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#1

Haus der Ministerien

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.09.2014 20:44
von MattiOstwestfale | 11 Beiträge
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Es gibt Fotos die das Haus der Ministerien(das jetztige Rohwedder Haus)vor dem Mauerfall zeigen.Es stand wohl mitten im Grenzstreifen,die Hinterlandmauer "teilt" quasi das Gebäude.Gab es dort strengere Kontrollen wie bei anderen Gebäuden nahe der Grenze?die dort arbeitenden Minister hatten ja einen schönen Blick nach WB.Wer kann mir sagen wie dort die Situation war?[[File:0117_Mitte_01.jpg|none|auto]]



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#2

RE: Haus der Ministerien

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.09.2014 21:13
von Sperrbrecher | 1.832 Beiträge | 154 Punkte
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Von diesen Gebäude flüchtete eine Familie per "Seilbahn" in den Westen.

https://www.youtube.com/watch?v=LJV5J0gSyuQ


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#3

RE: Haus der Ministerien

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.09.2014 21:47
von Gelöschtes Mitglied
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Mein Vater hatte ab und zu in dem Haus zu tun. Er hat es mir wie folgt geschildert:

Er bekam eine Einladung, die ging an seinen Betrieb. Er fuhr dann dann dahin, am Empfang musste er seinen Ausweis abgeben, bekam dafür einen "Hausausweis" - auf dem stand wo er hin musste/durfte. Der Ausweis wurde dann nochmal von einem, er sagt Polizist der in einer Art Schleuse saß, überprüft, und dann konnte er rein. War der Termin beendet, unterschrieb die Person die ihn eingeladen hatte mit Uhrzeit (wann der Termin beendet war) und er musste dann den Ausweis wieder abgeben und das Haus verlassen.

Einmal bekam er Ärger weil er einen Toillettengang etwas ausdehnte, die Aussicht war wohl zu verlockend. Da musste er dann erklären warum er 30 min. gebraucht hatte um vom 6. Stock zum Empfang zu kommen. Wird wohl aber gut gegangen sein, denn er musste auch die Jahre danach immer wieder jährlich dort hin.


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#4

RE: Haus der Ministerien

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.09.2014 21:53
von eisenringtheo | 9.461 Beiträge | 212 Punkte
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #2

Von diesen Gebäude flüchtete eine Familie per "Seilbahn" in den Westen.

https://www.youtube.com/watch?v=LJV5J0gSyuQ


hier etwas aus dem Forum
BerlinTreptower Str. Ecke Heidelberger Str. mit Mauer und ohne Mauer (2)

(Wenn ich mich nicht irre waren in den 80er Jahren alle Fenster vergittert und aufs Dach kam man wohl auch nicht mehr)
Theo


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#5

RE: Haus der Ministerien

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.09.2014 22:20
von Gelöschtes Mitglied
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Da ich zu DDR-Zeiten in diesem Haus in der Woche mindestens einmal da gewesen bin, weiß ich noch genau wie es da ablief! Man musste sich im Eingangsbereich ausweißen, dann wurde man in eine Liste eingetragen mit Uhrzeit, dann wohin, zu wem und weshalb! Es sind alles Uniformierte gewesen die das alles kontrolliert haben! Bekam einen Schein, den man beim verlassen wieder abgeben musste und wurde wieder ausgetragen! Es ist eben immer bekannt gewesen wer noch im Hause ist und wer nicht! Also normaler Weiße, konnte keiner sich da unerkannt aufhalten! Das ist bestimmt in den ganz frühen Zeiten noch etwas lockerer gewesen, aber nach der Flucht, mit dem Drahtseil, wurde es verschärft! Bis auf die sehr hohen Genossen! Nur mal so neben bei. Habe den Schürer( Politbüromitglied) mal auf der Toilette getroffen, er hat sehr freundlich gegrüßt ohne sich wichtig zu machen, kleiner Mann!Man hatte aber einen schönen Ausblick auf den Grenzstreifen, Mauer und Westberlin!
Grüsse steffen52


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#6

RE: Haus der Ministerien

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.09.2014 23:21
von Moskwitschka (gelöscht)
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Lieber @MattiOstwestfale ,

auch auf die Gefahr hin, dass gleich wieder einer um de Ecke kommt und brüllend schreibt - priveligiert, möchte ich Dir gern meine kleine Gschichte erzählen, die ich unlängst, auch hier im Forum, aufgeschrieben habe. Es war mein erstes Grenzerlebnis in Berin als 5 - oder 6 - jähriges Kind:

Ich bin 1957 geboren und bei meinen Großeltern in Leipzig groß geworden. Geteiltes Deutschland, Grenze waren dort ganz weit weg. Eine wunderschöne geborgene Kindheit in einer grünen Siedlung am Rande von Leipzig. Als mein Vater 1962 in den Staatsdienst nach Berlin berufen wurde, war es auch nur eine Frage der Zeit, dass ich meinen Eltern gefolgt bin. Wir wohnten damals auch am Rande der Stadt, im äußersten Osten Berlins, dass später die Grenze zu dem Neubaugebiet Marzahn sein sollte. Felder, Bäume, Einfamilienenhäuser prägten das Bild, so dass nur die Trennung von meinen Großeltern mich noch lange beschäftigte. Mein Weg zum Kindergarten waren Feldwege mitten in der Hauptstadt der DDR.

Ich weiß nicht warum, aber eines Tages hieß es: „Wir holen heute Papa von der Arbeit ab.“ Man habe ich mich gefreut. Wahrscheinlich wie jedes Kind, dass seine Eltern gerne bei der Arbeit erlebt. Zumal ich damals überhaupt keine Vorstellungen davon hatte, was mein Vater arbeitet, wenn ich im Kindergarten war.

Der Weg dahin führte nicht über Feldwege, sondern zur nächsten Straßenbahnhaltestelle. Irgendwann stiegen wir in die U – Bahn um. Überall viele Menschen, die irgendwo alle hin wollten. Quirlig und lebendig. Und dann waren wir da. Wir stiegen aus der U – Bahn aus und über die Treppe wieder ans Tageslicht. Und da war ich auf einmal in einer ganz anderen Welt. Kein Mensch auf der Straße, von Autos ganz zu schweigen. Leere Straßen, wo nur die Ampeln funktionierten, die von rot auf gelb und dann auf grün sprangen. Dann wieder auf gelb und rot. Ich war total irritiert. Nein mehr, ich hatte Angst. Irgendwann muss ich meine Mutter gefragt haben, wo wir hier sind. Wahrscheinlich hat sie damals gesagt – an der Grenze.

Mein Vater hat damals beim Volkswirtschaftsrat der DDR gearbeitet, in dem Gebäude, wo sich heute das Finanzministerium befindet, dass sich damals im Sperrgebiet der Grenze befunden hat. An das Zusammentreffen mit meinen Vater habe ich keine Erinnerung. Nur an die Angst bei den menschenleeren Straßen und den funktionierenden Ampeln. So habe ich mir damals Krieg vorgestellt – es gibt keine Menschen mehr, aber die Ampeln funktionieren.


Dieses Erlebnis hat mich noch lange Jahre in Albträumen begleitet. Heute lebe ich wieder in Berlin. Und obwohl es seit 25 Jahren keine Mauer mehr gibt, es sich vieles dort verändert hat, meide ich die Gegend, die mich an meine damaligen Ängste als Kind erinnern. Oder anders - an die bittere Realität, die je älter ich wurde, durch viele andere Erlebnisse mich immer mehr an der DDR zweifeln ließen.

LG von der Moskwitschka


Hapedi und MattiOstwestfale haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#7

RE: Haus der Ministerien

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 21.09.2014 09:48
von Hans | 2.166 Beiträge
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Morgen, Gemeinde,.....
Haus der Ministerien : Verlauf HiSM -

Quelle : BSTU AS 754/70 - Ausschnitt-
Bewachung durch das BS Kommando der VP (Betriebsschutz). Und - wie auf der Karte zu sehen, zwar am Grenzgebiet,- aber eben außerhalb. Die rote Linie ist die HSiM.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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