#41

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 04.08.2014 20:28
von Hapedi | 1.879 Beiträge

Zitat von FRITZE im Beitrag #39
Zitat von Hapedi im Beitrag #38
Zitat von FRITZE im Beitrag #30
Danke für die Korinthe ! Hab vergessen ,daß der Hinzug nach Leipzig ein Sonderzug war ,aber der Rückzug nicht ! Werden wohl in Wittenberge umgestiegen sein oder HALT vlt, sogar in Wittenberge abgeholt !

Übrigens hast Du gefragt ob Du bei Abwesenheit eines bestimmten Users ,dessen Recht auf Klugscheissermodus hast ?



übrigens was wol unser User Steffen macht ob er gerade in einer Strandbar an der See sitzt

Hapedi


Ach Peter ,der war nicht gemeint ! Und der welcher gemeint ist ,scheint wohl jetzt anwesend !





hatte auch nur gemeint weil Steffen abwesend ist was er wol macht

Hapedi



nach oben springen

#42

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 04.08.2014 20:34
von Mart | 734 Beiträge

Zitat
Zitat von FRITZE im Beitrag #37
Zitat von FRITZE im Beitrag #27
Fazit : War nicht viel auf der Reise passiert ,bis auf das unser Hauptmann etliche Pullen hochgezogen hatte .

So richtig Trunkene hatte ich bei keiner der Fuhren. Meine 400 oder 500 Mann waren völlig übermüdet und die meisten tief traurig. Warum sollte ich denen denn nun das versteckte Bier oder den Flachmann hochziehen? Vielleicht noch mit dem Risiko, in eine richtige Auseinandersetzung zu gehen? Neh - leben und leben lassen.


Das hat unser Hauptmann wohl leider anders gesehen ! Aber in Deinem Beitrag ,werde ich wohl der böse Alkoholvernichter sein !?


Kannst Du Dich bitte klarer ausdrücken? Ich habe Dich nicht verstanden.

Allgemein gesagt:
Hätte vor meinen Augen eine Pulle Klarer gekreist, hätte ich die natürlich eingezogen. Schon aus Selbstschutz, ich musste ja damit rechnen, dass meine Streifenposten berichten. - Aber es war halt nicht so, ich kann mich da nur wiederholen: Die meisten der Schäfchen waren nach dem VKU totmüde, sehr viele auch tief traurig, nach Feiern war da den wenigsten zu Mute. - Klar wird es die eine oder andere Pulle gegeben haben: Aber was hätte es denn bitteschön gebracht, wenn ich in einem der 16 Waggons eine Tiefenkontrolle gemacht hätte? Also jetzt außer Stress - schon damals dachte man auch an Selbstschutz.

Ich hatte ein viel größeres Auge auf die Schäfchen, die vielleicht schon duun waren oder extrem depressiv wirkten.


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#43

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 04.08.2014 20:37
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Weißes Koppelzeug? Ja, einmal musste ich das Gelumpe auch tragen - und es war einfach nur lächerlich und für meine Person mächtig beschämend.

Es begab sich gegen Ende meiner Dienstzeit, als ich mit meinen Gedanken schon mehr als zu Hause war und ich mich lieber in der Kneipe eines etwa 400 Seelen zählenden Dörfchens besoffen hätte als mich zum Affen aller Affen machen zu müssen.

Da latschte ich also KD-Streife hinter irgendeinem Vorgesetzten (Dienstgrad weiß ich nicht mehr) her und sollte nun helferisch nach irgendwelchen "hochverbrecherischen" Ausgangvergehen" unter meinen heiter angesoffenen Kameraden Ausschau halten.

