#1

wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 11:28
von Lutze | 8.030 Beiträge

der tödliche Fluchtversuch von Ernst Mundt geht mir nicht aus dem Kopf,
er wurde von der Transport-Polizei erschossen,aus 100 Metern Entfernung,
hatte die Transport-Polizei auch den Schießbefehl erhalten,
auf Republik-Flüchtlinge zu schießen?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#2

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 11:37
von Gelöschtes Mitglied
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Ich denke das sicher alle damaligen staatlichen Stellen mit polizeilichen Aufgaben dazu angehalten waren die damals gültigen Gesetze durchzusetzen. Die Waffenträger werden dann auch spezifische Bestimmungen gehabt haben wann sie ihre Waffen zur Erfüllung ihrer Aufgaben anwenden dürfen?


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#3

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 11:45
von UvD815 | 619 Beiträge

Selbst an Militärobjekten stehen heute noch Warntafeln mit Hinweis auf Schußwaffengebrauch.

Jeder Waffenträger eine Behörde oder Organisation mit Sicherheitsaufgaben hat heute auch noch Befugnisse zur Anwendung der Schußwaffe.

Natürlich sollte immer eine Verhältnismäßigkeit eingehalten werden.

Vor 1990 gab es zwar unter dem " Schießbefehl " oder besser Schußwaffengebrauchsbestimmung klare Hinweise zu Anwendung.

Nach 1990 gibt es diese Regelungen weiterhin in den Aufgabengesetzen der Polizei der Länder / Bund sowie Zoll und Wachdienstvorschriften der BW


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#4

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 11:48
von ABV | 4.202 Beiträge

Es gab ja nicht " den Schießbefehl". Sondern einen entsprechenden Paragraphen im Grenzgesetz, der den Schusswaffeneinsatz " illegalen Grenzübertritten" regelte. Laut diesem Paragraphen durfte auf Flüchtende erst geschossen werden, " wenn andere Mittel der Person habthaft zu werden ausgeschöpft waren, oder offensichtlich keinen Erfolg verprachen." Wobei das Leben der Person " möglichst zu schonen war."
Dieser Paragraph galt meines Wissens für alle an der Grenze eingesetzten " Organe".
Seitens der DDR-Führung wurde den Grenzern / Polizisten etc vorgegaukelt, dass an allen europäischen Grenzen, unter bestimmten Umständen, auf Flüchtende geschossen werden darf. Das ist aber Unsinn!
Nirgendwo durfte und darf ein Grenzer auf jemanden schießen, der lediglich unerlaubt eine Staatsgrenze überschreitet.
Außerdem: der besagte Paragraph stellte im Prinzip nichts als " graue Theorie" dar. Typisches schwammiges Juristendeutsch, um nachher nicht selbst belangt zu werden.

Gruß an alle
Uwe


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#5

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 11:49
von UvD815 | 619 Beiträge

Auch wurde juristisch geprüft, ob die Anwendung der Schußwaffe im Grenzdienst vor 1990 gerechtfertigt oder nicht gerechtfertigt war.

Wie z.B. tätliche Angriffe auf Grenzposten mit Waffen, gewaltsame Grenzdurchbrüche , wo u.a. eine Gefahr für Leib und Leben der Grenzposten bestand.

Natürlich auch Situationen, wo man die Waffe nicht hätte anwenden sollen


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#6

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 11:50
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von UvD815 im Beitrag #3
Selbst an Militärobjekten stehen heute noch Warntafeln mit Hinweis auf Schußwaffengebrauch.



Grundsätzlich stimmt das, aber bei unseren zivil-gewerblichen Wachen habe ich noch nie einen mit Waffe gesehen. Ob die irgendwo verschlossen welche haben kann ich allerdings nicht sagen. War zu meiner aktiven Soldatenlaufbahn als wir noch selbst Wache gestanden haben anders, da hatte ich als stellv. Wachhabender noch eine P1 und die Posten ihre MP2 bzw. das G36.


zuletzt bearbeitet 01.08.2014 11:55 | nach oben springen

#7

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 11:55
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von UvD815 im Beitrag #3
Selbst an Militärobjekten stehen heute noch Warntafeln mit Hinweis auf Schußwaffengebrauch.

Jeder Waffenträger eine Behörde oder Organisation mit Sicherheitsaufgaben hat heute auch noch Befugnisse zur Anwendung der Schußwaffe.

Natürlich sollte immer eine Verhältnismäßigkeit eingehalten werden.

Vor 1990 gab es zwar unter dem " Schießbefehl " oder besser Schußwaffengebrauchsbestimmung klare Hinweise zu Anwendung.

Nach 1990 gibt es diese Regelungen weiterhin in den Aufgabengesetzen der Polizei der Länder / Bund sowie Zoll und Wachdienstvorschriften der BW


Dazu der Gedanke, es gab ja einige Fälle der "Putativnotwehr" (vorbeugende oder geglaubte Notwehr) in der Vergangenheit der BRD, ein gedanke im Zusammenhang der Verhältnismäßigkeit......


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#8

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 11:58
von Lutze | 8.030 Beiträge

trug die Transport-Polizei überhaupt Gewehre?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#9

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 12:01
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Lutze im Beitrag #8
trug die Transport-Polizei überhaupt Gewehre?
Lutze


Wenn Du hier im Forum die aktuellen Threads liest dann weißt Du die Antwort und kannst Dir auch Bilder dazu ansehen.


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#10

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 12:09
von UvD815 | 619 Beiträge

Die Transportpolizei verfügte für den normalen Streifendienst über Pistolen Typ Makarow sowie Maschinenpistolen PM 63 - Kal. 9 mm x 18 , einige
Ausführungen der CZ Skorpion , aber auch ( hauptsächlich die Kompanie en der Trapo ) die AK 47 Kalaschnikow


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#11

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 12:11
von UvD815 | 619 Beiträge

Zitat von Staatsfeind im Beitrag #6
Zitat von UvD815 im Beitrag #3
Selbst an Militärobjekten stehen heute noch Warntafeln mit Hinweis auf Schußwaffengebrauch.



Grundsätzlich stimmt das, aber bei unseren zivil-gewerblichen Wachen habe ich noch nie einen mit Waffe gesehen. Ob die irgendwo verschlossen welche haben kann ich allerdings nicht sagen. War zu meiner aktiven Soldatenlaufbahn als wir noch selbst Wache gestanden haben anders, da hatte ich als stellv. Wachhabender noch eine P1 und die Posten ihre MP2 bzw. das G36.


Fast wöchentlich besuche ich die Friedenssteinkaserne in Gotha. Dort trägt der Wachschutz ( zivil ) eine Pistole P 8 von HK.

Erstaunt war ich , meinen ehem. Hauptfeld als Wachmann wieder zu treffen. Er war gerade bei der Sicherheitsüberprüfung der Wachen u deren Waffen


zuletzt bearbeitet 01.08.2014 12:12 | nach oben springen

#12

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 12:11
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #8
trug die Transport-Polizei überhaupt Gewehre?
Lutze


Nein, oder zumindest nicht in den letzten Jahren. Die Trapo trug im normalen Dienst die Pistole " Makarov". Wie die anderen Dienstzweige der VP. Oder, in speziellen Einsätzen, die Maschinenpistole " Kalschnikow".
Gewehre (Karabiner) trug die Trapo lediglich in den frühen Jahren der DDR.

Gruß Uwe


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#13

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 12:15
von UvD815 | 619 Beiträge

In der Auflösephase 1990 - 1991 hat das damalige VPKA Eisenach - später PI Eisenach unzählige Maschinenpistolen PM 63 aus Trapo Beständen übernommen. ( Hauptsächlich Revier Eisenach u Gerstungen )

Ich führte diese Waffe auf dem Funkwagen noch bis 1998, bis die MP 5 die PM 63 ablöste, ebenso die Makarow von der P 10 - Heckler Koch...


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#14

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 12:21
von DirkUK | 298 Beiträge

Wikipedia in English sagt das die Trapo auch RPG's hatte. Stimmt days?


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#15

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 12:36
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #4
Es gab ja nicht " den Schießbefehl". Sondern einen entsprechenden Paragraphen im Grenzgesetz, der den Schusswaffeneinsatz " illegalen Grenzübertritten" regelte. Laut diesem Paragraphen durfte auf Flüchtende erst geschossen werden, " wenn andere Mittel der Person habthaft zu werden ausgeschöpft waren, oder offensichtlich keinen Erfolg verprachen." Wobei das Leben der Person " möglichst zu schonen war."
Dieser Paragraph galt meines Wissens für alle an der Grenze eingesetzten " Organe". ...

Nun gabs dieses Grenzgesetz erst ab 1982, der im Ausgangsbeitrag angesprochene Fall war bereits 1962.

Mahlzeit!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#16

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 13:01
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #15
Zitat von ABV im Beitrag #4
Es gab ja nicht " den Schießbefehl". Sondern einen entsprechenden Paragraphen im Grenzgesetz, der den Schusswaffeneinsatz " illegalen Grenzübertritten" regelte. Laut diesem Paragraphen durfte auf Flüchtende erst geschossen werden, " wenn andere Mittel der Person habthaft zu werden ausgeschöpft waren, oder offensichtlich keinen Erfolg verprachen." Wobei das Leben der Person " möglichst zu schonen war."
Dieser Paragraph galt meines Wissens für alle an der Grenze eingesetzten " Organe". ...

Nun gabs dieses Grenzgesetz erst ab 1982, der im Ausgangsbeitrag angesprochene Fall war bereits 1962.

Mahlzeit!



Und da gab es einen "globalen Schießbefehl"?

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#17

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 13:12
von UvD815 | 619 Beiträge

Zitat von DirkUK im Beitrag #14
Wikipedia in English sagt das die Trapo auch RPG's hatte. Stimmt days?



Die Kompanien der Transportpolizei, Aufbau ähnlich der VP Bereitschaft hatten auch schwere Waffen u.a. RPG 7


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#18

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 13:23
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #1
der tödliche Fluchtversuch von Ernst Mundt geht mir nicht aus dem Kopf,
er wurde von der Transport-Polizei erschossen,aus 100 Metern Entfernung,
hatte die Transport-Polizei auch den Schießbefehl erhalten,
auf Republik-Flüchtlinge zu schießen?
Lutze


http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Mundt

Ich habe noch die ND Ausgabe des Grenzgesetzes.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#19

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 14:37
von Harsberg | 3.247 Beiträge

Zitat
Ich habe noch die ND Ausgabe des Grenzgesetzes.



Von 1982?


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#20

RE: wer hatte noch den Schießbefehl?

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.08.2014 14:42
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von UvD815 im Beitrag #11
Fast wöchentlich besuche ich die Friedenssteinkaserne in Gotha. Dort trägt der Wachschutz ( zivil ) eine Pistole P 8 von HK.


Hab vorhin extra drauf geachtet. Hellblaues Hemd, dunkelblaue Hose, schwarzer Gürtel und sonst nix. Scheinbar ist die Dienststelle recht unwichtig. *Ironie*


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