#21

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 19:02
von Rüganer (gelöscht)
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-Göring hat das getan wozu er dort stand, nichts ahnend auf was er da schiesst, er hat in dieser Situation funktioniert wie eine Maschine, so wie man das in der Ausbildung gewollt hat zu erreichen.-

Eigentlich wird doch nur festgestellt, dass Peter Göring "funktioniert hat, so, wie es seine Ausbilder und Vorgesetzten ihm beigebracht, suggeriert und eingedrillt hatten. Und ich denke, da kommt die Besonderheit zwischen dem Dienst in Berlin und dem Dienst an der grünen Grenze zum Tragen. Während @Grenzwolf vom Ausrücken zum Grenzdienst ohne Vergatterung und großem Brimbamborium erzählt, wenn einige die Kochkünste der zivilangestellten Frau aus dem Dorf rühmten, während andere die wunderbare Natur der Rhön, des Eichsfeld oder der an der Elbe beschreiben, was haben die Berliner Grenzer aus dem Innenring denn zu bieten? Schmaler Grenzstreifen, Türme und wieder Türme, stures Stieren in eine zugewiesene Richtung und eine Lichttrasse, die auf 300m so schmal erschien, dass sie vom Korn der Mpi abgedeckt wurde. Man musste jeden Grenzverletzer sehen, denn man war immer da, immer und nichts mit gemütlich am Grenzstreifen entlang wandern. Jede Spur auf dem KS wurde einem angelastet, denn man hätte ihn sehen müssen, den Spurenverursacher. Grenzdurchbrüche nicht zu zulasssen... jeder Grenzdienst begann damit, jede Aktuell-Politische Information vor dem Grenzdienst sagte dir direkt, du darfst keinen rüberlassen. Politunterricht, diese fahndungen nach CA-Soldaten, der Flüchtige, der dem Polizisten die Pistole entwendet haben soll, irgend jemand wurde immer angeführt, um uns wachsam zu halten. Ich schrieb es schon einmal, dazu dann noch das geheimnisvolle Schwedt...
Ich will nur für mich schreiben, aber mich hat dieser Druck heiß gemacht, heiß darauf, mir nichts zu Schulden kommen zu lassen, in dem Sinne, wie es von mir gefordert wurde. Es hat meine Nerven gekostet und hat mich in dem einen Jahr an der Mauer verändert.@Grenzerhans, ich war kein Freiwilliger und es war nicht 1961, sondern 1970/1971. Vielleicht sah die Welt da anders aus und wenn Du da freiwillig mehrere Jahre gewesen bist, deine Entscheidung, ich kenne nur Mitstreiter, die Ihr Bandmaß angeschnitten haben und jeden Tag zählten, bis sie wieder in Freiheit waren und selbst entscheiden konnten, ob sie heute Abend ein Bier trinken oder nicht.
Wenn ich im Zusammenhang mit der Sache um Heiko Runge lese, dass der Kompaniechef etwas von: Bei Anruf Magazinwechsel faselte, und der Grenzer aus der Kompanie beschreibt, wie sehr er den Kompaniechef fürchtete, und nicht nur er, weil der eben ein charakterliches Schwein gewesen sein soll, dann erkenne ich einiges aus meiner Dienstzeit wieder.
Vielleicht hatte ich mit Berlin auch nur Pech, vielleicht war Berlin und speziell der Innenring auch so anders, dass nur ganz wenige von denen hier schreiben, aber ich kann jedenfalls nachvollziehen, dass Peter Göring da so und nicht anders gehandelt hat. Und ich hätte den sehen mögen, der
da anders gehandelt hätte, cool und abgeklärt... von Null auf Hundert hochfahren, plötzlich reagieren zu müssen und man kann dies nicht etwa mit solchen Reaktionen wie beim Autofahren vergleichen. Hier fährt dir der Schreck in die Hose, die Angst - wenn Du nicht etwas machst - dann ist der weg und dir lasten sie es an, dir reißen sie den Arsch auf und keiner wird dir helfen... so in etwa stelle ich mir die Situation vor, in der er gewesen ist.. wer ist denn mit 19/20 so abgeklärt, dass er da ganz ruhig bleibt? 1980 und danach vielleicht, da waren ganz andere Zeiten...
das Problem heute jedoch ist, wie steht man dazu, was damals war, wie ehrlich ist man sich selbst gegenüber und was hat man draus gelerntß


