#81

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 31.10.2014 22:43
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #79
Ja, die Mittagsche Wirtschaftspolitik war der Genickbruch für die DDR, er musste für seine Verdienste genauso verehrt werden wie Schabowski




...falsch!

Miitag war einer der skrupellosen Hardliner, ein willenloser und gleichsamst gewissenloser Gehilfe der stalinistischen Mordbubenriege

Schabowski ein zu spät gekommener und, weil in früheren Zeiten zu feiger Reformer.

Man könnte ihn mit Abstrichen auch Wendehals nennen...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#82

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 31.10.2014 22:59
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #68
Zitat von Barbara im Beitrag #62
Danke Gert, bitte nimm aber auch meine anderen Ausführungen zur Kenntnis, denn es hat keinen Sinn, das Kind immer mit dem Bade auszuschütten.
.

liebe Barbara , hab ich natürlich, nur diesen Punkt wollte ich besonders hervorheben. Ich möchte dazu etwas grundsätzliches sagen. Das Meiste, was ich hier schreibe, ist aus eigener Erfahrung auch wenn einige die Dreistigkeit besitzen auch dieses noch anzuzweifeln, wenn es nicht in ihr Weltbild passt. Da wird meine Glaubwürdigkeit damit in Frage gestellt, dass ich ich ja schon lange nicht mehr in der DDR lebe. Richtig, aber vorher hatte ich Jahre, um mir diesen Staat bis zur Sättigungsgrenze reinzuziehen und es stank, es stank wie auf den Rieselfeldern, was dort an Politik umgesetzt wurde.
Ich habe nicht studieren dürfen in der DDR im Gegensatz zu einer Reihe Genossen hier, daher habe ich auch nicht die Bildung, um bei hochwissenschaftliche Diskussionen über Wert und Unwert dieser politischen Doktrinen mitreden zu können. Ist mir auch nicht wichtig. Wenn ich aber wieder das Vokabular dieser Leute lesen muss, die da von Revisionisten, von Lenins großartiger Politik , von Klassenfeinden, Klassenkampf , Imperialisten usw. dann wird mir einfach nur schlecht. Das löst bei mir ähnliche Reflexe aus wie Sprüche "ein Volk, ein Reich, ein Führer",. Die Sprache des Totalitarismus, eines Staates mit faschistoiden Handlungsweisen und das war sie, die DDR. Das ist auch der Grund warum sie auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet ist und das zu Recht. So, ich habe fertig, würde ich als Fussballtrainer sagen.


Grün: Da muß ich Dir widersprechen. Man muß schon einschlägige Parteischulen besucht haben und das nicht nur mal für zwei Wochen, um in diese Materie tiefgründig einsteigen zu können. Meist wurden während des Studiums, bei dem auch sowas wie Stabü (als Nebenfach) behandelt wurde, die wenigsten realen Wissenszuwächse vermittelt. Die meisten Studenten langweilten sich nach meiner Erfahrung mehr oder weniger, wenn der Lehrer es nicht fertigbrachte, die Studenten aus der Reserve zu locken und auch mal ein bischen zu provozieren und dadurch zum Widerspruch anzuregen. Was mich betrifft, habe ich den allergrößetn Teil meines Wissens über gesellschfatliche Zusammenhänge nicht durch das Studium erworben, sondern weitestgehend aus du it yourself. Man muß natürlich genug Interesse an dieser Thematik mitbringen, sonst wird es durch das Studium nichts und auch nicht außerhalb. Ich habe mich nunmal für alles interessiert, was Natur und Technik betrifft und mit fortschreitendem Alter auch zunehmend für philosophische, psychologische und gesellschafts-und militärpolitische betrifft. Wer sich hier Wissen aneignen wollte, konnte es auch tun. Wer nicht, sollte sich nicht darüber beklagen, wenn andere immer noch ein Gegenargument mehr draufhaben.



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#83

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 31.10.2014 23:16
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #82
Zitat von Gert im Beitrag #68
Zitat von Barbara im Beitrag #62
Danke Gert, bitte nimm aber auch meine anderen Ausführungen zur Kenntnis, denn es hat keinen Sinn, das Kind immer mit dem Bade auszuschütten.
.

liebe Barbara , hab ich natürlich, nur diesen Punkt wollte ich besonders hervorheben. Ich möchte dazu etwas grundsätzliches sagen. Das Meiste, was ich hier schreibe, ist aus eigener Erfahrung auch wenn einige die Dreistigkeit besitzen auch dieses noch anzuzweifeln, wenn es nicht in ihr Weltbild passt. Da wird meine Glaubwürdigkeit damit in Frage gestellt, dass ich ich ja schon lange nicht mehr in der DDR lebe. Richtig, aber vorher hatte ich Jahre, um mir diesen Staat bis zur Sättigungsgrenze reinzuziehen und es stank, es stank wie auf den Rieselfeldern, was dort an Politik umgesetzt wurde.
Ich habe nicht studieren dürfen in der DDR im Gegensatz zu einer Reihe Genossen hier, daher habe ich auch nicht die Bildung, um bei hochwissenschaftliche Diskussionen über Wert und Unwert dieser politischen Doktrinen mitreden zu können. Ist mir auch nicht wichtig. Wenn ich aber wieder das Vokabular dieser Leute lesen muss, die da von Revisionisten, von Lenins großartiger Politik , von Klassenfeinden, Klassenkampf , Imperialisten usw. dann wird mir einfach nur schlecht. Das löst bei mir ähnliche Reflexe aus wie Sprüche "ein Volk, ein Reich, ein Führer",. Die Sprache des Totalitarismus, eines Staates mit faschistoiden Handlungsweisen und das war sie, die DDR. Das ist auch der Grund warum sie auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet ist und das zu Recht. So, ich habe fertig, würde ich als Fussballtrainer sagen.


