#221

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 27.08.2014 13:10
von turtle | 6.961 Beiträge

Welches Auto der von Schnitzler fuhr wusste ich nicht da es mir auch scheißegal war. Aber jetzt beim Nachdenken würde ich den Jaguar E-Type passend finden. Offensichtlich war der Kerl doch so ein stiller Genießer und liebte Stars und Sternchen und gewiss hat er eine gute Party geschätzt. Und traue im sogar zu er hat Unterhosen vom Klassenfeind Schiesser statt vom VEB Untertrikotagen "rotes Höschen" getragen. So konnte er doch Symbolisch auf den Klassenfeind einen fahren lassen. Das ist zwar Blödsinn was ich hier schreibe ,passt aber durchaus zum anderen Blödsinn hier dazu. Doch auch hier gilt die freie Meinung oder wie ich es sehen möchte.


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zuletzt bearbeitet 27.08.2014 17:35 | nach oben springen

#222

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 27.08.2014 13:11
von Barbara (gelöscht)
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.....nur kurze OT-Frage:

was ist ein "Anitkapitalist" im Verhältnis "Kommunist"?


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#223

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 27.08.2014 13:16
von FRITZE (gelöscht)
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Zitat von Barbara im Beitrag #222
.....nur kurze OT-Frage:

was ist ein "Anitkapitalist" im Verhältnis "Kommunist"?


Ich würd mal sagen ein Antikapitalist könnte auch ein Christ sein ! Der muss ja nun wiederum nicht unbedingt Kommunist sein !

Barbara gib Dich nicht mit alten Männern ab ! Die riechen meist schlecht und erzählen laufend ihre Krankengeschichte !

FRITZE


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#224

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 27.08.2014 13:45
von Barbara (gelöscht)
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Also ein antikap. Christ und ein Kommunist unterscheiden sich in ihrer ideelen Überzeugung, aber nicht in der praktischen Umsetzung ihrer Ideale, verstanden.

Fritze,verstehe ich deinen zweiten Satz so richtig, wie ich ihn verstehe?


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#225

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 27.08.2014 13:49
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #222
.....nur kurze OT-Frage:

was ist ein "Anitkapitalist" im Verhältnis "Kommunist"?


Bei Schnitzler gibt es m.Mn. nur eine Aussage,er war seit frühester Jugend kommunistisch orientiert und war bis zu seinem Tode ein Verfechter der kommunistischen Idee. Die Frage Antikapitalist stellt sich dann nicht.Viele Etappen seines Lebens belegen das.

seaman


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#226

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 27.08.2014 14:18
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #208
[quote=Barbara|p381013][quote=ABV|p381000]Ic

An dieser Stelle noch ein Wort zur NS-Aufarbeitung Ost und West:
Meiner Meinung nach hat eine umfassende Aufarbeitung der NS-Zeit weder in der Bundesrepublik noch in der DDR richtig stattgefunden. Das fängt bei der Ursachenforschung an und hört bei einzelnen Personalien auf.
In der Bundesrepublik wurde ganz schnell ein Schlussstrich gezogen und der Schalter auf Demokratie und Wirtschaftswunder umgelegt. Wer wollte schon die aufkommende Euphorie durch unangenehme Erinnerungen verderben? Wem kümmerte es da schon, dass dieser oder jener aufstrebende Demokrat reinsten Wassers, zwischen 1933 und 1945 eben diese Demokratie mit Füßen trat? Und das an so manchen Händen literweise Blut klebte?
Derweilen tat die DDR so, als wären alle Nazis am 08. Mai 1945 über die Elbe gen Westen abgedampft. Übrig blieb ein Volk von "Widerständlern" und maximal " ganz ganz kleinen Mitläufern".





