#21

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 30.09.2014 09:19
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde,....
Soweit es sich auf den Eid bezieht, gab es sowas von P.M.Diestel auch. Nannte sich "Entbindung vom Eid der Angehörigen der DVP". Den Text findet man u.a. bei unserem Mituser Polizeilada - na hier im Forum wohl mit nem anderen Skip. Borg ich mir einfach mal aus : Q. www.Polizeilada.de
MINISTERRAT DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK
Stellvertreter des Ministerpräsidenten und
Minister des Innern
1086 Berlin, den 28.08.1990


Chefs der BDVP 1-13
Leiter der Dienststellen


Der laut § 4 der Dienstlaufbahnordnung vom 3. Mai 1976 zu leistender Eid der Angehörigen der DVP sowie der Organe Feuerwehr und Strafvollzug des MdI entspricht nicht mehr den sich vollziehenden gesellschaftlichen Verhältnissen.
Vereidigungen haben deshalb vorerst nicht mehr stattzufinden.
Alle noch im Dienst befindlichen Angehörigen, die den o.g. Eid geleistet haben, sind darüber zu informieren, dass ich sie davon entbinde. Das hat durch den jeweils zuständigen Dienstvorgesetzten in angemessener Form zu erfolgen.
Bis zur Konstituierung der Länderregierungen sowie zum Anschluß an die BRD ist jedem Angehörigen der DVP und der anderen Organe des MdI Gelegenheit einzuräumen, statt des Eides eine Treueerklärung abzugeben.
Diese ist handschriftlich, formlos von jedem im Dienstverhältnis mit dem MdI und seinen Organen stehenden Angehörigen auszufertigen, eigenhändig zu unterschreiben und durch das Personalorgan der Personalunterlage zuzuordnen.
Der Inhalt dieser Erklärung ist dem in der Anlage beigefügten Text zu entnehmen.



Anlage Dr. Diestel


A N L A G E
TREUEERKLÄRUNG
Hiermit erkläre ich:
- dem deutschen Volk und seiner Regierung jederzeit treu zu dienen
- die Würde und Freiheit jedes Menschen sowie das Eigentum zu schützen und zu achten
- die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz zu wahren
- die erlassenen Gesetze einzuhalten und durchsetzen zu helfen sowie
- die mir übertragenen Dienstpflichten gewissenhaft zu erfüllen

...............................
Unterschrift

73, Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#22

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 30.09.2014 10:20
von Sperrbrecher | 1.650 Beiträge

Zitat von Uleu im Beitrag #6
Eid ist Eid. Loyalität ist eine ( für mich ) wertvolle Eigenschaft eines Menschen, und eine soldatische Tugend.

Ein Eid/eine Verpflichtung unter Zwang abgegeben, ist nichts wert und braucht auch nicht erfüllt zu werden.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#23

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 30.09.2014 10:20
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Zitat von Antaios im Beitrag #13
Hallo Freienhagener!

Zitat von Freienhagener im Beitrag #10
Eidestreue absurd:
Im pazifischen Insel-Dschungel verschanzte sich fast 30 Jahre nach dem 2. WK noch ein japanischer Soldat.
http://www.spiegel.de/panorama/gesellsch...n-a-944054.html

"Meine Ehre heißt Treue!"
Diese Truppenteile waren es, die die höchste Kampfkraft, Kampfmoral und Einsatzbereitschaft an den Tag legten. Bis hin zur Selbstaufgabe.
Sie waren nach dem 2.WK gesuchte Soldaten und fanden zB. in der Legion und anderen Verbänden eine Aufnahme.
In aller Welt wurden solche besonderen Einheiten in anderen Armeen ebenso rekrutiert und geführt. Aber diese Armeen verloren keinen Krieg bedingungslos.
Und somit sind deren Verbrechen auch nicht vor Gericht gelandet.

"Japanische Soldaten wurden im Zweiten Weltkrieg zu absoluter Loyalität ihrer Nation und ihrem Kaiser gegenüber angehalten. Der Tod im Kampf war ehrenvoller als eine Kapitulation."
Heutige Leute die soetwas schreiben, verstehen nicht was einen Soldaten damals ausmachte. Und im Gegensatz zu Deutschland waren die japanischen Traditionen Grundlage dieser soldatischen Einstellung.
In Deutschland zwischen 33-45 wurde diese Einstellung erst langsam herausgebildet. Und in der Restwelt sieht man diese Einheiten nicht unbedingt so, wie in der verallgemeinerten deutschen "Geschichtsschreibung".