Grün: Da muß ich Dir widersprechen. Man muß schon einschlägige Parteischulen besucht haben und das nicht nur mal für zwei Wochen, um in diese Materie tiefgründig einsteigen zu können. Meist wurden während des Studiums, bei dem auch sowas wie Stabü (als Nebenfach) behandelt wurde, die wenigsten realen Wissenszuwächse vermittelt. Die meisten Studenten langweilten sich nach meiner Erfahrung mehr oder weniger, wenn der Lehrer es nicht fertigbrachte, die Studenten aus der Reserve zu locken und auch mal ein bischen zu provozieren und dadurch zum Widerspruch anzuregen. Was mich betrifft, habe ich den allergrößetn Teil meines Wissens über gesellschfatliche Zusammenhänge nicht durch das Studium erworben, sondern weitestgehend aus du it yourself. Man muß natürlich genug Interesse an dieser Thematik mitbringen, sonst wird es durch das Studium nichts und auch nicht außerhalb. Ich habe mich nunmal für alles interessiert, was Natur und Technik betrifft und mit fortschreitendem Alter auch zunehmend für philosophische, psychologische und gesellschafts-und militärpolitische betrifft. Wer sich hier Wissen aneignen wollte, konnte es auch tun. Wer nicht, sollte sich nicht darüber beklagen, wenn andere immer noch ein Gegenargument mehr draufhaben.




@DoreHolm ,

(rot mark)

oooh doch!

Nämlich dann, wenn man systhematisch von allem ausgegrenzt wurde und nicht die progressive Mentalität wie Du und ich hatte.

Egal, ob wir nun Genosse waren oder nicht.

Wenn man eher der sensiblere und ängstliche oder auch nur zurückhaltende Mensch war, sah da schon ganz, ganz anders aus!

Kannst Du Dich in solch eine Lage hineinversetzen?


Sorry, antworte bitte nur mit ja der nein!


Eines von diesen viele kleinen Debakeln, Details, was die SED und ihre in Mehrzahl führenden Kader, hoppla, heut sagt man ja wohl Funktionäre, zu verantworten hatten! Ein Teil dessen, was das Leben für manch einen in der DDR unerträglich machte, im Endeffekt mit die Massenfliucht 1989 und den Untergang dieser DDR auslöste. In einigen und aus heutiger Sicht zu betrachtenden Facetten zum Untergang: Leider.

Der bedingungslose Untergang der SED und die nachhaltige Bestrafung aller SED- Täter hätte vorerst gereicht!

josy95


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#84

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 10:00
von Vierkrug (gelöscht)
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Günter Mittag war nicht nur Freund und Skatbruder von E.H.. Er trug maßgebliche Verantwortung für die Wirtschaftspolitik der SED, bereits schon in der Ära Ulbricht.
Jedoch suchte Mittag oftmals Sündenböcke, wenn es in der DDR-Wirtschaft nicht so lief, wie von ihm angedacht und die waren auch sehr schnell gefunden, in den Fachministerien und auch bei den Generaldirektoren der Kombinate. Nicht jeder GD war wie Wolfgang Biermann (GD Kombinat Carl Zeiss Jena) ein Liebling von Mittag und bekam es dann auch zu spüren - nicht nur bei den Leipziger Seminaren.
Trotz besseren Wissens kanzelte er Führungskräfte schonungslos ab und warf ihnen fachliches Versagen vor. So auch auf einem der letzten Leipziger Seminare den GD des Braunkohlenkombinates Senftenberg, einer verdienstvollen Führungskraft des DDR-Braunkohlenbergbaues. Anderen Führungskräften erging es nicht viel anders und man rätselte in Vorbereitung dieser Seminare immer, wer beim nächstem Mal als Opfer an der Reihe wäre.
Selbstkritik war Günter Mittag fremd. Mit den Entscheidungen zur Investitionspolitik, entzog er den GD´s, Kombinaten und Betrieben die materielle und finazielle Basis für Modernisierungs- und Rekonstruktionsmaßnahmen, Ersatz- und Folgeinvestitionen usw. u.s.f.. Die Ergebnisse hat man besonders ab 1980 dann auch in der Grundfondssubstanz der DDR gesehen - die Marodität schritt schneller voran, wie erwartet. Für Prestigevorhaben über deren Wirtschaftlichkeit und Effizienz man sich noch heute streiten kann, wurden aus dem Staatshaushalt die Mittel bereitgestellt und Umbilanzierungen zu Ungunsten anderer Vorhaben und Zweige vorgenommen. Woher sollte Schürer dann noch das Geld nehmen - man greife einem nacktem Mann in die Tasche und du wirst nichts finden.
Mittag hat auch den berühmt berüchtigten Investitionsbeschluss einer Tagung des ZK zu verantworten, der in gröbster Weise das ökonomische Gesetz der Akkumulation verletzte - dieses Gesetz wirkt auch im Kapitalismus, wie auch andere ökonomische Gesetze - nur am Rande erwähnt.
Ich habe Mittag mehrmalig persönlich erlebt, seine Arroganz und seine verachtende Art - ich habe sie auch zu spüren bekommen.
So, nun ist gut - es ist noch mehr Dampfdruck auf dem Kessel, wenn es um diese Person mit ihren Machtansprüchen und ihren Entscheidungen zur wirtschaftlichen Entwicklung in DDR geht.

