#61

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2014 07:15
von Kalubke | 2.298 Beiträge

Nein, Deckname und Reg.-Nr. sind mir leider nicht bekannt. Ich habe nur rmal gelesen, dass die schleusenden MfS-DE von den UA Aufklärung die Grenzabschitte zugewiesen bekommen haben, in denen die Schleusen dann eingerichtet wurden. Eine Abteilung Operative Technik bei der HA I/KGT lieferte diverse Gerätschaften für die Schleusungen (Boote, Leitern etc.) HA VIII und HV A hatten, weil sie am häufigsten schleusten, eigene Schleuserabteilungen, die sich um Logistik und Ablauf kümmerten. Eine Gesamtübersicht über die OGS muss aber die HA I gehabt haben, weil laut einschlägiger MfS-DV auch HV A und HA VIII Kopien der OGS-Akten dort abgelegen mussten. Bei allen anderen lief die Schleusung selbst wohl über die HA I und ihre Schleusungsoffiziere. Wegen der relativen Nähe eines KO der HA VIII vermute ich, dass die OGS zu ihnen gehörte, ist aber nicht 100% die Aussage. M. E. war am Erlenweg das vordere Sperrelement ein Metallgitterzaun, der westlich des Sumpfgebietes am Buschgraben verlief (in diesem GA lag der Osten im Westen und der Westen im Osten) Östlich des Buschgrabens also direkt an der Grenze stand m. E. keine Mauer. Deswegen war der Bereich sicher auch für Schleusungen gut geeignet. Wen man sich die DVD Mauerflug und die Fotos auf Denkmallandschaften Berliner Mauer anschaut, dann sieht man, dass erst weiter nördlich und weiter südlich, wo das vorgelagerte Gebeit auch nicht mehr so breit war, eine Grenzmauer als vorderes Sperrelement stand.

Was war Eure Aufgabe als GAK während der Schleusung? Musstet ihr den B-Turm „Haus 50“ besetzen, oder evt. im vorgelagerten Gebiet links und rechts der Übertrittsstelle von gedeckten B-Punkten aus absichern?
So einen gedeckten B-Punkt habe ich zufällig gefunden und zwar im Bereich des GR-33, SiA 4, Bereich Eiskeller/Schönwalder Allee. Er lag unmittelbar an der Grenzlinie und bestand aus einem in die Erde eingegrabenen Blech mit Sehschlitzen (siehe Fotos).





Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 20.11.2014 08:59 | nach oben springen

#62

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2014 14:31
von Regina | 643 Beiträge

Kalupke
thomas48 staunt immer über dein Wissen



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#63

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2014 20:02
von Merkur | 1.019 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #43
Jede schleusende MfS-DE (HV A, HA I, HA VIII, HA II, HA III, HA XX, HA XVIII), bzw. andere Dienste und Apparate (BA des MfNV, Kurierapparat der Abt. Verkehr des ZK der SED) hatten aus Gründen der Konspiration prinzipiell ihre eigenen Schleusen.
Gruß Kalubke


Wen hat denn die HA III schleusen lassen ?



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#64

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2014 21:14
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat
...Was war Eure Aufgabe als GAK während der Schleusung? Musstet ihr den B-Turm „Haus 50“ besetzen, oder evt. im vorgelagerten Gebiet links und rechts der Übertrittsstelle von gedeckten B-Punkten aus absichern?
So einen gedeckten B-Punkt habe ich zufällig gefunden und zwar im Bereich des GR-33, SiA 4, Bereich Eiskeller/Schönwalder Allee. Er lag unmittelbar an der Grenzlinie und bestand aus einem in die Erde eingegrabenen Blech mit Sehschlitzen (siehe Fotos).



War sicher GR-38 !


zuletzt bearbeitet 20.11.2014 21:15 | nach oben springen

#65

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2014 22:50
von Kalubke | 2.298 Beiträge

Sorry, ich meinte GR-34 Groß Glienicke. Stimmt, die TL zum GR-38 (Hennigsdorf) war nicht weit (Schönwalder Allee).

Gruß Kalubke



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#66

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 20.11.2014 23:10
von Kalubke | 2.298 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #63

Wen hat denn die HA III schleusen lassen ?


Die Aktivitäten der HA III waren in dieser Richtung zwar relativ unbedeutend, aber es gab sie. Die Abteilung HA III/11 war für Aufklärung und Abschöpfung von Nachrichtenverbindungen vor Ort im OG zuständig und wurde vom Referat HA III/10/3 dabei mit IM und HIM unterstützt. Zum Teil fanden auch Beschaffungsaktivitäten statt. Die HA III besaß m.E. nur wenige OGS, eine wahrscheinlich im Bereich Tegeler Fließ zwischen Glienicke und Lübars. Für die Trefftätigkeit mit IM-OG stand das KO »Winter«, in der Hannoverschen Straße 8 in Glienicke zur Verfügung. Ein Haus weiter stand ein Gästehaus der HV A, dass wahrscheinlich ebenfalls als Treffobjekt diente. (Quelle: Andreas Schmidt, Hauptabteilung III: Funkaufklärung und Funkabwehr, Anatomie der Staatssicherheit Geschichte, Struktur und Methoden— MfS-Handbuch —)

Gruß Kalubke



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#67

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 22.11.2014 04:53
von B208 | 1.350 Beiträge

Weiter südlich gibt es weitere Schleusen: Bis in die 80er Jahre hinein wurde mit einem Boot über den Lankower See geschleust, bis die Anfahrt des IM/OG dorthin mit dem Fahrrad dem BGS auffiel und er zum Zeitpunkt des Einsteigens in das Schleuserboot vor Ort war.(Darüber wurde hier im Forum berichtet.) Somit war auch der Schleusungsoffizier (in Majorsuniform der GT) enttarnt Es könnte eine HV A Schleuse gewesen sein, denn in der HV A XVII (ehem. AG G) gab es eine personelle Umbesetzung. Der aus Grevesmühlen stammende ehem. Leiter des Referates HV A XVII/2 Major Günter Reichel wurde als Leiter in die HV A XVII/3 (OGS im Bereich GR-20) versetzt. Das könnte mit der Schleusungspanne in Zusammenhang stehen.
@Kalubke , Moin , hab diesen Beitrag erst heute gelesen . Das Ding hab ich versaut . Schuldigung Herr Reichel .
Ich muss irgendwo noch ein Foto haben , aber wo und der Dachboden wird immer kälter , da ist schlecht suchen . Eins ist sicherlich bei den Akten . Vielleicht finde ich meins mal durch Zufall .

B208


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#68

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 22.11.2014 06:02
von Kalubke | 2.298 Beiträge

Hab noch zwei Fotos von meiner Radtour gefunden:

Blick vom Forst Baalen über den Lankower See in Richtung Fischwerder.






Gruß Kalubke



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#69

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2014 22:05
von Rothaut | 400 Beiträge

Zitat von Waldersee im Beitrag #51


Es ist möglich, dass sie vom BGS enttarnt und überwacht wurde. Im Grenzmuseum Schnackenburg hängt der Screenshot einer Videolangzeitüberwachung (wahrscheinlich durch BGS I/S).

Hi Kalubke,
so ganz "ohne Ahnung" waren wir dann ja auch nicht. Ich wünschte, Du hättest diese ganzen Einzelheiten 1987 gepostet...hätten uns eine Menge Arbeit, Zeit und Geld gespart.
Ich sag das, weil für dem Bildschirm - von dem das Foto abfotografiert wurde - mein "halbes" Büro umgebaut werden musste.
War damals eine "Riesen"-Sache bei uns und verlangte umfangreichste Planungen und Arbeiten. Observation unmittelbar an der Grenze Stumpfer Weg n u r durch Technik. Dann Funk-Bild Übertragung zur unser Grenzschutzunterkunft und 24/7 personelle Überwachung in meinem Büro. Wurde deshalb umgebaut, weil I/S das größte Büro hatte und nicht jeder beim Türöffnen schon sehen sollte was "lief".
Hat einen Tag gedauert...dann wussten es alle! Wenn die SW-Kamera oder die Sensoren (Infrarotabtastung) etwas "sahen" bzw. aufzeichneten, lief eine - heute würden wir sagen HD - Farbkamera an und zeigte beste Bilder.
Vor Ort waren dann personelle Fahnungs- und Observationskeise aufgebaut die alarmmäßig sofort die Bewegungen eines zurückgeschleusten Agenten überwachen sollten. Zugriffe waren n i c h t vorgesehen.
Alle Technik, bis zu den zivilen Mercedes und BMW Limousinen kam war von befreundeten Behörden. Hätte der BGS auch nie gehabt.
Die gesamte Man Power kam aber von uns...große Sache für die damals 20-30 Jahre alten Kollegen... High End Technik, Schulterholster und MP 5 kurz im Seitenkasten der Kfz.Türen. War aber nicht geheimzuhalten, was sollte die Unterkunftswache auch denken, wenn permanent die Kollegen in den Zivilwagen ein- und ausfuhren.
Das Ende der Aktion war dann aber wieder typisch für den damaligen BGS...unser Kommandeur setzt durch. dass alle Abteilungsangehörigen an einem Truppenübungsplatzaufenthalt in Schwarzenborn teilnehmen mussten. Also Abbau und das Ende vom Lied.. am nächsten Wochenende hat es eine erfolgreiche Schleusung gegeben (hatten wir von zivilen Zeugen vor Ort).
So war das halt damals in der großen weiten Welt des "Katz- und Maus" Spieles.
Heute ist es meiner Meinung nach Zeitgeschichte, über die geredet werden darf, die- s.o. - in Museen hängt und die meine Vergangenheit war.
Gruß
Waldersee




Mein Vater hat nochmal in seinen Erinnerungen "gekramt"...
Er schrieb mir folgendes:

Ich bekam damals vom MfS die allg. Information..das der "Gegner" in einem Eckhaus am Lüdersdorfer Weg/Stumpfer Weg eine gedeckte Beobachtungsstation eingerichtet hat."Wenn ich vor Ort bin, soll ich mal schauen, ob ich diesbezüglich etwas feststelle."
Nun war ich in meiner Funktion nicht jeden Tag vor Ort. Wenn ja, habe ich mich auf beide Eckhäuser konzentriert. Einmal beobachtete ich 2-3 Männer (Zivil), die in das Eckhaus "Stumpfer Weg" rein und raus gingen.
Das kam mir kurz verdächtig vor, aber ich kannte in beiden Häusern die Bewohner nicht und die Männer hätten ja auch Besuch sein können.

Irgendwann verlor ich die Geschichte aber aus den Augen und das MfS meldete sich diesbezüglich auch nicht mehr.
Fazit: ...das zeigt..das MfS wußte von der Aktion im Eckhaus.


@Waldersee
...deswegen fand keine Schleusung während Eurer "Observation" statt.

Gruß Rothaut


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#70

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 28.11.2014 11:38
von Waldersee | 83 Beiträge

@Waldersee
...deswegen fand keine Schleusung während Eurer "Observation" statt.

Gruß Rothaut


Hi Rothaut,
hätte man das alles damals gewusst....
Ich werde nächstes Jahr mal zum Museum Schnackenburg fahren (...die machen erst März 2015 wieder auf) und mir das Bild ansehen. Vielleicht weiß ja dort einer, wie es ins Museum kam.
Momentan ist es mir auf unserem Boden einfach zu kalt, um Bilderalben zu suchen...wird aber bestimmt demnächst klappen.
Kurze technische Frage:
Kann ich mehrere Bilder zugleich einstellen. Bei einem Versuch konnte ich immer nur ein Bild zur Zeit in die Fotogalerie einstellen. Die sonst übliche Mehrfach markier/kopier Funktion ließ sich hier nicht benutzen..
Vielleicht weiß ja jemand wie?
Gruß
Waldersee


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#71

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 28.11.2014 11:51
von rotrang (gelöscht)
avatar

Zitat von Waldersee im Beitrag #70

@Waldersee
...deswegen fand keine Schleusung während Eurer "Observation" statt.

Gruß Rothaut


Hi Rothaut,
hätte man das alles damals gewusst....
Ich werde nächstes Jahr mal zum Museum Schnackenburg fahren (...die machen erst März 2015 wieder auf) und mir das Bild ansehen. Vielleicht weiß ja dort einer, wie es ins Museum kam.
Momentan ist es mir auf unserem Boden einfach zu kalt, um Bilderalben zu suchen...wird aber bestimmt demnächst klappen.
Kurze technische Frage:
Kann ich mehrere Bilder zugleich einstellen. Bei einem Versuch konnte ich immer nur ein Bild zur Zeit in die Fotogalerie einstellen. Die sonst übliche Mehrfach markier/kopier Funktion ließ sich hier nicht benutzen..
Vielleicht weiß ja jemand wie?
Gruß
Waldersee

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#72

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 10.10.2015 15:36
von Waldersee | 83 Beiträge

"Es ist möglich, dass sie vom BGS enttarnt und überwacht wurde. Im Grenzmuseum Schnackenburg hängt der Screenshot einer Videolangzeitüberwachung (wahrscheinlich durch BGS I/S). "


Hallo kalubke,
bin im August im Grenzmuseum Schnackenburg gewesen, weil mich das Bild natürlich "brennend" interessiert.
Leider ist es dort nicht mehr zu finden. Der anwesende Museumsangestellte konnte mir leider auch nicht weiterhelfen.
Wann hast Du es dort gesehen?
Gruß waldersee


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#73

RE: Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

in Spionage Spione DDR und BRD 11.10.2015 22:46
von Kalubke | 2.298 Beiträge

Ich war letztes Jahr im Oktober dort. Das Bild hängt kleinformatig und relativ unscheinbar im Bereiich der Treppe zum ersten Stock in so einer Art Vitrine. Kann ich mir schwer vorstellen, dass das nicht mehr da sein sollte. Vieleicht sind die Museumsangestellten nicht dieselben, die das Museum aufgebaut haben und kannten sich deswegen nicht aus.

Gruß Kalubke



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