#21

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 01:22
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von CaptnDelta

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
...Frage mich jetzt nicht, warum der Sozialismus am Ende in die Knie ging und die „ Tagtägliche Unsicherheit“ so wie oben beschrieben die momentane Oberhand gewann...


"The problem with socialism is that eventually you run out of other people's money to spend."
Margaret Thatcher, British Prime Minister

-Th



Hallo CaptnDelta, gerne!

"das Problem mit dem Sozialismus ist, dass Dir irgendwann das Geld der anderen ausgeht."

...oder sowas in der Art.

Berliner


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#22

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 02:01
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von Lauri*
Hallo =)

so viele Informationen auf einmal. Vielen Dank

Aber ein paar Fragen habe ich jedoch noch.

- Wie unterscheidet sich das Einkommen von heute und von der DDR? Wir war es mit Versicherungen geregelt (Rente, Krankenversicherung)?
- Konnten die Frauen auch arbeiten gehen?
- wie sah es mit Beförderungsmöglichkeiten aus (Weiterbildungen an Schulen?)

Mehr fällt mir grade nicht ein


----------------------------------------------------------------------------
Hallo Lauri, ich bin mir jetzt nicht sicher ob das passt. Aber ich sagen es mal so - wer das eine will - muss das andere akzeptieren - Die Bildung, Krankenkasse und Altersversorgung in der DDR waren von Staastswegen abgesichert. für lau - würde man heute sagen. Aber der Staat, auch der im Sozialismus benötigt Kohle - keine Frage- (Lenin sagte einmal, die Arbeitsproduktivität entscheidet über Sieg oder Niederlage des Sozialismus) also wurden Produkte die für das tägliche Leben zwar sehr schön aber nicht überlebenswichtig waren, sehr teuer. 6000 Mark für einen Farbfernseher - da fehlt einfach die Relation. Da war das verkalkte ZK offensichtlich Opfer seiner selbst - ein Brötchen für 5 Pf. wenn es in der Herstellung schon 50 oder eher viel mehr kostet u.v.m.
Selbstverständlich konnten Frauen arbeiten gehen - andere werden jetzt sagen die mussten arbeiten gehen - Quatsch - ein halbes Jahr nach der Geburt Meiner (Unserer) Tochter hat meine Frau gesagt sie will wieder an die Arbeit - das Hausfrauen Leben ist nicht ihres - war kein Problem, obwohl Plätze in der Kinderkrippe auch nicht ad hoc waren. Wir hatten Glück. Später mit dem Kindergarten war gar kein Problem. Gehörte zu Volksbildung also eine Art Vorschule ähnlich Skandinavien.
Weiterbildung - Beförderungen - Tja da war die DDR auch ein Patriarchat. Aber zum 8. März sind die alten Säcke alle zur Hochform aufgelaufen. Auch bei uns musste eine Frau mehr als nur taff sein um nach Oben zu kommen.

Mike59


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#23

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 17:47
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Mike59
[quote="Lauri*"]Hallo =)
so viele Informationen auf einmal. Vielen Dank
Aber ein paar Fragen habe ich jedoch noch.
- Wie unterscheidet sich das Einkommen von heute und von der DDR? Wir war es mit Versicherungen geregelt (Rente, Krankenversicherung)?
- Konnten die Frauen auch arbeiten gehen?
- wie sah es mit Beförderungsmöglichkeiten aus (Weiterbildungen an Schulen?)
Mehr fällt mir grade nicht ein


----------------------------------------------------------------------------

Man kann das DDR-Einkommen mit dem der heutigen BRD vergleichen, aber vieles kann man nicht unter einen Nenner bringen. Ein einfacher Arbeiter bekam 700 bis 900 Mark/ Monat. Stundenlohn oft unter 5,- Mark. Sozialversicherung, d.h. es gab nur eine Krankenversicherung und die Rentenversicherung kosteten nur 60-70 Mark. Die Miete war billig, 30 Mark für eine kleine Wohnung. Wasser, Heizung ebenso. Das führte zur Verschwendung mit Energien- im Winter wurde häufig in Neubauten nicht die Heizung abgedreht sondern das Fenster aufgemacht. Investitionen konnten nicht bezahlt werden. Auch dieser Umgang beschleunigte den Untergang der DDR, die ein rohstoffarmes Land war. Mike hat das mit den Brötchen gut erzählt.
Eine Tafel DDR-Schokolade kam 3,85 Mark (später gab es Schokolade aus dem Westen in Delikat-Läden für 10,- Mark), 1 Liter Benzin Super 1,65 Mark, aufgrund der Wartezeit auf Autos konnte man ein Auto (Trabant kostete um 12.000 Mark) 5 Jahre fahren und es für den Neupreis wieder verkaufen. Ein Cassettenrecorder (kennst du hoffentlich noch) kostete über 1000,- Mark.
Eine DDR-Jeans kam über 70 Mark. Westjeans über 140 Mark. 1978 orderte das Ministerium für Leichtindustrie der DDR in den USA eine Million Levis-Jeans. Erich Honecker persönlich segnete die heimliche Aktion zur "Bedarfsbefriedigung" in der DDR ab. Doch es gab ein Problem: Die eine Million Jeans reichten bei weitem nicht aus, um die Nachfrage auch nur annähernd zu decken.
Lebensmittel waren nicht immer billiger. So kam ein Stück Butter 2,40 Mark, im Westen kam das nicht die Hälfte. Bananen, Südfrüchte, sofern es sie gab, waren deutlich teurer als im Westen.