Aber andere Zeiten, neue Unsitten.

Schöne Grüße,
Eckhard


Hallo Antaios,

das stimmt schon.
Aber auch japanische Soldaten kapitulierten oder wurden Kriegsgegner.
Deutsche Wehrmachtssoldaten betrachteten 1945 in großer Mehrheit ihren Eid gegenüber Hitler als erledigt und falsch - General Paulus, Stauffenberg u. A. schon vorher.

Du wirst mit mir übereinstimmen, daß DDR-Soldaten nicht so extrem und bedingungslos indoktiniert waren, wie die der Wehrmacht und der alten japanischen Armee.
Von daher ist Nibelungentreue bis über das Ende hinaus und Kritik an denen, die in die BW wechselten, weniger verständlich.

Trotzden kann man verstehen, wenn jemand abwägt und es sich reiflich überlegt und dann aus Gründen zum Entschluß kommt, am DDR-Eid persönlich festzuhalten.

Unakzeptabel aber ist generelle, bedingungslose Eidestreue als "soldatische Tugend" für sich, als "wertvolle Eigenschaft des Menschen" ohne Bedingungen.

So, wie es Uleu generell schreibt, würde auch die SS dazugehören. Aber ich bin mir sicher, daß er es nicht so meint.

Gruß
Micha


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 30.09.2014 10:55 | nach oben springen

#24

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 30.09.2014 10:54
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Übrigens:
Um an seiner Überzeugung festzuhalten, braucht man eigentlich keinen bindenden Eid, vor allem, wenn der militärische Zweck sich erledigt hat.
Das geht auch ohne.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 30.09.2014 10:57 | nach oben springen

#25

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 30.09.2014 11:03
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #22

Ein Eid/eine Verpflichtung unter Zwang abgegeben, ist nichts wert und braucht auch nicht erfüllt zu werden.


Was ist dann mit einem Eid der nicht unter Zwang abgegeben wurde?

seaman


zuletzt bearbeitet 30.09.2014 11:14 | nach oben springen

#26

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 30.09.2014 11:16
von Gelöschtes Mitglied
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Der muss natürlich erfüllt werden, zumindest so lange wie der den Eid abnehmende Staat in seiner ursprünglichen Form existent ist, die Erfüllung nicht gegen Gesetze verstößt oder auf eigenen Antrag hin eine Entpflichtung stattgefunden hat.


Freienhagener hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#27

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 30.09.2014 11:27
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Sicherheitsrisiko im Beitrag #26
Der muss natürlich erfüllt werden, zumindest so lange wie der den Eid abnehmende Staat in seiner ursprünglichen Form existent ist, die Erfüllung nicht gegen Gesetze verstößt oder auf eigenen Antrag hin eine Entpflichtung stattgefunden hat.


Wenn der Staat als Eidnehmer nicht mehr existent ist und der Eid für den Betroffenen nicht mehr zutrifft,wie verhält es sich dann mit humanen Werten,Offiziersehre und Moral für den nicht mehr an den Eid Gebundenen?

seaman


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#28

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 30.09.2014 11:31
von Gelöschtes Mitglied
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Sowas hängt dann an der Überzeugung und am Charakter des einzelnen Menschen, da gibt es immer solche und solche. Da sich der Charakter durch einen Eid nicht ändert wird der dem diese Werte vorher schon etwas bedeutet haben natürlich daran festhalten und auf deinen Fall bezogen keinen ehem. eigenen Agenten verraten. Die die vorher schon einen zweifelhaften Charakter hatten werden diesen ebenfalls behalten und sich für Geld oder sonstige Vorteile schon eher für solch einen Verrat hergeben. Das liegt dann an den Menschen selbst und ist systemunabhängig.