Ich sage nur R.I.P.
Vierkrug


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zuletzt bearbeitet 01.11.2014 10:02 | nach oben springen

#85

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 11:16
von josy95 | 4.915 Beiträge

@Vierkrug ,

schade, das wir als lesende User, Mitglieder dieses Forums keine Zusatzpunkte für sachlch- fachlich einmalig gute Beiträge vergeben können...

Dein Beitrag #84 hätte es verdient!

josy95


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#86

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 12:32
von Vierkrug (gelöscht)
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Noch ergänzend zum Beitrag #84, da diese Wirtschaftspolitik der SED, die Arbeitsinhalte der HA XVIII des MfS maßgeblich mitbestimmte. Der zunehmende Verschleiß der Betriebe und Anlagen in allen Bereichen der Volkswirtschaft der DDR, die zunehmende Marodität der Grundfonds führten auch zwangsläufig zu einer Erhöhung des Stör-, Brand- und Havarigeschehens, die auch entsprechende Untersuchungen nach sich zogen.
Es waren nicht vordergründig subjektive Faktoren in Gestalt von Fahrlässigkeit oder gar Handlungen des "Gegners/Feindes", nein die Ursachen waren vordergründig objektiver Art, dem hohem Verschleißgrad der Grundfonds geschuldet bzw. sie lagen in nicht erkannten technologischen und verfahrenstechnischen Mängeln begründet.
Nach einer Großstörung beim Staatsplanthema GVA "Neues Vergasungsverfahren" kam es auf Drängen der Partei zu einer großangelegten Untersuchung, um die "Schuldigen" auch rechtlich zur Verantwortung zu ziehen - ihre Schuld auch im Rahmen eines Gerichtsverfahrens zu beweisen und nachzuweisen. Dieser Prozeß, welcher auf Grund einer Anklage der Bezirksstaatsanwaltschaft vor dem Bezirksgericht Cottbus stattfand, sprach die angeklagten Betriebsingenieure, Maschinisten und Verfahrenstechniker in den wesentlichen Anklagepunkten frei. Ich war als Beobachter im Gerichtssaal und verfolgte sehr aufmerksam den über mehrere Tage dauernden Prozeß - amüsierte mich innerlich darüber, wie das von der Staatsanwaltschaft konstruierte (bereits bei der Ermittlung erkennbar, dass es bei einem Verfahren nicht standhalten wird) Kartenhaus zusammenbrach.
Die im Verfahren zu Tage getretenen Mängel im technologischem Ablauf konnten den Angeklagten nicht zur Last gelegt werden. Sie wurden aber in die bestehenden Betriebsvorschriften berücksichtigt und beseitigt.
Ein Sieg der Gerechtigkeit gegenüber der Indoktrination. Das Urteil fand demzufolge auch nicht auf allen Ebenen entsprechende Zustimmung.

Die Mitwirkung in Untersuchungskommissionen war nicht immer einfach, denn das Ergebnis entschied auch oftmals über das Schicksal von Menschen. Wer nachweislich bewußt und vorsätzlich gehandelt hatte, der wußte auch, was ihn erwartet - aber eine kleine Bekohlungsmaschinistin, die beim Füttern der erblindeteten Katzen auf der Bekohlungsbühne fahrlässig eine Überschüttung im Bunker herbeiführte war nicht der "Staatsfeind Nr.1". Da galt es schon auch die Verhältnismäßigkeit zu sehen und zu wahren.
Da hätte man schon eher manchen Parteifunktionär zur Verantwortung ziehen müssen, der Material und Kräfte abforderte, um seine Wochenenddatsche an einem der umliegenden Seen zu errichten. Sie fehlten dann im Reproduktionskreislauf.
Ich habe es mir einmal gewagt, gegen diese selbstverständlichen Praktiken, vorzugehen. Es war nicht der Inhalt eines 10 Liter-Eimers der sich dann über mein Haupt ergoß. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte - auch wenn sie sich hier im diesem Thread gut einfügen würde.

