#81

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 18:51
von damals wars | 12.172 Beiträge

wie bitte:

Die Mauer schützte die SED vor der Abstimmung mit den Füßen.

Schützte sie nicht,sonst würden wir hier nicht schreiben.

Alter Beamtentrick, mal ein bisschen mitlesen. So ein zwei Beiträge vorweg.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 10.09.2014 19:10 | nach oben springen

#82

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 18:53
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #81
Schützte sie nicht,sonst würden wir hier nicht schreiben.

häh ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#83

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 18:57
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #63
Zitat von Gert im Beitrag #58
Zitat von Bahndamm 68 im Beitrag #48
Nachfolgend ein Link http://www.grenztruppen-der-ddr.de/index...ther&other_id=5, Brief aus dem Moabiter Gefängnis von Generalmajor a.D. F. Strelitz.
Anschließend in die Tasche greifen und Geld spenden. Überweisungen geht nicht, da keine Kontonummer angegeben ist.
Mein kurzer Kommentar dazu,
Generalmajor a.D. F. Strelitz kennt nach sein eigenen Worten das Untersuchungsgefängnis Moabit, er kennt aber mit Sicherheit keines der vielen Stasi-Gefängnisse, sonst hätte er nicht so geschrieben.


@Bahndamm 68 habe mit großem Interesse den Link gelesen in dem der General Strelitz seine Erfahrung in der Uhaft schildert. Ich war nie in einem Gefängnis als Insasse, aber ich war 2 x in HSH, in dem berüchtigten Gefängnis , das der General mit zu verantworten hatte in seiner Eigenschaft als hoher Militär in der DDR. Und als ich seine Schilderungen las, glaubte ich mich zurückversetzt in die Führung durch das U-Gefängnis in Berlin HSH, es war fast genau so. Ich spürt eine gewisse Genugtung, das er das noch erleben durfte.


Gert,

was hatte denn Streletz mit den entsprechenden U - Haftanstalten des MfS zu schaffen ? Nichts. Streletz hatte Funktionen im Rahmen der NVA, des WV und des NVR. Aber dies ist ja jetzt nicht das Thema.
Übrigens wurde Streletz mal gebeten einen Artikel zu Moabit zu schreiben, dies war nicht seine Idee , sondern er kam einer Bitte nach. Und über 2 Jahre U .- Haft in Moabit sind ja nicht zu verachten. Wer saß denn eine ähnliche Zeit in der U - Haft des MfS ? Dies dürften wohl - wenn überhaupt - nur sehr wenige Fälle gewesen sein.


Nun ja, nicht direkt, so war das auch nicht gemeint. Ich sehe es so, dass er ein sehr hoch angesiedelter Militär war und natürlich auch Einfluss und Verantwortung für den Sicherheitsapparat hatte. Oder war Mielkes Ministerium eine Privatparty von Mielke ? (was mich sehr wundern würde )


.
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#84

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 18:57
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von damals wars im Beitrag #81
Schützte sie nicht,sonst würden wir hier nicht schreiben.

So hat halt jeder seine Auffassung von dem( sozialistischen Schutzwall) Mauer! Würde sie noch stehen, dann hättest Du auch keine Zeit etwas zuschreiben, den Du müsstes Deine Zeit im Schlange stehen verbringen, wegen einen Kanten Brot!
Grüsse steffen52


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#85

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 18:58
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Gert im Beitrag #82
Zitat von damals wars im Beitrag #81
Schützte sie nicht,sonst würden wir hier nicht schreiben.

häh ?

Gert, muss man nicht verstehen!
Grüsse steffen52


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#86

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 18:59
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Dann würden wir uns jetzt in Bautzen von Angesicht zu Angesicht unterhalten und der Genosse Streletz müsste nicht so verbittert sein.


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#87

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:05
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #84
Zitat von damals wars im Beitrag #81
Schützte sie nicht,sonst würden wir hier nicht schreiben.

So hat halt jeder seine Auffassung von dem( sozialistischen Schutzwall) Mauer! Würde sie noch stehen, dann hättest Du auch keine Zeit etwas zuschreiben, den Du müsstes Deine Zeit im Schlange stehen verbringen, wegen einen Kanten Brot!
Grüsse steffen52


Anstehen wegen Brot?


