#81

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 06:43
von manudave (gelöscht)
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@Musiker

In Antwort auf:
(frage mich heute noch vor was die mich beschützen wollten)


Das ist wohl relativ einfach. Ohne eine Stationierung der Amerikaner wäre ein Deutschland ein völlig instabiles Gebilde gewesen, was jederzeit ohne große Probleme hätte eingenommen oder unterwandert werden können. Warum hätte der WP das machen sollen? Es war die Zeit des kalten Krieges - jeder Richtung ging es nur darum den Machtbereich zu erweitern und ein wehrloses Deutschland wäre ideal gewesen.

Das wusste jeder deutsche Politiker und hat sich deshalb auch nie gewehrt. Außerdem haben sich die Amerikaner selbst als Gäste und nicht als Besatzer gesehen und Nachkriegsgenerationen haben das irgendwann auch getan.


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#82

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 08:45
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von manudave
Außerdem haben sich die Amerikaner selbst als Gäste und nicht als Besatzer gesehen und Nachkriegsgenerationen haben das irgendwann auch getan.


selbstverständlich, ging es ihnen doch vordergründig den "kommunismus bzw. die bolschewisten" zu bremsen und anschliessend zurück zu drängen. dieses "roll back" ist doch allgemein bekannt.
den amerikanern ging es nach ende des II. wk auch vordergründig um die ökonomische vorherrschaft auch in europa. die gesamte amerikanische politik ist seit 1945 darauf ausgerichtet. nur sehr einfälltige leute glauben, das es um "demokratie und freiheit" geht.

ein amerkaner erklärte mir es vor kurzem so: "die leute (amerikaner) sind sehr offene, nette, herzliche, dankbare und begeisterungsfähige menschen, nur diese scheiss politik der regierung bringt unser volk in verruf."


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#83

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 09:12
von karl143 (gelöscht)
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Vielleicht mögen sich die Allierten in den ersten Jahren als Besatzer gefühlt und gehandelt haben. Waren sie zu diesem Zeitpunkt ja auch. Man kann aber nicht alles damit schlecht machen, indem man immer wieder erklärt, das hätten (hauptsächlich) GB und USA nur um ihren Vorteil getan. Ich habe jahrelang in Nienburg/Weser gewohnt, dort gab es eine Kompanie US-Amerikaner und eine ganzes Regiment oder Batallion von Engländer (Pioniere). Ich weiß nur, die waren in allen Sportvereinen, Angelvereinen usw. integriert und haben bei allen Festen mitgemacht. Am Guy Fawkes Day, am 5. November waren immer Stadtfeste, und die geschahen nicht aus dem Willen von oben heraus, sondern aus der Freundschaft und dem Vertrauen welches mit der Zeit wuchs. Das widerrum kann ich mir beim Verhältnis DDR-Bürger zu den russischen Streitkräften zumindest nicht immer vorstellen. Ich denke da an Dokumentationen vom MDR über Vergewaltigungen von Russen, und dem vom oben herab befohlenen Nichtstun der sonst so arbeitswütigen Staatsanwaltschaften. Ich weiß, das ist nur ein Beispiel. Ein Großteil der Bevölkerung hier hat es jedenfalls bedauert, das im Zuge der Entspannungspolitik Amerikaner, Engländer und auch Niederländer nicht mehr da sind. Sie waren wirklich eine Bereicherung unseres Lebens und habe uns viel in dieser Hinsicht gegeben.


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#84

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 09:30
von manudave (gelöscht)
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Das sehe ich auch so, Karl.

Ein gute Buch dazu ist übrigens "Amerikaner in Hessen". Dort kann man sehr gut nachvollziehen, warum die Amis als Freunde gesehen wurden und auch wie sie uns zur Demokratie erzogen haben.


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#85

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 09:36
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rainman2
Hallo Augenzeuge,

da ist es wieder, mein Problem mit Diskussionen über historische Schuld vs. historische Ursachen. Ich wurde 1960 in diese Zeit hieneingeboren, habe viel nur von der einen Seite gehört. Ich bin also in dem Sinne zum einen befangen und zum anderen kein wirklicher Zeitzeuge. Ich kann also auch nur auf historische Dokumente gucken, wissend, dass diese oft verfälscht sind. Dennoch wage ich mir einige Widerworte zu Deinem Beitrag.

