#21

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 19:14
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Also: ich wurde mit allem Prozedere von meinem EK zum Vizen geschlagen, das war so: Anzugsordnung war Unterwäsche lang und weiß, Stahlhelm und Tragegestell, Stiefel schwarz poliert. Mitzubringen hatte ich meinen eigenen Schwarzkoppel welcher von schwarzer Schuhkrem nur so triefte....
Dann kam von mir die Bitte an den E mich zum Vizen zu schlagen, darauf die Antwort, daß ich mich auf die vorbereitete Bank zu legen hatte, dann ging es los, die Unterwäsche war danach hin! Dann hatte ich mich hinzustellen, dann kam wieder so ein Spruch. Leider weiß ich heute nicht mehr die Wortlaute, alle Sprüche und Sätze waren "Standarts" Zum Schluß erhielt ich Ausgangsschulterstücke von meinem E überreicht... mit ganz großen knicken drin!! und der frische Vize war stolz wie bolle
Dann wurde die Schwarzkombi angezogen und der E kam und machte mir dann noch Knicke in die Felddienstschulterstücken.

Dieses mir unvergessliche Erlebnis fand gut abgeschirmt im Aufenthaltsraum der Diensthundestaffel statt, es war an einem Samstagvormittag, wenn das der Diensthabende des Stabes gewußt hätte.... aber unsere Hunde machten immer immensen Krach wenn sich einer mit ner Schirmmütze blicken ließ.

Abends wurde der Vize begossen, hab mich nicht lumpen lassen..man wird ja nur einmal Vize!

gruß h.


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#22

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 19:32
von RalphT | 878 Beiträge

Zitat von Sicherheitsrisiko im Beitrag #3
Zitat von rei im Beitrag #1
Hallo!
Ich frage Euch mal,wie habt Ihr das Bergfest an der Grenze begangen??
Werde später zu diesen Thema einen Beitrag schreiben,hoffe dann das ich nicht wieder als Märchenerzähler hin gestellt werde.
MfG. Rei


Bergfest haben wir beim Bund jeden Mittwoch gefeiert, da brauchte es immer den ganzen Donnerstag um am Freitag Abend wieder für die heimischen Partys und Mädels fit zu sein.


Ja, die Zeiten aus der "Grundi" = Grundausbildung kenne ich auch noch. Jeden Mittwoch in Büdel (Holland) besoffen und die Gedanken waren schon auf den Freitag fokusiert zur traditionellen Natorally.


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#23

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 20:32
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von furry im Beitrag #15
Eine Frage an die ganz, ganz lange Dienenden. Fanden solche Ereignisse wie Bandmaßanschnitt, Bergfest et c. Platz im Dienstkalender? Wurden an diesen Tagen die Besten der Besten zu Diensten in den Kompanien eingeteilt?

Hallo furry,

in den 80er Jahren, vor allem ab Mitte der 80er Jahre gab es bei dem für mich zu überblickenden Teil der Grenztruppen (Grenzkommando Süd, Grenzregiment 3) einen gewissen schleichenden Paradigmenwechsel. Ab ca. 1985 (bei einigen schon davor, bei einigen nie) war es durchaus üblich, dass wir, die Kompanieführung (KC, Polit, Hauptfeld) diese Tage auf dem Plan hatten. Seitens unserer Vorgesetzten des Regimentsstabes und auch seitens der Politabteilung war es ausdrücklich erwünscht (nicht befohlen oder angewiesen), dass wir diese Termine in die Hand nahmen. Es lief nach dem Motto: Wir können eh nicht verhindern, was da passiert - also versuchen wir, es nicht aus dem Ruder laufen zu lassen und nutzen wir die positiven Elemente. Mein Kompaniechef in der Stabskompanie hat durchaus "Anschnitte" "geleitet". Ich ließ ihn machen. Das war nicht mein Ding. Die Leute freuten sich, dass es bald nach Hause geht, warum soll ich ihnen das versauen. Ein Gefreiter hat es mir gegenüber im Suff kurz vor seinem Heimgang schön ausgedrückt und mein Gefühl bestätigt: "Eh, da stellt der sich hin und versaut mir eines meiner wertvollen Reservebändis durch seinen Anschnitt. Das ist doch ein Buckel, das Ding glüht doch jetzt noch." Ich blieb dabei, bei den Sachen nicht mitzumachen. Ich griff nur ein, wenn mit Bandmaß oder EK-Bewegung eine unmittelbare Provokation einherging. Ich habe wohlweislich Bandmaße nur angefasst, um sie einzuziehen. Das war dann schon Höchststrafe genug für den Betroffenen, soweit kannte ich die Riten.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


furry, hundemuchtel 88 0,5 und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.10.2014 20:33 | nach oben springen

