#101

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:45
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #99
Zitat von passport im Beitrag #70


1. Es ist anzuzweifeln das dieser Satz : "die Kasernen nicht zu verlassen, was auch immer geschehen möge" ein Befehl war. So ein Wortlaut bzw. Satzzusammenstellung ist für eine DA oder Befehl nicht typisch. Es ist keine keine stabsmäßige Handschrift zu erkennen die den Militärs eigen sind.

2. Ende August soll dieser angebliche Befehl erteilt worden sein ? Warum zu diesen Zeitpunkt ? Die großen Demonstrationen begannen ja erst Anfang Oktober 1989 ! Saßen da Hellseher im Kreml ?


passport


Zu1: "Bis heute wurden keine schriftlichen Belege eines solchen Befehls bekannt. Dafür spricht auch die damalige Praxis, wichtige Entscheidungen meistens telefonisch mitzuteilen. "
"Wer und wann den entscheidenden Befehl gegeben hat, sich militärisch nicht einzumischen, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. In einigen Quellen ist zu lesen, der damalige sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse habe bereits im August 1989 angeordnet, dass die "Westgruppe der Truppen" in ihren Kasernen bleiben soll – egal, was passiert. "Alles Quatsch", sagt Igor Maximytschew, damals Gesandter bei der UdSSR-Botschaft in Ostberlin.

Maximytschew: ""Einen solchen Befehl gab es nicht, weil es nicht notwendig war."

Schewardnadse selbst erinnert sich:

Schewardnadse: "Es gab eine gemeinsame Entscheidung einer Mehrheit im Politbüro – kein Einsatz von Militärstärke. Es gab ja schon die Ereignisse in Ungarn und in der Tschechoslowakei. Das war eine bittere Erfahrung. Natürlich haben wir es nicht für nötig und möglich gehalten, Gewalt in Deutschland anzuwenden."

"Das Ganze politische System der DDR scheint in Gefahr. Trotzdem wird auch beim Treffen mit der DDR-Führung nicht über einen möglichen Militäreinsatz gesprochen.

In Westberlin dagegen macht man sich Sorgen. Valentin Falin ist damals Chef der Internationalen Abteilung des ZK und begleitet Gorbatschow.

Falin: "Kurz vor Gorbatschows Besuch in der DDR traf ich mich mit dem Regierenden Bürgermeister Westberlins Walter Momper. Er fragte mich, was unsere Militärs tun würden, wenn die Entwicklung in der DDR außer Kontrolle gerät? Ich sagte ihm: Wenn keine Waffen gegen unsere Garnisonen und unsere Truppen verwendet würden, werden sie in den Kasernen bleiben."

Diese Einstellung Moskaus ist auch dem Armeegeneral Snetkow in Wünsdorf bekannt. Wenige Tage nachdem Gorbatschow aus Berlin abgereist ist, spricht er mit Fritz Streletz – damals Stellvertretender Verteidigungsminister der DDR. Streletz bittet Snetkow ein Manöver abzusagen, um die angespannte Lage nicht zusätzlich zu provozieren. Der Oberkommandierende in Wünsdorf ist einverstanden. Später behauptet Streletz, dass Snetkow ihm auch Hilfe versprochen habe. Zitat:

"Wenn die Nationale Volksarmee Hilfe, Unterstützung benötigt, die Gruppe ist bereit, ihren Waffenbrüdern der NVA jegliche Hilfe zuteil werden zu lassen."

Dies hätte bedeutet, dass der sowjetische General bereit war, gegen den Willen Gorbatschows zu handeln.
Der Militärhistoriker Alexander Furs bestreitet das.

Furs: "Ich glaube, dass Snetkow so etwas nicht hätte sagen können. Vielleicht in einer anderen Form würde die Hilfe zugeteilt, aber keine militärische Hilfe."

Die DDR-Führung will eine solche Hilfe offenbar sowieso nicht. Nachdem Honecker gestürzt ist, reist sein Nachfolger Krenz am 1. November 1989 nach Moskau. Er bittet dort um politische Unterstützung, Militärfragen werden nicht diskutiert.

Wenige Tage zuvor hat Gorbatschows Pressesprecher in Helsinki die Breschnew-Doktrin zum ersten Mal öffentlich für tot erklärt. Er nennt die neue Haltung des Kreml "Sinatra-Doktrin". Sie besagt im Kern: Staaten des Ostblocks dürfen eigene Wege gegen, ohne die Angst zu haben, dass Moskau Panzer schicken würde."
http://www.deutschlandradiokultur.de/ble...icle_id=156890




Mal einen Hinweis. Furs wird doch überschätzt.