Zitat von Augenzeuge
... Allerdings halte ich es nach wie vor für Volksverdummung, wenn alle Augenblicke mit einem Angriff der Gegenseite (von West nach Ost) gerechnet wurde. ...
Militärisch war das Volk der DDR nie von aussen bedroht, nur von innen. ...


Ich war nicht dabei, also greife ich auf zwei Zeitzeugen zurück:

US-Botschafter bei der NATO Strausz-Hupé: "Die erstrangige und wichtigste Aufgabe der Strategie Amerikas im weitesten Sinne des Wortes ist die Erhaltung und Festigung unseres politischen Systems und diese Aufgabe ist wichtiger, als die Erhaltung des Friedens."

1957 Schwedischer Finanzminister Wigfors: Stellt fest "dass die Gefahr im kalten Krieg nicht so sehr in einer Aggressionshandlung der Russen, sondern vielmehr in einem möglichen Präventivkrieg der USA zu sehen ist."


Ich würde mal so sagen, dass sich das nach einer unmittelbaren Kriegsgefahr anhört. Oder hat man auch Herrn Wigfors vervolksdummt?

<blockquote><font size="1">Zitat von Augenzeuge
... Für mich ist dieser Schutzwall nichts anderes als die letzte Möglichkeit zur Erhaltung der Macht einer Minderheit gewesen. Er war die öffentliche Kapitulation eines Systems vor dem eigenen Volk. ...


Ach, das mit der Minderheit ist immer so eine Sache. Selbst wenn wir hier über eine Diktatur sprechen, in der eine demokratische Betrachtung immer ihre Macken hat, möchte ich doch mal ganz kurz die magische Zahl der Demokratie ins Spiel bringen: 51. Das ist die Zahl der Mehrheit. Aus den mir vorliegenden Geschichtsbetrachtungen geht nicht hervor, dass mehr als 51 Prozent der DDR-Bevölkerung die Notwendigkeit einer stärkeren Sicherung des Sozialismus abgelehnt haben. Das könnte in der Umkehrung zu dem Schluss führen, dass eine Mehrheit dafür gewesen sein könnte. Ob das nun konkret den Mauerbau einschloss, darüber kann man vielleicht streiten. Leider halten sich da statistische Werte aus dieser Zeit zu dieser Frage sehr in Grenzen, oder sind eher fragwürdig.

Fazit: Eine Aufarbeitung von einer Position der Alleinschuld bringt nach meiner Auffassung kein Licht ins Dunkel. Es ist letztendlich nichts anderes als auch eine, verzeih den für Dich vielleicht hart klingenden Begriff, ideologische Position.

In der Hoffnung, Dir nicht zu sehr auf den Schlips getreten zu haben, verbleibe ich mit lieben Grüßen!
ciao Rainman[/quote]


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#86

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 09:44
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von karl143


Vielleicht mögen sich die Allierten in den ersten Jahren als Besatzer gefühlt und gehandelt haben.

An diese Zeit kann ich mich nicht mehr erinnern, wurde zwar 1945 geboren, war aber wohl doch zu klein.

Ein Großteil der Bevölkerung hier hat es jedenfalls bedauert, das im Zuge der Entspannungspolitik Amerikaner, Engländer und auch Niederländer nicht mehr da sind. Sie waren wirklich eine Bereicherung unseres Lebens und habe uns viel in dieser Hinsicht gegeben.


In Berlin hat wohl bis auf einige Ausnahmen keiner die Amerikaner, Briten und Franzosen als lästig empfunden, sie wurden im laufe der Jahre zu Freunden, das beweisen doch die vielen Besucher auf den Deutsch-Amerikanischen und Französischen Volksfesten, desgleichen die immer gut besuchten Paraden zum 4.Juli oder auf der Straße des 17.Juni,

Gruß aus Berlin


zuletzt bearbeitet 11.08.2009 09:44 | nach oben springen

#87

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 09:46
von Musiker12 | 822 Beiträge

Ich habe die Amerikaner hautnah und bis zum Ende der Besatzungszeit erlebt. Die einzige Bereicherung war im Geldbeutel zu bemerken. Ein Großteil hat sich aufgeführt wie die Vandalen.



