#101

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.08.2013 13:08
von Gohrbi | 575 Beiträge

Zitat von coff im Beitrag #99
Zitat von 94 im Beitrag #90
Es gab auch EK-Signaturen welche geduldet oder zumindest 'übersehen' wurden. Die GK's hatten doch im Treppenaufgang zu 1. Geschoß so ein Öl-Fresko an der Wand. In Vitze war der Kalimandscharo dargestellt. In der SiK (Eisenbahn-GÜSt) in Gerstungen war's logischerweise eine Diesellok (wimre eine 118), welche dargestellt wurde. Und diese trug als Loknummer na was wohl ... EK nn. Bei dem nn bin ich mir überhaupt nimmer sicher ich meine es war 81/II


Kalimandscharo -- war das der Abraumberg der Kaligrube Teutschental???


...ich denke das war der hier, oder?


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#102

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.08.2013 18:44
von Fritze (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #95
welche Gespenster habt ihr noch wahrgenommen?
Lutze


-Eisbären auf dem Kolonnenweg
-Krähen ,die rückwärts flogen
-Windgeräusche im UFT


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#103

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.08.2013 18:49
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Fritze im Beitrag #102
Zitat von Lutze im Beitrag #95
welche Gespenster habt ihr noch wahrgenommen?
Lutze


-Eisbären auf dem Kolonnenweg
-Krähen ,die rückwärts flogen
-Windgeräusche im UFT




Bei uns radelte in nebeligen Nächten immer der ruhelose Geist eines vor vielen Jahren ums Leben gekommenen mit einem rostigem Fahrrad den Kolonnenweg entlang


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#104

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.08.2013 19:21
von Fritze (gelöscht)
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Und dann gabs noch KUNO ! Riesig gross ,immer n schwarzen Kittel an ,ging er durch die Abschnitte ,wie es ihm gefiel ohne selbst extra aufgestellte Signalgeräte auszulösen ! Eine dreckige Visage hatte der , kam wohl vom ewigen im Dreck rumwühlen !


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#105

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.08.2013 20:06
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Mal wieder hin zum Thema. In einem ähnlichen Fred(anderes Forum) schrieb ich mal sinngemäß: "Egal was ein junger Mensch bei der NVA und seiner Untertruppe Grenztruppe zu ertragen hatte, wenn es gegen die Würde ging, übrigens, sowas fing schon bei "der Musikbox"an, war Schluss mit Lustig. Jeder, aber auch jeder junge Mensch hat eine andere Auffassung von Dem, was Ihm ein Anderer, Andere zumuten und auch Jeder verhält sich anders wenn es zu derartigen Übergriffen kommt.

Nur die menschliche Seele ist verletzlich wie Sau und wo der Eine lachte weinte halt der Andere,wurde verletzt, sowas sollte man sich gut vor Augen halten, wenn man über irgendwelche Auswüchse der alten EK-Bewegung in der NVA schreibt.Und ja, ich schrieb dies auch schon öfters,(ich bin ein Verfechter der Wehrpflicht, heute noch) es gab Zwei EK-Bewegungen, eine die somit nützlich war um den jungen Kerl auf den richtigen Weg der Ordnung und Disziplin zu bringen und dem ganzen Gegenteil, dem was teilweise richtig tief seine Seele verletzte.

Ich persönlich weil schon älter damals (so um 23-25) konnte einfach nicht mehr über verschiedene Rituale lachen, auch wenn sie noch so lange in der Grenztruppe "Tradition" gehabt haben.Mag sein, in gewisser Weise war ich ein Einzelgänger und bin doch nie ohne gute treue Freunde ausgekommen aber ich hatte schon als junger Mensch (klingt so altklug, ist es aber nicht) eine sehr sensible Einstellung was die Würde des Einzelnen betrifft.

Lebensläufer


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#106

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.06.2014 16:48
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Heimgängertücher waren früher kleine Kunstwerke

Über den Inhalt sehen wir hinweg, der ist historisch.


...aufgenommen in einer Ferienwohnung.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.06.2014 16:49 | nach oben springen

#107

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.06.2014 17:19
von damals wars | 12.213 Beiträge

Der Film NVA war im Bezug auf die EK Bewegung schon sehr nahe an der Realität.
Nur wurde in die Musikbox nicht auch noch Spee oder ATA reingeschüttet? Kenne ich allerdings auch nur vom Hörensagen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#108

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.06.2014 18:43
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Der Sinn dieser EK-Bewegung wird mir wohl auf ewig verborgen bleiben........