Vierkrug


schulzi, josy95, furry, DoreHolm, Damals87, Regina und polsam haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.11.2014 12:38 | nach oben springen

#87

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 14:25
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #84
Günter Mittag war nicht nur Freund und Skatbruder von E.H.. Er trug maßgebliche Verantwortung für die Wirtschaftspolitik der SED, bereits schon in der Ära Ulbricht.
Jedoch suchte Mittag oftmals Sündenböcke, wenn es in der DDR-Wirtschaft nicht so lief, wie von ihm angedacht und die waren auch sehr schnell gefunden, in den Fachministerien und auch bei den Generaldirektoren der Kombinate. Nicht jeder GD war wie Wolfgang Biermann (GD Kombinat Carl Zeiss Jena) ein Liebling von Mittag und bekam es dann auch zu spüren - nicht nur bei den Leipziger Seminaren.
Trotz besseren Wissens kanzelte er Führungskräfte schonungslos ab und warf ihnen fachliches Versagen vor. So auch auf einem der letzten Leipziger Seminare den GD des Braunkohlenkombinates Senftenberg, einer verdienstvollen Führungskraft des DDR-Braunkohlenbergbaues. Anderen Führungskräften erging es nicht viel anders und man rätselte in Vorbereitung dieser Seminare immer, wer beim nächstem Mal als Opfer an der Reihe wäre.
Selbstkritik war Günter Mittag fremd. Mit den Entscheidungen zur Investitionspolitik, entzog er den GD´s, Kombinaten und Betrieben die materielle und finazielle Basis für Modernisierungs- und Rekonstruktionsmaßnahmen, Ersatz- und Folgeinvestitionen usw. u.s.f.. Die Ergebnisse hat man besonders ab 1980 dann auch in der Grundfondssubstanz der DDR gesehen - die Marodität schritt schneller voran, wie erwartet. Für Prestigevorhaben über deren Wirtschaftlichkeit und Effizienz man sich noch heute streiten kann, wurden aus dem Staatshaushalt die Mittel bereitgestellt und Umbilanzierungen zu Ungunsten anderer Vorhaben und Zweige vorgenommen. Woher sollte Schürer dann noch das Geld nehmen - man greife einem nacktem Mann in die Tasche und du wirst nichts finden.
Mittag hat auch den berühmt berüchtigten Investitionsbeschluss einer Tagung des ZK zu verantworten, der in gröbster Weise das ökonomische Gesetz der Akkumulation verletzte - dieses Gesetz wirkt auch im Kapitalismus, wie auch andere ökonomische Gesetze - nur am Rande erwähnt.
Ich habe Mittag mehrmalig persönlich erlebt, seine Arroganz und seine verachtende Art - ich habe sie auch zu spüren bekommen.
So, nun ist gut - es ist noch mehr Dampfdruck auf dem Kessel, wenn es um diese Person mit ihren Machtansprüchen und ihren Entscheidungen zur wirtschaftlichen Entwicklung in DDR geht.

Ich sage nur R.I.P.
Vierkrug


Und warum habt ihr euch dann alle brav abgeduckt und das Spiel mitgespielt? Warum habt ihr zusammen gerätselt wer der nächste ist und nicht zusammen gehandelt? Es waren doch nicht nur die 2-3 obersten Genossen an der Spitze die das System an die Wand gefahren haben, da haben doch viele kleine Rädchen sehenden Auges mitgespielt.


Regina hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#88

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 14:28
von furry | 3.562 Beiträge

Zu diesem teils kurzgedachtem Eingreifen von Parteifunktionären in wirtschaftliche Abläufe oder in von Wissenschaftlern erarbeiteten Konzepte werde ich heute Abend auch noch etwas schreiben. Mit einem Federstrich konnten langfristig konzipierte Ziele über den Haufen geworfen werden.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#89

