#121

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 18:59
von Alfred | 6.861 Beiträge

Na dann fang mal an und formuliere DEINE Fragen.

Mal schauen, wie ich weiter helfen kann.

Ich sehe aber bei Streletz kein raus reden oder wie man dies formulieren möchte. Er stellt die Ereignisse aus seiner Sicht dar.


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#122

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 19:04
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #120
Nur mal eine Zusatzinfo aus diesem Forum:

Das Verhalten des Fritz Streletz alias IM Birnbaum


Alter Hut.

Dazu hatte ich mich doch schon geäußert. Alter Hut . Damit wollte man Streletz im Prozess gegen IHN den Zahn ziehen, nur ging dieser Schuss nach hinten los. Kennst Du die Akte ?


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#123

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 19:25
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #121
Na dann fang mal an und formuliere DEINE Fragen.

Mal schauen, wie ich weiter helfen kann.

Ich sehe aber bei Streletz kein raus reden oder wie man dies formulieren möchte. Er stellt die Ereignisse aus seiner Sicht dar.


@Alfred,

wenn Du mich als Fragesteller ansprichst:

Nach F. Streletz seinen Darstellungen hat er ja die erste 2 Befehle zum Verhalten von u. a. NVA ud GT noch zu E. Honeckers Zeiten als Generasekretär erarbeitet und diesem zur Unterschrift vorgelegt.

Wie hat der Hardliner E. Honecker darauf reagiert?
Wie hat E.Mielke bezüglich des (seines) MfS reagiert?

Wurde Herr Streletz ggfls. runtergeputzt, wie es in diktatorischen Chefetagen durchaus üblich ist, was er sich da wagt da vorzulegen?

josy95


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zuletzt bearbeitet 11.09.2014 19:29 | nach oben springen

#124

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 19:43
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #123
Zitat von Alfred im Beitrag #121
Na dann fang mal an und formuliere DEINE Fragen.

Mal schauen, wie ich weiter helfen kann.

Ich sehe aber bei Streletz kein raus reden oder wie man dies formulieren möchte. Er stellt die Ereignisse aus seiner Sicht dar.


@Alfred,

wenn Du mich als Fragesteller ansprichst:

Nach F. Streletz seinen Darstellungen hat er ja die erste 2 Befehle zum Verhalten von u. a. NVA ud GT noch zu E. Honeckers Zeiten als Generasekretär erarbeitet und diesem zur Unterschrift vorgelegt.

Wie hat der Hardliner E. Honecker darauf reagiert?
Wie hat E.Mielke bezüglich des (seines) MfS reagiert?

Wurde Herr Streletz ggfls. runtergeputzt, wie es in diktatorischen Chefetagen durchaus üblich ist, was er sich da wagt da vorzulegen?

josy95




Sieh und hör selbst :

http://www.youtube.com/watch?v=eKXRxj9jnv4


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#125

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 20:22
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #116
Zitat von Bahndamm 68 im Beitrag #109
Nun habe ich mir soeben mindestens 3 Seiten in diesen Thread hoch und runter gelesen. Hoch interessant von Pro und Contra.

Jetzt nach 25Jahren Mauerfall darf doch die Frage gestellt werden, wer war oder wer ist für 40Jahre DDR=gleich Schlamassel verantwortlich.

Das waren die Regierenden und die haben 1960 auch den Nationalen Verteidigungsrat unter strenger Geheimhaltung gegründet. Die Namen der Mitglieder des NVR wurden – mit Ausnahme des Namens des Vorsitzenden und des Sekretärs – niemals bekannt gegeben. Diesem NVR gehörte aber auch F. Strelitz an. Will er von allen nichts gewusst haben.
Soll nun der Name Verteidigungsrat auseinander genommen werden, über Funktion, Arbeit und Befehlen? Nein, das würde zu weit führen und außerdem bin ich auch nicht in der Lage.

Wer die Demarkationslinie, sprich Mauer oder Grenze aufgebaut hat und immer weiter vervollständigt hat, um seinen flüchteten Menschen den Weg zu versperren, der ist auch mit verantwortlich, dass diese Menschen hinter Schloss und Riegel kamen. Diese Riegel der Stasi-Gefängnisse in vielen Orten.

Soll das ohne Wissen vom NVR gewesen sein. Ich kann und möchte es nicht glauben.

Sollen die Verantwortungsträger nur Ulbricht, Honecker und Krenz gewesen sein. Strelitz ist 1971 als Sekretär in das Gremium berufen. Ein Gremium, welches geheim war, soll oder will er von vielen nicht gewusst haben?. Klar, Honecker stand über ihm, aber als Sekretär ist man über vieles informiert.
Dieser Strelitz möchte sich heute rechtfertigen, dass er vieles nicht gewusst hat.
Nein und noch mal nein, diese Deutschen, diese Wendehälse.

Soll er doch mit der Pensionskasse oder Rentenkasse einen Deal veranstalten und alles auspacken, vielleicht bekommt dann Altersruhegeld, was über den, eines Unteroffiziers liegt.




Streletz ist bestimmt kein Wendehals. Da würden mir andere Namen einfallen. Es geht auch nicht um Rechtfertigung, sondern um Darstellung der Ereignisse. Du kannst ja gern schreiben, was am Inhalt nicht korrekt ist. Und mit seiner Rente kommt er auch hin, obwohl er auch heute noch jeden Monat eine dreistellige Summe in die Staatskasse als Gerichtskosten einzahlt.


Warum verteidigst du denn so hartnäckig diesen Mann ? Egal welches Argument hier kommt...du stehst parat.



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#126

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 20:27
von Alfred | 6.861 Beiträge

Ganz einfach, weil Hr. Streletz den Beitrag geschrieben hat.

Würde hier ein Beitrag von Krenz stehen, würde ich auch entsprechend Stellung beziehen.

Es geht auch nicht unbedingt um Personen, sondern um Ereignisse / Inhalt.


skbw hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.09.2014 20:32 | nach oben springen

#127

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 21:00
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Es ist nicht so leicht, wenn taktische Bindungen bestehen.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#128

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 21:05
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #127
Es ist nicht so leicht, wenn taktische Bindungen bestehen.


Freundschaftliche Bindungen ...... und dies nicht erst seit 1989 /90..


zuletzt bearbeitet 11.09.2014 21:05 | nach oben springen

#129

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 21:27
von Moskwitschka (gelöscht)
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Bevor hier wieder alles ins persönliche abgleitet - habe ich mal ne Frage zu dem Video. Es scheint ja nur ein Teil eines Interviews zu sein. Gibt es es irgendwo in voller Länge?

Und die zweite Frage - Haben sich Honecker und Krenz irgendwann und irgendwo genau zu diesem Dreier - Gespräch geäußert? Und wenn ja, würde ich jede Wette eingehen, dass es um "Nuancen" von ihnen anders dargegestellt wird . Logisch, denn jeder hatte seinen subjektiven Blickwinkel darauf. Und wenn man bedenkt, dass schon seit Monaten ein Machtkampf im ZK und im Politbüro unterschwellig und teilwiese auch offen ausgetragen wurde, bei dem Honecker und Krenz eine zentrale Rolle spielten und von den sie auch in ihren Erinnerungen beherrscht wurden, dann ist es von Streletz vielleicht die nüchternste Beschreibung des damaligen Gespräches.

So mal meine ganz persönlichen Gedanken beim Sehen und Zuhören beim Betrachten des Videoclips.

LG von der Moskwitschka

EDIT Tippfehler


josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.09.2014 21:32 | nach oben springen

#130

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 22:31
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #124


Wurde Herr Streletz ggfls. runtergeputzt, wie es in diktatorischen Chefetagen durchaus üblich ist, was er sich da wagt da vorzulegen?

josy95




Sieh und hör selbst :

http://www.youtube.com/watch?v=eKXRxj9jnv4[/quote]


@Alfred, vervollständigend ganz informativ.

Der Videoclip hört aber einfach so und fast mitten im Text bei der durch Herrn Streletz überraschend gut erfassten Thematik der möglichen Eskalation (Panzernahbekämpfung durch Demonstranten) auf. Gibt es eine Fortsetzung, noch andere Videoclips von Interviews mit F. Streletz zu diesem Thema?

josy95


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zuletzt bearbeitet 11.09.2014 22:33 | nach oben springen

#131

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 23:04
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich wil mal noch eine drauf setzen @josy95

Vor allem vor dem Hintergund der Panzer in Peking auf dem Platz des Himmmlischen Fiedens, die 3 Monate zuvor die Welt in Atem gehalten haben. Nicht zuletzt durch dieses Ereignis und der eindeutigen Stellungnahme der DDR - Oberen - Krenz und auch der Volkskammer, wenn ich mich richtig erinnere, sind Panzer in der Wahrnehmung der Demonstranten und auch in breiten Teilen der Bevölkerung ein Symbol für die Niederschlagung von Protesten gewesen.

Und wenn ich mich weiter erinnere, dann haben sowjetische Panzer nicht die große Rolle in den Gedanken der Demonstranten gespielt. Denn die wenigsten der "Aktiven", die auf die Straße gegangen sind, haben den 17. Juni 1953 erlebt. Und Gorbatschow hatte mit der Perestroika und Glasnost einen großen Vertrauensvorschuß. Zwei positive Schlagworte, die jeder für sich interprtierte und mit Hoffnungen verband.

LG von der Moskwitschka

EDIT


zuletzt bearbeitet 11.09.2014 23:24 | nach oben springen

#132

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 23:45
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #131
Ich wil mal noch eine drauf setzen @josy95

Vor allem vor dem Hintergund der Panzer in Peking auf dem Platz des Himmmlischen Fiedens, die 3 Monate zuvor die Welt in Atem gehalten haben. Nicht zuletzt durch dieses Ereignis und der eindeutigen Stellungnahme der DDR - Oberen - Krenz und auch der Volkskammer, wenn ich mich richtig erinnere, sind Panzer in der Wahnehmung der Demonstranten und auch in breiten Teilen der Bevölkerung ein Symbol für die Niederschlagung von Protesten gewesen.

Und wenn ich mich weiter erinnere, dann haben sowjetische Panzer nicht die große Rolle in den Gedanken der Demonstranten gespielt. Denn die wenigsten der "Aktiven", die auf die Straße gegangen sind, haben den 17. Juni 1953 erlebt. Und Gorbatschow hatte mit der Perestroika und Glasnost einen großen Vertrauensvorschuß. Zwei positive Schlagworte, die jeder für sich interprtierte und mit Hoffnungen verband.

LG von der Moskwitschka

EDIT



@Moskwitschka ,

dazu gehe ich weiter auch mit großer Sicherheit davon aus, da die Strukturen aller Befehlsempfänger der ehem. DDR so ausgelegt waren, immer nur Befehle "von oben", besser von "ganz oben" zu empfangen. Zu "ganz oben" zähle ich Befehle aus der UdSSR.

Und die kamen ja nun nicht mehr.
Den Zeitpunkt hatte man im Politbüro einfach verschlafen, nie wahrhaben wollen, nie so richtig regestriert. Vielleicht auch vor sich selbst verleugnet. Nicht um sonst gab es Gorbatschows berühmten, weitblickenden Satz zu Honecker & Co: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben".

Dazu setzte, wie wir heute an Hand vieler glaubwürdiger Berichte wissen, unter den Herren des greisenhaften Politbüros eine sprichwörtliche Altersstarre ein, die dann mit akuten Lähmungserscheinungen auch deshalb behaftet war, weil man außer Hardlining eigentlich nie andere (sanftere) oder gar demokratische Strategien und Methoden im Umgang mit aufmüpfiegen Volk in Erwägung zog. Sowas nicht kannte, kennen wollte, geschweige denn, praktiziert hatte. Innerlich und in totaler Verkennung der Sachlage frohlockte man unter den Betonköpfen des Politbüros doch mit der chinesischen Lösung, nach altstalinistischer Manier und á la 17.Juni 1953.

Ohne nur im Entferntesten zu wissen, zu ahnen, das es in den dem Politbüro untergeordneten Etagen klügere, aber auch der aktuellen Situation und politischen Goßwetterlage besser angepasste und clevere, raffiniertere Köpfe gab. Die dazu den Vorteil hatten, sich immer auf Befehle von oben berufen zu können. Befehle, die dann einfach nicht mehr in der Form kamen, kommen konnten. Die Zeit der Betonköpfe war unwiederuflich abgelaufen.... . Es regierte die nackte Angst, Panik! Siehe u. a. E. Mielke, der plötzlich alle Menschen liebte...!
Aus der anderen, vorab genannten "Fraktion" gingen dann nur kurze Zeit später ein Teil der s. g. klassischen Wendehälse hervor.

josy95


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zuletzt bearbeitet 11.09.2014 23:49 | nach oben springen

#133

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 12.09.2014 01:15
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Befehle - ist das Stichwort. Nicht zuletzt um auch wieder die Kurve zu Streletz&Co. zu bekommen. Wovon sind die militärischen Entscheider oder auch die Offiziere vor Ort damals geleitet worden? Von der Stimmung in der "Truppe" oder dem "Gehorsam" gegenüber den "Greisen" des Politbüros?

