#1

4.Juli 1989

in DDR Zeiten 04.07.2014 02:50
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Hallo,

eine führerlose sowjetische MiG überfliegt die DDR, die BRD, die Niederlande und stürzt in Belgien auf ein Haus.
Der Pilot hatte bereits über Polen das Flugzeug mit dem Schleudersitz verlassen.
Wer kann sich daran erinnern und kann berichten?
Wurde damals in der DDR-Presse darüber berichtet?
Wurdet ihr am Kanten darüber informiert?

MFG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
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#2

RE: 4.Juli 1989

in DDR Zeiten 04.07.2014 07:09
von josy95 | 4.915 Beiträge

Nie was von gehört, gelesen...

Klingt schon mysteriös.

Gibt es im Internet dazu keine informativen Quelle?

Woher hast Du dieses Info? Eigenes Erleben, eigene Erinnerung?

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#3

RE: 4.Juli 1989

in DDR Zeiten 04.07.2014 07:19
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Da kann ich mich erinnern , kam damals in der Tagesschau. Bilder von der Absturzstelle gab es auch zu sehen.
Der Ball wurde von den West- und Ost Medien erstaunlich flach gehalten.
In der Startphase stieg der russische Pilot per Schleudersitz aus , da man annahm das der Jet abstürzen würde.
Der flog aber noch 2000 km bis der Sprit ausging.
War eine MIG 23 .Irgendwie ging da einiges in der westlichen Luftüberwachung schief. Die konnten froh sein ,daß da nicht noch mehr sowjetische MIGs mit Piloten am Steuerknüppel gekommen sind.


zuletzt bearbeitet 04.07.2014 07:29 | nach oben springen

#4

RE: 4.Juli 1989

in DDR Zeiten 04.07.2014 07:30
von bendix | 2.642 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #2
Nie was von gehört, gelesen...

Klingt schon mysteriös.

Gibt es im Internet dazu keine informativen Quelle?

Woher hast Du dieses Info? Eigenes Erleben, eigene Erinnerung?

josy95

Hab auf die schnelle das hier gefunden :
http://www.mil-airfields.de/blog/091027-...-polen-1989.htm
Edit: das hier noch...http://malignantreality.com/images-extre...belgium-(1989)/
Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
josy95 und CAT haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.07.2014 07:37 | nach oben springen

#5

RE: 4.Juli 1989

in DDR Zeiten 04.07.2014 09:03
von küche69 | 428 Beiträge

Hallo zusammen, hab davon nie etwas gehört, wurde sicherlich totgeschwiegen.

Grüsse von Küche69


----------------------

'Wer nicht mit beiden Augen sieht, wird nie die ganze Wahrheit sehen!'



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#6

RE: 4.Juli 1989

in DDR Zeiten 04.07.2014 13:14
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #2
Nie was von gehört, gelesen...

Klingt schon mysteriös.

Gibt es im Internet dazu keine informativen Quelle?

Woher hast Du dieses Info? Eigenes Erleben, eigene Erinnerung?

josy95


@josy95

die Info stand heute bei uns in den "Mittelschwäbischen Nachrichten" unter der Rubrik Jahreszahlen.

MFG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
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#7

RE: 4.Juli 1989

in DDR Zeiten 04.07.2014 13:19
von Harzwanderer | 2.933 Beiträge

Ein junger Belgier ist damals in seinem Haus von den Trümmern der Mig erschlagen worden.




Batrachos, josy95, LO-Wahnsinn und CAT haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.07.2014 13:30 | nach oben springen

#8

RE: 4.Juli 1989

in DDR Zeiten 04.07.2014 14:54
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von küche69 im Beitrag #5
Hallo zusammen, hab davon nie etwas gehört, wurde sicherlich totgeschwiegen.
Verblüfende Logik. Vielleicht lags auch einfach nur daran, dass Du zur damaligen Zeit das Zentralorgan nicht einem tiefgründigem Studium unterzogen hast, hä?
Hier mal die Anrisse der entsprechenden Artikel ...

05.07.1989 ... Zu Zwischenfall mit einer MiG 23
Moskau/Brüssel (ADN). Das sowjetische Verteidigungsministerium hat am Dienstag mitgeteilt, daß der sowjetische Pilot einer MiG 23 bei einem Übungsflug über dem Territorium der Volksrepublik Polen ...

06.07.1989 ... Kommission untersucht Zwischenfall mit MiG 23
Moskau (ADN). Der Zwischenfall mit einer sowjetischen MiG 23M, die am Dienstag nach einem ungesteuerten Flug über Belgien abstürzte, wurde vermutlich durch einen Triebwerksschaden verursacht. Das teilte ...

07.07.1989 ... Pressekonferenz in Moskau zum Zwischenfall mit MiG 23
Moskau (ADN). Der 1. Stellvertreter des Oberkommandierenden der UdSSR-Luftstreitkräfte, Generalleutnant Jewgeni Schaposchnikow, hat am Donnerstag in Moskau vor der Presse erklärt, daß das Kommando der ...

14.07.1989 ... Experten der UdSSR untersuchen Absturz der MiG 23 in Belgien
Brüssel (ADN). Eine Expertengruppe aus der UdSSR hat in dieser Woche in Belgien damit begonnen, die Ursachen für den Absturz einer sowjetischen MiG 23 in der Nähe des westlbelgischen Ortes Kortrijk ...

Quelle: nd-archiv.de


Ansonsten habe ich mal den Namen des knapp 19jährigen Studenten Wim Delaere durch einige Findmaschinen laufen lassen, hier noch einge weitergehende Infos, 'leider' kaum in Deutsch, na egal ...

http://www.nytimes.com/1989/07/05/world/...e-crashing.html
http://www.16va.be/Slobberin%20Wolfhound...0Wolfhounds.htm
http://nl.wikipedia.org/wiki/Vliegtuigongeluk_bij_Kortrijk
http://www.perunica.ru/vsako/4955-bespil...a-istoriya.html

Interessant dabei fand ich zwei Dinge. Zum einem die gegenüber den Datenblättern extrem verkürzte Reichweite, geschuldet dem abgesprengten Kabinendach? Die beteiligten Luftüberwacher gingen von einem Absturz in der Nordsee aus. So unterblieb die Warnung der Zivilbevölkerung und den Studenten der Informatik im 2. Semester erwischte es im Schlaf. Und zweites die Ursache des Notausstiegs des Oberst Skuridin, durch Salzluft vermuchtete Teile. Nun, die alte Garnisionsstadt Kolberg liegt nun mal in Pommern, welches sich enthymologisch von (slaw.) 'Po Morije', also (deut.) 'Am Meer' herleitet. Na und Meer und Salzluft ... auf jeden Fall war die Elektrik aller MiG-23 auf diesem Stützpunkt vermuchtet ... ergibt sich die Frage: Wartungsschlamperei ?
Immerhin zahlte die Sowjetunion knapp 700.000 $ an die Familie des Studenten.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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zuletzt bearbeitet 04.07.2014 15:00 | nach oben springen

#9

RE: 4.Juli 1989

in DDR Zeiten 04.07.2014 15:02
von Harzwanderer | 2.933 Beiträge

Zitat
Die beteiligten Luftüberwacher gingen von einem Absturz in der Nordsee aus. So unterblieb die Warnung der Zivilbevölkerung


Westliche (US-) Düsenjäger begleiteten die Mig bis zuletzt in enger Formation. Es war klar, dass die leer flog.
Man konnte niemanden warnen, weil einfach irgendwann der Sprit alle war.

Hier ist deren Original-Funkverkehr:
http://www.youtube.com/watch?v=vl_zgsMV218


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zuletzt bearbeitet 04.07.2014 15:04 | nach oben springen

#10

RE: 4.Juli 1989

in DDR Zeiten 04.07.2014 21:28
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

Also kontrollierter Flug, wohl aber verrechnet.

Bleibt für mich die Frage, warum stieg der Pilot so zeitig aus?
Sollte sich die Maschine wieder gefangen haben und dann alleine weiter?
Erscheint mir wenig wahrscheinlich, ein Pilot steigt doch in der Regel nur aus wenn wirklich Ende im Gelände ist.
Wenn die Maschine versagt, steigt ein Pilot doch eigentlich nicht sofort aus, zumindest dann wenn ihm Zeit bleibt etwas zu richten, sei es nur der kontrollierte Absturz.
Immerhin ein Oberst, also kein Greenhorn.

Meine Vermutung geht eher dahin, dass der Ausstieg nicht beabsichtigt war, vielleicht lag der technische Fehler im Sitzsystem.
Ich hab nun die Berichte dazu nicht gelesen.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#11

RE: 4.Juli 1989

in DDR Zeiten 06.07.2014 11:36
von Harzwanderer | 2.933 Beiträge

Zitat
Also kontrollierter Flug, wohl aber verrechnet.



Was soll denn an einem herrenlosen Flugzeug ohne Pilot "kontrolliert" sein? Das Teil ist einfach frei in der Gegend rumgeflogen, bis der Sprit alle war.
Wenn der schwere Schleudersitz mit Pilot draußen ist, verändert das natürlich das Gleichgewicht im Flugzeug und es nimmt etwas die Nase hoch. In diesem Fall hat es gereicht, die Mig so lange in der Luft zu halten. Der Pilot hatte beim Start gedacht, sein Triebwerk fällt aus und war deswegen ausgestiegen. Das Flugzeug flog aber noch per Autopilot westwärts.

Zitat
The incident started as a routine training flight. Colonel Nikolai Skuridin, the pilot, departed from the Soviet Bagicz Airbase near Kołobrzeg, Poland. During takeoff, the afterburner failed and the engine began losing power. At an altitude of 150 meters and descending, the pilot assumed he had a complete engine failure and ejected without incident. The engine had not failed completely, and the aircraft remained airborne, flying on autopilot in a westerly direction.


http://en.wikipedia.org/wiki/1989_Belgian_MiG-23_crash


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zuletzt bearbeitet 06.07.2014 11:42 | nach oben springen

#12

RE: 4.Juli 1989

in DDR Zeiten 06.07.2014 12:58
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #3

War eine MIG 23 .Irgendwie ging da einiges in der westlichen Luftüberwachung schief. Die konnten froh sein ,daß da nicht noch mehr sowjetische MIGs mit Piloten am Steuerknüppel gekommen sind.


Nun ja - das war die Revanche der Soffjets für Matthias Rust 1987


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#13

RE: 4.Juli 1989

in DDR Zeiten 06.07.2014 22:59
von Harzwanderer | 2.933 Beiträge

Was sollte das schief gegangen sein? Die NATO hat sie "abgefangen" und begleitet. Möglicherweise hatte sie den Flug sogar schon vom Start an mitgekriegt. Abschießen wäre riskanter gewesen, als auf einen Absturz in der Nordsee u.ä. zu hoffen. Auch die Franzosen waren schon in Alarmbereitschaft, falls die noch in ihre Richtung gekommen wäre.


zuletzt bearbeitet 06.07.2014 23:17 | nach oben springen



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