#41

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 26.06.2009 15:50
von S51 | 3.733 Beiträge

Der Unterstand am Goethebahnhof hatte meines Wissens nichts mit der Skihütte am Eckerloch zu tun. Das sollen Reste einer alten Haltestation der Brockenbahn an der Ausweichstelle gewesen sein. So hat es mir unser ZF bei der Einweisung erzählt. Die Unterstände wurden von Soldaten aus herumliegenden Hölzern gebaut, um sich vor dem Wetter zu schützen. Es ist ein unausrottbarer Aberglaube, dass unsereins sie auch zum Pennen benutzt haben soll. Von Zeit zu Zeit rappelte es bei der Bataillonsführung und dann haben sie die Kompanieführungen verdonnert, derartige Unterstände zu beseitigen. Dem kam man dann mit wechselndem Eifer nach - oder meistens auch nicht. Die Steine sollen (und so ähnlich kenne ich es von zu Hause auch) keine Gedenksteine, sondern Grenzsteine der Jagen gewesen sein. Ein Jagen war/ist ein bestimmter Geländeabschnitte im Wald, der jeweils einem Besitzer gehörte.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#42

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 26.06.2009 16:22
von turtle | 6.961 Beiträge

Es ist richtig jedes Opfer dieser Grenze war ein Opfer zuviel! Ob durch Unfall, Notwehr oder Mord! Wer hat Schuld oder welche Darstellung entsprach der Wahrheit? Ich weiß es nicht!
War der Grenzer einfach überfordert mit der Situation und hatte die Nerven verloren so dass er zuerst schoss? War es wirklich Notwehr? War es Mord? Ich weiß es nicht! Doch ich weiß Schuld war die Politik die es erst ermöglichte diese unmenschliche Grenze zu bauen! Ich meine damit nicht nur die Politik der DDR sondern die Politik zu Zeiten des kalten Krieges im Allgemeinen. Stellt Euch vor diese Grenze hätte es in dieser Form nie gegeben, der DDR Bürger hätte wohnen können wo es ihm hinzieht! Ja dann hätte es auch diese Toten an der Grenze nicht gegeben! Ob toter Flüchtling, Grenzer oder Unbeteiligter!
Diese verdammte menschenverachtende Politik , egal wo auf dieser Welt ich hasse sie


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#43

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 26.06.2009 16:31
von josy95 | 4.915 Beiträge

Hallo S51,
ich meine nicht die Skihütte am Eckerloch! Im hinteren Teil der Gleisanlage des Goethebahnhofes stehen heute noch die nicht gerade kleinen Fundamentreste einer Skihütte. Diese wie auch das kleine Stationsgebäuder der Brockenbahn sind bei den Kriegshandlungen um den Brocken im April 1945 wie auch fast alle anderen damals vorhandenen Skihütten im Brockengebiet zerstört wurden. Beispiel der "Eiserne Tisch" am Kollonenweg Richtung Scharfenstein...!
Das Stationsgebäude der Brockenbahn hat man provisorisch etwa 1949/ 50 wieder aufgebaut und nach dem 13. August 1961 für die Grenztruppen und auch Gleisbauarbeiter gemeinsam genutzt, hauptsächlich in der ungemütlichen Jahreszeit, die Skihütte ist nicht wieder aufgebaut wurden, ganz im Gegenteil hat man die noch weiter "demoliert", sprich zurückgebaut, um keine Unterschlupf- / Versteckmöglichkeit für Grenzverletzer zu haben.
Die Sache mit den 2 erschossenen Grenzsoldaten hat mir ein ehem. Kollege erzählt, der damals in Schierke gedient hat. Leider ist er vor einigen Jahren verstorben. Er sagte aber auch immer, das war ein tragischer "Unfall" und wurde totgeschwiegen, Alkohol soll wohl auch mit im Spiel gewesen sein.

Und was die Sache mit Unterständen ect. anbelagt, früher und da kann ich mich als Kind noch gut erinnern, wurde das auch bei den DDR- Grenztruppen nicht so eng gesehen. Bei "uns im Wald", und bis 1971 war Ilsenburg im Sperrgebiet, konnten wir bis an den 500 - m - Schutzstreifen ran, da gab es neben jagdlichen Einrichtungen ettliche Unterstände der Grenzer. Auch war es bis 1971 ein sehr freundschaftliches Verhältnis der Grenzer zu uns Kindern.
Das hat sich schlagartig am 1. September 1972 geändert, als Ilsenburg aus dem Sperrgebiet herausgelöst wurde, andersrum der Beginn des Sperrgebietes nur weiter Richtung Westen verschoben wurde und wir nicht mehr in "unseren Wald" durften! An der südlichen, westlichen und nördlichen Stadtgrenze war Schluß!!!)
Das zog man auch knallhart mit Hilfe der Volkspolizei durch! Die Vopos haben doch damals einen erheblichen Teil der "Vorabsicherung" im grenznahen Gebiet übernehmen müssen.

Soviel dazu. wär aber trotzdem super, wenn man zu der eigentlichen Sache noch was in Erfahrung bringen könnte!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#44

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 26.06.2009 18:27
von dein1945 (gelöscht)
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[quote="S51"]Ich kenne auch keine irgendwie geduldete Ausnahme von dem Verbot in Richtung BRD zu schießen.

Hallo,

und warum kamen in den Jahren zwischen 61 und 89 immer wieder Einschüsse in Westberlin vor, es ging doch gleich nach dem Mauerbau los !

http://germanhistorydocs.ghi-de.org/pdf/den/Chapter1Doc7.pdf


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#45

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 26.06.2009 19:05
von S51 | 3.733 Beiträge

Ich war nicht in Berlin eingesetzt und weiß nicht, ob dort andere Regeln galten. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass die Ursachen für diese "Treffer" in der eingesetzten Munition lagen. Es gab am Kanten nur eine Sorte, das waren M 43 Stahlkerngeschosse. Keine Hartkerne, sie waren also nicht panzerbrechend. Diese Geschosse zerlegten sich so gut wie nie, trafen sie auf Metall oder harten Stein, verbogen sie sich allenfalls. Anders, als also die Bleikernmunition des G 1 oder G 3. Das aber machte sie zu unberechenbaren Querschlägern. Ähnlich einer Stahlkugel, prallten sie schon völlig wirr ab, wenn sie nur auf hartgefrorenen Boden trafen. Die Energie reichte für etwa 1500 m Flug und ein Geschoss, welches seitlich nach hinten gefeuert wurde, konnte je nach Abprallwinkel durchaus immer mal, und das mehrfach, um bis zu 45 ° in die entgegengesetzte Richtung marschieren. Je flacher der Schuß aufprallte, desto eher wurde er ein Querschläger. Da in Berlin wohl, wenn, dann öfter Dauerfeuer gegeben wurde, ist es sicher ein großer Glücksfall (auch, wenn das bei diesem Bezug zynisch erscheint), dass da nicht mehr passiert ist.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#46

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 27.06.2009 18:37
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von S51
Da in Berlin wohl, wenn, dann öfter Dauerfeuer gegeben wurde, ist es sicher ein großer Glücksfall (auch, wenn das bei diesem Bezug zynisch erscheint), dass da nicht mehr passiert ist.


ich will von diesem Thread nicht ablenken, will aber nicht, dass dieser Satz ungeklaert vorbeigeht.

Heisst das, dass regelmaessig in Berlin Schuesse gehoert worden, also jeden Tag oder einmal in der Woche ?

Ich haette es mir anders vorgestellt, vielleicht ein grosser Vorfall alle paar Jahre...

Vielleicht kannst Du mir ein bisschen helfen ein Gefuehl fuer wie es damals war zu entwickeln...

Danke!
Berliner


zuletzt bearbeitet 27.06.2009 18:38 | nach oben springen

#47

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 27.06.2009 19:53
von hassok (gelöscht)
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nun habe ich einiges gelesen , natürlich war in der ehemaligen ddr nicht alles gold was glänzt aber ist das in diesem staat genannt brd anders die kleinen werden von den großen nur ausgespielt , steuerhinterzieher zahlen ein opolus und wir gehen für so ei dilikt in den knast . maneger bringen firmen in den ruin bekommen millionen abfindung obwohl sie tausente von arbeitsplätzen gefährten wenn schwerwiegente fehler von einem arbeitnehmer produziert werden fliegt er auf die strasse und muß zusehen wie er über die runder kommt und diese herren werden noch belobigt . ddr ist vergangenheit es sollte besse werden ,wo ist der rechtsstaat .ich war kein kommunist und ehemalige Kollegen im hydrierwerk zeitz in der abteilung hochdruck wissen das wie auch das system kritisiert haben und genau so bin ich kein fürsprecher der brd , es ist kein rechtsstaat es ist ein staat der oberen 10000 ,die ddr ist tot tote sollte man in ruhe lassen sorgt dafür das die kinder- und altersarmut nicht noch tiefer sinkt , denn wenn man mal ehrlich ist sieht es doch so aus das man den politikern nicht mehr vertrauen kann wie den heutigen , wenn man einen von denjenigen die hand gibt muß man die finger nachzählen ab sie noch alle dran sind , ich weis das ich das thma verfehlt habe ,natürlich gab es todesfälle an der grenze aber wer spricht über unsere kinder und enkel die vater staat ausschickt und dann nicht wieder kommen ,das sind nun auch schon einig , die wahren mörder bekommt man vieleicht mal? aber was ist mit denen die den beschluß gefaßt haben das unsere kinder dahin müssen , mit welchen recht bestimmt frau merkel und ihr gefolge unsere kinder und enkel der gefahr auszusetzen , laßt euch das auch mal durch den kopf gehen
hassok

Zitat von manudave
Augenzeuge:
Vielleicht weil es gar nicht jeder will...
Tiroler:
In Antwort auf:
Ich glaub Du hast dich unglücklich ausgedrückt.
Zitat: „Das ist das verzwickte am Rechtsstaat, es muss dir nachgewiesen werden.“


Ein gewisses Grinsen konnte ich nicht in Textform bringen...


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#48

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 27.06.2009 20:39
von skbw | 216 Beiträge

Hallo Hassok,
danke für Deinen aufrichtigen Beitrag. Grösstenteils kann ich Dir zustimmen, was die Gegenwart betrifft. Aber die DDR ruhen lassen, weil sie tot ist, finde ich nicht gut. Mir persönlich geht es um Aufklärung, um Aufarbeitung meiner Geschichte. Um daraus für Gegenwart und Zukunft zu lernen muß man die Geschichte hinterfragen. Einfach Deckel drauf und Vergessen geht nicht. Dann hätte ich keine Vergangenheit mehr. Damit ich später meinen Enkeln von meiner schönen Zeit in der DDR erzählen kann, will ich auch das Menschenverachtende und Grausame in der DDR erkennen können ( Dass es das gab wollte ich vor einiger Zeit noch nicht wahrhaben! ). Dabei hilft dieses Forum. Für mich es es in erster Linie Vergangenheitsbewältigung. Nur so kann ich aufmerksamer mit der Gegenwart umgehen.

Bis bald, skbw


" Man kann nur zu einer eigenen Meinung gelangen, wenn man offen sein kann und sich auch irren darf. "

Maxie Wander
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#49

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 27.06.2009 22:04
von dein1945 (gelöscht)
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Heisst das, dass regelmaessig in Berlin Schuesse gehoert worden, also jeden Tag oder einmal in der Woche ?

Ich haette es mir anders vorgestellt, vielleicht ein grosser Vorfall alle paar Jahre...

Hallo Berliner,

hier meldet sich ein echter Berliner Jahrgang 1945, aus dem damaligen Westberlin. Nein es passierte nicht täglich, auch nicht wöchentlich, aber es passierte zu oft. Immer wieder kam es vor, dass Kugeln in W-Berliner Häuser einschlugen, teilweise auch in die Fensterscheiben, der Häuser die dicht an der Mauer standen. Es grenzt schon fast an ein Wunder das niemand auf unserer Seite zu Schaden kam. Es wurde in den Jahren weniger, das hatte damit zu tun, das auf O-Berliner Seite immer mehr Gebäude abgerissen wurden, damit hatten die Grenzer eine grössere Übersicht, zum andern war der Mauerstreifen nachts taghell erleuchtet. Sehr schön von oben zu sehen wenn man bei Dunkelheit mit dem Flugzeug über die Mauer flog. Soweit ich mich erinnere schlugen die letzten Kugeln in ein Neuköllner Mietshaus ein, durch die Fensterscheibe im Schlafzimmer, die Leute lagen im Bett und schliefen. Ich stelle mal etwas ein was die Situation zum Anfang des Mauerbaus schildert. Dazu noch eine kleine Geschichte aus den ersten Tagen, die Westberliner Polizei hatte einen betimmten Betrag um davon Zigaretten oder etwas anderes zu kaufen, die Grenzer liessen eine Strippe ( Berliner Ausdruck für dünnes Seil ) runter und die Polizei band die Ware an. Das war aber nur am Anfang als noch sehr viel Berliner an der Mauer ihren Dienst versahen, schon bald waren es überwiegend Sachsen.
Die Brunnenstr. führte vom Rosentaler Platz ( Bezirk Mitte, Ostberlin ) nach Wedding und kreuzte die Bernauerstr. die damals die Grenze bildete. Dort war noch bis zum 23. oder 24.August 1961 einer von wenigen Übergängen für Westberliner.


Dateianlage:
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#50

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 28.06.2009 09:31
von manudave (gelöscht)
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@SKBW

Besser hätte man es nicht schreiben können.

An den Vorgänger bitte ich darauf zu achten, um welchen Thread es sich hier handelt.


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#51

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 28.06.2009 10:31
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Damit die toten Grenzsoldaten nicht in Vergessenheit gerieten,wurden Schulen und Strassen nach ihnen benannt,ebenso
sportliche Wettkämpfe. Pionier und FDJ -Organisationen,Kollektive in Betrieben und Institutionen trugen ebenfalls
die Namen der erschossenen Grenzer.

Grab- und Gedenkstätten sollten die Erinnerung an sie wachhalten.

In der BRD waren sie meist unbekannt.



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#52

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 28.06.2009 10:54
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
Zitat von skbw
Ich verneige mich vor meinen im Dienst ums Leben gekommenen Kameraden.
http://home.snafu.de/veith/ehrenhai.htm
Ich bedaure heute den Tod der Opfer des kalten Krieges.
Halten wir gemeinsam ihr Andenken in Ehren.
skbw


Hallo skbw,
diese Liste enhält mehrere nicht berichtigte Fehler. Warum rückt man wider besseren Wissens von den Lügen nicht ab?

Bekanntestes Beispiel: Laut Liste:

Egon Schultz war Lehrer in Rostock-Dierkow. Er wurde bei der Kontrolle eines Hauses, in dem sich ein sog. Fluchttunnel ("Tunnel 57") nach Westberlin befand, erschossen.

Es ist zweifelsfrei erwiesen, daß der Schleuser C. Z. zuerst schoß, um sich und R. F. (späterer BRD-Astronaut) der Festnahme zu entziehen. Dabei traf Z. den Unteroffizier in den Brustbereich. Die tödliche Kugel hatte - lt. Obduktionsbericht von Prof. Dr. Dr. hc. mult. Prokop - das Kaliber 7,65 mm. Die MPis der DDR-Grenzer hatten das Kaliber 7,62 mm ... Die Tat blieb ungesühnt.

Die Wahrheit:

Von der DDR-Führung wurde nach dem Tod von Schultz behauptet, dieser sei von „westlichen Agenten“ oder vom Schleuser Christian Zobel erschossen worden. Tatsächlich war ihr aber bereits zu dieser Zeit bekannt, dass Schultz bei dem Feuergefecht versehentlich durch seine eigenen Kameraden erschossen wurde. Öffentlich vertrat die Regierung der DDR aber stets ihre Version und stellte Schultz als Volkshelden dar. Dieses wurde durch Manipulation von Beweisen untermauert. So wurde unter anderem ein Foto der Jacke von Schulz so beschnitten, dass die Einschusslöcher der Maschinenpistolenkugeln nicht mehr zu sehen waren. In der DDR galten die beteiligten Fluchthelfer als Agenten und Mörder. Erst durch die Öffnung der Stasi-Akten konnte richtig gestellt werden, dass die tödlichen Schüsse aus der Waffe eines Grenzsoldaten abgegeben wurden. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt der Fluchthelfer, der den ersten Schuss abgegeben hatte und seitdem für den Mörder gehalten wurde, bereits verstorben.

Der Fall Egon Schultz ist nicht der einzige Fehler (oder vielmehr bewusste Falschdarstellung) in dieser Liste.
Ich nenne hier de Fall Peter Göring. Er hatte auf einen 13-jährigen geschossen und ihn auch mit mehreren Schüssen Dauerfeuer
getroffen, als dieser durch einen Kanal in Richtung Westberlin schwamm. Ein Westberliner Polizist schoss in Nothilfe (nicht einmal gezielt), ein Querschläger traf den Grenzer tödlich.
Tragische Konsequenz und zynisch zugleich: Durch seinen Tod wurde Göring davor bewahrt, selber ein Mörder zu werden.
Übrigens, der damals 13-jährige sitzt heute als Folge im Rollstuhl.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#53

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 28.06.2009 23:47
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von dein1945
Hallo Berliner,

hier meldet sich ein echter Berliner Jahrgang 1945, aus dem damaligen Westberlin. Nein es passierte nicht täglich, auch nicht wöchentlich, aber es passierte zu oft. Immer wieder kam es vor, dass Kugeln in W-Berliner Häuser einschlugen, teilweise auch in die Fensterscheiben, der Häuser die dicht an der Mauer standen. Es grenzt schon fast an ein Wunder das niemand auf unserer Seite zu Schaden kam. Es wurde in den Jahren weniger, das hatte damit zu tun, das auf O-Berliner Seite immer mehr Gebäude abgerissen wurden, damit hatten die Grenzer eine grössere Übersicht, zum andern war der Mauerstreifen nachts taghell erleuchtet. Sehr schön von oben zu sehen wenn man bei Dunkelheit mit dem Flugzeug über die Mauer flog. Soweit ich mich erinnere schlugen die letzten Kugeln in ein Neuköllner Mietshaus ein, durch die Fensterscheibe im Schlafzimmer, die Leute lagen im Bett und schliefen. Ich stelle mal etwas ein was die Situation zum Anfang des Mauerbaus schildert. Dazu noch eine kleine Geschichte aus den ersten Tagen, die Westberliner Polizei hatte einen betimmten Betrag um davon Zigaretten oder etwas anderes zu kaufen, die Grenzer liessen eine Strippe ( Berliner Ausdruck für dünnes Seil ) runter und die Polizei band die Ware an. Das war aber nur am Anfang als noch sehr viel Berliner an der Mauer ihren Dienst versahen, schon bald waren es überwiegend Sachsen.
Die Brunnenstr. führte vom Rosentaler Platz ( Bezirk Mitte, Ostberlin ) nach Wedding und kreuzte die Bernauerstr. die damals die Grenze bildete. Dort war noch bis zum 23. oder 24.August 1961 einer von wenigen Übergängen für Westberliner.


Hallo dein1945,

vielen Dank fuer Deine sehr hilfreiche und interessante Antwort.
Es hat solange gedauert um zu Antworten, weil da soviel Lesestoff war, und ich habe es langsam und mehrmals durchgelesen.

Gleich von vorne rein, bei Deinem Beitrag, sind mir Fragen aufgekommen. Ich mach's kurz und schmerzlos...

1. Wieso unbedingt Sachsen in Berlin an der Mauer, wieso keine von der Ostsee (aus dem Norden) oder aus anderen Laendern ?

2. Im Anhang spricht man von Volkspolizisten, auch von "kommunistischen Transportpolizisten", auch Grenzern. Gab es mehere Ueberwachungseinheiten, die am Anfang die Mauer kontrollierte ? (beispielsweise hat ein Volkspolizist auf einen Fluchtling geschossen!)

3. Ich haette es eigentlich nicht geglaubt, dass die Ostdeutschen auch schikaniert haben (z.B. Steine werfen, Flaschen, usw.). Der Eindruck aus den DDR-Filmen ist meist umgekehrt. Ich denke auch, dass die Grenzer auch einen verdienten Ruf als sehr diszipliniert hatten, oder war nicht immer so ?

4. Du hast ja erwaehnt, wie der Mauerstreifen taghell beleuchtet wurde. Ich habe mir nur ueberlegt, ob der aus dem Weltall, z.B. durch Satelitenbilder, besichtet werden konnte ?

Vielen Dank dein1945!
Berliner


zuletzt bearbeitet 28.06.2009 23:59 | nach oben springen

#54

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 29.06.2009 08:45
von dein1945 (gelöscht)
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[quote="Berliner"][quote="dein1945"]Hallo Berliner,



1. Wieso unbedingt Sachsen in Berlin an der Mauer, wieso keine von der Ostsee (aus dem Norden) oder aus anderen Laendern ?

2. Im Anhang spricht man von Volkspolizisten, auch von "kommunistischen Transportpolizisten", auch Grenzern. Gab es mehere Ueberwachungseinheiten, die am Anfang die Mauer kontrollierte ? (beispielsweise hat ein Volkspolizist auf einen Fluchtling geschossen!)

3. Ich haette es eigentlich nicht geglaubt, dass die Ostdeutschen auch schikaniert haben (z.B. Steine werfen, Flaschen, usw.). Der Eindruck aus den DDR-Filmen ist meist umgekehrt. Ich denke auch, dass die Grenzer auch einen verdienten Ruf als sehr diszipliniert hatten, oder war nicht immer so ?

4. Du hast ja erwaehnt, wie der Mauerstreifen taghell beleuchtet wurde. Ich habe mir nur ueberlegt, ob der aus dem Weltall, z.B. durch Satelitenbilder, besichtet werden konnte ?

Hallo Berliner,
zu 1. Im laufe der Zeit wurden die ersten Bewacher ausgetauscht, man sprach immer davon es wären überwiegend Sachsen, es können auch von der Küste oder Thüringer dabei gewesen sein. Nur Berliner sollten es nicht mehr sein.
zu 2. Am Anfang war an der Grenze nach Westberlin, alles eingesetzt was laufen konnte, auch in den ersten Tagen die sogenannten Betriebskampfgruppen. Man wollte anscheinend den Schein waren, das Berlin unter Kontrolle der vier Siegermächte stand. Das erste Maueropfer Günter Litfin wurde am 24.08.1961 von einem Transportpolizisten bei seiner Flucht durch die Spree erschossen.
zu 3. Beide Seiten haben das gemacht, auf WB-Seite gab es Lautsprecher Durchsagen "kommt rüber oder schiesst nicht auf Deutsche", die Ostseite hat Kampflieder rüber schallen lassen !
zu 4. wie vom Flugzeug gut zu sehen, nehme ich an auch aus dem Weltall.

Ich hoffe ich habe Dir deine Fragen beantwortet,

Gruß aus Berlin, dein1945



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#55

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 11.05.2013 16:40
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Das hat zwar nichts mit der Überschrift des Treads gemein, ist aber eine Antwort auf die Frage Nr. 4 der vorangegangenen Beiträge.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/welta...-a-895308.html


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#56

RE: Ermordete Grenztruppen Soldaten der DDR

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 11.05.2013 17:39
von damals wars | 12.172 Beiträge

Widerlegt die These von der "taghell erleuchteten Grenze".
Die Sicht war Dank dieser Lampen einfach nur schlecht. Und die Scheinwerfer auf den Türmen waren meist Atrappen.
Ich habe die nie funktionstüchtig erlebt.
Deshalb ging ich nie gern auf Nachtschicht.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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