Frauen konnten nicht nur, sie sollten bzw. mussten arbeiten gehen. Wenige Frauen blieben zu Hause. Teilweise wurden unwirtschaftliche Jobs geschaffen, nur um für Vollbeschäftigung zu sorgen. Das Kind sollte möglichst in der Kita sozialistisch erzogen werden. Häufig begann das im ersten Jahr.

Was die Beförderung betrifft, so war diese meist vom politischen Einsatz abhängig. Nur wenige kamen in Führungspositionen, wenn sie nicht in der SED waren.

Soviel zu meinen Erfahrungen, die ich auch so wie Rainer unterschreiben würde.

Gruß, Augenzeuge


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#24

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 19:03
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von Lauri*
...
- Wie unterscheidet sich das Einkommen von heute und von der DDR? Wir war es mit Versicherungen geregelt (Rente, Krankenversicherung)?
- Konnten die Frauen auch arbeiten gehen?
- wie sah es mit Beförderungsmöglichkeiten aus (Weiterbildungen an Schulen?)



Hallo Lauri,

dann auch noch ein paar Worte von mir dazu.

Einkommen: Grundlage war, dass die "Waren des täglichen Bedarfs" erschwinglich blieben. Meine Großmutter hatte lange Zeit die Mindestrente von 110 Mark. Ich frage mich heute immer noch, wie sie damit wirtschaften und trotzdem noch sparen konnte. Ihr Ziel war es, jedem ihrer Kinder (3) 1000 Mark und jedem ihrer Enkel (4) 500 Mark zu vererben, wenn sie starb. Sie hat ihr Wort gehalten. Das konnte sie, ohne zu hungern oder zu frieren. Alles andere wurde hier schon gesagt. Die Subventionen waren am Ende der größte Haushaltsposten beim Nationaleinkommen der DDR.

Zur Sozialversicherung wurde hier bereits alles gesagt. Krankenversicherung und Rentenversicherung waren damit geregelt. Über die staatliche Versicherung der DDR gab es noch weitere Versicherungsformen: Haftpflicht, KASKO, Lebensversicherung. Anders als heute war letztere aber weniger an der Kapitalbildung orientiert.

Frauen konnten auch arbeiten gehen - ja. Es galt das Prinzip der Vollbeschäftigung. In der Art, wie es Augenzeuge hier erzählte, kann man das sehen. Dann wird es aber gelegentlich nicht begreifbar, warum so viele das so lange mitgemacht haben. Es war schlicht und ergreifend in meinem Jahrgnag normal, dass sich alle ab der 8. Klasse mit der Frage der Berufswahl beschäftigten. Jungs und Mädchen gleichermaßen. Ich kann mich an keine Mitschülerin aus meinem Umfeld erinnern, die Hausfrau werden wollte. Wenn ich heute noch so an die Eingönge der Fabriken denke, und vor meinem geistigen Auge die Schilder draußen hängen sehe, was alles an Personal gesucht wurde ... Es gab viele monotone Arbeiten, die vor allem von Frauen erledigt wurden. Arbeiten am Fließband oder ähnliche Sachen. Wenn Du mal Zeit und Gelegenheit hast, empfehle ich Dir dazu den Film "Da habt ihr mein Leben - Marieluise, Kind von Golzow". Eine sehr interessante Langzeitbeobachtung über eine Frau aus einem, für DDR-Zeiten sehr untypischen Elternhaus, aber dafür mit einem, für DDR-Zeiten recht typischem Leben.

Zur 4. Frage komme ich jetzt nicht mehr - ich muss los!

Viel Spaß noch!
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#25

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 20:13
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

So, jetzt die Fortsetzung aus dem Zug nach Frankfurt am Main.