Und da sind wir an dem Punkt wo ich immer wieder scheitere, wenn ich ich in solche Zeitzeugenberichte wie z.B. von Streletz aufmerksam verfolge. Es sind Männer in Uniform, für die Disziplin und strenge Hirarchien in Fleisch und Blut über gegangen sind. Warum sie dieses "Lebensgerüst" gewählt haben, war ihre ganz persönliche Entscheidung. Diese Disziplin prägt auch ihr öffentliches Auftreten, begleitet von einer Emotionslosigkeit, die den einen oder anderen zur Weißglut bringen lassen.

Verstärkt wird dieser Eindruck, weil wir nach der Wende andere kennen gelernt haben. Auch hier im Forum. Die einen haben die Uniform konsequent an den Nagel gehängt und können sich "befreit" über ihre Gedanken äußern - ein langer Prozess bis man sachlich über seine Vergangenheit und auch den begleitenden Emotionen offen und ehrlich schreiben kann. Andere haben die Uniform gewechselt, und haben zum Teil noch heute Mühe diesen Wechsel für den Normalo nachvollziehbar zu beschreiben.

So sehe ich auch Streletz. Auf der einen Seite Disziplin, die ihn prägt, auf der anderen Seite das Bedürfnis sich mitzuteilen, das fast jeder am Ende seines Lebens verspürt. Die einen machen das öffentlich, die anderen im stillen Kämmerlein. Die einen machen sich dafür angreifbar, bei den anderen gehen dadurch vielleicht wichtige Puzzlesteine der Geschichte verloren.

Für mich persönlich ist immer noch das große "Geheimnis" die SED, in deren Spannungsfeld sich nicht zuletzt auch die NVA besonders in den Jahren 1985 bis 1989 bewegte.

LG von der Moskwitschka


josy95 und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.09.2014 01:23 | nach oben springen

#134

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 12.09.2014 08:56
von Georg | 1.033 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #133
Befehle - ist das Stichwort. Nicht zuletzt um auch wieder die Kurve zu Streletz&Co. zu bekommen. Wovon sind die militärischen Entscheider oder auch die Offiziere vor Ort damals geleitet worden? Von der Stimmung in der "Truppe" oder dem "Gehorsam" gegenüber den "Greisen" des Politbüros?

Und da sind wir an dem Punkt wo ich immer wieder scheitere, wenn ich ich in solche Zeitzeugenberichte wie z.B. von Streletz aufmerksam verfolge. Es sind Männer in Uniform, für die Disziplin und strenge Hirarchien in Fleisch und Blut über gegangen sind Warum sie dieses "Lebensgerüst" gewählt haben, war ihre ganz persönliche Entscheidung. Diese Disziplin prägt auch ihr öffentliches Auftreten, begleitet von einer Emotionslosigkeit, die den einen oder anderen zur Weißglut bringen lassen.

Verstärkt wird dieser Eindruck, weil wir nach der Wende andere kennen gelernt haben. Auch hier im Forum. Die einen haben die Uniform konsequent an den Nagel gehängt und können sich "befreit" über ihre Gedanken äußern - ein langer Prozess bis man sachlich über seine Vergangenheit und auch den begleitenden Emotionen offen und ehrlich schreiben kann. Andere haben die Uniform gewechselt, und haben zum Teil noch heute Mühe diesen Wechsel für den Normalo nachvollziehbar zu beschreiben.

So sehe ich auch Streletz. Auf der einen Seite Disziplin, die ihn prägt, auf der anderen Seite das Bedürfnis sich mitzuteilen, das fast jeder am Ende seines Lebens verspürt. Die einen machen das öffentlich, die anderen im stillen Kämmerlein. Die einen machen sich dafür angreifbar, bei den anderen gehen dadurch vielleicht wichtige Puzzlesteine der Geschichte verloren.

Für mich persönlich ist immer noch das große "Geheimnis" die SED, in deren Spannungsfeld sich nicht zuletzt auch die NVA besonders in den Jahren 1985 bis 1989 bewegte.

