#61

RE: Grenzsignalzaun 2

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.06.2011 22:05
von moreau | 384 Beiträge

Ja Feliks da kommt noch was. Beim Durchlesen des Threats fiel mir ein Detail zum GSZ 2 während meiner Zeit 85/86 ein. Ist aber mehr eine Frage in Richtung Thunderhorse. Da wurde 1985 auf ca. 500-600 m der GSZ 2 mit ca. 3m langen Stangen nach oben erweitert. An den sich sichtbar isoliert ein Kabel befand, was sozusagen parallel über die ganze Länge zum Zaun verlief. Meine Vermutung damals wie heute war , das es ein Überwindungsschutz a la Stabhochspringer oder ähnlichen war. Als Elektroniker würde ich auf Resonanzfeld oder kapazitive Auslösung tippen. Waren das vieleicht Feldversuche für den "GSZ 90" ??


Gruß
Moreau


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#62

RE: Grenzsignalzaun 2

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.06.2011 10:46
von Sonne | 510 Beiträge

Zitat von HHausen88
Hallo nochmal,

ich wollte nur meinen Beitrag editieren: falls sich jemand fragt was die "Brustzeit" ist - ich habe natürlich "Brunstzeit" gemeint.

Ansonsten, Angelo,
ich habe nichts gemacht oder erlebt, das gleich "Hochachtung" verdient.

Die Armeezeit war für mich einfach ein notwendiges Ding, mit dem alle jungen Männer der DDR zu kämpfen hatten.
Die meisten, die als Soldaten im Grundwehrdienst dienten, versuchten nur da halbwegs unbeschadet durchzukommen.
Es war zwar schon eine besondere Situation - aber irgendwann war es dann einfach 'nur' Alltag.

Ich weiß nicht, wie ich das rüberbringen soll:
Ich fühlte mich nicht super toll und wer weiß wie kräftig mit meinen 60 scharfen Schuß. Ich machte einfach meinen Dienst, freute mich, wenn wir ein paar hübsche Mädels kontrollieren durften, freute mich auf den Feierabend - alles ganz normal. Da hat heute vielleicht jeder Türsteher mehr Selbstsicherheit als ich damals mit meiner ganzen Ausrüstung.

Andere Soldaten mußten im Panzerregiment wochenlang auf irgendwelchen Taktik- Ackern campieren oder große Manöver mit den Bruderarmeen abhalten, die waren wahrscheinlich damals viel schlechter dran als wir.

Wir waren in der Regel 8 oder 12 Stunden für uns alleine (also schon immer 2 Mann als Postenpaar), ohne dass uns irgendjemand direkt gängelte oder drillte. Wir sind selbständig durch die Dörfer in den Grenzabschnitt gefahren, haben uns dabei im Konsum mal was zu essen gekauft. Dabei hat dein Posten (Partner) deine MPi gehalten, denn mit einem Gewehr in den Laden zu gehen war für uns absolut tabu.
Alkohol haben wir uns dabei meist nicht getraut - zum einen, weil wir Angst vorm Verpetztwerden hatten, zum anderen auch aus Stolz oder Verantwortung: Wie sieht das denn aus wenn sich 2 schwer bewaffnete Grenzer eine Pulle Schnaps kaufen ...
Auch unsere Vorgesetzten waren meist umgängliche Leute, nicht solche Drill - Serganten wie bei den MOT - Schützen und anderen Truppenteilen. Klar, herrschte ein militärischer Umgang, aber ich fühlte mich eher selten als "Schütze Arsch im letzten Glied".

Ich machte halt meinen Dienst, freute mich auf den nächsten Ausgang, Urlaub, zählte die Tage bis zur Entlassung ...

wie gesagt, alles nichts hervorragendes.

Viele Grüße
Tino


Sehr schön wie du dies rüberbringst, so war es auch 1966/67 man tat halt seine Pflicht mehr oder weniger ernst ,aber immer so, das man nicht aneckte.


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
zuletzt bearbeitet 30.06.2011 10:46 | nach oben springen

#63

RE: Grenzsignalzaun 2

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.06.2011 11:56
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
[quote="Stabsfähnrich"]möchte mich mal hier in das Thema einklinken. Woher der Stacheldraht und die Streckmetallplatten kamen, entzieht sich meiner Kenntniss. Gemunkelt wurde damals, dass einige Teile für die GZA 80 aus der BRD über Schweden nach Rostock (DDR) geliefert wurden. Fakt ist eines. 1997/98 wurden im Bereich GR 24 2. GK die Grenzsicherungsanlagen vom Typ 70 auf Typ 80 umgebaut. Die Streckmetallplatten, sowie der Stacheldraht nebst Zubehör wurde mit Ural 375 D der GT angeliefert. Kein Beipackzettel oder Lieferschein dran. Die Streckmetallplatten waren nicht mal auf Europaletten verpackt. Der Stachedraht war aufgerollt und mit vier " Stoffbändchen" fixiert. Lediglich die Lochsegmentplatten (Unterkriechschutz) sowie die Betonpfeiler waren auf Paletten verladen. Die Glasfieberhalter sowie die Plastik (Plaste) halter für den SDr. waren in normalen unbeschrifteten Kisten verpackt. Der Zusammenbau der Teile erfolgte vor Ort.
Die Arbeiten begannen im allgemeinen morgens um 6 Uhr und dauerten bis zum Anbruch der Dämmerung. In der gesamten Zeit war verstärkte GSi angesagt. Da es bei der Anlieferung von Materialien (z.B. Beton) zu Verzögerungen gekommen ist, blieb nach Abbruch der Arbeiten weite des GZ offen. Als Maßnahmen zur Sicherung des Abschnittes wurden Signalgerätefelder, Hundestrassen, die A-Gruppe im Handlungsstreifen und die Gakl im Hinterland verstärkt eingesetzt. Der K2 wurde ein K3 bis K4 und wurde täglich neu mittels ZT 300 und scheibenegge "umgebuddelt". Die gesamte schwere Technik hatte mit Abschluss der Arbeiten den PIO Lagerplatz (zuvor geschlagene Schneise im Wald) zu verlassen. Bei der Technik wo der Aufwand zu groß gewesen wäre, wurden die Batterien, teilweise Schläuche etc. abgebaut, so dass diese nicht in Betrieb genommen werden konnten. Ich kann sagen, es war nicht prickelnd 12 Stunden im Hinterland alleine Dienst zu tun, wenn man weiß dass der Zaun auf einer Länge von 2-3 Km fehlt.
Noch "besch...." war das Gefühl als der Zaun I gebaut wurde............da war nichts mehr, außer dem K6. Trotz verstärkter GSi ist es trotzdem zwei Soldaten gelungen Fahnenflüchtig zu werden und dies auch noch mit einem Tatra 813 und angehängter Scheibenegge.



Ich stelle mir das gerade bildlich vor - sehr seltsam. Ergibt mal gar keinen Sinn.

Am ZT wäre es verständlich, aber am 813?

http://www.trabcedes.de/images/seitefoto...co_zt303_04.jpg

Mike59


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#64

RE: Grenzsignalzaun 2

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.06.2011 23:03
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von moreau
Beim Durchlesen des Threats fiel mir ein Detail zum GSZ 2 während meiner Zeit 85/86 ein. Ist aber mehr eine Frage in Richtung Thunderhorse. Da wurde 1985 auf ca. 500-600 m der GSZ 2 mit ca. 3m langen Stangen nach oben erweitert. An den sich sichtbar isoliert ein Kabel befand, was sozusagen parallel über die ganze Länge zum Zaun verlief. Meine Vermutung damals wie heute war , das es ein Überwindungsschutz a la Stabhochspringer oder ähnlichen war. Als Elektroniker würde ich auf Resonanzfeld oder kapazitive Auslösung tippen. Waren das vieleicht Feldversuche für den "GSZ 90" ??


Gruß
Moreau



Könnte sich um die Erprobung der ÜS-1 (Übersteigsicherung) gehandelt haben.
Eine ähnliche Erprobung fand im etwa gleichen Zeitraum im Bereich Posseck, in Verbindung mit dem GSSZ statt.
Diese Form der Zaunerhöhung und Sicherung kam, wimre nicht zum Einsatz.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 30.06.2011 23:04 | nach oben springen

#65

RE: Grenzsignalzaun 2

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.07.2011 13:18
von LO-Fahrer | 607 Beiträge

Zitat von Sonne

Zitat von HHausen88
Hallo nochmal,

ich wollte nur meinen Beitrag editieren: falls sich jemand fragt was die "Brustzeit" ist - ich habe natürlich "Brunstzeit" gemeint.

Ansonsten, Angelo,
ich habe nichts gemacht oder erlebt, das gleich "Hochachtung" verdient.

Die Armeezeit war für mich einfach ein notwendiges Ding, mit dem alle jungen Männer der DDR zu kämpfen hatten.
Die meisten, die als Soldaten im Grundwehrdienst dienten, versuchten nur da halbwegs unbeschadet durchzukommen.
Es war zwar schon eine besondere Situation - aber irgendwann war es dann einfach 'nur' Alltag.

Ich weiß nicht, wie ich das rüberbringen soll:
Ich fühlte mich nicht super toll und wer weiß wie kräftig mit meinen 60 scharfen Schuß. Ich machte einfach meinen Dienst, freute mich, wenn wir ein paar hübsche Mädels kontrollieren durften, freute mich auf den Feierabend - alles ganz normal. Da hat heute vielleicht jeder Türsteher mehr Selbstsicherheit als ich damals mit meiner ganzen Ausrüstung.

Andere Soldaten mußten im Panzerregiment wochenlang auf irgendwelchen Taktik- Ackern campieren oder große Manöver mit den Bruderarmeen abhalten, die waren wahrscheinlich damals viel schlechter dran als wir.

Wir waren in der Regel 8 oder 12 Stunden für uns alleine (also schon immer 2 Mann als Postenpaar), ohne dass uns irgendjemand direkt gängelte oder drillte. Wir sind selbständig durch die Dörfer in den Grenzabschnitt gefahren, haben uns dabei im Konsum mal was zu essen gekauft. Dabei hat dein Posten (Partner) deine MPi gehalten, denn mit einem Gewehr in den Laden zu gehen war für uns absolut tabu.
Alkohol haben wir uns dabei meist nicht getraut - zum einen, weil wir Angst vorm Verpetztwerden hatten, zum anderen auch aus Stolz oder Verantwortung: Wie sieht das denn aus wenn sich 2 schwer bewaffnete Grenzer eine Pulle Schnaps kaufen ...
Auch unsere Vorgesetzten waren meist umgängliche Leute, nicht solche Drill - Serganten wie bei den MOT - Schützen und anderen Truppenteilen. Klar, herrschte ein militärischer Umgang, aber ich fühlte mich eher selten als "Schütze Arsch im letzten Glied".

Ich machte halt meinen Dienst, freute mich auf den nächsten Ausgang, Urlaub, zählte die Tage bis zur Entlassung ...

wie gesagt, alles nichts hervorragendes.

Viele Grüße
Tino


Sehr schön wie du dies rüberbringst, so war es auch 1966/67 man tat halt seine Pflicht mehr oder weniger ernst ,aber immer so, das man nicht aneckte.





@ Sonne, Deiner Aussage kann ich mich 100%ig anschliessen.


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#66

RE: Grenzsignalzaun 2

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.09.2012 04:20
von Schlutup | 4.108 Beiträge

moin moin!

im Bereich des ehemaligen GSZ findet man bei uns oft auch diese Dinger. Haben die etwas damit zu tun?
gruß schlutup



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#67

RE: Grenzsignalzaun 2

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.09.2012 07:28
von furry | 3.580 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #66
moin moin!

im Bereich des ehemaligen GSZ findet man bei uns oft auch diese Dinger. Haben die etwas damit zu tun?
gruß schlutup


Wenn ich es richtig sehe, sind diese Dinger aus Ton/Lehm gebrannte Kabelabdeckungen, also Ziegelsteine in einer gebogenen Form. Statt dieser Dinger kennzeichnet man heute Kabel im Erdreich mit einem gelben(?) Plastikband.
Als Kinder haben wir diese Teile gern als Tunnel für die Spielzeugeisenbahn genutzt.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#68

RE: Grenzsignalzaun 2

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.09.2012 12:55
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Ja das sind Kabelabdeckungen,kenne die auch noch aus meiner Kinderzeit,die waren auf so einen Lagerplatz zu tausenden gestapelt.Ich glaub noch zu wissen,das die Dinger mir hin und wieder,bei der Modernisierung der Signalanlagen bei der DB in den alten Bundesländern unter die Augen gekommen sind.


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#69

RE: Grenzsignalzaun 2

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.09.2012 13:43
von Schlutup | 4.108 Beiträge

moin moin!

danke, hatte mir schon gedacht das die teile etwas mit kabel zu tun haben. jetzt wäre nur noch die frage ob sie zum GSZ geghörten.

schlutup



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#70

RE: Grenzsignalzaun 2

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.09.2012 15:01
von Diskus303 | 485 Beiträge

Hallo Schlutup...

bedingt durch meine Vorkenntnisse aus dem Bereich des zivilen Fernmeldewesens (habe zu DDR-Zeiten Fernmeldebaumonteur gelernt und bis zu meiner Übersiedlung ´89 in diesem Job gearbeitet) kann ich sagen, daß diese Kabelabdeckhauben im Grunde zur Abdeckungen von Erdabeln aller Art Verwendung fanden (sowohl Fernmeldekabel als auch Starkstromkabel).
Das sie bei bei Erdkabeln im Grenzgebiet verwendet wurden weiß ich nicht mit Bestimmtheit, wäre aber grundsätzlich möglich.
Sie waren eine Art mechanischer Schutz vor Einwirkung "von oben" (Größere Steine die sonst auf das Kabel direkt gedrückt hätten oder aber nachfolgende Erdarbeiten (manueller Art wie Spitzhacke, Spaten o.ä.) Die hier angesprochenen Kunststoffbänder waren eher ein Hinweis auf ein darunter liegendes Kabel/ Gas-, Wasserleitung und hatten allenfalls Signalwirkung.
Allerdings habe ich nie gesehen, wie sie im Grenzgebiet verwendet wurden. Die Kabelverlegearbeiten die ich an der Grenze gesehen habe waren teilautomatisiert: Da fuhr ein Raupenschlepper, der in einem Arbeitsgang den Boden in etwas mehr als Kabelbreite öffnete (auffräste) das Kabel verlegte und hinter diesem fiel die Erde wieder auf das Kabel drauf. Dabei kamen diese Abdeckhauben nicht zum Einsatz.


Gruß Axel
Schlutup hat sich für diesen Beitrag bedankt
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