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#1

"Der Handelskrieg ist längst im Gange"

in Themen vom Tage 14.08.2014 23:52
von Moskwitschka (gelöscht)
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Das ist nicht meine These. Aber von vorne.

Als sich vor einigen Tagen sich die Sankrtionspirale auf Grund des Ukraine - Konfliktes immer neue Höhen erreichte und Russland einen Importstopp für Gemüse, Obst usw. verhängte, schrieb ich dass ich zähneknirschend zu den Kriegsgwinnlerinnen werde - der Tomatenpreis wird fallen und ich werde literweise rote Tomatensoße kochen.

Heute schleppte meine Pusteblume 5kg Tomaten für 3,50 Euronen an und meinte grinsend und voller Hoffnung auf leckere Currywurst mit selbstgemachter Soße - mach mal. Ich habe mir den Kassenzettel zeigen lassen. Ein Kilo für 0,69 Euro. Auf dem Pankower Wochenmarkt habe ich am Dienstag noch für 1 Kilo 2,50 Euro gelöhnt.

Kurz vor 20 Uhr hörte ich in der Telebörse, dass man Tomaten, Gurken, Pilze vom Markt nehmen wird, um einen globalen Kollaps beim Handel dieser leichtverderblichen Waren zu vermeiden.

1.Frage: Was bedeutet das? Vernichtung von Lebensmitteln von ungeahnten Größenordnungen?

2.Frage: Wer bezahlt die Erzeuger und die Vernichtung deren Produkte?

3.Frage: Wollen wir das?

Dann habe ich mal bei den news recherchiert:

Tomatenpreis im Sinkflug? - Keine Ergebnisse

Tomatenpreis aktuell - 4 Treffer

Und rausgekommen ist der Artikel, der diesem thread den Titel gegeben hat Der Handelskrieg ist längst im Gange

Russland ist zwar der größte Absatzmarkt für deutsche Nahrungsmittel außerhalb der EU, gemessen am gesamten Exportvolumen der deutschen Ernährungsindustrie von 54 Milliarden Euro (2013) fallen die rund 1,3 Milliarden Euro im Russlandgeschäft deutscher Exporteure allerdings weniger stark ins Gewicht. Als wichtigste Exportgüter in Richtung Moskau nennt die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) Milchprodukte, Schokolade, Agrarerzeugnisse und Schweinefleisch, für das bereits ein Importstopp seit Februar 2014 gelte. Die Bedeutung Russlands als Exportmarkt nimmt dem Verband zufolge quer durch alle Warengruppen ab. Allein 2013 seien die Lebensmittellieferungen um 15 Prozent zurückgegangen.

Dennoch kritisierte BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff aktuell die neuen Verbote: „Handelshemmnisse und Sanktionen verfehlen nachweislich ihr Ziel, wenn sie, wie hier, zu Lasten von Wirtschaft und Verbrauchern gehen.“


http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt...4af3791b4b.html

4.Frage: Importstopp schon im Februar 2014?

Ich habe mich nur für Tomaten interessiert. Doch was tut sich bei anderen Produkten?

LG von der Moskwitschka

EDIT


Ostlandritter hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.08.2014 00:08 | nach oben springen

#2

RE: "Der Handelskrieg ist längst im Gange"

in Themen vom Tage 15.08.2014 00:18
von Ostlandritter | 2.455 Beiträge | 9 Punkte
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #1
Das ist nicht meine These. Aber von vorne.


EDIT




Jetzt Handelskrieg ??

Ich glaube ,- es gab niemals eine Zeit ohne Handelskriege ,- es fällt uns nur jetzt grad besonders auf ,- weil die Teilnahme an den Geschehnissen in der Ukraine eine höhere Sensibilität für Nebenschauplätze in uns freilegt.....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
zuletzt bearbeitet 15.08.2014 00:34 | nach oben springen

#3

RE: "Der Handelskrieg ist längst im Gange"

in Themen vom Tage 15.08.2014 00:56
von Hackel39 | 3.123 Beiträge | 1 Punkte
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Zu Zeiten als die Kurse der Warenterminbörsen noch von realen aktiven Marktteilnehmern der Agrarwirtschaft bestimmt wurden, spielten sehr wohl die Erntemengen, Hektarerträge, Nachfrageschwankungen, Wetterkapriolen und was auch immer das physische Geschäft mit Landwirtschaftsprodukten beeinflußt eine dominierende Rolle, um sich gegen überwiegend klimatische Unwägbarkeiten abzusichern.
Das ist heute anders, da diese Märkte längst vom reinen Spekulativkapital beherrscht werden das täglich von immer weniger Händen im Milliardenvolumen bewegt wird ohne daß dieser Personenkreis von der Landwirtschaft ernstzunehmende Kenntnisse hat.
Somit können diese Investoren auch Kurse bewegen, die durch keine Fundamentaldaten mehr gedeckt sind, sie kehren Ursache und Wirkung praktisch um und das kann im Prinzip auch Rußland als staatlicher Investor, egal ob verdeckt (Eigenhandel staatlicher Banken) oder offen.
Wenn Putins Finanzaktivisten ein solches Szenario des Handelskrieges absichtlich herbeigeführt bzw. kalkuliert haben und sie vorher als Großanleger schon auf der richtigen Seite standen, so lachen die sich heute tot über irgendwelche Lieferboykotte.
Allerdings steht dabei nicht fest, ob sie morgen auch noch lachen, da die Nachricht nun ja raus ist und an der Börse immer nur die Zukunft gehandelt wird.
Hier mal ein paar Details, wie die Bundesregierung darüber denkt:

http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/...publicationFile

Beispielsweise umschreibt man seine vorrangigen Ziele dahingehend, Marktmißbrauch zu bekämpfen, wie putzig, dort könnte auch stehen, daß ab sofort Vergewaltigungen verhindert werden sollen.
Man wagt es auch hier nicht, Roß und Reiter zu nennen und stellt wieder einmal das Pferd an den Pranger wo das internationale Spekulantenwesen hingehört, man selbst (als EU) flutet in seiner Hilflosigkeit billiges Geld in die Märkte womit sich noch aggressiver (auf Pump) spekulieren läßt, während Banken, die inzwischen wieder exorbitante Gewinne im Anlagegeschäft einfahren, anderswo die Taschen zu halten wo es darum geht, Geld in die Realwirtschaft einzubringen, aber das nur nebenbei.



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#4

RE: "Der Handelskrieg ist längst im Gange"

in Themen vom Tage 15.08.2014 06:20
von furry | 3.718 Beiträge | 65 Punkte
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #1

4.Frage: Importstopp schon im Februar 2014?




@Moskwitschka , das Importstopp vom Feb.2014 bezieht sich auf Schweinefleisch. Kurz zuvor wurde in einem der baltischen Staaten afrikanische Schweinepest festgestellt. Aus diesem Grund hat Russland seine Westgrenzen für Schweine und deren Fleisch dicht gemacht.
In Deutschland ist man darüber verärgert. Aber wer weiß, was in der EU alles um x Ecken gekarrt wird, bis es mit allen Vergünstigungen beim Empfänger ankommt, muss die russische Reaktion verstehen.


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