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#61

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 19.11.2014 18:14
von Grenzer76 | 32 Beiträge | 14 Punkte
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hallo
kann man so nicht sagen, wir waren keine Tötungsmaschinen. Überleg doch mal richtig, wenn Du draußen Nachtschicht geschoben hast und es wollte einer über die Grenze und Du hättest ihn im Weg gestanden hätte er Dich nicht auch getötet um sein Vorhaben durchzuführen????



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#62

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 19.11.2014 18:19
von Rainman2 | 5.800 Beiträge | 192 Punkte
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Warum ist eigentlich die Enttäuschung immer so groß, wenn sich solch komplexe Dinge, wie die Entwicklung eines jungen Menschen und seine Entscheidungen unter durchaus als extrem zu bezeichnenden Bedingungen nicht auf ein paar einfache Begriffe reduzieren lassen?

Ich habe mit Soldaten politisch-ideologisch gearbeitet. Der eine hat es als Druck empfunden, der andere hat gegähnt, einige haben auch ernst genommen, was ich sagte. Aber selbst die, die mir meine Worte abnahmen, müssen nicht zwingend "konform" gewesen sein. Das junge Parteimitglied zum Beispiel, der gerne mehr für den Sozialismus getan hätte, aber dessen Beziehung zu seiner Frau durch seinen Wehrdienst in die Brüche ging. Der junge Unteroffizier, der sich für die drei Jahre verpflichtet hatte und feststellen musste, dass er nicht in der Lage ist, den Dienst zu versehen, dass er nur Hohn und Spott erntete. Der junge Politoffizier, der irgendwie mit dem Dienst in der Kompanie nicht klarkam und nach der angeblichen Androhung einer Fahnenflucht von der Grenze abgezogen wurde.

Gott ja, alles Überzeugungstäter nach Schema "F". Alle über einen Kamm zu scheren. Nein, ich habe niemanden versucht, zu einer Tötungsmaschine zu machen. Mehr möchte ich hier eigentlich nicht sagen. Die Überschrift ist mir schon zu polemisch.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


mibau83, jecki09, DoreHolm, Jobnomade und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.11.2014 18:21 | nach oben springen

#63

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 19.11.2014 18:32
von Gelöschtes Mitglied
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#64

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 19.11.2014 19:09
von Hapedi | 2.058 Beiträge | 619 Punkte
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Zitat von ratata im Beitrag #59
@B208
Wenn Grenzer hier zum Ausdruck bringen , dass sie Druck empfunden haben , bewusst ausgeübtem durch seitens der Vorgesetzten ,
andere diesen Druck nicht spürten , kann es da nicht sein , dass es kein Druck für diese Grenzer war , weil sie konform mit der Vorgehensweise der Vorgesetzten waren .


Das sie brüllen konnten , lernte ich schon am 2.5 1969 in Magdeburg (Kölner Platz kennen . . Ausbilder in Glöwen damals , oh was waren dort für A.... löcher dabei .Gehorsam wurde erst mal beigebracht , Befehle Gehorchen , ob sinnvoll oder nicht . Wer es nicht erkannte , der wurde eben mit
Stuben und Revierreinigen in der Freizeit beauftragt .
Warum nannten wir denn damals alles was Uffz. waren "Kapos " ??
Den Aufgebauten Hass und Druck von der Ausbildung her , daran denkt man heute noch .
Wir mussten den Fußboden unseres Zimmers am Samstag mal vom Bohnerwachsbefreien , mit Glasscherben haben wir 12 Mann die Dielen geschruppt .
Aufstehen mit Gebrüll ,schlafen gehen mit Gebrüll .
Die Ausbildung zur Selbstverteidigung , gehört zum Soldaten leben dazu .. Wer weis wofür es gut ist .ratata




@ratata für Umsonst hieß es in Glöwen nicht ( Das Land wo die Sonne nie lacht , wo man aus Menschen Idioten macht )

Gruß Hapedi



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#65

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 19.11.2014 19:28
von Gelöschtes Mitglied
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Ich war nie gerne Soldat, und mit meiner Einberufung zu den GT hatte ich kein Problem, im Gegenteil. Ich bin so ehrlich und sage auch warum, ich hatte keinen Bock auf die Schleiferei bei den MOT- Schützen. Zum Glück brauchte ich mir nie (bis auf die Geschichte "Weinhold") Gedanken machen ob ich geschossen hätte. Schon bei der Grundausbildung in Mühlhausen wußte ich das ich zur PIK komme (Ausbildung Fahrschule G5).

Es gab nie eine Ausbildung zur "Tötungsmaschine", solche Exzesse liegen eher in dem Menschen begründet. Es mag Typen gegeben haben mit einer geringen Hemmschwelle zum Töten, nur diese Leute gibt es überall.....


jecki09 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#66

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 19.11.2014 19:43
von Gelöschtes Mitglied
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Man muss ja auch einen Unterschied sehen zwischen einem GWD, der seine Zeit so bequem wie möglich absitzen wollte und einem der das Soldat sein zu seinem Beruf erwählt hat.
Bei den GWD gab es ja nun genug Rituale, welche auf den Entlassungstag ausgerichtet waren. Da spielte es bei den meisten auch gar keine Rolle, mit welchem Dienstgrad sie entlassen wurden. Bei mir war es Gefreiter. Eine Degradierung zum Soldaten hätte mich weniger gejuckt als eine Beförderung zum Uffz. der Reserve.
Bei den Offizieren war ja der Drang nach schneller Beförderung zu verstehen und dieser Drang hat dann eben bei einigen auch zu sonderbarem Diensteifer geführt.
Dazu kam auch noch, dass ein Offizier für alle Vorkommnisse in seinem Verantwortungsbereich verantwortlich gemacht wurde, egal ob er die Möglichkeit gehabt hätte, dass jeweilige Vorkommnis zu verhindern.

Der Hesselfuchs


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#67

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 19.11.2014 23:12
von DoreHolm | 7.990 Beiträge | 806 Punkte
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Zitat von Grenzer76 im Beitrag #54
hallo
kann man so nicht sagen, wir waren keine Tötungsmaschinen. Überleg doch mal richtig, wenn Du draußen Nachtschicht geschoben hast und es wollte einer über die Grenze und Du hättest ihn im Weg gestanden hätte er Dich nicht auch getötet um sein Vorhaben durchzuführen????


Hatten wir auch, solche Fälle. GV hatten einn kleines hackebeilchen und /oder Messer mit fester Klinge, Schlagring oder dgl. bei sich und hatten im verhör auch zugegeben, daß sie diese auch angewandt hätten, wenn ihnen dadurch die Flucht gelingen würde. Man wußt als Grenzer nie, wenn schon eine Lage entstand und ein GV irgendwo zwischen hinterstem und vorderstem KS unterwegs war bzw schon in Sichtweite gleich vor dem Stacheldraht, um wen es sich handelte. Hatte es schon mal woanders geschrieben. Wollte er nur "ein neues Leben" beginnen, wie uns zwei frühreife Jugendliche bei der Festnahme beichteten, hatte jemand nur Schiss vor Konsequenzen einer kleineren Missetat in der DDR, erhoffte er sich in irgendeiner Form ein materiell besseres Leben oder berufliche Aufstiegschancen oder war es wirklich ein schwerer Junge, der hier eine Anklage wegen Kapitalverbrechen, Vergewaltigung oder Mord zu erwarten hatte. Wenn so einer an der Grenze durch Schüsse den Tod fand, hielten sich, obwohl auch ein Mensch, im letzteren Falle die Gewissensbisse des Grenzers, der geschossen hatte, wohl doch eher in Grenzen als wenn es einer der anderen Gründe für seine Flucht gegeben hatte, so meine ich.



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#68

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 20.11.2014 01:28
von B208 | 1.419 Beiträge | 103 Punkte
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #62
Warum ist eigentlich die Enttäuschung immer so groß, wenn sich solch komplexe Dinge, wie die Entwicklung eines jungen Menschen und seine Entscheidungen unter durchaus als extrem zu bezeichnenden Bedingungen nicht auf ein paar einfache Begriffe reduzieren lassen?

Ich habe mit Soldaten politisch-ideologisch gearbeitet. Der eine hat es als Druck empfunden, der andere hat gegähnt, einige haben auch ernst genommen, was ich sagte. Aber selbst die, die mir meine Worte abnahmen, müssen nicht zwingend "konform" gewesen sein. Das junge Parteimitglied zum Beispiel, der gerne mehr für den Sozialismus getan hätte, aber dessen Beziehung zu seiner Frau durch seinen Wehrdienst in die Brüche ging. Der junge Unteroffizier, der sich für die drei Jahre verpflichtet hatte und feststellen musste, dass er nicht in der Lage ist, den Dienst zu versehen, dass er nur Hohn und Spott erntete. Der junge Politoffizier, der irgendwie mit dem Dienst in der Kompanie nicht klarkam und nach der angeblichen Androhung einer Fahnenflucht von der Grenze abgezogen wurde.

Gott ja, alles Überzeugungstäter nach Schema "F". Alle über einen Kamm zu scheren. Nein, ich habe niemanden versucht, zu einer Tötungsmaschine zu machen. Mehr möchte ich hier eigentlich nicht sagen. Die Überschrift ist mir schon zu polemisch.

ciao Rainman


Aber genau so haben sich die Grenzer hier doch geäussert .
Für den einen war es Druck , dem anderen ging es am Arsch vorbei , manche haben es ernst genommen und manche haben es sogar geglaubt .

So spiegelt es sich in den Beiträgen wieder . Also nicht alle über einen Kamm . Jeder hat seine Empfindungen beschrieben .


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#69

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 20.11.2014 05:27
von damals wars | 13.274 Beiträge | 1308 Punkte
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Und, wer ist nun mehr zur Tötungsmaschine ausgebildet worden?
Der Grundwehrdienstleistende der Grenztruppen oder der BGS Beamte?
lass uns doch mal an Deiner Erkenntnis Teilhaben.


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#70

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 20.11.2014 05:55
von Gelöschtes Mitglied
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Wieviele BGS´ler haben auf BRD Bürger geschoßen die in die DDR wollten? Macht es Klick?


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#71

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 20.11.2014 14:09
von FRITZE (gelöscht)
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http://www.goldseiten-forum.de/index.php...&threadID=12475

Das Ergebnis dieser Arbeit ist jetzt das neue Buch mit dem Titel "Schmuggler, Zöllner und die Kaffeepanzer/Die wilden Nachkriegsjahre an der deutschen Westgrenze". Auf 440 Seiten mit 460 Fotos in 32 Kapiteln werden die "wilden Jahre" im Buch aus dem Aachener Triangel-Verlag (www.triangel-verlag.de) zwischen 1945 und 1955 für 35 Euro geschildert.
Mit 20 Millionen D-Mark Jahresumsatz hat der Kaffeeschmuggel wesentlich zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg in der Region Aachen beigetragen. Als 1953 die Kaffeesteuer gesenkt und die Schmuggler arbeitslos wurden, mußte auch der Zoll Arbeitsplätze abbauen. 53 Tote waren zu beklagen, die meisten von ihnen Schmuggler, darunter sogar Jungen und Mädchen.


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#72

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 20.11.2014 16:04
von rotrang (gelöscht)
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Zitat von FRITZE im Beitrag #71
http://www.goldseiten-forum.de/index.php?page=Thread&threadID=12475

Das Ergebnis dieser Arbeit ist jetzt das neue Buch mit dem Titel "Schmuggler, Zöllner und die Kaffeepanzer/Die wilden Nachkriegsjahre an der deutschen Westgrenze". Auf 440 Seiten mit 460 Fotos in 32 Kapiteln werden die "wilden Jahre" im Buch aus dem Aachener Triangel-Verlag (www.triangel-verlag.de) zwischen 1945 und 1955 für 35 Euro geschildert.
Mit 20 Millionen D-Mark Jahresumsatz hat der Kaffeeschmuggel wesentlich zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg in der Region Aachen beigetragen. Als 1953 die Kaffeesteuer gesenkt und die Schmuggler arbeitslos wurden, mußte auch der Zoll Arbeitsplätze abbauen. 53 Tote waren zu beklagen, die meisten von ihnen Schmuggler, darunter sogar Jungen und Mädchen.

So Du All wissender Gert hier sind Deine Toten


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#73

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 20.11.2014 16:10
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ich bin jetzt zu faul zum suchen, aber da gibt es ein "Filmkunstwerk" wo ein blutrünstiger Typ unter dem heutigem Berlin schön schaurig Leute abschlachtet, vom Drehbuchautor wurde der auch zum Ex-Grenzer gemacht, hat sogar noch seine alte Uniform an.
Manchmal kann man schon herrlich Klischees bedienen


zuletzt bearbeitet 20.11.2014 16:11 | nach oben springen

#74

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 20.11.2014 20:11
von Freienhagener | 4.791 Beiträge | 2290 Punkte
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #67
Zitat von Grenzer76 im Beitrag #54
hallo
kann man so nicht sagen, wir waren keine Tötungsmaschinen. Überleg doch mal richtig, wenn Du draußen Nachtschicht geschoben hast und es wollte einer über die Grenze und Du hättest ihn im Weg gestanden hätte er Dich nicht auch getötet um sein Vorhaben durchzuführen????


Hatten wir auch, solche Fälle. GV hatten einn kleines hackebeilchen und /oder Messer mit fester Klinge, Schlagring oder dgl. bei sich und hatten im verhör auch zugegeben, daß sie diese auch angewandt hätten, wenn ihnen dadurch die Flucht gelingen würde. Man wußt als Grenzer nie, wenn schon eine Lage entstand und ein GV irgendwo zwischen hinterstem und vorderstem KS unterwegs war bzw schon in Sichtweite gleich vor dem Stacheldraht, um wen es sich handelte. Hatte es schon mal woanders geschrieben. Wollte er nur "ein neues Leben" beginnen, wie uns zwei frühreife Jugendliche bei der Festnahme beichteten, hatte jemand nur Schiss vor Konsequenzen einer kleineren Missetat in der DDR, erhoffte er sich in irgendeiner Form ein materiell besseres Leben oder berufliche Aufstiegschancen oder war es wirklich ein schwerer Junge, der hier eine Anklage wegen Kapitalverbrechen, Vergewaltigung oder Mord zu erwarten hatte. Wenn so einer an der Grenze durch Schüsse den Tod fand, hielten sich, obwohl auch ein Mensch, im letzteren Falle die Gewissensbisse des Grenzers, der geschossen hatte, wohl doch eher in Grenzen als wenn es einer der anderen Gründe für seine Flucht gegeben hatte, so meine ich.


In dem Moment der Flucht weiß man nicht, ob man einen "Schweren Jungen" vor sich hat.

Und zum Richter und Henker für Dinge außer der Flucht waren wir nun wirklich nicht vorgesehen.

Daß sich ein Flüchtling angesichts eines mit einer MPi bewaffneten Grenzer selbst aufrüstete, kann man ihm nicht verdenken.

Aber in dem Fall hätten wir in eine Notwehrsituation geraten können - ein Grund zur Anwendung unserer Waffe, den niemand anzweifeln wird.

Und trotzdem:
Bei jedem Toten schlägt das Gewissen. Das war früher nicht anders heute, wenn Polizisten einen angreifenden Gewaltverbrecher erschießen und hinterher trotzdem einen psychischen Knacks haben...........


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.11.2014 20:12 | nach oben springen

#75

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 23.11.2014 02:16
von G. Michael (gelöscht)
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Zitat von Rüganer im Beitrag #48
@G.Michael,

wie oft warst Du draußen an der Mauer? Ich unterstelle - nicht ein einziges mal. Prora, GAR Glöwen, Willi Sänger, Dienstgrad Oberfeldwebel - nimm es mir nicht übel und es geht bestimmt nicht irgendwie persönlich gegen Dich, aber was weißt Du schon von der Mauer, von den Befindlichkeiten der Grundwehrdienstleistenden dort, von dem Leben in einem Grenzregiment und dem Druck dort.
Du bist im günstigsten Fall jeden Abend in Ausgang gegangen, Ausgangskarte am Mann, Ausgang bis zum Wecken, Du hast nicht auf dem Turm gesessen und warst verantwortlich für deine 200-400 Meter Kontrollstreifen, dir hat man deine Dienstzeit nicht mit dem Öffnen der Pakete im Spießzimmer versüßt, mit der Jagd nach verbotenem Alkohol. Dass Du Dich nicht beeindrucken lassen hast - kann ja sein und dass du so erwachsen gewesen bist, will ich dir wirklich nicht absprechen. Dass du aber schon mal den Spruch losgelassen hast, der Soldat muss seinen Vorgesetzten mehr fürchten, als den Feind, finde ich bezeichnend für den Druck, den Vorgesetzte dann auf ach so Erwachsene Grundwehrdienstleistende ausgeübt haben. Wie ich hier schon schrieb, Hauptmann P. : Bei Anruf Magazinwechsel... er soll menschlich ja auch ein Schwein gewesen sein...
Was passiert dann aber wirklich? Der Grundwehrdienstleistende, der eigentlich nicht dort sein will, wo er jetzt ist, der all diesen Scheiß jetzt mitmachen muss, von den kurzen und doch zu langen Haaren bis hin zu Maskenbällen, endlosem Waffenreinigen und dem herrlichen Vergnügen, ihn wegen falscher Grußerweisung zurück schicken zu dürfen, dieser unwillige Soldat versucht nur, mit dem Arsch an die Wand zu kommen. Er sagt sich, diese Tagesäcke, sie werden noch da sein, wenn ich schon wieder zu Hause mein Bier trinke und grüße, wen ich will.
Dieser GWD'ler "tickt" anders, als Du, G.Michael. Er will nach Hause, unbeschadet und ohne Vorkommnis.
Wenn Du der große Unterführer und Durchblicker gewesen sein willst, dann hast Du doch einen Soldaten erklärt: Hierfür gibt es Schwedt und hierfür passiert euch nichts. Hier ist alles nur Theaterdonner, aber dort, da müsst ihr aufpassen....
Bisher hat mir noch keiner der Unteroffiziere oder Offiziere hier im Forum solche Einweisung bestätigt, es wird sie auch nicht gegeben haben.
Gegen welches damals geltende Recht haben denn die Schützen verstoßen, die z.B. am 24.12.1970 im Abschnitt "gehandelt "haben? Nachzulesen unter Chronik der Mauer, den Link findest Du allein. Warum wohl hat die Alarmgruppe in dem Fall so reagiert und nicht anders? Meinst Du, dass da alle Mann gleichzeitig aus Lust am Schießen geballert haben oder kann es doch sein, dass die "nur " das Befohlene umgesetzt haben. Alle können doch da nicht etwas fehlinterpretiert haben, als sie nach Auslösung des Signalzaunes die Waffe einsetzten. Alle können doch nicht so schwach im Geiste gewesen sein... vielleicht lässt Du doch den Druck gelten, der auf ihnen lag und die permanente Berieselung, die auch andere hier schon angeführt haben.
Linie und Berlin ist wohl doch etwas anderes, als in Glöwen Leute zu schleifen....
Nimms mir nicht übel,
der Rüganer


@ Rüganer, ich bin nicht der große Durchblicker, wie Du mir nahe legst. Der einzige der den Durchblick hat bist wahrscheinlich Du. Siehst in mein Profil
und vermutest ich war nicht einen Tag ander Linie. Glückwunsch, 100 Punkte, mit abstrichen ich war nicht eine Minute im Grenzdienst. In der Überschrift
geht es um ein Ausbildungsziel! Und Du kannst mir glauben, die Ausbildungsinhalte im GAR habe ich in meiner Dienstzeit kennen gelernt, zumal ich
ständig zur Sicherstellung anwesend war. Im Übrigen ich hatte keine Ausgangskarte am Mann, Dienstsellenausweis und Wohnung in Glöwen.
Was das übel nehmen angeht, es prallt an mir ab. Obwohl schon etwas Ärger in mir hochkocht, wenn ich Beiträge wie den Deinigen lese.
Aber lassen wir das, es kann doch auch ohne Fetzerei gehen.
Micha


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#76

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 23.11.2014 03:00
von HG19801 | 1.613 Beiträge | 13 Punkte
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Auch wenn ich jetzt nicht jeden geschriebenen Beitrag einzeln gelesen und hochwissenschaftlich auseinander klamüsert habe, so muss ich mal eins feststellen:

Wir ostdeutschen Grenzsoldaten wurden durchaus mit unerbittlicher Strenge zur einer gewissen militärischen Härte erzogen, woran bis heute kein Zweifel besteht.

