
Ich gebe ja zu, es ist ein sch... Thema! Trotzdem von größter Wichtigkeit, für Leute die sie gerade brauchten. Die Öffentliche Toilette.

Wenn ich mir da überlege, dass man noch vor 25 Jahren in der DDR mit einer Nullrunde oder mit max. 20 Pfennig der DDR die "Stange Wasser" abstellen konnte, bezahle ich heute im "Mac-Unternehmen" locker bis zu 2 Euro. Ist schon einmal ein Unterschied. Allerdings ist ja heute auch alles komfortabler und ohne Geruchsbelästigung. Den guten alten Toilettenmann oder die Frau gibt es ja auch noch an einigen Stellen und dann gibt es noch die Toiletten, welche sich man staune, für 50 Cent geheimnisvoll öffnen, allerdings auch seit 25 Jahren immer die gleiche Musik spielen. Oft mit einer Lautstärke nicht auszuhalten, ob die Musik Gemafrei ist? Da wünscht man sich das gute alte Cafe Achteck schon zurück.

Etwas individueller geht es heute dann schon auf den Autobahnen zu. Was ich dabei gut finde das wilde Pinkeln auf den Parkplätzen, wie es in DDR-Zeiten üblich war, scheint vorbei zu sein. Gab es das früher westlich der Elbe auch? Heute trennen Zäune den Parkplatz oft vom Busch. Ist keine Raststätte in der Nähe, steht dann meist so ein Plastik-Schilderhaus herum. Ist ein Abenteuer für sich, ich fahre dann lieber weiter.

Wer viel mit der Bahn unterwegs ist wird sicherlich wie ich auch seine Erfahrungen gemacht haben. Oftmals steht dort alles unter Wasser und man muss sich einreden , dass es wirklich Leitungswasser ist. Würde mich einmal interessieren, wie das damals in den Transitzügen so war, hatte man da mehr auf Sauberkeit geachtet? Die Toiletten der DR waren ja besonders in den Personenzügen und auf Bahnhöfen oft eine Zumutung, leider kann man das nicht anders bezeichnen.

Als ich das erste Mal im Herbst 1989 in Westberlin war, kam ich mit meiner Pionierblase nun aber auch nicht weit und musste mir eine "Öffentliche" suchen. Dort sah ich dann auch meinen ersten Junkie, der sich durch meine Anwesenheit nicht stören ließ. War schon etwas irritierend, denn das sah man bisher höchstens auf Fotos oder im Film.

Gesamtdeutsch betrachtet habe ich festgestellt, dass es die lange Schlange immer noch gibt, wenn man bei einer Großveranstaltung das gewisse Örtchen aufsuchen muss. Da hat sich offenbar nicht viel verändert. Und natürlich die guten alten Sprüche an den Wänden, auch sie sind uns bis heute erhalten geblieben.

Weiterhin darf man auch nicht die "Originale" vergessen, die ihren Dienst in den Öffentlichen Toiletten verrichteten. Ich erinnere mich da zum Beispiel gern an den Toilettenmann vom Altmarktkeller in Dresden. Ein Mann mit Witz und dabei ein Stadtführer auf zwei Beinen. Der kannte den Fahrplan der Straßenbahnen und den Regionalzügen um Dresden auswendig! Knopf verloren oder Reißverschluss kaputt? Kein Problem, der Mann wusste Rat. Der "Patient" wurde dann ganz diskret an die Kollegin vom Damenklo überwiesen, dort wurden solche Näharbeiten erstklassig erledigt. Natürlich kostenlos.
Solche Retter in der Not, hat es auch in anderen Städten gegeben. Oder nicht?

Gruß Reiner




Danke,mit Deinen Beitrag über den Altmarktkeller ,auch ich habe dort mal den Notdienst in Anspruch nehmen müssen.
Gruß Rei


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#15

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 19:02
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Am Welttoilettentag wurde verdeutlicht, daß unser Ost-West-Unterschied (gibts den überhaupt?) angesichts weltweiter Zustände vernachlässigbar ist.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#16

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 19:18
von FRITZE (gelöscht)
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Zitat von furry im Beitrag #13
Machen wir es wie Hase und Fuchs.
Völlig ökologisch, spart Wasser und an die frische Luft kommt man auch.

Drum drücket und dränget mit ganzer Kraft für die notleidende Landwirtschaft.


da musste ich dran denken ,wie ich mal auf einem schönen passenden Ast saß und einen abgeseilt hatte !
Mein Posten stand Wache und ich hatte zumindest die Stiefel noch auf dem richtigem Boden !
Wasser war auch gleich da zum kratzfreien Reinigen !