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#22

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 19:15
von B208 | 1.323 Beiträge

Zitat von Sicherheitsrisiko im Beitrag #3
Passt das nicht in "Wir waren doch keine Killer"? Ist doch doppelt das Thema, großartig anders werden die Antworten hier nicht ausfallen.


Hier geht es um die Ausbildung , wer hat welche Erfahrungen und zu welcher Zeit gemacht und kann jemand die Aussage von
LO-Wahnsinn so bestätigen .


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#23

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 19:16
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Rüganer, ich sehe das genau so wie Du. Zwischen der Grünen Grenze, wo Postengebiete bis zu 8 km lang waren und den wenigen B Türmen ( 10 Stück inclusive der Füst) auf 56 Km Zaunlänge und dem technischen Ausbau in Berlin war ein himmelweiter Unterschied. Ich habe niemanden um den geheizten B Turm beneidet. Wenn Dein Beobachtungssektor bis zum nächsten B Turm geht, dann hilft nur noch dichter Nebel als Ausrede. Wenn ich auf dem Karnberg, am Keudelstein oder auf der Gobert war, dann hätte sich ein GV schon sehr blöd anstellen müssen um gesehen zu werden. So einen Abschnitt kann eine Grenzstreife allein beim besten Willen nicht sichern. Dort konnte man schon mal abtauchen und sich die Natur anschauen, Wild beobachten und Obst ernten. Es gab wirklich welche, die haben Pilze gesucht und gleich vor Ort gebraten.

Der Hesselfuchs


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#24

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 19:33
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo B208, noch mal auf deine Frage wegen der Ausbildung zurück zu kommen. Die Ausbildung im GRA in Eisenach war meiner persönlichen Meinung nach 08/15. Sportlich hatte ich überhaupt keine Probleme, obwohl ich kein Sportfan war. Geschossen haben wir zu wenig, um wirklich in verschiedenen Lagen sicher zu sein. Die taktische Ausbildung wurde im Wesentlichen von Ausbildern gemacht, die selber nie an der Grenze waren. Eine ordentliche Ausbildung im Nahkampf (Abwehr von Angriffen aus nah Distanz), wurde zwar angefangen aber nur halbherzig durchgeführt.
Am intensivsten war die dauernde Rotlicht Bestrahlung, die war aber so plump, dass sie bei den meisten ihre Wirkung verfehlt hat.

Der Hesselfuchs


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#25

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 19:45
von B208 | 1.323 Beiträge

So habe ich es auch in vielen Berichten gelesen und von vielen Grenzern gehört .

Die Aussage von LO-Wahnsinn kann nach meiner Meinung auch nur für die zählen , die es wirklich so hören wollten .

Und das war nicht die grosse Masse .

Es ist leider sehr schade , dass es oft ausgerechnet ehem. Grenzer sind , die die gesamte damalige Grenztruppe durch teilweise unüberlegte , teilweise politisch motivierte Beiträge immer und immer wieder in die Nähe von Verbrechern rücken .

B208


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#26

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 19:47
von Rüganer (gelöscht)
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@B208, von welcher Ausbildung sprichst Du?
Ich war im ersten Halbjahr im Grenzausbildungsregiment 39 in Berlin-Wilhelmshagen. Dort wurde ich Militärkraftfahrer und Fernsprecher, habe einen Nachrichten - LO gefahren, Telefonleitungen gebaut und wimre habe ich 2 mal die Grenze gesehen, Steine sammeln und Unkraut hacken. Dies war dann meine Ausbildung. Ich erinnere mich, dass mich ein Schild beeindruckte, aufgestellt irgendwo in Westberlin, "Deutsche schießen nicht auf Deutsche". Und mich beeindruckten weiße Ringe, die an Westberliner Laubenwände gemalt waren, Einschüsse....
Bisschen Nahkampf war dann im Grenzregiment, bisschen Erkennungsdienst, was bedeutet diese Aufschrift an den US-Jeeps, welcher Hubschrauber ist wer... Ende der Ausbildung zum Grenzsoldaten.


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#27

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 19:51
von B208 | 1.323 Beiträge

Die Ausbildung , die LO-Wahnsinn als Auslöser für die Handlungen des Grenzers Göring anführt .

Ich kann mir nicht erklären was da in dieser Ausbildung stattgefunden hat . Daher meine Frage an andere User .


So wie Du und Merlini die Ausbildung beschreiben dachte ich ist sie auch gewesen .


zuletzt bearbeitet 18.11.2014 20:08 | nach oben springen

#28

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 19:59
von Hapedi | 1.874 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #21
-Göring hat das getan wozu er dort stand, nichts ahnend auf was er da schiesst, er hat in dieser Situation funktioniert wie eine Maschine, so wie man das in der Ausbildung gewollt hat zu erreichen.-

Eigentlich wird doch nur festgestellt, dass Peter Göring "funktioniert hat, so, wie es seine Ausbilder und Vorgesetzten ihm beigebracht, suggeriert und eingedrillt hatten. Und ich denke, da kommt die Besonderheit zwischen dem Dienst in Berlin und dem Dienst an der grünen Grenze zum Tragen. Während @Grenzwolf vom Ausrücken zum Grenzdienst ohne Vergatterung und großem Brimbamborium erzählt, wenn einige die Kochkünste der zivilangestellten Frau aus dem Dorf rühmten, während andere die wunderbare Natur der Rhön, des Eichsfeld oder der an der Elbe beschreiben, was haben die Berliner Grenzer aus dem Innenring denn zu bieten? Schmaler Grenzstreifen, Türme und wieder Türme, stures Stieren in eine zugewiesene Richtung und eine Lichttrasse, die auf 300m so schmal erschien, dass sie vom Korn der Mpi abgedeckt wurde. Man musste jeden Grenzverletzer sehen, denn man war immer da, immer und nichts mit gemütlich am Grenzstreifen entlang wandern. Jede Spur auf dem KS wurde einem angelastet, denn man hätte ihn sehen müssen, den Spurenverursacher. Grenzdurchbrüche nicht zu zulasssen... jeder Grenzdienst begann damit, jede Aktuell-Politische Information vor dem Grenzdienst sagte dir direkt, du darfst keinen rüberlassen. Politunterricht, diese fahndungen nach CA-Soldaten, der Flüchtige, der dem Polizisten die Pistole entwendet haben soll, irgend jemand wurde immer angeführt, um uns wachsam zu halten. Ich schrieb es schon einmal, dazu dann noch das geheimnisvolle Schwedt...
Ich will nur für mich schreiben, aber mich hat dieser Druck heiß gemacht, heiß darauf, mir nichts zu Schulden kommen zu lassen, in dem Sinne, wie es von mir gefordert wurde. Es hat meine Nerven gekostet und hat mich in dem einen Jahr an der Mauer verändert.@Grenzerhans, ich war kein Freiwilliger und es war nicht 1961, sondern 1970/1971. Vielleicht sah die Welt da anders aus und wenn Du da freiwillig mehrere Jahre gewesen bist, deine Entscheidung, ich kenne nur Mitstreiter, die Ihr Bandmaß angeschnitten haben und jeden Tag zählten, bis sie wieder in Freiheit waren und selbst entscheiden konnten, ob sie heute Abend ein Bier trinken oder nicht.
Wenn ich im Zusammenhang mit der Sache um Heiko Runge lese, dass der Kompaniechef etwas von: Bei Anruf Magazinwechsel faselte, und der Grenzer aus der Kompanie beschreibt, wie sehr er den Kompaniechef fürchtete, und nicht nur er, weil der eben ein charakterliches Schwein gewesen sein soll, dann erkenne ich einiges aus meiner Dienstzeit wieder.
Vielleicht hatte ich mit Berlin auch nur Pech, vielleicht war Berlin und speziell der Innenring auch so anders, dass nur ganz wenige von denen hier schreiben, aber ich kann jedenfalls nachvollziehen, dass Peter Göring da so und nicht anders gehandelt hat. Und ich hätte den sehen mögen, der
da anders gehandelt hätte, cool und abgeklärt... von Null auf Hundert hochfahren, plötzlich reagieren zu müssen und man kann dies nicht etwa mit solchen Reaktionen wie beim Autofahren vergleichen. Hier fährt dir der Schreck in die Hose, die Angst - wenn Du nicht etwas machst - dann ist der weg und dir lasten sie es an, dir reißen sie den Arsch auf und keiner wird dir helfen... so in etwa stelle ich mir die Situation vor, in der er gewesen ist.. wer ist denn mit 19/20 so abgeklärt, dass er da ganz ruhig bleibt? 1980 und danach vielleicht, da waren ganz andere Zeiten...
das Problem heute jedoch ist, wie steht man dazu, was damals war, wie ehrlich ist man sich selbst gegenüber und was hat man draus gelerntß






