#101

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 20:27
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #83
Zitat von DoreHolm im Beitrag #82
Zitat von Gert im Beitrag #68
Zitat von Barbara im Beitrag #62
Danke Gert, bitte nimm aber auch meine anderen Ausführungen zur Kenntnis, denn es hat keinen Sinn, das Kind immer mit dem Bade auszuschütten.
.

liebe Barbara , hab ich natürlich, nur diesen Punkt wollte ich besonders hervorheben. Ich möchte dazu etwas grundsätzliches sagen. Das Meiste, was ich hier schreibe, ist aus eigener Erfahrung auch wenn einige die Dreistigkeit besitzen auch dieses noch anzuzweifeln, wenn es nicht in ihr Weltbild passt. Da wird meine Glaubwürdigkeit damit in Frage gestellt, dass ich ich ja schon lange nicht mehr in der DDR lebe. Richtig, aber vorher hatte ich Jahre, um mir diesen Staat bis zur Sättigungsgrenze reinzuziehen und es stank, es stank wie auf den Rieselfeldern, was dort an Politik umgesetzt wurde.
Ich habe nicht studieren dürfen in der DDR im Gegensatz zu einer Reihe Genossen hier, daher habe ich auch nicht die Bildung, um bei hochwissenschaftliche Diskussionen über Wert und Unwert dieser politischen Doktrinen mitreden zu können. Ist mir auch nicht wichtig. Wenn ich aber wieder das Vokabular dieser Leute lesen muss, die da von Revisionisten, von Lenins großartiger Politik , von Klassenfeinden, Klassenkampf , Imperialisten usw. dann wird mir einfach nur schlecht. Das löst bei mir ähnliche Reflexe aus wie Sprüche "ein Volk, ein Reich, ein Führer",. Die Sprache des Totalitarismus, eines Staates mit faschistoiden Handlungsweisen und das war sie, die DDR. Das ist auch der Grund warum sie auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet ist und das zu Recht. So, ich habe fertig, würde ich als Fussballtrainer sagen.


Grün: Da muß ich Dir widersprechen. Man muß schon einschlägige Parteischulen besucht haben und das nicht nur mal für zwei Wochen, um in diese Materie tiefgründig einsteigen zu können. Meist wurden während des Studiums, bei dem auch sowas wie Stabü (als Nebenfach) behandelt wurde, die wenigsten realen Wissenszuwächse vermittelt. Die meisten Studenten langweilten sich nach meiner Erfahrung mehr oder weniger, wenn der Lehrer es nicht fertigbrachte, die Studenten aus der Reserve zu locken und auch mal ein bischen zu provozieren und dadurch zum Widerspruch anzuregen. Was mich betrifft, habe ich den allergrößetn Teil meines Wissens über gesellschfatliche Zusammenhänge nicht durch das Studium erworben, sondern weitestgehend aus du it yourself. Man muß natürlich genug Interesse an dieser Thematik mitbringen, sonst wird es durch das Studium nichts und auch nicht außerhalb. Ich habe mich nunmal für alles interessiert, was Natur und Technik betrifft und mit fortschreitendem Alter auch zunehmend für philosophische, psychologische und gesellschafts-und militärpolitische betrifft. Wer sich hier Wissen aneignen wollte, konnte es auch tun. Wer nicht, sollte sich nicht darüber beklagen, wenn andere immer noch ein Gegenargument mehr draufhaben.




@DoreHolm ,

(rot mark)

oooh doch!

Nämlich dann, wenn man systhematisch von allem ausgegrenzt wurde und nicht die progressive Mentalität wie Du und ich hatte.

Egal, ob wir nun Genosse waren oder nicht.

Wenn man eher der sensiblere und ängstliche oder auch nur zurückhaltende Mensch war, sah da schon ganz, ganz anders aus!

Kannst Du Dich in solch eine Lage hineinversetzen?


Sorry, antworte bitte nur mit ja der nein!


