#1

Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 00:30
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Der wilde Osten Ende der 60er bis Mitte der 70er Jahre

Bevor ich mich dem Vorwurf aussetze, die Suchfunktion des Forums nicht genutzt zu haben, möchte ich erklären, worum es mir in diesem neu aufgemachten Thread geht. Es gibt den Thread "DDR Sachen, die es nicht mehr gibt", der aber meinem Anspruch nicht vollends gerecht wird, weil er sicher einige der hier zu beschreibenden Dinge auch enthält, die hier dann aber unter einem anderen Aspekt beleuchtet werden sollen. Die Samen der späteren Opposition.

Es gab in der Zeit, in der ich die zweifelhafte, nicht beeinflußbare Ehre hatte, in der DDR leben zu müssen, immer wieder junge Menschen, die sich beispielsweise durch die Kleidung von dem Einheitszwang, weißes Hemd oder Bluse und dunkelblaue Hose oder Rock mit um den Hals geschlungenem blauen Tuch, ich meine die Kleidung der Jungen Pioniere, abheben wollten und wenn es zunächst auch nur ein rotes Tuch als erbetteltes Geschenk von den an der Schule vorbeilaufenden Sowjetsoldaten war. Oder ein roter Stern. Individuell abheben aber auch durch andere Mittel, an die ich mich gemeinsam mit Euch erinnern möchte.

Im Westen gab es die 68er Studenten, die mit Sprüchen, wie "Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren" die bürgerliche Welt verändern wollten. Diese Erscheinungen traten auch in der DDR auf, mussten aber viel feinsinniger "verpackt" werden, weil ja die DDR gleich für sich in Anspruch nahm, der bessere deutsche Staat zu sein und damit jeglichem jugendlichen Aufmüpfigsein, den Wind aus den Segeln nahm.und versuchte, durch Gleichschaltung die Jugend auf Linie zu bringen. Ulbricht schimpfte noch über das Yeah Yeah Yeah der Jugend im Westen, was ja nicht für die Jugend in der DDR zum Vorbild genommen werden sollte.

Das Aufbegehren, eine gewisse Anti-Haltung hatte seine vielfältigen Ausdrucksformen. Ich beginne mal mit der Schlaghose mit Kellerfalte. Für den einen bedeutete es nur westliche Mode, für andere hingegen war es ein Stück Ideologie des anders sein zu wollen, sich von den Bürgern abzuheben, die minimal/maximal mögliche Form dieser Zeit der Samen des anders sein zu wollens, die dann später in der Opposition aufgegangen sind. Es muß in etwa die Zeit von der Musikgruppe Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich gewesen sein, Kinder von Schneider waren die Kings. Sie ließen sich von ihrem Vater so eine Hose nähen. Oben eng und nach unten zu den Schuhen weit auslaufend. Die Kellerfalte war der Clou. Sie befand sich außen an jedem Hosenbein und die Nobelversion war die, die die Falte mit einer Kette verband. Ich hatte mir bei einem Schneider in Berlin auch so eine Hose anfertigen lassen, allerdings war der schwarze Stoff so lappig, das ich sie jeden Tag bügeln musste, wenig Freude daran hatte und manchmal wurde in der Schule das Tragen solcher Hosen auch strikt verboten. Erinnert Ihr Euch noch daran?

Es gab dann auch eine Zeit, wo anstatt Schulranzen, Persilkoffer, also die großen Waschmittelpackungen, die die Westverwandten mitbrachten und als sie leer waren, als Schultaschen zweckentfremdet wurden. Das hat den sozialistischen Pädagogen immer sehr zugesetzt. Aber sicher gab es noch mehr dieser Phänomene. Hier können auch kabarettistische Aufführungen mit einfließen, die ja mit ihren Pointen einer besonderen Feinfühligkeit bedurften. Später hat die Stasi geschnallt, wenn jemand lacht, ist er ein Staatsfeind.

