#61

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 20.09.2014 22:28
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #60

Weißt Du noch, woh Deine Karatetrainer herkamen?. MfS oder Spezialkräfte MdI? Oder war das mehr ein SV-Kurs im Jiu Jitsu Stil?


Die primären Ausbilder waren ein oder zwei Stabsoffiziere der Fachrichtung MKE der eigenen Feldpostnummer. Die machten zunächst für wohl alle Uffze die ersten Ausbildungseeinheiten, später waren wohl einige Offiziere Hilfsausbilder. Ich würde mal vermuten, dass die beiden Stabsoffiziere bei dem Lehrgang mit den Nordkoreanischen Offizieren dabei waren.

Ich weiß nicht, wie diese Spielart von Karate hieß, uns wurde das als militärisches Karate (gesprochen Karateeee) vorgestellt. Es war keinesfalls nur Slebstverteidigung, es ging schon um das "unschädlich machen des Gegners". Vielleicht helfen folgende Merkmale: Die Grundstellung war Füße schulterbreit auseinander, Oberkörper leicht gebeugt, Oberarme leicht angewinkelt, Hände seitlich zur Faust. Dabei wurde Wert auf extreme Standsicherheit gelegt; Bauchmuskelspannung usw. - Beim Handkantenschlag waren die Finger eingekrümmt. Fußtritt drei Phasen. - Hilft das zur Einordnung?

Zur weiteren Einordnung: Vorher hatten wir ja Judo, das ging bis zu Schulterwürfen. Die damalige Karate-Ausbildung war deutlich intensiver, insoweit besser. Erst deutlich nach der Wende erfuhr ich, dass bei einer Kompanie probeweise Katate in der Ausbildung war, dort ging das offenbar noch weiter: Der Kamerad berichtete in einem Forum von Fallübungen vom W50 aus - wie auch immer man sich das vorstellen soll.


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#62

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 21.09.2014 08:37
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Wenn das von Nordkoreanern in die DDR gebracht wurde, dann würde ich sagen, dass vieleicht eher das koreanische Te Kwon Do Pate gestanden hat. Gründer ist ein koreanischer General. Es ist aber dem Karate sehr ähnlich, weil dieser General Kontakte zum Gründer des Shotokan-Karate G. Funakoshi hatte. Der Schwerpunkt bein Te Kwon Do liegt etwas mehr auf den Beintechniken, insbesondere Sprungtritte Bei der Sportvariante wohlgemerkt. Vieleicht ist das in den militärisch ausgerichteten Te Kwon Do-Versionen wieder anders. Im WR Felix D. gab es eine DEK (Diensteinheit Kampfsport). Vieleicht war die in diese Ausbildung auch involviert.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 21.09.2014 19:53 | nach oben springen

#63

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 21.09.2014 21:55
von Mart | 735 Beiträge

Ich vermag weder die Unterart noch den DDR-Werdegang exakt zu beurteilen. Ich kann sinnvollerweise lediglich meine schon oben geschriebenen damaligen Beobachtungen sowie vorsichtige Vergleiche mitteilen.

Zeitlich ähnlich war das (wie ich in anderem Forum erfuhr) beim LStR-40 als auch bei SAK3/5. Insoweit ist vorstellbar, dass bestimmte NVA-Einheiten (ch zähle mal GT hinzu) die gleiche Unterart lernten - wie gesagt war das mehr als nur Selbstverteidigung. Vermutlich unterschied sich die Intensität der Ausbildung - aber selbst das kann ich nicht beurteilen. - Zeitlich ca. 1982.


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#64

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 21.09.2014 22:20
von Mike59 | 7.976 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #62
Wenn das von Nordkoreanern in die DDR gebracht wurde, dann würde ich sagen, dass vieleicht eher das koreanische Te Kwon Do Pate gestanden hat. Gründer ist ein koreanischer General. ...

...
Gruß Kalubke

Das nannte sich wohl Gjog-Sulwird auch als Gjogsul bezeichnet. War aber wohl nichts für die GT
http://www.saco-defense.de/gjogsul/gjogsul_de.html


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#65

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 21.09.2014 22:23
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo Mart,

an der Offiziershochschule (1979-1982) hatte ich keinerlei Ausbildung im Karate oder Taekwondo. Wir hatten ein paar relativ einfache Abwehrübungen (Messer, Würge), Überwältigung stehender Personen und MPi-Fechten. Die Technik wurde in sehr geringem Umfang geschult, es ging darum, dass wenige Griffe effektiv sitzen. Das empfand ich auch als richtig. Für eine halbwegs brauchbare Kampftechnik braucht man zulange. Wir haben dann an der Militärpolitischen Hochschule (1988-1990) in unserer Lehrgruppe im Rahmen des Freizeitsports einen unserer Fallschirmjägeroffiziere gebeten, mit uns etwas aus seiner Nahkampfausbildung durchzugehen. Was er mit uns machte, einfach gerade Schlagtechniken bis hin zu einer kurzen Kata, stammte alles aus dem Taekwondo, effiziente und schnelle Bewegungen, in den Anfangstechniken sehr gut nachvollziehbar. Wir erfuhren damals, dass bei den Fallschirmjägern auch Taekwondo im Einsatz war. Aber in der offiziellen Ausbildung hatte ich nichts dergleichen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#66

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 22.09.2014 13:50
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #64
[
Das nannte sich wohl Gjog-Sulwird auch als Gjogsul bezeichnet. War aber wohl nichts für die GT
http://www.saco-defense.de/gjogsul/gjogsul_de.html



Dank für den Link! Sehr aufschlussreich. Dann ist das nordkoreanische Gjog-Sul als Vollkontaktsystem so wie die südkoranische Variante Te Kwon Do (Gründer: General Tscho Honhi) auf das ursprüngliche koreanische Kempo (KwonBop/Sulak) zurückzuführen, was wie das Karate stark durch das Shaolin KungFu beeinflusst ist. Traditionelle KwonBop Kampfformen sind mit Okinawa Karate Katas eng verwandt:
KwonBop Form Sipsu= Okinawa Kata Jitte (Zehn Hände)
Kwon Bop Form Palsä= Okinawa Kata Bassai (die Festung stürmen)
Der Ursprung der Jitte und der technisch ähnlichen Katas Jion und Jiin ist der Shaolin Tempel in Henan.
Zum Thema sehr zu empfehlen: A. Dolin: Kempo, Die Kunst des Kämpfens, Sportverlag Berlin

Ich habe mal von Sportskollegen erfahren, dass das MfS HA XXII oder MfS-WR "Felix D." Kontakte nach Westberlin unterhielt und dortige JKA-Karatevereine in den 80ern mal zu gemeinsamem Training eingeladen hatte. Offensichtlich war in der DDR die Integration von asiatischen Kampfkunstsystemen in den militärischen Nahkampf nicht zentral organisiert und jede militärische Organisation in der DDR kochte ihr eigenes Süppchen bzw. nutzte eigene Verbindungen. Laut Gjog-Sul-Web-Site hatte der Chef der NVA-Landstreikräfte Stechbarth über seine persönlichen guten Beziehungen zu Kim Il Sung die nordkoreanischen Gjog-Sul-Instruktoren für den erwähnten Lehrgang in Lehnin gewinnen können.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 22.09.2014 15:57 | nach oben springen

#67

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 23.09.2014 02:55
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #66
Zitat von Mike59 im Beitrag #64
[
Das nannte sich wohl Gjog-Sulwird auch als Gjogsul bezeichnet. War aber wohl nichts für die GT
http://www.saco-defense.de/gjogsul/gjogsul_de.html



Warum war das nichts für die GT? Konkretisiere bitte.

Zitat von Kalubke im Beitrag #66

Laut Gjog-Sul-Web-Site hatte der Chef der NVA-Landstreikräfte Stechbarth über seine persönlichen guten Beziehungen zu Kim Il Sung die nordkoreanischen Gjog-Sul-Instruktoren für den erwähnten Lehrgang in Lehnin gewinnen können.


Alles bekannt - ich habe mich nachträglich damit beschäftigt, welche Spielart zu welcher Spezialtruppe kam. Das waren ja einige: DE IX (nebst 9. Kompanie), HA XXII (ex AGM/S), SAK3/5, LStR-40.

Mich interessiert, welche Spielart das "Karat-eeeeeehhh" war, welches ich an der US-VI lernte.
Rainman2, diesen Teil der Diskussion ziehe ich um: Im Forum sind so einige Ausbilder der US-VI und noch viel mehr ex-Uschis. Deinen Beitrag beantworte ich dort. --> Unteroffiziersschule Perleberg: Nahkampf


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#68

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 21.12.2014 23:36
von microtech379 | 11 Beiträge

Auch ich habe das weiße Koppelzeug zwei Mal getragen während meiner dreijährigen Borddienstzeit auf einem Schiff der 6. GBK. War da unter der Führung unseres Bootsmannes -Stabsobermeister- zum Streifendienst in Warnemünde eingeteilt, ich selbst war das erstemal Maat, beim zweiten Male Obermaat.
Wer von Euch Warnemünde kennt: Wenn man die Treppe zur Promenade in Richtung Teepott bzw. Leuchtturm hinaufgeht sind rechts und links der Treppe je eine Tür. Wenn man damals die linke Türe aufschloss, gelangte man in das Wachlokal der Militärstreife (mit Arrestzelle), welches sich quasi unter dem Leuchtturm befand.
Ich erinnere mich heute noch schmunzelnd daran, wenn ich die Treppe hinauf- oder hinuntergehe, an die erstaunten Blicke der Spaziergänger, wenn sich die Türe öffnete und aus dem Halbdunkel kommend sich drei bewaffnete Soldaten in Marineuniform in den strahlenden Sonnenschein begaben.



Schlutup hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.12.2014 23:39 | nach oben springen



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