#24

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 20:44
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #21
Also: ich wurde mit allem Prozedere von meinem EK zum Vizen geschlagen, das war so: Anzugsordnung war Unterwäsche lang und weiß, Stahlhelm und Tragegestell, Stiefel schwarz poliert. Mitzubringen hatte ich meinen eigenen Schwarzkoppel welcher von schwarzer Schuhkrem nur so triefte....
Dann kam von mir die Bitte an den E mich zum Vizen zu schlagen, darauf die Antwort, daß ich mich auf die vorbereitete Bank zu legen hatte, dann ging es los, die Unterwäsche war danach hin! Dann hatte ich mich hinzustellen, dann kam wieder so ein Spruch. Leider weiß ich heute nicht mehr die Wortlaute, alle Sprüche und Sätze waren "Standarts" Zum Schluß erhielt ich Ausgangsschulterstücke von meinem E überreicht... mit ganz großen knicken drin!! und der frische Vize war stolz wie bolle
Dann wurde die Schwarzkombi angezogen und der E kam und machte mir dann noch Knicke in die Felddienstschulterstücken.

Dieses mir unvergessliche Erlebnis fand gut abgeschirmt im Aufenthaltsraum der Diensthundestaffel statt, es war an einem Samstagvormittag, wenn das der Diensthabende des Stabes gewußt hätte.... aber unsere Hunde machten immer immensen Krach wenn sich einer mit ner Schirmmütze blicken ließ.

Abends wurde der Vize begossen, hab mich nicht lumpen lassen..man wird ja nur einmal Vize!

gruß h.


Genauso habe ich das Prozedere auch in Erinnerung. Mit einer Ergänzung: die frischgebackenen Vize mussten, egal ob Raucher oder Nichtraucher, eine dicke Zigarre bis zum bitteren Ende qualmen. Und anschließend ein Stück ekliger fetter Cremetorte verspeisen. Die "EK's achteten während dessen darauf, dass sämtliche Türen und Fenster geschlossen blieben. Da herrschte ganz schnell im wörtlichen Sinn " dicke Luft". Ich hatte zu der Zeit noch geraucht, so dass mir die "verpasste Zigarre" keine Mühen bereitete. Dagegen sah so mancher Nichtraucher hinterher " verdammt blass aus."

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#25

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 20:53
von 94 | 10.792 Beiträge

Planungsmäßig 'im Blick' eines Vorgesetzten war auf jedenfall der nächste Ausgang nach einem solchen Termin, gab es doch den Brauch des Vietzetrunks. Dieser wurde vom Patenonkel, also dem Eh dem frisch zum Vietze geschlagenen Patenkind mit den nun frisch-geknickten Schulterstücken ausgegeben. Also sollte man schon die zusammengehörigen Patenpaare auch gemeinsam zum Ausgang planen.
Der Trunk bestand aus einem Halbliterglas, in welches von jedem Kurzen, welcher der Dorfkneiper da hatte, einer reinkam ... also Klarer, Brauner, Aro, Kiwi, Pfeffi, usw ... und diese Mischung sollte möglichst auf Ex getrunken werden. Also 1x Absetzen war wimre noch erlaubt, aber sonst runter mit der Brühe und mindestens fünf Minuten drinnebehalten. Wer schlau war als Vietze, ging (oder wankte besser gesagt) nun unauffällig göbeln ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#26

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 22:09
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #23
Zitat von furry im Beitrag #15
Eine Frage an die ganz, ganz lange Dienenden. Fanden solche Ereignisse wie Bandmaßanschnitt, Bergfest et c. Platz im Dienstkalender? Wurden an diesen Tagen die Besten der Besten zu Diensten in den Kompanien eingeteilt?

Hallo furry,

in den 80er Jahren, vor allem ab Mitte der 80er Jahre gab es bei dem für mich zu überblickenden Teil der Grenztruppen (Grenzkommando Süd, Grenzregiment 3) einen gewissen schleichenden Paradigmenwechsel. Ab ca. 1985 (bei einigen schon davor, bei einigen nie) war es durchaus üblich, dass wir, die Kompanieführung (KC, Polit, Hauptfeld) diese Tage auf dem Plan hatten. Seitens unserer Vorgesetzten des Regimentsstabes und auch seitens der Politabteilung war es ausdrücklich erwünscht (nicht befohlen oder angewiesen), dass wir diese Termine in die Hand nahmen. Es lief nach dem Motto: Wir können eh nicht verhindern, was da passiert - also versuchen wir, es nicht aus dem Ruder laufen zu lassen und nutzen wir die positiven Elemente. Mein Kompaniechef in der Stabskompanie hat durchaus "Anschnitte" "geleitet". Ich ließ ihn machen. Das war nicht mein Ding. Die Leute freuten sich, dass es bald nach Hause geht, warum soll ich ihnen das versauen. Ein Gefreiter hat es mir gegenüber im Suff kurz vor seinem Heimgang schön ausgedrückt und mein Gefühl bestätigt: "Eh, da stellt der sich hin und versaut mir eines meiner wertvollen Reservebändis durch seinen Anschnitt. Das ist doch ein Buckel, das Ding glüht doch jetzt noch." Ich blieb dabei, bei den Sachen nicht mitzumachen. Ich griff nur ein, wenn mit Bandmaß oder EK-Bewegung eine unmittelbare Provokation einherging. Ich habe wohlweislich Bandmaße nur angefasst, um sie einzuziehen. Das war dann schon Höchststrafe genug für den Betroffenen, soweit kannte ich die Riten.

ciao Rainman


Mein Hauptfeld" Die Mutter der Kompanie" hatte auch ein Bandmaß,denn er ging mit uns nach Hause.
1968 in den Augusttagen,haben wir abends,ab und zu mal einen getrunken,denn er musste in der Kaserne bleiben.
Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.
Also wir hatten immer zwei.
MfG. Rei


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#27

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 22:15
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #25
Planungsmäßig 'im Blick' eines Vorgesetzten war auf jedenfall der nächste Ausgang nach einem solchen Termin, gab es doch den Brauch des Vietzetrunks. Dieser wurde vom Patenonkel, also dem Eh dem frisch zum Vietze geschlagenen Patenkind mit den nun frisch-geknickten Schulterstücken ausgegeben. Also sollte man schon die zusammengehörigen Patenpaare auch gemeinsam zum Ausgang planen.
Der Trunk bestand aus einem Halbliterglas, in welches von jedem Kurzen, welcher der Dorfkneiper da hatte, einer reinkam ... also Klarer, Brauner, Aro, Kiwi, Pfeffi, usw ... und diese Mischung sollte möglichst auf Ex getrunken werden. Also 1x Absetzen war wimre noch erlaubt, aber sonst runter mit der Brühe und mindestens fünf Minuten drinnebehalten. Wer schlau war als Vietze, ging (oder wankte besser gesagt) nun unauffällig göbeln ...


Wie schreibt man das eigentlich korrekt ,Vietze oder Vize....?
Absetzen hatte bei uns eine andere Bedeutung.
Der Absetzer öffnete die Laderaumtür......

seaman


zuletzt bearbeitet 20.10.2014 22:18 | nach oben springen

#28

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 22:17
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #23
Zitat von furry im Beitrag #15
Eine Frage an die ganz, ganz lange Dienenden. Fanden solche Ereignisse wie Bandmaßanschnitt, Bergfest et c. Platz im Dienstkalender? Wurden an diesen Tagen die Besten der Besten zu Diensten in den Kompanien eingeteilt?

Hallo furry,

in den 80er Jahren, vor allem ab Mitte der 80er Jahre gab es bei dem für mich zu überblickenden Teil der Grenztruppen (Grenzkommando Süd, Grenzregiment 3) einen gewissen schleichenden Paradigmenwechsel. Ab ca. 1985 (bei einigen schon davor, bei einigen nie) war es durchaus üblich, dass wir, die Kompanieführung (KC, Polit, Hauptfeld) diese Tage auf dem Plan hatten. Seitens unserer Vorgesetzten des Regimentsstabes und auch seitens der Politabteilung war es ausdrücklich erwünscht (nicht befohlen oder angewiesen), dass wir diese Termine in die Hand nahmen. Es lief nach dem Motto: Wir können eh nicht verhindern, was da passiert - also versuchen wir, es nicht aus dem Ruder laufen zu lassen und nutzen wir die positiven Elemente. Mein Kompaniechef in der Stabskompanie hat durchaus "Anschnitte" "geleitet". Ich ließ ihn machen. Das war nicht mein Ding. Die Leute freuten sich, dass es bald nach Hause geht, warum soll ich ihnen das versauen. Ein Gefreiter hat es mir gegenüber im Suff kurz vor seinem Heimgang schön ausgedrückt und mein Gefühl bestätigt: "Eh, da stellt der sich hin und versaut mir eines meiner wertvollen Reservebändis durch seinen Anschnitt. Das ist doch ein Buckel, das Ding glüht doch jetzt noch." Ich blieb dabei, bei den Sachen nicht mitzumachen. Ich griff nur ein, wenn mit Bandmaß oder EK-Bewegung eine unmittelbare Provokation einherging. Ich habe wohlweislich Bandmaße nur angefasst, um sie einzuziehen. Das war dann schon Höchststrafe genug für den Betroffenen, soweit kannte ich die Riten.

ciao Rainman


Als die Dinger abends/nachts in der GK abgingen war kein Buckel, sorry mehr vor Ort, jedenfalls wo ich gedient habe und das war Kompaniesicherung, maximal ein Feldwebel nach 18 Uhr und der hat später geschnarcht das es eine Freude war


zuletzt bearbeitet 20.10.2014 22:41 | nach oben springen

#29

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 22:23
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #28
Zitat von Rainman2 im Beitrag #23
Zitat von furry im Beitrag #15
Eine Frage an die ganz, ganz lange Dienenden. Fanden solche Ereignisse wie Bandmaßanschnitt, Bergfest et c. Platz im Dienstkalender? Wurden an diesen Tagen die Besten der Besten zu Diensten in den Kompanien eingeteilt?

Hallo furry,

in den 80er Jahren, vor allem ab Mitte der 80er Jahre gab es bei dem für mich zu überblickenden Teil der Grenztruppen (Grenzkommando Süd, Grenzregiment 3) einen gewissen schleichenden Paradigmenwechsel. Ab ca. 1985 (bei einigen schon davor, bei einigen nie) war es durchaus üblich, dass wir, die Kompanieführung (KC, Polit, Hauptfeld) diese Tage auf dem Plan hatten. Seitens unserer Vorgesetzten des Regimentsstabes und auch seitens der Politabteilung war es ausdrücklich erwünscht (nicht befohlen oder angewiesen), dass wir diese Termine in die Hand nahmen. Es lief nach dem Motto: Wir können eh nicht verhindern, was da passiert - also versuchen wir, es nicht aus dem Ruder laufen zu lassen und nutzen wir die positiven Elemente. Mein Kompaniechef in der Stabskompanie hat durchaus "Anschnitte" "geleitet". Ich ließ ihn machen. Das war nicht mein Ding. Die Leute freuten sich, dass es bald nach Hause geht, warum soll ich ihnen das versauen. Ein Gefreiter hat es mir gegenüber im Suff kurz vor seinem Heimgang schön ausgedrückt und mein Gefühl bestätigt: "Eh, da stellt der sich hin und versaut mir eines meiner wertvollen Reservebändis durch seinen Anschnitt. Das ist doch ein Buckel, das Ding glüht doch jetzt noch." Ich blieb dabei, bei den Sachen nicht mitzumachen. Ich griff nur ein, wenn mit Bandmaß oder EK-Bewegung eine unmittelbare Provokation einherging. Ich habe wohlweislich Bandmaße nur angefasst, um sie einzuziehen. Das war dann schon Höchststrafe genug für den Betroffenen, soweit kannte ich die Riten.

ciao Rainman


Als die Dinger abends/nachts in der GK abgingen war kein Buckel (sorry ) mehr vor Ort, jedenfalls wo ich gedient habe und das war Kompaniesicherung, maximal ein Feldwebel nach 18 Uhr und der hat später geschnarcht das es eine Freude war


Es war auf der Kompanie nur der UvD,nach 22: 00 Uhr da. Im Stabsgebäude,der OvD.
rei


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#30

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 22:28
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von rei im Beitrag #29
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #28
Zitat von Rainman2 im Beitrag #23
Zitat von furry im Beitrag #15
Eine Frage an die ganz, ganz lange Dienenden. Fanden solche Ereignisse wie Bandmaßanschnitt, Bergfest et c. Platz im Dienstkalender? Wurden an diesen Tagen die Besten der Besten zu Diensten in den Kompanien eingeteilt?