Jedoch wurden wir nicht zu eiskalten Killermaschinen gemacht, die nur darauf angesetzt wurden, Menschen kaltblütig abzuknallen.
Natürlich wurden wir Jungspunde dazu angehalten Grenzdurchbrüche nötigenfalls mit Waffengewalt zu verhindern, aber zu Tötungsmaschinen wurden wir mit Sicherheit nicht gemacht.

So sehr ich meinen Grundwehrdienst bei den Grenztruppen der DDR auch gehasst haben mag, muss ich meinen einstigen Vorgesetzten eins zubilligen: In ihrer oft hassenswerten Strenge haben sie uns keinesfalls zu Tötungsmaschinen herangebildet.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


Grenzer76 und B208 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#77

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 23.11.2014 11:03
von Rüganer (gelöscht)
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[quote=G. Michael|

@ Rüganer, ich bin nicht der große Durchblicker, wie Du mir nahe legst. Der einzige der den Durchblick hat bist wahrscheinlich Du. Siehst in mein Profil
und vermutest ich war nicht einen Tag ander Linie. Glückwunsch, 100 Punkte, mit abstrichen ich war nicht eine Minute im Grenzdienst. In der Überschrift
geht es um ein Ausbildungsziel! Und Du kannst mir glauben, die Ausbildungsinhalte im GAR habe ich in meiner Dienstzeit kennen gelernt, zumal ich
ständig zur Sicherstellung anwesend war. Im Übrigen ich hatte keine Ausgangskarte am Mann, Dienstsellenausweis und Wohnung in Glöwen.
Was das übel nehmen angeht, es prallt an mir ab. Obwohl schon etwas Ärger in mir hochkocht, wenn ich Beiträge wie den Deinigen lese.
Aber lassen wir das, es kann doch auch ohne Fetzerei gehen.
Micha
[/quote]

Hallo Micha,

ich will ich wirklich nicht mit Dir und anderen fetzen und wenn in Dir der Ärger hochkocht, bei meinen oder einigen meiner Beiträge, dann verstehe ich dies sogar. Wir sind völlig verschieden im Hinblick auf das Militärische. Du hast es zu Deinem Beruf gewählt und an Hand Deiner Webseite sieht man durchaus, dass Du diesen Beruf gerne ausgeübt hast, denn sonst würdest Du von Deiner Wirkungsstätte keine Webseite erstellen.
Ich dagegen war Grundwehrdienstleistender, 18 Monate zur Fahne eingezogen, nichts, aber auch gar nichts hat mich da mit Freude hingehen lassen und deswegen muss ich schon zwangsläufig alles ganz anders sehen, als Du. Hinzu kommt noch, dass ich mit dem Dienst an der Mauer wohl ganz besonders in die XXXX gegriffen haben muss, denn andere berichten ja von lockerem Dienst und Friede, Freude, Eierkuchen.... War bei mir ganz anders und so machte eben jeder seine Erfahrungen. Der eine in Glöwen als Ausbilder und ganz weit hinten, der andere fasste die Mauer durchaus schon mal mit der Hand an und hatte auch schon mal andere Erlebnisse.
Es ist mir auch völlig egal, ob Du etwas von diesem Druck auf die Soldaten dort in Berlin nachvollziehen kannst oder nicht, unterhalte Dich mit anderen Berlinern der Zeit und des Innenringes und Du wirst die gleichen Geschichten hören.
Und noch einmal zum Ausbildungsziel, Ziel war es - keinen Grenzdurchbruch zuzulassen. dafür und nur dafür hat man uns die 60 Mumpeln mitgegeben. Nicht, um damit auf Spatzen zu schießen. Weshalb dann diese Aktuell - Politische Information vor jedem Grenzdienst? Weshalb diese Vergatterung? Nur um den Auftrag, dieses ehemalige Ausbildungsziel, diesen Kampfauftrag zu erfüllen.
Gruß
Der Rüganer


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