Intellektuelle spielen Telecaster
stutz hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#109

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.06.2014 18:50
von Marder | 1.413 Beiträge

Verstehen kann man es nicht wenn man darüber nachdenkt und hohe Wertevorstellungen hat.
Es ist aber so, das Gepiesackte sich den nächst Schwächerungen suchen um den zu piesacken.
So kommt es zu solchen "Ausschreitungen".
Das muss konsequent unterbunden werden, weil einer ist immer der Schwächere ( Stichwort Ohrfeigengesicht).
Mit freundlichen Grüßen Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
Schuddelkind und seaman haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#110

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.06.2014 20:18
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #108
Der Sinn dieser EK-Bewegung wird mir wohl auf ewig verborgen bleiben........


Machtrituale haben keinen Sinn. Jedenfalls keinen vernünftigen. Höchstens den, dass sich Menschen die ansonsten im Leben nichts auf die Reihe bekommen, wenigstens einmal im Leben so richtig mächtig fühlen durften.
Als ich damals, 1983, im 1. Diensthalbjahr bei der Diensthundestaffel im GR 38 war, gab es dort einen Gefreiten K. Ungefähr 1,90 m groß, schlacksig, lispelnd und ohne zu übertreiben, Strohdumm. Dessen ungeachtet gehörte das Lösen von Kreuzworträtseln zu seinen Lieblingsbeschäftigigungen. Wobei er sich die Antworten "passend machte".
Zum Beispiel: Kleidungsstück mit fünf Buchstaben. Das war bei ihm ein Hempt. Oder die Frage: anderer Begriff für Kleinkind. Bei K. lautete die Antwort Pepi. Sollte wahrscheinlich Baby heißen und passte ja auch in die vorgesehenen Kästchen.
Was ich damit sagen wollte: draußen hätte diesen Kerl niemand wahrgenommen. Oder er wäre zur Witzfigur abgekanzelt worden. Drinnen aber, in dem Mikrokosmos der Kaserne, konnte er gegenüber dem 1. Diensthalbjahr " so richtig die Sau rauslassen".
Während uns die anderen "EK's" in Ruhe ließen, sorgte K. des Öfteren für irgendwelche "Spielchen".
Es gab wohl auch noch einen anderen Grund für die "EK-Bewegung". Zumindest wurde diese durch das bewusste Wegsehen mancher Vorgesetzter begünstigt. Zu den Nebeneffekten der "EK-Bewegung" gehörte es, dass dadurch Disziplin unter den Soldaten des 1. und 2. Diensthalbjahres herrschte. Das wurde gerne in Kauf genommen, auch wenn es sich um erzwungene Disziplin, aus Angst vor weiteren Schikanen seitens des 3. Diensthalbjahres handelte.
Aufgelehnt haben wird sich dagegen kaum ein Soldat, weil unter den Angehörigen des 3. Diensthalbjahres ein starker Zusammenhalt, basierend auf einer Art inoffiziellen "Ehrenkodex" vorherrschte.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


zuletzt bearbeitet 30.06.2014 20:45 | nach oben springen

#111

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.06.2014 22:22
von 94 | 10.792 Beiträge

Nun ja, keinen Sinn würde ich jetzt mal so nicht sagen. Immerhin wußte (oder sollte es wissen) das dritte Diensthalbjahr, die sogenannten Ehs, wie der Hase läuft und das zweite Diensthalbjahr (die sogenannten Glatten) es wohl eher nicht. Also bekommt jeder Eh einen Glatten als Patenkind und hat dafür zu sorgen, das sich 'sein' Patenkind all das lernt, was'es am Kanten braucht und nicht durch besonders 'dachshaftes' Verhalten auffällt. Weil das macht ihn dann mit zum Gespöt und Kaffee-Boiler-Bezahler der andern Ehs.
Nicht ganz von ungefähr kommt ja der blöde Spruch, das es nur zwei richtige Dienstgrade gibt, und beide beginnen mit dem Buchstaben Geh.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#112

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.06.2014 23:57
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #111
Nun ja, keinen Sinn würde ich jetzt mal so nicht sagen. Immerhin wußte (oder sollte es wissen) das dritte Diensthalbjahr, die sogenannten Ehs, wie der Hase läuft und das zweite Diensthalbjahr (die sogenannten Glatten) es wohl eher nicht. Also bekommt jeder Eh einen Glatten als Patenkind und hat dafür zu sorgen, das sich 'sein' Patenkind all das lernt, was'es am Kanten braucht und nicht durch besonders 'dachshaftes' Verhalten auffällt. Weil das macht ihn dann mit zum Gespöt und Kaffee-Boiler-Bezahler der andern Ehs.
Nicht ganz von ungefähr kommt ja der blöde Spruch, das es nur zwei richtige Dienstgrade gibt, und beide beginnen mit dem Buchstaben Geh.

Du schwächelst. es heißt Ge... und nicht Geh(General/Gefreiter)


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#113

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.07.2014 00:08
von rotrang (gelöscht)
avatar

Zitat von Pitti53 im Beitrag #112
Zitat von 94 im Beitrag #111
Nun ja, keinen Sinn würde ich jetzt mal so nicht sagen. Immerhin wußte (oder sollte es wissen) das dritte Diensthalbjahr, die sogenannten Ehs, wie der Hase läuft und das zweite Diensthalbjahr (die sogenannten Glatten) es wohl eher nicht. Also bekommt jeder Eh einen Glatten als Patenkind und hat dafür zu sorgen, das sich 'sein' Patenkind all das lernt, was'es am Kanten braucht und nicht durch besonders 'dachshaftes' Verhalten auffällt. Weil das macht ihn dann mit zum Gespöt und Kaffee-Boiler-Bezahler der andern Ehs.
Nicht ganz von ungefähr kommt ja der blöde Spruch, das es nur zwei richtige Dienstgrade gibt, und beide beginnen mit dem Buchstaben Geh.

Du schwächelst. es heißt Ge... und nicht Geh(General/Gefreiter)


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#114

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.07.2014 08:54
von hardi24a | 331 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #107
Der Film NVA war im Bezug auf die EK Bewegung schon sehr nahe an der Realität.
Nur wurde in die Musikbox nicht auch noch Spee oder ATA reingeschüttet? Kenne ich allerdings auch nur vom Hörensagen.


1975 war es das bekannte Scheuermittel P3


maxhelmut hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#115

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.07.2014 09:20
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von hardi24a im Beitrag #114
Zitat von damals wars im Beitrag #107
Der Film NVA war im Bezug auf die EK Bewegung schon sehr nahe an der Realität.
Nur wurde in die Musikbox nicht auch noch Spee oder ATA reingeschüttet? Kenne ich allerdings auch nur vom Hörensagen.


1975 war es das bekannte Scheuermittel P3



Das Zeug kenne ich auch noch aus dem Jahr 74/75. Habe damit Bekanntschaft gemacht,gleich unmittelbar nach eintreffen auf der Grenzkompanie.Habe angeblich geputscht und hatte dann meine Reviere für die nächsten 14 Tage zugeteilt bekommen.


hardi24a hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#116

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.07.2014 21:25
von 94 | 10.792 Beiträge

Das ganze nannte sich 'kanadischer Winter', warum auch immer. Doch weil's Edgar nun heimgegangen ist, der Ulu aber immer noch ganz entspannt mit Koeter 'kuschelt' (und das auch noch so eine Weile bleiben wird), andererseits ja nun offensichtlich doch etwas Bedarf an ollen Armeezeitkamellen zum nachlesen besteht, na also dann mal einen lesenswerten Link ...
http://ich-diene-der-ddr.blogspot.de/2011_04_01_archive.html

P.S. was macht'n eigentlich den @ABV sein Journalist *blöd_frag*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 01.07.2014 21:25 | nach oben springen

#117

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.07.2014 21:35
von FRITZE (gelöscht)
avatar

Also ,ich bin e bissl enttäuscht ! Mit dem Köter kuscheln ?

Komm mal vorbei ,dann zeig ich Dir mal ,was n anständiger Wachhund macht ! Kannst ja mal probieren mit auf dem Sofa Platz zu nehmen !

Angefügte Bilder:
DSC00449.JPG

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#118

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.06.2015 01:25
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge

Zur EK-Angelegenheit fällt mir noch Folgendes ein.
Bei uns in Weilrode hießen die EKs nicht EKs, sondern Gänger, genauer Heim-Gänger, daher auch mein Signum mit HG 82/I.
Jeder hatte einen offiziellen Spitzname (ich war der Olsen wegen meiner Fähigkeiten im Umgang mit geschossenen Schlössern) und einen Gängername. Er diente nur zur Verewigung an ausgesuchten Postenplätzen ( z.B. Tirolerbursch 78+h), blieb weitgehend "geheim" und wurde verwendet, damit der Spieß nicht dahinter kam, wer sich wo verewigt hatte. Beliebte Verewigungsstellen waren die Rückseiten der GMN-Säulen und die Wände in Erdnuckeln oder auf den B-Türmen.
Parole war für unsere Vorgänger "Herbst<->Heimgang und für uns "Frühling<->Freiheit". Unser Gängersternbild war der Orion; wenn der vom Himmel verschwand (für die Klugscheißer: ich weiß schon, daß er nicht verschwindet, nur seine Sichtbarkeit ändert sich im Laufe des Jahres...), dann verschwanden auch wir aus dem Grenzgebiet!
Putscherkassen gab es auch auf unserer Kompanie jeweils zugweise, dort wurde von allen eingezahlt und auch von allen gemeinsam versoffen. Vergehen waren u.a.
bei den Gängen (i.allg. drittes DHJ)
- das Verpassen des Bandmaßabschneidens (18 Uhr bzw. nach der Dienstausgabe),
- das Verweigern der Bandmaßkontrolle ab fünf Minuten nach 18 Uhr oder DA
- das Verweigern des Zeigens der vollen (restlichen) Länge
- das Vergessen des Tragens des Bandmaßes (beispielsweise auf dem Klo, beim Duschen oder im Ausgang...)
- vorzeitiges Schneiden
- fehlerhaftes Schneiden
- kaputte Bandmaßbehälter

bei den Zigs (wegen der Achtzig Mark Wehrsold) und Vizes
- das Sehen oder Nennen falscher Farben (Zigs sehen nur rot, danach kam Vize-grün, später Gänger-blau und ab der letzten dreißig Tage für die Gänger auch grau, braun, schwarz) (außer im Grenzdienst, da war eine grüne Eumel eben eine grüne Eumel und nicht die nicht rote Eumel)
- das Benutzen von auffälligen Gegenständen in falscher Farbe
- das Nennen von Begriffen, die nur den Vizes (bei den Zigs) oder Gängern (bei Zigs und Vizes) vorbehalten waren, Worte mit HG beispielsweise.
- keimhaftes Verhalten (übertrieben saubere Kragenbinden beispielsweise oder vorschriftsmäßige Trageweise der Regenrolle usw...)
- missliebiges Verhalten im Grenzdienst
- einnicken bzw. schlafen im Grenzdienst sowie auf An- und Abfahrt
- Mängel bei der Pflege der Reviere
- und alles, was der Patenonkel als unangebracht eingeschätzt hat.

Strafe war immer ein Fünfziger in die Putscherkasse (bei den Gängern so viele, wie Gänger bei der Kontrolle anwesend waren) oder bei den Zigs und Vizes BB (Bett blank, also Bett komplett abziehen und neu beziehen) oder KW (kanadischer Winter, Revierreinigen mit vorher verstreutem P3).
Schweigeschichten, R109 ständig am Mann oder Schicht nach DV oder oder oder gab es nur bei Verstößen im Grenzdienst. Das diente wahrhaftig der Disziplinierung des niederen Diensthalbjahres und damit zur Sicherung eines "guten", also störungsfreien, Grenzdienstes.
Bei Verstößen der Gänger untereinander gab es einen sogenannten Gängerrat, der über entsprechende Disziplarmaßnahmen befand. Beliebt (naja, in meiner Dienstzeit weiß ich nur von drei Malen) war das kalte Duschen in der Kompaniedusche im Keller. Diese Maßnahme wurde sogar einmal gegen einen jungen Ultn-ZF angewendet, der vergessen hatte, die Ausgangsscheine beim Spieß abzuholen.
Die Gängerkugel wurde aus Rücksicht auf die schlafenden Mitstreiter nur gaaanz selten gerollt und auch nur zu Zeiten, wo sowieso alle wach waren. Da sich daran kein Buckel (oder Sacki) gestört hat ist es einfach unterblieben. Musikbox, Gänger auf Heimfahrt usw. kenne ich nur aus Erzählungen von anderen Kompanien.
Einweisung ins Gebiet, Vererbungen, Bandmaßanschnitt und Vizeschlag verliefen im Prinzip so, wie es bereits beschrieben wurde. Ein Unterschied war die Anzugsordnung bei letzteren, wir trugen dazu immer die Ausgangsuniform und nicht nur die nackte Unterwäsche.

HG 82/I
Olsen


Freienhagener, hundemuchtel 88 0,5 und Adam haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#119

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.06.2015 14:00
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Tolle Brauchtumsforschung


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#120

RE: EK

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.06.2015 16:13
von SiK90 (gelöscht)
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In GG war die EK Bewegung verbreitet. Ich bekam als Glatter dort aber nur wenig davon mit, da ich meist unterwegs war. In Berlin war davon kaum was zu spüren; Kompaniesicherung, täglich wechselnde Schichten. Bei uns auf der Bude auch kaum: 3 EK's, 2 Uffz. und ein Vize (Schreiber).


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