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#88

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:06
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #83
Zitat von Alfred im Beitrag #63
Zitat von Gert im Beitrag #58
Zitat von Bahndamm 68 im Beitrag #48
Nachfolgend ein Link http://www.grenztruppen-der-ddr.de/index...ther&other_id=5, Brief aus dem Moabiter Gefängnis von Generalmajor a.D. F. Strelitz.
Anschließend in die Tasche greifen und Geld spenden. Überweisungen geht nicht, da keine Kontonummer angegeben ist.
Mein kurzer Kommentar dazu,
Generalmajor a.D. F. Strelitz kennt nach sein eigenen Worten das Untersuchungsgefängnis Moabit, er kennt aber mit Sicherheit keines der vielen Stasi-Gefängnisse, sonst hätte er nicht so geschrieben.


@Bahndamm 68 habe mit großem Interesse den Link gelesen in dem der General Strelitz seine Erfahrung in der Uhaft schildert. Ich war nie in einem Gefängnis als Insasse, aber ich war 2 x in HSH, in dem berüchtigten Gefängnis , das der General mit zu verantworten hatte in seiner Eigenschaft als hoher Militär in der DDR. Und als ich seine Schilderungen las, glaubte ich mich zurückversetzt in die Führung durch das U-Gefängnis in Berlin HSH, es war fast genau so. Ich spürt eine gewisse Genugtung, das er das noch erleben durfte.


Gert,

was hatte denn Streletz mit den entsprechenden U - Haftanstalten des MfS zu schaffen ? Nichts. Streletz hatte Funktionen im Rahmen der NVA, des WV und des NVR. Aber dies ist ja jetzt nicht das Thema.
Übrigens wurde Streletz mal gebeten einen Artikel zu Moabit zu schreiben, dies war nicht seine Idee , sondern er kam einer Bitte nach. Und über 2 Jahre U .- Haft in Moabit sind ja nicht zu verachten. Wer saß denn eine ähnliche Zeit in der U - Haft des MfS ? Dies dürften wohl - wenn überhaupt - nur sehr wenige Fälle gewesen sein.


Nun ja, nicht direkt, so war das auch nicht gemeint. Ich sehe es so, dass er ein sehr hoch angesiedelter Militär war und natürlich auch Einfluss und Verantwortung für den Sicherheitsapparat hatte. Oder war Mielkes Ministerium eine Privatparty von Mielke ? (was mich sehr wundern würde )




Gert,

Du solltest dich vielleicht mal mit bestimmten Abläufen beschäftigen.
Streletz konnte Mielke überhaupt nichts befehlen o.ä. genau wie dies dem Minister Keßler nicht möglich war.


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#89

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:07
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #86
Dann würden wir uns jetzt in Bautzen von Angesicht zu Angesicht unterhalten und der Genosse Streletz müsste nicht so verbittert sein.



Verbittert ?

Er schildert doch nur seine Sicht der Dinge.


skbw hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#90

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:12
von damals wars | 12.172 Beiträge

Einige sind verbittert, weil es so friedlich abgelaufen ist, die Hubertusknaben halt.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
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#91

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:15
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Alfred im Beitrag #89
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #86
Dann würden wir uns jetzt in Bautzen von Angesicht zu Angesicht unterhalten und der Genosse Streletz müsste nicht so verbittert sein.



Verbittert ?

Er schildert doch nur seine Sicht der Dinge.

Bitte, schreibe aus der heutigen Sicht der Dinge! Dabei will er doch als der gute General dastehen ! Immer schön sich ins reine bringen, schrieb schon mal, das haben die von 1945( Generäle) auch so getan, keiner hatte Schuld, bin nur Befehlsempfänger gewesen! Wen der Befehl erhalten hätte! Was hätte er getan! Ich lasse es im Raum stehen, sonst kommen bloß wieder Fragen, wo man denken muss, es fragen Schulkinder!
Grüsse steffen52


Harzwanderer und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#92

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:19
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #91
Zitat von Alfred im Beitrag #89
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #86
Dann würden wir uns jetzt in Bautzen von Angesicht zu Angesicht unterhalten und der Genosse Streletz müsste nicht so verbittert sein.



Verbittert ?

Er schildert doch nur seine Sicht der Dinge.

Bitte, schreibe aus der heutigen Sicht der Dinge! Dabei will er doch als der gute General dastehen ! Immer schön sich ins reine bringen, schrieb schon mal, das haben die von 1945( Generäle) auch so getan, keiner hatte Schuld, bin nur Befehlsempfänger gewesen! Wen der Befehl erhalten hätte! Was hätte er getan! Ich lasse es im Raum stehen, sonst kommen bloß wieder Fragen, wo man denken muss, es fragen Schulkinder!
Grüsse steffen52


So hat er dies auch schon nach 1990 geschildert. Nicht erst seit "heute" . Er betont immer, dass er zu seinen Weisungen / Befehlen steht.


