#21

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 20.07.2014 21:34
von Gelöschtes Mitglied
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Ich halte das Gedenken an den 20. Juli 1944 in unserem Lande für gerechtfertigt, weil es gerade aus dem Staatsapparat der nationalsozialistischen Diktatur jene mutigen Menschen gab, die schon im Vorfeld der Ereignisse hätten "hochgehen" können?
Gab es vergleichbare Vorgänge in einer anderen deutschen Diktatur?
Dessen ungeachtet stimmt es auch, dass man gleicherweise den Antifaschisten und bürgerlichen Widerstandskämpfern im 3. Reich ebenbürtig gedenkt..., das ist auch eine Sache, die jeder für sich entscheidet. Eine zeitmäßig spätere Einfärbung, d.h. ideologischer Missbrauch bleibt dabei zu bedenken, oder was hätte Ernst Thälmann zu den Machthabern in der DDR gesagt?

VG Klaus


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#22

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 20.07.2014 22:42
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Ari@D187 im Beitrag #16
Zitat von Barbara im Beitrag #10
[...]Es macht durchaus Sinn, sich mit den einzelnen genannten Personen zu beschäftigen (Militärs und Zivilisten!), zumal man nicht weiß, ob unsereins nicht feige hinter der Gardine geblieben wäre, wie der größte Teil der deutschen Bevölkerung - damals.[...]

Sehr starker Tobak, um es diplomatisch auszudrücken...
Das Erstere ist durch ein "zumal man nicht weiß" gekennzeichnet, der zweite Teil des Satzes scheint unumstößlich festzustehen. Ich wünsche Dir, daß Du niemals "feige hinter der Gardine stehen" mußt, aufgrund der Situation und Lage in Deinem Land.

Menschen, welche mir gut bekannt waren und welche diese Zeit aktiv miterlebt haben, konnte man viele Wesenszüge zuordnen, Feigheit gehörte jedoch nie dazu.

Ari


Diesen Einwand verstehe ich nicht, vielleicht hast du mich missverstanden.
Meine Bemerkung ist im Zusammenhang mit meinem ganzen Post oben zu verstehen, sowie den diesem vorhergehenden Beiträge.

Fakt ist doch, dass die große Mehrheit der damaligen Bevölkerung weder Kritik und schon gar keinen Widerstand gegen das NS-Regime übten, um so mehr sind diejenigen zu achten, die es - unter Einsatz des eigenen Lebens - taten. Und es ist angemessen, deren Motive und HIntergründe genau zu betrachten.
Das war das, was ich ausdrücken wolle.

Meine eigene potenzielle Feigheit, hätte ich in der damaligen Zeit gelebt, war durch das Wort "unsereins" inbegriffen.
.


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#23

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 20.07.2014 23:00
von Barbara (gelöscht)
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Natürlich sind alle, die damals unter Einsatz ihres Lebens gegen den Hitlerfaschismus aufgestanden sind, zu achten und zu ehren.


Der Thread-Eröffner hat aber konkret den 20. Juli angesprochen, sicher im Hinblick auf den heutigen Jahrestag, was ich gut finde. Sowie die Frage, was wäre passiert, wenn das Attentat geglückt wäre. Denn das Attentat war ja der Auftakt für einen Staatsstreich.

Dafür muss man den gesamten Plan und Verlauf der "Operation Walküre" sowie die Motivatin der Handelnden betrachten,

[...]In drei wichtigen militärischen Dienststellen entstanden ab Ende 1941 oppositionelle Gruppen, die auch Verbindung untereinander aufnahmen: Im "Allgemeinen Heeresamt beim Befehlshaber des Ersatzheeres", geleitet von General Friedrich Olbricht, beim Militärbefehlshaber in Frankreich (General Carl-Heinrich von Stülpnagel) und an der Ostfront in der Heeresgruppe Mitte, dessen Erster Generalstabsoffizier Henning von Tresckow Mittelpunkt einer Gruppe von Regimegegnern war. Die Greuel der deutschen Besatzungspolitik im Osten und der Massenmord an den Juden durch die Einsatzgruppen der SS und ab Ende 1941 in den Vernichtungslagern blieben den Soldaten der Wehrmacht nicht verborgen. Offiziere, die Rechtsempfinden und Moral über soldatisch-militärische Pflichterfüllung stellten, waren in der Minderheit; aber es gab sie, wie Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der nach schwerer Verwundung in Afrika 1944 Chef des Stabes beim Oberbefehlshaber des Ersatzheeres in Berlin wurde. Graf Stauffenberg drängte seit Frühjahr 1942 auf einen Staatsstreich, um Hitler auszuschalten und die Verbrechen des Regimes zu beenden. [...]

[..]Der Umsturz war längst vorbereitet. Der Entwurf einer Regierungserklärung, die von Beck als provisorischem Oberhaupt und Goerdeler als Kanzler unterzeichnet werden sollte, war bereits ausgearbeitet. Sie sollte gleich nach dem gewaltsamen Sturz des Hitler-Regimes veröffentlicht werden. Um das Land unter Kontrolle zu bekommen, entwarfen General Olbricht mit Stauffenberg und dessen Freund Mertz von Quirnheim den Operationsplan "Walküre". Er basierte auf einem bereits vorhandenen Plan zur Niederwerfung eines etwaigen Aufstandes ausländischer Zwangsarbeiter. Ein Netz aus vertrauenswürdigen Offizieren in den wichtigen militärischen Schaltstellen wurde geknüpft.[...]

http://www.bpb.de/geschichte/nationalsoz...juli-1944?p=all



Also wäre das Attentat und die Machtübernahme einer provisorischen Regierung geglückt, und das OKW hätte mitgemacht, hätte es ein sofortiges Waffenstillstandsangebot an die anderen Kriegsparteien gegeben. Die Frage ist, ob dieses angenommen worden wäre?
Was wäre in der Zivilbevölkerung passiert? Hätte es einen Aufstand der Gefangenen, der Zwangsarbeiter gegeben? Lynchjustiz?
Was wäre mit SS und Gestapo passiert?
.


Hinzugefügt:
wäre das Attentat und der Staatsstreich geglückt, hätte das noch Hunderttausenden das Leben gerettet!
.


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zuletzt bearbeitet 20.07.2014 23:07 | nach oben springen

#24

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 20.07.2014 23:18
von Gelöschtes Mitglied
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Stauffenberg und seine Mitverschwörer wurden doch erst in der Nachkriegszeit so hochgehoben. Sie bilden einen wichtigen Teil des Traditionsverständnisses der Bundeswehr. Nicht das ich den Versuch schmälern will, aber das was die Verschwörer wollten, war sicher nicht das Deutschland in dem wir heute leben.

Stauffenberg wurde, meiner Meinung nach, nach dem Krieg benutzt - siehe das Gelöbnis heute im Bendlerblock.

Wäre der Versuch geglückt, besser wäre es nicht geworden. Ich denke, der Krieg wäre nur in Richtung Westen beendet gewesen, nicht nach Osten.


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#25

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 20.07.2014 23:20
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #4
Zitat von Commander im Beitrag #3
Guten Abend Allerseits,
ich schreibe ja nicht viel,aber hierzu muß ich meinen "Senf" dazugeben.
Den Attentätern meinen Respekt!
Aber haben nicht die selben Männer 33 den Österreicher in den Sattel gehoben?Als man merkte,das (fast) alles zu spät ist,beschloß man,den Mann zu beseitigen.Wie viele erfolglose Attentatsversuche gab es vorher?
Ich war u. bin beileibe kein Kommunist,aber Menschen wie die Geschw.Scholl,Pfarrer D.Bonhoeffer oder auch E.Thälmann verdienen meinen höchsten Respekt!Wird an deren Schicksale erinnert?
Sorry,meine Meinung,
Sonnigen Abend,Gruß C.



natürlich, Geschwister Scholl wurde sogar verfilmt, es gibt Strassen die nach Scholl und Bonhoeffer benannt sind, in dem Gebiet der exDDR gibt es doch sicherlich noch zahlreiche Thälmannstr. Kann mich auch noch an einen Thälmannfilm erinnern den ich noch in der DDR sah mit einem damals bekannten Schauspieler, dessen Name mir aber entfallen ist.


Grün: Das war, wimre, Günter Simon. Ist leider etwas zu früh verstorben.



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#26

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 20.07.2014 23:24
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von g.s.26 im Beitrag #24
Stauffenberg und seine Mitverschwörer wurden doch erst in der Nachkriegszeit so hochgehoben. Sie bilden einen wichtigen Teil des Traditionsverständnisses der Bundeswehr. Nicht das ich den Versuch schmälern will, aber das was die Verschwörer wollten, war sicher nicht das Deutschland in dem wir heute leben.

Stauffenberg wurde, meiner Meinung nach, nach dem Krieg benutzt - siehe das Gelöbnis heute im Bendlerblock.

Wäre der Versuch geglückt, besser wäre es nicht geworden. Ich denke, der Krieg wäre nur in Richtung Westen beendet gewesen, nicht nach Osten.




Ich war ca. 15-16, als mir meine Mutter Bücher u.a. über die Protagonisten des Kreisauer Kreis in die Hand drückte. Ich hatte mit der BW gar nichts am Hut.
.
Es gibt definitv den militärischen Aspekt des Widerstands, es gibt aber auch den der persönlichen Haltung aufgrund Bildung, Erziehung, polit. oder religiösen Überzeugungen. All das gehört zusammen.
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#27

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 20.07.2014 23:35
von Gelöschtes Mitglied
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Für mich hat der 20. Juli den Anschein: Irgendwas mussten wir ja finden um auch gute Deutsche präsentieren zu können. Irgendwas worauf wir aufbauen können.

Nochmal, das schmälert nicht den 20. Juli, nur wird mir darum zuviel Tamtam gemacht.


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#28

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 20.07.2014 23:44
von Moskwitschka (gelöscht)
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Manchmal habe ich den Eindruck, dass das offizielle Deutschland krampfhaft einen Gedenktagekalender abarbeitet. Kaum ist ein Kranz niedergelegt und die Nationalhymne verstummt, schon arbeitet das Protokoll am nächsten Ereignis. Die Menschen werden zum einen nicht mitgenommen, zum anderen habe ich den Eindruck, dass viele ihre Erinnerung und das Gedenken damit auch delegieren und gut aufgehoben wähnen. Man selbst hat ja wichtigeres zu tun.

LG von der Moskwitschka


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zuletzt bearbeitet 20.07.2014 23:45 | nach oben springen

#29

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 20.07.2014 23:50
von Gelöschtes Mitglied
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Immer wenn von oben etwas "durchgeprügelt" wird, interessiert am Ende kaum einen. Zuviel des Guten.

Ähnlich zu den Losungen und Parolen zu DDR-Zeit. Die roten Banner mit Glaubensbekenntnissen, hat doch auch kaum einer ernst genommen.


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#30

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 07:32
von schnatterinchen (gelöscht)
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Das Gedenken an die Männer des 20.Juli und die tägliche Propaganda in der DDR kann man doch nicht vergleichen.
Mag alles sein , daß der Aufstand zu spät und zu schwach war und manche an den Beweggründen der Attentäter zweifeln.
Der Appell an das eigene Gewissen sich gegen Unrecht und Barbarei zu stellen selbst wenn die Mehrheit auf der anderen Seite steht ist doch der tragende Gedanke bei diesem Gedenken.


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zuletzt bearbeitet 21.07.2014 07:36 | nach oben springen

#31

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 07:47
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #28
Manchmal habe ich den Eindruck, dass das offizielle Deutschland krampfhaft einen Gedenktagekalender abarbeitet.

Der Kampf gegen den Nationalsozialismus wird immer intensiver, je länger Hitler tot ist.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#32

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 07:53
von damals wars | 12.186 Beiträge

Zitat von Hufklaus im Beitrag #21
Ich halte das Gedenken an den 20. Juli 1944 in unserem Lande für gerechtfertigt, weil es gerade aus dem Staatsapparat der nationalsozialistischen Diktatur jene mutigen Menschen gab, die schon im Vorfeld der Ereignisse hätten "hochgehen" können?
Gab es vergleichbare Vorgänge in einer anderen deutschen Diktatur?
Dessen ungeachtet stimmt es auch, dass man gleicherweise den Antifaschisten und bürgerlichen Widerstandskämpfern im 3. Reich ebenbürtig gedenkt..., das ist auch eine Sache, die jeder für sich entscheidet. Eine zeitmäßig spätere Einfärbung, d.h. ideologischer Missbrauch bleibt dabei zu bedenken, oder was hätte Ernst Thälmann zu den Machthabern in der DDR gesagt?

VG Klaus


Dann müsste auch die Rote_Kapelle/ http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Kapell...2FHarnack-Kreis
geehrt werden, und schon mal was davon gehört?

Wen man sich mit Geschichte beschäftigt, ist man entsetzt, wiesehr die Männer des 20. Juli in die Verbrechen der Wehrmacht involviert waren.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#33

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 08:04
von schnatterinchen (gelöscht)
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hast du die Gedenkfeier im Bendlerblock gesehen?
Es wurde auch von der roten Kapelle gesprochen. Sogar vom Bundespräsidenten.
In der DDR waren die Kommunisten die einzigen deutschen Widerständler.


thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 08:07
von damals wars | 12.186 Beiträge

Ich habe den Bericht über die Kinder der Männer des 20. Juli gesehen, denen jahrelang eine Halbweisenrente von der Bundesrepublik verwehrt wurde.
Anspruch und Wirklichkeit.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#35

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 08:08
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ja, auch darüber hat der Bundespräsident gesprochen.


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#36

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 08:10
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hinsichtlich der Roten Kapelle hat in neuerer Zeit ein Umdenken eingesetzt.

Als Beispiel sei hier Ilse Stöbe genannt, die Mitarbeiterin in Aussenministerium und Mitglied der Roten Kapelle war. Ein Auszug aus wikipedia:

2006 ehrte der russische Botschafter in Belgien Ilse Stöbe mit anderen „Helden der Roten Kapelle“ für ihren Widerstandskampf. Ein Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte kam zum Fazit, dass „die Voraussetzungen für eine öffentliche Würdigung Ilse Stöbes in Deutschland gegeben“ seien. Sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus politisch-ethischer Sicht sei auch für jene Widerständler, die mit den Kriegsgegnern Deutschlands kooperierten, der Vorwurf des Verrats abzulehnen. Am 10. Juli 2014 wurde demgemäß in einer Gedenkstunde ihr Name in die Gedenktafel des Auswärtigen Amts im Haus am Werderschen Markt eingetragen. Sie ist die erste Frau auf der Gedenktafel.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ilse_St%C3%B6be

Gruss

icke



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#37

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 08:16
von Georg | 1.027 Beiträge

Ich hab wohl das Thema falsch verstanden ? 20. Juli 1944 - Gedenken des militärischen Widerstandes im 3. Reich !!

Was hat dieses Thema z.B. damit zu tun, wie diesem Gedenken in der DDR nachgekommen wurde? Was mit der Glaubwürdigkeit von roten Losungen auf Spruchbändern in der DDR ? Selbst, wenn so der Opfer gedacht worden wär. Ihrer wurde offiziell gedacht - in der BRD lange nicht.
Warum ?

Übrigens halte ich es für falsch nur Hitler als Verkörperung der Schuld, als Diktator und damit als Alleintäter zu sehen. Es ist bequem die Finanziers,Banken, Industrie u.a. auszublenden. Ausgeblendet werden kann mit ruhigen Gewissen auch die Volksseele, die bis Mai 1945
in Berlin mit Losungen auf Betttücher für den Endsieg kämpfte und schrie.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 14:16
von TOMMI | 1.988 Beiträge

Bei allem Hin- und Her in der Diskussion: Die Leute des 20.Juli haben unseren Respekt verdient. Es war wohl die letzte halbwegs erfolgversprechende
Aktion, ein menschenfeindliches Regime zu beseitigen. Bei allem für und wider, die Aussicht, Millionen Menschen vor dem Tod zu bewahren, rechtfetigt diese Aktion. Warum es scheiterte? Erstens bauten die Walküre-Pläne auf den militärischen Kadaver-Gehorsam, und das ging nach hinten los. So zum Besispiel kam einem fanatischen Nazi-Offizier (Remer) die Aufgabe zu, Goebbels zu verhaften. (!!) Das konnte nur schiefgehen. Zum anderen fand sich
niemand bereit, das Attentat auszuführen. So übernahm es der schwerbehinderte Stauffenberg selbst, der körperlich kaum dazu in der Lage war. So konnte ein zweiter Sprengsatz nicht scharf gemacht werden. Außerdem übernahm er zwangsläufig nach seiner Rückkehr nach Berlin die Leitung des Staatsstreiches. Vom Attentat bis zu seiner Rückkehr waren 4 wertvolle Stunden vertan, in denen nichts geschah.

Beim Lesen einiger Beiträge erkennt man so ein übliches schwarz-weiß-Muster. Den jenigen, die die Leute des 20.Juli ehren, wird unterstellt, andere Teile des Widerstandes zu mißachten. Ich weiß nicht, wer dies tut, ich persönlich ziehe mir diesen Schuh nicht an.
Jeder, der dieses Regime, auf welche Art und mit welchen Mitteln, bekämpft hat, verdient meinen außerordentlichen Respekt. Wie häten wir gehandelt?
Vor allem wenn man daran denkt, dass man sich, sobald man sich von den Nazis abwendete, in potentielle Lebensgefahr begab.
Ich halte es außerdem nicht für verwerflich, wenn Aktivisten des Widerstandes einstmals Anhänger bzw. Beführworter der Nazis waren. Man muss auch jeden einen Lernprozess zugestehen! Das gilt für Leute des 20.Juli ebenso, wie für die Weiße Rose um die Geschwister Scholl, die einstmals begeisterte HJ-Mitglieder waren und durch die Kriegsereignisse, nicht zuletzt durch Stalingrad das wahre Gesicht des Regimes erkannten.
Auch der damals populäre GfM Rommel kann dazu gerechnet werden, wenn auch erst in den letzten Wochen seines Lebens.
Es wird hier bemängelt, dass die Rote Kapelle zu wenig gewürdigt wird. Nun, in einem Buch über den militärischen Widerstand finden auch jene ihre Würdigung. Vielleicht tat man sich deswegen so schwer, dass deren Widerstand darin bestand, durch Spionage die militärische Niederlage Nazideutschlands zu beschleunigen.
Natürlich haben auch die kommunistischen Widerstandskämpfer meinen Respekt, vor allem jene, die im Lande blieben und tagtäglich den Nazis die Stirn boten. Nicht ganz ohne persönliche Gründe: mein Großvater gehörte dazu, durfte einen Nazi-Knast von innen kennenlernen, die Familie hatte öfter
Gestapo-Besuch. Er hatte später immer ein Thälmann-Bild bei sich, den er hoch verehrte. Jemanden wie Ulbricht verachtete er. Er war der festen Überzeugung, dass jener Thälmann verraten habe.
Auch Leute, die später Mitglied des Politbüros waren und gegen die Nazis kämpften, haben meinen Respekt, aber eben nur dafür. Nicht, dass sie später auch an einem undemokratischen Regime bauten. So zum Beispiel ein saarländischer Dachdecker.
Um es nochmals zusammenzufassen: Ich achte JEDEN, der gegen dieses Regime Widerstand leistete und gedenke auch and entsprechenden Tagen.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.07.2014 14:18 | nach oben springen

#39

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 14:22
von thomas 48 | 3.574 Beiträge

Es gab schon immer Attentate in Deutschland, die meisten wurden vergessen, stehen nur in Zeitungen oder in dicke Bücher die kein Mensch mehr liest.
Wir wissen doch nur von dem Attentat auf A.H. durch die Medien und durch die hohe Politik.
Wer weiß noch was der Bundestag 1955 sagte und was damals in den bekannten Illustrierten stand?
Wenn ich Hitler töten wöten wollte, bin ich jetzt ein Held.
Was wäre ich, wenn ich ein Kanzler töten wollte, bestimmt ein Terrerorist.
Was waren die Leute Gerstenmeyer und Nuschke? Waren das Feiglinge oder hatten großes Glück gehabt


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#40

RE: 20.Juli 1944

in Themen vom Tage 21.07.2014 14:53
von thomas 48 | 3.574 Beiträge

In der Annenkirche in Eisenach fand gestern der Gedenkgottesdienst ,,70 Jahre, Attentat auf Adolf Hitler,, statt.
Es sprach der Eisenacher Architekt Max von Trott zu Solz über den Juristen Adam von Trott.
Unter anderem erzählte er von seiner Patentante Clarita aus Berlin, die erst 2013 starb. Sie kämpfte nach dem Krieg lange um die Witwenrente.
Sie studierte und wurde Ärztin und Psychoanalytikerin


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