#281

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 17.09.2014 22:05
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #275
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #252
Bevor sich hier alle weiter beharken, wie hätte denn nach Meinung der "Optimisten" die ideale DDR-Wirtschaft nach 89 Eurer Meinung nach ausgesehen? Wo hätte die DDR alleine Chancen gehabt? (Ehrliche Frage ohne Hinterhalt)
Bitte alles für die reale Umgebung mit zerfallender SU und so weiter angeben.


@Harzwanderer

ich gehöre nicht der Gruppe der Optimisten an, aber was wäre die Voraussetzung für eine Existenz nach 89 gewesen?
1. Leistungsprinzip einführen und rigoros durchsetzen - Ergebnis wären Arbeitslose gewesen
2. Tätigen von Investitionen um überhaupt in breiter Front weltmarktfähig zu werden. Frage, wer investiert schon, wenn er dann später keinen
Einfluss auf sein Investobjekt nehmen kann?
3. Freie Verfügbarkeit über die erwirtschafteten Gewinne für die Unternehmen, damit diese auch dem neuesten Stand der Technik folgen können.
4. Wegfall der übergeordneten Außenhandelsfirmen, das jeweilige Unternehmen muss eigenverantwortlich agieren können...


Schon diese Punkte zeigen an, dass die Produktionsmittel nicht mehr dem Staat gehören können, sondern privatisiert werden müssen. Gibt uns Vietnam und China nicht das Beispiel, dass es da läuft??
Alleine der Sprung in eine Leistungsgesellschaft hätte gegen die bis zur Wende herrschenden Zustände einen krassen Schnitt bedeutet. BGL, APO, FDJ-Sekretär - all sowas wäre freigesetzt worden, hätte freigesetzt werden müssen. Keine persönlich schöpferischen Pläne mehr, kein Titelkampf, keine ZV-Übungen in der Arbeitszeit und dies ließe sich endlos fortsetzen.
Schau alleine einmal auf einen Wiedereinrichter in der Landwirtschaft, wie viel Leute hat der heute? Wie viele hatte er nach der Wende? aber wie viele hatte die LPG oder das VEG, berechnet auf die gleiche Fläche? Wo wären sie geblieben?
Nimm die bescheuerte Subventionspolitik der DDR, die Leute das Ei im Laden kaufen ließ und die es dann für weitaus mehr Geld wieder. ablieferten. Sie hätte von heute auf morgen wegfallen müssen...
Fischer, die auf Teufel komm raus fischten und der Hering wurde dann mangels Abnehmer untergepflügt... Heute gibt es kaum noch Fischer, auch die wären in einer weiterlebenden DDR-Wirtschaft ohne Subventionen vor dem Ruin gestanden, wenn man sie nicht vor den Fischern aus Polen und Litauen oder Russland geschützt hätte..
Also Abschottung? Wer international mitspielen will, kann nur durch Zölle etwas abschotten und da würde es wohl sehr bald Handelskrieg geben...
Es hätte einfach nicht funktioniert,. solange dir da jemand in deine Firma reinquatscht... heute reichen schon Statistiken und diverse Vorschriften, wenn die staatlichen Stellen des erneuerten Sozialismis noch dazugekommen wären - wer hätte denn etwas investiert, ob nun Geld oder Gehirnschmalz?


@Rüganer ,

das ist (fast) alles richtig und auch gut von Dir dargestellt.

Reden wir jetzt an einander vorbei? Wie und wer auch immer.

Ich rede von einem Übergang der DDR- Planwirtschaft in die soziale Marktwirtschaft. Mit Einzelfallprüfungen, besonders im Intersse der wenigen überlebensfähigen DDR- Betriebe, dem (schnellen!) Aufbau eines gesunden, überlebensfähigen Mittelstandes und damit Schaffung/ Erhalt von Arbeitsplätzen.. Mit drastisch verschärften Wirtschaftsstrafrecht in einer Übergangsphase und in Bezug auf Betrug usw., per Gesetz natürlich. Weil mit Bitte- Bitte nix funktioniert! Ausschluß bzw. harte Besteuerung jeglicher Spekulationsgewinne im Beitrittsgebiet.. Eine andere Alternative gab es einfach nicht!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 17.09.2014 22:07 | nach oben springen

#282

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 17.09.2014 22:07
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #274
@Hagen Friedrichs , manchmal ist es besser sich zurück zu lehnen und sich seinen Teil zu denken. Eine objektive Diskussion ist doch gar nicht gewollt.

Es gibt da ein schönes Lied von den Ärzten "Lasse reden...."