Hallo furry,

in den 80er Jahren, vor allem ab Mitte der 80er Jahre gab es bei dem für mich zu überblickenden Teil der Grenztruppen (Grenzkommando Süd, Grenzregiment 3) einen gewissen schleichenden Paradigmenwechsel. Ab ca. 1985 (bei einigen schon davor, bei einigen nie) war es durchaus üblich, dass wir, die Kompanieführung (KC, Polit, Hauptfeld) diese Tage auf dem Plan hatten. Seitens unserer Vorgesetzten des Regimentsstabes und auch seitens der Politabteilung war es ausdrücklich erwünscht (nicht befohlen oder angewiesen), dass wir diese Termine in die Hand nahmen. Es lief nach dem Motto: Wir können eh nicht verhindern, was da passiert - also versuchen wir, es nicht aus dem Ruder laufen zu lassen und nutzen wir die positiven Elemente. Mein Kompaniechef in der Stabskompanie hat durchaus "Anschnitte" "geleitet". Ich ließ ihn machen. Das war nicht mein Ding. Die Leute freuten sich, dass es bald nach Hause geht, warum soll ich ihnen das versauen. Ein Gefreiter hat es mir gegenüber im Suff kurz vor seinem Heimgang schön ausgedrückt und mein Gefühl bestätigt: "Eh, da stellt der sich hin und versaut mir eines meiner wertvollen Reservebändis durch seinen Anschnitt. Das ist doch ein Buckel, das Ding glüht doch jetzt noch." Ich blieb dabei, bei den Sachen nicht mitzumachen. Ich griff nur ein, wenn mit Bandmaß oder EK-Bewegung eine unmittelbare Provokation einherging. Ich habe wohlweislich Bandmaße nur angefasst, um sie einzuziehen. Das war dann schon Höchststrafe genug für den Betroffenen, soweit kannte ich die Riten.

ciao Rainman


Als die Dinger abends/nachts in der GK abgingen war kein Buckel (sorry ) mehr vor Ort, jedenfalls wo ich gedient habe und das war Kompaniesicherung, maximal ein Feldwebel nach 18 Uhr und der hat später geschnarcht das es eine Freude war


Es war auf der Kompanie nur der UvD,nach 22: 00 Uhr da. Im Stabsgebäude,der OvD.
rei


Bei uns war ab 18 Uhr "Ruhe Sanft", da verflüchtigten sich die Goldpickel durchs Tor.
Wir wussten auch so was wir zu tun hatten, die Aufzüge und A-Gruppen waren eingeteilt und alles funktionierte bestens.
War eine einzige Kompanie in der letzten Pampa und wir sicherten irgendwie 10 Kilometer, Stabsgebäude oder so was gab es da nicht.
Raus ging es nach Dienstplan der 24 Stunden galt nur ab Hof selbstständig in Einzelposten und das sogar ohne Vergatterung, Essen und Flinte fassen und los.
Auf der Führungstelle im Abschnitt saßen natürlich auch Offiziere, aber was sollten denn die uns abends in der Kompanie auf den Keim gehen?


zuletzt bearbeitet 20.10.2014 22:37 | nach oben springen

#31

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 22:37
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #30
Zitat von rei im Beitrag #29
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #28
Zitat von Rainman2 im Beitrag #23
Zitat von furry im Beitrag #15
Eine Frage an die ganz, ganz lange Dienenden. Fanden solche Ereignisse wie Bandmaßanschnitt, Bergfest et c. Platz im Dienstkalender? Wurden an diesen Tagen die Besten der Besten zu Diensten in den Kompanien eingeteilt?

Hallo furry,

in den 80er Jahren, vor allem ab Mitte der 80er Jahre gab es bei dem für mich zu überblickenden Teil der Grenztruppen (Grenzkommando Süd, Grenzregiment 3) einen gewissen schleichenden Paradigmenwechsel. Ab ca. 1985 (bei einigen schon davor, bei einigen nie) war es durchaus üblich, dass wir, die Kompanieführung (KC, Polit, Hauptfeld) diese Tage auf dem Plan hatten. Seitens unserer Vorgesetzten des Regimentsstabes und auch seitens der Politabteilung war es ausdrücklich erwünscht (nicht befohlen oder angewiesen), dass wir diese Termine in die Hand nahmen. Es lief nach dem Motto: Wir können eh nicht verhindern, was da passiert - also versuchen wir, es nicht aus dem Ruder laufen zu lassen und nutzen wir die positiven Elemente. Mein Kompaniechef in der Stabskompanie hat durchaus "Anschnitte" "geleitet". Ich ließ ihn machen. Das war nicht mein Ding. Die Leute freuten sich, dass es bald nach Hause geht, warum soll ich ihnen das versauen. Ein Gefreiter hat es mir gegenüber im Suff kurz vor seinem Heimgang schön ausgedrückt und mein Gefühl bestätigt: "Eh, da stellt der sich hin und versaut mir eines meiner wertvollen Reservebändis durch seinen Anschnitt. Das ist doch ein Buckel, das Ding glüht doch jetzt noch." Ich blieb dabei, bei den Sachen nicht mitzumachen. Ich griff nur ein, wenn mit Bandmaß oder EK-Bewegung eine unmittelbare Provokation einherging. Ich habe wohlweislich Bandmaße nur angefasst, um sie einzuziehen. Das war dann schon Höchststrafe genug für den Betroffenen, soweit kannte ich die Riten.

ciao Rainman


Als die Dinger abends/nachts in der GK abgingen war kein Buckel (sorry ) mehr vor Ort, jedenfalls wo ich gedient habe und das war Kompaniesicherung, maximal ein Feldwebel nach 18 Uhr und der hat später geschnarcht das es eine Freude war


Es war auf der Kompanie nur der UvD,nach 22: 00 Uhr da. Im Stabsgebäude,der OvD.
rei


Bei uns war ab 18 Uhr "Ruhe Sanft", da verflüchtigten sich die Goldpickel durchs Tor.
Wir wussten auch so was wir zu tun hatten, die Aufzüge und A-Gruppen waren eingeteilt und alles funktionierte bestens.
War eine einzige Kompanie in der letzten Pampa und wir sicherten irgendwie 10 Kilometer, Stabsgebäude oder so was gab es da nicht.
Raus ging es nach Dienstplan der 24 Stunden galt nur ab Hof selbstständig in Einzelposten und das sogar ohne Vergatterung, Essen und Flinte fassen und los.


War ja schon wie das Paradies auf Erden.
Rei


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#32

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 22:39
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von rei im Beitrag #31


War ja schon wie das Paradies auf Erden.
Rei


Stimmt, obwohl ich mir unter Paradies was anderes vorstelle


zuletzt bearbeitet 20.10.2014 22:45 | nach oben springen

#33

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 23:28
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #24
Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #21
Also: ich wurde mit allem Prozedere von meinem EK zum Vizen geschlagen, das war so: Anzugsordnung war Unterwäsche lang und weiß, Stahlhelm und Tragegestell, Stiefel schwarz poliert. Mitzubringen hatte ich meinen eigenen Schwarzkoppel welcher von schwarzer Schuhkrem nur so triefte....
Dann kam von mir die Bitte an den E mich zum Vizen zu schlagen, darauf die Antwort, daß ich mich auf die vorbereitete Bank zu legen hatte, dann ging es los, die Unterwäsche war danach hin! Dann hatte ich mich hinzustellen, dann kam wieder so ein Spruch. Leider weiß ich heute nicht mehr die Wortlaute, alle Sprüche und Sätze waren "Standarts" Zum Schluß erhielt ich Ausgangsschulterstücke von meinem E überreicht... mit ganz großen knicken drin!! und der frische Vize war stolz wie bolle
Dann wurde die Schwarzkombi angezogen und der E kam und machte mir dann noch Knicke in die Felddienstschulterstücken.

Dieses mir unvergessliche Erlebnis fand gut abgeschirmt im Aufenthaltsraum der Diensthundestaffel statt, es war an einem Samstagvormittag, wenn das der Diensthabende des Stabes gewußt hätte.... aber unsere Hunde machten immer immensen Krach wenn sich einer mit ner Schirmmütze blicken ließ.

Abends wurde der Vize begossen, hab mich nicht lumpen lassen..man wird ja nur einmal Vize!

gruß h.


Genauso habe ich das Prozedere auch in Erinnerung. Mit einer Ergänzung: die frischgebackenen Vize mussten, egal ob Raucher oder Nichtraucher, eine dicke Zigarre bis zum bitteren Ende qualmen. Und anschließend ein Stück ekliger fetter Cremetorte verspeisen. Die "EK's achteten während dessen darauf, dass sämtliche Türen und Fenster geschlossen blieben. Da herrschte ganz schnell im wörtlichen Sinn " dicke Luft". Ich hatte zu der Zeit noch geraucht, so dass mir die "verpasste Zigarre" keine Mühen bereitete. Dagegen sah so mancher Nichtraucher hinterher " verdammt blass aus."

Gruß an alle
Uwe



@ABV, Rot:Zigarre und Cremetorte gab es dann ein bis zwei Tage vor der Entlassung, ich hab das Ding bis zum Schluß am brennen gehalten, dann war mir nicht mehr so richtig, erst die ungewohnt fette Torte und dann soon Torpedo

gruß Bernd


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 20.10.2014 23:40
von 94 | 10.792 Beiträge

Zigarre kenne ich mehr als die sogenannte Achtziger, also 80 Tage vorm Heimgang ... #2 Buchkritik "Die Sprache der NVA Soldaten"


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#35

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 24.10.2014 19:55
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Das Knicken der Schulterstücke hat sich bei uns eher auf die Dienstuniform beschränkt. Bei der Ausgangsuniform hattest du nur die Wahl, entweder nur leicht geknickte Schulterstücke oder bei der Belehrung wegtreten und den Zug von hinten sehen. Da war mir ehrlich gesagt der Urlaub lieber. Meine Felddienst ähnelte bald der Schwarzkombi und ich wurde zweimal neu ausstaffiert auf der GK. Einmal, weil ich den 1. Sekretär der Bezirksleitung durch den Abschnitt fahren sollte und einmal als ich mit dem Fahrzeug zur Rekognoszierung abgestellt wurde.

Der Hesselfuchs


zuletzt bearbeitet 10.11.2014 15:41 | nach oben springen

#36

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 24.10.2014 22:00
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

@ seaman: Mit dem Vietze ist das so wie mit der Miene hier.....

Es gibt zwar die Miene aber nicht das Mienenfeld.......eher die Mine SM70.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#37

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 10.11.2014 09:16
von polsam | 575 Beiträge

Hab beim Stöbern bei ebay dieses hier:
http://www.ebay.de/itm/291287433539?_trk...K%3AMEBIDX%3AIT
entdeckt.

Ich glaube mich erinnern zu können das es sich um einen EK-Schlips handelt, oder liege ich falsch.

Ist mir aus meiner Zeit bei der Bepo bekannt.


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#38

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 10.11.2014 10:01
von DoreHolm | 7.696 Beiträge

Das habe ich leider alles nicht so erlebt. Die Gründe waren, daß wir gerade bei diesen "Beförderungen" praktisch allein und im umzug begriffen waren. vize wurden wir automatisch mit dem Abkommandieren aus der Ausbildungskompanie nach dem 1. Hj. Uns mußte also in den GKs niemand mehr zum Vize schlagen, die alten EKs waren gerade weg, die bisherigen Vize waren mit diesem Augenblick automatisch EKs. Genause lief es, wenn wir vom Vize zum EK wurden. Die letzte Schicht der alten EKs war vorbei, B u.A-Kammer aufgesucht und NVA-Eigentum abgegeben und Zivil an. Damit waren wir jetzt selbst EKs und die neu eintreffenden Pissis kamen demzufolge schon als fertige Vize. Also alles ziemlich unspektakulär. Lediglich das Bergfest wurde gefeiert. Da waren dann die Vizes die Hauptakteure, enn in ihre Zeit fiel ja das Bergfest. Die EKs waren natürlich mit dabei und haben mitgesoffen. Dann natürlich auch das Bergfest zum Bandmaß, also die letzten 75 Tage noch.



schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.11.2014 10:04 | nach oben springen

#39

RE: Bergfest

in Grenztruppen der DDR 10.11.2014 15:39
von schulzi | 1.759 Beiträge

Zitat von polsam im Beitrag #37
Hab beim Stöbern bei ebay dieses hier:
http://www.ebay.de/itm/291287433539?_trk...K%3AMEBIDX%3AIT
entdeckt.

Ich glaube mich erinnern zu können das es sich um einen EK-Schlips handelt, oder liege ich falsch.

Ist mir aus meiner Zeit bei der Bepo bekannt.

Ich würde meinen es ist eine umgearbeitete Kragenbinde ,hatten sowas gemacht als wir von der Ausbildung in die Regimenter versetzt worden


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