Eines von diesen viele kleinen Debakeln, Details, was die SED und ihre in Mehrzahl führenden Kader, hoppla, heut sagt man ja wohl Funktionäre, zu verantworten hatten! Ein Teil dessen, was das Leben für manch einen in der DDR unerträglich machte, im Endeffekt mit die Massenfliucht 1989 und den Untergang dieser DDR auslöste. In einigen und aus heutiger Sicht zu betrachtenden Facetten zum Untergang: Leider.

Der bedingungslose Untergang der SED und die nachhaltige Bestrafung aller SED- Täter hätte vorerst gereicht!

josy95



Lila: Muß doch ganz kurz darauf antworten, aber eindeutig mit "Ja", weil ich solche Menschen kenne (eigene Familie und Verwandschaft und Bekanntschaft), die das Gemüt einer Mimose haben. Nur, bei denen sind eben, was für die Einen Banalitäten sind (wie eben für mich z.B.), schon die schlimmsten Erlebnisse. Kann man nicht ändern, kann man nur hinterfragen, ob das Erzählte tatsächlich für alle anderen ebenso krass gewesen wäre wie für den Erzähler.



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#102

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 11:00
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #101
Zitat von josy95 im Beitrag #83
Zitat von DoreHolm im Beitrag #82
Zitat von Gert im Beitrag #68
Zitat von Barbara im Beitrag #62
Danke Gert, bitte nimm aber auch meine anderen Ausführungen zur Kenntnis, denn es hat keinen Sinn, das Kind immer mit dem Bade auszuschütten.
.

liebe Barbara , hab ich natürlich, nur diesen Punkt wollte ich besonders hervorheben. Ich möchte dazu etwas grundsätzliches sagen. Das Meiste, was ich hier schreibe, ist aus eigener Erfahrung auch wenn einige die Dreistigkeit besitzen auch dieses noch anzuzweifeln, wenn es nicht in ihr Weltbild passt. Da wird meine Glaubwürdigkeit damit in Frage gestellt, dass ich ich ja schon lange nicht mehr in der DDR lebe. Richtig, aber vorher hatte ich Jahre, um mir diesen Staat bis zur Sättigungsgrenze reinzuziehen und es stank, es stank wie auf den Rieselfeldern, was dort an Politik umgesetzt wurde.
Ich habe nicht studieren dürfen in der DDR im Gegensatz zu einer Reihe Genossen hier, daher habe ich auch nicht die Bildung, um bei hochwissenschaftliche Diskussionen über Wert und Unwert dieser politischen Doktrinen mitreden zu können. Ist mir auch nicht wichtig. Wenn ich aber wieder das Vokabular dieser Leute lesen muss, die da von Revisionisten, von Lenins großartiger Politik , von Klassenfeinden, Klassenkampf , Imperialisten usw. dann wird mir einfach nur schlecht. Das löst bei mir ähnliche Reflexe aus wie Sprüche "ein Volk, ein Reich, ein Führer",. Die Sprache des Totalitarismus, eines Staates mit faschistoiden Handlungsweisen und das war sie, die DDR. Das ist auch der Grund warum sie auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet ist und das zu Recht. So, ich habe fertig, würde ich als Fussballtrainer sagen.


Grün: Da muß ich Dir widersprechen. Man muß schon einschlägige Parteischulen besucht haben und das nicht nur mal für zwei Wochen, um in diese Materie tiefgründig einsteigen zu können. Meist wurden während des Studiums, bei dem auch sowas wie Stabü (als Nebenfach) behandelt wurde, die wenigsten realen Wissenszuwächse vermittelt. Die meisten Studenten langweilten sich nach meiner Erfahrung mehr oder weniger, wenn der Lehrer es nicht fertigbrachte, die Studenten aus der Reserve zu locken und auch mal ein bischen zu provozieren und dadurch zum Widerspruch anzuregen. Was mich betrifft, habe ich den allergrößetn Teil meines Wissens über gesellschfatliche Zusammenhänge nicht durch das Studium erworben, sondern weitestgehend aus du it yourself. Man muß natürlich genug Interesse an dieser Thematik mitbringen, sonst wird es durch das Studium nichts und auch nicht außerhalb. Ich habe mich nunmal für alles interessiert, was Natur und Technik betrifft und mit fortschreitendem Alter auch zunehmend für philosophische, psychologische und gesellschafts-und militärpolitische betrifft. Wer sich hier Wissen aneignen wollte, konnte es auch tun. Wer nicht, sollte sich nicht darüber beklagen, wenn andere immer noch ein Gegenargument mehr draufhaben.




