#61

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 18.11.2014 12:14
von Barbara (gelöscht)
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Wir sind ja im Jahr 82. Und da finde ich es schon interessant, ob und wie solche Modelle hinter den Kulissen durch gespielt wurden. Eine sozial-liberale Regierung, unter der das Zürcher Modell ja offenbar angedacht wurde, wäre damit immerhin der Brandt'schen Vision "Wandel durch Annäherung" gefolgt.
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#62

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 18.11.2014 13:00
von Vierkrug (gelöscht)
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Zitat von Barbara im Beitrag #61
Wir sind ja im Jahr 82. Und da finde ich es schon interessant, ob und wie solche Modelle hinter den Kulissen durch gespielt wurden. Eine sozial-liberale Regierung, unter der das Zürcher Modell ja offenbar angedacht wurde, wäre damit immerhin der Brandt'schen Vision "Wandel durch Annäherung" gefolgt.
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@Barbara - danke für den Link im Beitrag # 57. Er macht u.a. deutlich, dass die HA XVIII zu jeder Zeit mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation in der DDR nicht nur vertraut war, sondern auch Lösungswege aufzeigte. Es war manchmal schon deprimierend, zu sehen und zu erkennen, dass sich der Tod schleichend auf Raten vollzog. Aber es war immer noch Hoffnung vorhanden.
Die neue Ostpolitik der von der SPD geführten sozial-liberalen Regierung unter Willy Brandt, wie auch das Positionspapier SPD - SED, führten zu Annäherungen zwischen beiden deutschen Staaten, auch wenn die Wiedervereinigung noch nicht auf der Tagesordnung stand und öffentlich publiziert wurde. Auch die spätere Kohl-Regierung beackerte den bereiteten Boden und pflegte die Saat, die zwischenzeitlich aufgegangen war. Ihre Protagonisten waren Wolfgang Schäuble, Rudolf Seiters und Horst Teltschik.
Irgendwann war auch der DDR-Führung klar, dass wir den Wettlauf mit dem kapitalistischem Nachbarn verloren haben und es nur noch um das nackte Überleben der DDR ging. Daran ändern auch solche Aussagen, wie, "den Sozialismus im seinem Lauf, halten weder Ochs oder Esel" auf", nichts.
Die Führung der Sowjetunion, verfolgte sehr argwöhnisch diesen Prozeß der Annäherung und sah dabei die Gefahr, ihren Faustpfand in der Außenpolitik, die "Lösung der deutschen Frage" zu verlieren. Neben ihren gravierenden wirtschaftlichen Problemen, hätte sie auch außenpolitisch ein neues Problem gehabt. Deshalb verhinderte man mit allen Mitteln jeden Versuch seitens der DDR der Annäherung gegenüber der BRD.
@Sicherheitsrisiko - wenn ich von allen Ebenen spreche, so meine ich damit auch, dass es bei aller Gegensätzlichkeit, bis in die Führungsspitzen beider deutscher Staaten ging. Schäuble, Seiters und Teltschuk waren ja keine "Pappenheimer" im damaligem Gefüge.
Der Begriff Konföderation (lateinisch confœderatio, von foedus, -eris, ‚der Bund‘) bezieht sich - laut Wiki - auf einen vertraglichen Zusammenschluss selbständiger Einheiten, die nach außen hin gemeinsam auftreten, ihre Souveränität aber beibehalten. Er wird allgemein mit einem höheren Grad an Selbständigkeit der Teileinheiten konnotiert, als dies bei einer Föderation der Fall ist. Folglich ist der Begriff der Konföderation wesentlich von dem des Bundesstaates abzugrenzen, da diese sich ihre Zuständigkeiten nicht aus eigener Machtfülle zuteilen kann (Kompetenz-Kompetenz). Die Konföderation ist somit eher eine Dachorganisation mehrerer Staaten oder Institutionen.
Sicherlich für manche User aus den "alten Bundesländern" der Gedanke nicht nachvollziehbar, da sie mit ihrem förderalem System aufgewachsen sind.

Mir ist zugleich auch bewußt, dass diese angestrebte Konförderation, dass das zeitweilige Nebeneinander zweier verschiedener politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Systeme nur für einen bestimmten Zeitraum ins Auge gefasst werden konnte. Irgendwann hätte der wirtschaftlich stärkere Part, den Schwächeren geschluckt. Zumindest war es eine Option, die aber nicht zum Tragen kam, denn die Ereignisse des Herbstes 1989, wie auch das Tempo der Entwicklungen überrollten beide Seiten. Wenn und aber bringt heute nichts. Die Einheit ist gesamtstaatlich vollzogen, auch wenn noch nicht in allen Köpfen. Auch das ist eine Frage der Zeit, denn die nächsten Generationen werden dann zurückschauend, diese Prozesse ohnehin nicht mehr in ihre Betrachtungen einfliessen lassen, denn es ist dann schon ein Teil der gesamtdeutschen Geschichte.

Soweit erst einmal
Vierkrug


furry, DoreHolm und Telamon haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#63

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 18.11.2014 13:06
von schnatterinchen (gelöscht)
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Was im Westen Wandel durch Annäherung genannt wurde ,hieß im Osten Aufweichung der DDR durch den Westen .
Nur wirtschaftliche Notwendigkeiten ließen es überhaupt zu , das es soweit kommen konnte.
Endergebnis, Machtverlustes der SED.


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#64

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 18.11.2014 13:18
von damals wars | 12.113 Beiträge

Ach Schnattchen, Wandel durch Annäherung hieß im Osten Aggression auf Filzlatschen.
Hast Du bei Günter M . Auf dem Schoß gesessen?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#65

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 18.11.2014 13:19
von schnatterinchen (gelöscht)
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....... hieß das nicht "Konterrevolution auf Filzlatschen"?
Diese Bemerkung von Otto Winzer zeigt doch schon in den 60ern, daß man sich im klaren war , das eine ständig fortschreitende Annäherung der beiden deutschen Staaten und ihrer Menschen unweigerlich zum Untergang der DDR und zum Machtverlust der SED führen würde.


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.11.2014 13:43 | nach oben springen

#66

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 18.11.2014 19:58
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #51
Zitat von frank im Beitrag #35
[quote=schnatterinchen|p411174]Also ich habe die DDR nur als einen dahinsiechendes Land erlebt , dessen Entwicklung mit oder ohne DM Milliarde nur eine Richtung kannte. Richtung Orcus.
Als Uniformträger hatte man da eventuell ein anderes Bild.[/quote
mich würde mal brennend interessieren seit wann du dir bewusst warst, das es mit der DDR bergab ging ?
mit der Muttermilch?
rot Mark : ja völlig richtig ,da habe ich eine etwas andere Sicht der Dinge.
mit solchen Zeitgenossen, wird einem wohl zu keiner Zeit und in keinem Land dieser Erde , ein Blumentopf gereicht .




Hallo @frank ,

Ich habe die letzten Jahre der DDR , in und um Leipzig Löcher in die Erde gebohrt um zu prüfen welche Ausmaße die Verseuchung durch Industrie und Militär angenommen hatte. Dadurch sah ich viele Betriebe von innen und konnte mit den Leuten dort sprechen. Es war überall das Selbe. Es wurde auf Verschleiß gewirtschaftet und den Leuten war alles egal.
Was ich da zu sehen bekam, kann man nur als Niedergang bezeichnen, da war nichts mit Entwicklung zum Positiven.
Ich weiß nicht als was du tätig warst und wo du gewohnt hast , aber mich würde interessieren wo du damals eine positive Entwicklung erkennen konntest?


nun, nach der Wende kamen Viele in Wohnungen um Schimmelbefall zu dokumentieren .
dieses dürfen sie gerne im Jetzt auch noch tun .(Verseuchung von Industrie und Militär natürlich inbegriffen )
zweites rot Mark :
hier passiert im `Grossen und Ganzen` auch nichts anderes in Sachen Quantität ?
in Sachen Qualität kann und werde ich mich nicht deiner Meinung anschliessen.
man hat zwar in der DDR so zu sagen aus `Scheisse` Bonbon gemacht , aber wie man heute sieht, hat der reichere Bruder auch nur mit Wasser gekocht .
ich habe mit Sicherheit mehr DDR - Betriebe von innen gesehen als Du und kann mich nicht erinnern das es den Kollegen egal war was sie produzierten ???
das ich die DDR positiv gesehen habe ist wohl anhand meines Profil unschwehr zu erkennen , war aber nicht meine Frage .
keiner konnte den Zusammenbruch der DDR voraussehen , zumindest nicht zu jener Zeit .



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#67

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 18.11.2014 20:47
von Gelöschtes Mitglied
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1989 im Frühjahr war der Antrieb unserer Schranke am Werktor Kraftwerk Lübbenau defekt, ich durfte sie reparieren, da fragt mich doch so ein Wachit, ob die Lage im Werk wirklich so schrecklich wäre. Ja sag ich, aber unser roter Stern über dem Werktor leuchtet jeden Tag! (Bei Planübererfüllung) Unser Kraftwerk wurde auf Verschleiß gefahren, was nur eben ging, die Filteranlagen waren zwar eingeschalten, aber in einem jämmerlichen ungewarteten Zustand. Mich hat noch so ein VP Hauptmann angesprochen, ob ich denn nicht bei der VP anfangen möchte, ich grad von der Grenze wieder gekommen und hatte absolut keinen Bock auf Uniform.
Im Dezember 89 hab ich den Stern abklemmen dürfen, da fragt mich der selbe Wachit doch ob der nochmal angeschlossen wird - ich innerlich ablachend aber ernst zu ihm: Ich denke mal nicht. Der Hauptmann war auch anwesend und ich sagte ihm: nun verstehen Sie mich, warum ich damals Ihr Angebot abgelehnt habe? - dies bejahte er.

Wenn ich heute Videobeiträge aus den Chemiebuden um Halle sehe, da kommt mir das kotzen. In Bitterfeld meuterte sogar die Stasiangehörigen gegen die extremen Umweltverschmutzungen. Wir waren nicht nur einen Schritt vor dem Abgrund, sondern 2 Schritte voraus.

Aber wir (die DDR) hatten ja noch 20! Tonnen Goldreserve


Telamon hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#68

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 18.11.2014 21:39
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von AkkuGK1 im Beitrag #67
Aber wir (die DDR) hatten ja noch 20 Tonnen Goldreserve
Nur? (www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Goldreserven)

Interessant in diesem Zusammenhang die Antwort auf eine Anfrage von Erika Steinbach ...
In welcher Höhe hat die Bundesrepublik Deutschland im Zuge der deutschen Wiedervereinigung Goldreserven der DDR (von SED-Parteiorganen oder Staatsorganen) übernommen? (http://dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP17/473/47311.html)
Im Anhang der entsprechende Auszug aus dem Antwort-PDF von 2012 (BT-Drucksache 17/10606, Antwort Nr. 39).


Dateianlage:

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 18.11.2014 21:42 | nach oben springen

#69

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 18.11.2014 22:07
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #51
Zitat von frank im Beitrag #35
[quote=schnatterinchen|p411174]Also ich habe die DDR nur als einen dahinsiechendes Land erlebt , dessen Entwicklung mit oder ohne DM Milliarde nur eine Richtung kannte. Richtung Orcus.
Als Uniformträger hatte man da eventuell ein anderes Bild.[/quote
mich würde mal brennend interessieren seit wann du dir bewusst warst, das es mit der DDR bergab ging ?
mit der Muttermilch?
rot Mark : ja völlig richtig ,da habe ich eine etwas andere Sicht der Dinge.
mit solchen Zeitgenossen, wird einem wohl zu keiner Zeit und in keinem Land dieser Erde , ein Blumentopf gereicht .




Hallo @frank ,

Ich habe die letzten Jahre der DDR , in und um Leipzig Löcher in die Erde gebohrt um zu prüfen welche Ausmaße die Verseuchung durch Industrie und Militär angenommen hatte. Dadurch sah ich viele Betriebe von innen und konnte mit den Leuten dort sprechen. Es war überall das Selbe. Es wurde auf Verschleiß gewirtschaftet und den Leuten war alles egal.
Was ich da zu sehen bekam, kann man nur als Niedergang bezeichnen, da war nichts mit Entwicklung zum Positiven.
Ich weiß nicht als was du tätig warst und wo du gewohnt hast , aber mich würde interessieren wo du damals eine positive Entwicklung erkennen konntest?


Pink: Wo Du Recht hast, hast Du Recht. Es wurde auf Verschleiß gefahren. Die Bettdecke war überall zu kurz. Dazu kommt, daß wohl der größere Teil unserer Rohstoffe direkt oder indirekt aus dem NSW kamen. Es ist schon erstaunlich, wie dennoch Vieles gangbar gemacht wurde, um den Bedarf unserer Kunden zu befriedigen. Da diese erfahrungsgemäß immer nur ca. 90 % ihres Bedarfs bekamen, wurde für das nächste Jahr eben 110% beantragt. Bekamen sie dann, oh Wunder, ihre bestellte Menge, hoben sie die Hände und stornierten. Das wiederum brachte unsere Planung durcheinander und schlaflose Nächte unseres Chefs, die daraus resultierende Planuntererfüllung dem Bezirksorgan und dem Kombinat plausibel zu vermitteln.
Wir verarbeiteten jährlich mehrere tausend Tonnen organische Lösungsmittel. Demnach waren dann die Bodenwerte, als nach Übernahme durch unseren Konzern dieser untersucht wurde. Von Erdabtrag bis monatelanger Einpressung von Druckluft in über das gesamte belastete Gelände eingebrachten Bohrlöchern war alles dabei. nun, vielen war es egal, so lange ihr Lohn und die Jahresendprämie stimmten, aber ebenso viele versuchten eben, das Beste für unsere Firma zu machen, insbesondere eben die Fachbereichsleiter und andere Mitarbeiter sowie auch engagierte Arbeiter.



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#70

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 19.11.2014 02:01
von StabsfeldKoenig | 2.620 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #11
Zitat von B208 im Beitrag #4
Der Sch-G wird oft von einigen DDR Bürger als negativ Figur dargestellt .
Aber hatte er nicht einen grossen Anteil am Überleben der DDR ? Auch durch diesen Bankenkredit ?


Können wir uns darauf einigen, dass seit fast 25 Jahren die DDR Geschichte ist?

Somit gibt es auch heute keine DDR-Bürger mehr, eventuell noch ehemalige.

Na ja, wird schon noch.

Gruß Reiner



In keinem ernst zu nehmenden Schriftstück habe ich von "ehemaligen Römern" oder "ehemaligen Wickingern" gelesen. Deshalb sollten wir in diesem Forum den von den "Trizonesiern" verordneten Neusprech vermeiden. Und wenn jemand aus Angst davor, daß die DDR wieder aufersteht, diesen neusprech verordnet, so wünsche ich ihm, daß er mit seiner Angst recht hat. Ich werde tuen, was mir möglich ist, um seine Angst zu rechtfertigen.



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#71

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 19.11.2014 09:52
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #62

(..................................
@Barbara - danke für den Link im Beitrag # 57.
Er macht u.a. deutlich, dass die HA XVIII zu jeder Zeit mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation in der DDR nicht nur vertraut war, sondern auch Lösungswege aufzeigte. ..........................................................)

Soweit erst einmal
Vierkrug



Die Äusserungen Mielkes weisen durchaus auf Probleme der DDR Planwirtschaft hin , er benennt auch die vermeintlich "Schuldigen", nämlich ausnahmslos den Klassenfeind.
Lösungswege die das MfS aufgezeigt haben soll , sind jedoch nicht zu erkennen.


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#72

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 19.11.2014 10:04
von Vierkrug (gelöscht)
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Da habt ihr aber sehr viel Zeit benötigt, um eine entsprechende Reaktion hier zu etablieren. Eigentlich müßten ja die Einschätzungen der HA XVIII zur Lage in der DDR-Volkswirtschaft bekannt sein. Sie sind u.a. auch in den Dokumentationen der BStU nachlesbar, falls die Quellen ausgegangen sind.

Mein Tipp - Suche und du wirst finden - nein bei Enten heißt es ja anders, gründele weiter fleißig im Schlamm und mache dabei das Gefieder nicht schmutzig.

Vierkrug


Pitti53, passport und frank haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#73

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 19.11.2014 10:14
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ja klar ,die Lage war bekannt. War aber auch kein Kunststück das rauszufinden.
Aber wo sind die viel gepriesenen Lösungsvorschläge des MfS in diesem Link??


zuletzt bearbeitet 19.11.2014 11:20 | nach oben springen

#74

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 19.11.2014 13:46
von Barbara (gelöscht)
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#62 Vierkrug

"Positionspapier SPD - SED"

------------------------------------------------------

Das hat mich aber nun doch interessiert, denn ich wusste nicht, dass es sowas gab.

Der Spiegel schreibt in 2007 dazu:


"Das war schon ein seltsamer Morgen, damals am 28. August 1987 in Ost-Berlin. Welchem Kiosk die Bürger der "Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik" auch zustrebten, ab 9 Uhr gelang es ihnen nicht mehr, an ein Exemplar des "Neuen Deutschland", des Organs des Zentralkomitees der SED, zu gelangen. Die Ausgabe von diesem Tag war restlos ausverkauft. "

(Das o.g. Positionspapier war in der DDR und der BRD erschienen)

"Die Herren Brandt und Honecker hatten 1983/84 nichts dagegen, dass sich ihre Theoretiker von Fall zu Fall zusammensetzten. Der eine, Brandt, war als Chef einer Oppositionspartei froh, wenn er aparte Aktivitäten überhaupt vermelden konnte. Der andere, Honecker, war in jenen Jahren eifrig darum bemüht, durch deutsch-deutsche Umtriebigkeiten Prestigepunkte für sich und den von ihm repräsentierten Staat zu sammeln. Doch besonders ernst nahmen sie die Diskussionsrunde ihrer Parteidenker im Übrigen nicht. Auch Honecker ließ sie über die Jahre bemerkenswert ungestört machen; als rundum willenslose Marionetten agierten die Vertreter der ostdeutschen "Akademie für Gesellschaftswissenschaften" in der Runde mit den Repräsentanten der "SPD-Grundwertekommission" jedenfalls nicht."

" ... und plötzlich war der Geist aus der Flasche

Denn die Grundwertetheoretiker der SPD hatten ebenfalls Formulierungen zur universell gültigen Diskussions- und Informationsfreiheit durchgedrückt, auf die sie bis heute - mit einigem Recht - stolz sind und auf die sie sich immer dann - ebenfalls mit Recht - berufen, wenn ihnen pure Anpassung oder törichte Naivität gegenüber den Kommunisten vorgeworfen wird. Die entscheidende Passage lautete:

"Die offene Diskussion über den Wettbewerb der Systeme, ihre Erfolge und Misserfolge, Vorzüge und Nachteile, muss innerhalb jedes Systems möglich sein. Wirklicher Wettbewerb setzt sogar voraus, dass diese Diskussion gefördert wird und praktische Ergebnisse hat. (...) Dazu müssen die Staaten in beiden Systemen entsprechend der KSZE-Schlussakte auf ihrem Territorium die Verbreitung von periodisch und nichtperiodisch erscheinenden Zeitungen und gedruckten Veröffentlichungen aus den anderen Teilnehmerstaaten erleichtern."

Immer noch verblüffend ist, dass auf der Politbürositzung Ende Juli 1987, die dem Papier das Plazet gab, allein der frühere DDR-Minister und Ulbricht-Freund Alfred Neumann deutlich darauf hinwies, in welche Bredouille diese Passagen die SED fortan bringen würden, zumal der Text im "Neuen Deutschland" erschien, also dadurch parteioffiziellen Legitimationscharakter trug.

Oppositioneller Kobold entschlüpft

Neumann behielt Recht. Die Flasche war geöffnet, der Geist entschlüpft; und die Herrschenden bekamen das oppositionelle Gespenst nicht mehr fest zu fassen. ....."

-------------

Hier ist der gesamte Spiegel-Artikel, aus dem ich oben zitiert habe.Er beinhaltet auch die Reaktionen des rechten Flügels der SPD sowie CDU, die nicht über die Aktionen der SPD-Grundwertekommission mit einem solchen Ergebnis erfreut waren.

http://www.spiegel.de/einestages/das-sed...r-a-947080.html

------------------

Und hier ist das Positionspapier im vollen Wortlaut - schon ganz schön erstaunlich, was die da aufgeschrieben und veröffentlicht haben, meine ich:


"Der Streit der Ideologien und die gemeinsame Sicherheit"

http://library.fes.de/library/netzquelle.../verfemte_4.pdf
.


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#75

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 19.11.2014 13:53
von Barbara (gelöscht)
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Zu den Überlegungen einer möglichen Konförderation der beiden deutschen Staaten gibt es im Literaturverzeichnis des obigen BSTu-Links diesen Verweis:



knapp 40 EUR bzw. 30 EUR digital - deutlich teuer :-)

https://www.christoph-links-verlag.de/in...=1&titel_id=607
.


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#76

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 19.11.2014 15:57
von Vierkrug (gelöscht)
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Alfred Neumann der "Poltergeist" im Politbüro !!! Er war einer der Hauptakteure für die Inangriffnahme und Durchsetzung des Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung (NÖSPL). Er stand in inhaltlichen und konzeptionellen Fragen auf der Seite Ulbrichts. Er unterschrieb auch nicht die geheime "Bitte" an die sowjetische Führung um Ablösung von Walter Ulbricht. Das hat E. H. ihm nie verziehen. Neumann blieb bis zum Ende in der Parteiführung ein unbequemer Gegenpart Honeckers, was er aber nie in der Öffentlichkeit zeigte.
OT
Mein Vater erzählte viel aus der gemeinsamen Zeit mit dem "Großen" in den Interbrigaden im Spanienkrieg. Sie gingen im Anschluß von der großen Abschlußparade in Barcelona gemeinsam nach Frankreich und kamen nach ihrer Verhaftung in die französische Internierung. Von dort wurden sie vom Vichy-Regime an Nazideutschland ausgeliefert. Nach Hochverratsprozeß und Zuchthaus dann Strafbataillon.

So nun weiter in der eigentlichen Thematik.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 19.11.2014 15:58 | nach oben springen

#77

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 19.11.2014 17:03
von schnatterinchen (gelöscht)
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Wann war NÖSPL spätestens tot? War Neumann beim MfS?


zuletzt bearbeitet 19.11.2014 17:04 | nach oben springen

#78

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 28.11.2014 02:08
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #77
Wann war NÖSPL spätestens tot? War Neumann beim MfS?






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#79

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 28.11.2014 10:28
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #77
Wann war NÖSPL spätestens tot? War Neumann beim MfS?



Lila: Weiß Schnatterinchen eigentlich, was das NÖSPL beinhaltet ? Und was hat es damit zu tun, ob Neumann beim MfS war ? Riecht mir nach Totschlagargument. Die hatten alle mit dem MfS zu tun wie jeder Leiter, egal ob Industrie oder behörden, ab einen bestimmten Verantwortungsebene.



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#80

RE: Der Milliardendeal - Strauss und die DDR

in Leben in der DDR 28.11.2014 10:42
von Regina | 643 Beiträge

Zitat von AkkuGK1 im Beitrag #67
1989 im Frühjahr war der Antrieb unserer Schranke am Werktor Kraftwerk Lübbenau defekt, ich durfte sie reparieren, da fragt mich doch so ein Wachit, ob die Lage im Werk wirklich so schrecklich wäre. Ja sag ich, aber unser roter Stern über dem Werktor leuchtet jeden Tag! (Bei Planübererfüllung) Unser Kraftwerk wurde auf Verschleiß gefahren, was nur eben ging, die Filteranlagen waren zwar eingeschalten, aber in einem jämmerlichen ungewarteten Zustand. Mich hat noch so ein VP Hauptmann angesprochen, ob ich denn nicht bei der VP anfangen möchte, ich grad von der Grenze wieder gekommen und hatte absolut keinen Bock auf Uniform.
Im Dezember 89 hab ich den Stern abklemmen dürfen, da fragt mich der selbe Wachit doch ob der nochmal angeschlossen wird - ich innerlich ablachend aber ernst zu ihm: Ich denke mal nicht. Der Hauptmann war auch anwesend und ich sagte ihm: nun verstehen Sie mich, warum ich damals Ihr Angebot abgelehnt habe? - dies bejahte er.

Wenn ich heute Videobeiträge aus den Chemiebuden um Halle sehe, da kommt mir das kotzen. In Bitterfeld meuterte sogar die Stasiangehörigen gegen die extremen Umweltverschmutzungen. Wir waren nicht nur einen Schritt vor dem Abgrund, sondern 2 Schritte voraus.

Aber wir (die DDR) hatten ja noch 20! Tonnen Goldreserve

Hallo,
ich kenne Bitterfeld nur als Kind. Fand damals die Umweltverschmutzung schon sehr schlimm



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