Nachträglicher Gedanke: Man kann seinem neuen Herrn also durchaus auch gewissenhaft dienen ohne sich ihm durch Verrat des vorangegangen anzubiedern und ich denke niemand mit Charakter würde es demjenigen übelnehmen.


seaman, chantre, Hans und Uleu haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.09.2014 11:37 | nach oben springen

#29

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 30.09.2014 12:33
von Sperrbrecher | 1.650 Beiträge

Nach meiner Auffassung darf niemand zu einen Eid gezwungen werden und wenn doch, braucht der Vereidigte sich nicht daran zu halten.
Wer einen Eid aus Überzeugung und freiwillig abgibt, muss ihn auch erfüllen.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#30

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 01.10.2014 00:16
von 94 | 10.792 Beiträge

Fühle mich ja nun nicht ganz 'unschuldig' an diesem Thread, will aber mal noch ein paar Meinungsmeldungen abwarten, bis ich auch mal in medias res gehe. Vorher aber noch eine Literaturempfehlung zu dem Thema ... 'Vom Sinn des Soldatseins' *grins*

Gut, war jetzt nicht ganz ernst gemeint. Ernsthaft lohnt sich als Einstieg in dieses hochkomplexe Thema aber ein Roman von Wolfgang Hohlbein ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Hagen_von_Tronje_%28Hohlbein%29


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#31

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 01.10.2014 08:53
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #16
Es gibt auch welche mit Bestand:
http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCtlischwur
(...)


Der muss ja auf die Deutschen einen gewaltigen Eindruck gemacht haben, dass man ihn in der Ruhmeshalle der Deutschen ehrt (Gedenktafeln Nr. 58)
http://de.wikipedia.org/wiki/Walhalla
Als Nummer 65 schlage ich die "Deutsche Einheit" vor...
Theo


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#32

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 02.10.2014 15:59
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Freienhagner!

Zitat von Freienhagener im Beitrag #23
.....
Hallo Antaios,
das stimmt schon.
Aber auch japanische Soldaten kapitulierten oder wurden Kriegsgegner.
Deutsche Wehrmachtssoldaten betrachteten 1945 in großer Mehrheit ihren Eid gegenüber Hitler als erledigt und falsch - General Paulus, Stauffenberg u. A. schon vorher.
Du wirst mit mir übereinstimmen, daß DDR-Soldaten nicht so extrem und bedingungslos indoktiniert waren, wie die der Wehrmacht und der alten japanischen Armee.
Von daher ist Nibelungentreue bis über das Ende hinaus und Kritik an denen, die in die BW wechselten, weniger verständlich.
Trotzden kann man verstehen, wenn jemand abwägt und es sich reiflich überlegt und dann aus Gründen zum Entschluß kommt, am DDR-Eid persönlich festzuhalten.
Unakzeptabel aber ist generelle, bedingungslose Eidestreue als "soldatische Tugend" für sich, als "wertvolle Eigenschaft des Menschen" ohne Bedingungen.
So, wie es Uleu generell schreibt, würde auch die SS dazugehören. Aber ich bin mir sicher, daß er es nicht so meint.
Gruß
Micha


Nachdem AH auf eigenen Wunsch gegangen war, war die Eidbindung eigentlich hinfällig. Sie war ja extra auf IHN geändert worden.
Hier der Werdegang.
Und die Waffen-SS hatte ja auch noch einen eigenen Text: (aus Wikipedia, die ja oftmals politisch beeinflußt ist)
Reichswehreid vom 14. August 1919:
„Ich schwöre Treue der Reichsverfassung und gelobe, dass ich als tapferer Soldat das Deutsche Reich und seine gesetzmäßigen Einrichtungen jederzeit schützen, dem Reichspräsidenten und meinen Vorgesetzten Gehorsam leisten will.“
Wehrmacht ab 20. August 1934
„Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“
– Eid für jeden Soldaten, gültig ab 2. August 1934
Durch Gesetz vom 20. Juli 1935 erhielt der Eid folgende Fassung:
„Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“
Eidesformel der Waffen-SS:
„Ich schwöre Dir, Adolf Hitler, als Führer und Kanzler des Deutschen Reiches, Treue und Tapferkeit. Ich gelobe Dir und den von Dir bestimmten Vorgesetzten Gehorsam bis in den Tod! So wahr mir Gott helfe!“

Da sind also schon einige Unterschiede.
Als Soldat in der DDR mußte man garnichts schwören, wenn man Bausoldat war. Alle anderen kamen um einen Eid nicht herum, der ja in allen Armeen der Welt in irgendeiner Form existiert. Sonst funktioniert der Laden ja nicht!
Und ich hatte mit dem ersten Abschnitt des Fahneneides nie ein Problem. Der zweite Abschnitt war schon etwas unangenehmer, da ich die Geschichte meiner Großeltern und Eltern kannte. Abschnitt 3 und 4 waren für mich wiederum einsichtiger.

