#1

Wohin mit läufigen Hündinnen?

in Grenztruppen der DDR 21.08.2014 20:03
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Hallo

mal eine Frage an alle die an der ehemaligen Grenze mit den Hunden zu tun hatten.
Wie war das Verhältnis an den Hundelaufanlagen zwischen Rüden und Hündinnen?
Was hat man in der Zeit mit der Hündin gemacht wenn sie läufig war?
Das man sie in der Zeit der Läufigkeit raus genommen hat ist vielleicht einleuchtend.
Aber man konnte sie doch auch nicht einfach wieder in ihren Zwinger sperren auf der GK.
Kann mir gut vorstellen in der Zeit haben sämtliche Rüden verrückt gespielt und ihren " Friedensdienst" vernachlässigt weil sie scharf auf die Hündin waren.
Hat man die Hündin bzw den Rüden vorsorglich kastrieren lassen?
Diese Fragen sind ernst gemeint!!!
Also wer kann Auskunft geben?

MFG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
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#2

RE: Wohin mit läufigen Hündinnen?

in Grenztruppen der DDR 21.08.2014 20:29
von FRITZE (gelöscht)
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Na Hundeleute haben wir doch etliche hier ! Ich weiss nur ,daß sie reingeholt wurden und die Zeit der Hitze im Zwinger verbringen durften.


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#3

RE: Wohin mit läufigen Hündinnen?

in Grenztruppen der DDR 22.08.2014 17:01
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Hallo, meißt war es so, wenn die Hündinnen an den Laufseilen läufig / heiß waren bekamen wir es nicht immer gleich mit.....manchmal haben wir es auch übersehen, es waren ja auch nicht alle mit einem Male heiß, es war dann so, dass sich einer oder zwei Rüden von ihrer Kette befreien konnten und es dann wie toll mit allen Hündinen trieben.........am nächsten Tag war es meißt zu Spät, wenn wir zur Fütterung kamen hatten die Rüden alles durch und wir konnten uns den Tag in 8-9 Wochen im Kalender einschreiben, denn dann kamen die tragenden Hündinnen in die Zwingeranlage zum Geburtsurlaub. Die Welpen wurden weitesgehend aufgezogen und waren Potentielle Wachhunde für´s Seil oder den Hundelaufgang. Es wurde auch immer danach geschaut, ob sich unter den jungen Hunden ein talentierterer befand welcher sich eventuell für Schutzhund oder gar Fährte hätte eignen können, dies war äußerst selten.

Besser war es bei den Laufgängen, aber auch hier passierte es das eine oder andere Mal, daß es passierte!

Vorher reingeholt, oder Vorsorglich schon vorher in den Zwinger, habe ich nie erlebt.
Anders war es bei den Schutzhunden, da wurde schon eher aufgepasst, ich weiß es nicht mehr ganz genau, mir ist so als wenn unsere Fährtenhündin in dieser Zeit nicht Einsatzbereit gemeldet wurde, hatten ja noch einen alten Rüden für diese Zeit.


gruß h.


Batrachos hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.08.2014 17:05 | nach oben springen

#4

RE: Wohin mit läufigen Hündinnen?

in Grenztruppen der DDR 22.08.2014 17:22
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Zitat von Batrachos im Beitrag #1
Hallo

mal eine Frage an alle die an der ehemaligen Grenze mit den Hunden zu tun hatten.
Wie war das Verhältnis an den Hundelaufanlagen zwischen Rüden und Hündinnen?
Was hat man in der Zeit mit der Hündin gemacht wenn sie läufig war?
Das man sie in der Zeit der Läufigkeit raus genommen hat ist vielleicht einleuchtend.
Aber man konnte sie doch auch nicht einfach wieder in ihren Zwinger sperren auf der GK.
Kann mir gut vorstellen in der Zeit haben sämtliche Rüden verrückt gespielt und ihren " Friedensdienst" vernachlässigt weil sie scharf auf die Hündin waren.
Hat man die Hündin bzw den Rüden vorsorglich kastrieren lassen?
Diese Fragen sind ernst gemeint!!!
Also wer kann Auskunft geben?

