#21

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 13:14
von Hapedi | 1.875 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #20
Zum Rummel konnte ich als Kind mit 5 Alus gehen.das teuerste war Auto-Scooter 0,50.Also 2 Alus aufgehoben und 4x gefahren.Kettenkarussel 0,25. u.s.w. Heute muss ich meinen 2 Enkeln schon einen Hunni geben,und die Platzrunde schaffen sie trotzdem nicht




Mit 5 ALUS ins Bierzelt hatte auch was

gruß Hapedi



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#22

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 13:17
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

Na klar Peter,das waren 12 Glas Bier,und da konnteste noch 20 Pf.Trinkgeld geben


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#23

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 13:36
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Gab es überhaupt auf Kleinmessen oder Rummelplätzen; den Begriff 'Kirmes' gab es nicht so richtig in der DDR glaub ich; ein oder mehrere Bierzelte?
Als Kind und Jung-Jugendlicher hat mich das sowieso weniger tangiert, wenn dann gab es wohl an diversen Imbisständen/Buden auch mal Flaschenbier.
Aber gezapftes Bier, keine Erinnerung daran.

Auf den Weihnachtsmärkten gab es neben Glühwein auch noch diverse andere Alkoholika der stärkeren Sorte.
Einmal brauchte ich nach einer Riesenradfahrt, mal wieder die beliebte Schnellfahrt, und in unserer Gondel war die "Gewichtsverteilung" denkbar unglücklich. Wir zwei jung und schlank und Gegenüber nahmen zwei recht proppere Damen Platz. sie quetschen sich regelrecht in die kleine Sitzbank und hatten dadurch den "Vorteil" eingeklemmt zu sein.
Bei diesen sehr schnellen Drehungen schaukelte sich unsere Gondel so auf das sie auf der 90 Grad-Ebene ebenfalls gut 90 Grad nach außen stand.
Wer diese kleinen Riesenräder kennt und die Gondeln kann sich bestimmt vorstellen das dies nicht besonders prickelnd war.

Während des Schützenfestes in Hannover in den Neunzigern bin ich mit jedem dieser Höllenmaschinen gefahren.
Meine Kollegen damals waren nicht für Geld und gute Worte zu bewegen sich in eines dieser Fahrgeschäfte zu begeben.
Schlecht wurde ihnen als solch ein Ding stehenblieb, ich saß drinne und hing in cirka 30 Meter Höhe mit dem Kopf nach unten in der Gondel.
Wir waren aber alle sehr gut fixiert, rausfallen war fast unmöglich.
Zum Glück hingen wir nicht allzulange.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#24

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 14:16
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von FRITZE im Beitrag #18
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Mal wieder ein Thema, bei dem die Wessis ausge"grenzt" werden . Ich schreibe trotzdem was:

Ach Pusteblume ,wieso denn ausgegrenzt ?
Der Glatte hat zwar seinen Thread .........in der DDR genannt ,aber auch alle jenseits des ehemaligen Vorhanges können (sollen)von ihren Erfahrungen schreiben . Und es wäre doch auch interessant ,wie die Preise in den 60 er und 70 er Jahren im Westen waren .
Zur Zeit finden ja gerade wieder die rheinischen Kirmes statt ! Am Wochenende fängt Pützchens Maat an und mein Sohn fiebert schon der Eitorfer Kirmes entgegen !


Edith (der Glatte)


DA HAT FRITZE VÖLLIG RECHT!

Jeder Beitrag ist hier interessant, denn er erzählt aus unserer Kindheit sowie Jugendzeit. Also ran an die Tasten.

Gruß vom Glatten


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#25

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 14:37
von damals wars | 12.130 Beiträge

"Kurz" vor der Wende gab es dann einen Grilettastand
Und es gab chinesische Matchboxautos zu gewinnen.

Walzerfahrt zum Mond war für mich das höchste der Gefühle,bin nicht schwindelfrei.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 03.09.2014 14:39 | nach oben springen

#26

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 15:02
von der glatte | 1.356 Beiträge

Oh, da war ja in Leipzig so einiges los. Als alter Meißner war Leipzig aber dann doch etwas zu weit. Doch da fällt mir ganz spontan die Dresdner Vogelwiese ein. Jedes Jahr gab es die am Fučíkplatz (heute Straßburger Platz). Ich glaube das waren immer ca. 6 Wochen im Sommer. Wenn ich mit meinen Eltern dann dort war, gab es immer zusätzlich eine Rundfahrt mit der Pioniereisenbahn. Auch das waren nur Pfennige. Ich habe da immer aufgepasst, dass unsere Rundfahrt durch den Großen Garten, mit der kleinen Dampflokomotive passierte.