Die DDR Armee hatte auch für mich eine Tradition in Uniform und Aussehen. die BRD Armee wurde ja mehr oder weniger als Kostümverleih der USA Besatzer gesehen.
Zur Geschichte kurz. Die deutschen Traditionen in Sachen Militär waren ja bis 1945 "in Fleisch und Blut" der Männer übergegangen.
Das war nach den Erfahrungen des WK2 so nicht mehr zu vermitteln. Also mußte eine neue "Orientierung" her. Im Westen war es der böse Russe der dort überall im Kohlenkeller saß und im Osten die aggressiven NATO Kriegstreiber. Letzteres stimmt ja in der historischen Rücksicht der Dokumente. Deutschland war von den USANATO-Seite als definitiver Atomkriegschauplatz ausersehen!

ICH wäre in die Bundeswehr nie eingetreten. Ich kann mich nicht dem Schutze meines Volkes verpflichtet sehen und dann als "Quasisöldner" der USANATO den Krieg in die Welt tragen müßen.
Und wo das hingeführt hat seit 1989, sehen wir jeden verdammten Tag aufs Neue!
Für mein Volk (oder für die neudeutsche Verständlichkeit: mein Land) mein Leben einzusetzen, sollte immer die Grundlage für einen Waffeneid sein, finde ich!

Damals (bis45) gaben sich alle Armeen der großen Weltakteure nichts. Die Britten, die Franzosen, die US-Amerikaner, die Japaner usw. .. überfielen ALLE andere Völker, nur die Kriegsgewinner behielten nach 1945 mit ihren Lügen die historische Deutungshoheit. Noch!, behaupte ich felsenfest! Denn das wird sich in den nächsten Jahren sicher rapide ändern.
Auch wenn dieses Land derzeit noch von politischen Hilfswilligen regiert wird!

Vor Jahren wäre man noch in der Psychatrie gelandet, wenn man all das öffentlich behauptet hätte, was heute Allgemeinwissen ist!
U.a. auch wegen charakterfestenMenschen wie Herr Snowden und co.

Ich bin der Meinung daß ein Eid für mein Volk absolut ok ist und mit meinen Interessen übereinstimmt.
Was aber heute passiert, sollte kein Soldat mehr beeiden! Denn es hat sogut wie nichts! mehr mit den Interessen unseres Volkes zu tun.

So nun erwarte ich den politisch korrekten Teer und Federn ....

Schöne Grüße,
Eckhard


zuletzt bearbeitet 02.10.2014 16:01 | nach oben springen

#33

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 02.10.2014 17:52
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Hallo Antaios,

es ging ja nicht darum, daß wir nichts schwören mußten, sondern um Eidestreue über das Ende hinaus.
Bei allen Unterschieden. Nach dem Ende der DDR war die Eidbindung genauso hinfällig wie 1945, aus dem gleichen Grund: Das Land, die Führung und die Armee gab es nicht mehr.

Wer im Ernstfall sein Leben geben soll, den versucht man möglichst fest zu binden. Nichts Anderes ist der Zweck von Vereidigungen, weltweit.
Das geschieht mit ideal verbrämten Texten. Sogar der SS-Text besagt ganz für sich genommen eigentlich nichts schlechtes.
Entscheidend ist, was damit gemacht wird, d.h. die Realität die dahinter steht.
So gesehen kann man auch mißbraucht werden, wenn man aufs Volk schwört.

Eidestreue kann also nicht generell eine menschliche Tugend sein.