Na, dann schreibe doch mal selbst was gescheites und hänge Dich nicht nur mit blöden Sprüchen hier rein! Sprücheklopfer haben wir nun schon in der Damaligen genug kennen gelernt
Grüsse steffen52


Hapedi und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#283

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 17.09.2014 22:44
von Rüganer (gelöscht)
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@josy95

wir reden nicht aneinander vorbei, du bist schon einen Schritt weiter, du meinst, dass die eigene Wirtschaft in der ex DDR nach 1989 eine soziale Marktwirtschaft gewesen wäre. Meinst du wirklich, dies wäre angestrebt worden?
Ich dagegen habe nur mal angerissen, was vom Übergang der real existierenden DDR Wirtschaft notwendig gewesen wäre, wenn man eine andere, weltmarktfähige Wirtschaft auf DDR Gebiet hätte schaffen wollen, egal, wie die auch ausgesehen hätte.
immer gibt es diesen gnadenlosen Wettbewerb, ob nun innerhalb des Gebietes, des Landes, des Kontinents oder in der ganzen Welt. Und wenn man da nicht irgendeine Lücke findet, ist man weg vom Fenster. Aber dies wäre eben niemals mit der Einstellung zur Sache gegangen, die man von der DDR her kannte. Und wenn man da etwas geändert hätte, wäre es immer gegen die Arbeiterklasse gegangen, weil man der mehr Druck machen würde. Und wer dem nicht standhalten kann, der verfällt in solche Äußerungen, wie wir sie in diesem Thread lesen können und wird eben durch das Sieb fallen, weil kein Betrieb sich mit solchen Leuten noch das Klima versauen will.
Josy, es wäre nichts geworden, dass die Treuhand da vieles platt gemacht hat - welcher Unternehmer würde es nicht auch so machen, wenn er künftigen Wettbewerb ausschalten kann. Den zeige mir mal...


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#284

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 17.09.2014 23:03
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #280
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #274
@Hagen Friedrichs , manchmal ist es besser sich zurück zu lehnen und sich seinen Teil zu denken. Eine objektive Diskussion ist doch gar nicht gewollt.

Es gibt da ein schönes Lied von den Ärzten "Lasse reden...."


@ Rainman2 , hat bei mir mal eine Korrektur des Textes vorgenommen!Bezüglich Rechtschreibung und Grammatik. Es würde bei dir,@Bürger der DDR ,auch mal angebracht sein.
Da ihr beide aber die gleichen Ansichten teilt, glaube ich kaum dass er es bei dir vornimmt!!
Seit längerer Zeit schreibe ich auch nur noch," Frei Schnauze"()


Hallo @Harra318 ,

1. Der Vollständigkeit halber: Du hattest um diese Korrekturen gebeten.
2. Der Korrektheit halber: Die Behauptung, dass ich die gleichen Ansichten wie Bürger der DDR habe, oder er die gleichen wie ich, weise ich zurück. Aus einer wie auch immer gearteten Schnittmenge eine grundlegende Übereinstimmung der zugrundeliegenden Gesamtmengen abzuleiten, ist aber ein häufig gemachter Fehler.

Halt Dich fit, das Leben ist eh schon schwer genug

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#285

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 17.09.2014 23:06
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Danke @Rainman2 , für deine Ausführung. Ich wusste das du eine passende Antwort parat hast! Mich hat es nur verwundert das es so lange dauert.


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#286

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 17.09.2014 23:08
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #285
Danke @ Rainman2 , für deine Ausführung. Ich wusste das du eine passende Antwort parat hast! Mich hat es nur verwundert das es so lange dauert.

Muss noch arbeiten, da sitze ich an einem anderen Rechner.
Und jetzt: Feierahmd!


Herzliche Grüße und Gute Nacht!
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#287

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 17.09.2014 23:09
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Na dann hau rein und eine gute Nacht


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#288

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 17.09.2014 23:35
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #284
Zitat von Harra318 im Beitrag #280
... @ Rainman2 , hat bei mir mal eine Korrektur des Textes vorgenommen! ...

Hallo @Harra318 ,

1. Der Vollständigkeit halber: Du hattest um diese Korrekturen gebeten.
...

Ach Harra,

ich und mein alter Schädel. Vergib mir!
Das mit der Bitte um Änderungen waren andere. Da habe ich was verwechselt.
Du meintest den Thread und meinen Beitrag darin: Korrekte Rechtschreibung/ Groß- Kleinschreibung, ein Zeichen von Stil und Niveau? (2)

Also der Korrektheit halber: Du hattest nicht um die Korrekturen gebeten, ich hatte selbst in einem Zitat ein paar Rechtschreibregeln anhand eines Beitrages von Dir erklärt.

So, mit dieser Gegendarstellung und einer Bitte um Entschuldigung an Dich und an die Leser dieses Threads für den Ausflug ins OT verabschiede ich mich nun endlich ins Bett.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#289

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 17.09.2014 23:40
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #288
Zitat von Rainman2 im Beitrag #284
Zitat von Harra318 im Beitrag #280
... @ Rainman2 , hat bei mir mal eine Korrektur des Textes vorgenommen! ...