Auf der Dresdner Vogelwiese, gab es gleich am Eingang ein großes Zelt mit Bedienung. Später dann nicht mehr. Dort gab es Bier, Brause, Kaffee, Kuchen Bockwurst und noch andere schärfere Sachen wie Schnaps im Stamperl. Die Bierkrüge waren meist 0,5 Liter und aus Glas. Es wurde bestellt geliefert und sofort kassiert. Am Nachmittag war dann im Zelt schon einiges los und man hörte die Leute singen. Am Abend ging es dort oft hoch her, ab und zu gab es auch einen Boxkampf und die Polizei rückte an um die Kampfhähne zu trennen.

Ich liebte besonders einen Verkaufsstand der wie eine Almhütte in den Bergen aussah. Dort gab es mitten im Sommer Lebkuchen, Alpenbrot und gefüllte Pulsnitzer Spitzen. Lecker. Es gab dort auch eine Motorradshow, da stand man ganz oben im Kreis und unten fuhren die Leute mit ihren Motorrädern an den steilen Holzwänden entlang. Mann das war laut aber ich war begeistert. Ringe werfen war eher nicht mein Ding, doch es gab noch eine Bude, da musste man mit bunten Tennisbällen einen Glastrichter treffen. Der Ball sollte dann nach dem Wurf im Trichter liegenbleiben, machte er aber selten. Der Trick war, man musste versuchen möglichst den Trichterrand zu treffen, wenn man Glück hatte, dann rollte der Ball praktisch in den Trichter hinein.

Vorbeugen und dann werfen war streng verboten, doch keiner hielt sich daran, kaum war die Dame mit ihrem Ruf "Wer will noch mal, wer hat noch nicht?" vorbei gegangen, hingen alle über der Reling.

Fast überwiegend war Musik aus dem Westen zu hören, obwohl die AWA dort Kontrolle machte, gab es kaum Probleme. Hier schaute man nicht genau hin. Auch die Schausteller selbst waren wohl ein Völkchen für sich. Ausgstattet mit einem für uns damals riesigen Caravan nebst Zelt, war keine Seltenheit.

Nee, nee, die Dresdner Vogelwiese war schon etwas. Heute nicht mehr zu vergleichen.

Oder denkt einmal an die Pressefeste, da war auch immer etwas los.

Gruß vom Glatten


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#27

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 15:28
von Lassiter | 102 Beiträge

hallo dandelion,ich habe mir am letzten sonntag den schützenumzug in neuss angesehn,das möchte ich mal live erleben was da geboten wird. gr. lassiter

Zitat von Dandelion im Beitrag #15
Mal wieder ein Thema, bei dem die Wessis ausge"grenzt" werden . Ich schreibe trotzdem was:

Teile meiner Kindheit und meine gesamte Jugend habe ich im durchaus feierfreudigen Rheinland, konkret in Neuss, zugebracht. Dort veranstaltete (ob es heute noch so ist, weiß ich nicht) jedes, aber auch wirklich jedes Dorf sein eigenes Schützenfest mit angeschlossener Kirmes. Ich kann mich an ein Kaff erinnern, das so ca. 250 Einwohner hatte und bei dem der Schützenumzug vermutlich nach 3 Minuten vorbei gewesen wäre, wenn die nicht Gastvereine aus anderen, umliegenden Dörfern mit eingeladen hätten.

Eines der größten Schützenfeste weltweit findet traditionell am letzten Augustwochenende in Neuss statt, mit einer entsprechend großen Kirmes. Allein der Weg zum eigentlichen Festplatz ist ca. 1,5 km lang und rechts und links mit Buden aller Art gesäumt. Ich habe keine Ahnung, wie viele "Fahrgeschäfte" auf diesem Festplatz stehen, aber so 25, 30 dürften es sein.

Den Neussern bedeutet ihr Schützenfest ungefähr gleich viel wie den Kölnern der Karneval - was sie allerdings nicht daran hindert, auch den Karneval kräftig zu feiern.


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#28

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 15:55
von der glatte | 1.356 Beiträge

Oh ja, die Rheinländer, die können noch so richtig feiern. So eine Kirmes ist da schon was und der Karneval sowieso.