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#88

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 09:47
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von dein1945
Zitat von karl143


Vielleicht mögen sich die Allierten in den ersten Jahren als Besatzer gefühlt und gehandelt haben.

An diese Zeit kann ich mich nicht mehr erinnern, wurde zwar 1945 geboren, war aber wohl doch zu klein.

Ein Großteil der Bevölkerung hier hat es jedenfalls bedauert, das im Zuge der Entspannungspolitik Amerikaner, Engländer und auch Niederländer nicht mehr da sind. Sie waren wirklich eine Bereicherung unseres Lebens und habe uns viel in dieser Hinsicht gegeben.


In Berlin hat wohl bis auf einige Ausnahmen keiner die Amerikaner, Briten und Franzosen als lästig empfunden, sie wurden im laufe der Jahre zu Freunden, das beweisen doch die vielen Besucher auf den Deutsch-Amerikanischen und Französischen Volksfesten, desgleichen die immer gut besuchten Paraden zum 4.Juli oder auf der Straße des 17.Juni,

Gruß aus Berlin

Das Fettgedruckte stammt nicht von mir - wer macht mich hier älter :-)


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#89

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 09:56
von Musiker12 | 822 Beiträge

In Antwort auf:
....wurden und auch wie sie uns zur Demokratie erzogen haben.
(von manudave)

Aha.

In Antwort auf:
Allerdings wurde man doch in seiner Erziehung, Bildung und Meinung in eine gewisse Richtung gesteuert
(von manudave)

Demnach war es doch überall das gleiche. Jede Seite hat erzogen.



zuletzt bearbeitet 11.08.2009 09:57 | nach oben springen

#90

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 10:00
von dein1945 (gelöscht)
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[quote="wosch"]

Ach, das mit der Minderheit ist immer so eine Sache. Selbst wenn wir hier über eine Diktatur sprechen, in der eine demokratische Betrachtung immer ihre Macken hat, möchte ich doch mal ganz kurz die magische Zahl der Demokratie ins Spiel bringen: 51. Das ist die Zahl der Mehrheit. Aus den mir vorliegenden Geschichtsbetrachtungen geht nicht hervor, dass mehr als 51 Prozent der DDR-Bevölkerung die Notwendigkeit einer stärkeren Sicherung des Sozialismus abgelehnt haben. Das könnte in der Umkehrung zu dem Schluss führen, dass eine Mehrheit dafür gewesen sein könnte. Ob das nun konkret den Mauerbau einschloss, darüber kann man vielleicht streiten. Leider halten sich da statistische Werte aus dieser Zeit zu dieser Frage sehr in Grenzen, oder sind eher fragwürdig.

Hallo wosch,

Ich habe dein Zitat extra mit fragwürdig enden lassen, 51% hin oder her, wer weis es so genau und Geschichte geht nun mal nicht rückwärts. Ich stelle nur mal die Frage in den Raum, 1961 freie und geheime Wahlen in der DDR unter Aufsicht von neutralen Staaten, evtl. Schweiz, Schweden usw., wie hätte dann das Ergebnis ausgesehen ? Aber die gab es nie und hat es vor der Wende nie gegeben, wie sah denn die Einheitsliste aus, ohne jede Möglichkeit einer freien Wahl, ab in die Wahlurne und wir waren bei 99,99%,

Schönen Tag aus Berlin


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#91

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 10:05
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von karl143
[quote="dein1945"][quote="karl143"]


An diese Zeit kann ich mich nicht mehr erinnern, wurde zwar 1945 geboren, war aber wohl doch zu klein.

