#21

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2014 22:44
von utkieker | 2.920 Beiträge

Ich schreibe es der jugendlichen Naivität @Reinhardinho's zu, daß er gleich mehrfach vermeintlichen Freunden und sich selbst einen Bärendienst erwiesen. Wie auch immer der Brief bei der Stasi angekommen ist es gibt mindestens drei Wege.
1. durch Eingriff in das Post und Fernmeldegeheimnis wurde der Brief vom MfS abgefangen.

2. Der Brief wurde durch Burkhards Stiefvater aus dem Hausbriefkasten in Beschlag genommen und den zuständigen Organen von NVA und MfS weitergeleitet. Burkhard bezieht anschließend eine Tracht Prügel von seinen Stiefvater und wird zur Zusammenarbeit mit den zuvor benannten Organen erpresst.

3. Burkhard übergibt den Brief den dafür vorgesehenen staatlichen Stellen selbst. Vielleicht war sein angeblich schlechtes Verhältnis zum Stiefvater eine Legende um selbst Informationen für die Stasi einzuheimsen.

Sei es wie es sei der Brief wurde aktenkundig! Ich denke, daß unsere "Geheimdienstspezialisten" sicherlich noch besser aus dem Nähkästchen plaudern können.
Angenommen der amerikanische Geheimdienst hätte Interesse an Burkhard, mit dem Brief wäre er schon im Voraus unbrauchbar geworden für den CIA oder BND Informationen zu beschaffen.
Angenommen der amerikanische Geheimdienst hätte Interesse an Reinhardinho, so muss durch den Brief eine konspirative Zusammenarbeit stark in Frage gestellt werden.

Die Stasi wird das Ganze sicherlich realistisch genug eingeschätzt haben, denn die Amnestieregelung bei Einreise zu Besuchszwecken in die DDR bezog sich bestenfalls auf die Republikflucht, nicht aber auf geheimdienstliche Agententätigkeit (Spionage), wo er mit einer langjährigen Gefängnisstrafe rechnen musste ja auch die Todesstrafe konnte für dieses Delikt in Aussicht gestellt werden. Möglicherweise wäre er dann nach jahrelanger Kerkerhaft auf der "Glienicker Brücke" ausgetauscht worden.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#22

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2014 22:45
von Gelöschtes Mitglied
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Jungs, ne Vita kann man sich nicht erfinden, sie ist einfach da. Und: Sie ist bei jedem anders. Aber morgen mehr.


Ostlandritter hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2014 22:48
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von utkieker im Beitrag #21
Ich schreibe es der jugendlichen Naivität @Reinhardinho's zu, daß er gleich mehrfach vermeintlichen Freunden und sich selbst einen Bärendienst erwiesen. Wie auch immer der Brief bei der Stasi angekommen ist es gibt mindestens drei Wege.
1. durch Eingriff in das Post und Fernmeldegeheimnis wurde der Brief vom MfS abgefangen.

2. Der Brief wurde durch Burkhards Stiefvater aus dem Hausbriefkasten in Beschlag genommen und den zuständigen Organen von NVA und MfS weitergeleitet. Burkhard bezieht anschließend eine Tracht Prügel von seinen Stiefvater und wird zur Zusammenarbeit mit den zuvor benannten Organen erpresst.

3. Burkhard übergibt den Brief den dafür vorgesehenen staatlichen Stellen selbst. Vielleicht war sein angeblich schlechtes Verhältnis zum Stiefvater eine Legende um selbst Informationen für die Stasi einzuheimsen.

Sei es wie es sei der Brief wurde aktenkundig! Ich denke, daß unsere "Geheimdienstspezialisten" sicherlich noch besser aus dem Nähkästchen plaudern können.
Angenommen der amerikanische Geheimdienst hätte Interesse an Burkhard, mit dem Brief wäre er schon im Voraus unbrauchbar geworden für den CIA oder BND Informationen zu beschaffen.
Angenommen der amerikanische Geheimdienst hätte Interesse an Reinhardinho, so muss durch den Brief eine konspirative Zusammenarbeit stark in Frage gestellt werden.