Und Schewardnadse sollte mal bei den Tatsachen bleiben. Er - Schewardnadse - hatte der Gruppe in der DDR überhaupt nichts zu befehlen. Auch der Botschafter der UdSSR in der DDR nicht. Der Gruppe konnten zwei Personen etwas befehlen, das war der Verteidigungsminister der UdSSR und der Chef des Generalstabes .


zuletzt bearbeitet 10.09.2014 19:46 | nach oben springen

#102

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:48
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Der Botschafter der UdSSR in der DDR war der "Hohe Kommissar" der Siegermacht UdSSR. Der oberste Boss. Der konnte allen Deutschen in seiner Zone durchaus alles befehlen, insbesondere seinen Genossen. So wie umgekehrt auch die Botschafter der Westmächte in Bonn. Schon mal was von Siegerrecht gehört? Bedingungslose Kapitulation 45?


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.09.2014 19:50 | nach oben springen

#103

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:50
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #102
Der Botschafter der UdSSR in der DDR war der "Hohe Kommissar" der Siegermacht UdSSR. Der oberste Boss. Der konnte allen Deutschen in seiner Zone durchaus alles befehlen, insbesondere seinen Genossen.


Der hatte der Gruppe überhaupt nichts zu befehlen.


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#104

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:52
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Nein-doch bringt es nicht. Mach Dich schlau, welche Macht die Siegermächte hatten.


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#105

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:56
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #97
Seit wann haben Militärs was mit Demonstrationen zu tun?


In diesem Jahrhundert wohl spätestens seit 1905, 1917, 1918 etc. und selbst NATO Staaten haben schon Demonstranten niederwalzen lassen.


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#106

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:56
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #104
Nein-doch bringt es nicht. Mach Dich schlau, welche Macht die Siegermächte hatten.


Dann schreiben wir ab heute die Geschichte der Befehlsgebung der sowjetischen Streitkräfte neu.


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#107

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 20:00
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #42
Ein Zeitzeugebericht gespickt mit Details. Ich staune, wie schnell jeder für sich ein Urteil fällt. Schon alleine die Namen der Beteiligten , die der Zeitzeuge erwähnt, kostet Zeit denen auf die Spur zu gehen. Wolfgang Herger zum Beispiel hat sich nach der Wende nicht zu Wort gemeldet, der aber glaube in diesen Tagen Tagebuch geführt haben soll. Herger war zum Bispiel kein Politbüromitglied - erst im Novemder 1989 für ein paar Tage.

Aber macht mal. Haut euch die Köppe ein, statt dem Text auf die Spur zu gehen. Den einen interessiert es, den anderen nicht. Bei mir hat er jedenfalls Erinnerungen ausgelöst - aus der Zeit von 1989 und unzähligen späteren Berichten und Dokus über die Zeit. Ein weiterer Puzzlstein für ein Bild aus jenen Tagen.

LG von der Moskwitschka




Hallo @Moskwitschka ,

Dein Glaube trügt nicht. Er hat in der Tat ein Tagebuch geführt.

Du meinst doch bestimmt dieses Tagebuch:

http://www.mdr.de/damals/archiv/artikel90776.html

Viele Grüße,

Kurt


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#108

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 20:45
von Vogtländer (gelöscht)
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Danke @Kurt,endlich mal wieder Sachlichkeit!


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#109

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 22:42
von Gelöschtes Mitglied
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Nun habe ich mir soeben mindestens 3 Seiten in diesen Thread hoch und runter gelesen. Hoch interessant von Pro und Contra.

Jetzt nach 25Jahren Mauerfall darf doch die Frage gestellt werden, wer war oder wer ist für 40Jahre DDR=gleich Schlamassel verantwortlich.

Das waren die Regierenden und die haben 1960 auch den Nationalen Verteidigungsrat unter strenger Geheimhaltung gegründet. Die Namen der Mitglieder des NVR wurden – mit Ausnahme des Namens des Vorsitzenden und des Sekretärs – niemals bekannt gegeben. Diesem NVR gehörte aber auch F. Strelitz an. Will er von allen nichts gewusst haben.
Soll nun der Name Verteidigungsrat auseinander genommen werden, über Funktion, Arbeit und Befehlen? Nein, das würde zu weit führen und außerdem bin ich auch nicht in der Lage.

Wer die Demarkationslinie, sprich Mauer oder Grenze aufgebaut hat und immer weiter vervollständigt hat, um seinen flüchteten Menschen den Weg zu versperren, der ist auch mit verantwortlich, dass diese Menschen hinter Schloss und Riegel kamen. Diese Riegel der Stasi-Gefängnisse in vielen Orten.

Soll das ohne Wissen vom NVR gewesen sein. Ich kann und möchte es nicht glauben.

Sollen die Verantwortungsträger nur Ulbricht, Honecker und Krenz gewesen sein. Strelitz ist 1971 als Sekretär in das Gremium berufen. Ein Gremium, welches geheim war, soll oder will er von vielen nicht gewusst haben?. Klar, Honecker stand über ihm, aber als Sekretär ist man über vieles informiert.
Dieser Strelitz möchte sich heute rechtfertigen, dass er vieles nicht gewusst hat.
Nein und noch mal nein, diese Deutschen, diese Wendehälse.

Soll er doch mit der Pensionskasse oder Rentenkasse einen Deal veranstalten und alles auspacken, vielleicht bekommt dann Altersruhegeld, was über den, eines Unteroffiziers liegt.


Hapedi und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#110

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 22:50
von passport | 2.626 Beiträge

@Bahndamm 68

Was hat GO Streletz nicht gewusst ?

Das es Grensicherungsanlagen gab ?

Es geht eigentlich über Entscheidungen und Befehle über die Situation in Leipzig und die am 09.11.1989. Also bitte nichts falsches hineininterpretieren.

F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

passport


zuletzt bearbeitet 10.09.2014 23:02 | nach oben springen

#111

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 23:00
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von passport im Beitrag #110
@Bahndamm 68

Was hat GO Streletz nicht gewusst ?

Das es Grensicherungsanlagen gab ?

passport

Das Thema ist Verantwortung übernehmen und dazu stehen.


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#112

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 23:05
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von Bahndamm 68 im Beitrag #111
Zitat von passport im Beitrag #110
@Bahndamm 68

Was hat GO Streletz nicht gewusst ?

Das es Grensicherungsanlagen gab ?

passport

Das Thema ist Verantwortung übernehmen und dazu stehen.




In welcher Beziehung? Bezugnehmend auf den eingestestellten Beitrag !


passport


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#113

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 23:11
von Uffz.JoMu (gelöscht)
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Zitat von Bahndamm 68 im Beitrag #111
Zitat von passport im Beitrag #110
@Bahndamm 68

Was hat GO Streletz nicht gewusst ?

Das es Grensicherungsanlagen gab ?

passport

Das Thema ist Verantwortung übernehmen und dazu stehen.

Nee das Thema ist: Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#114

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 23:16
von Gelöschtes Mitglied
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Wie ist denn die Aussage von Streletz unter Berücksichtigung der Aussagen des Buches "Die verratene Armee" zu werten? Ich habe es selber noch nicht gelesen, es wurde mir aber in Garzau ans Herz gelegt.


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#115

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 23:30
von Moskwitschka (gelöscht)
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Hier mal eine ausführliche Darstellung aus dem Jahr 1994 von Oberst a. D. Prof. Dr. sc. Wilfried Hanisch

Die NVA während der zugespitzten Krise in der DDR im Herbst 1989. Wende, Vereinigungsprozeß und Rolle der NVA

(Vortrag beim wissenschaftlichen Seminar „Die Nationale Volksarmee im Kalten Krieg“ der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung am 13.-15. Juni 1994)

Um zu verhindern, daß die Formulierung meines Themas Erwartungen weckt, denen ich beim besten Willen nicht gerecht werden kann, muß ich zwei Bemerkungenvoranschicken:

1. Da der unmittelbare Gegenstand unseres Seminars das Handeln der NVA in Krisen- und Konfliktsituationen betrifft, beschränkte sich mein Thema zunächst auf den ersten Teil - die Krise im Herbst 1989. Da jener Zeit tiefe Umbrüche nachfolgten - nicht nur in der Gesellschaft schlechthin, sondern auch in der NVA bis hin zu ihrem Ende, konnten und wollten wir das nicht im Raum stehen lassen. Das Thema wurde erweitert, natürlich mit der kaum e rfüllbaren Konsequenz, noch weiter zu straffen.