LG von der Moskwitschka


rot: Weil ihre Erziehung humanistisch war !


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#135

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 12.09.2014 09:16
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #134
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #133
Befehle - ist das Stichwort. Nicht zuletzt um auch wieder die Kurve zu Streletz&Co. zu bekommen. Wovon sind die militärischen Entscheider oder auch die Offiziere vor Ort damals geleitet worden? Von der Stimmung in der "Truppe" oder dem "Gehorsam" gegenüber den "Greisen" des Politbüros?

Und da sind wir an dem Punkt wo ich immer wieder scheitere, wenn ich ich in solche Zeitzeugenberichte wie z.B. von Streletz aufmerksam verfolge. Es sind Männer in Uniform, für die Disziplin und strenge Hirarchien in Fleisch und Blut über gegangen sind Warum sie dieses "Lebensgerüst" gewählt haben, war ihre ganz persönliche Entscheidung. Diese Disziplin prägt auch ihr öffentliches Auftreten, begleitet von einer Emotionslosigkeit, die den einen oder anderen zur Weißglut bringen lassen.

Verstärkt wird dieser Eindruck, weil wir nach der Wende andere kennen gelernt haben. Auch hier im Forum. Die einen haben die Uniform konsequent an den Nagel gehängt und können sich "befreit" über ihre Gedanken äußern - ein langer Prozess bis man sachlich über seine Vergangenheit und auch den begleitenden Emotionen offen und ehrlich schreiben kann. Andere haben die Uniform gewechselt, und haben zum Teil noch heute Mühe diesen Wechsel für den Normalo nachvollziehbar zu beschreiben.

So sehe ich auch Streletz. Auf der einen Seite Disziplin, die ihn prägt, auf der anderen Seite das Bedürfnis sich mitzuteilen, das fast jeder am Ende seines Lebens verspürt. Die einen machen das öffentlich, die anderen im stillen Kämmerlein. Die einen machen sich dafür angreifbar, bei den anderen gehen dadurch vielleicht wichtige Puzzlesteine der Geschichte verloren.

Für mich persönlich ist immer noch das große "Geheimnis" die SED, in deren Spannungsfeld sich nicht zuletzt auch die NVA besonders in den Jahren 1985 bis 1989 bewegte.

LG von der Moskwitschka


rot: Weil ihre Erziehung humanistisch war !




...ihre Erziehung vielleicht, zumindest vom Elternhaus her. Daran zu zweifeln oder dies einfach nur, so wie Du, zu behaupten, ist schon ganz schön mutig, wenn nicht sogar dreist und kommt mir aus SED- typischen Publikationen noch irgendwie bekannt vor. Oder kanntest Du die Eltern von F. Streletz oder anderen Entscheidungsträgern der DDR aus dem Wendejahr, der direkten Wende persönlich? Dann verbessere mich bitte!

Die andere Erziehung, in ihrem einst jüngeren Leben war stalinistisch geprägt. Durch und durch.

Ich glaub, einen weiteren Kommentar kann ich mir da getrost sparen....

josy95


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#136

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 12.09.2014 14:09
von Georg | 1.033 Beiträge

@josy95
Also, dreist merk ich mir erst mal.

Auf solche Fragen antworte ich nicht mehr. Worauf ich geantwortet hab, hatte ich rot gekennzeichnet. Wie Du das bewertest ist mir eigentlich völlig wurscht. SED, Stalinismus..........Einpeitscher, von anderer Stelle hier. Ich habe eine humanistische Erziehung in den Handlungen der Militärs festgestellt. Es wurde, ob mans nun glaubt oder nicht, das grosse Blutbad verhindert. Das ist für mich Humanität von Militärs. Kommt diese Humanität der Militärs von selbst ? Weil sie Angst haben ? Ich denke, weil die sozialistischen Militärs in der DDR ordentlich ausgebildet und erzogen wurden. Wie handelten bzw. handeln denn die Militärs in den freiheitlichen, demokratischen Ländern in gleicher Situation?
Ich erspar mir Beispiele. SED oder Stalinismus sind diese Blutbäder wohl doch nicht.

