#101

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 07:52
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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In den 6 Monaten Formung zum braven Grenzsoldaten war ja Sudel-Ede Pflichtprogramm, danach war mein Bedarf eigentlich gedeckt.
Im Eulenspiegel nannten sie den Gerhardt damals "Löwenqual", hatten sie auch irgendwie damit recht, den sein Lieblingsthema war eh Hoheneck bis zur totalen Auswalzung.
"Kennzeichen D" habe ich lieber geschaut.


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#102

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 08:25
von Gelöschtes Mitglied
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Der eine sah gern Schnitzler der andere lieber Löwenthal.

Ich brauchte kein Schnitzler um zu erfahren was im Westen ablief . Denn meine Bekannten hatten uns klipp und klar gesagt ,wie es dort aussah .Auch wenn wir sie nach der Grenzöffnung besuchten , wir haben uns offen und ehrlich über das uns zu erwartende neue Leben , ausgetauscht

Für mich war aber und ist eins klar --- Ohne dem ZDF -Magazin und ohne die Sendung Kennzeichen "D" hätten wir damals im Osten nie und nimmer erfahren, wie die andere Seite der DDR aussah .
Welche politischen Verhandlungen zwischen Ost und West stattfanden . MfG ratata


Ostlandritter, Sperrbrecher und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.08.2014 08:26 | nach oben springen

#103

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 11:07
von Kurt | 933 Beiträge

Hallo ratata,

Kennzeichen D mit dem ZDF-Magazin auf eine Stufe zu stellen...
Das ZDF-Magazin war eine reine Hetzsendung, während Kennzeichen D mit angenehmer Ausgewogenheit auffiel und den absoluten Gegensatz dazu darstellte. Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir Dirk Sagers Reportage über den Schaalsee.
Das einzige, was mich mit Herrn Löwenthal verbindet, ist die Tatsache, daß wir an der gleichen Universität studierten. Der Mann war einfach nur verblendet.
Dieter Hildebrandt hielt die Laudatio für ihn:
https://www.youtube.com/watch?v=0G3JskrWBWI


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#104

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 11:13
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Hallo ratata,

Kennzeichen D mit dem ZDF-Magazin auf eine Stufe zu stellen...
Das ZDF-Magazin war eine reine Hetzsendung,

Gegen wen hatte es denn die Bundesrepublik nötig zu hetzen ?? etwa gegen diese "Demokratische" DDR
Selten so einen guten Witz gelesen


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#105

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 11:15
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Kurt im Beitrag #103
Hallo ratata,

Kennzeichen D mit dem ZDF-Magazin auf eine Stufe zu stellen...
Das ZDF-Magazin war eine reine Hetzsendung, während Kennzeichen D mit angenehmer Ausgewogenheit auffiel und den absoluten Gegensatz dazu darstellte. Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir Dirk Sagers Reportage über den Schaalsee.
Das einzige, was mich mit Herrn Löwenthal verbindet, ist die Tatsache, daß wir an der gleichen Universität studierten. Der Mann war einfach nur verblendet.
Dieter Hildebrandt hielt die Laudatio für ihn:
https://www.youtube.com/watch?v=0G3JskrWBWI



Mir hat es immer gefallen. Besonders der Gedanke wie die Genossen nach jeder Sendung gekotzt haben.


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#106

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 11:22
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Also ich knie mich da garnicht so rein. Ob Schnitzler oder Löwenthal.Da halte ich mich lieber an die Worte von meinen Großvater--der mal sagte,Kommunisten und Demokraten,das ist ein Abwasch-die haben schon mal ne Republik in den Keller gefahren. Heute würde ich meinen Großvater antworten--Demokraten und Nationalisten sind ein Abwasch. Und dazu brauch man noch nicht mal die Erinnerungen an Schnitzler und Löwenthal


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#107

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 11:24
von schnatterinchen (gelöscht)
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Sag ich doch die ganze Zeit Rostocker Wladolf Putler muß her.


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#108

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 11:42
von Sperrbrecher | 1.654 Beiträge

Zitat von Kurt im Beitrag #103
Dieter Hildebrandt hielt die Laudatio für ihn:
https://www.youtube.com/watch?v=0G3JskrWBWI

Im Gegensatz zu Hildebrandt war aber Löwenthal nie Mitglied der NSDAP.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#109

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 11:49
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Als Jude schwer möglich.
Theo


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#110

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 13:17
von passport | 2.631 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #96
Du hast gestern eine bestimmte Personengruppe als Ratten bezeichnet.

