#21

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 21:48
von UvD815 | 619 Beiträge

Übrigens fand ich kürzlich einen Artikel der Hersfelder Zeitung vom August 1961. Dort berichtete man, dass die sowjetzonale Grenzpolizei in Vacha auf einer Werrainsel einen scharfen " Bluthund " zur Bewachung einsetzte, welcher eine Flucht durch die Werra verhindern sollte....


nach oben springen

#22

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 21:50
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von UvD815 im Beitrag #20
Selbst sind Fälle bekannt, dass Laufanlagen auf zugefrorenen Grenzgewässern waren, die trotz Tauwetter nicht abgebaut wurden. Viele Hunde ertranken qualvoll.

Wann und wo? Ich meine, das ist eine urbane Legende.

P.S. Das erwähnte Abspritzen erfolgte 'kostengünstig'. Und manch ein altgedienter treuer Diensthund fand auch den Gnadenschuß mit Schwarzmunition. Ach mir wird etwas schwer um Herz, wenn ich mich da so erinnere ... Der 'Bataillonsdiensthund' OFä. Fr--- *), sonst ein etwas schelmisch dreinblickender, aber immer fröhlicher und zu harmlosen Scherzen aufgelegter Zeitgenosse, lief in diesen Tagen wie das Leiden Christii persönlich rum.

P.S. (2)
*) bin mir beim Dienstgrad grad nimmer sicher. Könnte sein, zu DDR40 wurde er noch zum StFä befördert.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 09.07.2014 22:04 | nach oben springen

#23

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 21:50
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

Du schreibst von über 250 Hunde.
Wie viele Hunde waren dann an der ganzen Grenze.?
Ist für ein Tierfreund eine schlimme Sache


nach oben springen

#24

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 21:51
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von rei im Beitrag #19
Zitat von Merlini im Beitrag #15
Die Hunde an der Laufanlage im SA1 unterhalb der Gobert waren betreffs Fütterung "Arme Schweine". Die Fütterung waren nicht täglich, die Wassernäpfe standen oftmals so ungünstig, dass sie durch die Hundekette oftmals umgerissen wurden. Die Hütten waren in einem desolaten Zustand. Wir haben im Winter die Hütten mit Reisig und Schnee eingepackt und den Hunden unsere Postenbrote gefüttert. Die meisten Hunde waren unberechenbar. Viele hatte eine Laufseilmacke. Ein Hund (Ben) wurde von manchen Posten von der Laufanlage gelöst und mitgeführt. Das ist meine persönlich Erfahrung von dieser einen Anlage. Es kann wo anders ja viel besser gewesen sein.

Hallo!
Zu den Wachhunden muß ich sagen,sie wurden jeden Tag gefüttert,dafür gab es extra eine Wachhundetruppe.Sie waren auch für die Instandsetzung der Hütten zuständig.Die Wachhunde wurden eigentlich aller 4 Wochen rein geholt und blieben dann zur "Erholung" 14 Tage im Zwinger.Es gab auch Hunde,die konnte man nicht reinholen,weil sie viel zu bissig waren.
Gruß Rei


Bei uns an der einen Hundetrasse,war mal gerade einer mit bei,der scharf war. Den haben sie zu Erholung mit samt Hundehütte mit rein genommen.
Das war ein Schauspiel,das vom BT aus mit anzusehen.


nach oben springen

#25

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 21:54
von UvD815 | 619 Beiträge

Hallo 94,

ich habe noch das Buch " Ausgegrenzt - der Fall der DDR Grenztruppen " von 1991

Da schildert ein Offizier aus dem GKN das Schicksal der Hunde, gerade auch im Elbbereich, welche qualvoll starben, weil die Verantwortlichen bei Tauwetter die Hunde nicht von der Trasse nahmen

U.a. auch ist im Buch eine Darstellung ( sachlich ) vom ehemaligen Regimenter GR 1- Oberst Rodewald


zuletzt bearbeitet 09.07.2014 21:57 | nach oben springen

#26

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 21:55
von FRITZE (gelöscht)
avatar

Zitat von 94 im Beitrag #22
Zitat von UvD815 im Beitrag #20
Selbst sind Fälle bekannt, dass Laufanlagen auf zugefrorenen Grenzgewässern waren, die trotz Tauwetter nicht abgebaut wurden. Viele Hunde ertranken qualvoll.

Wann und wo? Ich meine, das ist eine urbane Legende.



Das denke ich auch .Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen ! Bei uns wurden die sogar bei Kälte unter -15° hereingeholt und in den Zwingern und auch in der KFZ Halle untergebracht .Und die Posten mit Hund brauchten bei Kälte oder Hitze nur sechs Stunden draussen bleiben .


nach oben springen

#27

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 21:57
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Zitat von UvD815 im Beitrag #21
Übrigens fand ich kürzlich einen Artikel der Hersfelder Zeitung vom August 1961. Dort berichtete man, dass die sowjetzonale Grenzpolizei in Vacha auf einer Werrainsel einen scharfen " Bluthund " zur Bewachung einsetzte, welcher eine Flucht durch die Werra verhindern sollte....


Ja gab es bestimmt, die Frage ist nur wann.

Zitat
Spuk an der Werra
Zur Gemarkung Oberzella gehörte einst auch der Ortsteil Sachsenheim an der Werrabrücke. Dort befand sich das Siechenhaus, in welchem im MIttelalter viele Pestkranke ihre letzten Tage verbrachten.
Der Sage nach lauerte dort einst der Siechenhund nächtlichen Wanderern auf. Das Spukwesen soll die Größe eines Kalbes gehabt haben. Es hatte feurige Telleraugen und sprang Vorübergehenden auf den Rücken, biss sich fest und ließ sich dann über die Brücke tragen.



Quelle: http://www.rhoen.info/lexikon/orte/Oberzella_10960087.html


LO-Wahnsinn und 94 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#28

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 21:59
von FRITZE (gelöscht)
avatar

Nicht schlecht Mike !


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#29

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 22:06
von UvD815 | 619 Beiträge

das wäre das richtige Bild für die Hersfelder Zeitung 1961... man hätte bestimmt den Bluthund noch einen GT Mütze mit Sowjetstern aufgesetzt...


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#30

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 22:08
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von UvD815 im Beitrag #20
In vielen Grenzabschnitten , welche auch Hochwasser gefährdet waren, war es manchmal unmöglich die Laufanlagen zu erreichen, wenn nicht gerade im Vorfeld die Hunde aus den Anlagen geholt wurden.

Selbst sind Fälle bekannt, dass Laufanlagen auf zugefrorenen Grenzgewässern waren, die trotz Tauwetter nicht abgebaut wurden. Viele Hunde ertranken qualvoll.

Gerade im Sommer kam es schon vor, dass die Hunde den Wassernapf durch die Kette umwarfen und bei großer Hitze 24 h ohne Wasser waren.

Die ehem. Hundestaffel vom GB Herda hatte im Mai 1990 noch ca. 285 Diensthunde. Diese Hunde wurden zwar in der Öffentlichkeit angeboten, ein Großteil war jedoch in einen so schlechten Zustand, dass der Tierarzt täglich zum Abspritzen kam.

Für viele Tierfreunde, auch unter den Grenzern ein schmerzliches Kapitel der Grenztruppen



Eine Frage: Gab es DH -Führer,die sich Gedanken gemacht haben,was passiert mit den Hunden,wenn man nicht mehr da ist????
Als wir Hundeführer,am Entlassungstag,in Zivil,nochmal zu den Hunden gingen um uns zu verabschieden,erfolgte ein Hundegeheul,als wenn sie gewußt haben,das sie nun wieder allein sind und ihren Freund verlieren.Auch uns liefen die Tränen.
Heute wenn ich Bilder anschaue,werde ich auch noch traurig.
Gruß Rei


nach oben springen

#31

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 22:11
von UvD815 | 619 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #22
Zitat von UvD815 im Beitrag #20
Selbst sind Fälle bekannt, dass Laufanlagen auf zugefrorenen Grenzgewässern waren, die trotz Tauwetter nicht abgebaut wurden. Viele Hunde ertranken qualvoll.

Wann und wo? Ich meine, das ist eine urbane Legende.

P.S. Das erwähnte Abspritzen erfolgte 'kostengünstig'. Und manch ein altgedienter treuer Diensthund fand auch den Gnadenschuß mit Schwarzmunition. Ach mir wird etwas schwer um Herz, wenn ich mich da so erinnere ... Der 'Bataillonsdiensthund' OFä. Fr--- *), sonst ein etwas schelmisch dreinblickender, aber immer fröhlicher und zu harmlosen Scherzen aufgelegter Zeitgenosse, lief in diesen Tagen wie das Leiden Christii persönlich rum.

P.S. (2)
*) bin mir beim Dienstgrad grad nimmer sicher. Könnte sein, zu DDR40 wurde er noch zum StFä befördert.



Ja, der Jürgen F. war zum Schluss Stfä. Es war eine schlimme Zeit für die Staffel, als die Hunde " entsorgt " werden sollten...

War ein guter Staffelleiter. Es gab jedoch immer einen Gegenspieler in Schnelli , Stfä Zel. der auch für General der GT Hunde züchtete, gute Schäferhunde und Kaukasen. Er durfte bis 1989 auch noch seinen P 3 behalten.

Die Staffel Schnellmannshausen hob sich daher immer etwas ab


nach oben springen

#32

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 22:13
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von UvD815 im Beitrag #21
Übrigens fand ich kürzlich einen Artikel der Hersfelder Zeitung vom August 1961. Dort berichtete man, dass die sowjetzonale Grenzpolizei in Vacha auf einer Werrainsel einen scharfen " Bluthund " zur Bewachung einsetzte, welcher eine Flucht durch die Werra verhindern sollte....




Einen "Bluthund" hatten wir auch,das war eine alte Dogge,ohne Zähne.Sie war gegenüber am Reichstag in einer Laufanlage.
Rei


nach oben springen

#33

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 22:13
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Zitat von rei im Beitrag #30
Zitat von UvD815 im Beitrag #20
In vielen Grenzabschnitten , welche auch Hochwasser gefährdet waren, war es manchmal unmöglich die Laufanlagen zu erreichen, wenn nicht gerade im Vorfeld die Hunde aus den Anlagen geholt wurden.

Selbst sind Fälle bekannt, dass Laufanlagen auf zugefrorenen Grenzgewässern waren, die trotz Tauwetter nicht abgebaut wurden. Viele Hunde ertranken qualvoll.

Gerade im Sommer kam es schon vor, dass die Hunde den Wassernapf durch die Kette umwarfen und bei großer Hitze 24 h ohne Wasser waren.

Die ehem. Hundestaffel vom GB Herda hatte im Mai 1990 noch ca. 285 Diensthunde. Diese Hunde wurden zwar in der Öffentlichkeit angeboten, ein Großteil war jedoch in einen so schlechten Zustand, dass der Tierarzt täglich zum Abspritzen kam.

Für viele Tierfreunde, auch unter den Grenzern ein schmerzliches Kapitel der Grenztruppen



Eine Frage: Gab es DH -Führer,die sich Gedanken gemacht haben,was passiert mit den Hunden,wenn man nicht mehr da ist????
Als wir Hundeführer,am Entlassungstag,in Zivil,nochmal zu den Hunden gingen um uns zu verabschieden,erfolgte ein Hundegeheul,als wenn sie gewußt haben,das sie nun wieder allein sind und ihren Freund verlieren.Auch uns liefen die Tränen.
Heute wenn ich Bilder anschaue,werde ich auch noch traurig.
Gruß Rei


Na dann, hier mal was zum lesen:
Trassenhunde (5)
Auf den Hund gekommen
Hunde an der Grenze
Diensthunde an der Mauer
Hunde an der Grenze - alle!!
Da wirst du sicher fündig.


nach oben springen

#34

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 22:22
von UvD815 | 619 Beiträge

Einer der letzten Grenzhunde - mein Hund " Dino vom Hög " auf Posten an einer Beo Stelle ... 2014

Angefügte Bilder:
SAM_0059.JPG

MHL-er hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#35

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 09.07.2014 23:08
von manifest 20 | 314 Beiträge

1990 wurde er von einen Holländer erworben

Da hat er aber Schwein gehabt !!
Die Bellos haben ja auch gut von der Postenverpf. gelebt. Ich habe immer mit den Vierbeingrenzern geteilt.
gruss andreas


nach oben springen

#36

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 14:10
von Heckenhaus | 5.110 Beiträge

Zitat von rei im Beitrag #19

Hallo!
Zu den Wachhunden muß ich sagen,sie wurden jeden Tag gefüttert,dafür gab es extra eine Wachhundetruppe.Sie waren auch für die Instandsetzung der Hütten zuständig.Die Wachhunde wurden eigentlich aller 4 Wochen rein geholt und blieben dann zur "Erholung" 14 Tage im Zwinger.Es gab auch Hunde,die konnte man nicht reinholen,weil sie viel zu bissig waren.
Gruß Rei

Da haben eure Hunde fürstlich gelebt. Bei uns in Juchhöh hatten nur die 6 Zwingerbewohner, sprich die Diensthunde das "Privileg",
6 x wöchentlich Nahrung zu bekommen (1 Hungertag), die 3 Laufseilhunde bekamen manchmal 3 Tage nichts, weil die Kompanieführung nicht in der
Lage oder nicht Willens war, ein Fahrzeug, und sei es ein Motorrad, zu stellen, um das Futter hinzubringen.
"Reingeholt" wurden sie alle 8-12 Wochen zur tierärztlichen Schau, oft in erbärmlichem Zustand, Hals wundgescheuert, dürr, völlig wild.
Einem mußte regelmäßig die Luft genommen werden, um mit größter Vorsicht dann den Beißkorb anzulegen.
Im Normalzustand gebärdete sich dieses Tier wie ein tollwütiger Wolf, sah auch farblich so aus .
Kurz, es war ein Graus, wie mit den Tieren umgegangen wurde, völlig gleichgültig und verantwortungslos. Kein Wunder, wenn solche Bestien daraus wurden.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
nach oben springen

#37

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 16:04
von UvD815 | 619 Beiträge

Es gab auch Fälle, dass Bewohner der Grenzorte ihre Hunde ( meist Schäferhunde oder Rottweiler ) an die GT abgaben, wenn es Probleme gab und die Hunde zu aggressiv wurden.

Ein ehem. Grenzer der GK Großensee gab an, als er 1970 GAK wurde, bekam er einen DSH aus Dankmarshausen. Sein Herrchen wurde über Nacht flüchtig, die alte Mutter konnte sich nicht mehr um den Hund kümmern. Er war gut ausgebildet und von der Zeichnung u Körperbau 1 A.

Der damalige Staffelleiter in Großensee war der Martin Fried. Nicht selten schaute man sich auch in den Dörfern mal um, wenn eine DSH Hündin Welpen bekam


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#38

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 20:18
von zweedi04 | 373 Beiträge

Im 1.GB / GR8 war es so, dass die Hunde täglich außer Sonnabends gefüttert wurden und Frischwasser bekamen. Der Sonnabend nannte sich „Stehtag“, warum auch immer?

Wir Gakl. bekamen 1x in der Woche eine Fleischlieferung für unsere Hunde. Diese bestand aus Rindfleisch mit Knochen, Innereien wie Pansen und ab und an auch mal Pferdefleisch. Pro Hund und Tag gab es je nach Gewicht des Hundes 1 – 1,2 Kg Fleisch. Weiterhin hatten wir Pellets als Trockenfutter und zum Ende meiner Dienstzeit auch Trockenfutter namens „Bello“. Die Pellets mochte mein Hund absolut nicht. Nur wenn aus dem Fleisch, dem Gemüse (meistens Möhren) eine Brühe gekocht wurde und diese unter die Pellets gemischt wurde, hat er das Zeug gefressen. Im Sommer wurde am 1. Tag nach Lieferung roh gefüttert und bei hohen Temperaturen wurde das Fleisch zur Haltbarmachung von uns im Räucherofen in der Futterküche geräuchert und dann so oder gekocht verfüttert. Später bekamen wir Natriummetabisulfit (Na2S2O5) was aufgelöst wurde und dann das Fleisch in die Lake eingelegt. Die chemische Konservierung war effektiver als das Räuchern.
Es gab auch Fertigfutter. Dieses war Reservefutter für den Ernstfall und wurde in gewissen Zeitabständen (MHD) ausgetauscht und somit an die Hunde verfüttert. Zu meiner Zeit (1977 – 1983) gab es Laika und Goldy als Nassfutter. Beides wurde im VEB Futtermischwerk, Wünschendorf hergestellt.

Zum umgestoßenen Wassernapf kann ich sagen, dass die Futter- und Wassernäpfe bei unseren Trassenhunden in ein Gestell gesetzt wurden das mit 3 Beinen tief in die Erde gesteckt wurde. So wurden die Näpfe nicht von der Kette umgeschmissen.

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen.


Lebenskunst ist - "Im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen"
LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#39

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 21:18
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #36
Zitat von rei im Beitrag #19

Hallo!
Zu den Wachhunden muß ich sagen,sie wurden jeden Tag gefüttert,dafür gab es extra eine Wachhundetruppe.Sie waren auch für die Instandsetzung der Hütten zuständig.Die Wachhunde wurden eigentlich aller 4 Wochen rein geholt und blieben dann zur "Erholung" 14 Tage im Zwinger.Es gab auch Hunde,die konnte man nicht reinholen,weil sie viel zu bissig waren.
Gruß Rei

Da haben eure Hunde fürstlich gelebt. Bei uns in Juchhöh hatten nur die 6 Zwingerbewohner, sprich die Diensthunde das "Privileg",
6 x wöchentlich Nahrung zu bekommen (1 Hungertag), die 3 Laufseilhunde bekamen manchmal 3 Tage nichts, weil die Kompanieführung nicht in der
Lage oder nicht Willens war, ein Fahrzeug, und sei es ein Motorrad, zu stellen, um das Futter hinzubringen.
"Reingeholt" wurden sie alle 8-12 Wochen zur tierärztlichen Schau, oft in erbärmlichem Zustand, Hals wundgescheuert, dürr, völlig wild.
Einem mußte regelmäßig die Luft genommen werden, um mit größter Vorsicht dann den Beißkorb anzulegen.
Im Normalzustand gebärdete sich dieses Tier wie ein tollwütiger Wolf, sah auch farblich so aus .
Kurz, es war ein Graus, wie mit den Tieren umgegangen wurde, völlig gleichgültig und verantwortungslos. Kein Wunder, wenn solche Bestien daraus wurden.


Das ist aber nicht den GT als Ganzes anzulasten, zumindest zu meiner Zeit nicht, hier waren die örtlichen Vorgesetzten, oder das Regiment, oder das Bataillion hochgradig schlampig, liessen ihre Kontrollfunktion vernachlässigen.
Ehrlich gesagt, sollte man dann solche Leute noch heute wegen Tierschutzgesetz anzeigen können.

Bei uns gabs das garnicht, ich schrieb es ja schon hier und da, in der Beziehung ist mein Gewissen völlig rein, wir taten für die Hunde was uns im Rahmen unserer Möglichkeiten möglich war.
Wir mussten auch viel zu Fuss laufen wegen dem Gelände.
Ich versuchte mit dem LO so nahe ran zu kommen wie es ging um den Soldaten die Arbeit zu erleichtern, dann gings zu Fuss weiter, Steilhänge hoch und runter, Futterkannen von 2 Mann getragen oder über Hänge gezerrt usw.
Wir hatten ca. 20-30 Hunde in unwegsamen Gebiet, meist 2-3 Hunde zusammen an einer Stelle.
Im Winter wurde mitunter auf allen vieren die Hänge rauf und runter gekrabbelt, geht nicht gabs nicht, jeder Hund bekam täglich Futter und Wasser, im Sommer zweimal Wasser, meist abends nochmal aufgefüllt.

Unsere Hunde kamen alle 3 Monate zum TÜV, dass war natürlich für Mensch und Tier extremer Stress.
Gefährlich bei den ganz scharfen Hunden, aber Eddy mein Co Fahrer war da schmerzfrei, kein Hund war ihm zu gefährlich, er packte alle und verpasste ihnen einen Beisskorb.

Die Hunde wurden bei den täglichen Fütterungen geprüft.
Das heisst, hatte ein Hund gesundheitliche Probleme, wurde er entweder noch am gleichen Tag ausgetauscht, spätestens am nächsten.
Auch abgemagerte wurden so getauscht und in der Kompanie mit gutem Futter, Pflege und Fürsorge sowie Streicheleinheiten aufgepäppelt.
Das Futter war zu Nährstoffarm und zu einseitig, viele Hunde magerten deshalb ab.
Dazu kam, dass einige Hunde offenbar auch eine Art Depressionen hatten, geschuldet wohl dem Leben alleine im Gatter.
Die Seilhunde hatten da weniger Probleme, die hatten dafür manchmal Verletzungen wegen der Leine, dem Halsband oder wenn sie sich verheddert hatten, was nicht gänzlich vermeidbar war, trotz dem Versuch die Anlagen sicher zu gestalten.

Futternäpfe umstossen versuchten wir auszuschalten, indem die Näpfe so gestellt wurden, dass die Leine nicht heran reichte sondern nur der Hund.
Die Näpfe in den Laufanlagen wurden von uns mit Draht befestigt, somit war umstossen oder rumtragen nicht möglich.
Im Winter war die Wasserversorgung ein Problem weil das Wasser schnell gefror.

Die Hütten wurden generell so gestellt, das der Eingang so stand, dass Wind und Regen nicht direkt angreifen können.
Die Dächer wurden bei aktiven Hunden festgenagelt, alle Dächer hatten Dachpappe drauf.
Im Winter kam Stroh in die Hütten.
Es gab auch Nachschlag bei uns.
Jeder war angewiesen den Napf zu füllen und den Hund zu beobachten.
Frass er viel und schnell, wurde nachgereicht bis das Interesse nachliess, beim Wasser das gleiche in grün.

Wie man also sieht und hier im thread auch schon nahclesne konnte, man konnte schon etwas tun um den armen Tieren ihr Schicksal ein wenig angenehmer zu machen, man musste nur WOLLEN.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
zweedi04 und hundemuchtel 88 0,5 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#40

RE: Futter für die Hunde????Wo kam es her??

in Grenztruppen der DDR 10.07.2014 21:29
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Zitat von UvD815 im Beitrag #37
Es gab auch Fälle, dass Bewohner der Grenzorte ihre Hunde ( meist Schäferhunde oder Rottweiler ) an die GT abgaben, wenn es Probleme gab und die Hunde zu aggressiv wurden.

Ein ehem. Grenzer der GK Großensee gab an, als er 1970 GAK wurde, bekam er einen DSH aus Dankmarshausen. Sein Herrchen wurde über Nacht flüchtig, die alte Mutter konnte sich nicht mehr um den Hund kümmern. Er war gut ausgebildet und von der Zeichnung u Körperbau 1 A.

Der damalige Staffelleiter in Großensee war der Martin Fried. Nicht selten schaute man sich auch in den Dörfern mal um, wenn eine DSH Hündin Welpen bekam


Kann ich so bestätigen.
Da selber Züchten offiziell nicht erlaubt war, wurden die Grenzhunde aus der Region aufgesammelt, auch Schutzhunde für die Gakls wurden so gesucht.
Hin und wieder gabs aber doch einen Wurf Welpen, gerade an den TÜV Tagen gings hinten auf meinem LO zu wie im Bordell.
Es waren etwa 15-20 Hunde hinten drauf, immer Mann-Frau-Mann usw., damit sich nicht Mann und Mann oder Frau und Frau beissen.
Das war natürlich die Gelegenheit für die Rüden wenn sie nicht ausreichend befestigt waren.
Wir waren aber das Töten irgendwann leid und haben die Hunde behalten, zumindest die kräftigen gesunden Welpen.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
nach oben springen



Besucher
27 Mitglieder und 68 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: rtde
Besucherzähler
Heute waren 2881 Gäste und 172 Mitglieder, gestern 3912 Gäste und 213 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14352 Themen und 556880 Beiträge.

Heute waren 172 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen