#21

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 13.10.2014 23:52
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #14
Zitat von Hufklaus im Beitrag #4
Ausschlaggebend für die Bewertung von wirtschaftlichen Zuwachsraten ist meines Wissens der Ausgangspunkt!
Und so war der Ausgangspunkt nach dem 13.08.1961 logischerweise ein ganz anderer, als nach 1973/1974 in der DDR.
Ganz zu Schweigen vom Modell der Berechnung, und von wem sie denn angestellt wurde?

Gefühlt war es nach dem Erleben meiner Mutter so, dass man ab den frühen 60ern in der DDR durchaus voran kam. Die Menschen konnten sich wieder etwas leisten, wenn sie denn zuvor sparten...Ende der 70er und in den 80ern war dieses Gefühl in der Konsumtion verflogen, zunehmend beherrschten Mangel und Zuteilung das Leben, wenn auch regional sehr unterschiedlich.

Auf den zunehmenden Einfluss der D-Mark gehe ich hier nicht näher ein...

VG Klaus



Klaus,

man sollte aber nicht vergessen, dass Mann / Frau sich auch in den 70 igern 80 igern was leisten konnte.
So beliefen sich die Spareinlagen im Jahr 1985 auf rund 124 Milliarden Mark, 1989 waren es rund 160 Milliarden Mark. Sicher war einiges mit Laufereien u.ä. verbunden aber der Lebensstandard entwickelte sich auch in der DDR.



@Alfred , bin zwar nicht der Klaus, betreffs der Anrede...

Muß Dir differenziert Recht geben, soweit ich das von meinem aktiven Miterleben bestätigen kann.

In den Sechzigern ging es real und wenn auch in vermutlich bescheiderneren Schritten auch in der DDR bergauf, besonders, was den Konsum des kleinen Mannes, der Mehrheit des Volkes betraf. Das einst von W. Ulbricht propagierte Ziel, den Kapitalismus zu überholen, ohne ihn einzuholen, erwies sich aber mehr und mehr als propaganditische Floskel, als dilletantisch formuliertes Desaster.

Aber nichts für ungut. Auch wenn die DDR auf Grund moskauinterner Vorgaben arg (aus-)gebremst wurde, es gab den Fortschritt, den ich selbst als Kapitalistenkind spürte. Den ich auf diese Art und Weise spürte, weil viele meiner vom Elternhaus anders erzogenen und (logisch) anders denkenden Mitschüler und ihre Elternhäuser daran glaubten, davon überzeugt waren.

Das Desaster kam dann aber ganz krass mit Erich Honecker, den man mehr als wohlwollend von Moskau aus als Kronprinzenmörder schalten und walten ließ. Weil er die unpasssenden Ulbrichtschen Doktrien moskaugerecht und radikal vom Tische fegte,

josy95


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zuletzt bearbeitet 13.10.2014 23:52 | nach oben springen

#22

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 14.10.2014 06:00
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Bestand das Desaster nicht gerade darin, dass Honnecker den Klein-und Mittelstand liquidierte, der traditionell in Deutschland der Motor der Wirtschaft ist, während Ulbricht erkannt hatte, wie wichtig dieser war?


Intellektuelle spielen Telecaster
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#23

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 14.10.2014 06:18
von Harsberg | 3.247 Beiträge

Das NÖSPL zwar in wirtschaftlicher Hinsicht erfolgreich, führte aber auch zu einer Aufwertung dezentraler Einheiten, etwa der Betriebsleitungen, zulasten der Zentralverwaltung sowie von Ökonomen zulasten der Politfunktionäre.
Dies führte zu zunehmender Kritik innerhalb der SED, da der absolute Machtanspruch der Partei gefährdet war. Insbesondere aber wurden die Reformen von der Sowjetunion unter Breschnew kritisch betrachtet, obwohl das neue System an die Ideen Lenins zur Neuen Ökonomischen Politik angelehnt war.
Die Arbeitsproduktivität um sieben Prozent.im Jahr 1964.
Die Wirtschaft der DDR setzt zum großen Sprung nach vorn an. Sie will jetzt endlich die richtige Kurve kriegen. Das etwas paradoxe Motto, von Walter Ulbricht verkündet und von allen Genossen jetzt pflichtschuldigst wiederholt, heißt: „Überholen, ohne einzuholen.“ Bei Verkündung des Siebenjahresplanes 1959 bis 1965 hieß es, am Ende dieser Planungszeit werde die Arbeitsproduktivität in der DDR höher sein als in der Bundesrepublik.
Wo das dann hinführte haben wir gesehen.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#24