2. Da es sich um den allerjüngsten Geschichtsabschnitt handelt - also um eigentlich noch gar nicht so vollständig „geronnene Politik'“, ist der Zugang zu soliden Quellen oft noch kompliziert oder gar nicht möglich, ist die Arbeit zur sachlichen Erforschung noch arg am Anfang und sind sichere Wertungen auf einer solchen Ausgangsbasis kaum möglich - es sei denn, man arbeitet wie jene auch im Archiv angetroffenen Herren - zumeist Journalisten - die lediglich Fakten für vorherschon längst feststehende Wertungen suchten.


http://www.aggi-info.de/SB_IH/fileadmin/...and/Art.3.5.pdf

Die Karl-Theodor-Molinari-Stiftung e. V. (KTMS; vielfach auch nur als Molinari-Stiftung bezeichnet) ist das Bildungswerk des Deutschen Bundeswehrverbandes (DBwV). Sie wurde am 19. Dezember 1988 in Bonn gegründet. Die Tochter des DBwV ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein.[1] Die Bezeichnung Karl-Theodor-Molinari-Stiftung geht auf Generalmajor a. D. Karl-Theodor Molinari (1919–1993), Gründungsmitglied und erster Bundesvorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbandes, zurück.

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Theodor-Molinari-Stiftung

Ich finde das Thema viel zu interessant, als sich auf die Haltungen einzelner damaliger Führungskräfte zu konzentrieren. Zumal mir als Zvilistin sich die Persönlichkeit eines Militärangehörigen nie ganz erschließen wird.

LG von der Moskwitschka


Schuddelkind, Rainman2 und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.09.2014 23:32 | nach oben springen

#116

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 18:21
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Bahndamm 68 im Beitrag #109
Nun habe ich mir soeben mindestens 3 Seiten in diesen Thread hoch und runter gelesen. Hoch interessant von Pro und Contra.

Jetzt nach 25Jahren Mauerfall darf doch die Frage gestellt werden, wer war oder wer ist für 40Jahre DDR=gleich Schlamassel verantwortlich.

Das waren die Regierenden und die haben 1960 auch den Nationalen Verteidigungsrat unter strenger Geheimhaltung gegründet. Die Namen der Mitglieder des NVR wurden – mit Ausnahme des Namens des Vorsitzenden und des Sekretärs – niemals bekannt gegeben. Diesem NVR gehörte aber auch F. Strelitz an. Will er von allen nichts gewusst haben.
Soll nun der Name Verteidigungsrat auseinander genommen werden, über Funktion, Arbeit und Befehlen? Nein, das würde zu weit führen und außerdem bin ich auch nicht in der Lage.

Wer die Demarkationslinie, sprich Mauer oder Grenze aufgebaut hat und immer weiter vervollständigt hat, um seinen flüchteten Menschen den Weg zu versperren, der ist auch mit verantwortlich, dass diese Menschen hinter Schloss und Riegel kamen. Diese Riegel der Stasi-Gefängnisse in vielen Orten.

Soll das ohne Wissen vom NVR gewesen sein. Ich kann und möchte es nicht glauben.

Sollen die Verantwortungsträger nur Ulbricht, Honecker und Krenz gewesen sein. Strelitz ist 1971 als Sekretär in das Gremium berufen. Ein Gremium, welches geheim war, soll oder will er von vielen nicht gewusst haben?. Klar, Honecker stand über ihm, aber als Sekretär ist man über vieles informiert.
Dieser Strelitz möchte sich heute rechtfertigen, dass er vieles nicht gewusst hat.
Nein und noch mal nein, diese Deutschen, diese Wendehälse.

Soll er doch mit der Pensionskasse oder Rentenkasse einen Deal veranstalten und alles auspacken, vielleicht bekommt dann Altersruhegeld, was über den, eines Unteroffiziers liegt.




Streletz ist bestimmt kein Wendehals. Da würden mir andere Namen einfallen. Es geht auch nicht um Rechtfertigung, sondern um Darstellung der Ereignisse. Du kannst ja gern schreiben, was am Inhalt nicht korrekt ist. Und mit seiner Rente kommt er auch hin, obwohl er auch heute noch jeden Monat eine dreistellige Summe in die Staatskasse als Gerichtskosten einzahlt.


zuletzt bearbeitet 11.09.2014 18:23 | nach oben springen

#117

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 18:36
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Wendehals muss er ja auch nicht sein! Aber etwas Einsicht, als Mitverantwortlicher der DDR-Diktatur, könnte er schon zeigen! Aber Uneinsichtige , wird es wohl immer geben!
Grüsse steffen52


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#118

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 18:39
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #117
Wendehals muss er ja auch nicht sein! Aber etwas Einsicht, als Mitverantwortlicher der DDR-Diktatur, könnte er schon zeigen! Aber Uneinsichtige , wird es wohl immer geben!
Grüsse steffen52


Streletz hat immer zu seiner Verantwortung gestanden. Auch vor Gericht, bei fast 70 Verhandlungstagen gegen ihn.