Gruß
Micha

P.S.: Unsere Uniform war bekanntlich aus der preußischen Mottenkiste. Besonders militaristisch im Erscheinungsbild fand ich die Ohrenhosen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 02.10.2014 17:54 | nach oben springen

#34

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 02.10.2014 18:31
von damals wars | 12.113 Beiträge

Ohrenhosen als Gefreiter, klingt nach Güst.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#35

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 02.10.2014 19:06
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Hallo Freienhagener!

Zitat von Freienhagener im Beitrag #33
Hallo Antaios,
es ging ja nicht darum, daß wir nichts schwören mußten, sondern um Eidestreue über das Ende hinaus.
.....
Eidestreue kann also nicht generell eine menschliche Tugend sein.
Gruß
Micha
P.S.: Unsere Uniform war bekanntlich aus der preußischen Mottenkiste. Besonders militaristisch im Erscheinungsbild fand ich die Ohrenhosen.


In jungen Jahren hat man oftmals nicht den Verstand, den einem das sog. "Alter" noch vorenthält.
Aber selbst zu DDR Zeiten war mein Standpunkd diesbezüglich schon recht klar umrissen. (was in der einen oder anderen Beurteilung auch steht)
Ich hatte es relativ oft mit der sog. (sicher nur subjektiv vom Schreiber so gesehen ) soz. Kollektivität zu tun.
Für die Bundesbuben und die Jüngeren unter uns: damit war gemeint, daß ich mich manchmal nicht den Parolen, sondern nur den Argumenten verpflichtet sah!
Das war gerade für Meldungen nach oben für die Schreiber unangenehm, da sie ja in der "Arbeit am Menschen" nicht effektiv genug waren. Fragen nach dem warum usw. wurden denke ich (wie hierzulande!!!) garnicht erst gestellt.
Ein Volk "endet" ja nicht so einfach. Das Unserige wird zwar schon ganz schön bedrängt, vedummt und gegen sich selbst gehetzt, aber es gibt immer noch reichlich Menschen mit Augen und Ohren, die dem Verstand auf die Sprünge helfen!
Eidestreue ist zwar nicht DAS Charaktergrundmerkmal, aber es gehört zum Fundament des starken Charakters.
Wie eben auch, sich eines Fehlers bewußt zu werden und den Eid zu hinterfragen!

Du sagst Mottenkiste dazu, ich würde es eher als Tradition im besseren Sinne werten.
Man bekennt sich zu sich.
Die BRD Historiker und Politiker suchen sich ja gerne "ihren" Teil der Tradition heraus, das wurde im Osten nicht anders gehandhabt.
Aber das Sichtbare sagt doch auch schon einges über deren "Geschichtsverständnis" aus.
Besonders lächerlich finde ich, daß die erste Strophe der Nationalhymne nicht gesungen werden "sollte". Hallo wie dumm ist das denn.

Dann sollen sie diese Hymne abschaffen! Wenn sie sich deren Textzeilen so sehr schämen! Sie hat historische Grundlagen und sollte nicht zum Spielball von Lakaien und Claqueren degeneriert werden!

Die alte DDR Hymne ist bei aller Geschichte dazu bedeutend besser geignet zur Nationalhymne, als eine "halbverbotene"Möchtegernantionalhymne!

Schöne Grüße,
Eckhard


Freienhagener hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.10.2014 02:04 | nach oben springen

#36

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 02.10.2014 19:26
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Ich durfte leider nie schwören, das ist in der Schweizer Armee nur im Aktivdienst (Verteidigungsfall) vorgesehen
Dienstregelement der Schweizer Armee, 2. Kapitel Ziffer 7
Vereidigung im Aktivdienst
Im Aktivdienst bekräftigen die Angehörigen der Armee ihre Bereitschaft zur militärischen Pflichterfüllung mit dem Eid.
2 Bei der Abnahme des Eides vertritt ein Mitglied einer zivilen Behörde oder ein Kommandant den Bundesrat.
3 Der Vertreter des Bundesrates oder der Kommandant der zu vereidigenden Truppe verliest die Botschaft des Bundesrates, in der das Aufgebot zum Aktivdienst begründet wird.
4 Anschliessend spricht der Vertreter des Bundesrates die Eidesformel Satz für Satz vor. Die zu Vereidigenden sprechen sie Satz für Satz nach.
5 Wer nicht schwört, legt stattdessen das Gelübde ab.

http://www.admin.ch/opc/de/classified-co...0175/index.html
Theo


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#37

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 02.10.2014 20:31
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zum Thema Eid und DDR fallen mir zwei Seiten ein....

- Die "foprmal rechtliche" Seite

- Die moralische Seite. Wenn ich einem Staat (in dem Sonderfall einer Gesellschaftsordnung) die Treue geschworen habe, wie kann ich dann nach einer "feindlichen Übernahme" (begriff aus der Industie ) dem neuen System übergangslos die "Treue" schwören bzw. einen neuen Eid ablegen.

Bisher waren das immer Wechsel von verschiedenen Staaten / Staatsformen, aber dem gleichen Prinzip (Kapitalismus) entsprechend. Hier war das aber auch ein Wechsel der Ideologie. Auch wenn ich mich von den Personen der Staatsführung distanziere bzw. dem Staat , wie verhält es sich mit dem Wechsel der Ideologie? Trifft da nichtr doch der Begriff "Wendehals"?


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#38

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 04.10.2014 14:38
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #34
Ohrenhosen als Gefreiter, klingt nach Güst.


Ich meinte den Anblick, nicht die Trageeigenschaften.
Speziell von Gefreiten war nicht die Rede.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 04.10.2014 14:42 | nach oben springen

#39

RE: Eid Verpflichtung oder ???

in Das Ende der DDR 11.10.2014 15:36
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Antaios im Beitrag #35
In jungen Jahren hat man oftmals nicht den Verstand, den einem das sog. "Alter" noch vorenthält.

Das tut mir fast schon etwas leid für Dich, doch diese Deine Ehrlichkeit ist auch irgendwie faszinierend. Nur sollte man nicht in die Falle eines syllogischen Fehlschlusses tappen, so wie Du von sich (als Einzelnem) auf Alle (das Ganze) schließt. Pars pro toto hat nunemal nur beschränkte Allgemeingültigkeit. Denn manch Einem, vielleicht sogar manch einem Leser hier im Forum, schenkte das Alter schon etwas Reife und damit verbunden auch etwas Verständnis (oT: also mir möglicherweise noch nicht, aber mir persönlich gefallen da die holländischen Übersetzungen inzicht und begrip sowieso besser, ist aber auch eine sehr schöne Sprache)? Doch das war hier nicht die Frage; Chantre formulierte seinen Beitrag #4 eigentlich klar und deutlich.
Und da die Anzahl der von ihm Angesprochenen sehr überschaubar ist, wäre man als Nichtbetroffener dann schon erfreut, wenn Jemand sich aus dem Kreis der Uniform- und Eidwechsler (laut von Selchow 'könnte [man] sie auch Lumpen nennen) sich zu (sogar mehreren ?) Beiträgen in diesem Thema aufrafft.
Um so enttäuschender ist dann die Rezeption mancher dieser Beiträge, weil Du auch hier (mal wieder) unausgegoren diesen im Netz von Dir zusammengeklaubten Schwachsinn öffentlich zur Schau stellst. Das kann doch nicht DEINE Meinung sein! Und fast möchte man wieder rhetorisch die Frage stellen; muß das sein, Antonius? Mach ich aber nicht ... sonst hält man mir wieder vor, ich wirke nicht deeskalierend genug. Also, falls Du es hier ernst meinst, na dann erzähle doch mal lieber von der Vorbereitung auf Deinen ersten Eid, er endete wohl mit der Zeile 'und die Verachtung des werktätigen Volkes treffen!'. Leicht hast Du es Dir da sicher nicht gemacht, zumindest läßt die Äußerung 'damit war gemeint, daß ich mich manchmal nicht den Parolen, sondern nur den Argumenten verpflichtet sah!' dies hoffen.

P.S. Ich übrigens machte es mir auch nicht leicht mit meinem einzigen Eid, die ganzen CDAs und NDAs zähle ich da mal nicht mit. Und wenn Du nun über etwas mehr Experience verfügen würdest, als wie nur 'Ähnlichen Beiträge' am Fuße dieser Seite durchzuklicken, na dann findest Du auch jenen Beitrag von mir und kannst diesen dann (mal wieder, fast kommentarlos) hierher verlinken, hä?!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 11.10.2014 15:44 | nach oben springen


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