MFG Batrachos


noch mal was dazu
rot 1: es wurde darauf geachtet, daß am Seil immer abwechselnd ein Rüde, eine Hündin, Rüde usw. standen, es sollte vermieden werden, daß die Rüden sich beharken bzw. sich beißen, sowas gab es auch bei den Hündinen(seltener).

rot 2:das wurde bei uns nicht durchgeführt, weil es eine Kostenfrage war, wir hatten einen Vertragsveterinär, heißt er hatte im dorf eine "zivile"
Tierarztpraxis und er war zuständig für etliche Kuhställe/Schweineställe in der Umgebung. Er hätte es auch zeitlich schlecht eintakten können.
Es war immer eine große Herrausforderung für ihn und uns wenn das jährliche Impfen im Abschnitt anstand....Er war jedoch immer zur Stelle wenn einer der kleinen Freunde mal was akutes hatte.

Ich habe noch nie von Kameraden gehört, daß sowas vorsorglich durchgeführt wurde. Das wäre mir völlig neu.

gruß h.


Batrachos hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.08.2014 17:29 | nach oben springen

#5

RE: Wohin mit läufigen Hündinnen?

in Grenztruppen der DDR 22.08.2014 19:39
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #3
..., ich weiß es nicht mehr ganz genau, mir ist so als wenn unsere Fährtenhündin in dieser Zeit nicht Einsatzbereit gemeldet wurde, ...


gruß h.


Ja, solche Hündinnen gibt's, die während und/oder nach der Läufigkeit nicht so recht zu gebrauchen sind.
Soll zwar nicht sein, aber am Kanten waren ja nun ohnehin nicht die tollsten "Leistungshunde".
Die Züchter haben eher die "Reste" an die bewaffneten Organe verkauft, und bei den Zufallsverpaarungen in der Truppe war sicher selten ein Volltreffer dabei.


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
Batrachos und hundemuchtel 88 0,5 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#6

RE: Wohin mit läufigen Hündinnen?

in Grenztruppen der DDR 23.08.2014 08:30
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Zitat von Elch78 im Beitrag #5
Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #3
..., ich weiß es nicht mehr ganz genau, mir ist so als wenn unsere Fährtenhündin in dieser Zeit nicht Einsatzbereit gemeldet wurde, ...


gruß h.


Ja, solche Hündinnen gibt's, die während und/oder nach der Läufigkeit nicht so recht zu gebrauchen sind.
Soll zwar nicht sein, aber am Kanten waren ja nun ohnehin nicht die tollsten "Leistungshunde".
Die Züchter haben eher die "Reste" an die bewaffneten Organe verkauft, und bei den Zufallsverpaarungen in der Truppe war sicher selten ein Volltreffer dabei.


und die die bei den Bewaffneten wenig taugten bekamen wir dann für´s Laufseil. Die konnten sogar ein bisschen was, Sitz, Platz usw. Manche waren sehr agressiv andere total verschmußt.... die 6 auf dem LO waren immer ein wilder Haufen. Meiner stammte auch von so einem Transport, er war aber schon da als ich kam, ein schwarz/grauer kräftiger Schäferhund, lief immer mit erhobener Rute rum und knurrte jeden und alles an.
Gebissen hat er jeden der sich ihm weniger als 1m näherte. Der Staffelführer meinte :das ist deiner!! der ist so stur wie du, ihr kommt klar!! Nach 3 Wochen konnte ich mit ihm sogar ins Dorf spazieren, natürlich nur mit Beißkorb! Nicht mal ich ahnte zu diesem Zeitpunkt was wir noch für Freunde wurden!!

gruß h.


gruß h.


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zuletzt bearbeitet 23.08.2014 09:46 | nach oben springen

#7

RE: Wohin mit läufigen Hündinnen?

in Grenztruppen der DDR 23.08.2014 19:56
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

"Soll zwar nicht sein, aber am Kanten waren ja nun ohnehin nicht die tollsten "Leistungshunde".
Die Züchter haben eher die "Reste" an die bewaffneten Organe verkauft, und bei den Zufallsverpaarungen in der Truppe war sicher selten ein Volltreffer dabei."

Das kann man pauschal nicht sagen.
Die Trassenhunde waren zum grossen Teil unausgebildete Hunde oder -meist früher- Hunde mit einfachster Wachhundeausbildung.
Manche hatten Stammbaum, manche nicht.
Wenige waren ausgemusterte Schutzhunde, oft mit Auffälligkeiten die sie für den Schutzdienst ausschlossen.
Oft waren Hunde von Züchtern dabei, die Hunde abgaben, welche sich nicht für die Ausbildung eigneten.