Im Forum sind doch Dienstgrade und da meine ich jetzt nicht Soldaten im GWD, die den Herbst 1989 im Dienst erlebt haben. Warum habt ihr denn
keine Waffen eingesetzt? Vor Ort keinen Waffeneinsatz befohlen ?
Habt ihr an Stalin gedacht? An die SED - Oberen, wann denn endlich der Befehl kommt? Aus Angst nicht oder weil auf euch nicht geschossen wurde? Das Handeln der Militärs in dieser Zeit ist ein einmaliger Vorgang in der Welt. Sich ohne Not entwaffnen lassen........
Und wenn ich bisher nur vom Militär schrieb, dann schliesse ich das MdI, Kampfgruppen und MfS ein.


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#137

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 12.09.2014 15:40
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #81
wie bitte:

Die Mauer schützte die SED vor der Abstimmung mit den Füßen.

Schützte sie nicht,sonst würden wir hier nicht schreiben.

Alter Beamtentrick, mal ein bisschen mitlesen. So ein zwei Beiträge vorweg.

Naja, ohne Mauer wäre die SED vielleicht schon '61 oder '62 hinweg gefegt worden - insofern schützte die Mauer natürlich (hauptsächlich) jene Partei, die im Land diktierte.

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#138

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 12.09.2014 17:40
von Harzwanderer | 2.940 Beiträge

Was soll eigentlich dieses mysteriöse "humanistische Erziehung" in diesem Zusammenhang sein? Wie bei Erich Mielke? "Alle Käse Genossen - Erschießen! Weil ick Humanist bin." (Mielke) So in der Art? Ja die Menschenfreunde an der Spitze der Diktatur.

Humanistische Bildung ist doch eigentlich was Bürgerliches?

Diese Bücher sind doch nur als Geschäft für die alten Genossen gedacht. Meistens ist kein bisschen ehrlicher Wille zur Aufklärung oder Aufarbeitung sichtbar. Nur eitle Selbstbeweihräucherung und Schutzbehauptungen. Gibt es dafür eigentlich irgendwo sozialistische Ghostwriter zum Mieten? Das schreiben die doch bestimmt nichtmal selbst.


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.09.2014 17:41 | nach oben springen

#139

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 12.09.2014 18:08
von Georg | 1.033 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #138
Was soll eigentlich dieses mysteriöse "humanistische Erziehung" in diesem Zusammenhang sein? Wie bei Erich Mielke? "Alle Käse Genossen - Erschießen! Weil ick Humanist bin." (Mielke) So in der Art? Ja die Menschenfreunde an der Spitze der Diktatur.

Humanistische Bildung ist doch eigentlich was Bürgerliches?

Diese Bücher sind doch nur als Geschäft für die alten Genossen gedacht. Meistens ist kein bisschen ehrlicher Wille zur Aufklärung oder Aufarbeitung sichtbar. Nur eitle Selbstbeweihräucherung und Schutzbehauptungen. Gibt es dafür eigentlich irgendwo sozialistische Ghostwriter zum Mieten? Das schreiben die doch bestimmt nichtmal selbst.



rot - das hat Mielke nicht gesagt !


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#140

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 12.09.2014 18:10
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #138
Was soll eigentlich dieses mysteriöse "humanistische Erziehung" in diesem Zusammenhang sein? Wie bei Erich Mielke? "Alle Käse Genossen - Erschießen! Weil ick Humanist bin." (Mielke) So in der Art? Ja die Menschenfreunde an der Spitze der Diktatur.

Humanistische Bildung ist doch eigentlich was Bürgerliches?

Diese Bücher sind doch nur als Geschäft für die alten Genossen gedacht. Meistens ist kein bisschen ehrlicher Wille zur Aufklärung oder Aufarbeitung sichtbar. Nur eitle Selbstbeweihräucherung und Schutzbehauptungen. Gibt es dafür eigentlich irgendwo sozialistische Ghostwriter zum Mieten? Das schreiben die doch bestimmt nichtmal selbst.


Ob es Dir nun gefällt oder nicht, auch Mileke hat sich im Herbst dafür ausgesprochen, dass keine Schusswaffen eingesetzt werden. Und ich sehe beim Beitrag von Streletz auch keine Schutzbehauptungen. Er stellt dies aus seiner Sicht als Zeitzeuge dar und braucht hier keinen Schreiber. Und wo siehst Du denn bitte ein Geschäft ? Diese Zeilen sind in keinen Buch erschienen und Geld gab es dafür auch nicht.


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