Die Stasi wird das Ganze sicherlich realistisch genug eingeschätzt haben, denn die Amnestieregelung bei Einreise zu Besuchszwecken in die DDR bezog sich bestenfalls auf die Republikflucht, nicht aber auf geheimdienstliche Agententätigkeit (Spionage), wo er mit einer langjährigen Gefängnisstrafe rechnen musste ja auch die Todesstrafe konnte für dieses Delikt in Aussicht gestellt werden. Möglicherweise wäre er dann nach jahrelanger Kerkerhaft auf der "Glienicker Brücke" ausgetauscht worden.

Gruß Hartmut!



Endlich ein vernünftiger Beitrag zu diesem Thema. Morgen aber mehr und es wird langsam zur Klarheit kommen


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#24

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2014 23:10
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

Na da sind wir alle sehr gespannt


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#25

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 07:43
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Wer hat Dir denn den Vorschlag gemacht Deinen Kumpel per Brief zu fragen ob er ein "bisschen Spionage machen will", oder war das Deine eigene Idee? Als ein die DDR Verlassender müsste man doch eigentlich keine positive Meinung von der Einhaltung des Postgeheimnisses in diesem Land gehabt haben. Ich denke mal die mit dem Straßenkreuzer haben nach solchen Dingen gefragt und Du wolltest eine Banane außer der Reihe verdienen. Aber ein bisschen geschickter hättest Du es schon anstellen können, die M muss das doch regelrecht beleidigt haben, dass man es ihnen so einfach macht.
Bist Du denn in der DDR schon mal "auffällig" geworden oder kam Deine Flucht "unerwartet"?


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 28.10.2014 08:13 | nach oben springen

#26

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 07:48
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #4
Von jemanden der eine solche Flucht hinter sich gebracht hat, hätte ich mir mehr Reife erwartet.


Und Du meinst wirklich, dass war zwingend so? Ich drücke es mal diplomatisch aus, die Klientel war schon sehr gemischt.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#27

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 10:59
von Gelöschtes Mitglied
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@KARNAK „Du wolltest eine Banane außer der Reihe verdienen“ Das ist ja urkomisch-
Die Flucht war völlig spontan und von einer Reihe von passenden Zufällen begleitet. Die Klientel war durchaus sehr gemischt.

@utkieker: Hartmut, gleicher Dein Punkt 1.) ist ein voller Treffer: „1. durch Eingriff in das Post und Fernmeldegeheimnis wurde der Brief vom MfS abgefangen“

@Sicherheitsrisiko: Ich habe Burkhard mit …………-Paul angesprochen. Die Illustration eines Panzers, dürfte man erkennen können + Bindestrich ergibt PANZER –PAUL, der damalige Spitzname von Burkhard.

@Grenzverletzerin: „aber dem Burkhard hast du m.E. übel mitgespielt.“ Das könntest Du gleich anders sehen, wenn Du geneigt bist, weiter zu lesen…????!!!

@Vogtländer: „Bist ja ein toller Kumpel,zum Glück nicht meiner!“ Das sollte dann auf Gegenseitigkeit beruhen.

@Gert: „So etwas macht man nicht, das gehört sich nicht. Unreifes Gehabe ,“ „Man muss aber das Alter berücksichtigen, gerade von der Schule gekommen, da wird schon mal solch ein Stuss geschrieben.“ Das brauche ich gar nicht zu kommentieren, weil es so war. Nicht mehr und nicht weniger.“

Also, auf die Banane, die ich mir hätte zusätzlich verdienen können, möchte ich noch einmal eingehen. Es gab auch in der DDR Bananen, wenn ich mich recht erinnere, waren es sporadische Lieferungen aus Kuba?! Vor meiner Flucht war ich kaufmännischer Auszubildender mit Abitur (2. Bildungsweg hieß es im Westen). Das wurde damals gerade eingeführt. Meine Ausbildung hätte 3 Jahre gedauert und wäre mit dem Erreichen des Abiturs abgeschlossen. Mein Ausbildungsbetrieb war das WF Werk für Fernsehelektronik in der Ostendstraße in Oberschweineöde, wie man heute sagt. Ich war bei „Gold-Else“ im Wareneingang/Lager. Das war die gesicherte Abteilung für Edelmetalle, wie Silber, Gold und Platin. Metalle, die zur Weiterverarbeitung in der Diodenherstellung benötigt wurden. Wenn es sich in der Abteilung herum sprach, dass es im nahegelegenen Konsum Bananen gab, wurde ich als Auszubildender abkommandiert, für die Abteilung einkaufen zu gehen. Für diese Gefälligkeit erhielt ich dann von einer Kollegin immer auch eine Westzigarette.

Ich wuchs in der DDR in sehr behüteten Verhältnissen auf und hatte von der Stasi überhaupt keine Ahnung. Bin ich auffällig geworden? Ja und nein. Strafrechtlich auf jeden Fall nicht. Ich war provokativ, aufmüpfig, aber immer bis kurz vor der Grenze strafrechtlicher Konsequenzen, wie es mir die Stasi später in der Akte auch bescheinigte. Ich wusste stets, wie weit ich zu gehen hatte. Meine pommersche Mutter hat mich weitestgehend allein erzogen, weil mein Vater oftmals über längere Zeiträume im Krankenhaus verweilen musste. Spätfolgen seiner Stalingrad-Verwundung. Zwei Wochen vor dem Ende des Kessels wurde er durch einen Granatsplitter, welcher in den Kiefer einschlug, schwer verwundet und in ein Lazarett ausgeflogen. Das war ein Glücksfall, sonst wäre er sicher für lange Zeit in ein Kriegsgefangenenlager gekommen, hätte mich somit gar nicht zeugen können.

Nun aber zu Burghard, um dieses leidige Thema, welches in meinem Leben nur eine Fußnote bzw. Randnotiz darstellt, zunächst abzuschließen. Das Leben geht seltsam, manchmal kuriose Wege und so werde ich später noch einmal in einem anderen Zusammenhang auf Burghard und seinen Stiefvater zurück kommen. Burghard verkehrte damals oft im Tasso-Eck, eine Kneipe, in der ich niemals drinnen war und sehr berüchtigt. Die Tassostraße ist eine Querstraße von der damaligen Klement-Gottwald-Allee, heute Berliner Allee, in Weissensee nahe dem Anton-Platz mit dem legendären Kino TONI: Wenn er dann durch das Saturday Night Fever sturzbetrunken die gastliche Stätte verließ, wanderte er grölend, singen konnte man es wohl nicht nennen, in Richtung Antonplatz. Sein Liedgut war aus der Zeit von 1933 bis 1945.
Dem nicht genug, hatte er sich einmal mit einem Brennglas die Sonnenstrahlen-Verdichtung zu Nutze gemacht und sich auf der Vorderseite seines blauen Personalausweises ein Hakenkreuz eingebrannt. Wenn er wenigsten „Auferstanden aus Ruinen“ gesungen hätte, aber der Text war ja auch verboten. Die Volkspolizei hatte gar kein Verständnis und durch das Hakenkreuz war deren Kompetenz auch überfordert und die Angelegenheit wurde in die wachsamen Hände der Stasi gelegt. Es begab sich aber, das ich ihm diesen unsäglichen Brief schickte. „Willst Du ein bisschen Spionage machen…“ – Mal ernsthaft, wer schreibt dies mit dieser Wortwahl bei einer Agentenanwerbung? Da hätten mich die Leute aus der Sven-Hedin-Straße sicher anders geschult, wenn sie sich der Sache nicht eher selbst angenommen hätten. Es war eben eine große Eselei, um meinen spontanen Stolz über die geglückte Flucht auszudrücken. Nichts desto Trotz kam Burkhard mein Brief zu Gute. Seine Nazi-Lieder und das sonnengebrannte Hakenkreuz hätten ihn ins Gefängnis gebracht. Da war es ja wohl keine Frage für ihn, das nicht abzulehnende Angebot der Stasi anzunehmen und fortan seine Karriere als „IM Steinthal“ in Freiheit (was immer in der DDR Freiheit bedeutete) zu beginnen. Er wurde also gezielt auf mich, dem vermeintlichen CIA-Agenten, angesetzt und er hat seine Sache mit seinen Möglichkeiten auch sehr gut gemacht. Als ich aufgrund der Amnestie im Rahmen des mit Egon Bahr, SPD, ausgehandelten Grundvertrages im Spätherbst 1972 wieder straffrei einreisen durfte und war Burkhard sofort zur Stelle, denn er sollte sich ja nun seine „Freiheit“ verdienen. Bald geht die Story weiter und ich bin wieder sehr gespannt auf Euren „Shitstorm“, wie es heute ja neudeutsch heisst.


80er hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.10.2014 11:07 | nach oben springen

#28

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 11:10
von Gelöschtes Mitglied
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@Reinhardinho , da kannst Du ja richtig Stolz auf Dein Werk sein...... , netter Versuch die Kurve zu bekommen. Zitat vom "alten Fritz": "Lieber Gott schütze mich vor meinen Freunden, auf meine Feinde kann ich selber achten...."


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#29

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 11:15
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde,....
Na, Reinhardinho, ums mal mit einer "Zitat-Kette" zu sagen : "Hier irrte Goethe". Einen „Shitstorm“ hast Du hier noch nicht erlebt.
Nur Fragen. Und Reaktionen.
Selbstbewusstsein ist was Schönes? Bisschen viel davon?
Mach mal weiter.
73 , Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#30

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 11:17
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Hans im Beitrag #29
Morgen, Gemeinde,....
Na, Reinhardinho, ums mal mit einer "Zitat-Kette" zu sagen : "Hier irrte Goethe". Einen „Shitstorm“ hast Du hier noch nicht erlebt.
Nur Fragen. Und Reaktionen.
Selbstbewusstsein ist was Schönes? Bisschen viel davon?
Mach mal weiter.
73 , Hans





Wenn ich mit 62 Jahren noch kein Selbstbewusstsein habe, wann dann? Zuviel? Mir reichts....Ich bin eher ein Mensch des Understatement, wenn es hier auch nicht so rüber kommt. Ich liebe es zu schreiben. Werbung für ein mögliches Buch? Dies war eine Vermutung, die ich hier lesen durfte. Gute Anregung, wenn sich ein Verlag finden sollte, warum nicht.


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.10.2014 11:19 | nach oben springen

#31

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 11:18
von Hans | 2.166 Beiträge

Ja.


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#32

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 11:22
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Hans im Beitrag #31
Ja.



Was? Ja? Ja oder ja?


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#33

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 11:30
von Udo | 1.261 Beiträge

Nun lasst ihn doch mal weiter erzählen. Das er den Brief heute als Fehler sieht und ihn damals aus jugendlichem Übermut geschrieben hat, kann man doch getrost akzeptieren. Das er diesen Brief erwähnt hat, obwohl er wissen musste, das es Kritik gibt, finde ich bemerkenswert und deshalb bin ich auch schon auf die Fortsetzung gespannt.
HEUTE können wir uns alle hinstellen und besserwisserisch tun.


80er hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 11:34
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Zitat von Udo im Beitrag #33
Nun lasst ihn doch mal weiter erzählen. Das er den Brief heute als Fehler sieht und ihn damals aus jugendlichem Übermut geschrieben hat, kann man doch getrost akzeptieren. Das er diesen Brief erwähnt hat, obwohl er wissen musste, das es Kritik gibt, finde ich bemerkenswert und deshalb bin ich auch schon auf die Fortsetzung gespannt.
HEUTE können wir uns alle hinstellen und besserwisserisch tun.


find ich auch, schreib weiter @Reinhardinho!

gruß h.


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#35

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 12:01
von Gelöschtes Mitglied
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@Reinhardinho,erstmal will ich dich hier begrüssen.

Schreib weiter und lass dich nicht von patzigen Zweiflern und Quakern entmutigen.
Das ist bei manchen hier "Volkssport".
Mit unserem Alter....und dem Wissen von heute sind wir doch alle etwas Schlauer,als in jungen Jahren.
Du bist hier niemandem Rechenschaft schuldig und schreibst aus freien Stücken.
So auch die Blödheit mit deinem Brief,welchen du eher unüberlegt an deinen damaligen Kumpel schicktest.
Das dies ein Fehler war,hast du ja schon erwähnt.

Manchmal blässt hier einem ganz schön der Wind ins Gesicht, lass dich davon nicht abschrecken und schreib weiter.
Ich möchte deine Geschichte gern weiterverfolgen.
Wenn sich mir Fragen auftun,werde ich fragen,ansonsten erst mal nur mitlesen.
Erstaunt bin ich,wie relativ leicht du stiften gehen konntest und welche glücklichen Umstände dir zuspielten.

Gruß ek40


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#36

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 12:41
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ek40 im Beitrag #35
@Reinhardinho,erstmal will ich dich hier begrüssen.

Schreib weiter und lass dich nicht von patzigen Zweiflern und Quakern entmutigen.
Das ist bei manchen hier "Volkssport".
Mit unserem Alter....und dem Wissen von heute sind wir doch alle etwas Schlauer,als in jungen Jahren.
Du bist hier niemandem Rechenschaft schuldig und schreibst aus freien Stücken.
So auch die Blödheit mit deinem Brief,welchen du eher unüberlegt an deinen damaligen Kumpel schicktest.
Das dies ein Fehler war,hast du ja schon erwähnt.

Manchmal blässt hier einem ganz schön der Wind ins Gesicht, lass dich davon nicht abschrecken und schreib weiter.
Ich möchte deine Geschichte gern weiterverfolgen.
Wenn sich mir Fragen auftun,werde ich fragen,ansonsten erst mal nur mitlesen.
Erstaunt bin ich,wie relativ leicht du stiften gehen konntest und welche glücklichen Umstände dir zuspielten.

Gruß ek40




Danke für die lieben, aufmunternden Worte. Ja, die Geschichte aus dem Leben geht natürlich noch weiter. Nicht nur, das ich den Arbeiter- und Bauernstaat eigenmächtig verlassen habe, einen Bürger zur geheimdienstlichen Tätigkeit animierte, nein, ich habe mich bei den Besuchen verliebt und diese junge Frau stellte dann zu allem Übel auch noch einen Ausreiseantrag. Ich habe indirekt für Arbeitsplätze bei der Stasi gesorgt und damit den ersten real existierenden Sozialismus irgendwie unterstützt. Ich werde weiter schreiben, denn es folgen noch ein paar Anekdoten, die ebenfalls fast unglaublich zu sein scheinen. Nochmals Dank.


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#37

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 13:16
von Kalubke | 2.294 Beiträge

Also den Brief sollte man m.E. nicht überbewerten. Ich würde sagen das war die typische testosterongesteuerte Naivität eines 18-Jährigen, der gerade dabei war im Westen seine kurz zuvor für unerfüllbar gehaltenen Träume auszuleben und dem nichts besseres einfiel, als die Fragen, die er beim CIA gestellt bekam, sozusagen als Tip an seinen zurückgebliebenen Kumpel weiterzugeben, wie er seinem ungeliebten Stiefvater eins auswischen kann. Alles noch reichlich infantil, aber normal in einem Alter, in dem man oft noch nicht ganz sicher und souverän auf eigenen Füßen steht. Das die MfS-Spionageabwehr daraus ein Riesending gemacht hat, ist m. E. nicht weniger infantil.

Über die Gleisanlagen der Bornholmer Straße haben es einige versucht und z.T. auch geschafft, mit dem Ergebnis, dass dort zum Schluss (1989) eine über 4 m hohe Betonmauer stand, um den Bereich dicht zu machen. An die Zeit, als Ende der 70'er da noch ein Drahtzaun zwischen den Gleisen verlief, kann ich mich auch noch erinnern. Einmal fuhren sogar zufällig eine Ost S-Bahn von der Schönhauser Allee kommend und eine West S-Bahn vom Gesundbrunnen kommend dort ca. 1 Minute lang dicht nebeneinender her, nur durch den Drahtzaun voneinander getrennt, bevor die Strecken nach ca. 1 km in Richtung Wollankstraße und Pankow wieder auseinandergingen. Die Fahrgäste in den Zügen glotzten sich ziemlich verdutzt über diese skurrile und ganz sicher "außerfahrplanmäßige" Situation gegenseitig an. Fast eine filmreife Szene, die ich bis heute nicht vergessen habe.

Gruß Kalubke

p.s. Ich saß übrigens damals als ca. 13 Jähriger in der Ost S-Bahn.



zuletzt bearbeitet 28.10.2014 16:34 | nach oben springen

#38

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 13:52
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #37


Das die MfS-Spionageabwehr daraus ein Riesending gemacht hat, ist m. E. nicht weniger infantil.


Gruß Kalubke


Na ja,man kann es auch hochjubeln.
Denke,das bisher von Reinardinho hier aus seiner Sicht alles wahrheitsgemäss berichtet wurde,von den Befragungen bis zu seinen persönlichen Eindrücken.Kann das mit eigenen Erfahrungen abgleichen.
Speziell zu dem Brief:
Wie bestätigt wurde,ist dieser besagte Brief an "Panzer-Paul" vom MfS/Postkontrolle Abt.M abgefangen worden.Spätestens ab diesem Zeitpunkt war für das MfS klar,dass dort kein westlicher Geheimdienst federführend dahintersteckte.
Richtig ist,dass nach Befragungen von DDR-Flüchtlingen Gespräche zur Anbahnung/Anwerbung zu DDR-Bürgern initiiert wurden,die durch persönliche Briefkontakte des Flüchtigen hergestellt werden sollten.Diese Briefkontakte erfolgten aber nicht über den Postweg West-Ost sondern über Kuriere,die diese Briefe in der DDR auf den Weg brachten.Mitunter waren unter diesen Kurieren schon Mitarbeiter des MfS tätig.
Es war bei den westlichen Geheimdiensten bekannt das bei Republikflüchtigen für eine gewisse Zeit eine Postüberwachung bestand.
Das man dann bei der späteren Einreise nach dieser Räuberpistole "Agentenanwerbung" trotzdem ein Auge seitens des MfS drauf hatte liegt in den Spielregeln des Kalten Krieges.
Wer sich 4 Wochen von westlichen Geheimdiensten befragen liess,egal mit welcher individueller Taktik,hatte mitunter den Vorteil schneller den Status "politischer Flüchtling" zu erhalten der mit einigen Vergünstigungen verbunden war.

seaman


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.10.2014 14:12 | nach oben springen

#39

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 15:45
von Kalubke | 2.294 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #27
. Nichts desto Trotz kam Burkhard mein Brief zu Gute. Seine Nazi-Lieder und das sonnengebrannte Hakenkreuz hätten ihn ins Gefängnis gebracht. Da war es ja wohl keine Frage für ihn, das nicht abzulehnende Angebot der Stasi anzunehmen und fortan seine Karriere als „IM Steinthal“ in Freiheit (was immer in der DDR Freiheit bedeutete) zu beginnen.



Ganz genau!! Ich kenne einen Fall aus meinem damaligen Cottbusser Bekanntenkreis, da wurde jemand eingesperrt (18 Monate), der um Mitternacht in seiner Wohnung mit seiner Mundharmonika das Deutschlandlied gespielt hatte, wohl inspiriert durch den "patriotischen" Beitrag zum Sendeschluss im ZDF. Sein "unduldsamer" Nachbar hatte das den "Organen" gemeldet. Es wirft auch ein bezeichnende Licht auf das MfS, solche von @Reinhardinho beschriebenen nun wirklich stark rechtslastigen Aktivitäten im Falle einer Mitarbeit als IM nicht zu ahnden, gerade bei diesem äußerst fragwürdigen operativen Vorgang. Auch im Sozialismus gab es Doppelmoral.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 28.10.2014 15:49 | nach oben springen

#40

RE: »Die Stasi war mein Eckermann«

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.10.2014 16:11
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #27
Er wurde also gezielt auf mich, dem vermeintlichen CIA-Agenten, angesetzt und er hat seine Sache mit seinen Möglichkeiten auch sehr gut gemacht. Als ich aufgrund der Amnestie im Rahmen des mit Egon Bahr, SPD, ausgehandelten Grundvertrages im Spätherbst 1972 wieder straffrei einreisen durfte und war Burkhard sofort zur Stelle, denn er sollte sich ja nun seine „Freiheit“ verdienen.


Das glaube ich Dir unbenommen. So konnten wir sein. Hast Du Dich denn mit Deinem IM noch mal getroffen?
Steht was in Deiner Akte wie man Dich in Deiner DDR-Zeit bewertet und beurteilt hat?
Übrigens wurde die Hymne ab Anfang der siebziger nicht mehr gesungen,direkt verboten war das nie. Also hätte sie Dein Vater durchaus noch grölen können.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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