Zu den Frauen vielleicht noch einen kleinen Zusatz. Es gab mal eine Band zu DDR-Zeiten, die hieß Renft (Klaus-Renft Combo). Nachdem die verboten worden war, gründeten 2 der Musiker eine neune Band, die hieß Karussell. Der Gitarrist von Renft und Karussell, Peter Gläser - genannt Cäsar - sang da einen sehr schönen Titel über eine Frau am Fließband:

Lieb ein Mädchen

Cäsar / Karussell
Komp. Claus Winter
Text: Kurt Demmler


lieb ein mädchen mit sonne im gesicht
steht am fließband die lange lange schicht
steht sie am fließband und macht den einen griff
bis ihn beendet der sirene pfiff

hat zwei hände die wissen was sie solln
manchmal müde und manchmal angeschwolln
an die acht stunden hat man die passiert
weiß man kaum wie man noch seine gabel führt

doch mit dem kopf kann sie machen was sie will
denn der kopf hat immer frei dabei
der baut geschichten und schlösser in der still
und die zeigt sie mir am abend wenn sie will
und hat dann auch ihre hände wieder frei


lieb ein mädchen das beste das ich krieg
geht nicht gern doch sie geht in die fabrik
und ihre warme erfinderische hand
wird zur maschine acht stunden lang am band

doch mit dem kopf kann sie machen was sie will
denn der kopf hat immer frei dabei
der baut geschichten und schlösser in der still
und die zeigt sie mir am abend wenn sie will
und hat dann auch ihre hände wieder frei

Hier noch eine kleine Hörprobe auf youtube: Lieb ein Mädchen in einer Aufnahme von 2007.

Ich finde, das Lied fängt das Lebensgefühl dieser Zeit sehr schön ein.

Nun zu Deiner 4. Frage: - wie sah es mit Beförderungsmöglichkeiten aus (Weiterbildungen an Schulen?)

Es gab zunächst die Möglichkeit, an Abendschulen bestimmte Kurse zu belegen, u.a. das Abitur zu machen, die Fach- oder Hochschulreife zu erwerben, für einige, die in der 8. Klasse bereits von der Schule gegangen waren, auch die 9. und 10. Klasse noch nachzuholen. Es gab die Volkshochschulen, die Weiterbildungsmöglichkeiten anboten. Meine Tante hat dort sehr lange Deutsch unterrichtet. Über die Betriebe gab es auch die Möglichkeit, zu einem Studium delegiert zu werden. Das bedeutete, dass man nach dem Studium wieder in den Betrieb zurückkehrte. Es gab die Möglichkeit, neben der Arbeit ein Fernstudium zu führen. Dafür gab es vom Betrieb auch entsprechende Freistellungen. In den Betrieben selbst gab es die Möglichkeit, zur Qualifizierung im Beruf, also Facharbeiterausbildung, Meisterlehrgänge, Lehrfacharbeiter- und Lehrmeisterausbildungen, Spezialausbildungen, Erwerben von Befähigungsnachweisen (z.B. Schweißerpass u.ä.m.). In Parteigrundorganisationen wurden bestimmte Qualifizierungen für bestimmte Mitglieder als Parteiauftrag festgelegt. Dieses Mittel musste oftmals dann ran, wenn sich für eine bestimmte Aufgabe niemand fand. Konnte sich derjenige dagegen wehren? Na klar, konnte er versuchen. Aber die Mitgliedschaft in der Partei verpflichtete zur Vorbildwirkung. An der Stelle hing man dann doch oft am Haken. Beliebter Eröffnungssatz für solche Gespräche: "Bist Du für'n Frieden?" "Hä? Na klar." (Hier wusste man dann schon: Jetzt kommt's dicke.) "Na also, Genosse. Wir haben da eine Aufgabe für Dich ..."

Soviel mal dazu.
Bis neulich im Forum!
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 31.08.2009 20:17 | nach oben springen

#26

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 22:34
von manudave (gelöscht)
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Was wäre eigentlich aus mir geworden? Ich war in einer Oberschule (so hieß die jedenfalls). Hätte ich mir nachher einen Beruf aussuchen können oder hätte man mich irgendwie zugeteilt?
(Außer natürlich ich hätte zur Armee gedurft - das war als Bub immer mein Traum)


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#27

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 22:40
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von manudave
Was wäre eigentlich aus mir geworden? Ich war in einer Oberschule (so hieß die jedenfalls). Hätte ich mir nachher einen Beruf aussuchen können oder hätte man mich irgendwie zugeteilt?
(Außer natürlich ich hätte zur Armee gedurft - das war als Bub immer mein Traum)


na ja...die mülltonnen häste leeren können.auch eine ehrbare arbeit ohne vorbildung


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#28

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 22:43
von manudave (gelöscht)
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Wieso keine Vorbildung? Es gab keine höhere Schule... Müllmann wirste heut außerdem auch net mehr so einfach - bei uns in der Region zumindest ein gut bezahlter Job.