@DoreHolm ,

(rot mark)

oooh doch!

Nämlich dann, wenn man systhematisch von allem ausgegrenzt wurde und nicht die progressive Mentalität wie Du und ich hatte.

Egal, ob wir nun Genosse waren oder nicht.

Wenn man eher der sensiblere und ängstliche oder auch nur zurückhaltende Mensch war, sah da schon ganz, ganz anders aus!

Kannst Du Dich in solch eine Lage hineinversetzen?


Sorry, antworte bitte nur mit ja der nein!


Eines von diesen viele kleinen Debakeln, Details, was die SED und ihre in Mehrzahl führenden Kader, hoppla, heut sagt man ja wohl Funktionäre, zu verantworten hatten! Ein Teil dessen, was das Leben für manch einen in der DDR unerträglich machte, im Endeffekt mit die Massenfliucht 1989 und den Untergang dieser DDR auslöste. In einigen und aus heutiger Sicht zu betrachtenden Facetten zum Untergang: Leider.

Der bedingungslose Untergang der SED und die nachhaltige Bestrafung aller SED- Täter hätte vorerst gereicht!

josy95



Lila: Muß doch ganz kurz darauf antworten, aber eindeutig mit "Ja", weil ich solche Menschen kenne (eigene Familie und Verwandschaft und Bekanntschaft), die das Gemüt einer Mimose haben. Nur, bei denen sind eben, was für die Einen Banalitäten sind (wie eben für mich z.B.), schon die schlimmsten Erlebnisse. Kann man nicht ändern, kann man nur hinterfragen, ob das Erzählte tatsächlich für alle anderen ebenso krass gewesen wäre wie für den Erzähler.



OT
Einspruch Dore! "Mimose" ist ein abqualifizierendes Wort für Menschen, die möglicherweise einfach empfindsamer und sensibler sind als andere und vielleicht andere Fragestellungen an das Leben haben. Deren Wahrnehmung der Welt ist ebenso relevant die die derjenigen, die "härter im Nehmen" sind! Und nicht nur das: gerade sie sind oft diejenigen, die z.B. kulturelle Entwicklung im weitesten Sinn erst möglich gemacht haben und machen. Die ganze Kunstgeschichte u.a. erzählt zum Beispiel davon!
.


josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.11.2014 11:08 | nach oben springen

#103

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 12:52
von Barbara (gelöscht)
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Ich weiß nicht, sind wir sehr OT?

Möchte es trotzdem schreiben.

Wieviel Frustration das erzeugt haben muss, wenn ich die Schilderungen von Vierkrug und furry lese. Hochqualifizierte Leute mit jeder Menge Berufserfahrung in solch ausbremsenden Situationen und zwar nicht nur persönliche Frustration sondern auch "politische" im Hinblick darauf, dass sie grundsätzlich von der politischen Idee ihres Staates überzeugt waren.

Die Analogien zu heute:
ich denke, dass politische Fehlentscheidungen und der Umgang damit nicht mit den damaligen Verhältnissen in der DDR vergleichen kann, denn es gibt heute zuviel politische Konkurrenz und Möglichkeiten Misstände in die Öffentlichkeit zu tragen.

Aber ich finde wir können von den Schilderungen etwas lernen, denn sie weisen auf etwas hin, dass es auch in unserem Staat/unserer Gesellschaft gibt: sinnlose Entscheidungen, Eitelkeiten, Machtwille, Vorteilsnahme aus unterschiedlichen Gründen etc.

Die meisten von uns werden so etwas an ihrem Arbeitsplatz erlebt haben (ich mehrfach!), dass aus den absurdesten Gründen "das Richtige" - heißt sachliche und gute Arbeitsergebnisse fördernde Entscheidungen - nicht getan wird, dass Kollegen, die darauf hinweisen zu Unrecht sanktionert oder gar "geopfert" werden und man weiß genau, dass es die Falschen sind.