"Op dem Maat, op dem Maat stonn die Buure...", ein super Lied, nicht nur zum Karneval.

Mich würden allerdings auch einmal die vielfalt der Buden und die Preise der Fahrgeschäfte so in den 70er Jahren interessieren. Wie war das dort auf der Kirmes?

Gruß vom Glatten


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#29

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 16:46
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #16
Offensichtlich waren fast alle User in ihrer Jugendzeit auf der Kleinmesse in Leipzig, ich auch.

Ich glaube die aus heutiger Sicht altmodischen Karussells würden heute keinen mehr hinterm Ofen vorlocken.
Mir fällt jedenfalls von der Bezeichnung her die 'Walzerbahn', die 'Raupe' mit ihren beliebten Rückwärtsfahrten, Kettenkarussell, Schaukel mit Überschlag.
Nur mußte man diese selber mittels Kürperbewegung soweit in Schwung bringen das es mit der 360 Grad Drehung auch funktionierte.

Neben Schieß- und Losbuden gab es auch noch, jedenfalls in den 50ger und 60ger Jahren typische Jahrmarktbelustigungen, so das Spiegelkabinett, Irrgarten und besonders lustig das Hundetheater. Da liefen kleiner Hunde in putzigen Kostümen auf einer Bühne auf ihren Hinterpfoten durch die Kulissen. Meist war es irgendeine Altagsszene welche von den Hunden nachgestellt wurden.

Wie @turtle bereits schrieb waren die Karussells mit der besten Musik am begehrtesten, meist stand man dort auf dem Umlauf rum und hörte die dort gespielte Musik.

Erwähnen möchte ich noch das es auch zum Weihnachtsmarkt solch einen Rummel mit Karussells gab.
Soweit ich mich erinnern kann war er Anfangs auf dem Karl-Marx-Platz und dem Grundstück auf dem später das Hotel 'Deutschland'; später 'Hotel am Ring' gebaut wurde. Nach dem Hotelbau zog der weihnachtliche Rummel auf den Leuschnerplatz um.
Auf dem Leuschnerplatz gastierten auch verschiedenen Zirkusse, die großen wie Aeros, Barley und Busch, später firmierten sie unter einem Namen und schlugen ihr Zelt wohl auf dem Gelände der Kleinmesse auf .......

Noch etwas zu den Spielautomaten.
Für diese mußte man an der Kasse Marken kaufen und diese sahen wir entdeckten einer bestimmten Sorte von Unterlegscheiben welche wir im UTP hatten verblüffend ähnlich. Also eine Handvoll mitgenommen und ausprobiert. Es klappte! Also wurden beim nächsten UTP mehrer Hände voll mitgenommen, an der Bude eine kleine Menge Alibi Marken gekauft und schon konnte es losgehen ........

Gruß
Nostalgiker

@Nostalgiker
Das hätte ich damals wissen sollen ,schlau ...schlau.
Ich hatte damals in Böhlen UTP und da gab es auch solche Unterlegscheiben,diese wurden in Kaffeemaschinen eingebaut.
Aber auf diese Idee war ich nicht gekommen.


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#30

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 17:32
von Barbara (gelöscht)
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Kirmes gab es bei uns alljährlich, auf den Dörfern mit Tierschau, das fand ich immer schön.
Es gab immer ein paar Groschen, die ich mir sorgfältig eingeteilt hatte: einen mit Silberpapier umwickelten Holzwolle-Ball in buntem Netz mit Gummiband, Seifenblasen, ein kleines Babyfläschchen mit Liebesperlen und - Zuckerwatte, die ich heute noch gerne esse :-)

Aus der Gegend aus der ich komme ist das Schützenfest bis heute so heilig wie Ostern, dann geht der eher sture Sauerländer aber so richtig aus sich raus - 5 Tage Besäufnis und zwischendurch Vogelschießen und riesen Tamtam.

Eine ganz eindrückliche Kindheitserinnerung war:
auf einem großen Platz standen mehrere LKW-Anhänger hintereinander auf denen ein echter Blau-Wal lag - als Ausstellungsstück. Warum weiß ich nicht, aber ich habe sehr lange davor gestanden, weil ich nicht fassen konnte, wie riesig der war.


Auf dem selben Platz gab es auch alljährlich ein sog. Zigeunerlager, die hatten in der Regel meist auch Tiere dabei und machten abends Feuer und sangen - ganz so wie in Alexandra's Lied :-)
Da waren wir immer gucken.
.


