#21

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 11:43
von icke-ek71 (gelöscht)
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hallo freunde,auch micky maus,tom & jerry,fix und foxy und auch die utopischen romane wurden als schundliteratur deklariert!!bekanntlich ist das was verboten ist interessant!!ich kann mich noch erinnern das man in der berliner sporthalle in der stalinallee die sogenannten schundromane gegen die guten aus dem osten tauschen konnte!!1 westroman gegen 2 ostschmöker!!nur gemacht haben es wenige!!in der schule zum fahnenappell,gab es oft schüler die an den pranger gestellt wurden,wegen dieser hefte!!die strafen waren meist verweise!!und einzug dieser romane!!das ist auch ein kleines bausteinchen; warum dieser staat nicht lange existierte!!!LG Bernd


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#22

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 11:51
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Egal welche Literatur - eine öffentliche Verbrennung hätte es so kurz nach den Nazis nicht wieder geben dürfen. Schändlich und entlarvend sowas..............


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#23

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 11:56
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von icke-ek71 im Beitrag #21
hallo freunde,auch micky maus,tom & jerry,fix und foxy und auch die utopischen romane wurden als schundliteratur deklariert!!bekanntlich ist das was verboten ist interessant!!ich kann mich noch erinnern das man in der berliner sporthalle in der stalinallee die sogenannten schundromane gegen die guten aus dem osten tauschen konnte!!1 westroman gegen 2 ostschmöker!!nur gemacht haben es wenige!!in der schule zum fahnenappell,gab es oft schüler die an den pranger gestellt wurden,wegen dieser hefte!!die strafen waren meist verweise!!und einzug dieser romane!!das ist auch ein kleines bausteinchen; warum dieser staat nicht lange existierte!!!LG Bernd


Ostschmöker wurden im Westen nicht verbrannt.Trotzdem hatte man wohl Angst davor.In der Schule(Westberlin) fanden Kontrollen der Schultornister statt und alles was nach Pioniere oder FDJ roch wurde eingezogen.Frösi,Atze,Trommel,Bummi........Fünfziger Jahre.

Siehe hier:
Kindheit im geteilten Berlin

seaman


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zuletzt bearbeitet 12.08.2014 12:38 | nach oben springen

#24

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 12:00
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

Solche Ereignisse, wie in Berlin, kenne ich nicht.


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#25

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 12:43
von Linna | 188 Beiträge

Ich habe als Kind in den 60-er Jahren oft Flugblätter gesammelt, was nicht ganz ungefährlich war. Wenn man Exemplare davon fand
und behielt konnte es auch für die Eltern der Betroffenen ziemlich ungemütlich werden.
Kuriosum: Wir haben auch Exemplare der "Volksarmee" gefunden, die im Westen geruckt wurden und der im Osten genau ähnlich
sahen nur daß deren Inhalt wesentlich vom Original abwich.
Flugblätter, die man mehrfach fand wurden untereinander getauscht.



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#26

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 13:29
von Gelöschtes Mitglied
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Bevor mein Interesse für "anspruchsvolle" Literatur (was auch immer das sein mag) erwachte, habe ich als 14-, 15jähriger ziemlich viel "Schundliteratur" gelesen: Jerry Cotton, Lassiter und andere Western - und auch Landser-Hefte. Und gerade die Landser-Hefte habe ich weder als kriegstreibend noch als kriegsverherrlichend empfunden: Da war sehr viel von Leid und Not, von Qual und Anstrengung, von Entbehrung und Tod die Rede. Nichts, was einen mit Begeisterung zur Fahne hätte rufen können, eher das Gegenteil.

Es mag sein, dass mich nach fast einem halben Jahrhundert die Erinnerung trügt, aber so sind mir diese Heftchen im Gedächtnis geblieben.


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#27

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 13:41
von icke-ek71 (gelöscht)
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hallo linna,an diese flugblätter kann ich mich auch noch erinnern!!das waren zeitungen aus der ddr wie ND;BERLINER ZEITUG ;VOLKSARMMEE;NEUE ZEITusw!!die waren allerdings viel kleiner und der inhalt war anders als bei den originalen zeitungen!!meines erachtens wurden die in der nähe von duderstadt mit einem ballon hochgelassen!!die gk jützenbach war in der nähe von duderstadt und oft haben wir die ballons gesehen!!des öfteren kam der segen von oben und wir als grenzsoldaten waren die ersten die diese interessanten exemplare fanden!!der stiefelschaft war ein gutes versteck!!die freiwilligen helfer der grenztruppen haben da anders reagiert als wir,da mußten dann die kinder der schule ausrücken und alles einsammeln und wehe ein kind hat sich solch exemplar mal angesehen!!na ja diese freiwilligen waren sowiso nicht die freunde der soldaten!!!LG Bernd


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#28

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 14:26
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #22
Egal welche Literatur - eine öffentliche Verbrennung hätte es so kurz nach den Nazis nicht wieder geben dürfen. Schändlich und entlarvend sowas..............