Mal sehen, ob hier noch etwas mehr zusammen kommt? Lange Haare, Tausch oder/und Kauf von Musikgruppen--Postern, Schallplatten, Tonbandaufnahmen, Westsender, Westzeitungen insbesondere BRAVO, US-Parka-Jacken etc., aber auch Kombination von Jugendweihe und Konfirmation einschl. Christenlehre, also die gesamten Accessoires des kapitalistischen Klassenfeindes. (Stichwort: L'Humanité für mich)


LG Reinhard


zuletzt bearbeitet 14.11.2014 01:51 | nach oben springen

#2

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 05:38
von damals wars | 12.133 Beiträge

Schönes Buch dazu "Egon und das achte Weltwunder".
Da geht es um Nieten in Niethosen.
ein Rebell fährt ins Luch.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
nach oben springen

#3

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 08:19
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Es gab noch eine zweite Version der Schlaghosen mit Kellerfalte: Die (vermutlich in Hand- und Heimarbeit entstandene) Hose, in der diese Falte aus einem anderen Stück Stoff bestand: Oft und gerne wurden Einsätze im Schottenmuster genutzt: Ein optischer Blickfang bei den meist dunklen Hosen. Ich weiß nicht mehr, ob diese Hosen mir damals nicht gefielen oder aber ob sie mir meine Eltern schlicht verboten haben (mit 15, 16 ging das noch), jedenfalls habe ich diese Hosenart nie besessen.

Dafür aber eine andere, die nach einem der (kurzlebigen) Tanzstile genannt wurde: Die Slop-Hose. Diese Hose wies zwei Besonderheiten auf: Die Nähte waren nicht an der Seite, sondern vorne und hinten. Und so genäht, dass die Enden der jeweiligen Stoffbahnen nicht nach innen, sondern vielleicht einen halben oder einen Millimeter nach außen standen - so entstand der Eindruck einer messerscharfen Bügelfalte. Mag sein, dass meine Eltern deshalb mit dieser Hose einverstanden waren Die zweite Besonderheit war die, dass die vordere Naht auf den letzten, ca. 2 cm offen war. Die Hose fiel somit vorne rechts und links ein wenig neben den Schuh, ohne aufzuliegen und damit Beulen zu bilden.

Um den Kreis zur DDR zu schließen: Bei einem der Besuche habe ich diese Hose getragen. Auch mit dem Ziel, mich von den einheimischen Jugendlichen abzugrenzen, auch und ehrlich eingestanden mit dem Ziel, ein wenig anzugeben: Ich hatte nie ein Problem damit, als Wessi erkannt zu werden.

Heute verhalte ich mich anders, von den Bekannten aus dem erweiterten Kreis weiß kaum jemand, dass ich aus dem Westen stamme. Aber damals war ich 15....


nach oben springen

#4

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 08:25
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Der Eingriff der Partei bis in die Anzugsordnung war auch so ein Sargnagel der DDR. Da kommt mir heute noch die Galle hoch. Was ich zu hören und zu sehen hatte... Im Westen war es muffig, im Osten spießig.


nach oben springen

#5

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 08:35
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Die einführenden Worte in #1 finde ich etwas sehr klischeehaft und übertrieben weil es nicht der damaligen Realität entspricht.

An diese Schlaghosen kann ich mich auch noch erinnern, sie kamen so um '65 schwer in Mode. Neben dem andersfarbigen Keil, den Kettchen unten am Schlag ist mir auch noch die Variante mit kleinen Glöckchen im Keil im Gedächtnis.

Waschmittelgroßpackung als Schultaschenersatz? Davon höre ich Heute zum ersten Mal und mein Fazit dazu, die Randberliner waren schon immer ein wenig sonderbar und wollten mit aller Macht Berlinerischer sein als die Berliner selbst .......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#6

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 10:01
von 80er | 561 Beiträge

Für eine "Schlaghose" sind wir extra in die Stadt gefahren, wo es einen einzigen Schneider gab, der sich darauf spezialisiert hatte und diese auf Mass anfertigte. Aus durchgehend braunem Cordstoff gefertigt - eine Farbwahl gab es nicht (wahrscheinlich gab´s den gerade vorrätig) - kosteten die damals wimre um die 60 Mark - viel Geld für einen Lehrling.

Die Krönung waren in der Tat die Hosen mit bunt abgesetzter Kellerfalte mit Glöckchen bzw. Kettchen. Diese machte die Mutter meines Freundes ausschliesslich und einmalig für dessen älteren Bruder und den Freund des Bruders. Das waren auf dem Dorf richtige Hingucker!

Dass wir damit einen Protest gegen das System ausdrücken wollten, daran kann ich mich nicht erinnern. Vielleicht war das deswegen auch nirgends ein Aufreger, in der Schule nicht und in der Freizeit auch nicht.

Es war die Mode, die in der westlichen Welt einherging mit der Musik und der Jugendbewegung der Zeit; Flower Power, Rythm & Blues, Rock und diese Mode wollten wir auch haben - die blumigen Flower Power Hemden aus "Nyltest" gab´s aber nur vom Westopa!

