#61

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 07:15
von ABV | 4.202 Beiträge

Ich kann mich an den Film " Nikolaikirche" erinnern. In dem die Ereignisse 1988/89 in Leipzig geschildert werden. Dort gab es eine Szene, in der die Mitglieder einer Umweltgruppe Einberufungsbefehle zu weit auseinanderliegenden Standorten erhielten. Um die Gruppe auseinander zu reißen.
"Politisch unzuverlässige" wurden ganz sicher von bestimmten Funktionen ferngehalten. Aber den Wehrdienst mussten sie trotzdem ableisten. Möglicherweise wurde die Zeit des Wehrdienstes sogar mißbraucht, um solche Leute gezielt zu "disziplinieren".

Gruß Uwe


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#62

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 12:10
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Spatensoldaten waren Personen, die nicht mit der Waffe dienen wollten
Totalverweigerer waren Personen, die nicht dienen wollten.
Die Mitglieder beider Gruppen waren gute wertvolle Menschen! Sie waren weder Schaben noch Verbrecher.
Thomas


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#63

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 13:08
von ABV | 4.202 Beiträge

[quote=thomas 48|p366080]Spatensoldaten waren Personen, die nicht mit der Waffe dienen wollten
Totalverweigerer waren Personen, die nicht dienen wollten.
Die Mitglieder beider Gruppen waren gute wertvolle Menschen! Sie waren weder Schaben noch Verbrecher.
Thomas[
/quote]

Ich denke mal, dass niemand etwas anderes behauptet hat.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


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#64

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 13:23
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #63
[quote=thomas 48|p366080]Spatensoldaten waren Personen, die nicht mit der Waffe dienen wollten
Totalverweigerer waren Personen, die nicht dienen wollten.
Die Mitglieder beider Gruppen waren gute wertvolle Menschen! Sie waren weder Schaben noch Verbrecher.
Thomas[
/quote]

Ich denke mal, dass niemand etwas anderes behauptet hat.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe



die Vernehmungen in der Untersuchungshaftanstalt haben mir gereicht,
den Weltfrieden habe ich gefährdet
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#65

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 13:27
von ABV | 4.202 Beiträge

@Lutze Sei doch bitte so gut, und schreibe in zusammenhängenden Sätzen. Und werfe nicht immer ein paar Brocken in den Raum. Ich weiß zum Beispiel nicht, was jetzt das eine mit dem anderen zu tun hat. Anderen Usern geht es wahrscheinlich nicht anders.

Gruß Uwe


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#66

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 13:53
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #65
@Lutze Sei doch bitte so gut, und schreibe in zusammenhängenden Sätzen. Und werfe nicht immer ein paar Brocken in den Raum. Ich weiß zum Beispiel nicht, was jetzt das eine mit dem anderen zu tun hat. Anderen Usern geht es wahrscheinlich nicht anders.

Gruß Uwe


eine Nummer war man auf einmal,
entschuldige,@ABV,wenn ich nicht mehr darüber sprechen möchte
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
zuletzt bearbeitet 29.06.2014 13:56 | nach oben springen

#67

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 14:11
von FRITZE (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #66
Zitat von ABV im Beitrag #65
@Lutze Sei doch bitte so gut, und schreibe in zusammenhängenden Sätzen. Und werfe nicht immer ein paar Brocken in den Raum. Ich weiß zum Beispiel nicht, was jetzt das eine mit dem anderen zu tun hat. Anderen Usern geht es wahrscheinlich nicht anders.

Gruß Uwe


eine Nummer war man auf einmal,
entschuldige,@ABV,wenn ich nicht mehr darüber sprechen möchte
Lutze


@Lutze ,dann wirf doch nicht immer diese kryptischen Beschuldigungen ein ! Andere Opfer haben auch über ihre Erlebnisse geschrieben ,z. B.Anja _Andrea als Ameisenferdinand .Oder Dein Freund Turtle !
Das waren sehr interessante Beiträge ,welche zum Nachdenken angeregt haben . Und auch auch Fragen wurden nachträglich beantwortet !
Aber immer nur Brocken der Andeutung hinschmeissen ?

Schönen Sonntag noch ! Bin raus ,solange es nicht regnet !

Fritze


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#68

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 14:18
von ABV | 4.202 Beiträge

Noch eine kurze Ergänzung:
@Lutze
Ein Forum lebt nun einmal von den Erzählungen der User. Nun ist es aber so, dass man nicht über jedes Thema schreiben kann bzw schreiben möchte. Weil es einen emotional zu sehr aufwühlt. Dafür hat jeder Verständnis, zumal hier kein Schreibzwang besteht. Manchmal ist es besser zu diesem oder jenem Thema nichts zu schreiben, als die User mit Andeutungen zu verwirren. Zumal, wenn diese mit dem eigentlichen Thema überhaupt nichts zu tun haben.
Fasse es bitte nicht als Kritik oder Meckern, sondern als freundschaftlichen Hinweis auf.

Viele Grüße aus dem Oderbruch
Uwe


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#69

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 14:34
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #61
Ich kann mich an den Film " Nikolaikirche" erinnern. In dem die Ereignisse 1988/89 in Leipzig geschildert werden. Dort gab es eine Szene, in der die Mitglieder einer Umweltgruppe Einberufungsbefehle zu weit auseinanderliegenden Standorten erhielten. Um die Gruppe auseinander zu reißen.
"Politisch unzuverlässige" wurden ganz sicher von bestimmten Funktionen ferngehalten. Aber den Wehrdienst mussten sie trotzdem ableisten. Möglicherweise wurde die Zeit des Wehrdienstes sogar mißbraucht, um solche Leute gezielt zu "disziplinieren".

Gruß Uwe



Tja Uwe....
und da faellt mir eben wieder "meine "ABK 27 oder eine 27.ABK ein.

Schwarzkombi,Spaten auf dem Schulterstueck....an den Bewegungen,Gestik Mimik oder sagen wir mal Lust oder Unlust am militaerischem Leben....
was unschwer (jedenfalls fuers geuebte Auge)zu erkennen war.
Und dennoch haben "Die"per AK uffm Berg geschossen.
So richtig ist die Nummer fuer mich noch nicht geklaert.
Der Fred wurde 2013 in die Versenkung "geschrieben"....vielleicht jibbett da ja neuere Erkenntnisse.

Oder gibs vielleicht einen Zeitzeugen der sich an eine 27ABK erinnern kann.

Gruss BO


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#70

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 14:43
von ABV | 4.202 Beiträge

@Boelleronkel

Du meinst also, dass "Spatensoldaten" auch an der Waffe ausgebildet wurden? Das wäre mir völlig neu. Außerdem widerspricht das ja dem Grundgedanken.

Gruß Uwe


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#71

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 14:48
von Moskwitschka (gelöscht)
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Es gibt nichts, was es in der DDR nicht gab - fällt mir da spontan ein.

Haste auch schon ma darüber nachgedacht, wer in diesen Uniformen stecken könnte? Ich weiß es nicht. Möglich ist alles. Und stell Dir mal vor, wie es auf Menschen mit geübten Blick wirken musste? Bei den einen Enttäuschung - bei den anderen mit Wut im Bauch Provokation?

LG von der Moskwitschka

EDIT


zuletzt bearbeitet 29.06.2014 14:52 | nach oben springen

#72

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 14:50
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #70
@Boelleronkel

Du meinst also, dass "Spatensoldaten" auch an der Waffe ausgebildet wurden? Das wäre mir völlig neu. Außerdem widerspricht das ja dem Grundgedanken.

Gruß Uwe


Herr Gott noch einmal,sicher nicht alle,habe ich nie behauptet,aber eben diese ABK 27.....hatte Spaten druff und mit mehr oder weniger Lust haben sie eine einfache Uebung geschossen.
Ueber dies" Vorkommnis" habe ich schon einmal berichtet.


Gruss BO


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#73

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 14:52
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Boelleronkel im Beitrag #72
Zitat von ABV im Beitrag #70
@Boelleronkel

Du meinst also, dass "Spatensoldaten" auch an der Waffe ausgebildet wurden? Das wäre mir völlig neu. Außerdem widerspricht das ja dem Grundgedanken.

Gruß Uwe


Herr Gott noch einmal,sicher nicht alle,habe ich nie behauptet,aber eben diese ABK 27.....hatte Spaten druff und mit mehr oder weniger Lust haben sie eine einfache Uebung geschossen.
Ueber dies" Vorkommnis" habe ich schon einmal berichtet.


Gruss BO


Hmmmm, dann können wir nur darauf warten, dass hier mal ein Experte Licht ins Dunkle bringt.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#74

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 14:57
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #73
Zitat von Boelleronkel im Beitrag #72
Zitat von ABV im Beitrag #70
@Boelleronkel

Du meinst also, dass "Spatensoldaten" auch an der Waffe ausgebildet wurden? Das wäre mir völlig neu. Außerdem widerspricht das ja dem Grundgedanken.

Gruß Uwe


Herr Gott noch einmal,sicher nicht alle,habe ich nie behauptet,aber eben diese ABK 27.....hatte Spaten druff und mit mehr oder weniger Lust haben sie eine einfache Uebung geschossen.
Ueber dies" Vorkommnis" habe ich schon einmal berichtet.


Gruss BO


Hmmmm, dann können wir nur darauf warten, dass hier mal ein Experte Licht ins Dunkle bringt.

Gruß Uwe



Bei deinem Beitrag ueber die Leuts,die man so vielleicht per Richtlinie 1/76 auseinanderbringen,dezentralisieren wollte und disziplinieren....
wollte,fallen mir eben immer derartige Begegnungen ein.

Auf unserer Tour durch Thueringen hat mir auch ein Obermechanikus berichtet,bei manch Truppe waere er auch nur mit eigener Kaschi auf den Turm gegangen......(reiner Selbstschutz)so etwas ist mir selten aber bekannt vorgekommen.
Komische Namen,komische Bezeichnungen,komische Uebungen.....und manchmal der Spruch von Kommandanten....uffpassen!

Gruss BO

Vielleicht sind dem Einen oder Anderen ja aehnliche Bezeichnungen mal untergekommen.....die 27.ABK soll allerdings aus der Naehe ESA gewesen sein.


zuletzt bearbeitet 29.06.2014 14:58 | nach oben springen

#75

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 15:01
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #71
Es gibt nichts, was es in der DDR nicht gab - fällt mir da spontan ein.

Haste auch schon ma darüber nachgedacht, wer in diesen Uniformen stecken könnte? Ich weiß es nicht. Möglich ist alles. Und stell Dir mal vor, wie es auf Menschen mit geübten Blick wirken musste? Bei den einen Enttäuschung - bei den anderen mit Wut im Bauch Provokation?

LG von der Moskwitschka

EDIT






Oooch ick hab ueber manch Uniform nachgedacht wer da wohl drin stecken mach,aber die Schwarzkombitruppe war weniger militaerisch lustvoll unterwegs.......das war ja das Desaster......Selbst jede frische Ausbildungskompanie aus dem Grenzausbildungsregiment war da besser "organisiert"....
Gruss BO


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#76

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 15:03
von maxhelmut | 614 Beiträge

Am 24. Januar 1962 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik die Wehrpflicht eingeführt. Die Grundlage für die Aufstellung der Baueinheiten der NVA bildete eine Anordnung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR vom 7. September 1964.[1] Ausgelöst durch die Initiative des Quäkers, Pazifisten und Pfarrers Emil Fuchs mit Unterstützung der Kirchen wurde diese einzige Möglichkeit, den Dienst an der Waffe zu verweigern, geschaffen, die es in keinem anderen sozialistischen Land, sondern nur in der DDR gab. Die Gründe, die dazu führten, dass die Staatsführung die Schaffung eines Waffenersatzdienstes ermöglichte, sind nicht hinreichend erforscht. Die Sonderform des Wehrdienstes betrug 18 Monate. Die Uniform zeigte einen kleinen Spaten auf den Schulterklappen, so dass sich die Verweigerer untereinander als „Spatensoldaten“ oder auch „Spatis“ bezeichneten.

Die Landstreitkräfte erhielten anfangs vier Baupionierbataillone, Luft- und Seestreitkräfte (Volksmarine) jeweils eines. Sie boten Platz für 256 waffenlose Wehrdienstleistende. Die übrigen Mitglieder waren reguläre Soldaten der Pioniertruppe. Die Mannschaften der Kompanien bestanden jedoch jeweils entweder vollständig aus unbewaffneten Bausoldaten oder aus herkömmlichen bewaffneten Pionieren. Bis 1973 wurden diese Einheiten auch zum Bau von militärischen Anlagen eingesetzt. Nach erneuten Beschwerden der Kirchen erhielten zumindest die Wehrdienstverweigerer vergleichsweise „zivile“ Aufgaben in militärischen Einrichtungen als Gärtner, Krankenpfleger in Militärkrankenhäusern oder Küchenhelfer. Insbesondere in den letzten Jahren der DDR arbeiteten viele Bausoldaten aber auch in Großbetrieben, die unter Arbeitskräftemangel litten, beispielsweise in der Chemischen Industrie oder in Braunkohlentagebauen. Die Bedingungen der Bausoldaten verschärften sich, indem sie nun zumeist in größeren Einheiten zusammengefasst wurden, etwa in Merseburg und Prora: In Block V der einst geplanten KdF-Anlage waren bis zu 500 Bausoldaten zeitgleich stationiert. Prora wurde damit zum größten und wegen des Hafenbaus in Mukran auch weithin berüchtigtsten Bausoldatenstandort in der DDR.
gruß maxhelmut
>ein Grenzer schläft nicht er ruht<


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#77

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 15:55
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

in Prora gibt es oder gab es ein kleines Museum über die .Bausoldaten.
Wollte auch mal zur Truppe


zuletzt bearbeitet 29.06.2014 15:56 | nach oben springen

#78

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 16:01
von furry | 3.574 Beiträge

Zitat von maxhelmut im Beitrag #76
Am 24. Januar 1962 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik die Wehrpflicht eingeführt. Die Grundlage für die Aufstellung der Baueinheiten der NVA bildete eine Anordnung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR vom 7. September 1964.[1] Ausgelöst durch die Initiative des Quäkers, Pazifisten und Pfarrers Emil Fuchs mit Unterstützung der Kirchen wurde diese einzige Möglichkeit, den Dienst an der Waffe zu verweigern, geschaffen, die es in keinem anderen sozialistischen Land, sondern nur in der DDR gab. Die Gründe, die dazu führten, dass die Staatsführung die Schaffung eines Waffenersatzdienstes ermöglichte, sind nicht hinreichend erforscht. Die Sonderform des Wehrdienstes betrug 18 Monate. Die Uniform zeigte einen kleinen Spaten auf den Schulterklappen, so dass sich die Verweigerer untereinander als „Spatensoldaten“ oder auch „Spatis“ bezeichneten.

Die Landstreitkräfte erhielten anfangs vier Baupionierbataillone, Luft- und Seestreitkräfte (Volksmarine) jeweils eines. Sie boten Platz für 256 waffenlose Wehrdienstleistende. Die übrigen Mitglieder waren reguläre Soldaten der Pioniertruppe. Die Mannschaften der Kompanien bestanden jedoch jeweils entweder vollständig aus unbewaffneten Bausoldaten oder aus herkömmlichen bewaffneten Pionieren. Bis 1973 wurden diese Einheiten auch zum Bau von militärischen Anlagen eingesetzt. Nach erneuten Beschwerden der Kirchen erhielten zumindest die Wehrdienstverweigerer vergleichsweise „zivile“ Aufgaben in militärischen Einrichtungen als Gärtner, Krankenpfleger in Militärkrankenhäusern oder Küchenhelfer. Insbesondere in den letzten Jahren der DDR arbeiteten viele Bausoldaten aber auch in Großbetrieben, die unter Arbeitskräftemangel litten, beispielsweise in der Chemischen Industrie oder in Braunkohlentagebauen. Die Bedingungen der Bausoldaten verschärften sich, indem sie nun zumeist in größeren Einheiten zusammengefasst wurden, etwa in Merseburg und Prora: In Block V der einst geplanten KdF-Anlage waren bis zu 500 Bausoldaten zeitgleich stationiert. Prora wurde damit zum größten und wegen des Hafenbaus in Mukran auch weithin berüchtigtsten Bausoldatenstandort in der DDR.
gruß maxhelmut
>ein Grenzer schläft nicht er ruht<


@maxhelmut , stammt obiger Beitrag aus Deiner Feder oder hast Du nur mal "geguttenbergt"? Frage nur mal vorsichtig an betreffs Quellenangabe.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 29.06.2014 16:04 | nach oben springen

#79

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 16:02
von maxhelmut | 614 Beiträge

In Prora war ein Bekannter von mir bei den Spaten und war am Hafenbau -Mukran eingesetzt

hier noch ein Zusatz

Anordnung des Nationalen Verteidigungsrates der Deutschen Demokratischen Republik über die Aufstellung von Baueinheiten im Bereich des Ministeriums für Nationale Verteidigung vom 7. September 1964:[10]

§ 1
(1) Im Bereich des Ministeriums für Nationale Verteidigung sind Baueinheiten aufzustellen.
(2) Der Dienst in den Baueinheiten ist Wehrersatzdienst gemäß § 25 des Wehrpflichtgesetzes vom 24. Januar 1962 (GBl. I S. 2). Er wird ohne Waffe durchgeführt.

>ein Grenzer schläft nicht er ruht<


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#80

RE: unzuverlässig für den Grundwehrdienst in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.06.2014 16:06
von maxhelmut | 614 Beiträge

Zitat von furry im Beitrag #78
Zitat von maxhelmut im Beitrag #76
Am 24. Januar 1962 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik die Wehrpflicht eingeführt. Die Grundlage für die Aufstellung der Baueinheiten der NVA bildete eine Anordnung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR vom 7. September 1964.[1] Ausgelöst durch die Initiative des Quäkers, Pazifisten und Pfarrers Emil Fuchs mit Unterstützung der Kirchen wurde diese einzige Möglichkeit, den Dienst an der Waffe zu verweigern, geschaffen, die es in keinem anderen sozialistischen Land, sondern nur in der DDR gab. Die Gründe, die dazu führten, dass die Staatsführung die Schaffung eines Waffenersatzdienstes ermöglichte, sind nicht hinreichend erforscht. Die Sonderform des Wehrdienstes betrug 18 Monate. Die Uniform zeigte einen kleinen Spaten auf den Schulterklappen, so dass sich die Verweigerer untereinander als „Spatensoldaten“ oder auch „Spatis“ bezeichneten.

Die Landstreitkräfte erhielten anfangs vier Baupionierbataillone, Luft- und Seestreitkräfte (Volksmarine) jeweils eines. Sie boten Platz für 256 waffenlose Wehrdienstleistende. Die übrigen Mitglieder waren reguläre Soldaten der Pioniertruppe. Die Mannschaften der Kompanien bestanden jedoch jeweils entweder vollständig aus unbewaffneten Bausoldaten oder aus herkömmlichen bewaffneten Pionieren. Bis 1973 wurden diese Einheiten auch zum Bau von militärischen Anlagen eingesetzt. Nach erneuten Beschwerden der Kirchen erhielten zumindest die Wehrdienstverweigerer vergleichsweise „zivile“ Aufgaben in militärischen Einrichtungen als Gärtner, Krankenpfleger in Militärkrankenhäusern oder Küchenhelfer. Insbesondere in den letzten Jahren der DDR arbeiteten viele Bausoldaten aber auch in Großbetrieben, die unter Arbeitskräftemangel litten, beispielsweise in der Chemischen Industrie oder in Braunkohlentagebauen. Die Bedingungen der Bausoldaten verschärften sich, indem sie nun zumeist in größeren Einheiten zusammengefasst wurden, etwa in Merseburg und Prora: In Block V der einst geplanten KdF-Anlage waren bis zu 500 Bausoldaten zeitgleich stationiert. Prora wurde damit zum größten und wegen des Hafenbaus in Mukran auch weithin berüchtigtsten Bausoldatenstandort in der DDR.
gruß maxhelmut
>ein Grenzer schläft nicht er ruht<


@maxhelmut , stammt obiger Beitrag aus Deiner Feder oder hast Du nur mal "geguttenbergt"? Frage nur mal vorsichtig an betreffs Quellenangabe.

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