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#31

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 17:44
von furry | 3.568 Beiträge

Kirmes gab es in Thüringen, @Nostalgiker . Jungen Burschen zogen mit dem Erbsbär, ein mit Erbsstroh behangener Jüngling, und Musik durchs Dorf und bettelten um Almosen, möglichst in Alu.
Auf dem Dorfplatz waren ein oder zwei Fahrgeschäfte, eine Schießbude und ein Spielzeugverkaufsstand. Die beiden Fahrgeschäfte waren ein Kettenkarussell und eine Luftschaukel. Bei der Luftschaukel war eines der Schiffe überschlagtauglich. Das war damals eine Attraktion, wenn es einer geschafft hat, ein paar volle Umdrehungen hinzulegen.
An dem Spielzeugstand haben mir meine Eltern mal ein kleine Peitsche mit Lederriemen, die aber sehr stabil war, gekauft. Die hat dann die Ziege vom Nachbarn zu spüren bekommen, denn dieses Vieh hat mich öfter auf der Wiese mal auf die Hörner genommen.
Zweimal im Jahr ging es dann auch noch in die Kreisstadt zum Jahrmarkt. Da war natürlich mehr los. Begeistert war ich immer von der Rennbahn, auf der man mit dreirädrigen motorgetriebenen Kisten im Oval fahren konnte.
Einmal war auch ein Hippodrom vor Ort. So eine Art Zirkuszelt, in dem man reiten konnte. Zu der Zeit war ich schon im Reitverein und mit anderen Sportfreunden und elterlicher Begleitung haben wir dort mal einen Abend verbracht. Zu vorgerückter Stunde bewahrheitete sich immer öfter der Spruch: Das größte Glück der Pferde ist der Reiter auf der Erde.
Für mich kleinen Burschen war auch die Frau ohne Unterleib eine Attraktion. Da stand auf einem Tisch ein Kasten und wenn der geöffnet wurde, war darin ein Frauenkopf. Der bewegte sich und manchmal sprach die Dame auch. Aber wo waren Körper, Arme und Beine? Da wurde zwar was von Spiegeln gemunkelt, aber ich konnte keine Spiegel sehen. Später las ich in einem Buch, wie das funktionierte.
Soviel mal kurz zu Erlebnissen aus frühster Jugend.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#32

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 18:03
von Krepp | 533 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #17

Im Zirkus Aeros war ich als Kind öfters in der Wintergarten Str. (später Haus der heiteren Muse)

Hallo, @turtle
hier bei 2:52 steht der Aeros noch im Original



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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#33

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 18:33
von schulzi | 1.757 Beiträge

Zitat von Krepp im Beitrag #32
Zitat von turtle im Beitrag #17

Im Zirkus Aeros war ich als Kind öfters in der Wintergarten Str. (später Haus der heiteren Muse)

Hallo, @turtle
hier bei 2:52 steht der Aeros noch im Original


Später war der Aeros das "Haus der heiteren Muse",dort hatten wir als Kinder immer Weihnachtsfeier.Heute ist es nur noch eine Baubrache.Doch die Kleinmesse war für meine Schwester und mich immer ein Erlebnis,Mittwoch Kindertag von den Eltern jeder 3 Mark bekommen alle Karusells ein Groschen da kam man als Kind schon weit und eine Fassbrause + Bockwurst waren auch drin. Später waren die Kotzmühle und der Autoscuter aktuell und mit den Mädchen der Clara-Park


zuletzt bearbeitet 03.09.2014 18:34 | nach oben springen

#34

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 19:37
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Ich kenne nur den Kulturpark im Plänterwald und den Weihnachtsmarkt am Alex. Besonders den ersten habe ich wegen seiner festen Fahrgeschäfte immer sehr interessant gefunden. Besonders die Moped-Gokarts. Die altertümlichen Spielautomaten sahen immer völlig museumsreif aus. Interessant waren auch die vielen polnischen Händler, die auf dem Waldweg dorthin irgendwelche Modeartikel und Spiegelsonnenbrillen etc. verkauft haben.


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zuletzt bearbeitet 03.09.2014 19:40 | nach oben springen

#35

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 03.09.2014 20:07
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo, @turtle
hier bei 2:52 steht der Aeros noch im Original,

Was da kurz zu sehen ist müsste noch der Krystallpalast sein. Der Aerosbau erfolgte später genau da auf den Trümmern.