Ein Phänomen dabei ist (auch mein eigenes Erleben): es wird geschwiegen aus Angst vor persönlichen Nachteilen oder auch zum persönlichen Vorteil.

Dass es immer wieder zu Fehlentscheidungen kommt ist mMn nicht das eigentliche Problem, denn Menschen sind nunmal nicht perfekt. Aber das Schweigen darüber, das Alleine lassen desjenigen, der den Mund aufmacht, ist das, was jeder für sich hinterfragen muss. Wie verhalte ich mich persönlich in einer solchen Situation?

Mut, Stellung zu beziehen und das Eintreten für den anderen Kollegen - Solidarität! Ein ur-sozialistisches Motiv.
.


furry, DoreHolm und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#104

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 13:34
von Moskwitschka (gelöscht)
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Bevor es jemand anderes schreibt, komme ich den anderen zuvor und Dich @Barbara , Du hoffnungsvolle (Sozial)Romantikerin.

Doch was ist das Gegenteil von Solidarität? Ausschluss, Ablehnung, Isolierung, Feindschadaft - alles Erscheininungen, die ich in beiden Deutschländern erlebt habe und mit denen wir uns mehr oder weniger täglich auseinander setzen.

Wie wäre es mit Solidarität als eigenes Thema?

LG von der Moskwitschka


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#105

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 13:40
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #104
Bevor es jemand anderes schreibt, komme ich den anderen zuvor und Dich @Barbara , Du hoffnungsvolle (Sozial)Romantikerin.

Doch was ist das Gegenteil von Solidarität? Ausschluss, Ablehnung, Isolierung, Feindschadaft - alles Erscheininungen, die ich in beiden Deutschländern erlebt habe und mit denen wir uns mehr oder weniger täglich auseinander setzen.

Wie wäre es mit Solidarität als eigenes Thema?

LG von der Moskwitschka


Gut, gestern wurden im MDR die porträtiert, die den Kaffeeanbau in Vietnam im Auftrag der DDR organisierten.
Gelebte Solidarität.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#106

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 13:48
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von damals wars im Beitrag #105
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #104
Bevor es jemand anderes schreibt, komme ich den anderen zuvor und Dich @Barbara , Du hoffnungsvolle (Sozial)Romantikerin.

Doch was ist das Gegenteil von Solidarität? Ausschluss, Ablehnung, Isolierung, Feindschadaft - alles Erscheininungen, die ich in beiden Deutschländern erlebt habe und mit denen wir uns mehr oder weniger täglich auseinander setzen.

Wie wäre es mit Solidarität als eigenes Thema?

LG von der Moskwitschka


Gut, gestern wurden im MDR die porträtiert, die den Kaffeeanbau in Vietnam im Auftrag der DDR organisierten.
Gelebte Solidarität.



Eventuell hat man aber auch nur Kaffee gebraucht, vorstellbar wärs jedenfalls


polsam hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.11.2014 13:49 | nach oben springen

#107

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 13:52
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #104
Bevor es jemand anderes schreibt, komme ich den anderen zuvor und Dich @Barbara , Du hoffnungsvolle (Sozial)Romantikerin.

Doch was ist das Gegenteil von Solidarität? Ausschluss, Ablehnung, Isolierung, Feindschadaft - alles Erscheininungen, die ich in beiden Deutschländern erlebt habe und mit denen wir uns mehr oder weniger täglich auseinander setzen.

Wie wäre es mit Solidarität als eigenes Thema?

LG von der Moskwitschka








"Sozial" - ja!

"Romantikerin" in des Wortes tieferer Bedeutung - ja!

"Sozialromatikerin" - NEIN :-)

"Hoffnungsvoll" - immer: "Im tiefsten Winter erkannte ich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt." (Camus) Ist gelebt, nicht nur ein Spruch :-)

Gute Idee! Mach und leg richtig was vor, damit wir anständig ans arbeiten kommen.