Mann, das war so was von hochbescheuert peinlich, dass ich heute noch die Krise kriege.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#44

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 04.08.2014 20:42
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde....
Abregen , Genossen!
Die "Upi-Züge nach Perleberg gab es. Der Berliner "Militärsonderzug" lief von Schöneweide nach Perleberg. Ist im Kursbuch "Militärsonderverkehr" mit aufgeführt. Neben vielen anderen - meist nicht Personenzügen sondern eben.... das übliche. Leider hab ich kein Beispiel, um es einzustellen . Genaue Zeiten und Wagenanzahl kann ich daher nicht sagen. Aber mehr als 10 Wg. warens nicht. Ps - Ich kann dem Mart durchaus verstehen- kein Traumjob.
73 , Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
nach oben springen

#45

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 04.08.2014 20:48
von rotrang (gelöscht)
avatar

Zitat von Hans im Beitrag #44
Abend, Gemeinde....
Abregen , Genossen!
Die "Upi-Züge nach Perleberg gab es. Der Berliner "Militärsonderzug" lief von Schöneweide nach Perleberg. Ist im Kursbuch "Militärsonderverkehr" mit aufgeführt. Neben vielen anderen - meist nicht Personenzügen sondern eben.... das übliche. Leider hab ich kein Beispiel, um es einzustellen . Genaue Zeiten und Wagenanzahl kann ich daher nicht sagen. Aber mehr als 10 Wg. warens nicht. Ps - Ich kann dem Mart durchaus verstehen- kein Traumjob.
73 , Hans

Hans, habe schönen Dank für deine Aufklärung. Das mit den Sonderzügen habe ich nicht Gewusst.


nach oben springen

#46

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 04.08.2014 21:17
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #44
Neben vielen anderen - meist nicht Personenzügen sondern eben.... das übliche.

Auf der Relation Leipzig-Perleberg war es D-Zug-Material, die Verstärkerzüge.

Zitat von Hans im Beitrag #44
Genaue Zeiten und Wagenanzahl kann ich daher nicht sagen. Aber mehr als 10 Wg. warens nicht.

Verunsichere mich nicht ... also bei der Einberufung waren es mindestens 14, es war jedenfalls die volle Kapazität. Bei den Urlauberzügen werde ich unsicher, aber selbst da sagt mir meine Erinnerung, dass es mehr waren. Es war ja nicht so, dass da die Leipziger einstiegen und wir dann noch in Halle, Magdeburg und Stendal einige eingesammelt hätten: Leipzig war ja schon der Konzentrierungsraum für die Südbezirke. - Es kann insowit sein, dass die Berliner Sonderzüge kürzer waren, aber die habe ich nie begleitet.

Zitat von Hans im Beitrag #44
Ich kann dem Mart durchaus verstehen- kein Traumjob.

Ich seufze ja selbst - auch heute noch. Die größte Sorge war, dass sich jemand während der Rückfahrt was antut: Liebeskummer oder was so alles anfällt, wenn man nach zwei Monaten erstmals wieder zu Hause war. Und als Streife konntest Du nicht überall sein, das ist die Schlauchsituation. Wie gesagt: Ein anderer Streifenführer hat mal einen lebensmüden Kameraden von der schon offenen Tür zurück ins Leben befördert.

Wie auch schon gesagt: Das ist im Grunde eine Polizeiaufgabe, keine von Soldaten. Ich halte es heute für einen schweren Fehler, mit Polizeiarbeit nicht vertraute junge Männer da loszuschicken.


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#47

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 04.08.2014 21:24
von Hans | 2.166 Beiträge

Logischerweise beziehe ich mich auf die Berliner Militärzüge. Die anderen kenn ich nur vom Papier. (Kursbuch und so)
Den MSZg Schöneweide - Perleberg durfte ich ein mal begleiten - war wohl vorher irgendwas passiert, keine Ahnung mehr. Daher die Kenntnis.
73 Hans
Ach so- übersehen - mit dem anderen üblichen meinte ich keine Personenzüge oder so , sondern sogennannte "Militär-Regel-Transporte" also nicht nur Leute , Urlauber und so, sondern alles mögliche, was so durch die Republik gekarrt wurde. -Eisenbahnbegriffe sorgen eben immer für verwirrung, - daher - .
H.