@passport

Na dann erkläre mir mal welche Personengruppe ich gemeint habe .
( der Richtigkeit halber , es waren 2 Personengruppen ! )
und
Wie stehst du denn zu den "tierischen" Äusserungen deines ehem. Chefs ?
Hast du die mitgetragen oder nur unterwürfig ertragen ?

frei zitiert nach passports Entwurf .
Wenn man Menschen oder Menschengruppen als SCHWEINE bezeichnet ist das für mich faschistische Ideologie.
Eine Äusserung eines MfS Generals die mir mir persönlich zu Denken gibt wessen Geistes Kind er war.





Na @B208 da windet man sich wie ein Aal um von sich und seinen Äusserungen abzulenken. Du hast das Zitat von den Ratten in Umlauf gebracht und nur darum geht es. Ausserdem bin ich Dir keine Rechenschaft schuldig was irgendwer, irgendwann und irgendwo mal geäussert hat. Ich bin nicht zuständig für Sprüche anderer Personen.
Ausserdem hat Dein Altkanzler Adenauer einmal gesagt, ich zitiere : Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.


noch ein schönes WE


passport


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#111

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 23:22
von B208 | 1.339 Beiträge

Es geht um deine Bemerkung , aus meiner Äusserung eine faschistischen Ideologie abzuleiten .
Um dieses zu widerlegen half mir dann ausgerechnet dein Ex-Chef . " Schweinehirte " Erich .

Nicht mehr und nicht weniger .


zuletzt bearbeitet 23.08.2014 23:26 | nach oben springen

#112

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 23:45
von damals wars | 12.145 Beiträge

Jetzt haste bald Brehms Tierleben durch.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#113

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 23.08.2014 23:50
von B208 | 1.339 Beiträge

Da ist der Mielke gelistet ? wusste ich gar nicht .


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#114

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 24.08.2014 10:23
von Georg | 1.010 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #113
Da ist der Mielke gelistet ? wusste ich gar nicht .


Haste noch mehr auf Lager ?

" Die Weltgeschichte, die sich dünkt was Rechtes, ist die Zoologie des Menschengeschlechtes "
Franz Grillparzer

Bist Du in der Lage dies zu verstehen ? Bruder


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.08.2014 10:24 | nach oben springen

#115

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 24.08.2014 11:41
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Karl Eduard von Schnitzler & Gerhard Löwentahl?

Ich mochte die beide nicht. Gelegentlich zog man sich ja deren dreckige Spielwiesen "Schwarzer Kanal" und "ZDF-Magazin" rein.

Der von Schnitzler war einfach ein pointiert zynisch tuender Politeinpeitscher, der Löwenthal war ein widerlicher Hetzer, der vielleicht weniger wegen seiner Themen unsympathisch war, sondern aufgrund seiner despektierliche-verachtenden Wortwahl.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#116

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 24.08.2014 14:56
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Ihr habt ja sehr viel Wissen über diese Personen und ihre Sendungen, obwohl ihr die nie gesehen habt.
Wir hatten zuerst kein ZDF, später durfte ich die Sendung nicht sehen.
Schwarzen Kanal habe ich nie gesehen
Ich sah immer ,,Kennzeichen D.,, und die Reporter Löwe, Merseburger und Peter von Zahn.
Nach der Wende war ich mal auf einer Wanderung mit dem ersten Ministerpräsident von Thüringen. Die Leute von Kennzeichen D haben alles aufgenommen, leider nie gezeigt


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#117

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 24.08.2014 14:56
von ABV | 4.202 Beiträge

Ich möchte noch etwas über das von mir eingestellte Video zur Talkshow vom 10.11. 1989, unter Beteiligung von Gerhard Löwenthal, loswerden:
Ich hatte den Löwenthal weit unangenehmer in Erinnerung. In dieser Sendung fand ich den Mann absolut nicht unsympathisch. Schon gar nicht hetzerisch. Das eine politische Meinung, die wohl tatsächlich in vieler Hinsicht einer " Schwarz / Weißmalerei" ähnelt, polarisiert, liegt auf der Hand.
Aber warum ist er so geworden? Löwenthal lehnte "totalitäre Regime" ab. Der Grund dafür ist in seinen schlimmen Kindheitserinnerungen als jüdischer Mitbürger im NS-Regime zu suchen. Übrgens kann ich mich nicht erinnern, dass Löwenthals Vita diesbezüglich in der DDR auch nur die geringste Erwähnung fand. Gerhard Löwenthal meinte mit " totalitären Regime" sowohl Hitlerdeutschland als auch die DDR. Wobei er die zum großen Teil erheblichen Unterschiede offenbar nicht erkannte. Oder erkennen wollte.
Aber mindestens eine Gemeinsamkeit zwischen Hitlerdeutschland und der DDR gab es tatsächlich: in beiden Staatsformen regierte eine einzelne Parte, welche glaubte im Besitz der " allein selig machenden Wahrheit" zu sein. Beide Parteien unterdrückten, unter Zuhilfenahme von Polizei und Geheimdienst, jegliche Opposition. Mögen die Folgen und die Intensität des Vorgehens der jeweiligen " einzigen Partei" auch unterschiedlich sein, dass ein Mensch wie Löwenthal beide Staatsformen vehement ablehnt und statt dessen auf die westliche Demokratie setzt, ist aus meiner Sicht völlig verständlich.
Kurz und gut: wenn ich auch Löwenthals verbissenen Hass nicht gut heißen kann, so kann ich ihn, mit dem Wissen von heute, doch sehr gut verstehen.