Ach, mal wieder ein Einzeilerchen ...

Na gut. Versuchen wir es mal.

1. Zwischen der propagandistisch groß aufgezogenen Bücherverbrennung der Nazis mit Rundfunk und Wochenschau und einer fotografierten Szene auf einem Berliner Schulhof sehe ich schon einen Unterschied, aber das kann an mir liegen.

2. Dem Faschismus ist Intelligenzfeindlichkeit Wesenseigen, da er seine Herrschaft von vornherein auf Diktatur und Repression begründet. Dem Sozialismus war in der Gesellschaftstheorie die Intelligenz eine mit der Arbeiterklasse verbündete Schicht. In der Gesellschaftspraxis ließ der Staat unter der Führung der Partei eine freie Entfaltung der Intelligenz (als gesellschaftliche Schicht) nicht zu, da dies aufgrund der Krisenhaftigkeit des Real existierenden Sozialismus notwendigerweise zu einer politischen Opposition geführt hätte (und letztlich auch hat). Deshalb sprachen die politischen Witze zu DDR-Zeiten schon von Marx und Murx.

3. Im Verständnis der 50er Jahre ging es darum, die Arbeiterklasse aus den "Klauen des Kapitalismus" auch geistig zu befreien. In der Zeit, da dieses Bild entstand, steuerte die Auseinandersetzung der Systeme auf einen Höhepunkt zu (1954 Pariser Verträge, 1955 Gründung Warschauer Vertrag) und es galt: Was vom Westen kommt, hat immer auch etwas mit Faschismus zu tun. Es ging also um die Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus als solches in all seinen Wesenserscheinungen. Die Inhalte der "Schundliteratur" spielten keine oder nur eine untergeordnete Rolle.

Also: Während es in der Bücherverbrennung der Nazis darum ging, die Köpfe zu diskreditieren und die Inhalte zu zerstören, ging es in der DDR um eine klare Abgrenzung vom System des Kapitalismus. ... Nuja, hat nicht so richtig geklappt ...

Was wird nun also entlarvt? Dass der Sozialismus eine Diktatur war? Das hat er selbst von sich behauptet, wenn er es in Praxis denn aber noch ernster betrieb, als es in der Theorie formuliert war. Aber selbst das ist inzwischen eine Binsenweisheit.

Worauf will ich hinaus? Ich halte es für durchaus bedeutsam für die Auseinandersetzung mit einem System, nicht nur einfach die Erscheinungen zu nehmen und "Aha!" zu schreien. Auch wenn ich den Sozialismus der DDR buchstäblich bis zum letzten Tag verteidigen wollte, muss ich heute einsehen, dass er nicht die Gesellschaft war, die er vorzugeben versuchte. Aber ich kenne eine Reihe von Leuten, die versucht haben, ihn aufzubauen. Ich bin den Träumen und Idealen dieser Menschen hinterhergelaufen und wollte lange nicht sehen, dass die gesellschaftliche Praxis schon lange nicht mehr diesen Idealen entsprach. Aber mein Respekt gegenüber diesen Menschen bleibt. Und das mindeste was ich dann sagen kann und muss, ist: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Der Rest dazu - siehe oben.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#29

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 21:01
von 94 | 10.792 Beiträge

Also mir hätte beim Rainman Politunterricht sicher Spaß gemacht.

Doch zum Thema, nun ist eine Bücherverbrennung nicht die Erfindung der Nationalsozialisten. Auch hier plagierten sie unverschämt ein Stück, diesesmal zumindest deutsche Geschichte und interpretierten es nach ihrem Sinne. Ein Ausräumen von Bibliotheken nach Listen im größerem Umfang und namentliches Nennen von geächteten Autoren und Werken wurde erstmalig 1817 zum Wartburgfest praktiziert. Und dieses war nach DDR-Lehrmeinung ja nun nicht gerade 'böse', also zumindest gabs zwei Jahre vor der eignen Bücherverbrennung eine Sondermarke (Michel-Nr. 402) ...



Also nun könnte man die 'Maßnahme' ja vielleicht auch als Vermächtniss der progressiv-patriotischen Studenten von 1817 und nicht als Reminiszenz an die reaktionär-faschistischen Studenten von 1933 auslegen, also falls nun doch Autor und Titel bei diesem Autodafé genannt worden sein sollten?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#30

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 21:05
von Georg | 1.003 Beiträge

Ja !!
Das waren meine Hintergedanken dabei ! Haste prima gemacht @94 !


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#31

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 21:09
von 94 | 10.792 Beiträge

Na dann gleich mal die nächste Fragen, was unterscheidet nun 1817 von 1933, es waren ja immer die Studentenschaft welche zündelte?
Und standen nicht einige Werke nun sogar auf beiden Listen?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 12.08.2014 21:10 | nach oben springen

#32

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 21:53
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo 94,

Politunterricht bei mir ... können wir gerne machen. Hab auch schon eine Studierstube mit Debattiertischen ...

Aber auf das Wartburgfest, auch wenn es in einer solch hohen Tradition in der DDR stand, lässt sich trefflich mit Heinrich Heine antworten:

"...
Doch als die schwarz-rot-goldne Fahn,
Der altgermanische Plunder,
Aufs neu erschien, da schwand mein Wahn
Und die süßen Märchenwunder.

Ich kannte die Farben in diesem Panier
Und ihre Vorbedeutung:
Von deutscher Freiheit brachten sie mir
Die schlimmste Hiobszeitung.

Schon sah ich den Arndt, den Vater Jahn -
Die Helden aus andern Zeiten
Aus ihren Gräbern wieder nahn
Und für den Kaiser streiten.

Die Burschenschaftler allesamt
Aus meinen Jünglingsjahren,
Die für den Kaiser sich entflammt,
Wenn sie betrunken waren.

Ich sah das sündenergraute Geschlecht
Der Diplomaten und Pfaffen,
Die alten Knappen vom römischen Recht,
Am Einheitstempel schaffen -
..."


aus dem Gedicht von Heinrich Heine: Michel nach dem März - zum 18. März 1848.

Wenn wir mal Gelegenheit haben, trage ich Dir "Die Wahlesel" von Heine vor. Da schubbert's einen, wenn man dessen Weitsicht oder vielleicht besser Weltgefühl in Deutscher Politik spürt.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#33

RE: Almansor

in DDR Bilder 12.08.2014 22:50
von icke46 | 2.593 Beiträge

Nun muss ich den erfahrenen Polit doch mal fragen -
Schwarz-Rot-Gold ist altgermanischer Plunder - das erstaunt mich nun bei Heine.

Ich halte es dann schon mit Heine in diesem Text:

Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten (Anmerkung)
In Winterskälte und Hungersnöten;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen, (Anmerkung)
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt
Und uns wie Hunde erschießen läßt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande, (Anmerkung)
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -
Wir weben, wir weben!

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht -
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch - (Anmerkung)
wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!



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#34

RE: Almansor

in DDR Bilder 13.08.2014 06:14
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo icke46,

Heine sah den Schlesischen Weberaufstand in seiner Zeit als das an, was er war: Die erste größere spontane Erhebung einer neuen Klasse in Deutschland - des Proletariats. Heine hatte 1843 in Paris Karl Marx kennengelernt. Marx war übrigens auch der erste Herausgeber von Heines Weber-Gedicht. Es wurde im "Vorwärts!" abgedruckt, dessen Herausgeber Marx war.

Dem Nationalstolz, bzw. dem Nationalismus, der vor allem im Schatten der Befreiungskriege gegen Napoleon heraufzog, stand er von Anfang an kritisch gegenüber. Und das war kein Hass auf Deutschland oder einen deutschen Gedanken. Wenn es nur "Deutschland - Ein Wintermärchen" von Heine gäbe, es würde ihn als einen der besten Deutschen charakterisieren - voll von Ironie, Kritik und Liebe. Im Nationalismus erkannte er die Grundzüge einer unreflektierten Bewegung, die jede Form von Reaktion, ob nun Kaiserherrschaft oder eine andere Diktatur, akzeptieren würde, solange sie nur Deutsch sei.