Mit den liebsten solidarischen Grüßen!
.


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#108

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 13:58
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #106
Zitat von damals wars im Beitrag #105
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #104
Bevor es jemand anderes schreibt, komme ich den anderen zuvor und Dich @Barbara , Du hoffnungsvolle (Sozial)Romantikerin.

Doch was ist das Gegenteil von Solidarität? Ausschluss, Ablehnung, Isolierung, Feindschadaft - alles Erscheininungen, die ich in beiden Deutschländern erlebt habe und mit denen wir uns mehr oder weniger täglich auseinander setzen.

Wie wäre es mit Solidarität als eigenes Thema?

LG von der Moskwitschka


Gut, gestern wurden im MDR die porträtiert, die den Kaffeeanbau in Vietnam im Auftrag der DDR organisierten.
Gelebte Solidarität.



Eventuell hat man aber auch nur Kaffee gebraucht, vorstellbar wärs jedenfalls




Solidarität ist keine Einbahnstraße ;-)
.


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#109

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 14:00
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #108


Solidarität ist keine Einbahnstraße ;-)
.



Man sollte doch einen eigenen thread dafür eröffnen.

seaman


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#110

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 14:31
von Stringer49 | 700 Beiträge

Guten Tag,

ich möchte mich dem eigentlichen Thema wieder nähern. Ich sollte nicht die Befindlichkeiten der Deutschen betrachten, ich kann es nicht, denn ich bin ein Fremder.

Doch möchte ich generell sagen, dass auch die Staatswesen, welche der orthodoxe (Marx, Engels, Lenin ...) beschreibt, nicht ohne die Mittel und Strukturen der kapitalischen Gesellschaft auskommt.

In vielen Ostländern, gab es Beamte nicht durch den Eid auf das Land sondern auf eine Partei. Dann, weil die Diskrepanz zwischen der Theorie und dem versprochenen El Dorado nicht kleiner, aber grösser wurde, musste man der Revolten und dem «Meckern» der Menschen begegnen. So gab es dann auch in den Betrieben sozialistische «Beamte». All die Menschen, welche diesen Eid auf die Partei nicht schwören wollten, wurden deklassiert oder ausgegrenzt.

Das Ende der DDR war wie die französische Revolution - man schlug nach dem 14 Juli 1789 bei den Sepulturen die Hände ab. Unsere westliche Demokratie in Deutschland - oh, sie will auch Revolten vermeiden und gibt sich gern populistisch, nicht wahr! - exekutierte den Elitenwechsel in der DDR, einen Elitenwechsel, welchen unsere Regierungen in Westeuropa nach 1945 nicht wollten oder nur «halbherzig» gemacht hat (West Germans to the Front !)

Auch in unseren Ländern gibt es so eine Art Eid auf politische Gruppen, in Frankreich sind es die Freimaurerlogen. Wer Karriere machen möchte, ist gut beraten, Freimaurer zu werden. Franzosen, welche Beamte in kommunalen Strukturen werden, sollten der dort herrschenden Partei ihre Beiträge bezahlen; das ist besonders deutlich in Gemeinden der P.S. Diese korporatistische Tendenz geht bis in den privaten Sektor.

Ich denke also, dass es strukturelle Dinge im Sozialismus gibt, welche den Träumen und Visionen (diese braucht der Mensch ! - A Fleming oder Christopher Columbus oder James Cook oder Howard Carter) entgegenstehen wie auch in einigen kapitalistischen (ich denke an Frankreich) Ländern.

Sorry for being so pessimistic.


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


furry und polsam haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#111

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 15:03
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #102
OT
Einspruch Dore! "Mimose" ist ein abqualifizierendes Wort für Menschen, die möglicherweise einfach empfindsamer und sensibler sind als andere und vielleicht andere Fragestellungen an das Leben haben. Deren Wahrnehmung der Welt ist ebenso relevant die die derjenigen, die "härter im Nehmen" sind!