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#93

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:20
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von damals wars im Beitrag #90
Einige sind verbittert, weil es so friedlich abgelaufen ist, die Hubertusknaben halt.

Aber ansonsten geht es Dir gut? Oder hast Du was genommen? Keiner von denen die nicht Deiner Meinung sind, wollten nichts anderes, als das alles friedlich und ohne Blut vergießen ab ging! Merkst Du es noch!
Grüsse steffen52


matloh und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.09.2014 19:24 | nach oben springen

#94

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:20
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Zitat
So hat er dies auch schon nach 1990 geschildert. Nicht erst seit "heute" . Er betont immer, dass er zu seinen Weisungen / Befehlen steht.



Dann dürfte er aber nicht so gegen "Schabowskis" Grenzöffnung wettern?


zuletzt bearbeitet 10.09.2014 19:21 | nach oben springen

#95

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:22
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von steffen52 im Beitrag #93
Zitat von damals wars im Beitrag #90
Einige sind verbittert, weil es so friedlich abgelaufen ist, die Hubertusknaben halt.

Aber ansonsten geht es Dir gut? Oder hast Du was genommen? Keiner von denen die nicht Deiner Meinung sind, wollten nichts anderes, als das alles friedlich und ohne Blut vergießen ab ging! Merkst Du es noch!
Grüsse steffen52


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#96

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:23
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Gert im Beitrag #83

Nun ja, nicht direkt, so war das auch nicht gemeint. Ich sehe es so, dass er ein sehr hoch angesiedelter Militär war und natürlich auch Einfluss und Verantwortung für den Sicherheitsapparat hatte. Oder war Mielkes Ministerium eine Privatparty von Mielke ? (was mich sehr wundern würde )




Seit wann haben Militärs was mit der Justiz zu schaffen? Kann ich mir nicht vorstellen, ich kenne zwar die DDR nicht wirklich dafür aber die deutsche Bürokratie und Regelungswut und die beinhaltet auch klar festgeschriebene Verantwortungsbereiche. Höchstens Schwedt hätte sich wohl angeboten und da hätte er sich dann noch nicht einmal beschweren dürfen.


zuletzt bearbeitet 10.09.2014 19:25 | nach oben springen

#97

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:28
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Seit wann haben Militärs was mit Demonstrationen zu tun?


Gert, matloh und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#98

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:30
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #94

Zitat
So hat er dies auch schon nach 1990 geschildert. Nicht erst seit "heute" . Er betont immer, dass er zu seinen Weisungen / Befehlen steht.


Dann dürfte er aber nicht so gegen "Schabowskis" Grenzöffnung wettern?



Und wieso nicht ?

Ich hatte es doch schon geschrieben. Schabowski war nicht Herr XY und kannte sich mit dem Grenzregime gut aus. Auch als Chef des "Neuen Deutschland " war er mit den Medien und entsprechenden Redewendungen vertraut.


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#99

RE: F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:35
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #70


1. Es ist anzuzweifeln das dieser Satz : "die Kasernen nicht zu verlassen, was auch immer geschehen möge" ein Befehl war. So ein Wortlaut bzw. Satzzusammenstellung ist für eine DA oder Befehl nicht typisch. Es ist keine keine stabsmäßige Handschrift zu erkennen die den Militärs eigen sind.

2. Ende August soll dieser angebliche Befehl erteilt worden sein ? Warum zu diesen Zeitpunkt ? Die großen Demonstrationen begannen ja erst Anfang Oktober 1989 ! Saßen da Hellseher im Kreml ?


passport


Zu1: "Bis heute wurden keine schriftlichen Belege eines solchen Befehls bekannt. Dafür spricht auch die damalige Praxis, wichtige Entscheidungen meistens telefonisch mitzuteilen. "
"Wer und wann den entscheidenden Befehl gegeben hat, sich militärisch nicht einzumischen, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. In einigen Quellen ist zu lesen, der damalige sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse habe bereits im August 1989 angeordnet, dass die "Westgruppe der Truppen" in ihren Kasernen bleiben soll – egal, was passiert. "Alles Quatsch", sagt Igor Maximytschew, damals Gesandter bei der UdSSR-Botschaft in Ostberlin.

Maximytschew: ""Einen solchen Befehl gab es nicht, weil es nicht notwendig war."

Schewardnadse selbst erinnert sich:

Schewardnadse: "Es gab eine gemeinsame Entscheidung einer Mehrheit im Politbüro – kein Einsatz von Militärstärke. Es gab ja schon die Ereignisse in Ungarn und in der Tschechoslowakei. Das war eine bittere Erfahrung. Natürlich haben wir es nicht für nötig und möglich gehalten, Gewalt in Deutschland anzuwenden."

"Das Ganze politische System der DDR scheint in Gefahr. Trotzdem wird auch beim Treffen mit der DDR-Führung nicht über einen möglichen Militäreinsatz gesprochen.

In Westberlin dagegen macht man sich Sorgen. Valentin Falin ist damals Chef der Internationalen Abteilung des ZK und begleitet Gorbatschow.

Falin: "Kurz vor Gorbatschows Besuch in der DDR traf ich mich mit dem Regierenden Bürgermeister Westberlins Walter Momper. Er fragte mich, was unsere Militärs tun würden, wenn die Entwicklung in der DDR außer Kontrolle gerät? Ich sagte ihm: Wenn keine Waffen gegen unsere Garnisonen und unsere Truppen verwendet würden, werden sie in den Kasernen bleiben."

Diese Einstellung Moskaus ist auch dem Armeegeneral Snetkow in Wünsdorf bekannt. Wenige Tage nachdem Gorbatschow aus Berlin abgereist ist, spricht er mit Fritz Streletz – damals Stellvertretender Verteidigungsminister der DDR. Streletz bittet Snetkow ein Manöver abzusagen, um die angespannte Lage nicht zusätzlich zu provozieren. Der Oberkommandierende in Wünsdorf ist einverstanden. Später behauptet Streletz, dass Snetkow ihm auch Hilfe versprochen habe. Zitat:

"Wenn die Nationale Volksarmee Hilfe, Unterstützung benötigt, die Gruppe ist bereit, ihren Waffenbrüdern der NVA jegliche Hilfe zuteil werden zu lassen."

Dies hätte bedeutet, dass der sowjetische General bereit war, gegen den Willen Gorbatschows zu handeln.
Der Militärhistoriker Alexander Furs bestreitet das.

Furs: "Ich glaube, dass Snetkow so etwas nicht hätte sagen können. Vielleicht in einer anderen Form würde die Hilfe zugeteilt, aber keine militärische Hilfe."

Die DDR-Führung will eine solche Hilfe offenbar sowieso nicht. Nachdem Honecker gestürzt ist, reist sein Nachfolger Krenz am 1. November 1989 nach Moskau. Er bittet dort um politische Unterstützung, Militärfragen werden nicht diskutiert.

Wenige Tage zuvor hat Gorbatschows Pressesprecher in Helsinki die Breschnew-Doktrin zum ersten Mal öffentlich für tot erklärt. Er nennt die neue Haltung des Kreml "Sinatra-Doktrin". Sie besagt im Kern: Staaten des Ostblocks dürfen eigene Wege gegen, ohne die Angst zu haben, dass Moskau Panzer schicken würde."
http://www.deutschlandradiokultur.de/ble...icle_id=156890


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 10.09.2014 19:37 | nach oben springen

#100

RE: F. Streletz - Der Arme

in Das Ende der DDR 10.09.2014 19:36
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Alfred im Beitrag #98
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #94

Zitat
So hat er dies auch schon nach 1990 geschildert. Nicht erst seit "heute" . Er betont immer, dass er zu seinen Weisungen / Befehlen steht.


Dann dürfte er aber nicht so gegen "Schabowskis" Grenzöffnung wettern?


Und wieso nicht ?

Ich hatte es doch schon geschrieben. Schabowski war nicht Herr XY und kannte sich mit dem Grenzregime gut aus. Auch als Chef des "Neuen Deutschland " war er mit den Medien und entsprechenden Redewendungen vertraut.


Alfred, wer hat nun die Schuld? Der Schabowski, der den Zettel vor gelesen hat oder der Krenz, der ihn einfach so zu gesteckt hat? Beide schieben die Schuld sich gegenseitig zu! Wissen können es nur die Beiden und nicht wir Laienkünstler hier im Forum!
Grüsse steffen52


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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