Edit: Ergänzung


zuletzt bearbeitet 14.11.2014 10:07 | nach oben springen

#7

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 10:21
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Ich passe zwar nicht ganz in deine Zeitspanne aber diese Abgrenzung durch Kleidung, wie du es nennst...Entzug des Einheitszwangs, gab es in jeder Jugendbewegung.

Ich bewegte mich ab 16 in der Blueser- Szene., den Spät – Hippies. Lange Haare, Parka, Jeans, Kletterschuhe und im Sommer Jesuslatschen waren das kennzeichnende Outfit. An den Wochenenden trampten wir oder fuhren schwarz mit der Bahn (nicht beim Udo geklaut), quer durch Thüringen zu Blueskonzerten, von denen wir meist durch Mund - zu - Mund – Propaganda erfuhren. Es war eine goile Zeit. Für uns ein Stück Freiheit in der engen DDR...die aber genau durch diese Freiheiten oft gar nicht mehr so wahr genommen wurde (die Enge). Dieses 'Anders sein zu wollen' war eine Ideologie und ein Protest, auch gegen den Staat.
Diese Szene an sich war ein politisches Statement. Für was standen wir, für den Weltfrieden und gegen die Politik der USA. Wir hörten unter anderen Pete Seeger, Bob Dylan, Janis Joplin, Joan Baez, Muddy Waters, Neil Young und v.m..

Wir hielten uns damals für Helden und Oppositionelle...aber wenn ich heute darüber nachdenke, hat das doch gar nicht soviel mit der DDR zu tun gehabt. Eine normale Entwicklung wie es auch Jugendliche in der Bundesrepublik durchmachten. Abgrenzung vom Elternhaus und Opposition gegen Alles und Jeden – ein typisches Merkmal einer Jugendbewegung.

Bei der späteren Punkbewegung in der DDR sah es etwas anders aus!!


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

Schuddelkind, der glatte, Freienhagener und Kalubke haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#8

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 11:26
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #5
Die einführenden Worte in #1 finde ich etwas sehr klischeehaft und übertrieben weil es nicht der damaligen Realität entspricht.

Waschmittelgroßpackung als Schultaschenersatz? Davon höre ich Heute zum ersten Mal und mein Fazit dazu, die Randberliner waren schon immer ein wenig sonderbar und wollten mit aller Macht Berlinerischer sein als die Berliner selbst .......

Gruß
Nostalgiker



Lieber @Nostalgiker , der ich ja manchmal auch bin, wie ich ja sagte, wurde die Realität natürlich von jedem anders empfunden. Aber Dein Fazit mit den sonderbaren Randberlinern trifft völlig zu, obwohl ich gar nicht so viele Berliner kannte, um mit aller Macht Berlinerischer sein zu wollen. In Neu-Lindenberg war keiner, kein Berliner, doch an den Wochenenden im Sommer, die Mädchen aus Berlin mit ihren Eltern in den Kleingärten, und kein ABV und im Dorf gab es einen ABV, also Polizisten, der aber auch nur stundenweise in seinem Büro Dienst tat. Ich kannte den gar nicht.

Gruß Reinhard


zuletzt bearbeitet 14.11.2014 11:28 | nach oben springen

#9

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 11:47
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Ja, ich wollte anders sein. Als meine Berufsausbildung 'Industriekaufmann mit Abitur' im September 69 nach 1wöchiger vormilitärischer Ausbildung im WF Werk für Fernsehelektronik begann, war ich immer in der Woche 2 Tage mit der S-Bahn unterwegs. (Um 5 Uhr mit dem Bus nach Weissensee, Rennbahnstraße gefahren, vorher musste man noch in Malchow umsteigen. Von Weissensee mit der Straßenbahn zum S-Bahnhof Greifswalder Straße, der damals noch so hieß, wie er heute wieder heißt, Thälmann-Park kam erst später, dort mit der S-Bahn nach Schöneweide und in Schöneweide manchmal auf dem Trittbrett der Straßenbahn zur Ostendstraße in Oberschweineöde, wie diese liebreizende Gegend wohl erst nach der Wende genannt wurde. TRO, KWO und WF. Tausende Berufspendler morgens und um 16 Uhr noch mal.

Um mich abzugrenzen, anders zu sein, kaufte ich mir morgens dann immer die wohl einzige 'Westzeitung' am Bahnhof Greifswalder Straße, die L'Humanité von meinen 65 M Lehrlingsgeld.

Ausgebreitet vor meinem Gesicht in der vollen S-Bahn "las" ich dann die Zeitung, d.h. ich schaute mir interessiert die Bilder an, denn lesen konnte ich sie nicht. Und Westzeitung stimmte zwar, aber es war und ist es bis heute noch die Zeitung.der französischen kommunistischen Partei.

Eines abends saß ich dann mal in der S-Bahn bei der Heimfahrt Willi Schwabe gegenüber, der mir bereitwillig ein Autogramm gab. Das hat aber nur bedingt mit anders sein zu tun, denn ich war ein Fan der TV-Sendung "Rumpelkammer", weil dort immer Ausschnitte aus alten deutschen Filmen gezeigt wurden.


zuletzt bearbeitet 14.11.2014 12:05 | nach oben springen

#10

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 12:23
von damals wars | 12.133 Beiträge

Die Persilgrosspackungen hätten meine Schule nicht von innen gesehen. Die reagierten auf den Westkrimskrams etwas allergisch.
Da wurde schon mal Schund und Schmutzliteratur eingezogen. Und bevor wieder jemand ausflippt, die hieß in der DDR eben so.😜


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#11

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 12:39
von Regina | 643 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #7
Ich passe zwar nicht ganz in deine Zeitspanne aber diese Abgrenzung durch Kleidung, wie du es nennst...Entzug des Einheitszwangs, gab es in jeder Jugendbewegung.

Ich bewegte mich ab 16 in der Blueser- Szene., den Spät – Hippies. Lange Haare, Parka, Jeans, Kletterschuhe und im Sommer Jesuslatschen waren das kennzeichnende Outfit. An den Wochenenden trampten wir oder fuhren schwarz mit der Bahn (nicht beim Udo geklaut), quer durch Thüringen zu Blueskonzerten, von denen wir meist durch Mund - zu - Mund – Propaganda erfuhren. Es war eine goile Zeit. Für uns ein Stück Freiheit in der engen DDR...die aber genau durch diese Freiheiten oft gar nicht mehr so wahr genommen wurde (die Enge). Dieses 'Anders sein zu wollen' war eine Ideologie und ein Protest, auch gegen den Staat.
Diese Szene an sich war ein politisches Statement. Für was standen wir, für den Weltfrieden und gegen die Politik der USA. Wir hörten unter anderen Pete Seeger, Bob Dylan, Janis Joplin, Joan Baez, Muddy Waters, Neil Young und v.m..

Wir hielten uns damals für Helden und Oppositionelle...aber wenn ich heute darüber nachdenke, hat das doch gar nicht soviel mit der DDR zu tun gehabt. Eine normale Entwicklung wie es auch Jugendliche in der Bundesrepublik durchmachten. Abgrenzung vom Elternhaus und Opposition gegen Alles und Jeden – ein typisches Merkmal einer Jugendbewegung.

Bei der späteren Punkbewegung in der DDR sah es etwas anders aus!!


Ich war früher immer bei Jazz-Konzerten in Eisenach
Kennst du die ,,Traveling-Blues,, mit Gasde?



Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#12

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 12:40
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von damals wars im Beitrag #10
eingezogen.


Als ich in Malchow zur Schule ging, hörte ich einmal, als die US_Amerikaner mit ihrem großen Schlitten, ein Ford (?), ihre alliierten Kontrollfahrten bis zum Schlagbaum an der Lindenberger Mühle absolvierten, wie wohl ein Schüler stolz mit einer von den Amis geschenkten Schokolade auf den Schulhof kam, die ihm dann sofort von den Lehrkräften wieder abgenommen, eingezogen wurde.


zuletzt bearbeitet 14.11.2014 12:41 | nach oben springen

#13

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 12:41
von Regina | 643 Beiträge

#9
thomas hat vor 1974? oft die kommunist. Zeitung ,,unsere Zeit,, gekauft und gelesen



nach oben springen

#14

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 13:20
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Liebe @Regina , na klar kenne ich die Traveling Bluesband. Total klasse waren die Jungs. In dem Zusammenhang fällt mir noch eine Begebenheit ein. Ich glaube es war in Meiningen, ein Samstagabend in einer Kulturhalle, die Travelings spielten. Super Stimmung, super Musik und ich habe den Abend viele von den "alten" Kunden getroffen. Wir waren ein Trupp von fünf Leuten und eine Penne hatten wir schon gefunden. Zum Ende des Konzerts gab die Band bekannt, dass sie ganz spontan am Sonntagmorgen noch mal eine Stunde Mucke für uns machen.
Der Organisator händelte das so herrlich unkompliziert. Es gab Kaffee und Fettbemmen mit Gürkchen. Das sind so Erlebnisse, die vergisst man nie.


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#15

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 13:32
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Das waren die schönsten Zeiten , Weimar ,Apolda, Meiningen,Pößneck,Großfahner,Roßleben und und und .



JedenFreitag gings zum Bahnhof , im Gepäck maximal 10-20 Mark, den Schlafsack, ein paar Schachteln Karo eine Flasche Gothano oder ähnliches und eine Dose Büchsenfleisch.
Bahnfahrkarte brauchte ich nicht.
Muß mal gucken ob bei Muttern noch meine Thälmann-Jacke im Keller hängt.


Grenzverletzerin, Freienhagener, Regina und Kalubke haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.11.2014 13:35 | nach oben springen

#16

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 13:38
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

In die Thälmann-Rinde die ich von von meinem Opa geerbt hatte haben wir uns immer zu dritt reingeteilt
Die Ordnungsmacht interessierte sich mehr für die schwarz-rot-goldenen Kordeln an den Kutten, vielleicht weil dafür Teile von Auszeichnungsmappen zweckendfremdet wurden


zuletzt bearbeitet 14.11.2014 13:49 | nach oben springen

#17

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 14:02
von Regina | 643 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #14
Liebe @Regina , na klar kenne ich die Traveling Bluesband. Total klasse waren die Jungs. In dem Zusammenhang fällt mir noch eine Begebenheit ein. Ich glaube es war in Meiningen, ein Samstagabend in einer Kulturhalle, die Travelings spielten. Super Stimmung, super Musik und ich habe den Abend viele von den "alten" Kunden getroffen. Wir waren ein Trupp von fünf Leuten und eine Penne hatten wir schon gefunden. Zum Ende des Konzerts gab die Band bekannt, dass sie ganz spontan am Sonntagmorgen noch mal eine Stunde Mucke für uns machen.
Der Organisator händelte das so herrlich unkompliziert. Es gab Kaffee und Fettbemmen mit Gürkchen. Das sind so Erlebnisse, die vergisst man nie.



thomas48 antwortet
Tr -Bl. kannte ich sehr gut, die haben immer beim ,,Gottesdienst einmal anders,, oder beim Blues-Gottesdienst gespielt.
Der Schlagzeuger Thomas K. war Uhrmacher, Mitglied der Jungen Gemeinde (Spielschar), LDPD, guter Freund von mir
Chef war Peter M., LDPD, seit der Wende viele Jahre Stadtrat einer kleinen Stadt bei Eisenach
Klavier und Gesang war Fenske, Uhrmachermeister, SED
Gesang und Mundharmonika war Gasde, Techniker in der AWE, später Verantwortlich für Bluesgruppen der ev. Kirche.
Als Fenske starb, hat sich die Band aufgelöst



Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#18

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 14:07
von Regina | 643 Beiträge

Thälmann-Jacke
Habe ich schon öfters gelesen, sind mir völlig unbekannt
Kennt ihr noch die NATO-Fähnchen?



nach oben springen

#19

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 14:37
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

NATO Fähnchen kenne ich nicht , nur Shell Parka.Aber ich habe gerade noch ein Video von Traveling Blues von 1990 gefunden.



Ich muß aber mal ehrlich sagen , bei uns war die Tanzfläche bei dieser Musik immer gerammelt voll.


Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#20

RE: Schlaghose mit Kellerfalte - Die Ideologie des anders sein

in Leben in der DDR 14.11.2014 15:08
von EK 70 | 233 Beiträge

Zitat von Regina im Beitrag #18
Thälmann-Jacke
Habe ich schon öfters gelesen, sind mir völlig unbekannt
Kennt ihr noch die NATO-Fähnchen?




Ich kenne die dünnen Nylonmäntel nur als NATO - Plane. Wurden meist von den `´ Damen`´ getragen.

EK70



nach oben springen



Besucher
25 Mitglieder und 59 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 854 Gäste und 91 Mitglieder, gestern 3810 Gäste und 192 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14365 Themen und 557471 Beiträge.

Heute waren 91 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen