#1

Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.08.2009 15:13
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Hallo,
eine Frage an die Experten der GT.

Kann mir jemand sagen, welches der "niedrigste" und welcher der "höchste" Dienstgrad bei den GT war, die den Äskulapstab getragen haben.
Jahrgänge würden mich nat. auch interessieren.
Namen der höheren DG nat. auch.
Viele Fragen - ich hoffe, man kann mir hier helfen.
Danke im Voraus.

der Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
zuletzt bearbeitet 05.08.2009 15:15 | nach oben springen

#2

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.08.2009 15:17
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Namen - wo - wann - wer - alles schreiben.
Nat. auch über PN.
Danke

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
zuletzt bearbeitet 05.08.2009 15:17 | nach oben springen

#3

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.08.2009 18:19
von Affi976 (gelöscht)
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@ Oss`n,
in der Poliklinik der Stadtkommandantur Berlin, in Berlin - Friedrichsfelde, kannte ich den Zahnarzt - ein Major, der später dann zum Regierungskrnkenhaus wechselte und den Allgemeimediziner, ein Oberstleutnant und auch wohl Chef der POl.kl.. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es eine Gesamtleitung der Berliner Med.punkte gab und das wird bestimmt ein Oberst gewesen sein.
Die Orchester der NVA, Grenztruppen....hatten einen Musikinspizienten und das war auch "nur" ein Oberst, obwohl der Chef des Zentralen Orchesters der NVA ein Oberst war, die anderen Chefs der Musikkorps waren sonst Oberstleutant.
Zu meiner Zeit ( Nov.80 - Mai 82 )war selbst der Stadtkommandant "nur" ein Generalmajor.
Es muß so 1981 gewesen sein, da ist Admiral Paul Verner gestorben. Da das Stabsmusikkorps für solche Sachen zuständig war mußten wir die Beerdigung spielen. Da hatte ich 48 Generale und Admirale gezählt und dachte, na das waren sie alle, die wir haben. Ich mußte mich eines Besseren belehren lassen, es sollen ca.250 gewesen sein. Für die kleine DDR ein Wahnsinn und wenn man die Orden noch alle sah, konnte man denken: Was haben die für Schlachten geschlagen! Mann, Mann!
Ist zwar keine Antwort auf Deine Frage, aber ein guter Anfang.
VG Affi


Fall 80 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.08.2009 19:15
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Hallo Affi,
wie du schon sagtest, ein Anfang.
Ich danke dir.
Das hilft mir schon weiter.
Über weiter zu Wort Meldungen bin ich nat. auch nicht böße.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#5

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.08.2009 20:15
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo Affi,

Dir ist da wohl eine kleine Verwechslung unterlaufen - der Admiral war Waldemar[b] Verner, der Bruder von [b]PaulVerner. Musste mich auch erst in Wikipedia schlau lesen, weil ich Paul Verner nicht mit Offizier in Verbindung bringen konnte.

Gruss

icke



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#6

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.08.2009 21:50
von Affi976 (gelöscht)
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@ icke46,
da hab ick mia wohl jeirrt wa?
Ne, Danke für die Berichtigung, war mir in die falsche Kehle gekommen. Fakt ist er ist tot und wir haben in mit dem Chopin`schen Trauermarsch zu Grabe getragen.
Tschö und VG
Affi


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#7

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 09:46
von Pille | 71 Beiträge

Hallo und Guten Morgen !
Eine gute Frage stellst Du da.Ich beschäftige mich schon mehrere Jahre mit DDR-Militaria,speziell im Bereich Grenztruppen und Generalität.Habe daher eine ziemlich umfangreiche Sammlung an Effekten,Orden und Uniformen.Durch meine Sammelleidenschaft habe ich auch Kontakt zu anderen Sammmlern,die mir immer wieder wertvolle Tipps und Hinweise geben,die in keinem Buch stehen;ganz einfach,weil sie mit ehem.Generälen Kontakt haben bzw.nach der Wende bei der Übergabe/Auflösung der NVA/GT... dabei waren.
Um auf Deine Frage zurück zu kommen:vom Dienstgradniedrigsten mit einem Äskulapstab habe ich nur eine Vermutung:wahrscheinlich wird es ein Leutnant gewesen sein.Wenn ich richtig informiert bin dauerte eine Mediziner-Ausbildung bei der NVA 6 Jahre,also "genügend" Zeit um nebenbei die Offiziershochschule zu absolvieren.Allerdings haben mir Fachleute gesagt,daß es bei den GT keine derartige 6-jährige Ausbildung (Schulterstücke GT-Offiziersschüler mit 6 Balken)gab.Es existieren zwar solche Schulterstücke,diese sollen aber extra angefertigte Phantasiestücke sein.Das legt den Schluß nahe,daß die GT-Ärzte ihre Medizin-Ausbildung "unter" einer anderen Waffenfarbe absolviert haben und dann,je nach Notwendigkeit,zu den Grenztruppen versetzt wurden.Wie gesagt,das sind Vermutungen.Wen jemand etwas genaueres dazu weiß,dann bitte melden.
Zu dem Dienstgrad-Höchsten Arzt fällt mir Generalmajor Dr.sc.med.OMed.Rat E.B. ein.(Name kommt per PM)
Er war der einzige General,der,zumindest kurzfristig,in die Bundeswehr übernommen wurde.(als Oberstarzt).Er war von 1987-1990 Chef des med.Dienstes im Ministerium für Nationale Verteidigung.Soweit ich weiß,hatte er rot paspellierte Schulterstücke,also Landstreitkräfte.Das wiederum läßt vermuten,daß der höchste GT-Arzt ein Oberst war.(evtl.Generalmajor mit niedrigerer Dienststellung).
Das ist eine interessantes Thema.Ich werde in nächster Zeit mal dranbleiben und versuchen,genaueres zu erfahren.


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#8

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 20:18
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Hallo,
das sind ja alles Klasse Antworten.
Die bringen mich wieder ein ganzes Stück weiter.
Es hat nat.grün paspellierte Schulterstücke mit Äskulapstab gegeben.
Leider hatte ich bis heute noch keine genauen Angaben von-bis zu welchem DG.

Vielen vielen Dank ersteinmal für die Antworten von euch.
Nat. auch die über PN.
PN heißt für mich Vertraulich - deshalb keine Namen.
Ich glaube, das ist in euerem Sinn.
Möchte nur nicht, das ihr denkt ich habe euch vergessen.

Danke sagt noch mal der

Oss`n


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#9

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 20:50
von Dienstrock (gelöscht)
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Hallo Pille,
wie Du schreibst, beschäftigst Du Dich ebenfalls mit den Uniformen-GT. Hätte da auch eine Frage, vielleicht kannst Du sie mir beantworten. Die Bootskompanien der GT (Mannschaften und Uffz.) trugen an der Tellermütze bis etwa 1972/73 das Mützenband "Grenztruppen", dann wurde es gewechselt auf "Grenztruppen der DDR". Wann genau war der Wechsel? Außerdem suche ich Fotos aus den 80er Jahren, welche belegen, dass das frühere Band noch weitergetragen wurde, evtl. bis 1990?

Grüße von Rico


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#10

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 21:00
von Pille | 71 Beiträge

Schönen Guten Abend,
habe mich heute noch mal ein bißchen schlau gemacht zum Thema:Mediziner in den GT.
Nach meinen Unterlagen habe ich nur den Beleg für einen Oberstleutnant der GT mit Äskulap-Stab;also weder Oberst noch Generalmajor.
Wie gesagt,ich bleibe an der Sache dran;ist ja auch mein Hobby und interessiert mich auch schon länger.


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#11

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 21:07
von Oss`n | 2.779 Beiträge

danke Pille

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#12

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 21:49
von Pille | 71 Beiträge

Hallo,
die Sache mit der Grenzbrigade Küste ist,wie die ganze Volksmarine,ein ziemlich komplexes Gebiet.Und als Thüringer ist mir die Bratwurst doch näher als das Wasser!!!
Aber Spaß bei Seite:ich kenne drei Varianten von Mützenbändern.Von 1962-1990 soll es ein Band mit der Aufschrift "Grenzbrigade Küste" gegeben haben.
Kurioserweise gab es aber ab 1966 ein Band mit der Aufschrift "Grenztruppen" und später eines mit der Aufschrift "Grenztruppen der DDR".(bis 1990).
Wie das genau zusammenhängt,werde ich versuchen,in Zukunft herauszubekommen.Ich weiß zum Thema Überschneidung von Uniformteilen,daß es bis hinauf zu den Generälen und Admirälen vorkam,daß "veraltete"Uniformen weiter getragen wurden.Das lag bei den Mannschaftdienstgraden wohl daran,daß die relativ hohe Stückzahl nicht immer gleich zur Verfügung stand (Stichwort Engpaß,wie bei so vielen Sachen in der DDR).Einen genauen Termin der Einführung ist bei so einem gleitendem Übergang nicht nachweißbar.Da war heute mal die Einheit dran,morgen diese usw.
Bei der Generalität lag das ein bißchen anders:denen konnten ja nicht mehr allzu viele Vorgesetzte etwas in punkto Uniform vorschreiben.
Natürlich gab es auch für sie Bekleidungsvorschriften,die aber gern ein bißchen "variiert" wurden.So soll zum Beispiel kein Admiral aus Metall geprägte Kragenecken getragen haben.Diese sollten zwar 1978 eingeführt werden,der Chef der Volksmarine jedoch soll gesagt haben:"So lange ich was zu sagen habe,trägt keiner meiner Leute (Admiräle) Blech".Und so wurden bis 1990 die gestickten Kragenecken getragen.
Das ist ein wirklich interessantes Thema,würde mich freuen,wenn sich der eine oder andere daran mitbeteiligt.


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#13

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.08.2009 23:26
von S51 | 3.733 Beiträge

Meines Wissens gehörten die Bänder "Grenzbrigade Küste" zur Grenzbrigade, die auf der Ostsee bzw. an deren Küste Dienst tat. Die anderen Mützenbänder "Grenztruppen der DDR" jedoch wurden von Bootsbesatzungen an der Elbe getragen. Das war in jenen Bereichen, wo die Grenze in der Flußmitte bzw. am westlichen Ufer verlief. Dies hat mir mein Bruder erzählt, der dort als Binnenschiffer unterwegs war. Angeblich gabe es diese Mützenbänder auch in Berlin aber das kenne ich persönlich nicht.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#14

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 09:06
von Dienstrock (gelöscht)
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Guten Morgen,
erst einmal Danke an Pille und S51 für die Antworten. Also folgende Fakten habe ich bereits herausbekommen. Die Grenzbrigade Küste wurde 1961 aus der Grenzpolizei-See gebildet und unterstand direkt dem Kommando der Volksmarine. 1961 wurde auch das Mützenband getauscht. Aufgrund der damaligen Materialknappheit, wie Pille schon geschrieben hat, ist das auch nicht sofort passiert, sondern schrittweise, sogenannte Übergangszeit. Ab 1962/63 wurde dann sicherlich und einheitlich das Band "Grenzbrigade Küste" getragen.

Die Bootskompanien der GT gab es schon Anfang der 60er Jahre, allerdings trugen sie noch keine Marineuniformen sondern die steingrauen, wie die GT-Land. Einführung der Marineuniformen erst ab 1966. Ab 1966 befand sich auch das Band "Grenztruppen" an den Tellermützen. Die Bootskompanien hatten nicht direkt etwas mit der Grenzbrigade Küste zu tun.Ab 1972/73 bekamen die GT aber ein eigenes Kommando und gehörten nicht mehr zum Bestand der NVA. Als sichtbares Zeichen wurde u.a. ein neues Mützenband eingeführt "Grenztruppen der DDR". Laut Aussagen ehemaliger Angehöriger war dieses Band aber nicht unbedingt beliebt bei den Matrosen und Maaten. Es wurde teilweise weitergetragen und immer wieder weitervererbt, von Diensthalbjahr zu Diensthalbjahr. Diese Praxis ist ja auch bei den GT-Land nachweisbar, z.B. das Tragen des E-Käppis. Dieses Weitervererben hatte natürlich zur Folge, dass warscheinlich bis 1990 teilweise das Band "Grenztruppen" an den Mützen zu finden war. Offenbar wurde das so auch von den Vorgesetzten geduldet. Gewisse Traditionen wurden eben abgesehen von den Dienstvorschriften weitergeführt, auch manchmal von BU und Offizieren.Feldwebel und Meister trugen auch noch bis in die 80er Jahre hinein die großen Dienstgradsterne von 12-16 mm Kantenlänge aus den 50/60er Jahren.

Genaue Daten der Einführung neuer Effekten und Uniformen kann man eben nicht sagen. Von Einheit zu Einheit eben sehr unterschiedlich, wie Pille das schon richtig erwähnt hat.Übergangszeiten konnten gerade im Dienstbereich manchmal bis 2 Jahre und länger dauern. Dieser Umstand erschwert natürlich das korrekte Zusammentragen und Darstellen der Uniformen. Wichtig sind in diesem Zusammenhang zeitgenössische Fotos, welche meiner Meinung nach wertvoller sind als manche Dienstvorschriften. Dieses Gebiet der Uniformkunde wird wohl noch in der Zukunft viele Fragen aufwerfen, aber auch sehr interessant sein, zumindest für den ernsthaft interessierten Uniform-und Effektensammler.

Vielleicht kann das eine oder andere Mitglied hier im Forum seine Erinnerungen daran preisgeben und somit uns Sammlern helfen, Lücken zu schließen bei den Forschungsarbeiten.

Übrigens wurde auch als Äusseres Zeichen der Eigenständigkeit der GT 1976 das Ärmelband eingeführt, für alle Dienstgrade (außer Gererale). Die Grenzbrigade Küste trug dieses Band nicht. Sie waren aber durch das Mützenband und der hellgrünen Waffenfarbe an den Schulterklappen erkennbar.

Viele Grüße von Dienstrock


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#15

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 09:22
von Dienstrock (gelöscht)
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Die von Pille schon erwähnte Tatsache, dass Admirale bis 1990 handgestickte Effekten an ihren Uniformen trugen, wurde mir ebenfalls schon auch von anderen Sammlern bestätigt. Es ist auch eine alte Tradition bei der Marine. Selbst die Knöpfe mit dem DDR-Emblem wurden nur selten getragen. Überwiegend waren die Anker-Knöpfe zu finden. Wer also vielleicht mal eine Uniform der Admirale in die Finger bekommt, sollte unbedingt beachten, dass keine "Blecheffekten" vorhanden sind. Diese Teile wurden zwar hergestellt, aber nicht verwendet. Authentisch sind generell die Handstickerein.


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#16

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 10:40
von Affi976 (gelöscht)
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@ die beiden Uniformensammler,
hat zwar nichts mit Grenze zu tun, aber für Euch bestimmt interessant.
Wer als Musiker in ein Musikkorps wollte/durfte, mußte natürlich auch eine Grundausbildung machen. Das Stabsmusikkorps Berlin gehörte zur Stadtkommandantur Berlin und somit wurde die Grundausbildung im Wachregiment Friedrich Engels , in der Strasse Am Kupfergraben gemacht. Das ist die Truppe, die jeden Mittwoch um 14.30 Uhr Unter den Linden, vor der Neuen Wache , den Wachaufzug gemacht hat. Als ich 1980 dort antrat, hatte ich noch nie was von der Truppe gehört, geschweige was die machen. Dort war auch die Namensgebung Grund die Bänder auf den Jacken und Mänteln zu wechseln. Aus "NVA Wachregiment" wurde "Wachregiment Friedrich Engels". Damit war eine deutliche Abgrenzung und Unterscheidung zu den anderen Wachregimentern gegeben. Also WR "Hanns Beimler" oder gar "F.DZ.". Die Aufgabe war außerdem noch alle NVA Objekte zu bewachen und eben den Wachaufzug und andere millitärische Feierlichkeiten zu bestreiten ( Staatsempfänge, nur sozialistischs Staaten ),Staatsempfänge mit nichtsozialistischen Staaten hat die Staatssicherheit gemacht. Wenn das Stasiorchester mal nicht konnte, dann sind wir natürlich "gerne" eingesprungen und so kam es, dass wir den ständigen Vertreter der BR Deutschland Klaus Bölling empfangen haben, aber mit der Ehrenkompanie der Stasi. Da ging die Ansprache so: ( werd ich nie vergessen )
Exellenz, eine Ehrenformation des Wachregiments F.DZ., des Minist.f.Staatssicherheit und das Stabsmusikkorps der Stadtkommandantur Berlin mit seinem Spielmannszug sind zu ihrer Begrüßung angetreten. Kommandeur, Major Krüger
ob Krüger oder nicht ist ja auch Wurscht.
Übrigens der Helm auf meinem Bild ist aus Plaste, weil die Musiker ja alle Weicheier sind und mit einem Stahlhelm ganz sicher aus den Latschen gekippt wären.
@ Rainman: Bei einer Diplomübergabe in der Millitärpolitischen Hochschule in Grünau, eine Affenhitze, Sonne bis zum abwinken, wäre uns beinahe mal der Mann mit dem Schellenbaum , ein Riese von Kerl umgefallen, er konnte gerade noch ermuntert werden weiter zu atmen und die üblichen Tricks anzuwenden, um nicht umzufallen.
Gruß Affi


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#17

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 12:14
von Dienstrock (gelöscht)
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Hallo Affi,
natürlich sind Deine Ausführungen interessant, diese wertvollen Einzelheiten stehen ja nirgendwo geschrieben. Man muss sich diese manchmal "schwer erkämpfen" bei ehemaligen Angehörigen. Die meisten haben es ja vergessen, oder einfach nicht darauf geachtet, es war nicht so wichtig.

Dass Du unter Anderem den Plastik-Helm getragen hast, hat weniger was mit "Weicheiern" zu tun. Jedem Soldaten ist ja normalerweise bekannt, dass Paraden oder überhaupt längeres, angestrengtes Stehen in angespannter Situation Kreislaufprobleme hervorrufen. Noch dazu mit einem Stahlhelm auf dem Kopf bei 30 Grad Hitze. Das war auch ein Grund, dass diese Formationen (Wachregimenter usw.) den leichten Plastikhelm trugen, um diese "Abkippen" während dem Zeremoniell in Grenzen zu halten.

Ich kann mich noch an meine Vereidigung im November 1987 erinnern, da waren mindestens zwei junge Rekruten dabei, welche schon nach einer halben Stunde zusammengesackt sind. Die Uffz. sagten uns, dass wäre völlig normal. Selbst das " Stillgestanden" in voller Ausrüstung auf längere Zeit ist unheimlich anstrengend. Militär ist halt Militär und eben kein Erholungsurlaub. Das ist auf der ganzen Welt so.

Grüße von Dienstrock


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#18

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.08.2009 14:43
von tiroler (gelöscht)
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Hallo Experten der Stasi ,NVA, oder GT.
Einige Fragen habe ich mal. Den Film mit unserem Bunkerkommandant habe ich
gesehen. Hat der Kommandant in diesem Beitrag eine MFS- Uniform getragen?
Wie hat sich die MFS- Uniform von den Uniformen der NVA unterschieden?
Meiner Meinung nach an den Farben der Biesen. Mir ist schon klar , dass
Die Mitarbeiter des MFS in jede Uniform schlüpfen konnten. Es musste doch geregelt sein, wo was getragen wurde. Sicherlich war auch geregelt, wer wo Zivil zu tragen hatte.
Bekannt ist mir, dass in den KD-Stellen , die Wache z.B. Armeeuniform trug ,auch
die Schließer im Gefängnis. Die Sachbearbeiter in ihren Diensträumen trugen meist Zivil.
Habe sie aber schon in verschiedene Armeeuniformen gesehen. Wenn Stasi Großkampftag hatte, hat man fast alle Mitarbeiter in Felddienstuniform gesehen.
Ich bedanke mich im Voraus für eine Aufklärung.

Gruß Tiroler


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#19

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.08.2009 00:39
von Dienstrock (gelöscht)
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Den Film mit dem Bunkerkommandanten habe ich nicht gesehen, weiß nicht, welche Uniform er trägt. Zu den anderen Frage kann ich Dir folgendes sagen.

Ab 1958 wurde beim MFS die steingraue Uniform nach Vorbild der NVA eingeführt. Ein gravierender Unterschied aber war, dass auch die Mannschaftsdienstrade Uniformen aus Offiziersstoff trugen. Die bordeaurote Waffenfarbe war zu erkennen an den Ärmel-und Kragenbiesen und auf allen Effekten. Ab 1960 wurden im Zuge einer grossen Uniformveränderung (Einsparungsmaßnahmen) die farbigen Biesen auf ein einheitliches Weiß geändert. Kragenspiegel waren aber weiterhin mit Waffenfarbe bordeaurot. Das wurde so bis 1977 getragen. Ab 1977 sind dann auch die farbigen Spiegel weggefallen und durch solche in Einheits-Weiß ersetzt worden. Als MFS-Angehöriger zu erkennen nur noch an der Waffenfarbe der Schulterstücke. Jacke, Mütze, Hose identisch mit denen der NVA.

Eine Ausnahme bildete das Wachregiment "Feliks...." in Berlin. Dort wurden die bordeauroten Kragenspiegel bis zu Auflösung im Jahre 1989 getragen. Alle Dienstgrade (außer Gererale) trugen das Ärmelband "Feliks..." Die normalen Diensteinheiten des MFS trugen kein Ärmelband.

Die Angehörigen dieser Diensteinheiten trugen aber oft die Uniform der Organe, in denen sie eingesetzt waren. Das heißt, wenn man es für notwendig angesehen hat z.B. bei der Deutschen Reichsbahn zu "operieren", dann trug den jeweilige Mitarbeiter eine entsprechende Reichsbahn-Uniform und hat sich auch als Bahnbeamter ausgegeben. Das trifft auch für alle anderen DDR-Organe zu. Einige ehemalige GT-Angehörige hier im Forum werden das damals vielleicht bemerkt haben, dass ihr Stubenkamerad gar kein Grenzer ist sondern einer vom MFS. Das es da eine Regelung gegeben hat, ist mir nicht bekannt.

Die Wachen in den Kreisdienststellen und Bezirksverwaltungen trugen zum Dienst die normale steingraue Uniform, nur zur Ausbildung die Felddienstuniform. Abschließend kann man sagen, dass die Uniformierung, Ausrüstung und Auszeichnungen weitesgehend denen der NVA entsprach.

Ich hoffe, Dir weitergeholfen zu haben.

Grüße von Dienstrock


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#20

RE: Eine Frage an die GT Experten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.08.2009 07:40
von Bunkerkommandant (gelöscht)
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Hallo Tiroler,

In Antwort auf:
Hat der Kommandant in diesem Beitrag eine MFS- Uniform getragen?


Ja, hat er. Die Uniform der Staatssicherheit unterschied sich nicht von der der NVA, bis auf auf die bordeauxrote Waffenfarbe an den Schulterstücken, da hat der "Dienstrock" alles richtig erklärt und dem ist nichts hinzuzufügen. Im Film ziert meine Uniform noch das Absoventenabzeichen der Juristischen Hochschule Potsdam auf der rechten Brust. Nur daran hätte ein Außenstehender, der sich in den Waffenfarben nicht auskennt, evtl. noch erkennen können, um was für eine Uniform es sich handelt.
Bei operativer Arbeit hatte man zivil an, bei Innendienst wie OVD oder ODH, trug ich meist Stabsdienstuniform/Bluse. Dienstuniform habe ich gehasst, wegen der Reiterstiefel, aber da war unser Kommandeur in Dresden wieder recht großzügig.

In Antwort auf:
Wenn Stasi Großkampftag hatte, hat man fast alle Mitarbeiter in Felddienstuniform gesehen.


Zur Ausbildung trugen wir immer FDU, da unterschied man sich nicht von der NVA oder den GT.

Wir lesen uns,
Thomas.

Angefügte Bilder:
Bunkerkommandant.jpg

zuletzt bearbeitet 09.08.2009 07:41 | nach oben springen


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