Einspruch zum Einspruch! Erstens gings um's Gemüth einer Mimose, nicht um die Mimose selbst. Und zweites ist Mimose keinesfalls abwertend, noch nicht! Ersetze doch einfach mal Mimose durch Sensibelchen ... alles chlor? Dazu eine etwas unsensible Frage, machts Dir eigentlich Spass die Euphemismus-Tretmühle als Hamsterrad zu benutzen oder ist das eher schon zwanghaft?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#112

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 15:49
von GKUS64 | 1.605 Beiträge

...machts Dir eigentlich Spass die Euphemismus-Tretmühle als Hamsterrad zu benutzen oder ist das eher schon zwanghaft?

Also semantisch betrachtet müsste man ja nun dem Euphemismus als Gegenstück den Dysphemismus bzw. den Kakophemismus gegenüber stellen. Dies wäre aber eine Abwertung mit negativen Konnotationen. Das ist doch aber nicht in unserem Sinne!

Alles klar?

GKUS64


zuletzt bearbeitet 02.11.2014 15:51 | nach oben springen

#113

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 15:54
von Regina | 643 Beiträge

#112
Der sehr schlaue Thomas hat alles verstanden!
Oder
Der dumme Thomas kapiert den Satz nicht.



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#114

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 16:19
von Vierkrug (gelöscht)
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Zitat von Regina im Beitrag #113
#112
Der sehr schlaue Thomas hat alles verstanden!
Oder
Der dumme Thomas kapiert den Satz nicht.


Dann mal hier hineinschauen http://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus


GKUS64 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#115

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 16:50
von Moskwitschka (gelöscht)
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Nachdem ich nun die Beiträge @Gert @DoreHolm @Barbara und @94 noch mal gelesen habe, bei dem die Mimose bzw. das Gemüt einer Mimose in den Mittelpunkt gerückt wurde, komme ich unter Berücksichtigung des Themas zu folgenden Schluß:

Mimosen waren ungeeignet für eine Mitgliedschaft in der SED. Ihre Sensibilität und Empfindsamkeit war dann im Einzelfall was für den Psychiater, wenn man es auf das Gemüt schiebt. Umgangssprachlich - er/sie ist verwirrt und tickt nicht richtig. Gab doch solche Fälle, oder?

Dabei verkennt man, das Mimosen mit der Zeit verholzen und Stacheln bilden. Daher war und bin ich gern Mimose und lausche weiterhin interessiert den Ausführungen in diesem thread.

LG von der Moskwitschka


schulzi und polsam haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#116

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 17:22
von Gelöschtes Mitglied
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So, wie ich es hier in sehr vielen Beiträgen gelesen habe, war es auch in der DDR an Schulen, Hochschulen, Polit-Unterricht bei den GT und später in den "Arbeitskollektiven".
Der Sozialismus musste den Menschen erklärt werden, und zwar der Sozialismus, den man (die SED) meinte.
Und bei all diesen Erklärungen griff man auf Zitate der "Klassiker"(Marx, Engels, Lenin) zurück, teilweise konnte man Standardzitate auswendig. Es gab Profis, überall im Lande, die konnten jede Erscheinung im Leben mit einem Zitat zur äußersten Zufriedenheit der führenden Genossen propagandistisch verwerten.
Alles erklärte sich aus den Lehren von Marx, Engels und Lenin. Nur, die Menschen, die ihrer redlichen Arbeit unter welch grotesken Umständen auch immer nachkamen, die unter teilweise mangelhaften Lebensbedingungen Kinder erzogen, konnte diese Propaganda nicht überzeugen...

Ich mache es kurz: Als die gewaltsame Unterdrückung im Inneren und im Äußeren spürbar wirkungsloser wurde, sind der DDR und der SED die Menschen scharenweise weggelaufen, haben den "Sozialismus" auf den Müll geworfen, trotz aller in sich begründeten Lehren!

Und heute sitzen wir alle in der warmen Stube des bösen Kapitalismus, der Kühlschrank ist voll, die Autos sind in Garage und Carport, der Gartenzaun ist abgeschlossen... und so rundum alimentiert vom System des Kapitalismus faseln wir spätromatisch vom schönen Sozialismus! Und wie man es beim nächsten Mal besser machen kann.