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 14.10.2014 10:46
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Zitat von Harsberg im Beitrag #23
Das NÖSPL zwar in wirtschaftlicher Hinsicht erfolgreich, führte aber auch zu einer Aufwertung dezentraler Einheiten, etwa der Betriebsleitungen, zulasten der Zentralverwaltung sowie von Ökonomen zulasten der Politfunktionäre.
Dies führte zu zunehmender Kritik innerhalb der SED, da der absolute Machtanspruch der Partei gefährdet war. Insbesondere aber wurden die Reformen von der Sowjetunion unter Breschnew kritisch betrachtet, obwohl das neue System an die Ideen Lenins zur Neuen Ökonomischen Politik angelehnt war.
Die Arbeitsproduktivität um sieben Prozent.im Jahr 1964.
Die Wirtschaft der DDR setzt zum großen Sprung nach vorn an. Sie will jetzt endlich die richtige Kurve kriegen. Das etwas paradoxe Motto, von Walter Ulbricht verkündet und von allen Genossen jetzt pflichtschuldigst wiederholt, heißt: „Überholen, ohne einzuholen.“ Bei Verkündung des Siebenjahresplanes 1959 bis 1965 hieß es, am Ende dieser Planungszeit werde die Arbeitsproduktivität in der DDR höher sein als in der Bundesrepublik.
Wo das dann hinführte haben wir gesehen.


lila: Unter "Überholen ohne einzuholen" wurde viel Unsinn hineininterpretiert, weil aus dem Zusammenhang gerissen. Ebenso wie "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen....". Zu Ersteren wurde uns da damals, wimre, so verdeutscht, daß es darum ging, bestimmte Fehler der Kapitalismus in seiner Entwickung nicht selbst auch zu machen, sondern aus diesen Fehlern zu lernen und sozusagen gleich weiter vorn anzusetzen. Passt auch dahingehend, daß W.U. den Gewinn als wichtigste Größe ansah und nicht das Wertvolumen der Produktion. Hierzu mal ein extremes Beispiel: Ein Edelmetallverarbeitender Betrieb kauf Rochstoffe (Barrengold) für z.B. 1 Mio Mark. Diese walzt er zu feinen Blechen, z.B. für Denkmalrestauretion, aus. Verkaufswert = Warenproduktion = 1,05 Mio Mark. So kann man sich gewaltig in die Tasche lügen, wenn die Warenproduktion zum Hauptkriterium der Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft erhebt. In Wirklichkeit waren es eben nur 50.000 Mark Wertsteigerung undn nach Abzug aller anderen Betriebskosten bleiben noch vielleicht 10.000 Mark Netto-"Gewinn" übrig. Diese Erkenntnis muß aber schon in den 80er Jahren wieder da gewesen sein, also noch zu Honeckers Zeiten, aber wahrscheinlich erst nach der Breshnew-Ära. In unserer Firma wurde das in Beratung zur wirtschaftlichen Lage,m dem Jahresplan u.s.w. schon ganz klar so ausgedrückt. War mir damals auch bewußt, daß der Netto-Gewinn hier das entscheidende Kriterium sein muß und nicht die Warenproduktion ohne Berücksichtigung des mitunter sehr geringen Anteil eines wirklichen Plus. Nicht selten ergab sich sogar ein Minus, wenn wir z.B. gezwungen wurden, im Anbetracht stabiler Preise an der Herstellung bestimmter Konsumgüter festzuhalten, obwohl die in einem privatwirtschaftlich arbeitendem Betrieb schon längst eliminiert worden wären. Pfeif darauf, ob da noch ein paar Kunden unbedingt eine Minimenge benötigten. Der Verlust wurde zwar durch staatliche Stützungen an den Hersteller abgefangen, aber irgenwer hat den dann doch bezahlt, nämlich ALLE über Preise bei anderen Produkten. Es entschie nicht der Hersteller, ob sich eine Weiterproduktion ökonomisch lohnte, sondern Behörden in den staatlichen Plankommissionen. Leider ist es heute natürlich so, daß gerade im Kleingewerbebereich so ist, daß die Endverbraucher dann bestimmte Waren einfach nicht mehr bekommen und als Heimwerker sowieso nicht oder man bezahlt horrende Preise für die Minimengen. Ökonomisch völlig nachvollziehbar, da kann auf Befindlichkeiten Weniger leider keine Rücksicht genommen werden. In meinem letzten Betrieb (Klebstoffe) gab es ganz klare Festledunge, wieviel Tonnen jährlich von einem Produkt hergestellt und innnerhalb wenigsten der Hälfte des Haltbarkeitszeitraumes abgesetzt werden müssen. Große Ausnahmen bildeten hier nur Produkte, die im Rahmen des Bedarfes großer Abnehmer an anderen Produkten quasi zum Gesamtpaket gehörten und der Kunde sonst konsequent zum Wettbewerber gewechselt hätte, der dieses Gesamtpaket noch anbietet.
So, das mal nur als kleiner Exkurs in die Ökonomie und seine Gesetze, die W.Ulbricht m.E. völlig klar waren.



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#25

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 14.10.2014 14:59
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #22
Bestand das Desaster nicht gerade darin, dass Honnecker den Klein-und Mittelstand liquidierte, der traditionell in Deutschland der Motor der Wirtschaft ist, während Ulbricht erkannt hatte, wie wichtig dieser war?



@Schuddelkind , so ist es und so war es!

Mit großer Sicherheit kann man wohl heute sagen, das die Einstellung W. Ulbrichts zum Klein- und Mittelstand eher positive geprägt war. Aus durchaus glaubhaften zeitgeschichtlichen Abhandlungen, von Zeitzeugen auch hier aus dem Forum wissen wir das. Er (Ulbricht) hatte die zumindest diese wirtschaftlich sinnvollen Zeichen der Zeit erkannt, auch wenn er ein Stalinist war und blieb, Kleinunternehmer in der DDR bei einer Unternehmenssteuerquote von durchschnittlich 89 (!) % niemals auch nur ein kleines Vermögen hätten anhäufen können. Es sei denn, die *cheißhausfliegen unter den Kleinunternehmern, die es durchaus und in gar nicht mal kleiner Anzahl gab, drehten das über ihre Connection zu SED- Bonzen & Co.
Aber bleiben wir bei W. Ulbricht und seinem Kurs
Besonders in Moskau, wo gerde erst die Ära eines Herrn Breschnew begonnen hatte, erregte dieser mehr oder wenige Alleingang äußerstes Mißfallen. Man spricht ja heute sogar davon, das dieses Mißfallen bis hin zu Sabotageakten geführt haben soll. Gemeint ist das ehrgeizige DDR- Projekt eines eigenen Düsenflugzeuges, was kläglich auf einem sächischen Acker zerschellte...
Aber auch der pure Neid anderer RGW- und Warschauer Pakt- Staaten wird in Moskau auf offene Ohren gestoßen sein.

Und das war E. Honneckers große Chance, den sich in Moskau und anderen s. g. Bruderländern sich mit derartigen Alleingängen objektiv immer unbeliebter machenden Walter Ulbricht im Handstreich abzuschießen.

Ein Beweis dafür ist Honeckers mit erster Streich, nach seiner Machergreifung im SED Politbüro und später nach Ulbrichts Tod noch mit Übernahme des Staatsratsvorsitzenden fast zeitgleich die letzten verbliebenen kleinen Kapitalisten regelrecht zu eliminieren.
Und eine von den vorab als *cheißhausfliegen bezeichneten Vasallen und Verräter unter den Kleinunternehmern war ein Herr *euke aus Berlin. Eigentümer der gleichnamigen Firma für Modelleisenbahartikel in der Spur TT.
Dickes, fettes Mitglied der SED- Satellitenpartei LDPD stellte er als eine Art Vorbild nach Bekanntwerden der bis dato mehr oder weniger im Geheimen im SED- Politbüro getätigten Beschlüsse seine Firma sofort zur Umwandlung in Volkseigentum zur Verfügung.
Natürlich mit dem entsprechenden propagandistischen Getöse..., wie die LDPD der DDR doch die führende Rolle der SED uneingeschränkt anerkennt und sich dem Alleinherschaftsanspruch der SED unterordnet...! Über derartiges erbärmliches Lakaiengehabe darf man heute gar nicht mehr nachdenken!

Der Hammer kommt aber noch! Besagte Herr *euke, dem Rentenalter zu dieser Zeit (!971/ 1972) wohl ziemlich nahe oder auch schon erreicht, siedelte alsbald zum Klassenfeind in die Bundesrepublik bzw. nach Westberlin über.

Ein Schelm, wer Arges dabei denkt...

Ja, ja. Jetzt wißt ihr, was ich mit dem vielleicht manchen Usern etwas zu brachial oder hart klingenden Ausdruck *cheißhausfliegen meine...

Aber wenn man selbst familiär davon betroffen war, dauerhaft einem das kleine Bischen, was vorhergehende Generationen mühevoll und teilweise unter Einsatz ihres Lebens durch Wirtschaftskriesen und Nazi- und Stalinterror sich hart erkämpft und erarbeitet und dann vermeintlich gerettet haben..., wenn einen Dieses bischen von solchen mit Mordbuben paktierenden Vaterlandsverrätern auch genommen wude, man dauerhaft ruiniert wurde:

Dann werden bestimmt auch viele von Euch meine kleinen Entgleisungen in eine sanfte Fäkalsprache besser verstehen und mir dies entschuldigen...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#26

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 14.10.2014 19:38
von 94 | 10.792 Beiträge

Tach Josy, also ich hab die Zeuke-Story ä bissel anders in Erinnerung, nix da mit fettem LDPD-Bonzen ...
www.zeit.de/1990/09/der-fall-zeuke


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Stringer49 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#27

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 14.10.2014 20:26
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Zu josy95 in #25: will nicht alles wiederholen. in Beispiel kenne ich aus dem Beginn der 70er. In unserer Hobby-Fachgruppe hielt der damalige stellvertr. Leiter des Instituts für Pysik der Erde (Potsdam) einen Vortrag über Diamanten. Damals hatte die F/E in der DDR bereits ein eigenes Verfahren zur Diamant-Synthese zur Produktionsreife entwickelt. Auch die Rohstoffe für die Matrix, die solche Drücke aushielten, war bei einheimischen Vorkommen gesichert. Es wurden Investoren aus der DDR-Wirtschaft gesucht. Bisher mußten wir die Rohdiamanten, speziell für industrielle Zwecke, aus der UdSSR oder Kleinmengen gegen Devisen von De Beers kaufen. Wer aus der Baubranche kommt o.a. Bereiche, in denen ultraharte Werkzeuge notwendig sind, kann erahnen, was für eine Produktivitätssteigerung damit verbunden gewesen wäre. Warum nichts daraus wurde, sagte der Vortragende ohne Herumgerede mit klaren Worten: Die UdSSR hat uns verboten, selbst Diamanten herzustellen. Das muß höchst frustrierend für die Entwickler gewesen sein. Auch für mich war das schockierend und das Bild von der "Unverbrüchlichen Freundschaft" hatte weitere tüchtige Risse bekommen. Später hörte ich von einem weiteren ähnlichen Fall. Die Genossen im Politbüro kuschten, weil die UdSSR wohl mit ihren Rohstoffen die größeren Druckmittel hatte, ebenso wie heute unsere Mutti und Ander vor den USA kuschen.
Mein Vater erzählte mir einmal, daß die Genossen im Politbüro in den ersten Jahzehnten der DDR tatsächlich glaubten, durch uneigennützige zur Verfügungstellung von Entwicklungsergebnissen an die UdSSR dem WP-Zusamenhalt und der Stärkund der UdSSR etwas Gutes zu tun. konkret nannte mein Vater die Trainingsgeheimnisse unserer Sportler. Bis die Genosssen des PB, wohl auch durch eigene bittere Erkenntnisse (war es die ulbricht-Zeit ?, Wahrscheinlich) nichts mehr ohne Gegengabe verrieten.



Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.10.2014 20:28 | nach oben springen

#28

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 14.10.2014 22:30
von Stringer49 | 700 Beiträge

Guten Abend,

Dieser sehr komplizierte Begriff ist in einigen meiner Interviews gekommen. Ich habe danach gesucht und auch versucht, in dem Buch «Politische Ökonomie des Sozialismus und ihre Anwendung in der DDR» zu lesen. Es markiert wo


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#29

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 14.10.2014 22:44
von Stringer49 | 700 Beiträge

Guten Abend,

Der komplizierte Begriff kam einige Male in den Interviews, welche ich geführt habe. Ich habe dann das Buch «Politische Ökonomie des Sozialismus und ihre Anwendung in der DDR» von 1969 gefunden. Es ist wohl in der lethalen Phase dieses Wirtschaftssystems erschienen. Es ist für mich sehr schwer, diese vielen Prozessionen von politisch beeinflussten Begriffen zu folgen.

Aber auch dieses Buch wurde, so haben mir manche Interviewpartner gesagt, in Honecker-Jahren verbannt, Parteizellen wurden auch kontrolliert, ob sie dieses Buch wirklich weggetan hatten.

Interessant ist aber ein grosser wirtschaftlicher Sprung, welchen die D.D.R. wagte. Es gab damals schon Pläne, ein Stück der heutigen BerlinerU-Bahnlinie von Alexanderplatz nach Westen zu bauen (Verlängerung von Linie E). Das war sehr fortschrittlich und weit gedacht wie auch die U-Bahn in Leipzig (Nord-Süd). Es sollte auch «Grossforschungs-Zentren» geben und auch andere Projekte. Das hat mich erstaunt, denn das Ende der D.D.R.-Geschichte sah anders aus.

Ich habe dann auch die Zeitschrift «Effekt» gelesen und war überrascht von der Öffnung zur (bösen) kapitalistischen Management-Theory.

Es ist für mich nur ein Randthema und Spekulationen sind nicht besonders sinnvoll, aber hatte die D.D.R. das Potential zu einem solchen Sprung, trotz der Strukturschwächen eines zentralistischen Systems der Wirtschaft? Oder war das nur eine Wiederholung, in nationalem Masstab sicher , des Traumes von einer eigenen aeronautischen Industrie - Flugzeug 152 ?

Stringer 49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.10.2014 22:44 | nach oben springen

#30

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 14.10.2014 23:24
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #26
Tach Josy, also ich hab die Zeuke-Story ä bissel anders in Erinnerung, nix da mit fettem LDPD-Bonzen ...
www.zeit.de/1990/09/der-fall-zeuke




Ok. Jede Geschichte wird aus subjektivem Blickwinkel anders erzählt. Abber was ist aus den TT Bahnen geworden? wer hat sie übernommen?

Hatte auch mal so eine kleine Anlage...Irgendwo liegt da noch so was rum......


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#31

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 14.10.2014 23:41
von Gelöschtes Mitglied

Pitti53 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#32

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 15.10.2014 13:55
von der glatte | 1.356 Beiträge

Und so eine TT-Bahn ist heute sehr teuer geworden. Ich hatte einst als Lehrling angefangen solch eine Anlage aufzubauen. Später alles verkauft.
Heute schrecke ich bei den Preisen zurück. Also kein Neuanfang.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#33

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 16.10.2014 16:33
von StabsfeldKoenig | 2.643 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #32
Und so eine TT-Bahn ist heute sehr teuer geworden. Ich hatte einst als Lehrling angefangen solch eine Anlage aufzubauen. Später alles verkauft.
Heute schrecke ich bei den Preisen zurück. Also kein Neuanfang.

Gruß Reiner


Gebrachtes Material bekommt man noch zu bezahlbaren Preisen, z.B. auf Flohmärkten.



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#34

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 16.10.2014 16:36
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #33
Zitat von der glatte im Beitrag #32
Und so eine TT-Bahn ist heute sehr teuer geworden. Ich hatte einst als Lehrling angefangen solch eine Anlage aufzubauen. Später alles verkauft.
Heute schrecke ich bei den Preisen zurück. Also kein Neuanfang.

Gruß Reiner


Gebrachtes Material bekommt man noch zu bezahlbaren Preisen, z.B. auf Flohmärkten.


Auch dieses Buch zum Neuen ökonomischen System....im Vergleich,was kostet eine Currywurst ?

seaman


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#35

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 16.10.2014 16:39
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Currywurst-Schärfegrad 3 = Haussauce 2,30 Euro

also ein Witz


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#36

RE: Das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖSPL)

in DDR Zeiten 17.10.2014 13:29
von der glatte | 1.356 Beiträge

Beim Konnopke Imbiss in Berlin ging es kaum um die Soße, sondern immer um die Wurst.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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