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 14:38
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Sicherheitsrisiko im Beitrag #87
Zitat von Vierkrug im Beitrag #84
Günter Mittag war nicht nur Freund und Skatbruder von E.H.. Er trug maßgebliche Verantwortung für die Wirtschaftspolitik der SED, bereits schon in der Ära Ulbricht.
Jedoch suchte Mittag oftmals Sündenböcke, wenn es in der DDR-Wirtschaft nicht so lief, wie von ihm angedacht und die waren auch sehr schnell gefunden, in den Fachministerien und auch bei den Generaldirektoren der Kombinate. Nicht jeder GD war wie Wolfgang Biermann (GD Kombinat Carl Zeiss Jena) ein Liebling von Mittag und bekam es dann auch zu spüren - nicht nur bei den Leipziger Seminaren.
Trotz besseren Wissens kanzelte er Führungskräfte schonungslos ab und warf ihnen fachliches Versagen vor. So auch auf einem der letzten Leipziger Seminare den GD des Braunkohlenkombinates Senftenberg, einer verdienstvollen Führungskraft des DDR-Braunkohlenbergbaues. Anderen Führungskräften erging es nicht viel anders und man rätselte in Vorbereitung dieser Seminare immer, wer beim nächstem Mal als Opfer an der Reihe wäre.
Selbstkritik war Günter Mittag fremd. Mit den Entscheidungen zur Investitionspolitik, entzog er den GD´s, Kombinaten und Betrieben die materielle und finazielle Basis für Modernisierungs- und Rekonstruktionsmaßnahmen, Ersatz- und Folgeinvestitionen usw. u.s.f.. Die Ergebnisse hat man besonders ab 1980 dann auch in der Grundfondssubstanz der DDR gesehen - die Marodität schritt schneller voran, wie erwartet. Für Prestigevorhaben über deren Wirtschaftlichkeit und Effizienz man sich noch heute streiten kann, wurden aus dem Staatshaushalt die Mittel bereitgestellt und Umbilanzierungen zu Ungunsten anderer Vorhaben und Zweige vorgenommen. Woher sollte Schürer dann noch das Geld nehmen - man greife einem nacktem Mann in die Tasche und du wirst nichts finden.
Mittag hat auch den berühmt berüchtigten Investitionsbeschluss einer Tagung des ZK zu verantworten, der in gröbster Weise das ökonomische Gesetz der Akkumulation verletzte - dieses Gesetz wirkt auch im Kapitalismus, wie auch andere ökonomische Gesetze - nur am Rande erwähnt.
Ich habe Mittag mehrmalig persönlich erlebt, seine Arroganz und seine verachtende Art - ich habe sie auch zu spüren bekommen.
So, nun ist gut - es ist noch mehr Dampfdruck auf dem Kessel, wenn es um diese Person mit ihren Machtansprüchen und ihren Entscheidungen zur wirtschaftlichen Entwicklung in DDR geht.

Ich sage nur R.I.P.
Vierkrug


Und warum habt ihr euch dann alle brav abgeduckt und das Spiel mitgespielt? Warum habt ihr zusammen gerätselt wer der nächste ist und nicht zusammen gehandelt? Es waren doch nicht nur die 2-3 obersten Genossen an der Spitze die das System an die Wand gefahren haben, da haben doch viele kleine Rädchen sehenden Auges mitgespielt.



Und wer kämpft z.B. heute gegen die Entscheidungen des Ministers XY an ? Es ist immer einfach gesagt , " warum habt ihr nicht " . Und noch einfacher ist es aus der Sicht von heute.


damals wars, Telamon, DoreHolm, Damals87 und polsam haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#90

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 14:45
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zwei ehemalige Arbeitskollegen in der DDR , kurz vor der Rente , die den 17. Juni erlebt haben , nannten das Kadavergehorsam.
Ich habe die damals nicht so recht verstanden, denn ich ,1966 geboren kannte ja nur eine dahinsiechende DDR und fand das relativ normal.
DDR eben, die Arschkartenzieher.


zuletzt bearbeitet 01.11.2014 14:45 | nach oben springen

#91

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 14:48
von Sperrbrecher | 1.650 Beiträge

Zitat von Speedbus im Beitrag #1
Das es so war, wusste ich von mein Opa.
Es jetzt schriftlich zu sehen...verschlug mir die Sprache.

“Wenn Du Hitler gefolgt bist, um Deutschland zu dienen, so bist Du unser Mann".


Das Lied der Partei


1. Sie hat uns alles gegeben.
Sonne und Wind und sie geizte nie.
Wo sie war, war das Leben.
Was wir sind, sind wir durch sie.
Sie hat uns niemals verlassen.
Fror auch die Welt, uns war warm.
Uns schützt die Mutter der Massen.
Uns trägt ihr mächtiger Arm.


Refrain: Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!
Und, Genossen, es bleibe dabei;
Denn wer kämpft für das Recht,
Der hat immer recht.
Gegen Lüge und Ausbeuterei.
Wer das Leben beleidigt,
Ist dumm oder schlecht.
Wer die Menschheit verteidigt,
Hat immer recht.
So, aus Leninschem Geist,
Wächst, von Stalin geschweißt,
Die Partei - die Partei - die Partei.


2. Sie hat uns niemals geschmeichelt.
Sank uns im Kampfe auch mal der Mut,
Hat sie uns leis nur gestreichelt,
zagt nicht und gleich war uns gut.
Zählt denn noch Schmerz und Beschwerde,
wenn uns das Gute gelingt.
Wenn man den Ärmsten der Erde,
Freiheit und Frieden erzwingt.


Refrain: Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!
Und, Genossen, es bleibe dabei;
Denn wer kämpft für das Recht,
Der hat immer recht.
Gegen Lüge und Ausbeuterei.
Wer das Leben beleidigt,
Ist dumm oder schlecht.
Wer die Menschheit verteidigt,
Hat immer recht.
So, aus Leninschem Geist,
Wächst, von Stalin geschweißt,
Die Partei - die Partei - die Partei.


3. Sie hat uns alles gegeben,
Ziegel zum Bau und den großen Plan.
Sie sprach: Meistert das Leben,
Vorwärts Genossen packt an.
Hetzen Hyänen zum Kriege,
Bricht euer Bau ihre Macht,
Zimmert das Haus und die Wiege,
Bauleute, seid auf der Wacht.


Refrain: Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!
Und, Genossen, es bleibe dabei;
Denn wer kämpft für das Recht,
Der hat immer recht.
Gegen Lüge und Ausbeuterei.
Wer das Leben beleidigt,
Ist dumm oder schlecht.
Wer die Menschheit verteidigt,
Hat immer recht.
So, aus Leninschem Geist,
Wächst, von Stalin geschweißt,
Die Partei - die Partei - die Partei.

Text und Musik: Louis Fürnberg, 1950


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#92

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 15:03
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #89


z.B. heute gegen die Entscheidungen des Ministers XY an ? Es ist immer einfach gesagt , " warum habt ihr nicht " . Und noch einfacher ist es aus der Sicht von heute.


Ist doch nicht so, das die heutigen Minster nicht genauso beratungsresistent sind wie GM, siehe Infrastruckturminister.
1000 Mal ist ihm gesagt worden, das sein Gesetz gegen EU Recht verstößt, juckt ihn nicht.

Nur hatte GM eben gottgleiche Rechte und es gab keine Möglichkeit, ihn unschädlich zu machen.
Obwohl die zweite Reihe wusste, das der Mann nur noch Schaden anrichtet.
Selbst das MfS wußte Bescheid. Und lies ihn unangetastet. Obwohl die Anwendung des Schwertes zu Gebote stand.
Gilt für EH und EM genauso. Waren halt die Götzen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#93

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 15:06
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #91
[
Das Lied der Partei


1. Sie hat uns alles gegeben.
Sonne und Wind und sie geizte nie.
Wo sie war, war das Leben.
Was wir sind, sind wir durch sie.
Sie hat uns niemals verlassen.
Fror auch die Welt, uns war warm.
Uns schützt die Mutter der Massen.
Uns trägt ihr mächtiger Arm.


Refrain: Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!
Und, Genossen, es bleibe dabei;
Denn wer kämpft für das Recht,
Der hat immer recht.
Gegen Lüge und Ausbeuterei.
Wer das Leben beleidigt,
Ist dumm oder schlecht.
Wer die Menschheit verteidigt,
Hat immer recht.
So, aus Leninschem Geist,
Wächst, von Stalin geschweißt,
Die Partei - die Partei - die Partei.


2. Sie hat uns niemals geschmeichelt.
Sank uns im Kampfe auch mal der Mut,
Hat sie uns leis nur gestreichelt,
zagt nicht und gleich war uns gut.
Zählt denn noch Schmerz und Beschwerde,
wenn uns das Gute gelingt.
Wenn man den Ärmsten der Erde,
Freiheit und Frieden erzwingt.

Refrain: Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!
Und, Genossen, es bleibe dabei;
Denn wer kämpft für das Recht,
Der hat immer recht.
Gegen Lüge und Ausbeuterei.
Wer das Leben beleidigt,
Ist dumm oder schlecht.
Wer die Menschheit verteidigt,
Hat immer recht.
So, aus Leninschem Geist,
Wächst, von Stalin geschweißt,
Die Partei - die Partei - die Partei.


3. Sie hat uns alles gegeben,
Ziegel zum Bau und den großen Plan.
Sie sprach: Meistert das Leben,
Vorwärts Genossen packt an.
Hetzen Hyänen zum Kriege,
Bricht euer Bau ihre Macht,
Zimmert das Haus und die Wiege,
Bauleute, seid auf der Wacht.


Refrain: Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!
Und, Genossen, es bleibe dabei;
Denn wer kämpft für das Recht,
Der hat immer recht.
Gegen Lüge und Ausbeuterei.
Wer das Leben beleidigt,
Ist dumm oder schlecht.
Wer die Menschheit verteidigt,
Hat immer recht.
So, aus Leninschem Geist,
Wächst, von Stalin geschweißt,
Die Partei - die Partei - die Partei.

Text und Musik: Louis Fürnberg, 1950


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#94

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 15:08
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat
Und wer kämpft z.B. heute gegen die Entscheidungen des Ministers XY an ? Es ist immer einfach gesagt , " warum habt ihr nicht " . Und noch einfacher ist es aus der Sicht von heute.



Heute bürstet Minister XY in der Regel aber kein ihm an Sachverstand haushoch überlegenes Gremium als fachliche Versager ab. Wenn dem doch so wäre würde das aus dieser Runde sicher schnell an eine dankbare Presse weitergereicht und im Idealfall haben wir dann ja noch eine parlamentarische Opposition. Wenn ich als Bürger mit meiner Regierung unzufrieden bin kann ich mich einer Partei oder Organisation anschließen und selbst aktiv werden.

Möglichkeiten gibt es heute also genug und wenn die nicht genutzt werden dann ist das wohl eher eine persönliche Entscheidung. Wenn Du mit deiner Aussage allerdings ausdrücken wolltest dass es all die Möglichkeiten nicht gab und ein derartiges Verhalten eines Ministers eben hinzunehmen war, dann hast Du den großen Fehler des Systems wohl gerade selbst entdeckt.


zuletzt bearbeitet 01.11.2014 15:13 | nach oben springen

#95

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 15:09
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von damals wars im Beitrag #92
Zitat von Alfred im Beitrag #89


z.B. heute gegen die Entscheidungen des Ministers XY an ? Es ist immer einfach gesagt , " warum habt ihr nicht " . Und noch einfacher ist es aus der Sicht von heute.