Meine Frage war aber ernst gemeint.


zuletzt bearbeitet 31.08.2009 22:47 | nach oben springen

#29

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 22:52
von Rostocker | 7.717 Beiträge

Zitat von manudave
Was wäre eigentlich aus mir geworden? Ich war in einer Oberschule (so hieß die jedenfalls). Hätte ich mir nachher einen Beruf aussuchen können oder hätte man mich irgendwie zugeteilt?
(Außer natürlich ich hätte zur Armee gedurft - das war als Bub immer mein Traum)


----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Also mir hat niemand einen Beruf den ich erlernen wollte zugeteilt.Kurz vor den Schulabschluß kamen die Betriebe an den Schulen und haben um Lehrlinge geworben,wenn man es mal so ausdrücken darf.Klar konnte nicht jeder seinen Berufswunsch nach gehen aber das ist ja heute auch noch so.Können nicht alle Friseure werden.Wenn überhaubt jeder Schulabgänger in der lage ist eine Lehrstelle zu bekommen.


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#30

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 22:52
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von manudave
Was wäre eigentlich aus mir geworden? Ich war in einer Oberschule (so hieß die jedenfalls). Hätte ich mir nachher einen Beruf aussuchen können oder hätte man mich irgendwie zugeteilt?
(Außer natürlich ich hätte zur Armee gedurft - das war als Bub immer mein Traum)



Hallo manudave,

nunja, wäre ganz drauf angekommen, wo Du wohnst. Bei den gut umkämpften Berufen, z.B. Kfz.-Schlosser, waren die Auswahlkriterien recht hart. Es wurden sogar Aufnahmeprüfungen gemacht. Wenn man hier jemanden kannte, der jemanden kannte, dann konnte das hilfreich sein. Ansonsten galt, wer sich schnell entschied und gute Leistungen mitbrachte, war im Vorteil. Je kleiner die Stadt, desto kleiner die Chance, den Beruf zu bekommen, den man wollte, es sei denn, man war bereit, weiter weg zu gehen. Bei Studienplätzen war das noch einen Zacken schärfer. Die begehrten Studienplätze waren schnell weg. Am Ende ging dann oft nur eins: Lehrer. Immerhin in der Gesellschaft nahezu genauso "anerkannt" wie Berufsoffiziere. Aber, weil ich gerade drüber nachdenke: Ich habe keinen kennengelernt, der aus Verzweiflung, dass er kein anderes Studium bekommt, Offizier geworden ist. Aber das ist jetzt nur so mein Erleben, dasd muss statistisch nicht zwingend signifikant gewesen sein.

In Orten mit einer großen Industrie, aber einem kleinen Spektrum, gingen die Kaderabteilungen in der Regel mit dem Treibnetz an die Schulen. Nein, gezwungen wurde keiner. Aber sehr intensiv von den Vorzügen der Arbeit in einem großen Kombinat überzeugt. Die Arbeit selbst konnte sich dann aber durchaus von den Versprechungen unterscheiden. Als es um meine Berufswahl ging, ich musste ja schließlich als Offizier eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, bot man mir an, Facharbeiter für Nachrichtentechnik beim Fernmeldeamt in Leipzig zu werden. Klang gut für mich, der ich immer schon in Mathe und Physik auf eins gestanden hat. Als ich mich dort vorstellte, veränderte sich die Welt. Ja, Facharbeiter für Nachrichtentechnik - aber beim Fernmeldebauamt in Leipzig. Das hieß dann also Kabelgräben ziehen, bis der Daumen glüht. Ich war damals zwar etwas schüchtern, aber trotzdem ein Dickschädel. Also wurde ich Kfz.-Schlosser.

Und von wegen zur Armee als Bubentraum: Ich habe ins Heimatkundeheft der zweiten Klasse meinen Berufswunsch auf das entsprechende Blatt gemalt: Ich als Kommandant eines Panzers. Na das hätte was werden können bei meiner weiteren figürlichen Entwicklung ...

Soviel nurmal dazu.
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#31

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 22:59
von manudave (gelöscht)
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In Antwort auf:
Und von wegen zur Armee als Bubentraum: Ich habe ins Heimatkundeheft der zweiten Klasse meinen Berufswunsch auf das entsprechende Blatt gemalt: Ich als Kommandant eines Panzers. Na das hätte was werden können bei meiner weiteren figürlichen Entwicklung ...



