#81

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 16.02.2015 11:12
von elcramo | 64 Beiträge

Nachts war bei uns ein Postentreff fast nicht möglich, da wir meist nur 2 bis 4 Postenpaare draußen hatten und die ganz relativ weit voneinander entfernt eingesetzt waren. Als Kommandeur GSi habe ich versucht, die WR-Zeiten der Posten so zu legen, dass sich nicht alle Postenpaare sich mit einmal melden mussten und die Zeitabstände nicht zu groß wurden. So habe ich auch der Müdigkeit, die mich auf der Füst befallen konnte entgegen gewirkt.
Zur Gefährlichkeit. Wachsam sind alle meist durch ein Vorkommnis oder eine Lage geworden. Z.B. abgängige Russen, Fernaufklärer aus Mühlhausen, die manchmal wochenlang gesucht wurden oder der fahnenflüchtige Unteroffizier aus Neustrelitz, der in Eigenrieden eine Zivilperson erschoss und glücklicherweise festgenommen wurde, bevor er nachts im Bereich Hildebrandshausen den Durchbruch versuchen konnte. Oder der Skoda-Fahrer der im Bereich Sandkopf - Bebendorf/Döringsdorf um ein Haar fast 2 x einen Grenzposten (unterschiedliche), der ihn anhalten wollte, überfahren hätte. Und natürlich allein die 4 verhinderten Grenzdurchbrüche und eine Fahnenflucht während meiner Zeit von 86 - 89.
Und das war nur im Bereich der 2.GK/1.GB/GR-1 Hildebrandshausen.
Jeder, der sich einredet, dass es ungefährlich war, lebte leichtsinnig und realtätsfern.


Winch, 94, Ameise und OfwWaGF haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.02.2015 11:13 | nach oben springen

#82

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 16.02.2015 12:06
von Heimgänger 80 | 69 Beiträge

Zitat von elcramo im Beitrag #81
Nachts war bei uns ein Postentreff fast nicht möglich, da wir meist nur 2 bis 4 Postenpaare draußen hatten und die ganz relativ weit voneinander entfernt eingesetzt waren. Als Kommandeur GSi habe ich versucht, die WR-Zeiten der Posten so zu legen, dass sich nicht alle Postenpaare sich mit einmal melden mussten und die Zeitabstände nicht zu groß wurden. So habe ich auch der Müdigkeit, die mich auf der Füst befallen konnte entgegen gewirkt.
Zur Gefährlichkeit. Wachsam sind alle meist durch ein Vorkommnis oder eine Lage geworden. Z.B. abgängige Russen, Fernaufklärer aus Mühlhausen, die manchmal wochenlang gesucht wurden oder der fahnenflüchtige Unteroffizier aus Neustrelitz, der in Eigenrieden eine Zivilperson erschoss und glücklicherweise festgenommen wurde, bevor er nachts im Bereich Hildebrandshausen den Durchbruch versuchen konnte. Oder der Skoda-Fahrer der im Bereich Sandkopf - Bebendorf/Döringsdorf um ein Haar fast 2 x einen Grenzposten (unterschiedliche), der ihn anhalten wollte, überfahren hätte. Und natürlich allein die 4 verhinderten Grenzdurchbrüche und eine Fahnenflucht während meiner Zeit von 86 - 89.
Und das war nur im Bereich der 2.GK/1.GB/GR-1 Hildebrandshausen.
Jeder, der sich einredet, dass es ungefährlich war, lebte leichtsinnig und realtätsfern.



Ich bleibe dabei, als gefährlich für mein Leben habe ich den Dienst an der Grenze nicht empfunden.


Signatur ->
Der größte Mangel eines Menschen ist und bleibt der Informationsmangel.
Ich bin nur dafür verantwortlich, was ich sage bzw. schreibe - nicht dafür, was andere verstehen!


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#83

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 17:57
von OfwWaGF | 33 Beiträge

Wenn ich auf dem BT9 war, durfte mein Posten sich hinlegen und "dösen", DENN zum Einen hatte ich nicht vor, fahnenflüchtig zu werden, zum Anderen war da oben ja die Gefahr minimiert und außerdem war mein Posten immer der Kraftfahrer (in der Zeit, wo wir noch III.GB waren). Es wäre ja unverantwortlich gewesen, wenn mein Kraftfahrer nachts 8 Stunden die "Action" in der Lärchenfeldsiedlung beobachtet und dann auf der Rückfahrt mit 16 Mann auf dem LO eingepennt wäre, oder?
Wenn wir Fahndungen nach GSSD-Leuten erhielten, hatten die meisten Posten von meinem Aufzug nach dem Absetzen im Postenbereich immer einen "kalten" im Lauf. Und dann noch Neumond......
Ich glaube auch nicht, dass es ungefährlich war, denn kennt ihr noch den Spruch über GV's...... " Wenn jemand die Grenze durchbrechen will, hat er mit allem abgeschlossen und nichts zu verlieren". Wenn man diesen Spruch im Hinterkopf hatte, ist man sicher anders in den Dienst gegangen.....
Zum Thema Posten treffen ich im Abschnitt... Wir hatten einen Grenzabschnitt von ca 21km. Da war manchmal nur ein Posten mit Krad und ein Posten zu Fuß (in der Nähe der GK) unterwegs. Sich da zu treffen, wäre anstrengen gewesen.


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#84

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 18:53
von B Man | 193 Beiträge

Moin

Wie real war die Gefahr wirklich auf Fahnenflüchtige GSSD Angehörige zu treffen ?

Hat man das nicht eher dazu genutzt den Grenzern Angst / Wachsamer zu machen ?

Was ich bis jetzt über geflüchtete GSSD Soldaten gelesen habe waren das meist junge Wehrpflichtige die einfach nur nach Hause wollten.
Ohne Vorstellung wo sie eigentlich wirklich waren. Vorm Klassenfeind hatten die genauso viel Angst wie vor ihren Vorgesetzten. Eine Flucht in Richtung Westen war eigentlich eher unwahrscheinlich.


Gruss Andreas
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#85

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 19:17
von Moskwitschka | 2.533 Beiträge

Hier mal eine Antwort von KaPe :

Zitat von Rainman2 im Beitrag RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten
Hallo zusammen,

ich kann nicht bestätigen, dass die Fahndungsmeldungen gegenüber Soldaten der GSSD (Gruppe der sowj. Streitkräfte in Deutschland) auch eingesetzt wurden, um die Wachsamkeit zu erhöhen. Diese Meldungen waren echt. Die DDR-Führung war nicht daran interessiert, dass ein schlechtes Bild der sowjetischen Streitkräfte in der DDR entsteht. Wäre es also um die Wachsamkeit gegangen, dann hätte man sich ein anderes Objekt gesucht, als den "Großen Bruder". Die Fahnenfluchten wurden generell ernst genommen, da kaum absehbar war, in welche Richtung der Fahnenflüchtige fliehen wollte. Die meisten wollten Richtung Heimat. Aber die Fahndungen gingen aber alle raus, auch an die Grenztruppen.

Es wurde auch informiert, wenn die Fluchtrichtung bekannnt war. 1983 kam die Meldung, dass ein Fahnenflüchtiger in Richtung Meiningen unterwegs war, damit war auch unser Abschnitt in seiner Bewegungsrichtung. Es kam der Befehl: Grenzdienst mit Stahlhelm. Wenn ich ein Wort für die Stimmung in der Kompanie an diesem Tag wählen sollte, würde ich mich für bedrückend entscheiden. Alle sprachen nur das Notwendigste, keiner wollte auch nur ungefähr zeigen, was er dachte oder fühlte. Ich war zu diesem Zeitpunkit gerade zur Kompanie versezt worden. Der alte Politstellvertreter, den ich ablösen sollte, war noch im Amt. Ich hatte kaum Grenzdiensterfahrung. Ich erinnere mich an eine Angespanntheit. Angst war es, glaube ich, nicht. Dazu war ich wahrscheinlich wirklich noch "zu grün". Am nächsten Tag kam dann die Information, dass eine sowjetische Spezialeinheit den Fahnenflüchtigen in der Nähe von Meiningen "gestellt hatte". Mehr Information dazu gab es nicht. Die Auskunftsbereitschaft der Waffenbrüder endete meist, wenn die Situation "bereinigt" war.

ciao Rainman2


EDIT Fahnenfluchten russischer Soldaten


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

B Man hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.04.2016 19:20 | nach oben springen

#86

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 19:19
von Pit 59 | 10.165 Beiträge

Moin

Wie real war die Gefahr wirklich auf Fahnenflüchtige GSSD Angehörige zu treffen ?

Hat man das nicht eher dazu genutzt den Grenzern Angst / Wachsamer zu machen ?..................................................


1.Nie was davon gehört,keinen einzigen Russen gesehen
2.Wenn die gewusst hätten wie wir Ihre Grenze sichern,die wären Wahnsinnig gewurden


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#87

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 19:21
von der alte Grenzgänger | 1.011 Beiträge

Zitat von B Man im Beitrag #84

..Eine Flucht in Richtung Westen war eigentlich eher unwahrscheinlich.


Wieso ?
Sollten die Jungs sich durch Polen in die Heimat, dort vielleicht bis zum Ural oder weiter durchschlagen?
Als Fahnenflüchtlinge?

Ich denke, die einzige Chance war Richtung Westen...

Siggi


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#88

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 20:09
von Hanum83 | 4.815 Beiträge

Ich glaub mal nicht das die scharf darauf waren in ihre Heimat zu gelangen.
War wohl auch bei denen so, Dienst nähe BRD letzte Chance auf Zug Freiheit.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.04.2016 20:10 | nach oben springen

#89

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 20:15
von TAO | 232 Beiträge

Zitat von B Man im Beitrag #84

Moin

Wie real war die Gefahr wirklich auf Fahnenflüchtige GSSD Angehörige zu treffen ?




Hatte so ein Muschkote im Normalfall überhaupt ne Ahnung, wie der Grenzbereich insgesamt gesichert bzw. unerkannt zu überwinden war? Als DDR- Mensch wußte man ja kaum was. Wie sollte es denn jemand aus der SU wissen? Mit Waffengewalt durchschlagen halte ich da auch für etwas aussichtslos. Man musste ja davon ausgehen, dass die Grenzabschnitte bei flüchtigen Rotarmisten noch mehr bewacht wurden.


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#90

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 20:21
von damals wars | 12.219 Beiträge

Zumindest war uns bewusst, das es einen relativ sorglosen Umgang mit Bewaffnung und Munition bei der Sowjetarme
gab. Daher das hämische Lachen, wenn die Meldung kam: Mit Waffe,aber ohne Munition.
Und das ein Menschenleben für einen Bewaffneten nicht sehr viel zählte, war uns auch klar.
Inwieweit ein Wissen um die Grenzsicherung bei den Sowjetsoldaten vorhanden war, oder um die Grenzsicherung um Berlin
vorhanden war, die Frage habe ich mir nie gestellt, ich habe das Wissen einfach vorausgesetzt, klingt heute sicher seltsam, war aber so.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#91

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 20:23
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Was die Gefährlichkeit betrifft ? Wimre haben wir uns da eigentlich keine ständigen Gedanken gemacht. Nach einiger Zeit kannten wir genau die Geräusche im Laub im Wald und welchem Tier sie zuzuordnen waren. Hinter jedem Baum ein zu allem entschlossener GV ? Klar, im Hinterkopf war uns die Gefahr immer bewußt, aber sie war nicht aufdringlich präsent. Etwas anders war es, wenn ein flüchtiger CA-Angehöriger angekündigt war. Da wußten wir, daß die bewaffnet sind und wohl nicht nur mit einer Pistole und sofort schießen würden. Da waren wir schon aufmerksamer. Es hätte schief ausgehen können für zwei Kameraden von uns oder auch für mich und meinen Posten, wenn ich in dieser Schicht für diesen Abschnitt eingeteilt worden wäre. Ich glaube, ich hatte es vor längerer Zeit schon mal geschildert.Es war im Winter 67/68. Die Kradstreifen fuhren zu ihrem Abschnitt raus. An einer Stelle des 1.KS fährt unmittelbar die S-Bahn in einer leichten Kurve einige hundert Meter entlang (GR 38, Hennigsdorf). Das Grenzgebiet begann feindwärts der S-Bahn, also mit dem 1. KS. Bis zur eigentlichen Grenze waren es nur noch ca. 300 m. Die dort eingesetzte Streife bemerkte zwei Männer in langen Mänteln, die jenseits der S-bahn die Grenze beobachteten. Hin zur nächsten GMN-Buchse und nachgefragt, was sie tun sollen. Dort ist Wald, aber noch kein Grenzgebiet. Trotzdem Anweisung, erst mal festnehmen. Dort hat niemand zu stehen und Beobachtung zu führen. Die Kameraden wieder hin, da kam gerade eine S-Bahn und als die vorbei war, waren die beiden Männer auch weg. Die beiden sind dann über den Bahndamm, wie sie sagten, nicht mal mit durchgeladener und entsicherter MPi, völlig unbedarft. Sie hörten noch Fahrzeuggeräusche und sahen tief eingewühlte Spuren. Wieder zum GMN und da erhielten sie die Nachricht, daß gerade eine fahndungsmeldung eingegangen ist, daß zwei CE-Angehörige mit mehreren Waffen (ein LMG, Pistole und Handgranaten, wurde erzählt) und einem geländegängigem Fahrzeug unterwegs sind. Zwei Tage später sollen sie im Raum Magdeburg festgenommen worden sein.
Ein weiterer Fall: Auf einen Soldaten von uns (zu meiner Zeit Gefreiter, mit dem ich das Ding an der Exklave Erlengrund durchgezogen habe), wurde von WB aus einmal geschossen. Das Projektil landete aber glücklicherweise neben ihm im Sand. Und als letztes noch die Sache, als mich mein Posten auf dem Sozius aus Dummheit beinahe mit der Leuchtpistole erschossen hätte. Sonst sind mir außer dem Überfahren eines Blingängers mit unserem SPW (KC-Fahrzeug, da ich chem. Aufklärer war) im Zielgebiet von Annaburg keine Fälle bekannt, in denen es gefährlich werden konnte. Bei den "Spielereien" mit den 81mm-Granaten vom Werfer konnte eigentlich nichts passieren.