Ist doch nicht so, das die heutigen Minster nicht genauso beratungsresistent sind wie GM, siehe Infrastruckturminister.
1000 Mal ist ihm gesagt worden, das sein Gesetz gegen EU Recht verstößt, juckt ihn nicht.

Nur hatte GM eben gottgleiche Rechte und es gab keine Möglichkeit, ihn unschädlich zu machen.
Obwohl die zweite Reihe wusste, das der Mann nur noch Schaden anrichtet.
Selbst das MfS wußte Bescheid. Und lies ihn unangetastet. Obwohl die Anwendung des Schwertes zu Gebote stand.
Gilt für EH und EM genauso. Waren halt die Götzen.


Nu ja, ganz so blöd wie damals die "Politiker" sind die halt heute nicht, eher unheimlich clever.
Mit dem aufhalsen der Maut auf alle verstoßen sie ja nicht gegen den Gleichbehandlungs-Grundsatz und wie geschrieben, so schlägt man gleich schlauerweise 2 Fliegen mit einer Klappe.


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#96

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 15:38
von furry | 3.562 Beiträge

@Sicherheitsrisiko , erinnerst Du Dich an die hessischen Steuerfahnder, die etwas zu intensiv gefahndet haben und denen dann eine Macke attestiert wurde? Ähnliches soll es auch bei Staatsanwälten gegeben haben. Mit solchen Aktionen kann man den Rest der "Überaktiven" gut disziplinieren.
Vielleicht erlebst Du es als Beamter noch, dass Du für zu forsches Auftreten und überdurchschnittlich guter Arbeit ins Allgäu versetzt wirst.
So ist es heute und so war es früher. In der DDR waren es Parteifunktionäre und heute kommt der Schuss aus einer ganz anderen Ecke.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#97

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 15:44
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von damals wars im Beitrag #92
Zitat von Alfred im Beitrag #89


z.B. heute gegen die Entscheidungen des Ministers XY an ? Es ist immer einfach gesagt , " warum habt ihr nicht " . Und noch einfacher ist es aus der Sicht von heute.


Ist doch nicht so, das die heutigen Minster nicht genauso beratungsresistent sind wie GM, siehe Infrastruckturminister.
1000 Mal ist ihm gesagt worden, das sein Gesetz gegen EU Recht verstößt, juckt ihn nicht.

Nur hatte GM eben gottgleiche Rechte und es gab keine Möglichkeit, ihn unschädlich zu machen.
Obwohl die zweite Reihe wusste, das der Mann nur noch Schaden anrichtet.
Selbst das MfS wußte Bescheid. Und lies ihn unangetastet. Obwohl die Anwendung des Schwertes zu Gebote stand.
Gilt für EH und EM genauso. Waren halt die Götzen.



Die bist aber heute martialisch, es wird höchste Zeit für die Singegruppe :-)
.


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#98

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 16:17
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von furry im Beitrag #96
@Sicherheitsrisiko , erinnerst Du Dich an die hessischen Steuerfahnder, die etwas zu intensiv gefahndet haben und denen dann eine Macke attestiert wurde? Ähnliches soll es auch bei Staatsanwälten gegeben haben. Mit solchen Aktionen kann man den Rest der "Überaktiven" gut disziplinieren.
Vielleicht erlebst Du es als Beamter noch, dass Du für zu forsches Auftreten und überdurchschnittlich guter Arbeit ins Allgäu versetzt wirst.
So ist es heute und so war es früher. In der DDR waren es Parteifunktionäre und heute kommt der Schuss aus einer ganz anderen Ecke.


Kann ich, zog damals auch bei uns reichlich Diskussionen nach sich.
http://de.wikipedia.org/wiki/Steuerfahnder-Affäre

Der Vorgang zog ja auch entsprechende Reaktionen und Urteile gegen einige Beteiligte nach sich und es laufen ja aktuell noch Millionenklagen gegen das Land, der Gutachter wurde ganz aktuell erneut verurteilt.
http://www.nachrichten-regional.de/index...-gutachter.html

Das war also ein eklatantes einmaliges Versagen ganzer Bereiche, Wiederholung andernorts natürlich nicht ausgeschlossen, zeigt aber auch dass heute ein Regime wie das von G.M. eben nicht über Jahre und gegen den Sachverstand von Fachleuten wie @Vierkrug aufrecht zu erhalten wäre. Bei allen Fehlern und Nachteilen unseres aktuellen Systems ist mir alleine dieser Umstand viel wert!


zuletzt bearbeitet 01.11.2014 16:18 | nach oben springen

#99

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 16:38
von furry | 3.562 Beiträge

Gleich am Anfang meiner beruflichen Entwicklung durfte ich erleben, wie das Primat der Politik über die Ökonomie funktioniert.
1975 bekam ein Kollektiv den Nationalpreis für seinen Anteil an den wissenschaftlichen Ergebnissen zur Herauszüchtung von leistungsfähigen Hybridschweinen sowie deren breitenwirksame Überleitung in die Tierproduktion.
Kurz zur Erklärung um was es da ging. In einem Tier lassen sich nicht alle gewünschten Merkmale gleichgerichtet züchterisch bearbeiten. Einige korrelieren negativ miteinander. Beim Schwein wurden in diesem genannten Hybridzuchtprogramm drei sogenannte Mutterrassen mit hoher Fruchtbarkeit, hohen täglichen Zunahmen und guter Futterverwertung gezüchtet. Für den hohen Fleischanteil, der mit den genannten Merkmalen negativ korreliert, musste eine weitere Rasse (Vaterrasse) über eine Neuzüchtung geschaffen werden. Für diese Neuzüchtung waren Importe aus den USA, Kanada und der BRD erforderlich. Durch die Kreuzung von Vater- und Mutterasse lassen diese Merkmale einmalig in einem Kreuzungsprodukt (Endprodukt) kombinieren. Da Züchten aber ein Denken in Generationen ist und ein Generationsintervall beim Schwein so ca. 3 Jahre beträgt, stellen sich Erfolge nicht sofort ein und sind auch nicht per Beschluss umsetzbar.
Auf der „agra“ 1976 haben wir Tiere aus dieser Neuzüchtung mit einem hervorragenden Fleischanteil, aber logischerweise geringeren täglichen Zunahmen als die übrigen Rassen, vorgestellt. Ergebnisse aus Kreuzungen mit Mutterrassen waren bis dahin nur sehr begrenzt vorhanden. Kurze Zeit nach der „agra“ wurde vom ZK der SED veranlasst und über die entsprechenden Stufen bis nach unten durchgestellt, trotz vergebenen Nationalpreis, dass diese Neuzüchtung auf höhere Zunahmen zu Lasten des Fleischanteils zu trimmen ist. Obwohl bis dahin nicht genügend Daten über die Leistungen der Tiere aus diesen Kreuzungen vorlagen, die belegen konnten, dass diese Maßnahme notwendig ist, wurde entschieden. So wurde der Schweinezucht der DDR ein Bärendienst erwiesen. Die Tonnenideologie hatte wieder gesiegt.
Auf mich als junger Agraringenieur, zu der Zeit aber schon SED-Mitglied, hatte diese Maßnahme zur Folge, dass ich allen Parteifunktionären und ihren blumigen Reden, teilweise gepaart mit weniger netten Verhaltensweisen, angefangen im Betrieb, mit sehr viel Misstrauen begegnet bin. Das war auch für mich mit ein Grund, das Angebot die Direktorenstelle in einem VEG nicht anzunehmen.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 01.11.2014 16:38 | nach oben springen

#100

RE: SED-Mitgliedersuche!

in DDR Politik Presse 01.11.2014 18:22
von Vierkrug (gelöscht)
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Auch von mir noch ein kleiner Beitrag - die Gartenarbeit hat doch ein wenig geschlaucht.

@Sicherheitsrisiko - eine Antwort auf "warum haben wir nichts getan" ??? Wir haben sehr viel getan und das auf mehreren Wegen. Aber anscheinend nicht genug.
Die HA XVIII war sehr gut informiert über die Lage in der Volkswirtschaft der DDR. Berichte, die das dokumetieren gibt es genügend. HA-Leiter, GL Alfred Kleine hat diese auch umgehend dem Minister zugeleitet - er war ja Mitglied des Politbüros. Es änderte sich jedoch nichts.
Es war manchmal wie bei Miguel Cervantes seinem Don Quijote im Kampf gegen die Windmühlen.

Es war auch grotesk, was man dann vor Ort erlebte. Obwohl die Abteilungen und Sektoren im Bereich der Wirtschaftspolitik des ZK die Situation ebenso genau kannten, wie wir, kamen von dort immer wieder Durchhalteparolen wie, "es wird schon werden, ihr müßt euch noch gedulden" u.ä.. Sektorenleiter und Mitarbeiter der Sektoren des ZK nahmen ja an Sitzungen und Beratungen der Sekretariate der Bezirksleitungen und der Kreisleitungen / Industriekreisleitungen der SED, der Räte der Parteisekretäre in den Kombinaten und nicht zuletzt den Generaldirektionen der Kombinate teil. Ihnen waren die Probleme also nicht fremd. D.h., sie lebten ja nicht ohne die entsprechenden Informationen und auch nicht im luftleerem Raum.
Das dann irgendwann bei dieser oder jener Führungskraft Resignation einzog, wer will es ihnen verdenken. Das dann auch die führende Rolle der Partei fachlich angezweifelt und teilweise in Frage gestellt wurde, ist auch nicht verwunderlich. Und wer schon einmal die Rute der Partei zu spüren bekommen hatte, der wußte auch, was damit noch verbunden war.

Einen schönen Samstagabend wünscht
Vierkrug


furry und Regina haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.11.2014 21:01 | nach oben springen


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