#41

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 21:05
von B208 | 1.352 Beiträge

Er war also , lt DDR Gesetztgebung , im Recht auf ein schwimmendes Kind in Richtung WB zu schießen .
Ist dies so richtig ?


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#42

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 21:17
von damals wars | 12.213 Beiträge

Ich dachte, du bist Beamter?
tatbestandsmerkmale -Rechtsfolge
Es gibt ein Interview mit Tews, ich hatte den Eindruck, er kann bis heute auch nicht ruhig schlafen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
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#43

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 21:25
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #40
Im Bericht steht und später in der Vernehmung sagte der Polizeibeamte aus, das er sich bedroht fühlte und in die Richtung des Grenzers schoss bis dieser, vermutlich getroffen, verschwand.
Quelle:
http://www.berliner-mauer-gedenkstaette....-456,458,2.html
Abschrift aus dem Tagebuch des am Schusswechsel beteiligten West-Berliner Polizisten des RKB 27, 23.5.1962, in: StA Berlin, Az. 2 Js 102/91, Bd. 2, Bl. 9. Vgl. auch Niederschrift der Vernehmung des am Schusswechsel beteiligten West-Berliner Polizisten durch die West-Berliner Polizei, 24.5.1962, in: Ebd., Bl. 17-20.

Das läuft dann unter Notwehr, zumindest aber Putativnotwehr. Immerhin schlugen Geschosse der Grenzer auf Westseite ein. Bevor der Polizist schoß.

Dort steht auch, das es kein direkter Treffer sondern ein Querschläger war, der den Grenzsoldaten tötete.

Hr. Göring sehe ich durchaus als Opfer der Grenze. Er ist bei seiner Aktion zu weit gegangen, hat auch Befehle und Weisungen mißachtet aber weder konnten ihm Treffer beim Flüchtling zugeordnet werden noch dass er bewußt gegen zu seiner Zeit für ihn geltendes Recht verstieß. Das unterscheidet ihn auch von Hr. Gartenschläger (dort Diebstahlsabsicht, unbefugter Waffenbesitz, rechtswidriger Waffengebrauch und in Interviews offen postulierter Haß).


@S51 , verstehe ich dich richtig, wenn du es als rechtens bewertest, dass Göring auf ein Kind geschossen hat , in Richtung Westberlin geschossen hat und den Befehl des Postenführers missachtet hat, auf dem Wachturm zu bleiben? Das ist für mich 3 x rechtswidrig. Die einzige Gemeinsamkeit mit dem Fall Gartenschläger besteht darin, dass beide gegen bestehende Gesetze verstoßen haben. Dabei sehe ich es als unerheblich an, ob da eine Uniform getragen wurde oder in Zivil gegen die Gesetze verstoßen wurde


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#44

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 21:40
von S51 | 3.733 Beiträge

1. Hr. Göring konnte nicht wissen, das er auf ein Kind feuerte. Er feuerte, wenn überhaupt, auf eine unbekannte, flüchtige Person. Das war per se nicht rechtswidrig. Es war nicht einmal völlig auszuschließen, das er lediglich die Absicht einer Festnahme hatte. Man muss (nein, sollte...) die Formulierungen der damaligen, aufgeheizten Zeit von den Fakten trennen. Dies sowohl als auch (hüben wie drüben). G. Schussfeld war vom B-Turm weitaus besser. Wäre es ihm um das Schiessen gegangen, war sein Stellungswechsel fragwürdig. Das aber, sollte es seine Absicht gewesen sein, konnte er in der damaligen quasi Kriegsstimmung nicht sagen. Die Anderen hätten ihn als "Verräter" behandelt.
2. Wessen Geschosse tatsächlich auf Westseite eingeschlagen sind, war ebenso wenig feststellbar wie wessen Geschosse den Jungen getroffen haben. Es ist nicht auszuschließen, das er weder das Eine wie das Andere tat. Hier gilt im Zweifel für den ... Wie für die anderen Beteiligten umgekehrt später vor Gericht auch. Dazu ist anzumerken, das in der damaligen Zeit Vollmantelgeschosse verwendet wurden, die benutzten Waffen gezogene Läufe hatten und es zumindest nicht auszuschließen war, die Geschosse einer Waffe zuzuweisen. Es wurden die entsprechenden Beweise nicht gesichert.
3. Sollte er eine Festnahme vorgehabt haben, so war sein Verlassen des Turmes zwar eine Mißachtung von Befehlen, in der Situation auch alles andere als wohlüberlegt aber nicht rechtswidrig. Das Gegenteil ist nicht beweisbar. Aus den Tatortskizzen beider Seiten aber geht hervor, das seine letzte Position für die Anwendung der Waffe ungünstiger war als die Position auf dem Turm. Das hat mit dem Schußwinkel auf die Wasserfläche zu tun.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#45

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 21:46
von Marder | 1.413 Beiträge

Wollte er hinterher schwimmen oder wie sieht so eine Festnahme aus???
Ob er selbtst geschossen hat ist zunächst nicht wichtig. Es wurde Westberliner Gebiet beschossen und daher war eben eine Gefahr da, die abgewehrt werden musste.
Daher gehört er eben auch zu den Opfern der Grenze, egal ob schuldig oder nicht.
Mit freundlichen Grüßen Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#46

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 21:47
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #44
1. Hr. Göring konnte nicht wissen, das er auf ein Kind feuerte. Er feuerte, wenn überhaupt, auf eine unbekannte, flüchtige Person. Das war per se nicht rechtswidrig. Es war nicht einmal völlig auszuschließen, das er lediglich die Absicht einer Festnahme hatte. Man muss (nein, sollte...) die Formulierungen der damaligen, aufgeheizten Zeit von den Fakten trennen. Dies sowohl als auch (hüben wie drüben). G. Schussfeld war vom B-Turm weitaus besser. Wäre es ihm um das Schiessen gegangen, war sein Stellungswechsel fragwürdig. Das aber, sollte es seine Absicht gewesen sein, konnte er in der damaligen quasi Kriegsstimmung nicht sagen. Die Anderen hätten ihn als "Verräter" behandelt.
2. Wessen Geschosse tatsächlich auf Westseite eingeschlagen sind, war ebenso wenig feststellbar wie wessen Geschosse den Jungen getroffen haben. Es ist nicht auszuschließen, das er weder das Eine wie das Andere tat. Hier gilt im Zweifel für den ... Wie für die anderen Beteiligten umgekehrt später vor Gericht auch. Dazu ist anzumerken, das in der damaligen Zeit Vollmantelgeschosse verwendet wurden, die benutzten Waffen gezogene Läufe hatten und es zumindest nicht auszuschließen war, die Geschosse einer Waffe zuzuweisen. Es wurden die entsprechenden Beweise nicht gesichert.
3. Sollte er eine Festnahme vorgehabt haben, so war sein Verlassen des Turmes zwar eine Mißachtung von Befehlen, in der Situation auch alles andere als wohlüberlegt aber nicht rechtswidrig. Das Gegenteil ist nicht beweisbar. Aus den Tatortskizzen beider Seiten aber geht hervor, das seine letzte Position für die Anwendung der Waffe ungünstiger war als die Position auf dem Turm. Das hat mit dem Schußwinkel auf die Wasserfläche zu tun.



ich finde deinen wiederholten Satz das Gegenteil ist nicht beweisbar, es ist nicht beweisbar ...... als eine Rechtsaussage, die nur in unseren Rechtssystem sein kann. Mit diesen Redewendungen sind die ganzen Verbrecher der DDR 1990 und folgende Jahre davon gekommen, weil es nicht haarklein und 2000 % beweisbar war. Umgekehrt hätte die Stasi das ganze schon beweisbar gemacht, darauf kannst du dich verlassen und ein Urteil an die Backe geklebt, das einem schlecht wurde. Aber ich bevorzuge doch lieber das unzureichende deutsche Rechtssystem.


.
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#47

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 21:48
von B208 | 1.352 Beiträge

Hr. Göring sehe ich durchaus als Opfer der Grenze. Er ist bei seiner Aktion zu weit gegangen, hat auch Befehle und Weisungen mißachtet aber weder konnten ihm Treffer beim Flüchtling zugeordnet werden noch dass er bewußt gegen zu seiner Zeit für ihn geltendes Recht verstieß.

@damals wars
so von S51 geschrieben !!!

meine Frage
Er war also , lt DDR Gesetztgebung , im Recht auf ein schwimmendes Kind in Richtung WB zu schießen .
Ist dies so richtig ?



dein Beitrag dazu
Ich dachte, du bist Beamter?
tatbestandsmerkmale -Rechtsfolge


Hauptsache ist doch , das du mit dir klarkommst .


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#48

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 21:50
von damals wars | 12.213 Beiträge

Rechtsanwendung halt!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#49

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 21:55
von S51 | 3.733 Beiträge

In beiden Rechtssystemen galt bzw. gilt der Grundsatz, das alle Möglichkeiten zu prüfen sind. Sowohl alle gegen wie alle für einen Beschuldigten (flapsig oft als "Angenagten" bezeichnet). Das so etwas politisch dann oft anders gesehen wie gehandhabt wird, war damals wie heute nicht unüblich.
Man kann sich damals wie heute in der Position eines Vorverurteilten wieder finden. Es gäbe viele, viele Beispiele. Aber das "klassenbewußte" Rechtssystem war dafür anfälliger. Ja, damals sprach man von Mord. Hüben wie drüben und gestimmt hat dies da wie dort nicht. Damals wären die Chancen auf DDR-Seite offiziell weitaus ungünstiger gewesen. Wie gerade der Fall Gartenschläger mit seiner extremen Verurteilung anschaulich belegt. Aber das hätte nicht bedeutet, das die damaligen Unterlagen auf DDR-Seite deshalb schlecht geführt wurden. Wie nun auch zahlreiche Beispiele in den Akten beweisen.


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#50

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 21:56
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #26
Zitat von DoreHolm im Beitrag #25
In Borgesdorf, einem Dorf bei Köthen (meine Frau stammt aus dem Nachbarort) gibt es sogar eine "Straße des Sozialismus". Kam sogar mal im Fernsehen. Von verschiedenen Kräften wurden schon mehrfach Vorstöße unternommen, die Straße umzubenennen. Wurde jedesmal von den Einwohnern abgelehnt. Sie stören sich mehrheitlich nicht an dem Namen und wüßten mit dem Geld der Gemeinde Besseres anzufangen als es in eine Straßenumbenennung zu stecken, so wurde es im TV dargestellt.


Kommt auf den Zustand der Strasse an . Evtl. passt er ja ganz gut .


Grün: komisch, daß von manchen Usern immer gleich alles in den Dreck gezogen oder zumindest mit negativem Vorzeichen, versehen wird, aber sich darüber mockieren, wenn User anderer politische Strömungen pauschal den Westen kritisieren.
Das ist eine ganz normale Verbindungsstraße sowie Parallelstraße mit Gehöften zur Hauptstraße, teilweise auch asphaltiert und ziemlich lang.
Kannst ja mal googeln, bevor Du was raushaust.



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#51

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 22:02
von B208 | 1.352 Beiträge

Den Zusammenhang zwischen kaputt und sozialismus habe ich nicht hergestellt !!!!

Habe neutral den Zustand , ganz wertfrei , angesprochen .


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#52

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 22:08
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #41
Er war also , lt DDR Gesetztgebung , im Recht auf ein schwimmendes Kind in Richtung WB zu schießen .
Ist dies so richtig ?



Grün: Bei Gericht wird sowas, was Du schreibst, als Suggestivfrage bewertet und die ist, wenn ich richtig informiert bin, nicht zugelassen. Komme doch nicht mit dem Todschlagargument von "Recht, auf ein Kind zu schießen". Natürlich hatte er nicht das Recht, es war ihm sogar verboten, wenn er den GV als Kind erkannte. Mit 14 zählt ein Mensch bekanntlich nicht mehr als Kind und das Thema hatten wir hier schon lang und breit vor einiger Zeit diskutiert (Schusswaffengebrauchsbestimmung). Du bist natürlich zweifelsfrei in der Lage, eine schwimmende Person als Kind oder Jugendlichen bzw. Erwachsenen zu identifizieren ? Es ist schon traurig genug, daß sowas überhaupt passieren konnte.



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#53

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 22:50
von SET800 | 3.104 Beiträge

Halllo,
die Straße umbenennen, warum nicht? Aber NICHT nach Herrn MG! Wenn, dann nach einer der besonnenden Personen die die Wende im Herbst 1989 friedlich gehalten haben.
Ob nach den Kommandanten in Leipzig die Rückzug und diskrete Eigensicherung befahlen, von den Friedens- und Kirchenleuten die mit disziplinierten Ordnern die Staatssicherheitseinrichtungen vor unüberlegten Fanatikern schützten, die Parole ausgaben "keine Gewalt" oder nach dem Datum, Ort oder Befehlshabers des Zaunschneidens in Ungarn.



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#54

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 23:09
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von SET800 im Beitrag #53
Halllo,
die Straße umbenennen, warum nicht? Aber NICHT nach Herrn MG! Wenn, dann nach einer der besonnenden Personen die die Wende im Herbst 1989 friedlich gehalten haben.



Da bietet sich für Strausberg Herr Streletz ja geradezu an?

Zitat
Die Handlungen der obersten militärischen Führung der DDR im Herbst 1989 zur Gewährleistung der Gewaltlosigkeit
F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989


zuletzt bearbeitet 16.11.2014 23:28 | nach oben springen

#55

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 23:12
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #32
Was mich wundert: Warum ist noch niemand auf die Idee gekommen, die Böse-Brücke an der Bornholmer Straße umzubenennen? Immerhin hatte der Namensgeber der Brücke auch das falsche Parteibuch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_B%C3%B6se

Man könnte die Brücke doch einfach in Wolf-Biermann-Brücke umbenennen, weil der doch, wie wir seit 2009 wissen, gemeinsam mit Gauck und Merkel dort die Grenze geöffnet hat. [...]

Eine Umbenennung in "Harald-Jäger-Brücke" sollte 25 Jahre nach dem "Schlagbaumschwenk" eine weitläufige Zustimmung in Ost und West finden.

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
DoreHolm und bingernhier haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#56

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 23:20
von S51 | 3.733 Beiträge

Wozu eigentlich umbenennen?
Das verursacht vor allem doch Kosten. Bei der Änderung von Papieren, Änderung von Briefköpfen und so weiter. Ich sehe keine echte Notwendigkeit für so etwas. Der Name mag einigen suspekt sein. Okay, gilt das für die Mehrheit der Anrainer, ggf. Anwohner? Wenn ja, wäre das ein Argument dafür, wenn nein, eines dagegen. Denn die haben die Kosten. Allerdings haben störrige Namen den Vorteil, das man sich mit der Sache beschäftigt. Gerade in Zeiten eines beginnenden neuen kalten Krieges kann so etwas positiv dämpfend wirken. Weil so mancher Bilderstürmer dann womöglich seine Motive überdenkt. Ist er doch eigentlich auf eben diesem Gebiet nichts anderes als der Hr. Göring seinerzeit vielleicht war. Ein besonders gut und eifrig sein Wollender...
Einen M.G. als Alternative? Es heißt, "an ihren Freunden sollt ihr sie erkennen..." Haßgesteuerte Menschen als Vorbild?


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#57

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 23:24
von der glatte | 1.356 Beiträge

Es ist für mich auch etwas verwirrend wenn von einem "Kind" gesprochen wird. In anderen Artikeln, ich habe mich da eine gewisse Zeit eingelesen, beschreibt man den Flüchtling als hochgewachsene Person. Diese Person wird auch einmal mit 14 oder auch mit 15 Jahren angegeben. An der Gedenktafel am Invalidenfriedhof kommt man sogar mit dem Datum durcheinander, denn dort schreibt man vom 24.5.1962. Passiert ist aber alles am 23.5.1962. Auch mit der Uhrzeit gibt es Probleme und als Tatzeit gibt es 17:25 Uhr bis 17:35 Uhr alle Versionen.

Wichtig für mich sind auch die beiden Skizzen vom Tatort, einmal Westversion, einmal Ostversion. Da fällt mir sofort der große Unterschied des Flüchtlings beim Durchschwimmen des Kanals auf. Euch nicht?

Es wird auch immer von einem Abtreiben des offenbar schon Verletzten gesprochen. Aber in diese Richtung würde man gegen den Strom abtreiben! Da kann doch etwas nicht stimmen.

Hier einmal ein Foto von der Stelle am Westufer.



Fotoquelle: Privatarchiv

Gruß Reiner


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#58

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 23:33
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von S51 im Beitrag #56
Der Name mag einigen suspekt sein. Okay, gilt das für die Mehrheit der Anrainer, ggf. Anwohner?


Das sagt einer der Anwohner in einer Strausberg Gruppe:
Da schaut er nun ganz stolz in die Kamera, der Herr Reinhardt (JU) ! Ein Straßenschild hat er zugehängt, aber hallo!
Klar hat der P.Göring einen Flüchtling schwer verletzt. Und dann wurde er erschossen. Im Gegensatz zu verletzt geht da nix mehr zu heilen. Aber die JU hat das recht, sein Leben als lebensunwert zu betrachten. Gut daß jemand ein bissel Wertung und Ordnung da reinbringt.
Abgesehen davon ist seit Jahrhunderten klar - je mehr ein System umbenennt oder verfälscht, desto schwächer ist es vom Menschlichen her. Das hat nicht mit exekutiver oder militärischer Stärke zu tun.
Ob das jetzige doch bessere Gesellschaftssystem vielleicht mal mit einem bissel Nonchalance herangehen könnte an derlei Sachen? Also irgendwie muß ich doch an nie aussterbende albanische Blutrache denken.
Freilich alles umbenennen hat ja auch den Vorteil, daß es aus dem Gedächtnis schwindet. Auch das weiß man schon lange. Da können die Kinder schonmal keine dummen Fragen mehr stellen. Könnten auch ungeliebte Fakten zur Sprache kommen...


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#59

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 23:34
von B208 | 1.352 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #52
Zitat von B208 im Beitrag #41
Er war also , lt DDR Gesetztgebung , im Recht auf ein schwimmendes Kind in Richtung WB zu schießen .
Ist dies so richtig ?



Grün: Bei Gericht wird sowas, was Du schreibst, als Suggestivfrage bewertet und die ist, wenn ich richtig informiert bin, nicht zugelassen. Komme doch nicht mit dem Todschlagargument von "Recht, auf ein Kind zu schießen". Natürlich hatte er nicht das Recht, es war ihm sogar verboten, wenn er den GV als Kind erkannte. Mit 14 zählt ein Mensch bekanntlich nicht mehr als Kind und das Thema hatten wir hier schon lang und breit vor einiger Zeit diskutiert (Schusswaffengebrauchsbestimmung). Du bist natürlich zweifelsfrei in der Lage, eine schwimmende Person als Kind oder Jugendlichen bzw. Erwachsenen zu identifizieren ? Es ist schon traurig genug, daß sowas überhaupt passieren konnte.



@DoreHolm

Hr. Göring sehe ich durchaus als Opfer der Grenze. Er ist bei seiner Aktion zu weit gegangen, hat auch Befehle und Weisungen mißachtet aber weder konnten ihm Treffer beim Flüchtling zugeordnet werden noch dass er bewußt gegen zu seiner Zeit für ihn geltendes Recht verstieß.

So der Text von S51 !!!!


Daraufhin meine Frage !!!!!

Er war also , lt DDR Gesetztgebung , im Recht auf ein schwimmendes Kind in Richtung WB zu schießen .
Ist dies so richtig ?

Nicht mehr und nicht weniger !!
Ich stehe hier auch nicht vor einem Gericht .
Und ich schreibe auch nicht über ein Totschlagargument .

Ich Frage ob ich es richtig verstanden habe , dass er nach damals geltendem DDR Recht gehandelt hat !!!!!!!

Was bitte war daran so schwer zu verstehen .


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#60

RE: Aus Peter-Göring-Straße soll Michael-Gartenschläger-Straße werden

in Grenztruppen der DDR 16.11.2014 23:44
von der glatte | 1.356 Beiträge

Ich denke um die Situation damals neutral bewerten zu können, fehlen wichtige Infos zur Person W. T. selbst. Zum Motiv für die Flucht wird immer wieder offiziell die Verweigerung der Schule, ihm wurde nicht erlaubt die EOS zu besuchen, angegeben. Ein Grund für solch eine Handlung? Ist mir zu wenig. Aber gut. Er fuhr also am 23. Mai 1962 von Erfurt nach Berlin. Allein, als Kind oder auch Jugendlicher. Kauft sich am Ostbahnhof noch einen Stadtplan von Ostberlin und geht dann spontan zur Grenze am Invalidenfriedhof und springt ins Wasser. Könnte das wirklich so gewesen sein? Was wollte er in Westberlin? Er hatte dort keine Angehörigen, er hatte später dort einen Vormund Warum wählte er gerade Berlin zur Flucht aus, er kam aus Erfurt?

So, der offizielle Hergang.

Gruß Reiner


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