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#36

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 04.09.2014 00:48
von turtle | 6.961 Beiträge

Zirkus Aeros 1956 http://www.google.de/imgres?imgurl=http%...ved=0CCIQrQMwAA
de.wikipedia.org/wiki/Krystallpalast_(Leipzig)


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zuletzt bearbeitet 04.09.2014 01:00 | nach oben springen

#37

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 04.09.2014 14:48
von der glatte | 1.356 Beiträge

Wir hatten in Meißen, meist Ende September, das Weinfest. Da gab es dann an einem Wochenende Jubel und Trubel. Meist war am Sonntag ein bunter langer Umzug mit verschiedenen Fahrzeugen durch die Stadt. Da wurden Bilder aus der Geschichte der Stadt dargestellt. Ab den 80er Jahren wurde der Umzug leider immer kürzer und uninteressanter, doch stand der heimische Weinanbau immer noch im Mittelpunkt. Das komische daran war, die Stadt Meißen organisierte zwar jedes Jahr ein Weinfest, allerdings gab es keinen Meißner Wein zu trinken oder gar zu kaufen. Nur ganz wenige Spezialgaststätten schenkten solchen Wein aus und die waren ja immer ausgebucht.

Wir Kinder hatten den Pionierauftrag, die besonders gestalteten Weinfest-Plaketten aus Meissner Porzellan an die Leute in der Umgebung zu verkaufen. Diese Plakette war immer schön gestaltet und kostete eine Mark. Damit hatte man auch Zutritt zu allen öffentlichen Veranstaltungen in der Stadt. Also, es war schon eine schöne Sache. Diese Plaketten wurden von uns natürlich auch den Westtouristen und Besuchern der Albrechtsburg angeboten und verkauft. Natürlich dann für eine DM, die man auch gern für solch eine Plakette annahm.

Die hier schon erwähnten Bälle im Netz und mit Gummischnur, nannte man bei uns "Neckball". Ich kann mich an kleine Pfefferkuchenherzen erinnern, die hatten ein Band aus Bast zum Umhängen. Ich hatte einmal drei solcher Herzen, die waren nicht etwa eingepackt wie heute. Die Dinger waren knochenhart und auf dem Zuckerguss war ein buntes Stück Papier mit einem Spruch geklebt. Der ging nur ganz schwer ab, meist hat man das Papier dann millimeterweise wieder ausgespuckt. Oh, das waren schon Zeiten. Aber wir Kinder hatten Spass und darauf kam es an.

Gruß vom Glatten


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#38

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 04.09.2014 16:48
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Keine richtige Freude war die Zuckerwatte: Man "beißt" in was Riesiges, das aber sofort verschwindet...........


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#39

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 05.09.2014 15:09
von EK82I | 869 Beiträge

Auch die Provinz schätzte den Plänterwald.Zuerst noch mit den Eltern und später dann mit den Freunden.In Erinnerung neben dem Riesenrad,die grosse Rutsche. Raufackern und dann per Teppich runter.Viele werden sich das gar nicht vorstellen können,lustig war das schon damals.
Mitte der 70er war das schon eine Atraktion. Mir erhalten geblieben ist ein Familienfoto mit dem Berliner Bären in weiss. Der Plänterwald hätte es echt verdient gehabt wiederbelebt zu werden,leider hat sich das ja nun endgültig zerschlagen.
In dieser Welt wird für so viel Mist das Geld verbrannt,hier hätte die deutsche Hauptstadt mal zeigen können,dass sie es auch wert ist.Schade eigentlich!


zuletzt bearbeitet 05.09.2014 15:11 | nach oben springen

#40

RE: Rummel, Kirmes, Volksbelustigung in der DDR

in Leben in der DDR 05.09.2014 18:28
von josy95 | 4.915 Beiträge

Ich kenne eigentlich auch im Volksmund nur den Begriff Rummel. Offizieller Begriff zu DDR-Zeiten war wohl genau wie heute noch gebräuchlich Volksfest oder Volks- und Schützenfest.
Der Begriff Kirmes ist mir eher aus den katholisch gläubigen Gegenden bekannt.

Als Kleinkind bin ich gern an die Losbude gegangen. Die so tollen Plüschtiere hatte es mir schon immer angetan. Aber meißt gab es ja nur Nieten oder Kinkerlitzchen für ein paar der wenigen Lose, die einen Gewinnpunkt hatten. Später dann habe ich für meine Omas oder meine Mutter gern mal eine Sammeltasse an der Schießbude "abgeknallt". 2 davon stehen heute noch als wohlgehütetes Erbgut im Elternhaus, jetzt bei meiner Schwester.