Ich habe mal an einer Interpretation für Heines "Die Wahlesel" gearbeitet, irgendwann in den 90ern. Das Ende der darin gehaltenen Rede ließ ich irgendwann in eine Art Hitler-Imitation umspringen. Mir lief es kalt den Rücken herunter. Heine hatte für mich in Form einer Karikatur ein genaues Psychogramm der Entwicklung vom Nationalismus zum Faschismus gezeichnet. Und das Gedicht stammt aus den 1840er Jahren! Die Schwarz-Rot-Goldene Fahne ist für ihn altgermanischer Plunder, solange sie für "beschränkten Teutomanismus" steht, "der viel von Liebe und Glaube greinte, dessen Liebe aber nichts anderes war als Haß des Fremden und dessen Glaube nur in der Unvernunft bestand, und der in seiner Unwissenheit nichts Besseres zu erfinden wußte als Bücher zu verbrennen!".

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#35

RE: Almansor

in DDR Bilder 13.08.2014 19:15
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

"Bücherverbrennung", allesdings mit völlig unpolitischen Motiven, gab es bei uns zum Abschluss der Lehrausbildung 1965 in Leuna. Wir waren eine Klasse aus dem Lehrlingswohnheim. Zum Ende haben wir in einer Aktion alles verbrannt, was wir offensichtlich nie mehr brauchen würden. Einer unserer Heimleiter wollte angeblich gehört haben, daß Sätz fielen so ähnlich wie "Hiermit übergeben wir die Schriften von Marx, Engels und Lenin dem Feuer". Kam aber kein Nachspiel. Hat wohl auch kein Verantwortlicher Lust dazu gehabt, hier etwas zu konstruieren.



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#36

RE: Almansor

in DDR Bilder 14.08.2014 08:12
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Au ja, jetzt fallen mir all meine Sünden wieder ein......

Irgendwann, auf der Grenzkompanie, gingen wir geschlossen in den Heizungskeller und haben die Schreibhefte aus dem Politunterricht dem Feuer übergeben.... das war so eine Tradition. Die Szene habe ich heute noch irgendwie vor meinem "inneren Auge".

Aus heutiger Sicht sage ich: Schade !
Aber ich konnte 1979 beim besten Willen nicht ahnen, dass ich 33 Jahre später mich mal ein einem Zeitzeugenforum zur Geschichte des Kalten Krieges anmelden würde und solche alten Aufzeichnungen auch gerne hier einstellen würde.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#37

RE: Almansor

in DDR Bilder 14.08.2014 08:25
von Gelöschtes Mitglied
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Das ist wohl jedem so ergangen: Ich habe auch Vieles achtlos weggeworfen, was ich heute gerne noch mal durchblättern würde. Zwar nicht in einer Verbrennung und mit dem Anklang an eine Zeremonie, sondern schlicht per Mülleimer (die blauen Tonnen gab es damals noch nicht), aber das Ergebnis ist identisch. Weg ist weg.

In der Tat: Schade


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#38

RE: Almansor

in DDR Bilder 14.08.2014 11:25
von turtle | 6.961 Beiträge

Bücher sind festgehaltene Worte in Buchstaben. Sie vermitteln geballtes Wissen, Lehren, Religionen. Eine große Macht oder Einfluss geht von dem geschriebenen Wort aus.
Entspricht es nicht dem Gewünschten werden sie auch heute nicht von diesem oder jenem zugelassen.. Mit der Bücherverbrennung möchte man mehr wie das Wort verbrennen. Schon seit biblischen Zeiten wird das praktiziert. Man möchte seine Ideologie und Religion als einzig richtige gelten lassen. Sogar mancher Schreiber wurde als Ketzer verbrand oder wurde zumindest zum Widerrufen gezwungen .Ob nun Buchverbrennung, oder Missionare beide dienten dazu etwas aufzuzwingen. Ich habe Bücher aus verschiedenen Zeiten in Deutschland. Die jeweilige Ideologie ist klar erkennbar. Normalerweise gehört ein Buch wie „ ein Trappist bricht sein Schweigen „ von 1938 zumindest auf den Müll. (Ein Mönch erkennt quasi den wahren Gott ) Es ist der F. Ich habe es behalten aus geschichtlichem Interesse, da es eben genau das gewünschte Wort jener Zeit wieder spiegelt. Genauso verhält es sich mit einigen Filmen jener Zeit die man nicht mehr frei erhalten kann. Allein die unterschiedlichen Ideologien mit ihrer Politik der letzten Hundert Jahre in Deutschland sind sehr interessant. Schriften wurden da zu allen Zeiten unterschiedlich bewertet. Von Verboten, Verbrennungen, nur unerwünscht bis zur Staatsdoktrin die letzten Einhundert Jahre in Deutschland spielten Bücher eine große Rolle. Sie können unser Wissen stärken, aber uns auch negativ beeinflussen.
Ich ziehe eine vernünftige Diskussion und Auseinandersetzung darüber einer Bücherverbrennung vor.


zuletzt bearbeitet 14.08.2014 11:26 | nach oben springen

#39

RE: Almansor

in DDR Bilder 14.08.2014 17:52
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #28
Zitat von Freienhagener im Beitrag #22
Egal welche Literatur - eine öffentliche Verbrennung hätte es so kurz nach den Nazis nicht wieder geben dürfen. Schändlich und entlarvend sowas..............


3. Im Verständnis der 50er Jahre ging es darum, die Arbeiterklasse aus den "Klauen des Kapitalismus" auch geistig zu befreien. In der Zeit, da dieses Bild entstand, steuerte die Auseinandersetzung der Systeme auf einen Höhepunkt zu (1954 Pariser Verträge, 1955 Gründung Warschauer Vertrag) und es galt: Was vom Westen kommt, hat immer auch etwas mit Faschismus zu tun. Es ging also um die Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus als solches in all seinen Wesenserscheinungen. Die Inhalte der "Schundliteratur" spielten keine oder nur eine untergeordnete Rolle.

Also: Während es in der Bücherverbrennung der Nazis darum ging, die Köpfe zu diskreditieren und die Inhalte zu zerstören, ging es in der DDR um eine klare Abgrenzung vom System des Kapitalismus. ... Nuja, hat nicht so richtig geklappt ...

Was wird nun also entlarvt? Dass der Sozialismus eine Diktatur war? Das hat er selbst von sich behauptet, wenn er es in Praxis denn aber noch ernster betrieb, als es in der Theorie formuliert war. Aber selbst das ist inzwischen eine Binsenweisheit.

Worauf will ich hinaus? Ich halte es für durchaus bedeutsam für die Auseinandersetzung mit einem System, nicht nur einfach die Erscheinungen zu nehmen und "Aha!" zu schreien. Auch wenn ich den Sozialismus der DDR buchstäblich bis zum letzten Tag verteidigen wollte, muss ich heute einsehen, dass er nicht die Gesellschaft war, die er vorzugeben versuchte. Aber ich kenne eine Reihe von Leuten, die versucht haben, ihn aufzubauen. Ich bin den Träumen und Idealen dieser Menschen hinterhergelaufen und wollte lange nicht sehen, dass die gesellschaftliche Praxis schon lange nicht mehr diesen Idealen entsprach. Aber mein Respekt gegenüber diesen Menschen bleibt. Und das mindeste was ich dann sagen kann und muss, ist: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Der Rest dazu - siehe oben.



@Rainman2 ,
Von der Sache her möchte ich Dir gar nicht widersprechen.

Was 1990 mit als erstes zu uns "überschwappte", Porno- und Horrorfilme in neuen Videotheken, Landserhefte u.Ä., das alles ist selbstverständlich Schund.
Ich fand durchaus richtig, daß der vorher auf dem Index stand.

Aber eine symbolhafte Verbrennung ist das falsche Mittel, wegen ihrer Symbolik so kurz nach Hitler. Das war der Kern meiner Aussage.

Sicherlich ganz bewußt hat es sowas in der DDR (!) nach der stalinistischen Zeit nicht mehr gegebeben.

Dafür genügte der sogenannte "Giftschrank" in der Deutschen Bücherei oder die Grenzkontrolle (Daß dies auch mißliebige Literatur, die kein Schund war, betraf, ist eine andere Sache. Absurd war auch, wenn ein im Westen verlegtes Mao-Buch in der Deutschen Bücherei im "Giftschrank" lag, aber das gleiche Buch vom Dietz-Verlag nicht...Aber ich will nicht abschweifen).

Gruß


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.08.2014 17:56 | nach oben springen

#40

RE: Almansor

in DDR Bilder 14.08.2014 19:49
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Ein Gedanke im Nachhinein:

In Zeiten der relativ offenen Grenze war es schwierig, Schundhefte außen vor zu lassen.

Aber statt sie offen zu verbrennen hätte man sie einsammeln und wie anders Altpapier der Wiederverwertung zuführen können.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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