#41

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 21:30
von Gelöschtes Mitglied
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Es wurde nun auch manchmal angesprochen,wo kamen die Hunde her,die für den Grenzdiest eingesetzt wurden?
Ich hatte das Glück,mal mit über das Land zu fahren und Hunde ein zusammeln.Es gab Hundesportvereine,die gaben Hunde ab,welchen ihren Herren gebissen hatten.Auf Dörfen,gab es genug Hunde,die für ein kleines Geld,abgegeben wurden.
So kam man zu Hunden.
Dazu ein Erlebnis:Wir hatten einen wunderbaren Schäferhund erhalten,welcher schon mehrmals sein Herrn gebissen hatte.Als in unser Staffelführer sah,sagte er ,das ist mein Hund.Er nahm die Leine und holte den Hund aus den Zwinger.Nun wollte er,das der Hund,das macht was er wollte.Das ging schief,der Hund griff sofort an und verletzte ihn ordentlich am Arm.
Ich habe es auch probiert,aber mit Maulkorb.Ergebniss:Solange man machte was der Hund wollte,dann war es o.k.,aber gab man ein Kommando,griff er an.
gruß rei


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#42

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 21:39
von Gelöschtes Mitglied
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Es ist wie bei allen anderen Begebenheiten. Die Ausführung ist immer von den jeweiligen Verantwortlichen abhängig. Es gab bestimmt viele Verantwortungsbewusste Hundebetreuer, aber eben auch jene, denen der persönliche Freiraum bei der Hundeversorgung wichtiger war als die Versorgung der anvertrauten Tiere. Über Tierschutz braucht man bei den Trassenhunden nicht nachzudenken. Der Trupp für die Versorgung der Hunde war zu meiner Zeit im Bat. stationiert. Ich habe die Versorgung als sehr unregelmäßig und lieblos in Erinnerung. Auf einem Bauernhof aufgewachsen habe ich gelernt, dass zuerst die Tiere ordentlich versorgt wurden bevor wir selber gegessen haben. Die Tiere waren wertvoll und bildeten einen Teil des Anlagevermögens. Eine hohe Tierleistung war stark von regelmäßiger und sachgerechter Versorgung abhängig.


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#43

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 21:44
von damals wars | 12.205 Beiträge

Ja, manche Hunde waren richtig fertig.Wir hatten einen, der hat immer Gräben gebuttelt. Dann war dann noch der Steinbeißer,der hatte fast keine Zähne mehr, die waren regelrecht abgeschliffen.Der bekam meine Schnonse, Er sollte nicht leben wie ein Hund. Der " Bluthund" kam nicht an die Leine, sein Areal war umzäunt, ich glaube, der war der einzige gefährliche im Abschnitt. In meiner Erinnerung war es ein Rottweiler.
An Hundeführer,die mit ihren Hunden in den Grenzdienst gingen, kann ich mich nicht erinnern, wir hatten nur die Laufanlagen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#44

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 21:47
von Gelöschtes Mitglied
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War bei uns auch so. Keine Hundeführer auf den Einheiten nur Laufanlagen mit Hunden die oftmals ein Problem hatten. Steine sammeln, in die Kette beißen usw. wir haben auch Grenzmacke gesagt.


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#45

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 22:00
von FRITZE (gelöscht)
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Zitat von Merlini im Beitrag #44
War bei uns auch so. Keine Hundeführer auf den Einheiten nur Laufanlagen mit Hunden die oftmals ein Problem hatten. Steine sammeln, in die Kette beißen usw. wir haben auch Grenzmacke gesagt.


Oder Hütten zerlegen !


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#46

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 22:05
von Pit 59 | 10.156 Beiträge

Nun sollten sich ja die Hunde an den Laufanlagen ja auch nicht täglich Vollfressen und dann ein schönes Schläfchen machen bei dem sie Rund und Fett werden.
Ich denke das war nicht im Sinne des Erfinders


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#47

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 22:10
von FRITZE (gelöscht)
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He Pit ich staune ! Doch was hängengeblieben ? Immer diese Beeinflussung !


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#48

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 22:11
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

Zitat
Im 1.GB / GR8 war es so, dass die Hunde täglich außer Sonnabends gefüttert wurden und Frischwasser bekamen. Der Sonnabend nannte sich „Stehtag“, warum auch immer?



Jetzt wo Du es sagst, bei uns war Sonntags Standtag.
Es wurde nur getränkt, das konnten Fahrer und Beifahrer alleine machen, da wurde wöchentlich gewechselt damit jeder auch mal ein Tag frei hatte.

Der Stehtag hat einen tieferen Sinn.
Und zwar soll der Stehtag durch den Hunger die Agressivität des Hundes fördern.
Das wurde nicht nur bei den GT so gehändelt, auch im zivilen Bereich war das zumindest zu DDR Zeiten so üblich.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#49

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 22:14
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #46
Nun sollten sich ja die Hunde an den Laufanlagen ja auch nicht täglich Vollfressen und dann ein schönes Schläfchen machen bei dem sie Rund und Fett werden.
Ich denke das war nicht im Sinne des Erfinders

Nee,nicht rund und fett,aber vielleicht eine ordentliche Behandlung.
Auch diese Tiere sind Lebewesen,die man achten sollte.
Viele Grenzer haben auch,diese Hunde gefüttert,weil sie das Elend,nicht mit ansehen konnten.
Denke mal nach


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#50

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 22:21
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

Zitat
Zum umgestoßenen Wassernapf kann ich sagen, dass die Futter- und Wassernäpfe bei unseren Trassenhunden in ein Gestell gesetzt wurden das mit 3 Beinen tief in die Erde gesteckt wurde. So wurden die Näpfe nicht von der Kette umgeschmissen.



Die nutzten wir auch bei den Seilhunden.
Allerdings musste man mit der Zange nachbiegen oder auch hier Draht nehmen, der Napf lag ja nur so drin im Gestell.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#51

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 22:59
von Gelöschtes Mitglied
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Mein Hund im Garten,ihm geht es gut

Angefügte Bilder:
WP_000051.jpg

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#52

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 23:09
von Rothaut | 400 Beiträge

Wann und wo? Ich meine, das ist eine urbane Legende.


Lankower See....II.GB / GR-6.

Zeitpunkt bin ich mir nicht mehr sicher....ich würde auf Mitte/Ende 70zige Jahre tippen.

1 Hund in Ufernähe hat dieses Drama überlebt.

Die Tiere standen tagelang auf ihren Hütten, weil das Wasser langsam in diese einsickerten.
Die Soldaten machten immer wieder Meldung...sie konnten die Tiere zum Schluss nicht mehr füttern...drohten selbst einzubrechen.
Als in der Mitte der erste Hund samt Hütte einbrach..waren gerade Soldaten in Ufernähe...sie sahen wie ein Hund nach dem anderen ertrank.
Die Soldaten schaften von ihrer Uferseite nur noch den ersten Hund zu retten.

Aussage des KC ( GK Groß Thurow???):.."So lange das Eis die Hundelaufanlage samt Hunde trägt...solange können GV dieses Eis überqueren."
Der KC hat nach diesem tragischen Ereignis ordentlich Ärger bekommen....

Gruß Rothaut


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#53

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 23:24
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rothaut im Beitrag #52
Wann und wo? Ich meine, das ist eine urbane Legende.


Lankower See....II.GB / GR-6.

Zeitpunkt bin ich mir nicht mehr sicher....ich würde auf Mitte/Ende 70zige Jahre tippen.

1 Hund in Ufernähe hat dieses Drama überlebt.

Die Tiere standen tagelang auf ihren Hütten, weil das Wasser langsam in diese einsickerten.
Die Soldaten machten immer wieder Meldung...sie konnten die Tiere zum Schluss nicht mehr füttern...drohten selbst einzubrechen.
Als in der Mitte der erste Hund samt Hütte einbrach..waren gerade Soldaten in Ufernähe...sie sahen wie ein Hund nach dem anderen ertrank.
Die Soldaten schaften von ihrer Uferseite nur noch den ersten Hund zu retten.

Aussage des KC ( GK Groß Thurow???):.."So lange das Eis die Hundelaufanlage samt Hunde trägt...solange können GV dieses Eis überqueren."
Der KC hat nach diesem tragischen Ereignis ordentlich Ärger bekommen....

Gruß Rothaut


Für mich eine Schweinerei,so kann man nicht mit Tieren umgehen.


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zuletzt bearbeitet 10.07.2014 23:25 | nach oben springen

#54

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 23:51
von FRITZE (gelöscht)
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Zitat von Rothaut im Beitrag #52
Wann und wo? Ich meine, das ist eine urbane Legende.


Lankower See....II.GB / GR-6.

Zeitpunkt bin ich mir nicht mehr sicher....ich würde auf Mitte/Ende 70zige Jahre tippen.

1 Hund in Ufernähe hat dieses Drama überlebt.

Die Tiere standen tagelang auf ihren Hütten, weil das Wasser langsam in diese einsickerten.
Die Soldaten machten immer wieder Meldung...sie konnten die Tiere zum Schluss nicht mehr füttern...drohten selbst einzubrechen.
Als in der Mitte der erste Hund samt Hütte einbrach..waren gerade Soldaten in Ufernähe...sie sahen wie ein Hund nach dem anderen ertrank.
Die Soldaten schaften von ihrer Uferseite nur noch den ersten Hund zu retten.

Aussage des KC ( GK Groß Thurow???):.."So lange das Eis die Hundelaufanlage samt Hunde trägt...solange können GV dieses Eis überqueren."
Der KC hat nach diesem tragischen Ereignis ordentlich Ärger bekommen....

Gruß Rothaut



Echt ? Ich bin erschüttert ! Davon hat der Zirn nix erzählt !


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#55

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 23:52
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Rothaut im Beitrag #52
Der KC hat nach diesem tragischen Ereignis ordentlich Ärger bekommen....

Zu Recht?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#56

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 11.07.2014 07:28
von Pit 59 | 10.156 Beiträge

Zitat von rei im Beitrag #49
Zitat von Pit 59 im Beitrag #46
Nun sollten sich ja die Hunde an den Laufanlagen ja auch nicht täglich Vollfressen und dann ein schönes Schläfchen machen bei dem sie Rund und Fett werden.
Ich denke das war nicht im Sinne des Erfinders

Nee,nicht rund und fett,aber vielleicht eine ordentliche Behandlung.
Auch diese Tiere sind Lebewesen,die man achten sollte.
Viele Grenzer haben auch,diese Hunde gefüttert,weil sie das Elend,nicht mit ansehen konnten.
Denke mal nach




Ich muss darüber überhaupt nicht nachdenken,das hätten mal die machen sollen die dafür Verantwortlich waren,nähmlich diejenigen welche immer mehr Hindernisse zur Sicherung des Antifaschistischen Bollwerkes errichteten.Die haben diese Schweinerei mit den Hunden zu Verantworten,nicht der kleine Muschkote.


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#57

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 11.07.2014 07:38
von Pit 59 | 10.156 Beiträge

Zitat von FRITZE im Beitrag #47
He Pit ich staune ! Doch was hängengeblieben ? Immer diese Beeinflussung !



Ja natürlich Fritze bin ich Dir geistig weit unterlegen,deshalb muss ich ja auch öfters mal nachfragen


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#58

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 11.07.2014 19:21
von Rothaut | 400 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #55
Zitat von Rothaut im Beitrag #52
Der KC hat nach diesem tragischen Ereignis ordentlich Ärger bekommen....

Zu Recht?



Kommt darauf an...von welcher Seite man es betrachtet.
Mit der Aussage hatte ER...was die Grenzsicherung betrifft...nicht ganz unrecht.


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#59

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 11.07.2014 23:45
von Rothaut | 400 Beiträge

Ich habe jetzt noch was in den Archiven meines Computer gefunden...
Mein Vater hatte es mir mal geschickt....die "Geschichte" wurde irgendwo schon einmal veröffentlicht.
Das Jahr ...kann ich immer noch nicht benennen.(der letzte Satz im Text macht mich etwas stutzig..1985 wurde der Hund angeschafft und er wurde später noch an der Trasse "Herrnburg" verwendet. Vielleicht also der Winter 85/86?)


Ich muss muss meine Aussage, was den KC betrifft, korrigieren.
Es war der Bat.-Kommandeur.
Der hier genannte "Schoschies" war Gakl.
Der Tews bewohnte..meine ich..das letzte Haus südlich Herrnburg..direkt an der dortigen HULA und dem GSSZ.


Hier ist also die "Geschichte" zu dem Ereignis auf dem Lankower See:



.....in einer Winternacht erzählte Schoschies dem alten Tews den Grenzzwischenfall vom Lankower See. Hinter beiden Männern lag ein böser Tag. Schoschies war aufgewühlt von privatem Kummer, denn seine Frau wollte die Scheidung. Und Tews hatten seinen Hund erschlagen, vielmehr vom Schwiegersohn erschlagen lassen, ihn dabei aber festgehalten. Der Hund war plötzlich verrückt geworden, nervlich kaputt durch die Soldaten, was mit Tews' Gartenzaun zusammenhing. Der Zaun war mit Strauchwerk ausgeflochten, und die Grenzer zogen die Bündel heraus, um auf dem geeggten Kontrollstreifen ihre Spuren zu verwischen. Dann tobte der Hund und bellte sich in Heiserkeit, und die Soldaten schürten seine Weißglut noch, indem sie mit den Bündeln winkten.
In dieser Nacht, der das Niedergehen einer umgedrehten Axt vorausgegangen war und in der Schoschies, der Trost für ein verfehltes Leben suchte, sein Dienstgeheimnis brach, schien auch der "Gasse Tews" das Leben zu entweichen. Den Laufleinenhunden gefror die Atemluft beim Heulen. Es ging bald in ein Wimmern über, und dann verstummte es. Die Kälte wird also vergleichbar gewesen sein mit der auf dem Lankower See, dessen westliches Ufer feindwärts lag. Das Eis trug. Es hätte auch Traktoren getragen an dem Tag, als man die Trasse installierte und auf die schmalste Stelle sieben Hunde brachte.
Es waren wetterfeste Exemplare, die wolligsten und buschigsten zwischen Pötenitz und Boizenburg, unter ihnen, sie alle überragend, ein Kaukase. Er hatte die Größe eines Bären, und seine Farbe wechselte zwischen Kupfer und Messing. Er bewachte die Mitte des Sees, und je nach Einfall des Lichtes sah Schoschies ihn wie ein Feuer unter seinem Drahtseil laufen.
In sonniger Kälte bot die Trasse das Schauspiel scheinbarer Winterfreuden. Die Bahnen der Hunde beschrieben das gewohnte Oval, das langgestreckte zwischen den Stoppern und das kleine um die Hütte. Nur waren sie jetzt spiegelblank. Vom Uferhügel aus oder durch die Luke des Wachturms konnte man sie für die endlose Acht eines Schlittschuhläufers halten. Die Ringe pfiffen, die Drahtseile federten. Und über dem Eis hatten beide Geräusche einen sphärischen Klang. Dazu vollführten die Hunde ihre Rutschpartien. Sie rannten los, wenn sie das Futterauto hörten, vergaßen die Glätte und schossen wie auf Kufen auf den Stopper zu. Danach mußten sie die Schmach eines Sturzes verwinden und gingen auf steifen Beinen zurück.
Dann ließ der Frost nach, und es schneite. Der Schnee dämpfte die Geschäftigkeit der Trasse. Er tarnte die Hütten. Ihre Eingänge schienen in Bunker hinabzuführen. Und von den Böcken, die die Drahtseile spannten, ragte gerade noch, als wären es Überreste eines zurückliegenden Geschehens, die obere Hälfte heraus. Nur der Kaukase in der Mitte wirbelte weiter und pflügte seinen Wachabschnitt. Als der Bataillonschef über das beginnende Tauwetter in Kenntnis gesetzt worden war, trug das Eis noch zwei Wochen. Auf dem See breitete sich ein Nässefilm aus, und längs der Trasse bildeten sich morastige Furchen. Die Hunde legten sich, um das Schmelzwasser von den Pfoten zu lecken; eine unsinnige Verrichtung, wie sie bald merkten, da sie anschließend am ganzen Körper trieften. Ihre Hütten standen in einer Lache, die auf ihr Strohlager überfloß.
Grenzaufklärer Schoschies hatte bei den Hunden eine Unruhe wahrgenommen, die anders war als jene Ruhelosigkeit, mit der sie auf ihre gewöhnliche Fron reagierten. Das sonst eher kopflose, die Verlassenheit betäubende Rotieren war jetzt ein hellwaches, von Furcht getriebenes Aufund-ab-Gehen. Unter der wäßrigen Fläche schien sich ihnen noch eine Tiefe mitzuteilen, die sich bewegte und Töne von sich gab. Auch ihr Aufruhr bei der Ankunft des Futterkommandos wirkte gedrosselt. Schoschies sah sie nur noch ansatzweise Freudensprünge machen, als wüßten sie um die Reizbarkeit des Untergrundes.
Nach der ersten Tauwetterwoche betraten nur die kühnsten und mitleidvollsten Soldaten den See. Das Unglück hätte jetzt noch abgewendet werden können. Doch der Bataillonschef erklärte aus der Entfernung seines Schreibtisches heraus das Eis für stabil. Die Hunde wateten schon mehr, als daß sie liefen. Vor allem den Kaukasen umspülte das Wasser. Der kolossale Hund war der Proband des Bataillonschefs, sein Gefahrenmelder für den Abbau der Trasse. Solange das Eis ihm standhalten würde, so lange wäre es auch als Fluchtweg in Betracht zu ziehen.
Endlich wagte sich auch der allergütigste Soldat nicht mehr hinaus, und die Hunde begriffen, daß ihre Not nur noch Zuschauer hatte. Sie standen auf ihren gefluteten Hütten, als warteten sie auf die Belobigung eines Dompteurs. Zuerst brach das Eis unter dem Kaukasen weg. Er kämpfte einige Schwimmschläge lang. Schoschies sah seinen Kopf noch für Sekunden über Wasser. Nach dem mittleren Trassenstück brachen die angrenzenden Nachbarschaften ein, dann, diese Symmetrie weiter befolgend, die jeweils nächsten. Es schien, daß es dem Riesen aus der Mitte vorbehalten war, alle mit sich hinabzuziehen.
Ein einziger überlebte, vom östlichen Ufer aus gezählt, der erste. Schoschies stand in Blickkontakt mit ihm, als der Sog der etappenweise sinkenden Trasse seine Hütte erfaßte. Er gab ihm Zeichen, abzuspringen, und lief ihm im Wasser entgegen. Es handelte sich um einen gelben Colliemischling, in der Bestandsliste für Laufleinenhunde beim Grenzkommando Nord unter "Alf" geführt, Stammrollen-Nr. A-0441, Wesensziffer II/344; 1985 über den Bezirksscheintäter und Hundebeschaffer Pandosch aus Lüdershagen bei Güstrow an die Trasse verkauft, später angebunden in der "Gasse Tews" bei Herrnburg, nach dem Grenzfall Hofhund in Göhlen bei Ludwigslust, zuletzt Bewacher eines Gasthofes in Strachau bei Dömitz.

Gruß Rothaut


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#60

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 11.07.2014 23:47
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #56
Zitat von rei im Beitrag #49
Zitat von Pit 59 im Beitrag #46
Nun sollten sich ja die Hunde an den Laufanlagen ja auch nicht täglich Vollfressen und dann ein schönes Schläfchen machen bei dem sie Rund und Fett werden.
Ich denke das war nicht im Sinne des Erfinders

Nee,nicht rund und fett,aber vielleicht eine ordentliche Behandlung.
Auch diese Tiere sind Lebewesen,die man achten sollte.
Viele Grenzer haben auch,diese Hunde gefüttert,weil sie das Elend,nicht mit ansehen konnten.
Denke mal nach




Ich muss darüber überhaupt nicht nachdenken,das hätten mal die machen sollen die dafür Verantwortlich waren,nähmlich diejenigen welche immer mehr Hindernisse zur Sicherung des Antifaschistischen Bollwerkes errichteten.Die haben diese Schweinerei mit den Hunden zu Verantworten,nicht der kleine Muschkote.


Aber der Muschkote war es, der an der Basis war, also beim Hund.
Dementsprechend kann und muss man die Befehlskette nach oben abschreiten.
Natürlich nutzt das nichts wenn es in der Mitte der Kette klemmt, oder halt dann oben.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Sinne der Oberbefehlshaber Grenztruppen und des Staates war, die Hunde Elend verrecken zu lassen, denn neue Hunde mussten dann her, die kosteten Geld.
Zum Glück hat bei uns fast jeder alles gegeben.
Wir hatten auch Soldaten bei, die nicht unbedingt viel Interesse hatten, die Interessierten glichen das aber aus und unsere Gruppen und Zugführer gaben ihr bestes.

Ein wenig Zuneigung und Pflege den Hunden gegenüber, kostet dem Staat nichts, für die Hunde war das aber sehr viel.
Jeder der einen Hund hatte oder hat, weis was ich meine.
Dort wo Hunde vernachlässigt wurden, würde ich das prinzipiell erstmal der Hundetruppe anlasten.

Es ist natürlich schwierig etwas zu machen, wenn ein KC meint Hunde müssten stehn und dann eben untergehn.
Ich weis nicht wer am Ende der Befehlskette für die Standorte der Hunde das sagen hatte.
Auf jedenfall hätte ich als Zugführer heftigst protestiert.
Ich denke ich hätte aus Protest abgekohlt, man darf sich nicht alles gefallen lassen.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
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