#41

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 15:24
von thomas 48 | 3.580 Beiträge

Otto Nuschke
deutscher Politiker
sollte am 20.7 44 den Rundfunk übernehmen, lebte dann in der Illegalität.
Gründete nach dem Krieg den linken Flügel der CDU.
Die höchsten Ehrenzeichen der Partei waren die O. Nuschke in Bronze, Silber und in Gold.
Die Parteischule ,,Otto Nuschke Schloss Burgscheidungen,, liegt in der Nähe von Naumburg


zuletzt bearbeitet 21.07.2014 15:29 | nach oben springen

#42

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 16:22
von Georg | 1.031 Beiträge

Das Thema lässt sich wohl doch nicht auf das Datum 20. Juli1944 beschränken.

Mir geht Ilse Stöbe nicht aus dem Sinn.
In der DDR und der UdSSR als Kundschafterin als Kommunistin geehrt, verehrt und gewürdigt. Orden, Medaillen, Ehrennamen, Literatur, Filmen, Zeitungen u.a.m. Hingerichtet im 3. Reich, auch ihre Mutter wurde im KZ ermordet und ihr Bruder hingerichtet - Für eine Familie große Blutopfer im Widerstand gegen den Nationalsozialismus und Krieg.
1990 in Deutschland entwürdigt, weil Kundschafterin und Kommunistin.
Und nun am 10.07.2014 wird ihr Name auf einer Ehrentafel im AA sichtbar gemacht. Sinneswandel oder Alibiveranstaltung ?
Im selben AA, in dem nach 1945 über 245 Nazis tätig waren. Im AA von Deutschland, in dem erst durch Fischer Nachrufe/ehrendes Gedenken an
frühere Mitarbeiter, darunter hochrangige Nazis unterbunden wurden. Ich erspare mir Einzelheiten, weil im Netz nachlesbar.

Ilse Stöbe - ich würde gern wissen, wie Du über die Ehrung denkst. Hast Du, liebe Ilse Stöbe, das Gefühl, dass Du mit Deinem Opfer im Jahr 2014 missbraucht wirst ?


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#43

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 16:45
von seaman | 3.487 Beiträge

Es hat ein Umdenken in Deutschland schon von offizieller Seite im Umgang zum kommunistischen Widerstand gegen das III.Reich eingesetzt.
Denken sollte man dabei auch an die Deserteure der deutschen Wehrmacht.
Man hängt es noch nicht an die grosse Glocke,da in der Masse die Öffentlichkeit dazu noch gespalten ist.
Im Ausland geht man wesentlich ungezwungener mit der deutschen Geschichte und den damals agierenden Personen um.

Wusstet ihr eigentlich,dass 2006 :

http://www.welt.de/print-welt/article219...ommunisten.html

Naja,auch der heutige Zeitgeist zur jüngeren deutschen Geschichte wird noch in Teilbereichen einige andere Bewertungen erfahren.....

seaman


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.07.2014 16:46 | nach oben springen

#44

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 17:03
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #43
Es hat ein Umdenken in Deutschland schon von offizieller Seite im Umgang zum kommunistischen Widerstand gegen das III.Reich eingesetzt.
Denken sollte man dabei auch an die Deserteure der deutschen Wehrmacht.
Man hängt es noch nicht an die grosse Glocke,da in der Masse die Öffentlichkeit dazu noch gespalten ist.
Im Ausland geht man wesentlich ungezwungener mit der deutschen Geschichte und den damals agierenden Personen um.

Wusstet ihr eigentlich,dass 2006 :

http://www.welt.de/print-welt/article219...ommunisten.html

Naja,auch der heutige Zeitgeist zur jüngeren deutschen Geschichte wird noch in Teilbereichen einige andere Bewertungen erfahren.....

seaman



@seaman wenn ich den Bericht richtig verstanden habe, setzte das Umdenken in den Staaten ein, nicht in D


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#45

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 17:10
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #44


@seaman wenn ich den Bericht richtig verstanden habe, setzte das Umdenken in den Staaten ein, nicht in D


Genau genommen ist das richtig,Gerd.
Einige Dinge signalisieren aber auch in D. andere Verhaltens -und Denkweisen.
Denken wir an Ilse Stöbe,Rote Kapelle,Deserteure .....
Bedauerlich,das Fremdstaaten uns vorgeben,wie wir mit unserer Geschichte umgehen und bewerten müssen.

seaman


zuletzt bearbeitet 21.07.2014 17:35 | nach oben springen

#46

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 18:22
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von thomas 48 im Beitrag #39
Es gab schon immer Attentate in Deutschland, die meisten wurden vergessen, stehen nur in Zeitungen oder in dicke Bücher die kein Mensch mehr liest.
Wir wissen doch nur von dem Attentat auf A.H. durch die Medien und durch die hohe Politik.
Wer weiß noch was der Bundestag 1955 sagte und was damals in den bekannten Illustrierten stand?
Wenn ich Hitler töten wöten wollte, bin ich jetzt ein Held.
Was wäre ich, wenn ich ein Kanzler töten wollte, bestimmt ein Terrerorist.
Was waren die Leute Gerstenmeyer und Nuschke? Waren das Feiglinge oder hatten großes Glück gehabt


Thomas, es gab seit A.H. keinen Grund einen Kanzler zu töten.

Eugen Gerstenmaier und Otto Nuschke waren sehr ehrenwerte Leute, deren aufrechte Haltung im Widerstand gegen das NS-Regime wir immer im Gedächtnis behalten sollen.
.


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#47

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 18:23
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #45
Zitat von Gert im Beitrag #44


@seaman wenn ich den Bericht richtig verstanden habe, setzte das Umdenken in den Staaten ein, nicht in D


Genau genommen ist das richtig,Gerd.
Einige Dinge signalisieren aber auch in D. andere Verhaltens -und Denkweisen.
Denken wir an Ilse Stöbe,Rote Kapelle,Deserteure .....
Bedauerlich,das Fremdstaaten uns vorgeben,wie wir mit unserer Geschichte umgehen und bewerten müssen.

seaman





Wieso geben sie uns das vor?
.


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#48

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 18:29
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #47
Zitat von seaman im Beitrag #45
Zitat von Gert im Beitrag #44


@seaman wenn ich den Bericht richtig verstanden habe, setzte das Umdenken in den Staaten ein, nicht in D


Genau genommen ist das richtig,Gerd.
Einige Dinge signalisieren aber auch in D. andere Verhaltens -und Denkweisen.
Denken wir an Ilse Stöbe,Rote Kapelle,Deserteure .....
Bedauerlich,das Fremdstaaten uns vorgeben,wie wir mit unserer Geschichte umgehen und bewerten müssen.

seaman





Wieso geben sie uns das vor?
.


Na,
hätten wir diese Personen nicht von selbst rechtzeitig in die würdige Reihe derer einordnen können die im Widerstand gegen das Naziregime waren?
1945 bis 2006 ist eine verdammt lange Zeit...
seaman


zuletzt bearbeitet 21.07.2014 18:32 | nach oben springen

#49

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 18:58
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #48
Zitat von Barbara im Beitrag #47
Zitat von seaman im Beitrag #45
Zitat von Gert im Beitrag #44


@seaman wenn ich den Bericht richtig verstanden habe, setzte das Umdenken in den Staaten ein, nicht in D


Genau genommen ist das richtig,Gerd.
Einige Dinge signalisieren aber auch in D. andere Verhaltens -und Denkweisen.
Denken wir an Ilse Stöbe,Rote Kapelle,Deserteure .....
Bedauerlich,das Fremdstaaten uns vorgeben,wie wir mit unserer Geschichte umgehen und bewerten müssen.

seaman





Wieso geben sie uns das vor?
.


Na,
hätten wir diese Personen nicht von selbst rechtzeitig in die würdige Reihe derer einordnen können die im Widerstand gegen das Naziregime waren?
1945 bis 2006 ist eine verdammt lange Zeit...
seaman





Ok, versteh, wie du das meinst. Allerdings gibt es wohlmöglich eine ganze Menge Leute aus dem konspirativen Milieu, deren tätige Mitarbeit in Kampf gegen den Faschismus nie bekannt werden wird, sicher aus den unterschiedlichsten Gründen. Auch hier war es ja so:

"1993 stirbt Joseph Gould. Sechs Jahre später meldet sich sein Sohn Jonathan bei den Verwandten von Ruh und Lindner. Bei der Durchsicht des Nachlasses seines Vaters war er auf die Pläne zur Auszeichnung gestoßen. Hartnäckig macht sich der New Yorker Anwalt an die Erfüllung: Er sammelt in Archiven und bei den Familien Dokumente, veröffentlicht einen langen Artikel, "Ungewöhnliche Kameraden", und gewinnt damit New Yorks Senatorin Hillary Clinton als Unterstützerin. Schließlich segnet Präsident George W. Bush die Auszeichnung 2004 ab."

Das würde ich nicht unter "Fremdstaaten uns vorgeben,wie wir mit unserer Geschichte umgehen und bewerten müssen" verstehen.
.


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#50

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 20:03
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Na, den Schindler musste ja auch erst ein Ami ausgraben...........Kann sein, das von offizieller Seite nicht der Eindruck erweckt werden will, man möchte durch solche Geschichten seine Weste reinwaschen. Da passt dann das Büßergewand dann besser........auch wenn das ein wenig bescheuert ist.
Staufenberg ha t sicher seinen Platz in der deutschen Geschichte verdient, wenigstens hat er nicht so gezaudert wie die anderen Herren Offiziere. Auf der anderen Seite ist Staufenberg auch nicht ganz so die Lichtgestalt, wie es scheint. Immerhin wollte er für Deutschland keine Demokratie, sondern wollte erst mal eine Militärdiktatur installieren, was aus seiner Sicht auch logisch war. Allerdings wissen wir, wie dass so mit Diktaturen ist, wenn man erst einmal an der Macht ist. Ist allerdings auch nur hypothetisch, da der Krieg sowieso verloren war und Deutschland bedingungslos kapitulieren musste.


Intellektuelle spielen Telecaster
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#51

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 20:55
von Barbara (gelöscht)
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Grafik aus Amazon


Dieses Buch wurde 1956 das erste Mal verlegt, ich habe es Ende der 60-er jahre gelesen. Es zeigt das Schicksal von 64 Widerstandskämpfern auf.
Auf dem Titel ist Pater Alfred Delp. Es gab andere Ausgaben mit anderen Widerstandskämpfern auf dem Einband.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Schuddel, Stauffenberg war humanistisch erzogen, ein sehr musischer Mensch, bei dem sich selbst die Familie sich wunderte (Familie mit militär-historischem Hintergrund), dass er Soldat werden wollte. Seine Erziehung ging wohl überhaupt nicht in diese Richtung. Also die "Militärdiktatur" die er errichten wollte kann allenfalls als Übergang für die zu erwartenden chaotischen Zustände zu verstehen sein, falls der Staatsstreich geglückt wäre.
Und er war doch nicht allein, wie ich oben schon gepostet hatte, sieh mal hier mehr zur Motivation der Widerstandsgruppe:

klick



rausgescreent aus:

http://www.kas.de/upload/dokumente/2007/070720_mueller.pdf


Das Grabmal der Brüder Stauffenberg, denn auch Bruder Bertold war im Widerstand und wurde hingerichet.



http://www.google.de/imgres?imgurl=http%...ved=0CCcQrQMwAQ
.
.

edit Quelle und Rechtschreib


zuletzt bearbeitet 21.07.2014 21:06 | nach oben springen

#52

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 20:59
von Barbara (gelöscht)
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zur Rehabilitierung der damaligen Verurteilten:


Unrechtsurteile aufgehoben
20. Februar 1983: NS-Urteile gelöscht

Zu den Verurteilten gehörten die Geschwister Hans und Sophie Scholl und die Attentäter vom 20. Juli 1944, tausende Gegner des Nazi-Regimes, Menschen, die zivil Widerstand leisteten, oder sogenannte Hochverräter. Rund 18.000 Urteile sprachen die Richter des NS-Volksgerichtshofs zwischen 1934 und 1945. Bei etwa 5.200 davon handelte es sich um Todesurteile. Fast vier Jahrzehnte, nachdem der Alliierte Kontrollrat dieses Instrument der NS-Herrschaft per Gesetz aufgelöst hatte, teilte das Bundesjustizministerium am 20.2.1983 mit, dass alle Urteile des Volksgerichtshofs aus dem Bundeszentralregister gelöscht worden sind.

Mit der Aufarbeitung der NS-Unrechtsjustiz tat man sich in der Bundesrepublik lange schwer. Das zeigt nicht nur der späte Zeitpunkt der Entscheidung des Justizministeriums. Der Bundestag konnte sich erst 1985 auf einen gemeinsamen Beschluss aller Fraktionen verständigen, in dem dem Volksgerichtshof jede Rechtsstaatlichkeit abgesprochen wurde. Weiter wurde er darin als "Terrorinstrument zur Durchsetzung der nationalsozialistischen Willkürherrschaft" klassifiziert, dessen Entscheidungen "keine Rechtswirkung" besäßen. In der Nachkriegszeit konnten in der Bundesrepublik sogar viele NS-Juristen weiter Karriere machen. 1967 fand sich mit Hans-Joachim Rehse zwar ein ehemaliger Richter des Volksgerichtshofs selbst auf der Anklagebank wieder. Er sollte jedoch der einzige bleiben. Am Ende wurde er von einem Schwurgericht von mehreren Mordanklagen freigesprochen.


http://www.das-parlament.de/2013/08/Kehrseite/42955281.html
.


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#53

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 21:09
von seaman | 3.487 Beiträge

An Büchern zum Widerstand im III.Reich hat es in der jungen Bundesrepublik nicht gefehlt.
Es gab zum 20.Juli viel Literatur.Emigrantenliteratur(z.b. die Mann-Brüder).Die rote Kapelle war nachlesbar und auch über das Wirken des NKFD-in West und Ost- konnte man Bücher erwerben.Weisse Rose usw.
Auch in den Schulungsheften der BW für die Innere Führung wurde der militärische Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime intensiv und positiv behandelt.
Diese Geschichte stand mitunter aus meiner Sicht diametral zu Kasernennamen,Schiffsnamen und der Vergangenheit ehemaliger BW-Generäle,BKAs und Geheimdienstler.....

seaman


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zuletzt bearbeitet 21.07.2014 21:11 | nach oben springen

#54

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 21:35
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #53
An Büchern zum Widerstand im III.Reich hat es in der jungen Bundesrepublik nicht gefehlt.
Es gab zum 20.Juli viel Literatur.Emigrantenliteratur(z.b. die Mann-Brüder).Die rote Kapelle war nachlesbar und auch über das Wirken des NKFD-in West und Ost- konnte man Bücher erwerben.Weisse Rose usw.
Auch in den Schulungsheften der BW für die Innere Führung wurde der militärische Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime intensiv und positiv behandelt.
Diese Geschichte stand mitunter aus meiner Sicht diametral zu Kasernennamen,Schiffsnamen und der Vergangenheit ehemaliger BW-Generäle,BKAs und Geheimdienstler.....

seaman





fett:

... nicht nur das, sondern insgesamt das Verhältnis von Verdrängung und Aufarbeitung - eine unglaublich ambivalente Angelegenheit.
.


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#55

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 21:55
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #22
[...]
Diesen Einwand verstehe ich nicht, vielleicht hast du mich missverstanden.
[...]


Auch bei nochmaligem Nachlesen kann ich kein Mißverständnis erkennen.
Was an meinem Einwand mißverständlich ist, ist mir wiederum unverständlich.

Der Großteil der damaligen deutschen Bevölkerung hatte damals ganz andere Probleme, als sich feige hinter irgendwelchen Gardinen zu verstecken. Probleme, welche die Mitglieder der heutigen Wohlstandsgesellschaft, möglicherweise nach nur einem Tag des persönlichen Erlebens an den Rand des Wahnsinns und der totalen Verzweiflung und Selbstaufgabe treiben würden.

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#56

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 23:21
von Barbara (gelöscht)
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Aber dann reden wir aneinander vorbei, denn ich verstehe echt nicht, worauf du hinaus willst.
Ich meine, ich hätte ziemlich ausführlich meine Einstellung zum Thread-Thema "Widerstand" in mehreren Beiträgen dargestellt und auch, in welchem Kontext meine von dir beanstandete Bemerkung zu verstehen ist.
Wenn du dich an dem Begriff "feige" stößt, dann nenn es "verdrängen", denn das zumindest hat der Großteil damalige Bevölkerung angesichts der Verbrechen des Hitler-Regimes nunmal getan. Aber das muss ich dir doch nicht erzählen.

Vielleicht sagst du einfach mal was du konkret meinst mit:
"Der Großteil der damaligen deutschen Bevölkerung hatte damals ganz andere Probleme"
.


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#57

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 23:42
von Barbara (gelöscht)
avatar

Weil wir schon soviele aufrechte Menschen hier genannt haben, möchte ich noch diesen nennen, dessen Schicksal mich besonders berührt hat:
Georg Elser

http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Elser

"... dass die Verhältnisse in Deutschland nur durch eine Beseitigung der augenblicklichen Führung geändert werden können."
Georg Elser im Gestapo-Verhör am 21. November 1939




http://www.nwzonline.de/rf/image_online/..._c8_2691251.JPG


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#58

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 22.07.2014 07:15
von Gelöschtes Mitglied
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Hier in der Kaserne gibt es auch eine Gedenkplatte für Stauffenberg und das BMVg in Berlin sitzt z.B. nicht nur zufällig in der Stauffenbergstraße. Ich persönlich halte diesen militärischen Widerstand allerdings für überhöht, um nicht etwa dem der Kommunisten gedenken zu müssen, da viele der Beteiligten zuerst glühende Anhänger des Nationalsozialismus waren und erst im Angesicht der sich abzeichnenden Niederlage ihre Ansichten änderten um zu Versuchen zu retten was noch zu retten ist.

Ich mag auch unseren aktuellen Bundespräsidenten nicht sonderlich, mir ist seine ganze Biographie und sein Wesen irgendwie suspekt und unsympathisch. Trotzdem muss ich ihm hoch anrechnen dass er am 20. Juli nicht nur Stauffenberg und seiner Gruppe gedacht hat, sondern such das Wirken von anderen Einzelpersonen und auch das der Kommunisten ausdrücklich erwähnt und anerkannt hat. Eine derartige Erwähnung hatte ich vorher noch nicht so deutlich wahrgenommen wenn es sie von anderen Politikern gegeben haben sollte.


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.07.2014 07:24 | nach oben springen

#59

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 22.07.2014 09:02
von Georg | 1.031 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #53
An Büchern zum Widerstand im III.Reich hat es in der jungen Bundesrepublik nicht gefehlt.
Es gab zum 20.Juli viel Literatur.Emigrantenliteratur(z.b. die Mann-Brüder).Die rote Kapelle war nachlesbar und auch über das Wirken des NKFD-in West und Ost- konnte man Bücher erwerben.Weisse Rose usw.
Auch in den Schulungsheften der BW für die Innere Führung wurde der militärische Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime intensiv und positiv behandelt.
Diese Geschichte stand mitunter aus meiner Sicht diametral zu Kasernennamen,Schiffsnamen und der Vergangenheit ehemaliger BW-Generäle,BKAs und Geheimdienstler.....

seaman




und wie schwer es fällt ! Es ist nicht einfach zu entsorgen:

http://www.zeit.de/2012/16/Anton-Schmid


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 22.07.2014 10:38
von eisenringtheo | 9.182 Beiträge

Den Befehlen gehorchen oder dem Gewissen? Wie geht man mit denjenigen "staatsnahen Personen" (Polizei, Armee, Beamten usw.), die ihrem Gewissen folgten und so das Land verrieten? Nur ein Beispiel eines Schweizers, den in der Schweiz eigentlich kennt, obwohl im 60'000 Juden ihr Leben verdanken.
http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Lutz
Ein derartig exklatanter Verstoss gegen diplomatische Gewohnheiten konnte natürlich nicht ungerügt bleiben:
... die Bezeichnung der betreffenden Ausweispapiere als schweizerische Kollektivpässe (war) nicht statthaft (...), denn die Abteilung für fremde Interessen sei wohl ermächtigt gewesen, den ihren Schutz unterstellten Ausländern Papiere abzugeben, habe aber diese nicht als Schweizerpässe bezeichnen dürfen. Die Polizeiabteilung gelangt deshalb zum Ergebnis, dass eine Kompetenzüberschreitung Ihrerseits vorgelegen habe.
Da die Ausstellung der fraglichen Dokumente bereits 5 Jahre zurückliegt, möchten wir im Einvernehmen mit der Polizeiabteilung dem Falle keine grosse Bedeutung mehr beimessen; doch wollten wir immerhin diese Seite der Angelegenheit nicht unerwähnt lassen.
"
http://www.raoul-wallenberg.de/Retter/Ca.../carl_lutz.html
Theo


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