Hallo @Harra318 ,

1. Der Vollständigkeit halber: Du hattest um diese Korrekturen gebeten.
...

Ach Harra,

ich und mein alter Schädel. Vergib mir!
Das mit der Bitte um Änderungen waren andere. Da habe ich was verwechselt.
Du meintest den Thread und meinen Beitrag darin: Korrekte Rechtschreibung/ Groß- Kleinschreibung, ein Zeichen von Stil und Niveau? (2)

Also der Korrektheit halber: Du hattest nicht um die Korrekturen gebeten, ich hatte selbst in einem Zitat ein paar Rechtschreibregeln anhand eines Beitrages von Dir erklärt.

So, mit dieser Gegendarstellung und einer Bitte um Entschuldigung an Dich und an die Leser dieses Threads für den Ausflug ins OT verabschiede ich mich nun endlich ins Bett.

ciao Rainman




Ja,ja geht schon seinen Gang ( dem sozialistischen).
Brauchst auch keine schlaflose Nacht zubereiten!
Wie hieß doch der Alzheimer mit seinem Vornamen


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#290

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 17.09.2014 23:42
von Gelöschtes Mitglied
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@Rüganer zu dem 1. Punkt, das sehe ich auch so

Zitat:
"1. Leistungsprinzip einführen und rigoros durchsetzen - Ergebnis wären Arbeitslose gewesen"

Durch die Subventionspolitik ist jede Leistungsbereitschaft gestört wurden.

Bei Deinen anderen Punkten, für mich "teils-teils", ja die Betriebe hätten stärker über den Gewinn verfügen müssen um ihre Betriebsmittel auf dem aktuellen Stand halten zu können.
Bei der alten Diskussion "Marktwirtschaft oder Planwirtschaft" kann ich nicht mitgehen. Für mich hat die Marktwirtschaft einige Nachteile. Eine Wirtschaft die ihren Markt selber durch Werbung und Bedürfnissweckung schaffen kann ist in meinen Augen in der heutigen Zeit nicht mehr zu vertreten. Das Ganze schluckt zu viele Ressourcen. Der "Motor für die Entwicklung" von zeitgerechten Produkten kann nicht nur dem Streben nach Profit überlassen werden. Der Nachteil einer Planwirtschaft, der wirkliche Bedarf an Produkten kann kaum ermittelt werden und sie reagiert zu träge auf Veränderungen.
Diese Änderungen hätten aber schon 1979 einsetzen müssen, nicht nach dem das Kind im Brunnen lag. Die schlagartige Änderung der weltweiten Verhältnisse konnte nur noch der Todesstoß sein. Der Absatz im Osten weggebrochen (auch durch Einführung der D-Mark), direkter Druck durch Politik und Wirtschaft der BRD und gnadenlose Marktbereinigung.
Unter den pol. Umständen nach 1989 wäre eine eigene Wirtschaft nicht möglich gewesen. Die Chancen wurden früher verspielt. Nur generell ist für mich eine Planwirtschaft bzw. ein Modell einer anderen sozialen Wirtschaftsform nicht aus der Welt. Solche Konzerne wie in der Automobilindustrie haben unterdessen eine solche Macht das der Staat nach "ihrer Pfeife tanzt".

@Harra318 , bitte schon jetzt um Vergebung möglicher Fehler, etwas abweichend vom Originalzitat: "Wer frei von Fehlern ist werfe den ersten Stein"


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#291

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 18.09.2014 08:05
von Rüganer (gelöscht)
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@Bürger der DDR