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#17

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 19:48
von Gelöschtes Mitglied
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Über den Unterschied Ost/West-Toiletten kann ich nichts sagen, der Ost-Vergleich fehlt mir: Salzwedel war zu dicht an der Grenze und nachts hatte im Sperrgebiet eh nichts auf. Und die Klos an der Transitstrecke sind mir weder positiv noch negativ in Erinnerung geblieben - von dem Schmirgelpapier mal abgesehen, dass da an der Wand hing.

Bei den Damen- und Herrentoiletten scheint es aber zwei Unterschiede zu geben: Der, den ich selber gesehen habe, ist die lange Schlange vor den Damenklos. Auch dann, wenn die Anzahl deutlich größer als auf der "männlichen" Seite ist. OK, ist erklärlich: Es dauert deutlich länger, sich aus den ganzen Plünnen herauszuschälen als gerade mal den Hosenschlitz zu öffnen.

Den anderen Unterschied kenne ich nur vom Hörensagen, allerdings unabhängig voneinander und von mehreren Frauen: Sie beklagten sich darüber, dass die Frauentoiletten z.B. in kleineren Kneipen, die keine eigens dafür abgestellte Reinigungskraft hatten, deutlich dreckiger seien als die der Kerle. Auf Details verzichte ich jetzt lieber, aber wenn die Beschreibungen stimmten, dann war der Spruch einer dieser Weibsen "Frauen sind Schweine" wohl war. Meine Ex war da recht konsequent: Mehr als einmal bat sie mich, doch den Zugang zum Herrenklo kurz zu blockieren, um drinnen und ziemlich schnell ihr "Geschäft" zu verrichten.


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#18

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 19:52
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Dandelion im Beitrag #17
Über den Unterschied Ost/West-Toiletten kann ich nichts sagen, der Ost-Vergleich fehlt mir: Salzwedel war zu dicht an der Grenze und nachts hatte im Sperrgebiet eh nichts auf. Und die Klos an der Transitstrecke sind mir weder positiv noch negativ in Erinnerung geblieben - von dem Schmirgelpapier mal abgesehen, dass da an der Wand hing.

Bei den Damen- und Herrentoiletten scheint es aber zwei Unterschiede zu geben: Der, den ich selber gesehen habe, ist die lange Schlange vor den Damenklos. Auch dann, wenn die Anzahl deutlich größer als auf der "männlichen" Seite ist. OK, ist erklärlich: Es dauert deutlich länger, sich aus den ganzen Plünnen herauszuschälen als gerade mal den Hosenschlitz zu öffnen.

Den anderen Unterschied kenne ich nur vom Hörensagen, allerdings unabhängig voneinander und von mehreren Frauen: Sie beklagten sich darüber, dass die Frauentoiletten z.B. in kleineren Kneipen, die keine eigens dafür abgestellte Reinigungskraft hatten, deutlich dreckiger seien als die der Kerle. Auf Details verzichte ich jetzt lieber, aber wenn die Beschreibungen stimmten, dann war der Spruch einer dieser Weibsen "Frauen sind Schweine" wohl war. Meine Ex war da recht konsequent: Mehr als einmal bat sie mich, doch den Zugang zum Herrenklo kurz zu blockieren, um drinnen und ziemlich schnell ihr "Geschäft" zu verrichten.

Aber im Dezember machen wir keine Klo-Kontrolle in Dresden.
Gruß Rei


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#19

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 20:16
von GKUS64 | 1.606 Beiträge

Bei meinen Frankreich-Urlauben hatte ich auch schon manchmal unvermutete Toiletten-Erlebnisse. Die Steh-Varianten (Bild/ meist auf Autobahn-raststätten) habe ich immer gemieden, die Freiluft-Pissoare waren da schon angenehmer. Bei öffentlichen Toiletten (meist in Rathäusern) ist das Pissoar meist frei im Vorraum der Toilette angebracht, die Damen gehen dann hinter dir in ihr WC (ob sie kurz verweilten konnte ich nicht erkennen).

WC-frei

GKUS64


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#20

RE: Öffentliche Toiletten Ost und West

in Leben in der DDR 21.11.2014 20:19
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

Also,bei aller Liebe zum Detail,aber das im Stehen würde ich Nie und Nimmer benutzen


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