P.S. Welchen Grund hatte übrigens Karl-Eduard von Schnitzler eigentlich, den Kapitalismus zu hassen? Einer Gesellschaftsordnung dessen Segnungen er offenbar gerne und oft, in vollen Zügen genoss.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#118

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 24.08.2014 15:14
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #117

P.S. Welchen Grund hatte übrigens Karl-Eduard von Schnitzler eigentlich, den Kapitalismus zu hassen?
Gruß an alle
Uwe


Beschäftige Dich z.b. doch einfach mal mit der Vita seiner Ehefrau Marta Rafael.....

seaman


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#119

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 24.08.2014 15:44
von Georg | 1.010 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #117
Ich möchte noch etwas über das von mir eingestellte Video zur Talkshow vom 10.11. 1989, unter Beteiligung von Gerhard Löwenthal, loswerden:
Ich hatte den Löwenthal weit unangenehmer in Erinnerung. In dieser Sendung fand ich den Mann absolut nicht unsympathisch. Schon gar nicht hetzerisch. Das eine politische Meinung, die wohl tatsächlich in vieler Hinsicht einer " Schwarz / Weißmalerei" ähnelt, polarisiert, liegt auf der Hand.
Aber warum ist er so geworden? Löwenthal lehnte "totalitäre Regime" ab. Der Grund dafür ist in seinen schlimmen Kindheitserinnerungen als jüdischer Mitbürger im NS-Regime zu suchen. Übrgens kann ich mich nicht erinnern, dass Löwenthals Vita diesbezüglich in der DDR auch nur die geringste Erwähnung fand. Gerhard Löwenthal meinte mit " totalitären Regime" sowohl Hitlerdeutschland als auch die DDR. Wobei er die zum großen Teil erheblichen Unterschiede offenbar nicht erkannte. Oder erkennen wollte.
Aber mindestens eine Gemeinsamkeit zwischen Hitlerdeutschland und der DDR gab es tatsächlich: in beiden Staatsformen regierte eine einzelne Parte, welche glaubte im Besitz der " allein selig machenden Wahrheit" zu sein. Beide Parteien unterdrückten, unter Zuhilfenahme von Polizei und Geheimdienst, jegliche Opposition. Mögen die Folgen und die Intensität des Vorgehens der jeweiligen " einzigen Partei" auch unterschiedlich sein, dass ein Mensch wie Löwenthal beide Staatsformen vehement ablehnt und statt dessen auf die westliche Demokratie setzt, ist aus meiner Sicht völlig verständlich.
Kurz und gut: wenn ich auch Löwenthals verbissenen Hass nicht gut heißen kann, so kann ich ihn, mit dem Wissen von heute, doch sehr gut verstehen.

P.S. Welchen Grund hatte übrigens Karl-Eduard von Schnitzler eigentlich, den Kapitalismus zu hassen? Einer Gesellschaftsordnung dessen Segnungen er offenbar gerne und oft, in vollen Zügen genoss.

Gruß an alle
Uwe



Ja sowas liest man öfter:
" Aber mindestens eine Gemeinsamkeit zwischen Hitlerdeutschland und der DDR gab es tatsächlich: in beiden Staatsformen regierte eine einzelne Parte, welche glaubte im Besitz der " allein selig machenden Wahrheit" zu sein. Beide Parteien unterdrückten, unter Zuhilfenahme von Polizei und Geheimdienst, jegliche Opposition. "
Bei allen Vergleichen zwischen DDR und Hitlerdeutschland , zwischen SED und der NSDAP darf man nicht die sozial angepassten Mitgliedsbeiträge vergessen und was man dafür bekommen hat. Einen 2. Weltkrieg mit Opfern in Millionenhöhe, zerstörte Städte....
und letzendlich die deutsche Einheit fürn Appel und nen Ei.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#120