Wie @Rainman2 es in seinem Beitrag auch schon so treffend beschrieben hat, die ollen Röhrchen platzten manchmal sehr schlecht oder es blieb noch so ein Zipperl drauf stecken. Das ging dann oft ganz schön ins Geld, diesen Rest abzuballern. Aber oft waren die Schausteller da auch großzügig, wenn man einen gewissen "Umsatz" an Bleikugeln erreicht hatte.
Woher das Geld? Meißt aufgespartes Taschengeld oder bei Oma noch was dazugegeschnurrt! Oft aber auch vom Flaschen- und Altstoffsammeln.
Hu huuuu, wie schnell waren die sauer verdienten 5 oder später gar 10 Mark da aufgebraucht....

Begehrt waren doch die "Buden", wo die Inhaber Waren (vermutlich) aus Polen hatten. Das waren doch Sachen, die man so im Einzelhandel der DDR gar nicht zu Gesicht bekam und entsprechend groß war der Andrang an diesen Buden.

Nach der Wende und zu Zeiten meiner Kiddis kamen ja diese Grabbelboxen, meißt mit Plüschtieren groß in Mode. Nicht nur auf Volksfesten, irgendwo stand immer so ein Ding rum. Sonstige Fahrgastgeschäfte bis auf Geisterbahn oder Karusell, was ja jedes Kind gern mag, waren nicht so unser Ding.

Wir waren diesen Grabbelboxen, ich möchte mal sagen, nicht verfallen, aber viel fehlte da nicht mehr....
Die Liebe zu Plüschtieren haben meine Kinder vermutlich von mir geerbt, obwohl meine Ex, ihre Mutter diese kleinen Dinger auch sehr gern mochte und ihre Freude daran hatte.
So manches Markstück oder später Eurostück ist da reingewandert. Wir hatten aber den Trick ganz gut raus und fast jeder Griff war auch ein Fang!
Man muß nur schauen, was oben liegt und locker ist. Sonst braucht man es gar nicht zu versuchen oder muß einfach warten, bis andere den Inhalt etwas aufgelockert haben. Und sich natürlich gut konzentrieren, auch mal von der Seite schauen.
Die Kinder hatten unzählige dieser kleinen einfach liebenswerten Dinger.

Ja, nun sind sie erwachsen, haben ihre eigene Wohnung und all diese Dinge, die sie einst lieb gewonnen hatten, zurückgelassen.
Einem kleinen Teil, wo auch noch nach etlichen Jahten ein schöner Erinnerungswert vorhanden ist (...weißt Du noch..., den haben wir dort oder dort geangelt...!"), hab ich als Deko auf Sofa und Sessel in meiner Wohnung und so halten wir dann auch die Erinnerung wach, wenn der eine oder andere zu Besuch ist.

Oft reicht aber auch so ein kurzer Blick, um dann in schöne Erinnerungen zurückzuverfallen.
Manchmal bereitet es einem leider aber auch etwas Schmerz...


Viele dieser Art Dinge, und man spürt es immer wieder, auch wenn es nur Gegenstände, materielle Dinge sind, hatten in unseren Generationen einen sehr hohen emotionalen Stellen- oder Erinnerungswert, sind heute einfach nix mehr wert. Eben typisch Wegwerfgesellschaft. Eigentlich schade und manchmal auch sehr nachdenklich stimmend.

In meinem Kleiderschrank steht auch noch eine große Tüte mit Plüschtieren, bringe es einfach nicht übers Herz, die zu verschenken oder wegzugeben.
Hab ich heute gerade vorgeholt und mir eins rausgeholt. Eine kleine Krake. Bekommt mein klieiner Neffe morgen zu seiner Einschulung auf seine Schultüte..., vielleicht hat er sie in 10 oder 12 Jahren noch, wenn er die Schule beendet und erinnert sich..., ach..., die war ja mal von Onkel Tom....

Wenn hier Weihnachtsmarkt ist, muß ich für die Kiddis von Freunden und Bekannten an der Grabbelbox immer ran, wenn die Kiddis es nicht schaffen. Der Schausteller schaut schon immer grimmig, wenn ich für die Kiddis seine Box geplündert hab....

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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