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
zuletzt bearbeitet 04.08.2014 21:30 | nach oben springen

#48

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 04.08.2014 22:04
von Mart | 734 Beiträge

Hans,
das wird ja jetzt spannend (für mich). Ich habe das eine oder andere nachgedruckte (öffentliche) Kursbuch. Ich bin aber nicht so fitt, dass ich jeden Begriff parat habe.

Darf ich fragen in welcher Funktion Du den Berlin-Perleberg begleitet hast? Warst Du Zugführer oder Trapo oder Zugstreife?

Der Leipzig-Perleberg bestand aus D-Zug-Waggons, die wohl die Reserve für Verstärkerzüge waren. Nach meiner Erinnerung nur Mittelgang-Waggons, die, bei denen bei Türöffnung sich das Bodenblech nach oben zur Tür zieht. Es ist sehr lange her: An Trapo auf unserem Zug kann ich mich nicht erinnern. Leider auch nicht an einen Zugführer - aber den wird es ja wohl gegeben haben. Die Züge Leipzig-Perleberg waren als "Sonderzug - nicht einsteigen" angeschlagen. Die Ansagen waren schon das Ziel Perleberg, angesagt wurde zudem, dass Militärangehörige mit anderen Zielen den Zug nutzen dürfen.

Soweit meine Erinnerung.


nach oben springen

#49

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 05.08.2014 09:09
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, wie Pastor Holm immer sagte.....
Kursbuch : Es gab (und gibt) Kursbücher für alle möglichen Zwecke bei Eisenbahns. Was Du hast, ist das Kursbuch für den Personenfernverkehr (Neuerer Name: "Reiseverkehr, Internationaler Reiseverkehr ). Die "anderen" Züge brauchen so was aber auch - na eigendlich die Eisenbahner, welche damit arbeiten. Es ist also ein Arbeitsmaterial für Eisenbahner (Kursbuch Güterverkehr usw.)-und war nicht zu kaufen, und ist heute bei Sammlern "Goldstaub" . gab auch nicht so viele.
Die Uschischleuder (es gab noch mehr, überaus schmeichelhafte Bezeichnungen, wie für vieles) bestand - bzw. wurde ,aus dem normalen Wagenpool zusammengesetzt, es gibt da sogar -auch dafür- einen Plan für Eisenbahns- war ja ein "geplanter Zug. Das da Res.-Wagons dabei wahren oder eben nur - auch mehr oder weniger logisch.
Bestreifung : Meine Tour also -auch verdammt lange her - Trapo. Nicht stolpern, das hieß auch Zugstreife. Regelmäßig bestreift - durch Trapo wurden die "Perleberger" nicht. Also - irgendwas war vorher. Aber was- keine Ahnung mehr.Die Zugstreife - damals, von Trapos Seite keine Vorkommnisse in Erinnerung- kann also nur "Kleinkram" - mal ne Belehrung oder so, (- Also-DU-DU-Machen-) sonst nichts. Ach so - einige Eisenbahnfachbegriffe hab ich mir "verkniffen", versteht kein Schwein- daher quasi umgangssprachliche Ausdrücke verwand.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
nach oben springen

#50

RE Weises Koppelzeug

in Grenztruppen der DDR 05.08.2014 09:56
von dittmar | 15 Beiträge

von dittmar. Ich mußte mit meinen Zugführer Feldwebel Habxxxx Streife gehen. Es war Sonnabend wir fuhren nach Wahlbeck, Schwanefeld, Benndorf und
nach Groß Bartensleben. Wir wurden beim Besuch der Kneipen dumm angesehen.Die tranken Bier und wir mußten zu sehen.War kein schöner Abend.
Gruß dittmar



nach oben springen

#51

RE: RE Weises Koppelzeug

in Grenztruppen der DDR 05.08.2014 10:45
von katerjohn | 559 Beiträge

Zitat von dittmar im Beitrag #50
von dittmar. Ich mußte mit meinen Zugführer Feldwebel Habxxxx Streife gehen. Es war Sonnabend wir fuhren nach Wahlbeck, Schwanefeld, Benndorf und
nach Groß Bartensleben. Wir wurden beim Besuch der Kneipen dumm angesehen.Die tranken Bier und wir mußten zu sehen.War kein schöner Abend.
Gruß dittmar

Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps


Nimm dir Zeit für deine Freunde,sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde !
dittmar hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#52

RE: RE Weises Koppelzeug

in Grenztruppen der DDR 11.08.2014 14:26
von planchetti | 37 Beiträge

In Cottbus gab es zwei große NVA-Lager: Die Landstreitkräfte und die Luftstreitkräfte/Luftverteidigung, jeweils mit verschiedenen Standorten. Die Gattungen haben täglich abwechselnd die Standortstreife gestellt und dementsprechend scharf wurde gegen die jeweilig andere Fraktion vorgegangen.
Unser Spieß hat uns vor dem Ausgang immer gewarnt wenn die "Mucker" Streifendienst hatten. Und das war auch berechtigt: Sobald DIE blaue Kragenspiegel sahen, wurde der B1000 scharf abgebremst, sie sprangen heraus und die "Flieger" wurden quasi einer Tiefenkontrolle unterzogen.

Auf dem Bahnhof Cottbus hat die Standortstreife auch gern mal kontrolliert. Einmal kam ich in eine solche großangelegte Kontrolle, als ich – unerlaubterweise – in Zivilklamotten aus dem Urlaub zurückkehrte.
Der D-Zug, der gegen 3:00 Uhr nachts aus Leipzig ankam, war natürlich fast ausschließlich mit Armeeangehörigen besetzt. In dieser Nacht blieb er außerhalb des überdachten Bahnhofes an einem langen Bahnsteig stehen. Somit konnte man den Bahnsteig nur in eine Richtung verlassen. Am Ende des Bahnsteiges standen mehrere Militärstreifen und Trapo. Die AA mussten sich zur Kontrolle vor der Streife einreihen, die Trapo hat sich um die Zivilisten – so auch um mich – gekümmert.

Wenn ich bei der Trapo meinen Wehrdienstausweis gezückt hätte, wäre ich sofort an die Streife übergeben worden. In meinen Zivilklamotten hätte ich jetzt ein Problem gehabt, da die Zivilerlaubnis ja nur für den Urlaubsort galt. Da wir aber im Ausgang regelmäßig das Nachtleben von Cottbus (z.B. die Disco unter der Stadtprommenade) unsicher machten und dort auch ein paar Chancen bei den Schwester-Schülerinnen haben wollten, war Zivil einfach unumgänglich.

Glücklicherweise hatte ich ganz hinten im Portmonee meinen Personalausweis stecken. Und das kam so: Ein Jahr zuvor war ich im Urlaub in Ungarn und durfte für diese Zeit meinen PA abholen, der ja im VPKA am Heimatort hinterlegt war. Dafür gab es von meiner NVA-Dienststelle eine Genehmigung. Unter den Kameraden hatte sich aber herumgesprochen, dass es niemandem auffalle, wenn man einfach vergisst, nach dem Urlaub den PA wieder zum VPKA zu tragen. Und so war es, weder NVA noch VPKA haben mich jemals gemahnt.

Der Personalausweis hat mir also in jener Nacht in Cottbus den Arsch gerettet. Als die Trapo-Leute das blaue Heft sahen, haben sie sich bedankt und mich ohne Kontrolle durchgelassen. Sie standen offenbar nur zur Unterstützung da um, weil die Streife wahrscheinlich keine Zivilsten ansprechen durfte.

Edit: Rechtschreibung


Schlutup und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.08.2014 15:08 | nach oben springen

#53

RE: RE Weises Koppelzeug

in Grenztruppen der DDR 11.08.2014 16:25
von Fraggel | 69 Beiträge

Ja weißes Koppel mit Pistolen Tasche das so genannte "Weiszeug" war 8 Jahre lang meine Standardausrüstung gewesen. Allerding nicht in der NVA sondern in der Bundeswehr als Feldjägerstreifenführer. War meistens ziemlich unbequem das Zeug!


"Noch schlauer als der Fähnrich ist nur der Oberfähnrich" - Oberfähnrich Dygallo , "die 9. Kompanie"


nach oben springen

#54

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 15.09.2014 13:54
von Schakal | 271 Beiträge

Zitat von Mart im Beitrag #26


Wenn es hart auf hart gekommen wäre, hätte ich keine Chance gehabt. Ich habe dann dem KC klargemacht, dass in einem gute gefüllten D-Zug die MPi eher Gefahr als Lösung sei und ich künftig eher krank werde als nochmal mit MPI ... interessanterweise ging das ohne weitere Diskussion: Als Waffe hatte ich dann die Pistole M.





Warum kam man denn ursprünglich überhaupt auf die Idee die Streife mit einer MPi auszustatten?
Das klingt ja fast wie bei einem Gefangenentransport.
Welchen Grund sollte man denn haben die MPi gegen unbewaffnete Armeeangehörige anzuwenden? Notwehr bei körperlichen Angriff?


--- Ex oriente lux.---
nach oben springen

#55

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 15.09.2014 14:56
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Zitat von Schakal im Beitrag #54
Zitat von Mart im Beitrag #26


Wenn es hart auf hart gekommen wäre, hätte ich keine Chance gehabt. Ich habe dann dem KC klargemacht, dass in einem gute gefüllten D-Zug die MPi eher Gefahr als Lösung sei und ich künftig eher krank werde als nochmal mit MPI ... interessanterweise ging das ohne weitere Diskussion: Als Waffe hatte ich dann die Pistole M.





Warum kam man denn ursprünglich überhaupt auf die Idee die Streife mit einer MPi auszustatten?
Das klingt ja fast wie bei einem Gefangenentransport.
Welchen Grund sollte man denn haben die MPi gegen unbewaffnete Armeeangehörige anzuwenden? Notwehr bei körperlichen Angriff?



Makarov-Pistolen hatten wir auf der Zugstreife auch.



nach oben springen

#56

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 19.09.2014 00:46
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Schakal im Beitrag #54
Zitat von Mart im Beitrag #26

Wenn es hart auf hart gekommen wäre, hätte ich keine Chance gehabt. Ich habe dann dem KC klargemacht, dass in einem gute gefüllten D-Zug die MPi eher Gefahr als Lösung sei und ich künftig eher krank werde als nochmal mit MPI ... interessanterweise ging das ohne weitere Diskussion: Als Waffe hatte ich dann die Pistole M.


Warum kam man denn ursprünglich überhaupt auf die Idee die Streife mit einer MPi auszustatten?



Ich gehe davon aus, dass Ideen gar nicht gefragt waren: Streifenführer und Streife mit strukturmäßiger Waffe ... das war die Befehlslage.

Ich war als UaZ Streifenführer in einem Sonderzug mit so ca 450 ziemlich traurigen Schäflein: Meine strukturmäßige Waffe war eine Ak-47. Meine beiden Streifenposten waren Unteroffiziersschüler mit völlig mangelhafter Ausbildung: Da war ich ja regelrecht froh, dass sie keine Pistole hatten, das hätte ja noch mehr schief gehen können. Und in der Streife war ich nun mal der Einzige, der eine vernünftige abgeschlossene Ausbildung hatte.

Es war ja auch so, dass mein deutlich vorgetragener "Wunsch", ab sofort mit Bewaffnung Makarow Zugstreife zu machen ohne weiterem Streß entsprochen wurde. Das mag damit zusammenhängen, dass ich jede befohlene Fuhre heil "nach Hause" bekam - ich danke Gott noch heute dafür.

Machen wir uns mal nicht zu viel vor:
Das war in Grunde eine Polizeiaufgabe - und dafür waren höchstens die Uffze und BO so einigermaßen ausgebildet. Also man hätte einen jungen BO als Streifenführer und zwei Uffze als Streife losschicken müssen - oder einen BO als hoheitliche Begleitung der Trapo.


nach oben springen

#57

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 19.09.2014 08:47
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo @Mart ,

danke für Deine Schilderungen. In einem muss ich Dir aber widersprechen: Als Berufsoffizier war ich für solche Sachen auch nicht ausgebildet. Ich hatte lediglich den "Vorteil" der Schulterstücke. Im Wesentlichen lief es auch bei mir immer darauf hinaus - keinen sinnlosen Stress wegen Kleinigkeiten und Prinzip Hoffnung.