Die Hunde der Grenzaufklärer, sollten in der Regel eine einfache Schutzhundeausbildung gehabt haben.
Ob das immer und überall so zutraf kann ich nicht sagen.

Die Fährtenhunde hatten meiner Erinnerung nach eine hohe Schutzhundeeinstufung, infolge dessen dann eine Befähigung und Ausbildung (bei Eignung) zum Fährtenhund stattfand.
Die Fährtenhunde waren von Qualität und Ausbildung nicht schlechter gestellt als Fährtenhunde bei anderen Organen.
Unser Fährtenhund Iwo, hatte die höchst mögliche Einstufung, die Wasserfährte bis 60(?) cm Tiefe zum Inhalt hatte.
Iwo war, laut damaligen Reden, der beste Fährtenhund im Grenzregiment Süd.

Die Zufallsverpaarungen, bzw. die Ergebnisse davon, durften eigentlich nicht genutzt werden.
Das heisst es gab das Gebot diese Welpen zu töten.
In meiner Dienstzeit, wurden grob geschätzt 50 Welpen getötet.
Die Tötung der Welpen war durch uns Soldaten durchzuführen, für EKs kam das nicht mehr in Frage.
Ich selber tötete etwa 20 Welpen und etwa 30 mein Co-Fahrer Eddy, der durch private Hundezucht damit Erfahrungen hatte, genaue Zahlen kann ich heute nicht mehr sagen.
Für mich als "Städter" war das nicht so einfach wie für unsere "Bauern".
Irgendwann konnte ich es auch nicht mehr, meine Nachfolger, also die Soldaten als ich EK war, waren dazu auch kaum noch in der Lage obwohl sie teils vom Land waren.
Die alten EK, haben sich besonders bei den Reihenuntersuchungen und auch am Kanten, als EK der letzten Tage, oft den "Spass" gemacht, die Hunde ihren Spass haben zu lassen.
Nun Spass war das nicht, weder für die Muttertiere denen alle Welpen weggenommen wurden, mit den üblichen Folgen am Gesäuge, noch für uns Soldaten wenn wir die Welpen auf primitivste Art töten mussten.
Als die alten EK weg waren, vermieden wir es tunlichst das Verpaarungen stattfinden.
Hats dann doch mal geklappt, so wurden die Hunde gegen die Vorschriften mit in die Kompanie genommen und dort aufgezogen.

Was der Grund für das Tötungsgebot war, kann ich nicht sagen.
Hunde sollten grundsätzlich angekauft werden, eine Art Zucht war für uns nicht erlaubt.

Hunde standen immer M-W-M, auch in den Laufanlagen.
War eine Hündin heiss, hat sich so mancher durchgegraben oder Sprung von der Hütte über den Zaun.
Hündinnen am Laufseil wurden bei Hitze nur getauscht, wenn die Rüden sichtbar verrückt spielten, einen generellen Austausch gabs nicht, dazu hatten wir garnicht genug Ersatz.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
hundemuchtel 88 0,5 und Elch78 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#8

RE: Wohin mit läufigen Hündinnen?

in Grenztruppen der DDR 27.08.2014 21:09
von Elch78 | 501 Beiträge

Danke Rainer für Deine Ausführungen bezüglich der Zufallsverpaarungen und der Verfahrensweise mit den Ergebnissen.

Noch eine Bemerkung zur Leistungsfähigkeit:
Sicher gab's auch 'n paar gute Exemplare, aber die Regel war das sicher nicht. Alle vierbeinigen Kameraden, die ich persönlich als Schutzhunde erlebt habe, machten vielleicht noch optisch ein bißchen Eindruck, aber von kontinuierlicher Arbeit und Ausbildung unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten von Hund und Hundeführer konnte gewiß nicht die Rede sein. Erwünschtes Verhalten des Tieres muß ja geformt und dann auch erhalten (und damit auch immer wieder trainiert) werden. Dazu war ja meist gar keine Zeit im Grenzdienstalltag. Ich denke, dafür war der Hund im normalen Kompaniegrenzdienst nicht wichtig genug.
Im Bataillonsmaßstab und für Spezialaufgaben mag das anders gehandhabt worden sein (darüber fehlen mir die Kenntnisse).

Anbei der Paß von meinem Hund, der sich unter meine Heimgangsutensilien "geschmuggelt" hat: Ein Hund mit "Ahnentafel", Prüfung nicht bestanden und niemals wiederholt und trotzdem im Grenzdienst als Schutzhund eingesetzt.

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
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