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 24.08.2014 15:57
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #117
Ich möchte noch etwas über das von mir eingestellte Video zur Talkshow vom 10.11. 1989, unter Beteiligung von Gerhard Löwenthal, loswerden:
Ich hatte den Löwenthal weit unangenehmer in Erinnerung. In dieser Sendung fand ich den Mann absolut nicht unsympathisch. Schon gar nicht hetzerisch. Das eine politische Meinung, die wohl tatsächlich in vieler Hinsicht einer " Schwarz / Weißmalerei" ähnelt, polarisiert, liegt auf der Hand.
Aber warum ist er so geworden? Löwenthal lehnte "totalitäre Regime" ab. Der Grund dafür ist in seinen schlimmen Kindheitserinnerungen als jüdischer Mitbürger im NS-Regime zu suchen. Übrgens kann ich mich nicht erinnern, dass Löwenthals Vita diesbezüglich in der DDR auch nur die geringste Erwähnung fand. Gerhard Löwenthal meinte mit " totalitären Regime" sowohl Hitlerdeutschland als auch die DDR. Wobei er die zum großen Teil erheblichen Unterschiede offenbar nicht erkannte. Oder erkennen wollte.
Aber mindestens eine Gemeinsamkeit zwischen Hitlerdeutschland und der DDR gab es tatsächlich: in beiden Staatsformen regierte eine einzelne Parte, welche glaubte im Besitz der " allein selig machenden Wahrheit" zu sein. Beide Parteien unterdrückten, unter Zuhilfenahme von Polizei und Geheimdienst, jegliche Opposition. Mögen die Folgen und die Intensität des Vorgehens der jeweiligen " einzigen Partei" auch unterschiedlich sein, dass ein Mensch wie Löwenthal beide Staatsformen vehement ablehnt und statt dessen auf die westliche Demokratie setzt, ist aus meiner Sicht völlig verständlich.
Kurz und gut: wenn ich auch Löwenthals verbissenen Hass nicht gut heißen kann, so kann ich ihn, mit dem Wissen von heute, doch sehr gut verstehen.

P.S. Welchen Grund hatte übrigens Karl-Eduard von Schnitzler eigentlich, den Kapitalismus zu hassen? Einer Gesellschaftsordnung dessen Segnungen er offenbar gerne und oft, in vollen Zügen genoss.

Gruß an alle
Uwe




Uwe, in jedem Fall ist Löwenthals Haltung und Auftreten aus seiner eigenen Biografie zu verstehen, wobei man sagen muss, dass er keine vergleichbare Sendung zum Thema NS sowie dessen doch sehr schleppende Aufarbeitung in der damaligen Bundesrepublik gestaltet hat, was eine gewisse Folgerichtigkeit gehabt hätte. Die ziemlich undifferenzierte Übertragung der Phänomene des NS-Systems auf die DDR, zumindest hat er das suggeriert, war nicht zulässig, vor allem wenn man bedenkt, das Löwenthal sich politisch weit rechts der CDU befand.

Sein Anheizen gegen die DDR bezog sich auf den Sozialismus generell und wandte sich auch gegen den "Feind im Innern" der BRD - siehe das von mir eingestellte Schnipsel-Video in #94.
In "deinem" Video ist Löwenthal den Argumenten des SPD-Politikers Henning Scherf und vor allem denen des Schriftstellers Gregor von Rezzori völlig unzugänglich, nämlich: dass auch die Bundesrepublik ohne sozialistisches Ideengut nicht das gewesen wäre, was sie war: eine soziale Marktwirtschaft.


Was ich in dem Video - das man getrost als historisch ansehen kann - aber fast noch interessanter fand:

einen Tag nach Öffnung der Mauer fanden sich in dem Bremer Fernsehstudio DDR-Bürger mit den unterschiedlichsten biografischen Hintergründen ein: Prominente, "Normale" auf Besuch und ehm. Flüchtlinge und diskutieren, unter dem Eindruck der aktuellen Geschehnisse sehr leidenschaftlich über die weitere politische Entwicklung der DDR bzgl. "eigener Weg", oder Vereinigung, dort bleiben, weg gehen etc.

Einen Tag nach Öffnung der Mauer wurden hier sämtliche Positionen, die wir auch heute zB im Forum noch diskutieren aufgezeigt.
Ich fand das vollkommen bemerkenswert und empfehle in jedem Fall, das Video allein aus dem Grund anzusehen.
.


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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