Noch eine kurze OT-Bemerkung hierzu:

Aufarbeitung der NS-Zeit hat m.E. zwei Aspekte: die offizielle, staatliche, die durch historische Veröffentlichungen, Rechtsprechung etc. sich vollzieht.
Daneben aber und der für mich ebenso wichtige Aspekt: in welchem Maße ist die NS-Zeit mit ihren ganzen Schrecken Bestandteil eines historischen Selbstverständnisses eines Volkes, ist verinnerlicht, muss nicht mehr abgewehrt werden. Hier kann ich nur für die alte BRD sprechen. Da ich durch meine historisch interessierte Mutter recht früh mit "Widerstandsliteratur" und überhaupt mit Literatur über die NS-Zeit in Berühung kam hat mich dieses Thema von Jugend an begleitet. Als Studentin las ich dann das m.E. äußerst wichtige Buch "Die Unfähigkeit zu trauern" von den Mitscherlichs, die eben genau den Umstand beschreiben: aufbauen, nach vorne sehen - sprich verdrängen.

Aber all die Gewalt, seelisch wie psychisch, war in den Leuten drin, als überlebende Opfer, als Täter oder gar beides, bei allen Deutschen - und dann kam die Zweistaatlichkeit.


OT Ende



-------
ich les immer erst nach dem speichern Korrektur :-)
.


zuletzt bearbeitet 27.08.2014 14:19 | nach oben springen

#227

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 27.08.2014 14:23
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #226


Aber all die Gewalt, seelisch wie psychisch, war in den Leuten drin, als überlebende Opfer, als Täter oder gar beides, bei allen Deutschen - und dann kam die Zweistaatlichkeit.






Gute Aussage,obwohl mir da die Opfer näher stehen.
Ist natürlich eine Aussage,die man heute nach Jahrzehnten vom Bürostuhl und vielen Relativierungen leicht treffen kann.
Keiner weiss,wie man damals selber gehandelt hätte.
Passt aber gut zum Thema.

seaman


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zuletzt bearbeitet 27.08.2014 15:15 | nach oben springen

#228

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 27.08.2014 20:37
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #217
von Schnitzler fuhr Lada Samara,
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #218
Auch - neben seinem Mercedes vom bösen Klassenfeind.

Nö, wenn überhaupt, nacheinander ... Der Daimler könnte eine weiße Heckflosse (W111, 220b) gewesen sein, so kurz nach'm Mauerbau.
Also wenn an folgenden 'Story' von Uwe Siemon-Netto überhaupt was dran ist ...

Einer meiner Beobachtungsposten war ein Erkerzimmer über dem schmuddeligen „Café Kölln“ am Grenzübergang Checkpoint Charlie; heute ist in diesem Haus das Mauermuseum untergebracht. Aus meinem Fenster hatte ich einen guten Blick auf die DDR-Kontrollposten. Eines Abends erspähte ich einen weißen Mercedes 220 mit Ost-Berliner Nummernschild, und wer saß am Steuer? Der „Sudel-Ede“ – Karl-Eduard von Schnitzler, der in seinem Hetzprogramm im DDR-Fernsehen – „Der Schwarze Kanal“ – seine Polemiken gegen die Bundesrepublik mit Ausschnitten aus westdeutschen Fernsehsendungen zu belegen versuchte.
Schnitzlers Frau, die wunderbare ungarische Schauspielerin Marta Rafael, musste wohl an jenem Tag auf Tournee gewesen sein – denn „Sudel-Ede“ kam augenscheinlich in der Absicht, unter West-Berlins einsamen Herzen zu wildern. 16 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gab es hier viele partnerlose Frauen in den besten Jahren, weil die Männer, die zu ihnen gepasst hatten oder hätten, im Krieg gefallen waren. Und wo fanden sie abends Zerstreuung? In Ballhäusern wie dem „Resi“ in der Hasenheide, einem Etablissement mit tanzenden Fontänen, 200 Tischtelefonen und Rohrpost zu allen Gästen. Dorthin steuerte Schnitzler seinen Mercedes. Eine Horde frecher West-Journalisten setzte ihm nach, entschlossen, seine Schürzenjagd zu vereiteln. Wir verteilten uns im Ballsaal, riefen unentwegt seine Tischnummer an und baten ihn per Rohrpost zum Tanz, so dass es ihm nicht gelang, einsame West-Herzen zu brechen. Wutentbrannt fuhr er in den Osten zurück; wir hingegen feierten im „Café Kölln“ unseren persönlichen Etappensieg im „Kalten Krieg“.

Quelle: www.kath.net/news/32572


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#229

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 27.08.2014 22:17
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #227
Zitat von Barbara im Beitrag #226


Aber all die Gewalt, seelisch wie psychisch, war in den Leuten drin, als überlebende Opfer, als Täter oder gar beides, bei allen Deutschen - und dann kam die Zweistaatlichkeit.






Gute Aussage,obwohl mir da die Opfer näher stehen.

Ist natürlich eine Aussage,die man heute nach Jahrzehnten vom Bürostuhl und vielen Relativierungen leicht treffen kann.
Keiner weiss,wie man damals selber gehandelt hätte.
Passt aber gut zum Thema.

seaman


OT

Das verstehe ich, mir geht es emotional genauso. Dennoch ist es für die Aufarbeitung mE wichtig, zu verstehen, warum "Täter" zu diesen werden, welche Dynamik in diesen Gewaltspiralen drin steckt.


Die von dir zitierte Aussage oben ist ja nicht meine (Bürostuhl nach Jahrzehnten) sondern Ergebnis der Untersuchungen des Mitscherlich-Buchs

[...]Mit dem Essayband „Die Unfähigkeit zu trauern” legten Alexander und Margarete Mitscherlich 1967 einen Schlüsseltext für die „Bewältigung” der NS-Vergangenheit in der Bundesrepublik vor.Der von dem Ehepaar gemeinsam verfasste Titelessay, der ein knappes Viertel des Buches füllte, brachte den seit den späten 1950er-Jahren zunehmend diskutierten moralischen Skandal der „unbewältigten” NS-Vergangenheit auf den – psychoanalytischen – Begriff. Dass das Buch über weite Strecken schwer lesbar war und ist, stand der raschen Verbreitung zumindest seines eingängigen Titels nicht entgegen.[...]

http://docupedia.de/zg/Mitscherlich,_Unf...keit_zu_trauern
.


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#230

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 01.09.2014 14:18
von Gelöschtes Mitglied
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Es gibt ihn noch!!

Seit fast 40 Jahren bin ich "Spiegel"-Abonnent. Und ich habe die seltsame Angwohnheit, ihn von hinten nach vorne zu lesen: Keine Ahnung, warum, andere Zeitungen oder Zeitschriften lese ich "normal".

Aber so kam es, dass ich erst heute früh auf Seite 15 des Spiegels vom letzten Montag auf eine Art Glosse gestoßen bin: Jan Fleischhauer hat einen Beitrag mit dem Titel: "Unsere Russen" verfasst. Die Russen finden allerdings nur in einem Halbsatz Erwähnung, es geht um Bayern, um Hoeness, Haderthauer, die Maut und einige bayrische - nun, ich sag mal höflich - Eigenarten.

Das allein wäre keinen Beitrag hier im Forum wert. Was mich allerdings dazu veranlasst hat, dieses zu schreiben, war die Rubrik der Kolumne:

Der schwarze Kanal


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#231

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 01.09.2014 16:57
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo Dandelion,

"Der schwarze Kanal" ist der Titel seiner "Spiegel Online Kolumne", für die er schon seit drei Jahren schreibt. Er zählt nicht zu meinen Favoriten. Eher schon sein alter Gegenspieler Jakob Augstein mit "Im Zweifel links".