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#92

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 20:47
von B Man | 193 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #87


Ich denke, die einzige Chance war Richtung Westen...



Die ganz einfachen Soldaten waren schon mit dem Leben in der DDR überfordert. Den Kraftfahrern musste man ja anhand von Modellen erst mal zeigen was eine Autobahn ist.
Keine Westliche Propaganda, habe ich selber in Jüterbog und Hillersleben gesehen.

Unter dem Westen konnten die sich gar nichts Vorstellen.
Da mussten sie ja noch mehr Angst vor haben wie vor prügelnden Vorgesetzten.

Die wussten ja nicht mal richtig wo sie waren.

Bei Berufssoldaten sah das sicher etwas anders aus.


Gruss Andreas
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#93

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 21:20
von der alte Grenzgänger | 1.011 Beiträge

Zitat von B Man im Beitrag #92
..
Keine Westliche Propaganda, habe ich selber in Jüterbog und Hillersleben gesehen.
..



.... (teilweise gelöscht- das Propaganda bezog sich ja nur auf die Autobahnmodelle- habe ich falsch verstanden..)

Auch sonst scheint mir das Bild, das Du vom gemeinen CA- Soldaten hast, stark vereinfacht... ich denke, mit dem Kompass zu arbeiten, dürfte auch dort zur Ausbildung gehört haben..
Und die Muschkoten vom Fliegerhorst Merseburg, die in den 60er / 70ern bei uns zuhause massenhaft Sprit, Uhren, Zigaretten und Kofferradios verkauft haben, wusten, wie das Geschäft geht ..
Kleine Kapitalisten sozusagen ..

Siggi


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zuletzt bearbeitet 30.04.2016 21:22 | nach oben springen

#94

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 21:32
von Hanum83 | 4.815 Beiträge

Also ich war mal zu Besuch im Regiment nebenan, da kann man eigentlich nur abhauen wenn man so gehalten wird, war ja fürchterlich.
Sogar die Knolle war ja dagegen wie das Paradies.


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(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 30.04.2016 21:33 | nach oben springen

#95

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 21:40
von mibau83 | 831 Beiträge

als grundwehrdienstler wollte man seine 18 monate hinter sich bringen und wieder gesund nach hause gehen. nicht geschafft haben dies klaus-peter seidel und jürgen lange und was die fahnenflucht eines gssd-angehörigen betrifft uwe dittmann.

eine geglückte flucht von zwei estnischen gssd-angehörigen aus der garnison grimma fand im gr-24 statt.


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#96

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 21:51
von Hanum83 | 4.815 Beiträge

Gelegentlich wurde auch die Dunstkiepe zum GD verordnet wenn die Freunde nicht blos mit Waffen sondern auch der dazugehörigen Munition unterwegs waren.
Irgendwelche Heiterkeit wie bei Genossen in Berlin kam aber bei uns nie auf wenn sie unterwegs mit was auch immer waren.
Aber die GSSD lösten so ein Problem meistens intern, möchte gar nicht im Detail wissen wie genau, kann es mir aber ausmalen.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 30.04.2016 21:53 | nach oben springen

#97

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 22:30
von B Man | 193 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #93


Auch sonst scheint mir das Bild, das Du vom gemeinen CA- Soldaten hast, stark vereinfacht...



Vereinfacht ist vielleicht der falsche Ausdruck.

Die Wehrpflichtigen waren sehr jung und hatten im Gegensatz zu uns Deutschen ( egal ob Ost oder West ) vor dem Wehrdienst keine Berufsausbildung.

In den Kampfeinheiten waren halt sehr viele einfache Leute, und das war nun mal die Masse dieser riesigen Armee.

Das Leben spielte sich ja hauptsächlich in der Garnision ab, also was sollten die vom Leben ausserhalb von ihren Mauern in Deutschland mitbekommen ?
Von offizieller Seite war das ja auch gar nicht gewollt was ich so gelesen habe.


Gruss Andreas
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#98

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 22:36
von Rainer-Maria Rohloff | 1.383 Beiträge

Und du meinst jetzt B Man diese "einfachen Leute" waren Alle so bissel ungebildet....oder wie sollte das gelesen werden?

Rainer-Maria der gut 15 Jahre in deren Kasernen gearbeitet hatte. Nu los Man, erzähle mal, was du da irgend wo gelesen hattest HAAAAAAAAAAAAAAaaaa?



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#99

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 22:39
von Moskwitschka | 2.533 Beiträge

Hinzu kommt, die Dedowschtschina die @Hanum83 indirekt angesprochen hat. Und was man auch nicht vernachlässingen darf, die Wehrdienstleisteidenden in der GSSD kamen aus einem Vielvölkerstaat, wo z.B. ein Tadschike auf der untersten Stufe der Hierarchie - Leiter stand.

Aber selbst die russischen Mütter verabschiedeten ihre Söhne tränenreich in den Wehrdienst. Egal, ob in den Osten, hinter den Ural oder in den Westen in die DDR. Und es gab einige, die in "Friedenszeiten" im Zinksarg nach hause gekommen sind.

Moskwitschka


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Kurt Tucholsky

Rainman2 und Niederlausitzer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.04.2016 22:40 | nach oben springen

#100

RE: Wie gefährlich war der Dienst an der Grenze für den Grenzsoldaten wirklich ?

in Grenztruppen der DDR 30.04.2016 22:41
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zum Thema der Fahnenfluchten von Angehörigen der GSSD ist hier im Forum schon einiges geschrieben worden, u.a.
Wo bleiben denn die Russen !!! (2)
Grenzalarm wegen desertierter Rotarmisten (3)
Fahnenfluchten russischer Soldaten (9)

Oder einfach mal unter dem Begriff Dedowschtschina hier im Forum suchen bzw. mal hier nachlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Dedowschtschina

Bei der Frage der Gefahr an der Grenze fällt mir das Thema Fahnenflüchtige der Sowjetarmee eigentlich immer als erstes ein. Ich habe mich zwar nicht sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt, bin aber im Gespräch mit Freunden und Bekannten immer wieder darauf gestoßen. Ich bin heute der Auffassung, dass viele dieser Fluchten einfach irrationale Akte der Verzweiflung waren. In erster Linie ging es darum, "von dort wegzukommen".

Die anderen Gefahren waren hier bereits schon recht umfassend genannt: Die Gefahr von Unfällen war noch die größte, gerade auch im Zusammenhang mit fahrlässigem Schusswaffengebrauch. Und bei letzterem ging es manchmal schon sehr knapp zu.

Was die Wahrnehmung von potentiellen Gefahren damals angeht, erinnere ich mich nur an eine wirkliche Angstsituation im Grenzdienst bei mir, als wenige Meter neben uns in tiefster Finsternis plötzlich ein Keiler wie angestochen zu brüllen begann. Wir fanden uns im nächsten Moment etwa 200 Meter von der Stelle entfernt. Das dürfte meine Spitzenzeit auf dieser Strecke gewesen sein. Ansonsten gab es eine Reihe von Situation mit einem "unguten Gefühl". Bei einigen Unterstellten habe ich einige Male Anzeichen von Angst oder sogar Panik erlebt. Das war dann oftmals gefährlicher für uns, als für irgendeinen imaginären Gegner.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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