Das Fettgedruckte stammt nicht von mir - wer macht mich hier älter :-)


Hallo mein junger Freund,

das Alter bzw. der Jahrgang bezieht sich auf mich, sind wohl die Zeilen etwas verrutscht, nichts für ungut

Gruß eines älteren Berliners, ich steh zu meinem Alter


zuletzt bearbeitet 11.08.2009 10:05 | nach oben springen

#92

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 10:29
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Die Amerikaner, Briten und Franzosen wurden in Berlin durch die Blockade der Russen ganz schnell zu einer Schutzmacht, weil sie den westlichen Teil schützten. Bis zu 1 Mio Menschen bereiteten bspw. den jeweiligen amerikanischen Präsidenten in West-Berlin einen begeitserten Empfang, wenn sie als Garanten der Lebensfähigkeit West-Berlins in die Teil-Stadt kamen.

Wer die blutigen Niederschlagungen der Forderungen von Menschen nach etwas mehr Mitbestimmung und Pressefreiheit in Berlin(Ost)1953, Budapest 1956 und in Prag 1968 gesehen hatte, konnte in West-Berlin und in West-Deutschland nur glücklich über die Anwesenheit von Truppen sein, die die freiheitlichen Rechte der Menschen garantierte. Die wütenden, stalinistischen Schauprozesse a la Freisler-Volksgerichtshof nach den Aufständen (ich denke da besonders an die liebreizende Hilde Benjamin ), zeigten nur zu gut, wie berechtigtigt die Sorge vor einer Bedrohung dieser stalinistischen Schlächter und ihrer primitiven Helfershelfer in den jeweiligen Ländern war....


zuletzt bearbeitet 11.08.2009 10:36 | nach oben springen

#93

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 10:39
von wosch (gelöscht)
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[quote="Rainman2"]Hallo Augenzeuge,

da ist es wieder, mein Problem mit Diskussionen über historische Schuld vs. historische Ursachen. Ich wurde 1960 in diese Zeit hieneingeboren, habe viel nur von der einen Seite gehört. Ich bin also in dem Sinne zum einen befangen und zum anderen kein wirklicher Zeitzeuge. Ich kann also auch nur auf historische Dokumente gucken, wissend, dass diese oft verfälscht sind. Dennoch wage ich mir einige Widerworte zu Deinem Beitrag.

Hallo Rainmann!
Beim Lesen vieler Deiner Beiträge stelle ich fest, daß Du Dich gerne darauf berufen tust, erst 1960 das Licht der Welt erblickt zu haben und deswegen eigentlich kein "richtiger" Zeitzeuge sein kannst, für die Geschehnisse in der DDR vor und um die Zeit des Mauerbaus. Auch konnte ich mich darin einlesen, daß Du als junger Spund, bedingt durch teilweise auch familäre Einflüsse zu einem, sagen wir es mal so "guten DDR-Bürger" herangewachsen bist. Deine Beiträge hier in diesem Forum lese ich immer wieder mit dem größten Vergnügen, auch wenn ich bie vielen Passagen einfach nur den Kopf schütteln kann. Es kommt mir vor, als ob Du in Deinen Beiträgen immer mal wieder versuchst die DDR-Vergangenheit "Schönzureden". Nun könntest Du natürlich wieder mit "Bitte nenne Quellen" und Ähnlichem kommen, die gibt es zur Genüge (gerade hier im Internet), man muß sie natürlich auch wahrnehmen wollen. Über 3 Millionen DDR-Flüchtlinge vor dem 13. August 1961 sind ein deutliches Potential von Zeitzeugen (echte Zeitzeugen, vom Alter her)!!Ich zähle mich persönlich zu dieser Gruppe. Deswegen zum Schluß meiner Zeilen an Dich, zu Deinem Umkehrschluß-Vergleich, daß eine Mehrheit der DDR-Bevölkerung für den Mauerbau gewesen sein könnte folgendes von mir, als einen Zeitzeugen :" Ich kannte in meinem relativ großen Umfeld nicht einen Einzigen, der dieses Bauwerk gewollt und begrüßt hatte. Daß es in den gleichgeschalteten Tageszeitungen anders dargestellt wurde, dürfte Dich eigentlich als ehemaliger PO nicht sonderlich verwundern, denn ich gehe mal davon aus, daß Du weist, wie Propaganda mißbraucht werden kann.
Nimm´s nicht persönlich!
Schönen Gruß aus Kassel

Zitat von Rainmann:
Ach, das mit der Minderheit ist immer so eine Sache. Selbst wenn wir hier über eine Diktatur sprechen, in der eine demokratische Betrachtung immer ihre Macken hat, möchte ich doch mal ganz kurz die magische Zahl der Demokratie ins Spiel bringen: 51. Das ist die Zahl der Mehrheit. Aus den mir vorliegenden Geschichtsbetrachtungen geht nicht hervor, dass mehr als 51 Prozent der DDR-Bevölkerung die Notwendigkeit einer stärkeren Sicherung des Sozialismus abgelehnt haben. Das könnte in der Umkehrung zu dem Schluss führen, dass eine Mehrheit dafür gewesen sein könnte. Ob das nun konkret den Mauerbau einschloss, darüber kann man vielleicht streiten. Leider halten sich da statistische Werte aus dieser Zeit zu dieser Frage sehr in Grenzen, oder sind eher fragwürdig.



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#94

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 10:53
von wosch (gelöscht)
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Hallo dein1945!
Nur zur Information:
Der Artikel auf den Du Dich berufst, ist aus Versehen eingestellt worden. Beim Lesen dieses Artikel hab ich auf´nen "falschen Knopf" gedrückt.
Schönen Gruß aus Kassel


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#95

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 11:24
von wosch (gelöscht)
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Hallo dein1945!
Zu Deiner "Wahl-Diagnose" nur folgendes:
Nach meinem 18. Geburtstag durfte (richtiger gesagt: mußte!)ich erstmalig in der DDR wählen und obwohl ich sie nicht wollte, habe ich meine Stimme durch "Zettelfalten" und ohne Wahlkabine den Kandidaten der Nationalen Front gegeben. Ein anderes Wahlverhalten war seinerzeit gar nicht möglich und hätte schwerwiegende Folgen nach sich gezogen. Dieser Tatsache waren sich von den 99,5 % der "JA-Stimmen" schätzungsweise ca 99,5 % bewußt. Wahlen in der DDR wurden zu meiner Zeit als die großte Volksverarschung angesehen und das Schlimmste daran war, man mußte sie auch noch öffentlich beklatschen. Es ist gut, daß der Spuk vorbei ist,
Schönen Gruß aus Kassel.


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#96

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 11:24
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von karl143
Vielleicht mögen sich die Allierten in den ersten Jahren als Besatzer gefühlt und gehandelt haben. Waren sie zu diesem Zeitpunkt ja auch. Man kann aber nicht alles damit schlecht machen, indem man immer wieder erklärt, das hätten (hauptsächlich) GB und USA nur um ihren Vorteil getan. Ich habe jahrelang in Nienburg/Weser gewohnt, dort gab es eine Kompanie US-Amerikaner und eine ganzes Regiment oder Batallion von Engländer (Pioniere). Ich weiß nur, die waren in allen Sportvereinen, Angelvereinen usw. integriert und haben bei allen Festen mitgemacht. Am Guy Fawkes Day, am 5. November waren immer Stadtfeste, und die geschahen nicht aus dem Willen von oben heraus, sondern aus der Freundschaft und dem Vertrauen welches mit der Zeit wuchs. Das widerrum kann ich mir beim Verhältnis DDR-Bürger zu den russischen Streitkräften zumindest nicht immer vorstellen. Ich denke da an Dokumentationen vom MDR über Vergewaltigungen von Russen, und dem vom oben herab befohlenen Nichtstun der sonst so arbeitswütigen Staatsanwaltschaften. Ich weiß, das ist nur ein Beispiel. Ein Großteil der Bevölkerung hier hat es jedenfalls bedauert, das im Zuge der Entspannungspolitik Amerikaner, Engländer und auch Niederländer nicht mehr da sind. Sie waren wirklich eine Bereicherung unseres Lebens und habe uns viel in dieser Hinsicht gegeben.

* hervorhebung von mir.


leider@karl143, gab es fast keine privaten kontakte mit soldaten und offizieren der gssd. diese waren von seiten der gssd unerwünscht. ja, es hat auch vergewaltigungen gegeben, aber das wurde rigeros bekämpft, teilweise durch ihre eigenen leute und dann ziemlich radikal. im volksmund wurde oft von "wurde der soldat gleich an ort und stelle erschossen..." gesprochen. die bevölkerung hatte eigentlich keine angst im umgang mit den soldaten und offizieren der gssd, sondern eher mitleid.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#97

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 11:35
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von FSK-Veteran
Wer die blutigen Niederschlagungen der Forderungen von Menschen nach etwas mehr Mitbestimmung und Pressefreiheit in Berlin(Ost)1953, Budapest 1956 und in Prag 1968 gesehen hatte, konnte in West-Berlin und in West-Deutschland nur glücklich über die Anwesenheit von Truppen sein, die die freiheitlichen Rechte der Menschen garantierte.


@fsk-veteran, wir sollten uns doch mit leichtverdaulichen plattheiten hier zurückhalten, oder ?

- in berlin 1953 ging es nicht um "mitbestimmung und pressefreiheit" sondern um eine gigantische normerhöhung der arbeit und damit verbunden eine teilweise preiserhöhung von verbrauchsgütern.

- in budapest 1956 ging eher darum die sowjetischen besatzer loszuwerden. dort kam es im vorfeld zu schiesserein, lynchjustiz und brandschatzungen. ich würde es als offenen putsch bezeichnen. ja, erst sowjetische panzer stellen wieder ruhe her und sicherten ihren machtbereich.

- in prag 1968 ging es angeblich um einen "sozialismus mit menschlichem anlitz". allein der verkündete austritt aus dem wv und beabsichtigte austritt aus dem rgw zeigt, dass man eigentlich doch wieder zurück ins bürgerliche lager wollte. das auch hier sowjetische panzer wieder ihren machtbereich sicherten ist bekannt.

und jetzt meine frage an @fsk-veteran, waren alle o.g. ereignisse ganz spontan oder wurde da auch ein wenig nachgeholfen ?


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#98

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 11:41
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von wosch

Zu Deiner "Wahl-Diagnose" nur folgendes:
Nach meinem 18. Geburtstag durfte (richtiger gesagt: mußte!)ich erstmalig in der DDR wählen und obwohl ich sie nicht wollte, habe ich meine Stimme durch "Zettelfalten" und ohne Wahlkabine den Kandidaten der Nationalen Front gegeben. Ein anderes Wahlverhalten war seinerzeit gar nicht möglich und hätte schwerwiegende Folgen nach sich gezogen. Dieser Tatsache waren sich von den 99,5 % der "JA-Stimmen" schätzungsweise ca 99,5 % bewußt.


nein @wosch, dieses entspricht nicht ganz der wahrheit. ich selbst habe als jungwähler mit 18 jahren, in berlin-hohenschönhausen, kandidaten von der wahlliste gestrichen. selbstverständlich habe ich dabei die wahlkabine benutzt.
mein weiterer lebensweg dürfte durch meine fusszeile bzw. durch den avatar bekannt sein...


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#99

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 11:46
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow
selbstverständlich, ging es ihnen doch vordergründig den "kommunismus bzw. die bolschewisten" zu bremsen und anschliessend zurück zu drängen. dieses "roll back" ist doch allgemein bekannt.

Zitat von GilbertWolzow
...wir sollten uns doch mit leichtverdaulichen plattheiten hier zurückhalten, oder ?

Glashaus? Steine?
-Th


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#100

RE: Die Legende vom „antifaschistischen Schutzwall“

in Presse Artikel Grenze 11.08.2009 11:54
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von CaptnDelta
Zitat von GilbertWolzow
selbstverständlich, ging es ihnen doch vordergründig den "kommunismus bzw. die bolschewisten" zu bremsen und anschliessend zurück zu drängen. dieses "roll back" ist doch allgemein bekannt.

Zitat von GilbertWolzow
...wir sollten uns doch mit leichtverdaulichen plattheiten hier zurückhalten, oder ?

Glashaus? Steine?
-Th[/quote]

nein, leider nicht...


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