Wo ist der Haken? Mal Marx, Engels oder Lenin betrachten!!! Wie gelernt, sie nämlich schrieben als gut situierte "Gelehrte" in der warmen Stube des Kapitalismus und erspannen dort ihre Theorie vom schönen Sozialismus, den spätere Generationen von Menschen bis zu seinem Untergang bitter ertragen mussten, bis auf die, die deren Lehren predigten und noch bis heute...

VG Klaus


Altmark01, Regina, josy95, Gert und polsam haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#117

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 17:51
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Zitat von Hufklaus im Beitrag #116
So, wie ich es hier in sehr vielen Beiträgen gelesen habe, war es auch in der DDR an Schulen, Hochschulen, Polit-Unterricht bei den GT und später in den "Arbeitskollektiven".
Der Sozialismus musste den Menschen erklärt werden, und zwar der Sozialismus, den man (die SED) meinte.
Und bei all diesen Erklärungen griff man auf Zitate der "Klassiker"(Marx, Engels, Lenin) zurück, teilweise konnte man Standardzitate auswendig. Es gab Profis, überall im Lande, die konnten jede Erscheinung im Leben mit einem Zitat zur äußersten Zufriedenheit der führenden Genossen propagandistisch verwerten.
Alles erklärte sich aus den Lehren von Marx, Engels und Lenin. Nur, die Menschen, die ihrer redlichen Arbeit unter welch grotesken Umständen auch immer nachkamen, die unter teilweise mangelhaften Lebensbedingungen Kinder erzogen, konnte diese Propaganda nicht überzeugen...

Ich mache es kurz: Als die gewaltsame Unterdrückung im Inneren und im Äußeren spürbar wirkungsloser wurde, sind der DDR und der SED die Menschen scharenweise weggelaufen, haben den "Sozialismus" auf den Müll geworfen, trotz aller in sich begründeten Lehren!

Und heute sitzen wir alle in der warmen Stube des bösen Kapitalismus, der Kühlschrank ist voll, die Autos sind in Garage und Carport, der Gartenzaun ist abgeschlossen... und so rundum alimentiert vom System des Kapitalismus faseln wir spätromatisch vom schönen Sozialismus! Und wie man es beim nächsten Mal besser machen kann.

Wo ist der Haken? Mal Marx, Engels oder Lenin betrachten!!! Wie gelernt, sie nämlich schrieben als gut situierte "Gelehrte" in der warmen Stube des Kapitalismus und erspannen dort ihre Theorie vom schönen Sozialismus, den spätere Generationen von Menschen bis zu seinem Untergang bitter ertragen mussten, bis auf die, die deren Lehren predigten und noch bis heute...

VG Klaus


Grün: Lediglich Engels hatte eine halbwegs gesicherte wirtschaftliche Existenzgrundlage als Unternehmer.Bevpt hier wieder jemand mit der Keule kommt, daß sich das doch total widerspricht, linke Thesen zu formulieren, aber gleichzeitig die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu paktizieren, den möchte ich daran erinnern, daß nahezu alle linken Philosophen und Führer linker Bewegungen aus dem sog. Bildungsbürgertum stammen. Hier waren die entsprechenden Kenntnisse über gesellschaftliche Zusammenhänge vorhanden. Nicht ohne Grund sind sehr oft Studenten die Träger linker Bewegungen. Lenin hat bis zur Machtegreifung der Bolschewiki alles Andere als in Wohlstand in der warmen Stube des Kapitalismus gelebt. Marx hat mitunter an der Armmutsgrenze gelebt und vorrangig die Unterstützung durch Engels ermöglichste es ihm, seine Werke zu schreiben. Und überhaupt ? Was ist denn daran der Widerspruch, wenn jemand keine finanzielle Not leidet, aber das Unrecht sieht, was anderen Menschen geschieht und sich dementsprechend engagiert ? Es gäbe dann auch heute keine linken Wissenschaftler, Juristen, Künstler und Politiker.



passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#118

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 18:15
von Gelöschtes Mitglied
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Grün: Lediglich Engels hatte eine halbwegs gesicherte wirtschaftliche Existenzgrundlage als Unternehmer.Bevpt hier wieder jemand mit der Keule kommt, daß sich das doch total widerspricht, linke Thesen zu formulieren, aber gleichzeitig die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu paktizieren, den möchte ich daran erinnern, daß nahezu alle linken Philosophen und Führer linker Bewegungen aus dem sog. Bildungsbürgertum stammen. Hier waren die entsprechenden Kenntnisse über gesellschaftliche Zusammenhänge vorhanden. Nicht ohne Grund sind sehr oft Studenten die Träger linker Bewegungen. Lenin hat bis zur Machtegreifung der Bolschewiki alles Andere als in Wohlstand in der warmen Stube des Kapitalismus gelebt. Marx hat mitunter an der Armmutsgrenze gelebt und vorrangig die Unterstützung durch Engels ermöglichste es ihm, seine Werke zu schreiben. Und überhaupt ? Was ist denn daran der Widerspruch, wenn jemand keine finanzielle Not leidet, aber das Unrecht sieht, was anderen Menschen geschieht und sich dementsprechend engagiert ? Es gäbe dann auch heute keine linken Wissenschaftler, Juristen, Künstler und Politiker.
[/quote]

@DoreHolm , zunächst kann ich nicht erkennen, dass ich mit einer Keule hergekommen sei...

Ich habe nicht gegen Erfinder oder Vertreter der "linken Idee" argumentiert, sondern gegen das, was jene Träumer zu meiner Jugend "Sozialismus" nannten. Und heute, meinetwegen egal, wer diesen "Sozialismus" propagiert, zumindestens lebt er nun mal mit uns in der "warmen Stube" des Kapitalismus mit zitierten kleinbürgerlichen Annehmlichkeiten, oder?

VG Klaus

P.S.: falsche Farbe für´s Zitat, sorry


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.11.2014 18:16 | nach oben springen

#119

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 19:01
von Moskwitschka (gelöscht)
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Angeregt durch @Hufklaus seinen Beitrag stellen sich mir zwei Fragen

1. Aus der eigenen Erinnerung - Waren es wirklich Marx und Engels, die so intensiv gelesen und zitiert wurden oder waren es doch eher die Parteidokumente der SED von Parteitagen und ZK - Plenartagungen? Und die, die da die Feder schwangen, waren nicht selten Gesellschaftswissenschaftler und Ökonomen, die in den warmen Stuben von wissenschaftlichen Einrichtungen und des ZK saßen.

2. Aus der Gegennwart - Was ist heute Kleinbürgertum? Haben nicht alle mehr oder weniger kleinbürgerliche Statussymbole? Gibt es überhaupt noch die klassische Arbeiterkasse? Hat sich da in den letzten Jahrzehnten nicht eine ganz Menge verschoben? Und die Kapitalismus - Kritiker kommen in meiner Wahrnehmung nach aus allen Schichten der Bevölkerung.

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 02.11.2014 19:03 | nach oben springen

#120

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 02.11.2014 19:04
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #115
Nachdem ich nun die Beiträge @Gert @DoreHolm @Barbara und @94 noch mal gelesen habe, bei dem die Mimose bzw. das Gemüt einer Mimose in den Mittelpunkt gerückt wurde, komme ich unter Berücksichtigung des Themas zu folgenden Schluß:

Mimosen waren ungeeignet für eine Mitgliedschaft in der SED. Ihre Sensibilität und Empfindsamkeit war dann im Einzelfall was für den Psychiater, wenn man es auf das Gemüt schiebt. Umgangssprachlich - er/sie ist verwirrt und tickt nicht richtig. Gab doch solche Fälle, oder?

Dabei verkennt man, das Mimosen mit der Zeit verholzen und Stacheln bilden. Daher war und bin ich gern Mimose und lausche weiterhin interessiert den Ausführungen in diesem thread.

LG von der Moskwitschka





@Moskwitschka
nur zur Richtigstellung: ich war an der Mimosendiskussion nicht beteiligt


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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