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#119

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 18:53
von josy95 | 4.915 Beiträge

Es ist recht "harter Tabak" vom Umfang her, sich alles durchzulesen und auf der Zunge zegehen zu lassen.
Rückblickend in das Jahr 1989, aber besonders auf die Wirren der Wende, wo sich Ereignisse und aktuelle "Lagen" in oft zeitlich unüberschaubarer und schier unbegreiflicher Geschwindigkeit von Tag zu Tag, bald von Stunde zu Stunde änderten.

@werner bzw. @Alfred , Euch herzlichen Dank, das Ihr diese Dokumentation eingestellt habt.

An Hand des großen Imnteresses und der Vielzahl der Beiträge dazu, die binnen kürzester Zeit zusammenkamen, kann man schon das große emotionale Interssse vieler User daran erkennen.

Wobei ich ausdrücklich betone, das m. Ea. eine gewisse Selbstdarstellung und Herausredungsmentalität durch den Herrn F. Streletz unüberlesbar ist. Das ist eine rein menschlicheReaktion, die ich wiederum nicht verurteile.
Vom Grundsatz her sind für mich die Darstellungen durchaus fundiert und glaubhaft. Fehlen werden mit Sicherheit die vielen kleinen (und vielleicht auch größeren) Episoden, Wortgefechte und verbalen Scharmürtzel die sich hinter verschlossenen Türen und außerhalb der offiziellen Protokolle und Befehle abgespielt haben.
Die aber bestimmt nicht ungewichtig waren und sind.
Vielleicht äußert sich ein Herr F. Streletz dazu später noch einmal.

Wäre echt interessant, z. Bsp. das konkrete Verhalten, getätigte Äußerungen, vielleicht aber auch den einen oder anderen Ausraster, Beschimpfungen oder gar Drohungen gerade der Betonköpfe um E. Honecker wie E. Mielke, M. Honnecker, W. Stoph, G. Mittag aber auch E. Krenz und anderer im Detail zu erfahren. Einfach das, was hinter verschlossenen Türen lief. Auch wenn es nur Einzelheiten sind, alles wird niemals jemand preisgeben - auch eine wohl durchaus verständliche Logik.

@Alfred , vielleicht kannst Du oder andere damalige Insider aus den höheren Führungsetagen von NVA, GT, MfS und VP mit geziehten Zitaten, Linktips jetzt schon weiterhelfen?

@Moskwitschka , Dir auch lieben Dank für die Vervollständigung mit Deinem super ergänzenden Beitrag "Hier mal eine ausführliche Darstellung aus dem Jahr 1994 von Oberst a. D. Prof. Dr. sc. Wilfried Hanisch".
Der das Ganze abrundet und in einem doch wesentlich objektiveren Licht im Gegensatz zu einer gewissen Selbstdarstellungs- und Rechtfertigungsmentalität,aber auch bewupßten und unbewußten Geschichtsverfälschermentalität erscheinen läßt.

Mein Grundtenor: Es ist selbst 25 Jahre danach immer noch als Glück der Menschen in Ost und West auch über die Grenzen Deutschlands hinaus zu bewerten, das alles ohne Blutvergießen abgelaufen ist und auf allen Seiten besonnene, in der Mehrheit kluge und weiter blickende Köpfe gehandelt und sich gegnüber Hardlinern auch durchgestzt haben.

@Alfred ,hierzu zähle ich trotz einiger, aber eher geringer Zweifel, in erster Linie und zu Deiner Beruhigung, auch Deinen Freund F. Streletz.

(Kannst Du ihm gern ausrichten - bitte mit persönlichem Gruß von mir! Hab unter ihm als Chef des ehem. MB 5 Neubrandenburg als Gwd-ler von 1978 bis 1980 in Havelberg gedient, hoppla, dienen müssen. Ihn persönlich 1979 bei einer großen Übung an der Elbe kurz selbst per dem üblichen obligatorischen Händeschütteln und als nicht abgehobenen Offizier der NVA kennengelernt...)

War aber 1989 auch auf der Straße und hab mit meiner nicht gerade leisen Stimme "Wir sind das Volk!" gerufen!

Aber nur diese Parole...


Und darauf bin ich heute noch stolz!

In diesem Sinne:

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 11.09.2014 18:54 | nach oben springen

#120

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 11.09.2014 18:56
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Nur mal eine Zusatzinfo aus diesem Forum:

Das Verhalten des Fritz Streletz alias IM Birnbaum


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