#61

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 06.08.2014 21:12
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #51
...
Also, zuerstemal gibts Dienstgradgruppen, das sind die Soldaten, Unteroffiziere, Fähnriche und Offiziere. Ob nun die Generale eine eigene Gattung in der Dienstgradgruppe der Offiziere darstellen oder eine eigenständige Gruppe darstellen, da bin ich mir nicht sicher. ...

Hallo 94,

die Offiziere gruppierten sich:
- Leutnante (Unterleutnant, Leutnant, Oberleutnant)
- Hauptleute (Hauptmann)
- Stabsoffiziere (Major, Oberstleutnant, Oberst)
- Generale (Generalmajor, Generalleutnant, Generaloberst, Armeegeneral)

Hier gab es normalerweise kein Überspringen. Die "Fristen" für die Beförderung konnten allerdings verkürzt werden - Belobigung "Vorzeitige Beförderung".
- Leutnant - 2 Jahre zum Oberleutnant
- Oberleutnant - 3 Jahre zum Hauptmann
- Hauptmann - 4 Jahre zum Major (Wenn man eine Majorsplanstelle innehatte!)

Ab Major wurde eine entsprechende Planstelle benötigt (Zugführer als unterste Offiziersdienststellung war eine Hauptmannsplanstelle).
Eine Ausnahme wurde bei den Grenztruppen ab deren 40. Jahrestag (1986) geschaffen: Nach 15 Jahren Dienst als Kompaniechef einer Grenzkompanie konnte der Major zum Oberstelutnant befördert werden, obwohl der KC nur eine Majorsplanstelle war.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


RudiEK89, eisenringtheo, 94, ABV, Winch und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#62

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 07.08.2014 15:10
von Winch | 171 Beiträge

nach 15 jahren KC zum OSL befördert. Stimmt genau Rainmann2. Ich kannte sogar einen, denn viele gab es ja da nicht.
Aber mit steiler Karriere hat das meiner Meinung nach nicht allzuviel zu tun.


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#63

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 07.08.2014 18:43
von FRITZE (gelöscht)
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Zitat von Winch im Beitrag #62
nach 15 jahren KC zum OSL befördert. Stimmt genau Rainmann2. Ich kannte sogar einen, denn viele gab es ja da nicht.
Aber mit steiler Karriere hat das meiner Meinung nach nicht allzuviel zu tun.


Aber immerhin , biste jetzt bei der berittenen Gebirgsmarine !

MfG FRITZE


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#64

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 07.08.2014 18:54
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Zitat von Winch im Beitrag #62
nach 15 jahren KC zum OSL befördert. Stimmt genau Rainmann2. Ich kannte sogar einen, denn viele gab es ja da nicht.
Aber mit steiler Karriere hat das meiner Meinung nach nicht allzuviel zu tun.

Beim Planstellensystem braucht es neben einer ausgezeichneten Qualifikation immer etwas Glück, wenn einer weiter kommen will.(Gab es bei den GT eigentlich einen internen Stellenmarkt? - z.B. für besonders unbeliebte Funktionen?)
Theo


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#65

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 09.08.2014 13:38
von Commander | 1.059 Beiträge

z.B. für besonders unbeliebte Funktionen?)
Theo

Ich kann mir vorstellen,daß das der StKC war.Als ich an die Grenze kam hatte wir Hptm.F.......ild in dieser Position.Als wir nach ca.4 Wochen einen neuen KC bekamen,war er immernoch Stellvertreter.Er war das bis zu meinen Heimgang.Und dieses bekamen wir immer wieder zu spüren.Z.B. war er leidenschaftlicher "Bandmaßsammler",mein Ausgangsbandmaß hat er auch hochgezogen!Und er wollte unbedingt bei Einführung der Bat.-Sicherung Frühsport einführen.Es war ein Fehlschlag(für ihn).
Aber ich schweife ab.Nach meiner Zeit wurde mein Zugführer Oltn. Tö...r KC.Was da aus dem Stkc. wurde weiß ich nicht.
Schönes WE,Gruß C.



zuletzt bearbeitet 09.08.2014 13:38 | nach oben springen

#66

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 11.08.2014 12:14
von 94 | 10.792 Beiträge

Ich denke mal auch bei den GT funktionierte schon das Peter-Prinzip, nachdem in einer Hierarchie die Karriere bis zur Stufe der Unfähigkeit geht.
(Peter/Hull - Das Peter-Prinzip ISBN 3-499-61351-4).

Mir ist eher aufgefallen, das es in dem Vierergruppe der Kompanieleitung (KC, StKC, Polit, Hfw) meist zwei Fähige und zwei Unfähige waren.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#67

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 11.08.2014 12:19
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Na da hatte ich ja echt Glück, hab 3:1 (Hfw) kennen gelernt. Aber der Schreiber war blickig.


zuletzt bearbeitet 11.08.2014 12:21 | nach oben springen

#68

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 11.08.2014 13:42
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat
Aber ich schweife ab.Nach meiner Zeit wurde mein Zugführer Oltn. Tö...r KC.Was da aus dem Stkc. wurde weiß ich nicht.



Entweder blieb er STKC , oder er wurde in ein anderes Bataillon versetzt , oder er bekam einen "Posten" im Regiment


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#69

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 11.08.2014 14:02
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #64
Zitat von Winch im Beitrag #62
nach 15 jahren KC zum OSL befördert. Stimmt genau Rainmann2. Ich kannte sogar einen, denn viele gab es ja da nicht.
Aber mit steiler Karriere hat das meiner Meinung nach nicht allzuviel zu tun.

Beim Planstellensystem braucht es neben einer ausgezeichneten Qualifikation immer etwas Glück, wenn einer weiter kommen will.(Gab es bei den GT eigentlich einen internen Stellenmarkt? - z.B. für besonders unbeliebte Funktionen?)
Theo

Hallo Theo,

nein, so richtig gab es den nicht, denn man diente dort, wo einen die Partei hingestellt hatte. Na gut, man durfte Wünsche äußern, aber es gab keine Garantie. Die hier genannte Dienststellung des StKC war nicht unbedingt so unbeliebt. Man hatte nicht die Verantwortung des KC, wurde aber auch nicht als Zugführer herumgeschubst. Ich meine, wer wäre schon Offizier geworden, wenn er hätte arbeiten wollen - ups, sorry, kleiner Scherz, ist mir und dem Leben nur so rausgerutscht. Als zu lange Zwischenstufe der Karriereleiter war der StKC tatsächlich nicht beliebt. Aber um an karriereträchtige Planstellen zu kommen, musste man eh mindestens an ein Diplomstudium kommen. Sonst war in der Regel bei einer Majorsplanstelle Schluss. Aber ich kannte auch Leute, die nach 25 Jahren als Hauptmann gingen. War der größte Schmerz über eine geplatzte Karriere überstanden, dann konnte man sich auch halbwegs bequem einrichten. Und die paar Anschisse.

Übrigens, man konnte auch Stolz entwickeln:
Ein Stellvertreter des Kommandeurs eines GR zu einem Stellv.KC: "Ich habe bei Ihrem Vater an der Militärakademie Vorlesungen gehört. Beeindruckend. Und was wollen Sie mal werden?"
StKC zum ihm: "Wieso, Genosse Oberstleutnant? Ich bin doch schon wer. Hauptmann und Stellvertreter Kompaniechef. Ist das etwa nichts."
Vom Gesicht des OSL in diesem Moment hätte ich gern einen Abguss gehabt ... aber die Erinnerung daran reicht mir auch.

ciao Rainman


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(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Commander hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#70

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 11.08.2014 20:19
von 94 | 10.792 Beiträge

... nochmal zu den Dienstgradgruppen aus #61

Zitat
die Offiziere gruppierten sich:
- Leutnante (Unterleutnant, Leutnant, Oberleutnant)
- Hauptleute (Hauptmann)
- Stabsoffiziere (Major, Oberstleutnant, Oberst)
- Generale (Generalmajor, Generalleutnant, Generaloberst, Armeegeneral)

So stands in der DV. Und auch im Handbuch militärisches Grundwissen (Anhang1, 14.Auflage 1985 S.106) werden die Generäle und Admiräle nicht als eigenständige Gruppe erwähnt. Dafür aber (noch) die Unteroffiziers-, Fähnrich- und Offiziersschüler seperat aufgeführt, welche laut DV der Gruppe der Soldaten/Matrosen (U-Schüler) oder der Gruppe der Unteroffiziere/Maate (F- und O-Schüler) zugerechnet werden.
Für mich dazu im Widerspruch steht nun aber doch, das sowohl in einigen Tagesbefehlen (Anhang2, Ag 117 XXVI-06/572-89) die Generalität gesondert begrüßt wird als weiterhin auch zum Dienstgrad des Generalmajors (in den Armeen des WV war das der niedrigste Generalsrang) ernannt und nicht befördert wurde.
Hier hab ich mal eine ältere Fassung der Dienstlaufbahnordnung gefunden, da sind die Generale (in der Pluralschreibweise ohne ä !) im §6 extra aufgeführt.
Na wie auch immer, ist irgendwie ä bissel akademisch und ich hoffe trotzdem wenigstens ä bissel interessant?
http://www.documentarchiv.de/ddr/1966/nv...dienst_erl.html

Angefügte Bilder:

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.08.2014 20:22 | nach oben springen

#71

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 14.08.2014 16:58
von furry | 3.581 Beiträge

Mal etwas Makaberes zu den Karrieremöglichkeiten bzw. Auf- oder Abstiegsmöglichkeiten beim Militär allgemein.

Die zwei Meglichkeiten

Stanislav traf Kaczmarek.
„Du, ich werde Soldat.“
„Au fein, weißt Du wie das ist bei Soldat?“
„Nein.“
„Nun, ich werde Dir erzählen. Wenn Du kommst zu Musterung, Du hast zwei Meglichkeiten. Entweder sie nehmen Dir, oder sie nehmen Dir nich. Nehmen sie Dir nich, hast Du gienstig. Nehmen sie Dir, hast Du zwei Meglichkeiten. Entweder Du kommst Etappe, oder Du kommst vordere Front. Kommst Du Etappe, hast Du gienstig. Kommst Du vordere Front hast Du zwei Meglichkeiten. Entweder sie schießen, oder sie schießen nich. Schießen sie nich, hast Du gienstig. Schießen sie, hast Du zwei Meglichkeiten. Entweder sie schießen Dir tot, oder sie schießen vorbei. Schießen sie vorbei, hast Du gienstig. Schießen sie Dir tot, hast Du zwei Meglichkeiten. Entweder du kommst Einzelgrab oder Massengrab. Kommst Du Einzelgrab, hast Du gienstig. Kommst Du Massengrab, hast Du zwei Meglichkeiten. Entweder sie lassen Dir liegen, oder sie graben Dir aus. Lassen sie Dir liegen, hast Du gienstig. Graben sie Dir aus, hast Du zwei Meglichkeiten. Entweder Du kommst Papiermihle oder Knochenmihle. Kommst Du Knochenmihle, hast Du gienstig. Kommst Du Papiermihle, hast Du zwei Meglichkeiten. Entweder Du wirst Rolle oder Zeitung. Wirst Du Zeitung hast Du gienstig. Wirst Du Rolle, hast Du zwei Meglichkeiten. Entweder Du kommst Damentoilette oder Herrentoilette. Kommst Du Herrentoilette, hast Du gienstig. Kommst Du Damentoilette, hast Du zwei Meglichkeiten. Entweder sie nehmen Dir für vorne oder für hinten. Nehmen sie Dir für vorne, hast Du gienstig. Nehmen sie Dir für hinten, bist Du alle Zeiten für’n A…!“


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 14.08.2014 22:12
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Gott sei Dank nur Gefreiter, manche meinen aber auch das wäre schon zu viel, vom rein Menschlichem und Mutigem betrachtet, ich war aber nicht so der heroische Held, aus der Sicht von heute hätte ich mir gewünscht damals generell sagen zu können "leckt mich eurer Scheiße doch am Arsch", aber es hat nicht gereicht, andere hatten die Eier, vor denen ziehe ich meinen Hut.


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.08.2014 02:00 | nach oben springen

#73

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 15.08.2014 08:50
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #72
Gott sei Dank nur Gefreiter, manche meinen aber auch das wäre schon zu viel, vom rein Menschlichem und Mutigem betrachtet, ich war aber nicht so der heroische Held, aus der Sicht von heute hätte ich mir gewünscht damals generell sagen zu können "leckt mich eurer Scheiße doch am Arsch", aber es hat nicht gereicht, andere hatten die Eier, vor denen ziehe ich meinen Hut.

Hallo Grenzwolf,

das ist aber durchaus etwas sehr Universelles, glaube ich. Ich habe mich bei Deinem Beitrag an einen amerikanischen Historiker, Shelby Foote, erinnert, der einmal über die Schlacht bei Gettysburg, den selbstmörderischen Angriff der Südstaatler am 3. Tag der Schlacht (Pickett's Charge), sagte:
"Es war eine ungeheuerliche Fehlentscheidung, und es gab kaum einen erfahrenen Soldaten, der das nicht von Anfang an wusste ... Sie wussten genau, was ihnen bevorstand, aber sie mussten warten. Und sie warteten, versteckt im Unterholz, bereit und in Formation. Als ein Kaninchen aus dem Gebüsch schoss und wegrannte, rief ein Soldat: 'Lauf, alter Hase! Wenn ich einer wäre, würde ich auch Reißaus nehmen!' ... Im Grunde war es leichter loszugehen, als sich zu weigern. Es hätte viel Mut gekostet, einfach zu sagen: 'Ich bleibe hier.' Kein Mensch hat so viel Courage."
(aus "The Civil War", Fernsehdokumentation von Ken Burns, bearbeitet durch den WDR und BR)
Man sollte nie unterschätzen, was Uniform, Ausbildung, Bewaffnung und Befehle aus einem Menschen machen können.

@94 - Danke für diese Forschungsarbeit. Das ist interessant und amüsant zugleich. Ich denke mal, dass die Zuordnung der Generale zu den Offizieren schon zu Zeiten des Alten Fritz gegolten haben dürfte, als das noch alles Adlige waren ... Und auch die DDR hat aus vielen alten Vorschriften abgeschrieben. Ich habe mal kurz etymologisch nachgeschaut:
-> Offizier - "der ein Amt/ein Büro innehat", quasi ein Beamter allgemein - ca. seit dem 15. Jahrhundert im militärischen Sprachgebrauch
-> General - kommt aus dem Kirchenlatein und bezeichnet zunächst einen (kirchlichen) Vorsteher - spätestens ab dem 13. Jahrhundert
Das Wort kommt über das Französische in den deutschen Sprachgebrauch im Sinne der Offiziersgruppe des Militärs. Für mich war das insofern spannend, als dass eine Reihe Historiker heute behaupten, die Einsetzung eines "Generals" über den Orden der Jesuiten durch den Papst sei ein Beleg für die militärische Strukturierung und die erwartete Disziplin in diesem Orden. Dabei kam das Wort aus der Kirche zum Militär. Danke für die Anregung und viel Spaß bei der weiteren Suche.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#74

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 15.08.2014 21:16
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Rainman2 im Beitrag #73
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #72
Gott sei Dank nur Gefreiter, manche meinen aber auch das wäre schon zu viel, vom rein Menschlichem und Mutigem betrachtet, ich war aber nicht so der heroische Held, aus der Sicht von heute hätte ich mir gewünscht damals generell sagen zu können "leckt mich eurer Scheiße doch am Arsch", aber es hat nicht gereicht, andere hatten die Eier, vor denen ziehe ich meinen Hut.

Hallo Grenzwolf,

das ist aber durchaus etwas sehr Universelles, glaube ich. Ich habe mich bei Deinem Beitrag an einen amerikanischen Historiker, Shelby Foote, erinnert, der einmal über die Schlacht bei Gettysburg, den selbstmörderischen Angriff der Südstaatler am 3. Tag der Schlacht (Pickett's Charge), sagte:
"Es war eine ungeheuerliche Fehlentscheidung, und es gab kaum einen erfahrenen Soldaten, der das nicht von Anfang an wusste ... Sie wussten genau, was ihnen bevorstand, aber sie mussten warten. Und sie warteten, versteckt im Unterholz, bereit und in Formation. Als ein Kaninchen aus dem Gebüsch schoss und wegrannte, rief ein Soldat: 'Lauf, alter Hase! Wenn ich einer wäre, würde ich auch Reißaus nehmen!' ... Im Grunde war es leichter loszugehen, als sich zu weigern. Es hätte viel Mut gekostet, einfach zu sagen: 'Ich bleibe hier.' Kein Mensch hat so viel Courage."
(aus "The Civil War", Fernsehdokumentation von Ken Burns, bearbeitet durch den WDR und BR)
Man sollte nie unterschätzen, was Uniform, Ausbildung, Bewaffnung und Befehle aus einem Menschen machen können.


@94 - Danke für diese Forschungsarbeit. Das ist interessant und amüsant zugleich. Ich denke mal, dass die Zuordnung der Generale zu den Offizieren schon zu Zeiten des Alten Fritz gegolten haben dürfte, als das noch alles Adlige waren ... Und auch die DDR hat aus vielen alten Vorschriften abgeschrieben. Ich habe mal kurz etymologisch nachgeschaut:
-> Offizier - "der ein Amt/ein Büro innehat", quasi ein Beamter allgemein - ca. seit dem 15. Jahrhundert im militärischen Sprachgebrauch
-> General - kommt aus dem Kirchenlatein und bezeichnet zunächst einen (kirchlichen) Vorsteher - spätestens ab dem 13. Jahrhundert
Das Wort kommt über das Französische in den deutschen Sprachgebrauch im Sinne der Offiziersgruppe des Militärs. Für mich war das insofern spannend, als dass eine Reihe Historiker heute behaupten, die Einsetzung eines "Generals" über den Orden der Jesuiten durch den Papst sei ein Beleg für die militärische Strukturierung und die erwartete Disziplin in diesem Orden. Dabei kam das Wort aus der Kirche zum Militär. Danke für die Anregung und viel Spaß bei der weiteren Suche.

ciao Rainman


Tja verehrter Regenmann, so weit muss man da wohl gar nicht zurück gehen, brauch nur an meinen alten Herren zu denken, heroisch losmarschiert und 13 Jahre später vollkommen abheroisiert wiedergekommen.
Gegen die Generation sind wohl unsere Rückschauen und Befindlichkeiten ein Klacks, schlimmer ging's wahrscheinlich nimmer.
Ist halt in der Nachschau mit einem gewissen Abstand immer so ein Ding, hätte, könnte, eventuell, aber auf dem Punkt macht man meistens einfach das was ansteht, ob es nun das Optimum ist oder nicht.


zuletzt bearbeitet 15.08.2014 21:17 | nach oben springen

#75

RE: steile Karriere bei den Grenztruppen der DDR

in Grenztruppen der DDR 15.08.2014 21:57
von Gelöschtes Mitglied
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Ich habe in meinem Leben schon einige Zeitgenossen getroffen die zu mir gesagt habe: Es wäre besser gewesen auf die angebotene Karriere zu verzichten. Dann könnte ich heute in den Spiegel sehen, ohne mich vor mir selbst zu schämen.
Auf dem Wehrkreiskommando hat beim Abschlussgespräch bei der Musterung einer zu mir gesagt: Wenn sie nur Grundwehrdienst machen kann es passieren, dass ihre direkten Vorgesetzten dümmer sind als sie. Darauf habe ich geantwortet: Die 18 Monate werde ich das schon überstehen und ich habe es überstanden.
Der Hesselfuchs


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