Das wiederum wollte ich nicht - mein Vater war ja genau das. Als ich mal da drin war, wollte ich auch ganz schnell wieder raus. Mich haben aber diese Unterwasserfahrten mit diesem ewig langem Rohr fasziniert. Hab noch irgendeine Geschichte im Kopf, dass da alle Löcher vorher eingefettet wurden, damit kein Wasser reinkam. Als Gag hat man dann wohl Konkurenzpanzern Sand ins Fett gemischt und die sind dann etwas feucht geworden.

Mein Ziel war: Armeegeneral Keßler´s Job... - ach was war man jung und treu...


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#32

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 23:08
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von manudave

In Antwort auf:
Und von wegen zur Armee als Bubentraum: Ich habe ins Heimatkundeheft der zweiten Klasse meinen Berufswunsch auf das entsprechende Blatt gemalt: Ich als Kommandant eines Panzers. Na das hätte was werden können bei meiner weiteren figürlichen Entwicklung ...



Das wiederum wollte ich nicht - mein Vater war ja genau das. Als ich mal da drin war, wollte ich auch ganz schnell wieder raus. Mich haben aber diese Unterwasserfahrten mit diesem ewig langem Rohr fasziniert. Hab noch irgendeine Geschichte im Kopf, dass da alle Löcher vorher eingefettet wurden, damit kein Wasser reinkam. Als Gag hat man dann wohl Konkurenzpanzern Sand ins Fett gemischt und die sind dann etwas feucht geworden.

Mein Ziel war: Armeegeneral Keßler´s Job... - ach was war man jung und treu...



der spruch heißt anders: ich war jung und brauchte das geld aber ist ja auch schon spät


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#33

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 31.08.2009 23:11
von manudave (gelöscht)
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Nö Pitti,

treu war schon das richtige Wort - denn das war ich zu dieser Zeit - Heimatkunde 1.


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#34

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 01.09.2009 00:09
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Lauri, wie texteten die FDJ- Singeclubs der alten DDR so schön: „ Wir wollen beim richtigen Namen dich nennen, den….“. Entschuldige, ich hatte die Brille nicht auf, wie konnte ich dich „ Laun“ nennen! Weißt du, was das Schöne an deinen Fragen ist? Es weckt die Gehirnswindungen bei uns älteren Männern und so dachte ich mir, erzähl ihr doch noch etwas mehr von der alten DDR. Aus der Sicht eines Arbeiters, Tagelöhners? Nein, Lauri, wir waren schon weiter auf dem Weg in die Zukunft, den alten Dreck hatten wir abgelegt, damals hieß das bei uns Werktätiger im sozialistischen Produktionsprozess.
Manchmal, an diesen Wochenenden in der Datsche wie in meinem Vortext geschrieben stand ich sehr früh auf, rasierte mich, den eine Sanitärzelle mit Dusche hatten „ die kleinen Eigenheime der Werktätigen“ inklusive, drückte meiner Frau einen Kuss auf die Wange und den Kindern den Teddy in den Arm, weil er unten am Bett lag, stieg mit 1,5 Promille ( von der Begrüßungsfeier mit dem Nachbarn am Vorabend) in meinen Wartburg- Tourist und kutschierte zu meiner „ Feierabendbrigade“. Das war ein bunter Haufen, er rekrutierte sich aus Männern verschiedener Baubetriebe, Rohrleitungsbauern, Schlossern, Maurern, Isolierer, Schornsteinbauern und noch anderen Gewerken. Es war die Zeit der Ölkrise so in den 70er Jahren, ein richtiger Ökonom hier im Forum kann mich gerne dazu verbessern., den ich schildere es der Sicht eines jungen Monteurs. Sie erfasste den Westen wie den Osten gleichermaßen und viele Betriebe in der DDR hatten damals schon Ölheizung, waren also sehr fortschrittlich! Die Partei sagte; Ölheizung raus, das hieß Demontage der neuen Kessel samt Brenner und „ Wir kehren zur Kohle zurück“, zur Kohleheizung zurück und Braunkohle war ja genug da, also wurden Heizhäuser gebaut, mit im Schnitt 30- Meter Schornstein und einer Freileitung / Rohrleitung zum jeweiligen Produktion / Neubaustandort mit teilweise einigen Kilometern Länge.
Da gab es Investbauleiter, die hatten das in der Hand, das Geld aus den Fonds, nicht die von der heutigen Investmentbörse, Lauri, die man im Endeffekt restlos verbrennt und der kleine dumme Anleger schaut anschließend in die Röhre….., nein, die hießen damals „ gesellschaftliche Fonds“!
Sie kamen aus der „ zweiten Lohntüte“, so wie Jörg schon richtig schreibt, also 900,- Mark Netto auf die Hand zum ausgeben und 900,- Mark nahm der Staat, die DDR für die billigen Brötchen, die Miete, die Kino, Theater, Opernkarte, überhaupt für Alles, was dem Werktätigen lieb und teuer war! Ja, er machte es billig, nur die Bananen nicht und die Kassettenrecorder, Fernseher usw.
Aber rechne selber und setze es um in die Gegenwart! Der, der damals nicht zum Sparen kam bei 50,- Mark Miete im Altbau ( 70qm Neubauwohnung / ca. 90,- Mark) inklusive Heizung, Wasser, Abwasser, Müllabfuhr, Hausreinigung und 900,- Mark netto monatlichen Verdienst, der war, und jetzt entschuldige den Ausdruck, ein Rindvieh.
Zurück zu den jungen Investbauleitern, ich habe einen gekannt und das nur einmal hier als Beispiel, der Junge war richtig clever, er sagte: „ Was sind eure Vorstellungen, Männer, für unser Objekt also Zeit, Kosten, Anzahl der Leute, überhaupt die ganze Sache der Kalkulation? Das Material wird gestellt, aber auch alles, nur das Werkzeug bringt ihr mit! Wir gerechnet, dazwischen ein Bier, wieder gerechnet, wieder ein Bier, dann zur Summe X gleich 100 % noch 70% drauf zur Sicherheit, Handschlag drauf und schon ging es los.
Am Ende nach den ganzen monatlichen Abschlagszahlungen unterschrieb man eine Quittung, 1000,- Mark pro Mann und Monat netto auf die Hand waren die Regel und jetzt, Lauri, kommt es, dieser Unterschied zur heutigen Zeit! Wenn die heute alle sagen: „ Das ist doch Schwarzarbeit“ und der Staat und Gefängnis und Bußgeld und Bla, bla bla….„ Kein Finanzamt scherte sich einen feuchten Kehricht um das gute Geld, was da „ Nebenbei“ verdient wurde! Gab es überhaupt „ Finanzämter“ in der DDR? Ich glaub, ich werde langsam alt, es ist wohl schon zu lange her. Keiner wollte eine „ Steuer“ von mir! Was war das überhaupt, eine „ Steuer“? Etwa wie im Mittelalter bei Robin Hood, und hatten wir das nicht auch schon auf den Müllhaufen der Geschichte entsorgt?
Dieses Geld, dieses schwer erarbeitete Geld, so sehe ich das heute kam im Endeffekt dem „Konsum „, verwechsle das jetzt nicht mit der heutigen Konsumverkaufsstelle zugute.
Mehrere Monate nach dieser Baustelle, Lauri, erfuhr ich über den „ Buschfunk“, das dieses clevere Kerlchen, der Bauleiter, sich über Bulgarien, Rumänien nach Kanada verdrückt hatte.
Na, ich wünschte ihm Glück, ich konnte ihn gut leiden, weil er so ein Schlitzohr war und er ist bestimmt später Millionär geworden bei seinen Fähigkeiten.
Und keiner, Lauri, nicht einer wollte anschließend von unserer Truppe Geld zurück. Der Schornstein rauchte, der volkseigene Betrieb produzierte und das Alles legal, zum Wohle des Sozialismus, zum Wohle des Volkes! War das Fortschritt, Lauri, das war die Zukunft! Komm, Mädel, jetzt bekomme ich aber einen kleinen Bussi für meine Nachtarbeit. Den meine Frau, sie schläft schon. Aber lustvoller Männerscherz beiseite, so war die DDR, so schön unkompliziert, Mädel.

Gruß dir von Rainer- Maria




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#35

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 01.09.2009 03:45
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Augenzeuge
... Eine Tafel DDR-Schokolade kam 3,85 Mark (später gab es Schokolade aus dem Westen in Delikat-Läden für 10,- Mark),...


Die gaengige Uebersetzung von "Delikat" war "Dein Einkommen Langt Im Kommunismus Acht Tage".

Zum vom R.M.R. angesprochenen Finanzamt: Meine Grosseltern haben zwischen 70% und 90% ihres Einkommens an das "unbekannte" DDR-Finanzamt abdruecken duerfen, bis ihnen die Posamtenbude enteignet und an eine PGH angeschlossen wurde (ein paar Jahre spaeter wurde es dann dichtgemacht).

-Th


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#36

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 01.09.2009 22:58
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Lauri, hallo Delta, jetzt bleibe ich einmal ganz ernst und lasse meinen mir angeborenen Humor beiseite. Der Eine schreibt etwas von Null- Besteuerung und der Andere mit einer Höhe von 80 -90%? Halt, sage ich hiermit, Delta, und verweise auf meine Schilderung aus der Sicht eines jungen Monteur, eines „ Werktätigen“ und „ nicht eines Privatbetriebes bzw. deren Angestellten“ in ebenfalls dieser DDR! Jetzt kann sich hier gern einmal ein studierter Ökonom der alten DDR einbringen und uns Beiden auf die Sprünge helfen, wie genau das damals gehandhabt wurde. Denn Keiner, nicht Einer wollte am Jahresende eine „ Einkommenssteuererklärung“ von mir, nicht über meinen Lohn, nicht über das „ Feierabendgeld“, das Netto und Bar auf die Hand in den Haushalt meiner kleinen Familie floss, so wie in meiner Geschichte geschildert.
Warum, wieso, weshalb deinen Großeltern, Delta, zur damaligen Zeit mit ihrem kleinen Privatbetrieb übel mitgespielt wurde, in dieser DDR, darüber haben wir Beide uns schon einmal ausgetauscht. Dafür kann ich nix. Ein bisschen Glück gehörte wohl bei Jedem dazu, was deine Großeltern in diesem Sozialismus leider nicht hatten! Ich kenne im übrigen genügend Menschen zur damaligen Zeit, deren Kinder ich zu meinen Freunden zählte und heut zum Teil noch zähle, deren kleiner Privatbetrieb für ihre Existenz eine gute und ausreichende Grundlage bot. Die sich auch über diese „Wende“, dem Wechsel der Gesellschaftsordnung ganz gut behauptet haben.
Auf deren „ Datschen“ in der weiteren Umgebung von Leipzig, mit zum Teil über 10000qm großen Waldgrundstücken wir auch heute noch Sylvester feiern.
Und die, mein amerikanischer Freund hatten sie schon zu tiefsten DDR- Zeiten, notariell im Grundbuch eingetragen, ganz korrekt, von den Eltern geerbt und kein Genosse, der eventuell noch großen Einfluss hatte, erdreistete sich irgendwie, Hand daran zu legen. Sie waren, wie die alten Indianer sagen: „ Tabu“, für den Staat der Arbeiter, Bauern und Intelligenz!
Es erzähle mir also Keiner von den „ armen Privaten“ die doch so in diesem Sozialismus um „das Überleben“ kämpfen mussten. Einzelne Ausnahmen siehe oben.
Angehörige in den PGH, den Produktionsgenossenschaften des Handwerk lagen in der Regel im Verdienst / Lohn noch über denen der VEB. Auch diese Delta, habe ich in der Familie und vielleicht findet einer noch eine alte Verdienstbescheinigung.
Wie schon einmal geschrieben: „ Leben und Leben lassen, Durchsetzungsvermögen, Wärme im Herzen und keinen Eisblock, Gefühl für die Gemeinschaft und nicht nur „ Ich, ich, ich, ich“, Geben und Nehmen, die richtigen Kontakte, die nötige Diplomatie, ein klein bisschen Fingerspitzengefühl und eine gute Menschenkenntnis“, Ausdauer sowie Beständigkeit, vereinte ich alle diese Eigenschaften als Privater, Werktätiger und nicht nur diesen, dann war der Sozialismus lebenswert, sogar sehr lebenswert.
Also die alten Ökonomen her, damit hier keiner auf den Gedanken kommt, „ der Rainer- Maria erzählt Märchen !“
Lauri, Mädel, du hast zwar noch nicht geantwortet aber jetzt muss ich doch einmal zu meinem ureigenen Humor zurückkehren. Die Märchen, nein besser die Geschichten erzähle ich nebenbei auch noch gerne, und zwar im Thema „ Zeitgeschichtliche Literatur 1949- 89 in Ost und West“. Schau mal rein, wenn du die Zeit hast.
Delta, nichts für ungut. Wer hatte dein Boot bezahlt? Die Großeltern aus dieser DDR oder du, schwer erarbeitet so wie ich in meiner Feierabendtätigkeit oder geerbt? Entschuldige, mir klingelte, ich habe einmal etwas ähnliches in deinen Texten gelesen! Kann aber auch falsch liegen, und sollte dies der Fall sein, dann ist meine Entschuldigung ehrlich gemeint. Alles Andere ist keine Kunst, überhaupt keine Kunst, mein amerikanischer Freund.
Weißt du, welche Leute ich immer bewundert habe? Die deutschen Auswanderer zu Ende des, ach, frage mich jetzt nicht, könnte das 18. Jahrhundert gewesen sein. Sie gingen mit nichts, aber auch nicht so viel, nur Handgepäck, eine kleine Familie mit Kind und Kegel und gründeten irgendwo auf der Welt eine neue Sippe. Diese Kraft, diese Ausdauer, diese Beständigkeit, die letztendlich zu einem guten Neuanfang führte. Vor denen, mein Freund, ziehe ich den Hut. Alles Andere, aber du weißt, das mit der „ Kunst“ steht etwas weiter oben geschrieben. Trotz Alledem, auch dir einen guten Tag.
Wieder fast eine Nachtschicht, Lauri, aber diesmal wartet meine Frau, drohte schon so komisch mit dem Finger…..ich muss ins Bett. Bis Morgen.

Gruß dir und Captn Delta von Rainer- Maria



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#37

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 01.09.2009 23:24
von Bunkerkommandant (gelöscht)
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Zitat von manudave

In Antwort auf:
Und von wegen zur Armee als Bubentraum: Ich habe ins Heimatkundeheft der zweiten Klasse meinen Berufswunsch auf das entsprechende Blatt gemalt: Ich als Kommandant eines Panzers. Na das hätte was werden können bei meiner weiteren figürlichen Entwicklung ...



Das wiederum wollte ich nicht - mein Vater war ja genau das. Als ich mal da drin war, wollte ich auch ganz schnell wieder raus. Mich haben aber diese Unterwasserfahrten mit diesem ewig langem Rohr fasziniert. Hab noch irgendeine Geschichte im Kopf, dass da alle Löcher vorher eingefettet wurden, damit kein Wasser reinkam. Als Gag hat man dann wohl Konkurenzpanzern Sand ins Fett gemischt und die sind dann etwas feucht geworden.


Mein Ziel war: Armeegeneral Keßler´s Job... - ach was war man jung und treu...




Und das mit 9 oder 10 Jahren in der Zeit der Wende?
In dem Alter habe ich als Sohn eines Panzerkommandanten und Stabschefs aber andere Sorgen gehabt. Sicher, mal im Panzer sitzen, wer wollte das nicht als junger Pionier, aber als Berufswunsch... und dann das Ministerium im Auge? Halleluja... du Hardliner !!!


Wir lesen uns,
Thomas.


zuletzt bearbeitet 01.09.2009 23:29 | nach oben springen

#38

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 02.09.2009 06:40
von manudave (gelöscht)
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In Antwort auf:
Und das mit 9 oder 10 Jahren in der Zeit der Wende?
In dem Alter habe ich als Sohn eines Panzerkommandanten und Stabschefs aber andere Sorgen gehabt. Sicher, mal im Panzer sitzen, wer wollte das nicht als junger Pionier, aber als Berufswunsch... und dann das Ministerium im Auge? Halleluja... du Hardliner !!!



Damals gab es doch noch so eine NVA-Zeitung, die ich mir jede Woche (?) heimlich kaufte. Weiß noch jemand wie die hieß?


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#39

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 02.09.2009 07:14
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von manudave
...
Damals gab es doch noch so eine NVA-Zeitung, die ich mir jede Woche (?) heimlich kaufte. Weiß noch jemand wie die hieß?



Hallo manudave,

also, die mit den vielen bunten Bildern war die "ar" - Armeerundschau - und die gab es monatlich für 'ne Mark. Wöchentlich kam die "Volksarmee". Aber wenn Du die als Kind freiwillig gelesen hast ... auweia, das würde mich ja sogar in den Schatten stellen. Meine "Lieblingsrubrik" darin war übrigens war die "Leserbriefseite" von Rudi P. Wir hatten mal eine "knapp formulierte Bitte unserer Politabteilung" erhalten, einen mehrseitigen Beitrag über die Agitationsarbeit in unserer Einheit zu verfassen und dazu sogar noch ein Bild zu liefern. Der Beitrag erschien auf der besagten Leserbriefseite. Gedruckt wurde ein kleines Bild und dazu der Satz (sinngemäß): "Die Angehörigen der Stabskompanie in Dermbach beim interessierten Studium der Wandzeitung". Alter, das war noch Journalismus vom Feinsten! Also irgendwie kann ich Dich da sogar verstehen ...


ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 02.09.2009 07:15 | nach oben springen

#40

RE: Ausbildungssystem in der DDR

in Leben in der DDR 02.09.2009 18:46
von Lauri* (gelöscht)
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Ihr habt mir alle echt weitergeholfen. Vielen lieben Dank :)

Für Rainer - Maria


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