@Rüganer , der Kandidat hat 100 Punkte



gruß Hapedi



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#29

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 20:02
von Gelöschtes Mitglied
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Was ich immer am schlimmsten empfunden habe, waren die Hasstiraden auf alles was westlich von uns war.Es sollte ein Feindbild erzeugt werden und eine moralische Festigung der Grenzsoldaten gegenüber dem Klassenfeind. Die BRD wurde als Erbe Hitlerdeutschlands bezeichnet.

Der Hesselfuchs


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#30

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 20:15
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von B208 im Beitrag #27
Die Ausbildung , die LO-Wahnsinn als Auslöser für die Handlungen des Grenzers Göring anführt .

Ich kann mir nicht erklären was da in dieser Ausbildung stattgefunden hat . Daher meine Frage an andere User .


So wie Du und Merlin die Ausbildung beschreiben dachte ich ist sie auch gewesen .



@B208 noch mal, wo nicht ausgebildet wurde, kann nichts gelehrt worden sein.
Aber...
Was ist denn notwendig, um jemanden zum funktionieren zu bringen?
1.Gib ihm eine Aufgabe : Die Sicherung der Staatsgrenze zur besonderen politischen Einheit Westberlin... Tag für Tag vorgekaut...
Die Wichtigkeit der Aufgabe - Du stehst hier auf Friedenswacht, auf Dich kommt es an. Du bist derjenige, der hier an vorderster Front für den Frieden stehst.
2. jage ihm eine gehörige Portion Angst ein: Schwedt... wehe, du lässt den Grenzdurchbruch zu, dann kommst Du nach Schwedt...
Ich habe es nicht testen wollen, ich konnte nicht prüfen, was da Wahrheit oder Legende ist, ich habe keinen getroffen, der von Schwedt wieder zurück kam und erzählte... Aber ist es nicht wunderbar, wenn diese Masse derer, die da jeden Tag funktionieren soll, im Unklaren gelassen wird? dann spuren die doch alle.. Kein Grenzsoldat der eingezogen worden ist und seinen Grundwehrdienst da abgerissen hat, hätte ohne die Drohung Schwedt jemals den Finger krumm gemacht, weil eben wirklich keiner der Killer oder Jäger von Menschen gewesen ist..
3. Feindbild erzeugen: alle, die da kommen und am Signalzaun "klingeln" sind Verbrecher, haben was auf dem Kerbholz und Du, Grenzsoldat, wirst
doch wohl denen nicht noch helfen wollen? Vielleicht haben sie Deine Frau ermordet, deine Eltern beraubt?
4. man kann ganz gut Menschen manipulieren, ohne, dass die es gleich oder überhaupt bemerken. Und ich behaupte, man hat uns manipuliert,
ganz klar, bei einem fruchtete es mehr, beim anderen weniger, aber es fruchtete.
Dies alles solltest Du unter der Ausbildung, wie LO-Wahnsinn es schrieb, verstehen, nicht das Erlernen des Grenzerhandwerks.