Für die Bewaffnung galt, dass nur die Waffen mitgeführt werden durften, an denen derjenige auch ausgebildet war. Hatte man nicht mit der Pistole geschossen, durfte man sie theoretisch auch nicht mitführen. Soweit die Theorie ... die Praxis hast Du, auch meiner Erfahrung entsprechend, geschildert.

Bei der Enge, mit der man es als Streife gelegentlich zu tun hat, fällt die Episode mit einem meiner Studienkollegen in Plauen ein. Es war nicht in einem Zug, sondern bei einem Tanzabend im Ratskeller. Die Streife wurde gerufen, es gäbe Ärger mit Offiziersschülern. Das übliche also ... hinfahren, sinnlos rumgucken, alle möglichen Leute fragen um feststellen, das nichts war bzw. alles schon vorbei war. Wir drängelten uns durch die Menschmenge in der "Ratte". Plötzlich fasste sich einer unserer Jungs ("Speedy") an die Pistolentasche. "Wo ist das Magazin? Wer hat das Magazin genommen?" Natürlich hatten die Pistolentaschen eine Lederlasche, die das Magazin davor schützte von außen einfach herausgezogen zu werden. Aber die fast jeden Tag getragenen Pistolentaschen der Streifenausrüstung waren extrem ausgeleiert und selbst diese Lederlasche rutschte immer wieder weg. Wir waren zunächst in Schreckstarre. Ein entwendetes Magazin war ein sehr schweres Vorkommnis und die Streife war immer schuld, denn von der Ausrüstung her, richtig getragen, konnte das Magazin ja nicht entwendet werden. "Speedy" entschied sich sehr schnell, noch ehe in der Menge ein Trotz aufkam. Er zog die Pistole steckte das zweite Magazin hinein, lud durch, richtete den Lauf in Richtung Decke und rief: "OK, ich zähle jetzt bis drei!" Gottseidank kam niemand auf den Gedanken zu fragen, was dann passieren würde. Die Aktion war grenzwertig und ein fast genauso schlimmes Vorkommnis wie das Entwendenlassen eines Magazins, wenn nicht sogar schlimmer. Aber das Timing stimmte. Das Magazin wurde sofort aus der Menge zurückgereicht. Wir atmeten durch, verließen die "Ratte" und brauchten nicht darüber zu reden, dass wir das verschweigen würden.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


katerjohn hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.09.2014 08:49 | nach oben springen

#58

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 19.09.2014 10:16
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde,….. Hi, Mart.
Ich war als UaZ Streifenführer in einem Sonderzug mit so ca 450 ziemlich traurigen Schäflein
Das war in Grunde eine Polizeiaufgabe - und dafür waren höchstens die Uffze und BO so einigermaßen ausgebildet. Also man hätte einen jungen BO als Streifenführer und zwei Uffze als Streife losschicken müssen - oder einen BO als hoheitliche Begleitung der Trapo.

Ich kann Deine Schilderung durchaus nachvollziehen – insbesondere den „Kaschi“-Teil. Es ist Blödsinn, mit dem Teil auf Zugstreife zu gehen. Und –trotz Nachdenken – ich kann mich auch nicht dran erinnern, das mal eine NVA-Streife (Stukturmäßige KD er) mit Langwaffe auf einem Zug war, auf dem ich Zugstreifer war. Da ich die Vorschriften der NVA/GT nicht so kenne – kann ich`s auch nicht auseinanderklamüsern. Ich gehe also davon aus, dass sowas keine „Regelaufgabe“ für euch war. Daher wohl auch die „Unsicherheiten“ im Bezug auf Umsetzung von Befehlen, hier Bewaffnung der Streife.
Was anderes ist allerdings die Zuständigkeit. Du schreibst –Sonderzug mit…. , Also – Militärsonderzug- richtig ? Da war die Zuständigkeit der NVA/resp. GT schon gegeben, -was die Schäfchen angeht. D.h. – für die Truppen war eben die Truppe zuständig. Einen nur "hoheitlichen" Begleiter , also im damaligen Sprachgebrauch "Zuständig" , brauchte es da nicht, grob gesagt "eher Leute, die die Arbeit machten" - ihre Arbeit.
Und zu Kalubkes Einwurf :
Das klingt ja fast wie bei einem Gefangenentransport.
Welchen Grund sollte man denn haben die MPi gegen unbewaffnete Armeeangehörige anzuwenden? Notwehr bei körperlichen Angriff?

Schon mal gehört, dass in Deutschland (– oder damals eben in der DDR –) ein Polizist, eine militärische Streife, oder vergleichbares einfach „Nackt“ durch die Gegend zieht? Gibt es sowas überhaupt irgendwo? Und – für mich zumindest etwas zum Schmunzeln – mach mal einen Gefangenentransport mit einer Langwaffe. – Viel Spaß. Das ist das Unpraktischste überhaupt. (Ist ja wohl auch mehr so `ne Vorstellung / Ilustration von dir)
Ach so – eigener Eindruck. Mit den allermeisten Streifen der NVA / GT konnte man gut zusammenarbeiten. Und jeder machte quasi „seinen Teil“. Wenn`s eng wurde, half man sich eben.
73, Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
nach oben springen

#59

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 19.09.2014 23:49
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #57

danke für Deine Schilderungen. In einem muss ich Dir aber widersprechen: Als Berufsoffizier war ich für solche Sachen auch nicht ausgebildet. Ich hatte lediglich den "Vorteil" der Schulterstücke. Im Wesentlichen lief es auch bei mir immer darauf hinaus - keinen sinnlosen Stress wegen Kleinigkeiten und Prinzip Hoffnung.

Hallo Rainman,

ich meinte das minimal anders, ich glaube das auch schon geschrieben zu haben: Als Ausbilder hatte ich nebst "stich einen Reifen tot" den Kurs Judo erfahren, vor allem aber eine durchaus vertiefte Ausbildung Karate: Ich war gerade in der Zeit, als Karate als Option für den Grenzdienst angedacht war - und wir Ausbilder schon mal das volle Programm mitmachten: Also der Teil stimmte. Gleichzeitig ist klar, dass das eine vernünftige polizeiliche Ausbildung nicht ersetzen konnte. - Nein, das Problem waren meine beiden Posten: Beides waren U-Schüler, so drei Monate dabei: Sie konnten den Stahlhelm richtigrum aufsetzen und hatten ansonsten mehr Angst als Vaterlandsliebe - mehr konnte nicht erwartet werden.

Zitat von Rainman2 im Beitrag #57

Für die Bewaffnung galt, dass nur die Waffen mitgeführt werden durften, an denen derjenige auch ausgebildet war. Hatte man nicht mit der Pistole geschossen, durfte man sie theoretisch auch nicht mitführen. Soweit die Theorie ... die Praxis hast Du, auch meiner Erfahrung entsprechend, geschildert.


Danke für den Hinweis, daran dachte ich nach 30 Jahren nicht mehr - das war es!
Also zunächst einmal war stukturmäßige Bewaffnung befohlen. Und als normaler UaZ war das halt die MPi. Für die Ausbilder lag aber doch ein Sonderfall vor: Wir schossen halbjährlich mit Makarow, diese (wie hieß die noch?) Schulübung stehend einhändig 25 Meter auf Ringscheibe. Insoweit war ich prinzipiell zum Führen der Pistole M berechtigt, allerdings war das nicht meine strukturmäßige Waffe.

Zitat von Rainman2 im Beitrag #57

Bei der Enge, mit der man es als Streife gelegentlich zu tun hat, fällt die Episode mit einem meiner Studienkollegen in Plauen ein. Es war nicht in einem Zug, sondern bei einem Tanzabend im Ratskeller. Die Streife wurde gerufen, es gäbe Ärger mit Offiziersschülern. Das übliche also ...

Aus irgend einem Grund war ich auf Zugstreifen festgelegt (leider nicht mehr nachvollziehbar, der komplette Teil Sicherheitsüberprüfungen fehlt in meiner BStU-Akte). Standortstreifen hatte ich nur ganz wenige, zum Glück: Dieses Jugendclubhaus (?) in der Stadt der drei Lügen wäre für die von Dir beschriebene Nummer auch gut gewesen. Im Grunde kann ich mich nur an zwei Standortstreifen erinnern (vielleicht noch eine als Uschi): Die eine war easy: Ich war noch Uffz und auch nur Streifenposten, mein Oberlolli gab den Chef. Der hatte dankenswerterweise die Parole "nur Schwerverbrecher angucken" ausgegeben und ich achtete etwas darauf, dass hinter seinem Rücken nichts passierte, ansonsten ging mich das alles nichts an (im Sinne von Verantwortung).

Bei der zweiten Standortstreife war ich der Chef, mit zwei Uschis. Das war nun die einfachste Nummer: Ello (oder war das W50?) mit Fahrer. Da bin ich dann rumgefahren, ab und an mit meinen Posten spazierengegangen - und habe alles vermieden, was irgendwie nach Uniform aussah. Lediglich diese verruchte Arbeiterkneipe war befehlsmäßig anzulaufen: Ehrenbezeigung, Blick über die Anwesenden und schnell wieder ra.... shit, dass ist doch unser VNuller? Das ist jetzt mal blöd. Na Hptm. Maxxx, danke für den kurzen "hau-ab-wir-kennen-uns-nicht"-Blick. Schüss.

Ich grüble, wie viele Zugstreifen ich real hatte: Ca sieben oder acht werden es gewesen sein: Immer die Tour Perleberg-Leipzig oder die Rücktour. Das hat mir damals nichts ausgemacht (außer die wirkliche Angst, dass ein Schäflien sich was antun könnte). Meine heutige Sicht teilte ich schon mit.

Ach so - Nachtrag zur Pistole M:
Ich war zudem Waffenkammerverantwortlicher: In dieser waren nebst den Pistolen der vier Kompanie-Offze auch die der Offze der Fachrichtung Na, also insgesamt so ca. 20 Pistolen. Die meisten waren üble Prügel, kennt man ja: Lieber werfen. Mit einigen davon hatte ich geschossen. Mein KC Häxxxxx war in der Armee-Nationalmannschaft, dessen Waffe schoß präzise: Ich würde es selbst nicht glauben, wenn ich nicht ... also nach meiner Erinnerung durfte ich die Pistole des KC nehmen, ein 24jähriger belehrt einen 21-jährigen: "Nur als letzte Option Selbstschutz, bring die alle heil ans Zeil, Unterfeld!"


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.09.2014 23:56 | nach oben springen

#60

RE: Weißes Koppelzeug, wer von euch hat es mal getragen

in Grenztruppen der DDR 20.09.2014 07:37
von Kalubke | 2.296 Beiträge

[quote=Mart|p388539

.... Als Ausbilder hatte ich nebst "stich einen Reifen tot" den Kurs Judo erfahren, vor allem aber eine durchaus vertiefte Ausbildung Karate: Ich war gerade in der Zeit, als Karate als Option für den Grenzdienst angedacht war......
[/quote]

Weißt Du noch, woh Deine Karatetrainer herkamen?. MfS oder Spezialkräfte MdI? Oder war das mehr ein SV-Kurs im Jiu Jitsu Stil?

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 20.09.2014 18:55 | nach oben springen



Besucher
30 Mitglieder und 68 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: gerhard
Besucherzähler
Heute waren 2682 Gäste und 172 Mitglieder, gestern 3956 Gäste und 189 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14371 Themen und 558072 Beiträge.

Heute waren 172 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen