#61

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 21.10.2014 12:37
von turtle | 6.961 Beiträge

Noch mal von mir zurück zum Thema Honecker . Wie er nach seinem Sturz von der Mehrheit der Genossen fallen gelassen wurde löste bei mir Befremdung aus. Nichts war organisiert wohin mit Familie Honecker. Zu ihren Schutz wurde nichts unternommen. Sie irrten mehr oder weniger in der DDR hin und her. Sehe noch vor mir wie sie wider einmal den Zufluchtsort wechseln mussten. Durch ein Spalier pöbelten Menschen, die auf den Wagen eindroschen. Ausgerechnet die Kirche nahm ihn auf. Ich mochte Honecker und die Politik der DDR nicht, empfand ich Anfangs etwas Genugtuung als er erkennen musste das Volk liebt ihn nicht mehr ,und forderte Honecker hinter Gittern. Für seine Spießgesellen die die Honeckers so fallen ließen ,die Fahne schwenkten und für einige Silberlinge Verrat verüben hatte ich noch mehr Verachtung übrig. Die Honeckers haben immer zu ihren tun gestanden ,genauso wie ihr Spezi von Schnitzler. So hatten sie dafür meinen Respekt. Damals passte politisch alles zusammen die Ära DDR Geschichte werden zu lassen. Unschuldig daran war nicht der große Bruder Sowjetunion und nicht das MfS.


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zuletzt bearbeitet 21.10.2014 12:38 | nach oben springen

#62

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 21.10.2014 12:50
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Honecker ist im Prinzip widerfahren, was er selbst mit seinem Lehrmeister gemacht hat.............Also deshalb kein Grund, ihn zu bedauern.

Wenn jemand zu seinem Tun steht, dann verdient er nicht automatisch Respekt (Das muß man eigentlich nicht erklären...z. B. wenn man unbeweglich von Gestern d.h. nicht zeitgemäß ist und das Land Gefahr läuft, dadurch Schaden zu nehmen.).


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Marienborn89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.10.2014 13:19 | nach oben springen

#63

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 21.10.2014 13:39
von turtle | 6.961 Beiträge

Mit dem Respekt meinte ich mehr zum Sozialismus bzw. .der Kommunistischen Idee zu stehen. Dazu stand er im 3.Reich und auch nach dem Untergang der DDR. Das er etwas Weltfremd in Wandlitz daneben stand ,er und einige andere Bewohner von den Realitäten weit entfernt lebten ,Altersstarrsinn eventuell eine Rolle spielte, das alles wird eine Rolle gespielt haben . Wenn man sein tun mit auf die Verabschiedung einzelner Gesetze bezieht hat er Mitschuld. Er musste erkennen das manches Unrecht ist. Dafür hat er natürlich nicht meinen Respekt.


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#64

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 21.10.2014 20:24
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Helmut Schmidt hat mal gesagt:

"In 20 oder 30 Jahren wird kein Schulkind mit dem Namen Honecker was anfangen können."



Nun ja..bewirkt hat er wenig,geglaubt hat er immer das die Bürger gerne in seinem Staat leben.
Für diejenigen die sich nicht wohlfühlten hat er kein Verständnis.Das hat er bis zuletzt nicht verstanden.

Er war kein großer Politiker.



zuletzt bearbeitet 21.10.2014 20:24 | nach oben springen

#65

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 21.10.2014 21:02
von Gelöschtes Mitglied
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Nach meiner Erinnerung war der Rücktritt von Honecker von den meisten Bürgern der DDR nach Abklingen der Lobeshymnen auf den 40. Jahrestag der DDR eine erwartete Konsequenz. Keine echte Sensation.
Auch die Wahl von Krenz zum "Neuen" war nicht unerwartet, dabei erinnere ich mich an sein erstes Auftreten vor den Kameras der AK, breit grinsend und mit diesem blöden Spruch von Arbeit, jeder erahnte, dass dieser indoktrinierte Mann nicht die Rettung sein konnte...

Schnitt.
Als Modrow die "Macht" übernahm, ja übernehmen "musste"(?), sah man dem Mann an, welcher Verantwortung für die Menschen einerseits und welcher Last des Landes andererseits er sich bewusst war.
Ganz egal, was dann folgte, durch wen auch immer angeleiert, den Mann Hans Modrow halte ich noch heute, völlig ungeachtet grundsätzlich verschiedener Auffassungen, für einen ehrlichen Mann seiner "Zunft", aber, er kam viel zu spät, und das müssen wir ehemalige DDR-Bürger uns alle selbst vorwerfen, wir Mitläufer oder Speichellecker, oder sonst wer von uns....

Wäre einen eigenen Thread wert: Wer warst Du, Mitläufer oder Gegner, oder was?

Denkt mal drüber nach!

VG Klaus


RudiEK89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.10.2014 21:03 | nach oben springen

#66

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 21.10.2014 21:06
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo Klaus,

Deinem Text zu Modrow kann ich nur voll und ganz zustimmen. Ich hatte 1994 die Gelegenheit, ihn persönlich kennenzulernen und habe ihn damals als einen grundanständigen Menschen kennen gelernt. Er war in meinen Augen so, wie leider Gottes heutzutage kein Politiker sein darf.

Gruss

icke



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#67

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 21.10.2014 21:46
von Gelöschtes Mitglied
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Wer in so einer Funktion war oder ist, hat keine Möglichkeit mehr sich selbst ein Bild der Realität zu machen. Er wird von seinen Paladinen mit allen möglichen Informationen versorgt und gleichzeitig vor vielen Problemen abgeschirmt. Wenn es gut ausgeht werfen sich Tausende in die Brust und reklamieren die Verdienste für sich selbst. Wenn es schief geht, sind die Meisten von denen "Wiederständler" gewesen oder haben nur auf Befehle gehandelt. Dieses Phänomen gab es schon vor mehr als tausend Jahren und wird es auch zukünftig geben.

Der Hesselfuchs


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#68

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 01:34
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Honecker wähnte sich Zeit seines Lebens auf dem Weg zum Sieg seiner sozialistischen Weltordnung.
In seiner Unrast verdrängte er vollkommen den Gedanken daran, daß er eines Tages weder physisch noch psychisch auf der Höhe der Anforderungen sein könnte und hatte am Ende wohl nur noch den Tunnelblick für die Sicherung des Weltfriedens, was zwar auch wichtig war aber nur bestenfalls 10% des Anforderungsprofils eines Staatslenkers ausmachte.
Die Situation der damaligen Machtfrage ist vergleichbar mit einer rasanten Autofahrt in deren Verlauf ein Wechsel am Steuer wegen der panischen Angst vor dem Stillstand und mangels Alternativen im Pool der Politbürogreise gar nicht mehr lösbar schien.
So wie viele Senioren ihr Auto erst dann abmelden, wenn es zum ersten Mal richtig gescheppert hat, meinte Honecker wohl auch, daß er ein sicherer Fahrer sei, denn wirklich Schlimmes ist ja bis zum Ende seiner Traumrepublik auch nicht passiert, sagen wir mal spektakuläre Stromausfälle, Hungersnöte oder der flächendeckende Stillstand des Bahnverkehrs.
Die öffentliche Daseinsvorsorge haben die Basiseliten der DDR trotz aller Widrigkeiten immer wieder geregelt bekommen und haben somit auch streckenweise den bei immer mehr Bürgern verhaßten Staat über das eigentliche Verfallsdatum hinaus, das ich mal Mitte der 1970er Jahre nach der formalen weltweiten Anerkennung der DDR inclusive Aufnahme in die UNO ansetzen möchte, am Leben erhalten.
Diese eigentlich perspektivreiche Phase war nach meinem Gefühl schnell wieder abgeklungen, weil man in einem Anflug von Größenwahn auch in der Wirtschaft ein Global Player werden wollte so wie das im Sport ja gelungen war ohne dabei an den Preis dieser Prestige- Erfolge zu denken.
Aber genauso wie Max Mustermann allein wegen des Champions- League- Titels seiner Lieblingsmannschaft kein Profi am Arbeitsplatz werden wird hatte auch das Volk der DDR im Gegensatz zu den Obergenossen in ihrem wenig spektakulärem Alltag nichts von den Olympiasiegen unserer Weltklasseathleten und den pompösen Festumzügen in den DDR- Großstädten anläßlich der Nationalfeiertage.
Das wiederum war aber Honeckers Welt, solche temporären Erfolgserlebnisse haben offensichtlich in seiner selektiven Wahrnehmung auf die gesamte Volkswirtschaft und das Gemeinwesen im Arbeiter- und Bauern- Staat hineingestrahlt, anders kann ich mir diesen spektakulären Endzeitoptimismus nicht erklären, irgendwie ist das wie die eisige Wintersonne, die nur den wärmt, der hinter dem Glas sitzt.
Möglicherweise gab es in seiner Amtszeit aber auch stille und ehrliche Momente des Zweifels, an denen er seine tatsächliche Gemütslage preis gab, erinnert sei hier nur an die Befragung während eines Messerundgangs als er im offensichtlich angeheitertem Zustand eine Anfrage zur Reisefreiheit mit dem Begriff des Devisenmangels in Zusammenhang brachte, der passende Link von You Tube für dieses spektakuläre Eingeständnis dazu ist gelöscht worden, warum auch immer, ich hatte ihn einmal eingestellt.
Das sind extrem seltene Schüsselmomente, die ich auch im Kreise verdienter Genossen in ähnlicher Weise in anderen Zusammenhängen erlebt habe.
So gab mir einmal auf einer Festveranstaltung ein SED- Kreisleitungssekretär zu verstehen, daß es Zeit sei für die jungen Leute bei der Verteilung von Verantwortung in den obersten Chefetagen und daß auch in den Ebenen darunter endlich Auffrischung Not tun würde, wohl bemerkt das war Mitte der 1980er Jahre.
Allein die Antwort darauf wie man solche Analysen im Rahmen der damals vorgegebenen Qualität praxistauglich hätte umsetzen können fehlt mir bis heute.
Der Vorwurf an die Sekretäre der damaligen SED- Bezirksleitungen wie Modrow einer war, nicht aktiv eingegriffen zu haben wäre ein Ansatz.
Aber wie hätte das denn aussehen sollen ?
Es ist und bleibt eine verfahrene Kiste und eine vertane Chance, der immer mehr Leute nachtrauern, auch wenn sie es nur ausnahmsweise zugeben.



TOMMI hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.10.2014 01:38 | nach oben springen

#69

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 08:10
von eisenringtheo | 9.159 Beiträge

Die sozialistischen Staaten wurden alle zu Gerontokratien, so auch die Deutsche Demokratische Republik.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gerontokratie
Was der Grund dafür war, ist mir noch heute unklar. Lag es am System oder einfach an der Tatsache, dass es keine richtigen Wahlen gab. Im Westen werden zu alte Leute einfach oft nicht mehr gewählt. Eine Ausnahme ist die BRD, weil man da Parteien wählt und die führenden Politiker über die Landesliste ein Freiticket haben. Angela Merkel wird wohl bis 2050 Kanzlerin sein.
Theo


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#70

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 08:38
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #69
Die sozialistischen Staaten wurden alle zu Gerontokratien, so auch die Deutsche Demokratische Republik.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gerontokratie
Was der Grund dafür war, ist mir noch heute unklar.

(...)
Theo


Zumindest in der Sowjetunion war es wohl so, dass die Privilegien, die man als Spitzenfunktionär hatte, an die Funktion gebunden waren. Das heisst also: Ist die Funktion weg, sind auch die Privilegien (Datschen, Sondereinkäufe etc.) ebenfalls weg. Und zwar nicht nur für den Funktionär selber, sonder auch für seine ganze mehr oder weniger grosse Familie.

So hiess es dann halt: Durchhalten bis zum bitteren Ende, auch wenn dann der Staat unter der Überalterung der Führung zu leiden hat.

Gruss

icke



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#71

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 10:30
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #68
Honecker wähnte sich Zeit seines Lebens auf dem Weg zum Sieg seiner sozialistischen Weltordnung.
In seiner Unrast verdrängte er vollkommen den Gedanken daran, daß er eines Tages weder physisch noch psychisch auf der Höhe der Anforderungen sein könnte und hatte am Ende wohl nur noch den Tunnelblick für die Sicherung des Weltfriedens, was zwar auch wichtig war aber nur bestenfalls 10% des Anforderungsprofils eines Staatslenkers ausmachte.
Die Situation der damaligen Machtfrage ist vergleichbar mit einer rasanten Autofahrt in deren Verlauf ein Wechsel am Steuer wegen der panischen Angst vor dem Stillstand und mangels Alternativen im Pool der Politbürogreise gar nicht mehr lösbar schien.
So wie viele Senioren ihr Auto erst dann abmelden, wenn es zum ersten Mal richtig gescheppert hat, meinte Honecker wohl auch, daß er ein sicherer Fahrer sei, denn wirklich Schlimmes ist ja bis zum Ende seiner Traumrepublik auch nicht passiert, sagen wir mal spektakuläre Stromausfälle, Hungersnöte oder der flächendeckende Stillstand des Bahnverkehrs.
Die öffentliche Daseinsvorsorge haben die Basiseliten der DDR trotz aller Widrigkeiten immer wieder geregelt bekommen und haben somit auch streckenweise den bei immer mehr Bürgern verhaßten Staat über das eigentliche Verfallsdatum hinaus, das ich mal Mitte der 1970er Jahre nach der formalen weltweiten Anerkennung der DDR inclusive Aufnahme in die UNO ansetzen möchte, am Leben erhalten.
Diese eigentlich perspektivreiche Phase war nach meinem Gefühl schnell wieder abgeklungen, weil man in einem Anflug von Größenwahn auch in der Wirtschaft ein Global Player werden wollte so wie das im Sport ja gelungen war ohne dabei an den Preis dieser Prestige- Erfolge zu denken.
Aber genauso wie Max Mustermann allein wegen des Champions- League- Titels seiner Lieblingsmannschaft kein Profi am Arbeitsplatz werden wird hatte auch das Volk der DDR im Gegensatz zu den Obergenossen in ihrem wenig spektakulärem Alltag nichts von den Olympiasiegen unserer Weltklasseathleten und den pompösen Festumzügen in den DDR- Großstädten anläßlich der Nationalfeiertage.
Das wiederum war aber Honeckers Welt, solche temporären Erfolgserlebnisse haben offensichtlich in seiner selektiven Wahrnehmung auf die gesamte Volkswirtschaft und das Gemeinwesen im Arbeiter- und Bauern- Staat hineingestrahlt, anders kann ich mir diesen spektakulären Endzeitoptimismus nicht erklären, irgendwie ist das wie die eisige Wintersonne, die nur den wärmt, der hinter dem Glas sitzt.
Möglicherweise gab es in seiner Amtszeit aber auch stille und ehrliche Momente des Zweifels, an denen er seine tatsächliche Gemütslage preis gab, erinnert sei hier nur an die Befragung während eines Messerundgangs als er im offensichtlich angeheitertem Zustand eine Anfrage zur Reisefreiheit mit dem Begriff des Devisenmangels in Zusammenhang brachte, der passende Link von You Tube für dieses spektakuläre Eingeständnis dazu ist gelöscht worden, warum auch immer, ich hatte ihn einmal eingestellt.
Das sind extrem seltene Schüsselmomente, die ich auch im Kreise verdienter Genossen in ähnlicher Weise in anderen Zusammenhängen erlebt habe.
So gab mir einmal auf einer Festveranstaltung ein SED- Kreisleitungssekretär zu verstehen, daß es Zeit sei für die jungen Leute bei der Verteilung von Verantwortung in den obersten Chefetagen und daß auch in den Ebenen darunter endlich Auffrischung Not tun würde, wohl bemerkt das war Mitte der 1980er Jahre.
Allein die Antwort darauf wie man solche Analysen im Rahmen der damals vorgegebenen Qualität praxistauglich hätte umsetzen können fehlt mir bis heute.
Der Vorwurf an die Sekretäre der damaligen SED- Bezirksleitungen wie Modrow einer war, nicht aktiv eingegriffen zu haben wäre ein Ansatz.
Aber wie hätte das denn aussehen sollen ?
Es ist und bleibt eine verfahrene Kiste und eine vertane Chance, der immer mehr Leute nachtrauern, auch wenn sie es nur ausnahmsweise zugeben.





Rot: Diese Darstellung halte ich für realistisch. Mit meinem Vater hatte ich mich seinerzeit auch darüber unterhalten und machte diesen unmittelbaren Zusammenhang deutlich. Wenn mehr reisefreiheit gewährt würde, also auch ohne familiäre Anlässe und bei Noch-nicht-Rentnern und es sich nicht nur um eine Kurzreise über´s Wochenende handelte, konnte ma diese Privatreisenden nicht mit 15,-DM/Tag abspeisen. Dann hätte man ihnen den umtausch von so viel DM/Tag ermöglichen können, daß sie auch ohne Verwandschaftliche Unterstützung nicht nur mit Margarinebemme und Leitungswasser und Übernachtung im Heuboden. Solche Art spartanischer Reisebedingen wären noch frustrierender als gar nicht reisen dürfen. Diese, wahrscheinlich in den ersten Jahren dieser Regelung notwendigen Devisenmenge in hunderten Mio DM oder wahrscheinlich mehr, waren nicht verfügbar. Grund: Da sind wir wieder bei der verfehlten Wirtschafts-und Sozialpolitik, der uneffektiven Ökonomie, der Gleichmacherei und damit ungenügender Motivation aller Schichten zur Entwicklung weltmarkfähiger Spitzenleistungen (materielle und immaterielle). Durch meinen tschechischen Hobbyfreund weiß ich, daß er bereits mehrfach privat in Schweden und Österreich war. Er konnte umtauschen, allerdings für einen recht hohen Kurs. Dort wurden andere Prioritäten gesetzt. Das Warenangebot war besser (Heimwerker, Ölsardinen u.s.w.), die Straßen waren besser, die Preise lagen allerdings auch um 10 - 20% höher und der Verdienst dagegen um 10 - 20 % unter denen der vergleichbaren DDR-Beschäftigten. Eben Angebot und Nachfrage. Stärkere Wertlegung auf kostendeckende Preise (z.B. Grundversorgung Energie, Wasser, mieten u.s.w.). Das hätte so manche Extra-DM möglich gemacht.



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#72

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 18:47
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #71
..., konnte ma diese Privatreisenden nicht mit 15,-DM/Tag abspeisen.

Na das wäre ja schön gewesen, wimre gabs die 15 DM (allerdings 1:1) einmal pro Jahr!


Quelle: www.grenzerinnerungen.de/dokumente


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#73

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 21:32
von Gelöschtes Mitglied
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Grade läuft im NDR ,unsere Geschichte , eine echt gute Information über die SPD Gründer in der DDR. ratata


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#74

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 21:39
von Mike59 | 7.941 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #68
Honecker wähnte sich Zeit ...
...
Es ist und bleibt eine verfahrene Kiste und eine vertane Chance, der immer mehr Leute nachtrauern, auch wenn sie es nur ausnahmsweise zugeben.



Danke, guter Beitrag.


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#75

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 21:44
von Regina | 643 Beiträge

# 73
sehe ich auch
tho.



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#76

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 21:55
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Theo!

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #69
Die sozialistischen Staaten wurden alle zu Gerontokratien, so auch die Deutsche Demokratische Republik.
..... Eine Ausnahme ist die BRD, weil man da Parteien wählt und die führenden Politiker über die Landesliste ein Freiticket haben. Angela Merkel wird wohl bis 2050 Kanzlerin sein.
Theo

Es gab in den letzten Tagen allerlei "Dokumentationen"..
In einer sagte der alte SPD Kettentraucher in`s Mikrofon: Honecker wird in zwanzig Jahren in keinem Schulbuch mehr auftauchen.
Na wenn das keine Geschichtsverfälschung mit Ankündigung ist .....
Und keine "öffentliche Meinung" stellt sich gegen diese unhaltbare Äußerung ....

Das nenne ich dann mal politische und historische Debilität!

Schöne Grüße,
Eckhard


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#77

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 22:20
von damals wars | 12.113 Beiträge

Als hätte olle Helmut nach 16 Jahren noch was begriffen?

Reiste wie ein Mafiaboss durch die Lande und sammelte Briefumschläge ein und verteilte sie.

Hat den der bei seiner Absetzung irgentwas begriffen?
Sein Ehrenwortsch... erinnerte doch stark an "Ich liebe Euch doch alle!"


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#78

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 22:41
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Die Perspektive, bis zum Umfallen regieren zu müssen oder zu wollen führte auch dazu, daß sich Familie Honecker in keiner Weise für den privaten Ernstfall abzusichern gedachte, das war schon fatal für diesen tragischen Einzelfall, spiegelte aber auch dessen Überzeugung wieder, daß seine DDR alternativlos und unsterblich war.
Seine Irrfahrt nach dem politischen Ausstieg auf der Suche nach einem Ruhesitz sucht wohl seinesgleichen in der Welt, auf Asylsuche im eigenem Reich am Ende bei Kirchenleuten zu landen war schon beeindruckend, immerhin fühlte sich jene Familie, die ihm zwischenzeitlich Obdach gewährte dem Humanismus und der Nächstenliebe genauso verpflichtet wie sich Honecker bis zuletzt den sozialistischen Idealen verpflichtet fühlte.
Gelernt habe ich aus dieser privaten Tragödie immerhin, daß es durchaus Sinn macht, das Verhalten von Führungspersönlichkeiten, denen man nicht so recht folgen will zu analysieren und zu beobachten, vielleicht sogar sich in deren Rolle hineinzudenken.
Auch gibt es immer wieder mit Blick in die Vergangenheit tagesaktuelle Duplizitäten im politischen Alltag, die schon recht erschreckend sind.
Hier im Mansfelder Land z.B. analysiert der CDU- Kreisverband derzeit, warum ihr Favorit D. Schatz gegen die Kandidatin der Linkspartei mit 20:80 die Stichwahl bei der Landratswahl verloren hat und kommt zu dem Schluß, daß der skandalumwitterte CDU- Amtsinhaber nicht der beste Kandidat gewesen sei, vergessen daß hier alles den Bach herunter geht, entvölkerte Kleinstädte, verwahrloste Bahnhöfe, schließungsbedrohte Theater und Schulen und nicht zuletzt die MIFA als wirtschaftlicher Leuchturm der momentan im Feuer steht trotz daß der bettelarme Landkreis eine fast 6 Mio. Euro schwere Liquiditätshilfe gewährte (Grundstückskauf des MIFA- Geländes um es der Firma zurück zu vermieten, die nun nicht mal die Grundsteuer dafür bezahlen kann, erst recht nicht die Miete...).
Auch Honecker polterte gegen den westdeutschen Klassenfeind, bezeichnete ihn als Räuber (der er in acht von zehn Fällen auch war...siehe Treuhandgeschäfte mit BRD- Partnern) was aber damals nur eingeschränkt vom eigenem Versagen ablenken konnte.
Zwar war sowohl die Cocom- Liste als auch das Wettrüsten, das die feindliche Wirtschaft inclusive den steuersaugenden Staat BRD reich machte, eine schwere Hypothek trotzdem hätte das Politbüro viel intensiver nach eigenen Wegen suchen müssen, dazu steht ja schon anderswo recht viel geschrieben.
Pragmatische Nachrücker wie Modrow, Gysi, vielleicht sogar Schürer, E. Most oder Schalck- Golodkowski hätten die Brückenpfeiler in eine reformierte DDR sein können, als Repräsentanten des Staates waren sie auf lange Sicht aber wegen ihrer SED- Mitgliedschaft wohl untauglich, das scheint mir aber mit dem Blick auf das große Ganze eher nebensächlich.



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#79

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 23:00
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #77
Als hätte olle Helmut nach 16 Jahren noch was begriffen?

Reiste wie ein Mafiaboss durch die Lande und sammelte Briefumschläge ein und verteilte sie.

Hat den der bei seiner Absetzung irgentwas begriffen?
Sein Ehrenwortsch... erinnerte doch stark an "Ich liebe Euch doch alle!"


Auch wenn ich wieder mal 20 m ins Abseits renne, es ist durchaus vorstellbar daß Kohls Schweigen zu den Parteispenden ein patriotischer Akt war.
Chronologisch fielen diese Verdachtsmomente in die Vorgänge um Leuna 2000 als ein französisches Konsortium um Elf Aquitaine aber auch andere ausländische Firmen wie Dow Chemical Milliarden im Chemiedreieck Halle/ Merseburg investierten.
Hätte BASF, Schering, Bayer & Co. darüber zu bestimmen gehabt, was aus diesem Industriestandort werden sollte, so würden dort wie überall die Karnickel rammeln und der Raps blühen.
Die CDU hätte in Sachsen- Anhalt keine Landtagswahl mehr gewonnen, wenn diese Region gecrasht wäre, Klaus Schucht, ehemaliger SPD- Landes- Wirtschaftsminister und Treuhandmanager schrieb darüber in seiner Biografie, die zehn Jahre nach seinem Tod 1997 hätte veröffentlicht werden sollen, was auch geschah, allerdings nur mit stark gefiltertem Inhalt.
Diejenigen die gefiltert haben konnten ja nicht wissen, daß jener Herr Kohl anstatt zu sterben mit über 80 noch mal heiraten würde.
Wir werden es wohl nie erfahren, wie es wirklich war aber in diesem Falle ist Schweigen möglicherweise wirklich Gold.



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#80

RE: Rücktritt von Erich Honecker

in DDR Staat und Regime 22.10.2014 23:12
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #78

Seine Irrfahrt nach dem politischen Ausstieg auf der Suche nach einem Ruhesitz sucht wohl seinesgleichen in der Welt...........



Andere hatten ein schlimmeres Schicksal, z. B. in Rumänien.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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