das alte Lied ist doch – wann geht in der Wirtschaft etwas voran? Egal ob Planwirtschaft oder Marktwirtschaft? Antwort: wenn man damit Geld verdienen kann und ein Markt dafür da ist und wenn der Wettbewerb mich dazu zwingt, meine Produkte so zu entwickeln, dass sie zumindest mit an der Spitze liegen und sie jemand will.
Nun geht dies nur über den Profit, für Orden, Urkunden, Ehrenmedaillen oder gute Worte wird es nicht klappen. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass zumindest in einem sozialistischen Großbetrieb, in dem ich gearbeitet habe, wichtige Rekonstruktionen und Reparaturen nur mit „materieller Stimulierung“ durchgezogen wurden und wir dann auch mal 26 Stunden rund um die Uhr durchgewühlt haben, damit alles wieder funktionierte. Für gute Worte hätte keiner das Bein aus dem Bett gehoben...
Wenn ich mich als Firma dem Wettbewerb stellen muss und dies muss ich, wenn ich am vollen Markt mitspielen will, dann ist dieser Wettbewerb leider gnadenlos. Glaub mir, ich kann in heutiger Zeit ein Lied davon singen. Solange Wettbewerb kein sozialistischer Wettbewerb bekanten Typus ist, ist der immer gnadenlos.
Und nun sag mir, wo hätte z.B. das Traktorenwerk Schönebeck mit dem ZT 323 noch eine Chance gehabt, wenn da der restliche Markt der Welt schon lange erobert und aufgeteilt ist? Nur durch bessere und preiswertere Traktoren, als New Holland oder John Deere sie anbietet, um nur 2 Anbieter zu nennen. Wo wären die anderen Betriebe geblieben? Nimm Multicar, da hat es doch geklappt, weil die in einem Segment produziert haben, welches nicht oder nur gering besetzt war.
Und noch etwas:
Du schreibst: Unter den pol. Umständen nach 1989 wäre eine eigene Wirtschaft nicht möglich gewesen. Die Chancen wurden früher verspielt.
Was wäre denn unter den politischen Umständen meinetwegen 1979 möglich gewesen? Etwa die rigorose Durchsetzung des Leistungsprinzips? Niemals, man hat nur davon gequatscht, Realisierung scheiterte daran, dass die Arbeiterklasse offiziell das Sagen hatte und dieser Klasse nun Druck zu machen, dies wurde doch nicht zugelassen. Einen Säufer rauszuwerfen, welche Mühen hat dies einen Betrieb gekostet. Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen – Leistungsprinzip... war abgeschafft. Fähige Leute wurden kaltgestellt, weil sie nicht der Partei der Arbeiterklasse angehörten und auch nicht angehören wollten...dafür waren willfährige Parteikader auf Stühlen, die für sie 3 Nummern zu groß waren, sprich, denen sie nicht gewachsen waren.. Wer die Wirtschaft zu DDR – Zeiten ändern wollte, hätte die DDR verändern müssen und dies war nicht erlaubt... Und so dümpelte alles weiter im eigenen Saft...
Wenn für dich die Marktwirtschaft einige Nachteile hat – 25 Jahre lebe ich inzwischen in der Marktwirtschaft, mit all den schönen, aber auch brutalen Seiten, Summa Summarum – ich kann ganz gut darin leben. Ich war 39 Jahre in der Planwirtschaft, irgendwann hatte ich soviel an Tauschobjekten und richtiger Währung, dass ich auch in dem System gut leben konnte – aber es war für das Land das schlechtere System, wird dir hier die Masse der User bestätigen..


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#292

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 18.09.2014 08:48
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #283
@josy95

wir reden nicht aneinander vorbei, du bist schon einen Schritt weiter, du meinst, dass die eigene Wirtschaft in der ex DDR nach 1989 eine soziale Marktwirtschaft gewesen wäre. Meinst du wirklich, dies wäre angestrebt worden?
Ich dagegen habe nur mal angerissen, was vom Übergang der real existierenden DDR Wirtschaft notwendig gewesen wäre, wenn man eine andere, weltmarktfähige Wirtschaft auf DDR Gebiet hätte schaffen wollen, egal, wie die auch ausgesehen hätte.
immer gibt es diesen gnadenlosen Wettbewerb, ob nun innerhalb des Gebietes, des Landes, des Kontinents oder in der ganzen Welt. Und wenn man da nicht irgendeine Lücke findet, ist man weg vom Fenster. Aber dies wäre eben niemals mit der Einstellung zur Sache gegangen, die man von der DDR her kannte. Und wenn man da etwas geändert hätte, wäre es immer gegen die Arbeiterklasse gegangen, weil man der mehr Druck machen würde. Und wer dem nicht standhalten kann, der verfällt in solche Äußerungen, wie wir sie in diesem Thread lesen können und wird eben durch das Sieb fallen, weil kein Betrieb sich mit solchen Leuten noch das Klima versauen will.
Josy, es wäre nichts geworden, dass die Treuhand da vieles platt gemacht hat - welcher Unternehmer würde es nicht auch so machen, wenn er künftigen Wettbewerb ausschalten kann. Den zeige mir mal...



@Rüganer ,

(rot)

Die Treuhand war aber kein Unternehmer! Die Treuhand war erster Linie(Kurztext) ein steuergeldfinanziertes Instrument zur:

1. (Hauptziel) Überführung der überlebensfähigen staatlichen DDR- Betriebe (Planwirtschaft) in die freie Marktwirtschaft.
2. Abwicklung aller maroden und nicht überlebesfähigen staatlichen DDR- Betriebe unter Maßgabe der Vermeidung finanzieller Verluste.