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#232

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 01.09.2014 23:56
von Gelöschtes Mitglied
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Um mit Obelix zu antworten: "Gnagnagnagna..."
Dann machen wir das Trio komplett: Juli Zeh (die ich meistens schätze) als "Klassensprecherin" gehört auch dazu. Im aktuellen Spiegel ist auch ein Beitrag von ihr, bis zu dem ich allerdings noch nicht vorgedrungen bin: Bis zu Seite 17 ist es noch ein weiter Weg


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#233

RE: Karl Eduard von Schnitzler : Gerhard Löwenthal

in DDR Politik Presse 02.09.2014 09:50
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

12 Forenseiten über zwei Publizisten welche aus heutiger Sicht (meiner zumindest) mit zu den schlimmsten ideologischen Brandstiftern im Krieg um die Köpfe gehörten.
Beide nahmen sich nichts in ihren jeweiligen Sendungen, von beiden Seiten Polemik pur.
Im jeweils angeprangertem System des "Anderen" wurde nur das allerschlechteste gesehen, das Negative von Negativen, während das "Eigene" verklärend als das Beste vom Besten in den Himmel gehoben wurde.

Warum war/ist Schnitzler das Lieblingshassobjekt eines überwiegenden Teils der ehemaligen DDR Bevölkerung?
Gesehen hat seine Sendungen nach Eigenaussagen so gut wie keiner aber alle wußten genau was er macht.

Was machte er denn überhaupt?
Im großen und ganzen bediente er sich publizistischer Sendungen der ARD und später dann auch vom ZDF, entnahm meist Politiker Zitate und stellte sie der "Wirklichkeit" der BRD gegenüber. Einer Wirklichkeit wie sie gesehen werden sollte.
Das ganze war durchaus vom journalistischen Ziel her fast perfekt gemacht und auch stilistisch und sprachlich gab es nichts zu bemängeln.
Nur und das war die Krux kam das Ganze für den "normalen" Zuschauer; für den die Sendung von Karl Eduard gedacht war, dermaßen Holzschnittartig rüber, so dass sie sich von dieser Sendung abwandten.
Nicht nur wegen der offenen Propaganda, für Sozialismus, gegen Kapitalismus, nein der unverzeihliche Fehler bestand darin dass das Ziel von Karl Eduard war dem "Normalo" mit aller Macht seinen Sehnsuchtsort, den "goldenen Westen" madig zu machen.
Und das war für den "Normalo" einfach zu viel, das kommt gleich nach dem kindlichen Trauma als man als Kind herausfand das es weder den Weihnachtsmann, noch den Osterhasen gab,
Und dann kommt Einer daher und versucht mir den "goldenen Westen" auszureden?
Das ging nun überhaupt nicht.

Ansonsten habe ich selber den Kanal ab und an gesehen.
Der in mir nachhaltigste war einer im Herbst '65 als die Bilder von den Krawallen beim Stones-Konzert in der Waldbühne liefen.
Was waren wir als Jugendliche doch froh darüber das wir vor solchen schändlichen und dekadenten Auswüchsen der kapitalistischen Vernebelungsindustrie, als Kultur konnte man dies nicht bezeichnen, verschont blieben.

Platz 1 im Ranking der beliebtesten Propaganda Patzer nimmt eine von K. E. verwendete Szene aus einer Bundestagsrede eines damals bedeutenden Politikers ein, auf den sich K.E. besonders eingeschossen hatte. Dem Politiker gelang es in dieser Szene nämlich sich mitten im Satz komplett umzuziehen!
Macht nichts, Hauptsache die beiden Satzfragmente passten gut zusammen um anschließend darüber herzuziehen ......

Eine Sendung wurde hier wohl noch nicht erwähnt, der sonntägliche Internationale Frühschoppen. Werner Höfer plaudert mit 6 Journalisten aus 7 Ländern oder so ähnlich über die aktuelle Weltpolitik und dabei; heute undenkbar im Fernsehen, betrinken sie sich mehr oder minder und rauchen um die Wette .....

Gruß
Nostalgiker

PS.: Mir ist gerade eingefallen das mit dem Rauchen und dem Trinken gab es kürzlich (zwei Jahre her?) in der Talkshow 'Roche & Böhmermann' wieder.


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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