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#31

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 20:22
von Hapedi | 1.874 Beiträge

Ich war ab November 69 ein halbes Jahr zur Grundausbildung in Glöwen . Ich hatte da nur eine reine Mot - Schützen Ausbildung . Das heist immer nur Wanderungen in voller Montur , irgedwo im Wald Löcher buddeln mit Zweigen im Sturzhelm . Die LO ' S die zu unserer Kompanie gehörten fuhren meißt mit hatten aber nur unser Teil 2 geladen . Natürlich auch laufend Sturmbahn , dann den Härtetest und Zeltlager Hintersee . Nahkampf etwa 1 Std . in der ganzen Zeit . Also alles ganz weit von Grenzausbildung weg Auch die Vorgesetzten hatten nie eine Grenze gesehen . Mir liegt es noch in den Ohren daß es immer wieder hieß , wer nicht spurt kommt an die Polnische Grenze , da habt ihr mehr Ausbildung als Grenzdienst


gruß Hapedi



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#32

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 20:27
von damals wars | 12.113 Beiträge

Was hätte eine Nahkampfausbildung gebracht? So nah kam man eh keinem Grenzverletzer.
Die nahmen doch reißaus.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#33

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 20:34
von Gelöschtes Mitglied
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Als ich erstmals diesem Forum beitrat, man darf genüsslich lächeln, hatte ich zuvor den Film "An die Grenze" gesehen, der mich sehr aufgewühlt hatte...
Wie Ihr wisst, war ich drei Jahre als UaZ im GAR-5 in Glöwen eingesetzt, ohne drillige Ausbildung an der US-IV.
Aber ich habe einige "Generationen" Wehrpflichtiger erlebt, die nach ihrer halbjährigen Ausbildung in Glöwen "richtige" Grenzer wurden! Und diese Leute waren nicht zu beneiden, teilweise deutlich über 20 Jahre alt, viele von ihnen mit Frau/Freundin und/oder Familie.
Ich kürze es ab, wissen wir heute, was diesen zuvor gedrillten Menschen an der Grenze widerfuhr? Nein, das habe ich erst in diesem Forum erfahren durch wieder und wieder geschilderte Erlebnisse im Grenzdienst Und deswegen habe ich mich einmal hier angemeldet. Bin auch mal rausgeflogen, zur Freude mancher...
Ich weiß nicht, warum Hannes diesen Thread so überschrieben hat, aber dass wehrpflichtige Soldaten der GT der ehem. DDR zu Tötungsmaschinen ausgebildet worden wären, kann ich nicht bestätigen. Es wäre auch ein Arschtritt im Nachhinein gegen die geschundenen Soldaten, über deren Befindlichkeiten man in diesem Forum sehr viel erfährt über den Dienst, über deren Angst, Befürchtungen und Hoffnungen, kurzum über deren Bestreben, die Zeit an der Grenze heil zu überstehen.

Und darüber muss man heute nicht lachen, vielleicht den heute erfahrenen Männern mal ein gutgemeintes Augenzwinkern zuwerfen?

VG Klaus


prignitzer, Hapedi, Jobnomade und jecki09 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 20:37
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #32
Was hätte eine Nahkampfausbildung gebracht? So nah kam man eh keinem Grenzverletzer.
Die nahmen doch reißaus.


Ich hatte nur einmal ne Nahkampfausbildung, weil ein hoher Offizier (General? Habs vergessen), der damit zu tun hatte, zu Besuch kam.

Da sollten wir ihm was vorführen.

Ich hab einen befohlenen Schlag auf meinen Kumpel nach Art der Karatekämpfer eher angedeutet.
Da hat mich der Alte angebrüllt: "Schlagen Sie zu! Das ist der Feind!". Dazu ergriff er meine Hand und führte sie mit Schwung............


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 18.11.2014 20:38 | nach oben springen

#35

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 20:38
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

"...und gegebenenfalls ahnungslos töten .

-Göring hat das getan wozu er dort stand, nichts ahnend auf was er da schiesst, "

Du hast meine Worte falsch verstanden, mit nichts ahnend war gemeint, nicht gesehen/sehen können etc.pp. also ahnungslos.
Das ist eine Mutmassung, denn es waren doch mehrere Schützen wenn ich richtig liege, zumindest aber mehrere Grenzer vor Ort.
Es muss also nicht klar gewesen sein, dass es sich um einen 14 jährigen Jungen handelte.
Viel eher liegt die Möglichkeit, es war nicht erkennbar um wen es sich handelt.
Ich kenne die Beschaffenheit des Jungen nicht.

Mit ahnungslos meinte ich nicht irgendwie drauflos ballern.
Dazu war die Ausbildung da, das eben keiner ahnungslos war oder sein sollte, alles wurde bis ins Detail geschult.

Das Ziel war nicht eine Tötungsmaschine auszubilden, das habe ich auch nicht gesagt.
Mit der Maschine waren die Abläufe gemeint und eben auch am Schluss die Waffe zu benutzen, ohne mullen und knullen also murren und knurren.

Das Ziel der Ausbildung war der Schutz der Grenze vor Angriffen auf diese und der Waffeneinsatz gehört für jeden Grenzer dieser Welt im Ernstfall dazu.
Das es in der DDR mit dem Ernstfall etwas übertrieben wurde, dass ist natürlich auch Fakt, vorallem die Ernstfälle von Ost nach West.



Im anderen Thread antworte ich Dir am Wochenende, falls ich den Faden finde.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#36

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 20:57
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Ich hab noch ein...

"...Bedenke ich , wieviel zigtausend junge Wehrpflichtige ihren Dienst an der Grenze verrichtet haben , dann kann ich , auch durch meine persönlichen Kontakte zu ehemaligen Grenzern , feststellen , dass die Anzahl im Promillebereich liegen muss . "

Weist Du B208, andere Zeiten andere Meinung.
Viele im Osten waren Mitläufer, sind heute im vereinten Deutschland auch Mitläufer, oder aber einfach nur Volk.
Viele im Volk der DDR, waren damals verlogene Heuchler und sind es heute wieder oder immernoch, nur in der anderen Richtung, allerdings mit dem gleichen Ziel, nämlich ihre Weste zu putzen, lieb Freund zu tun mit dem wo es etwas zu holen gibt, nur auf ihren Vorteil bedacht.

Sei vorsichtig das Du nicht dem Irrtum erliegst und daran glaubst, wenn viele Grenzer sich heute als Opfer hinstellen.
Sicher waren wir das irgendwo, Opfer der Teilung, des Krieges und der Geschichte, aber das ist eine andere Opfergeschichte, eine globale Betrachtung.
Aber wenn Dir von 100 Grenzern 99 erklären ICH hätte nie geschossen und Du das glaubst, dann bist Du etwas zu gutgläubig.
Selbst wenn von 100 nur noch 70 erklären, sie hätten nie geschossen, glaubs nicht ungeprüft, sei misstrauisch, manche hauen zu ihrem Vorteil jeden in die Pfanne, sogar die eigne Sippe.
Und diese Leute gabs nicht nur im Westen, nein auch im Osten gabs die schon immer die für ihren Vorteil ihre Mutter verkaufen und ihre Töchter als Hure auf die Strasse stellen würden.
Das ist auch kein deutsches Problem, dass ist ein Problem der Schöpfung Mensch.

Also sei Wachsam Soldat ;-)


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
mibau83, exgakl, Krepp und Wahlhausener haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#37

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 21:24
von Gelöschtes Mitglied
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Rainer, das hast Du gut beschrieben! Der Mensch wird immer seinen Vorteil für sich sehen, egal wann und wo! Diesen Schuh ziehe auch ich mir an! Obwohl nicht viel am Hut mit der DDR hatte, habe ich doch versucht mit dem Ars... an die Wand zu kommen und das was damals raus zu holen war, für meine Person raus zu holen! Es wäre ja auch falsch gewesen wen ich es nicht gemacht hätte! Man lebt nur einmal! Das es dann anders kommt, wer wusste schon vor vielen Jahren! Das Dinge abgelaufen sind, die einen nicht gefallen haben,das ist bekannt gewesen! Aber des Friedenswillen zu gute hat man das Maul gehalten, egal für was und wo gegen! Man wollte leben ohne anzuecken, das ist zur Armeezeit gewesen und genau so im Privaten! Auch heute lege ich mich nicht mit meinen Arbeitgeber an, auch wen ich in vielen Sachen anderer Meinung bin! Habe nur noch 6 Monate und dann habe ich meine Rente! Also warum sich mit ihm(ihr) anlegen? Das nimmt sich nichts von damals! Aber so ist der Mensch! Da aber die Zeit von DDR nun lange vorbei ist und man heute darüber schreiben kann, dann soll man auch gewisse Meinungen gelten lassen oder eben aussprechen, ohne jeden gleich zu verurteilen, der eben zu gewissen Dingen eine andere Meinung hat! So, gut nun!
Grüsse steffen52


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 21:30
von mibau83 | 820 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #36

Weist Du B208, andere Zeiten andere Meinung.
Viele im Osten waren Mitläufer, sind heute im vereinten Deutschland auch Mitläufer, oder aber einfach nur Volk.
Viele im Volk der DDR, waren damals verlogene Heuchler und sind es heute wieder oder immernoch, nur in der anderen Richtung, allerdings mit dem gleichen Ziel, nämlich ihre Weste zu putzen, lieb Freund zu tun mit dem wo es etwas zu holen gibt, nur auf ihren Vorteil bedacht.

Sei vorsichtig das Du nicht dem Irrtum erliegst und daran glaubst, wenn viele Grenzer sich heute als Opfer hinstellen.





so in etwa hatte ich es diese woche b208 per pn auch schon mal geschrieben, als antwort auf eine frage von ihn in einen anderen thread.

naja, vielleicht denkt der gute hannes über unsere zeilen nochmal nach....


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#39

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 21:33
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Danke Rügianer für Deine Ausführungen.
Ich sehe es genauso und genauso war auch mein Spruch gemeint, bei Göring war das Ausbildungsziel erreicht.
Auch was Du über den Inhalt der Ausbildung sagtest, kann ich voll so unterschreiben, dass lief bei uns nicht viel anders.

Vielleicht wär das Wort Manipulationsziel treffender gewesen.
Wir hatten glaube so um die 90 Stunden Politunterricht, zumindest bei mir mit nur 3 Monaten Ausbildung.
Dieser diente vorallem die Soldaten zu Stählen, Stählen in der Sichtweise auf Freund und Feind und wie mit Feind im Ernstfall umzugehen ist.
Die Beipsiele von Rügianer mit den Grenzverletzern aus Ost, ja so kenne ich das auch, da wurde richtig psychisch gedrillt, man legte uns viele Orginalbilder von getöteten Grenzern vor, Bilder aus den Akten und man sagte, wenn ihr nicht wachsam seid und im Grenzfall zur Waffe greift, dann kann das euch ebenso passieren.
Immerhin, die Möglichkeit bestand durchaus, aber es wurde eben probagandistisch überhöht um uns auf Linie zu bringen.
Göring war auf Linie, ich denke die meisten waren das damals.

Wie man das heute vom Sofa aus sieht, mit Biebauch und schlechten Augen und der schwindenen Potenz, ist eine andere Geschichte.
Wichtig ist das man ehrlich bleibt und ich bin das, ich schrieb es schonmal irgendwo, ich hätte auch funktioniert.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#40

RE: Ausbildungsziel Tötungsmaschine

in Grenztruppen der DDR 18.11.2014 21:34
von Rostocker | 7.717 Beiträge

Ich hatte in der Ausbildung in Glöwen, noch das Pech--das ich produktiv in einen Betrieb dort 3 Wochen arbeiten musste. Da war nichts drin, mit Ausbildung zuTötungsmaschine.


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