#1

01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 08:22
von Georg | 1.026 Beiträge

Der 01. September 1939 - der Tag, der die Geschichte bis in unsere Tage bestimmt. Das Hitlerregime überfällt ohne Kriegserklärung Polen.

Auszug Hitlers Rede:

Polen hat heute nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen! Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten! Wer mit Gift kämpft, wird mit Giftgas bekämpft. Wer selbst sich von den Regeln einer humanen Kriegsführung entfernt, kann von uns nichts anderes erwarten, als dass wir den gleichen Schritt tun. Ich werde diesen Kampf, ganz gleich, gegen wen, so lange führen, bis die Sicherheit des Reiches und bis seine Rechte gewährleistet sind.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Hitlers_Red..._September_1939

Nie wieder Krieg !


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#2

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 09:13
von utkieker | 2.922 Beiträge

Die deutsche Einheit von 1871 hielt 78 Jahre stand. In dieser Zeit ließ sich Deutschland in zwei grausige Kriege hineinziehen der über 70 Mio Tote forderte. Der Faschismus war die größte Tragödie für das deutsche Volk, sie hat nicht nur großes Leid über die Völker Europas gebracht sondern auch gegen die eigene Bevölkerung selbst Teile meiner eigenen Familie erreichte der Nazi- Terror.
Die erneute deutsche Einheit 1990 hat nicht nur Positives hervorgebracht. Und mit jedem Jahr der deutschen Einheit wuchs der Drang des deutschen Imperialismus nach militärischen Abenteuern erneut. Von Somalia über den Balkan bis zum Hindukusch!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
damals wars, Rostocker, EK82I, Damals87 und Kurt haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#3

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 09:20
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

75 Jahre - ein ganzes Menschenleben. Wenn ich meine eigenen bald 54 Jahre dagegen rechne, scheint mir all das Grauen des Krieges nicht mehr so weit entfernt von meinem Leben, wie es mir als Kind entfernt lag. Da waren gerade 15 Jahre seit Kriegsende vergangen. Ich wuchs in eine friedliche Welt hinein. Der Satz ist die Betrachtung eines Resultats. Sie war nicht friedlich. Um mich herum wurden Raketen aufgestellt, belauerten sich die Militärs, bis ich dann selber ein Militär wurde und lauerte. Ich träumte in einer Uniform vom Frieden. Ich war bereit, schreckliches zu tun, um das Schreckliche zu verhindern, wie ich glaubte. Es blieb Frieden. 29 Jahre lang hörte ich, es sei ein Verdienst des Sozialismus. Seit 25 Jahren höre ich, es sei ein Verdienst der westlichen Demokratie. Brecht fällt mir da ein:

"... Es ist wahr: ich verdiene noch meinen Unterhalt
Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts
Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich sattzuessen.
Zufällig bin ich verschont. (Wenn mein Glück aussetzt, bin ich verloren.) ..."


War der Frieden ein Zufall? Oder steckt uns über die Generationen hinweg dieser riesige Schrecken noch in den Knochen, der unsere Hände über den roten Tasten der Raketenstartvorrichtungen erstarren ließ? Das klänge gut, ist aber falsch. Ich selbst bin Doktrin gefolgt, hätte auf Menschen geschossen, im Glauben, es sei für die richtige Sache, für den Frieden. Heute sitze ich in meinem Sessel und nicke, wenn die Nachrichten von Waffenlieferungen und Notwendigkeiten kommen. Es war nicht der Schrecken des großen Krieges, der uns abgehalten hat. Es war die nüchterne Rechnung: "Wenn wir jetzt loslegen, sterben wir alle". Solange wir nicht alle sterben, können wir loslegen. Der Frieden war nur das Ergebnis einer Rechenaufgabe, war Summe und Differenz, Produkt und Quotient zugleich.

Als ich heute morgen sagte: "Es ist jetzt genau 75 Jahre her", nahm mir danach etwas den Atem. Es ist Trauer, Enttäuschung, Scham. Ich entschuldige mich bei allen Opfern dieses Krieges, dass wir doch so wenig aus ihrem Tod gelernt haben.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 01.09.2014 09:21 | nach oben springen

#4

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 09:49
von Gelöschtes Mitglied
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Solche guten und sogar selbstkritischen Beiträge liest man hier nicht oft, danke dafür.


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#5

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 10:53
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Etwas Kurioses aus der Schweiz, das aber hierher passt. Genau vor 25 Jahren war der Höhepunkt der sogenannten "Diamantfeiern".
https://www.woz.ch/0607/woz-nr-7-89-17-f...-kriegsausbruch

http://www.nzz.ch/schweiz/blick-zurueck/...cken-1.18369553
Theo


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#6

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 11:17
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich finde heute nicht die richtigen Worte. Beim Stöbern über die Angst vor dem Krieg bin ich auf einen Artikel aus der ZEIT von 1952 gestoßen:

Über Unruhe und Angst, die das Leben unserer Generation vergiften, lassen sich mancherlei psychologische Theorien aufstellen, – auch solche, die philosophisch auftreten. Sie mögen auf mehr oder weniger Anhaltspunkte gestützt sein, aber sie kommen nicht ins Konkrete. Eher schon die politischen Theorien, welche die allgemeine Nervosität als Angst vor dem Kriege erkennen. Das leuchtet ein. Meist steckt ein Geschäft dahinter, denn wer den befürchteten Krieg verdammt, gewinnt Anhänger, betäubt Gegner. Zu einer echten Klarheit kommt man aber damit auch nicht. Hat es früher denn keine Kriege gegeben?

Daß der Mensch den Krieg nicht liebt, ist natürlich. Mit der Kriegsdrohung geht zusammen die Angst vor dem Verlust an Menschenleben, an Gütern, die Angst vor Einschränkungen und Anstrengungen, die Angst sogar vor der Angst, die man haben wird, wenn die Bomben fallen. Aber dieselben Drohungen haben offenbar in früheren Zeiten nicht dieselbe Angst und Nervenspannung hervorgebracht. Etwas Neues, muß hier wirken. Was hat sich, was hat uns verändert?


http://www.zeit.de/1952/24/im-zeitalter-...-vor-dem-kriege

LG von der Moskwitschka


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#7

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 14:19
von suentaler | 1.923 Beiträge

Heute nun, am Weltfriedenstag, dem 75.Jahrestag des Beginns des 2. Weltkrieges wird im Bundestag über die Waffenlieferung in den Nordirak debattiert und dass obwohl die Waffenlieferung längst beschlossene Sache ist und der Zustimmung des Bundestags nicht bedarf.
Noch darf das Kabarett darf die Wahrheit sagen:
http://www.youtube.com/watch?v=6bW9wyrNlDI


Zitat:
Am Sonntag beschloss die deutsche Regierung, eine weitere Ausnahme zu machen, wenn es darum geht, gegen das Grundgesetz zu verstoßen, indem Rüstungsgüter in ein Gebiet geliefert werden, indem bereits Krieg herrscht. Das ist durch das Grundgesetz seit 1949 nämlich strengstens verboten. Die Regierung aber schert sich nicht um darum und liefert jetzt Waffen an die Kurden im Irak, damit diese sich gegen die ISIS-Truppen verteidigen können.
Geliefert werden sollen unter anderem:
16000 Sturmgewehre, 8000 Pistolen, 40 Maschinengewehre, über 200 Panzerfäuste, 10000 Handgranaten und 30 Panzerabwehrwaffen...
(Quelle: KenFM)


Was für eine peinliche Farce. Und solche Politdarsteller, egal welcher Couleur, werden dann noch vom Volk begeistert gewählt.

Wie lange wollen wir uns von denen eigentlich noch verarschen lassen ?


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
.
MfG Suentaler
.
[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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#8

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 14:46
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von suentaler im Beitrag #7

Am Sonntag beschloss die deutsche Regierung, eine weitere Ausnahme zu machen, wenn es darum geht, gegen das Grundgesetz zu verstoßen, indem Rüstungsgüter in ein Gebiet geliefert werden, indem bereits Krieg herrscht. Das ist durch das Grundgesetz seit 1949 nämlich strengstens verboten. Die Regierung aber schert sich nicht um darum und liefert jetzt Waffen an die Kurden im Irak, damit diese sich gegen die ISIS-Truppen verteidigen können.


Nun ja - da scheint es jemand mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen - Hauptsache, die Lüge hört sich gut an und macht Stimmung.

Im Grundgesetz von 49 steht Vieles - aber kein - wie behauptet - strengstes Verbot. Im Artikel 26 heißt es lediglich: Zur Kriegführung bestimmte Waffen dürfen nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz. Wer nachlesen möchte: http://www.documentarchiv.de/brd/1949/grundgesetz.html

Und auch in den Folgejahren wurde dieses "Verbot" nicht ins Grundgesetz aufgenommen. Es gab zwar mal 1994 eine Forderung der SPD, den Waffenexport in Nicht-NATO-Länder per Grundgesetzänderung zu verbieten, (Quelle http://library.fes.de/spdpd/1994/940509.pdf), aber auch diese Initiative scheiterte.

Aber wenn man sich aus solchen Lügengebilden sein Weltbild zusammenzimmert, dann wundert mich Manches nicht mehr.


zuletzt bearbeitet 01.09.2014 14:47 | nach oben springen

#9

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 16:10
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Nehmen wir doch mal den Begriff des Weltfriedenstages gleich ernst. @Dandelion , nicht jede Unwahrheit muss gleich eine Lüge sein. Es wäre schade, wenn wir uns diesen Thread mit solchen Streitereien verderben.

Liebe Grüße und eine friedvolle Woche!
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#10

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 16:17
von damals wars | 12.179 Beiträge

Es ist schon sehr ungewöhnlich, das eine gesamtdeutsche Regierung eine nationale Befreiungsbewegung mit einer Waffenlieferung unterstützt!
Wer hätte das für möglich gehalten?
Ich nicht!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 01.09.2014 16:19 | nach oben springen

#11

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 16:47
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Die Deutschen rechneten damit, dass Engländer und Franzosen keine grossen kriegerischen Aktivitäten zum Schutze Polens entwickeln würden. So war es denn auch. Obschon sie mit Polen verbündet waren. Zwar wurde die Zivilbevölkerung im Westen evakuiert, es ereignete sich aber kaum etwas Kriegerisches. Erst
http://www.nng.uni-saarland.de/forschung...akuierungen.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Sitzkrieg
Erst im Mai 1940 ging es im Westen los und nicht wenige dachten, dass der Krieg mit der Eroberung Frankreichs am 25. Mai 1940 schon zu Ende wäre. Wenn die Deutschen dann Schluss gemacht hätten, hätte es viel weniger Tote gegeben, aber ein Nazideutschland auf Dauer als dritte Supermacht zwischen den USA und der Sowjetunion wäre auch nicht gerade erstrebenswert gewesen.
Theo


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#12

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 16:59
von ABV | 4.202 Beiträge

Wenn man den zeitgenössischen Berichten Glauben schenken darf, sind am 01. September 1939 eine ganze Menge deutscher Soldaten begeistert in den "Polenfeldzug" gezogen. Unter anderem auch der spätere Oberst und Hitler-Attentäter und Oberst Claus Schenk von Stauffenberg. Von dem Briefe überliefert sind, deren Inhalt und Aussagen über das polnische Volk, ganz schön an dessen Saubermann-Image kratzen.
Man sollte aber nicht vergessen, dass der Angriff auf Polen eine lange Vorgeschichte besitzt. Die im Jahre 1918 und den Deutschland im Jahre 1918 im Vertrag von Versailles "übergeholfenen" Bedingungen, unter anderem die Gebietsabtretungen an den Wiederauferstandenen polnischen Staat, ihren Anfang nahm.
Viele Deutschen konnte " die Schmach von Versailles" nie richtig verwinden. Deutschland sollte damit bestraft werden. Obwohl das zu jener Zeit noch kaiserliche Deutschland durchaus nicht die Alleinschuld am Ausbruch des 1. Weltkriegs trug.
Nach seiner Machtübernahme gelang es Hitler geschickt, dieses Gefühl von "Demütigung" und den Wunsch nach "Wiedergutmachung" geschickt für seine eigenen Zwecke zu missbrauchen.
Zwischen Polen und Deutschen bestand bereits seit vielen Generationen ein alles andere als einfaches Verhältnis. Wie bereits oben erwähnt, gab es den polnischen Staat bis nach dem Ende des 1. Weltkriegs de facto nicht mehr. Das von inneren Streitigkeiten geschwächte Königreich Polen wurde zum ersten Mal in den siebziger Jahren des 18. Jahrhundert, teilweise, zwischen Preußen, Österreich und Russland aufgeteilt.
Unter die " preußische Fuchtel" gerieten zunächst die Gebiete des damaligen West-Preußen. Durch diesen Schachzug gelang Friedrich dem Großen die territoriale Einigung von dem zum Königreich Preußen gehörenden Ostpreußen und dem polnischen Westpreußen.
Weitere Aufteilungen des polnischen Hoheitsgebietes, bis zum endgültigen Verschwinden Polens von der politischen Landkarte, folgten in den kommenden Jahrzehnten.
Bei einer dieser Aufteilungen, die nichts anderes waren als "friedlicher" Landraub, kam auch die Gegend von Poznan (Posen) unter die Herrschaft Preußens. Ausgerechnet jene Region, in der praktisch " die polnische Wiege stand". Wurde doch der polnische Staat, der Überlieferung nach, auf einer Insel in der Nähe von Poznan gegründet.
Ging es unter Friedrich dem Großen noch vergleichsweise human und tolerant zu, änderte sich der Umgang mit den angestammten polnischen Bewohnern spätestens um die Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts drastisch.
Poznan, nunmehr hochoffiziell Posen genannt, wurde Sitz des so genannten "Ostmarkenvereins". Einem Zusammenschluss rechter Politiker. Die sich, lange bevor an " Adolf Nazi" überhaupt zu denken war, die Ausmerzung alles polnischen, darunter die Sprache und die Kultur, auf die Fahnen schwor.
Eine besonders unrühmliche Rolle spielte dabei der spätere Reichskanzler Bismark. Polen galten zunehmend als Bürger " 2. Klasse". Dabei kam es immer wieder zu Spannungen und auch Widerstandshandlungen seitens der Bevölkerung. Gegenseitige Vorurteile zwischen Polen und Deutschen, die gelegentlich auch heute noch auftreten, haben ihre Wurzeln nicht immer nur im Zweiten Weltkrieg.
Es scheint aber, dass es, auf Grund dessen vielen Deutschen nicht besonder schwer gefallen ist, am 01. September 1939 über ihr Nachbarvolk herzufallen. Das heutige Deutschland hat allen Grund sich bei den Polen für die damaligen Untaten zu entschuldigen! Was ja auch vielfach bereits geschehen ist.
Genau wie sich seitens der heutigen Einwohner Polens zunehmend Verständnis für die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus ihrer von den Siegern Polen zugeschlagenen Heimat vertrieben wurden. Es gibt auch eine zunehmende Bereitschaft in Polen, diese Vertreibungen als das anzuerkennen, was sie nun einmal waren: Schreiendes Unrecht!
Aber eben Unrecht das niemand mehr korrigieren kann. Ohne erneut Unrecht und Unheil, womöglich in weit schlimmerer Form über die Menschheit heraufzubeschwören. Polen und Deutsche befinden sich auf einem guten Weg die Geister der Vergangenheit endgültig davon zu jagen. Bleibt nur zu hoffen, dass ewig gestrige Schwachköpfe diesem Vorhaben nicht im Wege stehen.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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zuletzt bearbeitet 01.09.2014 17:08 | nach oben springen

#13

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 17:16
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Ich befürchte fast, das Misstrauen gegenüber den Polen gibt es noch heute..

Theo


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#14

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 01.09.2014 21:16
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von damals wars im Beitrag #10
Es ist schon sehr ungewöhnlich, das eine gesamtdeutsche Regierung eine nationale Befreiungsbewegung mit einer Waffenlieferung unterstützt!
Wer hätte das für möglich gehalten?
Ich nicht!


bedeutet das "gesamtdeutsche" = gesammt Lobby?


Turmwache hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#15

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 02.09.2014 11:25
von Moskwitschka (gelöscht)
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Noch nie hat mich dieser Tag - der Weltfriedenstag - so emotional mitgenommen, wie gestern. Hin und her gerissen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Auch wenn ich wahrscheinlich Unverständnis ernte - am Ende des Tages, als die Tränen so halbwegs getrocknet waren, blieb neben der Trauer, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung übrig. Emotionen, die durch eine Rede ausgelöst wurden:

http://www.bundespraesident.de/SharedDoc...sterplatte.html

Aber so hat jeder seine Emotionen - der Bundespräsident und eins seiner "Schäfchen".

LG von der Moskwitschka


Turmwache hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#16

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 02.09.2014 11:52
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #6
Ich finde heute nicht die richtigen Worte. Beim Stöbern über die Angst vor dem Krieg bin ich auf einen Artikel aus der ZEIT von 1952 gestoßen:

Über Unruhe und Angst, die das Leben unserer Generation vergiften, lassen sich mancherlei psychologische Theorien aufstellen, – auch solche, die philosophisch auftreten. Sie mögen auf mehr oder weniger Anhaltspunkte gestützt sein, aber sie kommen nicht ins Konkrete. Eher schon die politischen Theorien, welche die allgemeine Nervosität als Angst vor dem Kriege erkennen. Das leuchtet ein. Meist steckt ein Geschäft dahinter, denn wer den befürchteten Krieg verdammt, gewinnt Anhänger, betäubt Gegner. Zu einer echten Klarheit kommt man aber damit auch nicht. Hat es früher denn keine Kriege gegeben?

Daß der Mensch den Krieg nicht liebt, ist natürlich. Mit der Kriegsdrohung geht zusammen die Angst vor dem Verlust an Menschenleben, an Gütern, die Angst vor Einschränkungen und Anstrengungen, die Angst sogar vor der Angst, die man haben wird, wenn die Bomben fallen. Aber dieselben Drohungen haben offenbar in früheren Zeiten nicht dieselbe Angst und Nervenspannung hervorgebracht. Etwas Neues, muß hier wirken. Was hat sich, was hat uns verändert?


http://www.zeit.de/1952/24/im-zeitalter-...-vor-dem-kriege

LG von der Moskwitschka




Ich muss zu dem von Moskwitschka eingestellten ZEIT-Artikel ein kleines OT einschieben:

Der Artikel von 1952 bespricht ein damals erscheinendes Buch des äußerst ambilvalenten Staatsrechtlers Carl Schmitt, der hier das Völkerrecht kritisch unter die Lupe nimmt:

„Es muß an zwei Wahrheiten erinnert werden“, sagt Schmitt, „erstens, daß das Völkerrecht die Aufgabe hat, den Vernichtungskrieg zu verhindern, also den Krieg, soweit er unvermeidlich ist, zu umhegen, und zweitens, daß eine Abschaffung des Krieges ohne echte Hegung nur neue, wahrscheinlich schlimmere Arten des Krieges, Rückfälle in den Bürgerkrieg und andere Arten des Vernichtungskrieges zur Folge hat.“


Der das schreibt, also Schmitt, war der Chef-Staatsrechtler und juristischer Legitimierer des sog. 3.Reiches und seiner menschenverachtenden Gesetzgebung, und hat sich nach '45 niemals davon distanziert.

[...]Im Herbst 1933 wurde Schmitt aus „staatspolitischen Gründen“ an die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin berufen und entwickelte dort die Lehre vom konkreten Ordnungsdenken, der zufolge jede Ordnung ihre institutionelle Repräsentanz im Entscheidungsmonopol eines Amtes mit Unfehlbarkeitsanspruch findet. Diese amtscharismatische Souveränitätslehre mündete in einer Propagierung des Führerprinzips und der These einer Identität von Wille und Gesetz („Der Wille des Führers ist Gesetz“).
Damit konnte Schmitt seinen Ruf bei den neuen Machthabern weiter festigen. Zudem diente der Jurist als Stichwortgeber, dessen Wendungen wie totaler Staat – totaler Krieg oder geostrategischer Großraum mit Interventionsverbot für raumfremde Mächte enormen Erfolg hatten, wenngleich sie nicht mit seinem Namen verbunden wurden.

Schmitts Einsatz für das neue Regime war bedingungslos. Als Beispiel kann seine Instrumentalisierung der Verfassungsgeschichte zur Legitimation des NS-Regimes dienen.Viele seiner Stellungnahmen gingen weit über das hinaus, was von einem linientreuen Juristen erwartet wurde. Schmitt wollte sich offensichtlich durch besonders schneidige Formulierungen profilieren. In Reaktion auf die Morde des NS-Regimes vom 30. Juni 1934 während der Röhm-Affäre – unter den Getöteten war auch der ihm politisch nahestehende ehemalige Reichskanzler Kurt von Schleicher – rechtfertigte er die Selbstermächtigung Hitlers mit den Worten:

„Der Führer schützt das Recht vor dem schlimmsten Missbrauch, wenn er im Augenblick der Gefahr kraft seines Führertums als oberster Gerichtsherr unmittelbar Recht schafft.“ [...]

http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Schmitt


---------------------------------------

Schmitts Vergangenheit wird mit keinem Wort in diesem rezensierenden Artikel erwähnt.
Soviel zur medialen Verdrängung der NS-Zeit in der jungen Bundesrepublik, es möchte einem schlecht werden.


OT Ende


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#17

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 02.09.2014 12:24
von Duck | 1.741 Beiträge

Wenn ich an den 01.September 1939 denke, habe ich immer zwei Bilder im Kopf zum einem die Wehrmachtssoldaten die den polnischen Schlagbaum auseinander genommen haben und den großen Sendemast vom Sender Gleiwitz. Es ist schon erstaunlich bei soviel zerstörten Städten, Gebäuden und Landschaften die dieser Krieg gebracht hat, das gerade dieser Mast noch dazu komplett aus Holz diesen Krieg unbeschadet überstanden hat. Als Mahnmal für den Beginn eines mörderischen Krieges?
Irgendwann muss ich mir den mal ansehen, denn er steht immer noch an seinen Platz.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


zuletzt bearbeitet 02.09.2014 13:28 | nach oben springen

#18

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 02.09.2014 12:50
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Barbara im Beitrag #16


Schmitts Vergangenheit wird mit keinem Wort in diesem rezensierenden Artikel erwähnt.
Soviel zur medialen Verdrängung der NS-Zeit in der jungen Bundesrepublik, es möchte einem schlecht werden.


OT Ende




Dafür sind wir aufgeklärte Menschen - davon gehe ich mal zumindest aus. Carl Schmitt ist mir gestern auch böse aufgestoßen.

Doch mich hat die Fragen, die damals in den Raum gestellt wurden mehr bewegt. Genau diese Fragen sollte man sich heute auch stellen - Was hat sich, was hat uns verändert?

Später habe ich in der ARD eine Dokumentation zum 1.September 1939 gesehen, bei der Zeitzeugen ihre Wahrnehmung und Erinnerung vom Sommer 1939 geschildert haben und der politischen Entwicklung in Europa gegenüber gestellt wurde. Es war erschreckend.

Im Moment habe ich noch keine Antworten zu - Was hat uns verändert? Denn mich beschäftigt eher die Frage haben wir uns überhaupt verändert?

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 02.09.2014 12:58 | nach oben springen

#19

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 02.09.2014 13:25
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #15
Noch nie hat mich dieser Tag - der Weltfriedenstag - so emotional mitgenommen, wie gestern. Hin und her gerissen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Auch wenn ich wahrscheinlich Unverständnis ernte - am Ende des Tages, als die Tränen so halbwegs getrocknet waren, blieb neben der Trauer, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung übrig. Emotionen, die durch eine Rede ausgelöst wurden:

http://www.bundespraesident.de/SharedDoc...sterplatte.html

Aber so hat jeder seine Emotionen - der Bundespräsident und eins seiner "Schäfchen".

LG von der Moskwitschka




Dieses Unverständnis erntest du bei mir. Ich habe große Achtung vor der Offenheit, Ehrlichkeit und dem Respekt, den unser BP dem polnischen Volk an diesem denkwürdigen Tag mit seiner Rede entgegenbringt. Ich bin stolz darauf, einen solchen Präsidenten zu haben.
Es wurde kein anderes Volk in Europa im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl so vom Krieg gebeutelt, mit soviel Leid überzogen, wie das polnische Volk und das auch noch von 2 Seiten, von denen es die Zange genommen wurde. Das polnische Volk hatte nicht nur in den 51/2 Jahren Kriegszustand mit der faschistischen deutschen Wehrmacht mit ihren menschenverachtenden Kriegsmethoden zu tun sondern auch mit der stalinistischen, kaum weniger brutalen Sowjetarmee. Zu allem Unglück wurde der Staat Polen dann noch ab 1945 44 Jahre als Geisel und Kolonie der Sowjetunion weiter geführt. Dank der mutigen Kämpfer von Solidarnocsz ist dieser Spuk dann inkl. Sowjetunion nach 1989 abgewickelt worden.
Auf all dieses hat der BP hingewiesen und das war gut so.. Er hat auch den Bezug zur jetzigen nationalfaschistischen Putinadminstration zu Recht hergestellt und die große Kriegsgefahr benannt, die von Moskau ausgeht. Ja, ich benenne Putin ab jetzt als einen Kriegstreiber. Die Nato, die seit 1949 uns den Frieden garantierte, sollte sich gut vorberéiten und Putin die Faust unter die Nase halten, das er den Geruch des Krieges spürt. Ich hoffe dass ihn das zur Vernunft bringt, denn für mich ist er zur Zeit völlig durchgeknallt.
Nie wieder sollte eine solche Appeasementpolitik gegenüber einem Diktator stattfinden wie es im Sommer 1939 zwischen Hitlerdeutschland und F und GB stattfand. Hätte damals GB und USA Hitler den Krieg erklärt, als er die CSR sich einverleibte, hätte es den WK II nie gegeben. Ich sehe auffallend viele Parallelen zwischen der Politik 1939 und der heutigen Situation in der Ukraine. Gleiwitz ist überall, nur heute trägt es andere Namen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
grenzgänger81, Pit 59, B208 und polsam haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: 01.September 1939 - Der Überfall auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges

in Themen vom Tage 02.09.2014 14:06
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Gert im Beitrag #19
Dieses Unverständnis erntest du bei mir.


Danke für Deine Offenheit @Gert Vor allem freue ich mich, dass Du wieder schreibst.

Ich habe seine Rede nicht nach geschichtlichen Ereignissen beurteilt, sondern von Emotionen, die sie bei mir ausgelöst hat. Un da bin ich nicht alleine. Es sind Menschen, die sich Sorgen machen und sich durch diese Rede als Deutsche nicht vetreten fühlen.

Und wenn Du mich jetzt den LINKEN packst, die sich heute medial dazu geäußert haben, dann soll es so sein. Ich werde es nicht ändern können.

Mich leiten jedoch andere Werte unserer deutschen Geschichte, die mich maßgeblich geprägt haben - und von Willy Brandt maßgeblich bestimmt wurden.

LG von der Moskwitschka


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