Hierbei sollte sie vornehmlich Pattmacherei, Bereicherung z. Bsp. an und mit Patenten, Grundstücksspekulationen, kurz um, Witschaftskriminalität verhindern. Dazu war sie aber total unter- und falschbesetzt. Namhafte altbundesdeutsche Politiker mahnten dies an - nur der Dicke servierte sie, darunter nicht wenige eigene Parteifreunde, kurzerhand und gnadenlos ab.

Warum wohl?

Es ist hier ganz deutlich eine einmalige historische Chance vertan, mit der Wiedervereinigung oder dem Beitritt der DDR zur BRD, wie man es sehen will, das Staatsgebilde, die Gesellschaftsform der sozialen Marktwirtschaft weltweit führend und nachhaltig auszubauen.
Statt dessen verschwor man sich regelrecht zu der perfiden Strategie der hemmungslosen Privatisierung vornehmlich der Gewinne und Sozialisierung der Verluste.
Das erschütternde Ergebnis nach 25 Jahren. Die berühmte Scheere zwischen Arm und Reich ist beängstigend weit auseinandergeklappt.
Mit der Folge einer für viele Millionen Menschen auf diesem Globus exentiell bedrohlichen Lage (Massenarbeitslosigkeit, Hunger, Not)
Eine der Hauptursachen, das die Säbel momentan wieder sehr kräftig rasseln und Despoten und religiöse Fanatiker wieder massenweise Zulauf haben.

Man nennt es auch die fatalen Folgen des Ungleichgewichtes bei der Verteilung des Reichtums dieser Erde...

Und Deutschland hatte (mit Europa) vor 25 Jahren die historisch einmalige Gelegenheit, gegen diese Fehlentwicklungen mit einer Art Vorbildfunktion voranzugehen, sich auf diese Weise internationale Anerkennung zu verschaffen.

Wirtschaftlich gut funktionierende Beispielländer, wo dies Realität ist, gibt es. Dänemark, Schweden, Norwegen...

josy95


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Hackel39 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.09.2014 08:53 | nach oben springen

#293

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 18.09.2014 10:03
von Gelöschtes Mitglied
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@Rüganer , ja es hätte auch politische Änderungen geben müssen. Politik und Wirtschaft bedingen einander. Diese Art Sozialpolitik war nicht mehr zu vertreten. Im damaligen Betrieb gab es Hofarbeiter die nur sporadisch zur Arbeit kamen. Ansonsten gab es Anzeigen wegen Kellereinbrüche im Wohnblock und gestohlen wurde Alk. Was passierte? Konfliktkommission und ein "Pate" wurde bestellt, der einfach die "Schnauze voll hatte" sich das antun zu müssen.....
Nur ein Beispiel das Deinen Gedanken stärkt. Nur denke ich, eine vernünftigew Förderung von Neuentwicklungen durch Prämiensystem wäre auch ein Anreiz.
Auchg waren die ökonomischen gesetze ausgehebelt. Als z.B: "Robotron" einen neuen farbfernseher vorstellte (preiswerter und energiesparender) wurde das gerät Dank "höherer Gebrauchseigenschaften" teurer verkauft. Das obwohl eine Kostenersparnis vorlag, die Bleche für den Trafo entfielen (Importware), der Arbeitsaufwand sank.
Aber das eigentliche Thema war nach 1989 und da sage ich, keine Möglichkeit. Und 10 Jahre früher hätte man undenken müssen, dann wäre es meiner Meinung nach möglich gewesen. Wobei hier auch de Rolle der "Handelspartner" nicht vergessen werden darf. Im Geflecht von Innen- und Außenhandel ist in der "modernen Zeit" (wollte den Begriff heutige Zeit vermeiden, hat nichts mit dem Film von C. Chaplin zu tun) keine Insellösung möglich. Das geht um so weniger wenn sich zwei Systeme gegenüberstehen.
Auch das am Profit orientierte System wird an seine Grenzen stoßen, da bin ich mir sicher. Im Moment wird dem scheinbaren "kleineren Übel" gehuldigt, statt nach "neuen Wegen" zu suchen.


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#294

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 18.09.2014 11:06
von Barbara (gelöscht)
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Es geht echt nicht darum, ob man in seinem Garten Feuerchen machen darf oder nicht, darüber jedenfalls definiert sich nicht meine Vorstellung von Demokratie.

Und es geht auch nicht darum, ob "eure" - je nach Standpunkt - geliebte oder ungeliebte DDR Bestand gehabt hätte - hatte sie nicht - die Gründe sind wieder und wieder hier schon durchgekaut worden.

Es geht aber z.B. um das Folgende, das zumindest ich - als Nicht-DDR-Bürgerin - interessant finde und wäre ich DDR-Bürgerin gewesen auch im Nachhinein interessant finden würde, weil es ebenso ein Teil der (damals) nicht bekannten DDR- Geschichte ist und sich offenbar kluge Menschen bereits damals die Köpfe zerbrochen haben.

Daher - aus einem Link, den Nostalgiker bereits in #10 eingestellt hatte und den außer mir wahrscheinlich keiner gelesen hat - jetzt aber :-)

[...]Das Konzept des "Modernen Sozialismus" war das Produkt eines in den Perestroika-Jahren entstandenen Wissenschaftlerkreises, zu dem 15 bis 20 Personen gehörten. Es gab aber an der Humboldt-Universität ein weit größeres Umfeld, mit Verbindungen zur Akademie der Wissenschaften und zu den Universitäten in Jena, Leipzig und Dresden, ein Kommunikationszusammenhang, der bis in die 1970er Jahre zurückreichte und in dem mehrere hundert Personen, ganz überwiegend Mitglieder der SED, mehr oder weniger intensiv mitwirkten. Dazu gehörten zum Beispiel die interdisziplinäre Forschungsgruppe "Philosophische Probleme der Politischen Ökonomie" (Hans Wagner, Peter Ruben, Camilla Warnke, Herbert Steininger) oder der Herausgeberkreis des Lehrbuchs "Politische Ökonomie des Kapitalismus" mit Dieter Klein als Leiter.

In diesen Kreisen war man zu der klaren Erkenntnis gelangt, dass Gesellschaft und Staat der DDR und insbesondere auch der Sowjetunion und der anderen RGW-Staaten ohne eine grundlegende Erneuerung nicht weiter bestehen werden. Das Spektrum der Ideen für Veränderungen war breit, widersprüchlich und reichte schon unter den Intellektuellen, die Mitglied der SED waren oder ihr nahestanden, von kosmetischen Verbesserungen, einer Wiederauflage des Neuen Ökonomischen Systems der 1960er Jahre und eher opportunistischen Konzepten bis zu linksfundamentalistischen und konservativ-bürgerlichen Vorstellungen. Noch größer erscheint diese Vielfalt, wenn man die ebenfalls in den 1980er Jahren entstandenen Gruppen der Bürger- und Bürgerrechtsbewegung einbezieht, von denen einige sozialistische Ideale vertraten, andere die Bürgerrechte, die Ideen der Umweltbewegung oder (seltener) auch die Rückkehr zu Marktwirtschaft und freiem Unternehmertum ins Zentrum rückten.[...]


[...]Nun warf man uns jedoch vor, unser "Moderner Sozialismus" sei doch nur der Kapitalismus, wie man ihn im Westen schon hatte: Hatten wir im "Umbaupapier" Reformkonzepte vorgelegt, die auf eine kapitalistische Umgestaltung der Wirtschaft, eine parlamentarische Demokratie und einen bürgerlichen Rechtsstaat hinausliefen? Offensichtlich.Unsere West-Berliner Professorenkollegen hatten wohl das richtige Gefühl: Wir unterschieden uns konzeptionell sehr von der sozialistischen Linken in Westdeutschland, die entweder "sozialistisch" mit "antikapitalistisch" gleichsetzte oder - sozialdemokratisch - darunter die Dominanz des Staats über die Märkte und die kapitalistischen Unternehmen, also einen staatlich eingehegten Kapitalismus, verstand. Allerdings war das Urteil, wir würden das bestehende System der Bundesrepublik übernehmen wollen, falsch. Es gab für uns sehr wichtige Differenzen.[..]


Das geht auf 4 Seiten interessant weiter und außerdem findet man in der Seitennavigation der Seite weitere sehr interessante Links zu diesem Thema.


http://www.bpb.de/apuz/32885/eine-demokr...sozialismus?p=0


josy95, Damals87, Hapedi und Hackel39 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#295

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 18.09.2014 14:32
von josy95 | 4.915 Beiträge

@Barbara ,

in den 70-iger Jahren war es ja auch noch nicht zu spät!

Aber gerade Anfang der 70-er setzte Honecker zum Gnadenstoß gegen die letzten Privaten an, deren wichtige Bedeutung für das Funktionieren der DDR- Volkswirtschaft sein Vorgänger Ulbricht längst erkannt hatte.

Wirtschaftlich, und das kann man wohl mit und aus den Erkenntnissen der nachfolgenden Entwicklungen nach diesem und auch anderen, wirtschaftlich ruinösen "Streichen" mit hoher Sicherheit ableiten, war das ein Gnadenstoß für die DDR. Von dem sie sich bis 1989 wirtschaftlich nie wieder erholen konnte.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

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zuletzt bearbeitet 18.09.2014 14:32 | nach oben springen

#296

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 18.09.2014 18:36
von Barbara (gelöscht)
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Ja, ich weiß, aber Reformer und Bürgerrechtler hatten offenbar auch rund um die Wende sehr konkrete Vorstellungen in der Tasche:

[...]Die Betriebe sollten selbstständige Unternehmen werden, die zentrale staatliche Planung zunächst stark eingeschränkt und später abgeschafft werden, der Staat sollte wie im Westen nur durch Rahmenbedingungen, durch indikative statt direktive Planung und Investitionsförderung, Einfluss auf die Wirtschaft nehmen. Zugleich aber sollten die Mitbestimmung im Betrieb und der Einfluss der Öffentlichkeit auf die Unternehmen sehr viel stärker ausgestaltet und rechtlich normiert werden, nicht nur durch größere Rechte der Betriebsräte, sondern durch eine Öffentlichkeitsbank in den Aufsichtsräten der in Aktiengesellschaften umgewandelten ehemals staatlichen Unternehmen, die ökologische Belange, Verbraucherinteressen und andere für das Gemeinwohl relevante Belange vertreten sollte. Ähnliches wurde für andere Wirtschaftsbehörden oder Organisationen diskutiert. Inhaltlich wurde der Übergang zu einer anderen wirtschaftlichen Entwicklungsrichtung in den Mittelpunkt gestellt, die auf die Lösung der globalen Probleme gerichtet werden sollte und insbesondere eine ökologische und soziale Orientierung vorsah. Kapitalverwertung und wirtschaftliche Rentabilität wurden als Mittel zum Zweck, als notwendige Mittel der Wirtschaftsregulation verstanden, nicht als Selbstzweck. Vielmehr wurde versucht, basisdemokratische und lebensweltlich verankerte Strukturen zu konzipieren, die den wirtschaftlichen Verwertungsprozess in Richtungen lenken, die mit den Interessen der freien Entwicklung der Individuen übereinstimmen. [...]

[...]Was also im Projekt "Moderner Sozialismus" als Sozialismus verhandelt wurde, ist eine Gesellschaft, in der Kapitalverwertungswirtschaft und Staat so an die Lebenswelten und die politische Gesellschaft der Bürger gekoppelt sind, dass die Richtungen der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung stets auch die Räume für die freie und universelle Entwicklung der Individualität jedes Einzelnen erweitern, und zwar ohne Staatseigentum an den Produktionsmitteln, ohne zentrale Planwirtschaft, ohne Parteienherrschaft und Herrschaft der Machtapparate über die Bürger und ohne Dominanz der staatlichen Regulierung über eine politische und marktwirtschaftliche Selbstregulierung. Sehr ausführlich hat André Gorz dieses Konzept rezipiert und gewürdigt. Freilich war das Konzept 1990 noch nicht sehr präzise und nicht sehr weit ausgearbeitet. Aber die Grundidee einer fundierten Neubegründung von Sozialismus als Entwicklungsmodus einer modernen Gesellschaft war vorhanden. Der Herbst 1989 bot die Gelegenheit, konzeptionell auszuprobieren, wie praktische Schritte eines solchen Umbaus aussehen könnten.[...]


Und hier Gedanken, warum es anders kam:

[...]Über die Frage, warum es zwischen Dezember 1989 und März 1990 zu einem dramatischen Stimmungswandel kam und eine Bevölkerungsmehrheit immer klarer für eine schnelle, möglichst sofortige Vereinigung votierte, ist viel debattiert und geschrieben worden. Aus meiner Sicht lag dies vor allem daran, dass im Dezember immer offensichtlicher wurde, dass es keine legitimen, handlungsfähigen und auch handlungsmächtigen politischen Akteure in der DDR gab - und sich im Herbst 1989 auch nicht gebildet hatten. Die konservativ und kopflos agierende Modrow-Regierung, die nicht legitimierte Volkskammer, der Runde Tisch, der nicht regieren, sondern nur kontrollieren wollte, die westdeutschen Berater - alle verwalteten die Krise und warfen mit Visionen um sich, aber niemand vermittelte der Bevölkerung den Eindruck, die dramatische Lage dieses ansonsten wunderschönen Herbstes positiv wenden zu können. Die aus meiner Sicht einzig legitime Möglichkeit wäre gewesen, die Modrow-Regierung zu stürzen, die Volkskammer aufzulösen, den Runden Tisch zur geschäftsführenden Regierung zu erklären und baldmöglichst eine verfassunggebende Versammlung zu wählen und einzuberufen. Darauf hätten sich SED-Reformer und Bürgerbewegung einigen, dabei hätten sie kooperieren müssen. In beiden Kreisen wurde dieser Weg aber von der Mehrheit verworfen. Viele SED-Reformer scheuten davor zurück, die "eigene" Regierung zu stürzen, einen Putsch gegen die eigenen Leute in Gang zu setzen. Und die meisten Vertreter der Bürgerbewegung wollten Macht kritisieren, aber nicht ausüben, vor allem aber in keiner Weise mit irgendwelchen Leuten aus der SED gemeinsame Sache machen. So verstrich die einmalige Gelegenheit, eine deutsche Revolution bis zu einem basisdemokratischen Verfassungskonvent voranzutreiben, "Gesellschaftsgestaltung durch Verfassunggebung" (Rosemarie Will) zu praktizieren und aus der Volksbewegung heraus einen handlungsmächtigen und legitimierten Akteur zu erschaffen. [...]


http://www.bpb.de/apuz/32885/eine-demokr...sozialismus?p=2


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#297

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 18.09.2014 19:45
von Rüganer (gelöscht)
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Liebe Barbara,

ich darf doch diese Anrede einmal verwenden?
in Anlehnung an Goethe würde ich auf deine beiden letzten Postings antworten: Grau, liebe Freundin, ist alle Theorie.....
es wurde alles anders entschieden, anders als dieses theoretische - man müsste, man hätte, man sollte... man wären immer Männer der Praxis gewesen und die hatten zu der Zeit anders im Kopf.
Fakten, Fakten, Fakten:
ich befinde mich mit meinem Betrieb auf einem Gelände eines ehemaligen größern Unternehmens auf Rügen. Der Geschäftsführer zur Wende war der ehemalige Direktor des sozialistischen Betriebes. Er rettete die Firma, wandelte sie erfolgreich in eine GmbH um, indem er und andere seines damaligen Leitungskollektives Verantwortung übernahmen und ihre Köpfe hinhielten, gegenüber Banken und Behörden. Der alte Hase hat sich mit großer Sicherheit nicht für diese theoretischen Abhandlungen interessiert, sie tangierten ihn überhaupt nicht.
Als technischer Leiter eines Landwirtschaftsbetriebes habe ich in den Tagen nur einen Gedanken gehabt, wie rette ich meinen Hintern in die neue Zeit... Mit den Zugpferden unter meinen Leuten haben wir eine Firma gegründet und angefangen, angefangen mit dem letzten Geld, was meine Frau und ich noch hatten... Ich habe dem Runden Tisch gerne im Fernsehen am Abend zugesehen, weil die sich so herrlich verbal beharkt haben,
identifizieren konnte ich mich selten mit Meinungen, meine Sorgen lagen woanders...
Und so behaupte ich einmal, es mag für Dich und andre sehr spannend sein, diese Gedanken nachzuvollziehen und vielleicht weiter zu entwickeln,
für die Praktiker sicher nur ganz selten, da lagen und liegen die Probleme anders.......
Und siehe - sie diskutierten und diskutierten und konnten sich nicht einigen und wurden dann von der Realität überrollt... so wie es denn so oft ist, in Politik und sogenannten intellektuellen Kreisen .


Hapedi und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#298

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 18.09.2014 19:53
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #294
Es geht echt nicht darum, ob man in seinem Garten Feuerchen machen darf oder nicht, ...

Na im Garten des Nachbarn isses dann ja wohl Brandstiftung, odär?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 18.09.2014 19:54 | nach oben springen

#299

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 18.09.2014 20:38
von FRITZE (gelöscht)
avatar

Zitat von 94 im Beitrag #298
Zitat von Barbara im Beitrag #294
Es geht echt nicht darum, ob man in seinem Garten Feuerchen machen darf oder nicht, ...

Na im Garten des Nachbarn isses dann ja wohl Brandstiftung, odär?



Wenn Du genug bezahlst ,darfst Du auch Feuer anmachen ! Nennt sich dann Branntschein ! Obwohl ,in meinem Garten mache ich min. 5 Mal im Jahr Feuer ohne jemand zu fragen. Aber ich verbrenne nicht nur Gartenabfälle ,welche qualmen ! Biomüll kann man doch, ohne grosse Bemühungen entsorgen ! Tonne oder Papiertüten oder die Biosäcke !
Sogar ne Genehmigung zum Abrennen von Feuerwerken gabs auf dem Amt ! Bezahl und dann darfst Du !


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#300

RE: Eigene Wirtschaft in ex DDR nach 1989 ?

in DDR Zeiten 18.09.2014 21:37
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von FRITZE im Beitrag #299
... Nennt sich dann Branntschein ! ...
Aha, na das Branntweinmonopol wird ja nun zum Jahresende '17 abgeschafft. Oder meinste vielleicht doch einen Brandschein? Na egal, zurück zum Thema ... ich behaupte jetzt mal (um mal bissel Stimmung hier wieder in die Bude zu bekommen), die gefühlte Rechtssicherheit war in der Verflossenen im Alltag deutlich höher wie in der Vereinigten heutzutage. Wer sich heut einen pfiffigen Advokaten leisten mag ...
Na ich will mal nicht weiter machen, mal sehn wer sich dieses Stöckchen schnappt *abwartend_grins*


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Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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