#61

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 19.06.2014 19:55
von Thueringerkl | 13 Beiträge

..jeder musste Dienst tun....schwarze Schafe gab es überall...aber niemand wurde gezwungen auf Menschen zu schießen, doch viele zogen durch und nahmen eine Tötung in kauf..nichts wäre passiert, hätte er in die Luft geschossen...oder will jemand behaupten, er wurde dafür lebenslänglich eingesperrt oder dafür erschossen...nichts dergleichen geschah, außer er musste mit paar Tagen Arrest und Versetzung ins Inland rechnen, mehr aber nicht..


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#62

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 19.06.2014 20:30
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Thueringerkl im Beitrag #61
..jeder musste Dienst tun....schwarze Schafe gab es überall...aber niemand wurde gezwungen auf Menschen zu schießen, doch viele zogen durch und nahmen eine Tötung in kauf..nichts wäre passiert, hätte er in die Luft geschossen...oder will jemand behaupten, er wurde dafür lebenslänglich eingesperrt oder dafür erschossen...nichts dergleichen geschah, außer er musste mit paar Tagen Arrest und Versetzung ins Inland rechnen, mehr aber nicht..


Es wurde auch niemand gezwungen an der Grenze seine Wehrpflicht abzugelten : Wehrdienstverweigerung hätten doch niemanden geschadet .
Freiwillig mal schnell 2 Jahre Knast , oh ,oh ,oh
Träume mal schön weiter . ratata


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#63

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 20.06.2014 04:12
von B208 | 1.352 Beiträge

Ahoi ,

das Bild des schießwütigen Grenzers ist doch keine Erfindung der westdeutschen Presse .

Es sind Schüsse an der grünen Grenze und an der Mauer gefallen , es wurden Menschen durch die Anwendung der Schusswaffe an der grünen Grenze , an der Mauer und an den Güst vernichtet , zu Land und zu Wasser . Das ist Fakt und wird durch Unterlagen der zuständigen Untersuchungsorgane der DDR auch belegt . Es gab Tote und Verletzte . In Bezug auf die grosse Zahl von AGT , die in den zig Jahren an der Grenze ihren Wehrdienst ableisteten und ihre Schusswaffe nicht zum Einsatz bringen mussten , kann man aber sicher nicht pauschal von dem
-schiesswütigen Grenzer- sprechen . Es ist ein ganz kleiner Anteil der AGT , der in diese unglückliche Lage gekommen ist , dieser kleine Personenkreis hat aber geschossen und , und das ist das Verwerfliche , getroffen . Warum ? weiß nur der Schütze .
Ich habe viele AGT persönlich kennengelernt und die Mehrzahl machte mir nicht den Eindruck eines schießwütigen Genossen .
Es gab aber auch einige wenige , die mit einem gewissen Stolz behauptet haben , ja ich hätte geschossen , es war meine Pflicht , habe einen Eid geschworen , es war Befehl . Ohne eine Lage vorauszusetzen haben sie gesagt , ich hätte geschossen und das sind die schwarzen Schafe , durch die heute die Masse der AGT den unrühmlichen Ruf des -schiesswütigen Grenzers- hat . Zu Unrecht in meinen Augen .

Aber von einigen AGT habe ich auch gehört , daß es bei Heimfahrten in der Uniform der GT zu Beschimpfungen durch Bürger kam , daß man sich von der Schützenschnur und Auszeichnungen trennte um nicht besonders aufzufallen .
Das schlechte Image ist also keine Erfindung der Westpresse und der Bildzeitung .
Dazu kommt die von der politischen Führung der DDR gewollte Sonderstellung der Grenztruppe und ihrer Angehörigen als eine Art Elite .

B208


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#64

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 20.06.2014 07:53
von Gelöschtes Mitglied
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@B208

Ich habe viele AGT persönlich kennengelernt und die Mehrzahl machte mir nicht den Eindruck eines schießwütigen Genossen .
Es gab aber auch einige wenige , die mit einem gewissen Stolz behauptet haben , ja ich hätte geschossen , es war meine Pflicht , habe einen Eid geschworen , es war Befehl . Ohne eine Lage vorauszusetzen haben sie gesagt , ich hätte geschossen und das sind die schwarzen Schafe , durch die heute die Masse der AGT den unrühmlichen Ruf des -schiesswütigen Grenzers- hat . Zu Unrecht in meinen Augen .

Leider , verstecken sich solche Leute in Foren , die für die Allgemeinheit nicht zugänglich sind . Hier haben sie auch viele gleichgesinnte , jubelnde Anhänger .
Schon als ich 69 an der Grenze war , wurde von den vielen Berlinern die hier dienten, die vielen Episoden von der Schützenschur ,den Schlägereinen mit den Grenzern ,dort erzählt .
In den Medien hier in Mitteldeutschland ,erfuhr man nichts . Eben nur über den Buschfunk , wurde darüber erzählt. Meine eigene Freundin sagte mit damals , erschießt du jemanden , brauchst du dich nie wieder blicken zu lassen .
Natürlich haben viele damals , als sie nach Haus fuhren , ihre Auszeichnungen nicht getragen . Wer bei der Übergabe des Urlaubscheines seine Auszeichnungen nicht trug , musste sie wieder anstecken .
Alle tausendtage Diener , durften ja in Zivil in Urlaub fahren . Angeschissen waren die Wehrpflichtigen . ratata


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zuletzt bearbeitet 20.06.2014 07:54 | nach oben springen

#65

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 20.06.2014 12:19
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #62
Zitat von Thueringerkl im Beitrag #61
..jeder musste Dienst tun....schwarze Schafe gab es überall...aber niemand wurde gezwungen auf Menschen zu schießen, doch viele zogen durch und nahmen eine Tötung in kauf..nichts wäre passiert, hätte er in die Luft geschossen...oder will jemand behaupten, er wurde dafür lebenslänglich eingesperrt oder dafür erschossen...nichts dergleichen geschah, außer er musste mit paar Tagen Arrest und Versetzung ins Inland rechnen, mehr aber nicht..


Es wurde auch niemand gezwungen an der Grenze seine Wehrpflicht abzugelten : Wehrdienstverweigerung hätten doch niemanden geschadet .
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Von Wehrdienstverweigerung war nicht die Rede.
Fürs Vorbeischießen gab es nervige Untersuchungen und möglicherweise eine Woche Knast, wie anderswo jemand schrieb.
Das war jedenfalls das kleinere Übel.


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#66

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 20.06.2014 12:26
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #64

Natürlich haben viele damals , als sie nach Haus fuhren , ihre Auszeichnungen nicht getragen . Wer bei der Übergabe des Urlaubscheines seine Auszeichnungen nicht trug , musste sie wieder anstecken .



Man mußte sich überhaupt nicht auszeichnen, wenn man nicht wollte.
Ich hatte keine Kratzerplatte, Schützenschnur usw. und kein Vorgesetzter hat mich deswegen gemobbt.

Wir hatten dafür einen Ausdruck:
"Meine Brust bleibt sauber".


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zuletzt bearbeitet 20.06.2014 12:27 | nach oben springen

#67

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 22.06.2014 18:24
von StabsfeldKoenig | 2.655 Beiträge

Also, ich hatte mir drei Varianten je nach Entfernung und Sichtverhältnissen zurechtgelegt:

Kurze Entfernung und gute Sicht: Gezieltes Einzelfeuer und einen schmerzhaften, aber hoffentlich ungefährlichen Treffer in den Hintern.

Mittlere Entfernung: Kurzer Feuerstoß in Hohe der Beine.

Große Entfernung: Danebenschießen und Munition dabei verbrauchen, wenn möglich in Fluchtrichtung vor die Füße in den Boden So, daß der Boden sichtbar aufgewirbelt wird.

Aber auf jeden Fall den Tod des Flüchtigen vermeiden.



zuletzt bearbeitet 22.06.2014 18:24 | nach oben springen

#68

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 22.06.2014 20:25
von Gelöschtes Mitglied
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Zum Glück blieben mir solche Gedanken erspart, ich war bei den Erbauern des Grenzzaunes (als nach den Verträgen die Grenzlinie geändert wurde). Ich kann aber jeden verstehen, der Angst vor einer solchen Situation hatte.
Für mich wäre es ein Streit der Gefühle gewesen, auf der einen Seite war ich überzeugt von dem Staat, auf der anderen Seite die humanitäre Bildung und das persönliche Gewissen. Frei nach dem Motto von Goethe "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" und auch nach der menschlichen Devise (beziehe mich absichtlich nicht auf die "10 Gebote", "Du sollst nicht töten".

In diesem Spannungsfeld hätte ich mich bewegt und ich maße mir nicht an zu sagen, wie ich gehandelt hätte.

Man legt sich Strategien zurecht, doch die Realität geschieht in Sekunden, was geschieht, in welches Raster fällt man, macht man eine Kurzschlußhandlung?

Das traurige war die Situation an sich, das verhindern sollen der Flucht mit der Schußwaffe.....

Wo Überzeugung nicht hilft ist die absolute Gewalt das falsche und unbrauchbare Mittel. Das sind meine Gedanken im Jahr 2014, damals war ich einfach froh bei der PIK gelandet zu sein.


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#69

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 22.06.2014 21:05
von Rostocker | 7.731 Beiträge

Ich weiß nicht wie es jeden einzelnen von Euch ging,der vorne am Kanten stand.Aber aus meinen Erinnerungen weiß ich noch, das wir uns mit Sicherheit nicht 8 Std lang über Grenzverletzer unterhalten haben.Man besetzte den PP, wies seinen Posten in der Bebachtung ein und was zu tun ist bei auftauchen von Grenzverletzern und dann war es das auch schon.


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#70

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 22.06.2014 21:15
von Gelöschtes Mitglied
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Wenn nicht gerade ein Neuer mitkam,habe ich mich kaum mit Einweisung aufgehalten. Nachdem man sich bei der ersten gemeinsamen Schicht über das Wesentliche verständigt hatte, wurde kaum noch über den Grenzdienst gesprochen. Entweder hat man sich gut verstanden und über alles mögliche gesprochen, oder es herrschte meist Stille. Mit den Meisten konnte man sich gut unterhalten.


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#71

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 22.06.2014 21:45
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #28
Das war aber zweischneidig:

Als Mot.-Schütze war man in keinem Sperrgebiet und blieb mit etwas Glück vielleicht in der Heimatstadt.

Daß es im Grenzdienst keinen Ernstfall gab, war Glückssache.
Bei uns war der Waffendienst jedenfalls ganz Ernst und nicht nur Übung.
Das konnte man erst hinterher entspannt sehen.
Mancher mit "Grema" (Grenzmacke, eine spezielle Belastungsstörung) wäre vielleicht bei den Motschützen besser aufgehoben gewesen.





GreMa ist ein gutes Stichwort.
Ich überlege schon lange mit welcher Opferrente ich den Staat schädigen kann.

Wie wäre es, wenn wir eine Petition starten, Opferrente wegen GreMa für Grenzer der DDR?
Ich wette das stösst auf viel Zuspruch.

Also ich hatte ganz klar ne GreMa, hat sich bis heute gehalten.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#72

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 22.06.2014 22:17
von Rostocker | 7.731 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #71
Zitat von Freienhagener im Beitrag #28
Das war aber zweischneidig:

Als Mot.-Schütze war man in keinem Sperrgebiet und blieb mit etwas Glück vielleicht in der Heimatstadt.

Daß es im Grenzdienst keinen Ernstfall gab, war Glückssache.
Bei uns war der Waffendienst jedenfalls ganz Ernst und nicht nur Übung.
Das konnte man erst hinterher entspannt sehen.
Mancher mit "Grema" (Grenzmacke, eine spezielle Belastungsstörung) wäre vielleicht bei den Motschützen besser aufgehoben gewesen.





GreMa ist ein gutes Stichwort.
Ich überlege schon lange mit welcher Opferrente ich den Staat schädigen kann.

Wie wäre es, wenn wir eine Petition starten, Opferrente wegen GreMa für Grenzer der DDR?[nachdenken]
Ich wette das stösst auf viel Zuspruch.

Also ich hatte ganz klar ne GreMa, hat sich bis heute gehalten.




Mach keinen Mist--das hält der Rententopf keine zwei Monate durch.


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#73

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 22.06.2014 22:24
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Die GreMa gibts auch heute noch

anderswo mit leider tödlichen Folgen:

http://www.focus.de/politik/ausland/nord...id_3936952.html


zuletzt bearbeitet 22.06.2014 22:24 | nach oben springen

#74

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 22.06.2014 23:23
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

Zitat von Thueringerkl im Beitrag #61
..jeder musste Dienst tun....schwarze Schafe gab es überall...aber niemand wurde gezwungen auf Menschen zu schießen, doch viele zogen durch und nahmen eine Tötung in kauf..nichts wäre passiert, hätte er in die Luft geschossen...oder will jemand behaupten, er wurde dafür lebenslänglich eingesperrt oder dafür erschossen...nichts dergleichen geschah, außer er musste mit paar Tagen Arrest und Versetzung ins Inland rechnen, mehr aber nicht..


Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin.

Junge, Junge, man kann sichs aber auch ganz einfach machen.
Heute mit 50 Lebensjahren, kann man (ich) das sicher auch so, oder so ähnlich sehn, doch wir waren jung, die meisten gerade 18, sicher die wenigsten hegten solche Gedanken.
Man darf nie das ganze damalige Umfeld vergessen, die Rotlichtbestrahlung in der Schule, Lehre und in der Grundausbildung, die Drohungen und Einschüchterungen wenns zum versagen kommt.

Aber eins weis ich heute noch genau, dazu stehe ich noch heute und vor jedem, und daran hat sich nichts geändert, ich hätte auch geschossen, nur um mein eignen Arsch zu retten.
Solidarität?
Mit wem?
Mit Egoisten die alles zurück liessen, oft auch Frau und Kinder oder -noch schlimmer und unentschultbar- nur Kinder?
Mit Leuten die was ausgefressen hatten und deshalb das Weite suchten?
Mit Menschen die Luxeriöser leben wollten, was oft welche waren die eh schon fett waren?
Natürlich gabs auch die anderen, aber die stellten in der Regel Ausreiseanträge.

Ich war gewiss nicht schiesswütig und nicht scharf drauf die Waffe nutzen zu müssen und musste es zum Glück nicht, aber ich war Soldat, Soldaten haben einen Auftrag, damals wie heute und Soldaten tragen Waffen, jeder wusste das.
Jeder der versuchte eine mit Waffen und Minen gesicherte Grenze zu überwinden, war und ist für mich ein lebensmüder Irrer, ausser sein Leben war bedroht, da könnte man das verstehn.

Und eins ist klar, und da kann jeder von mir halten was er will, bin dann gern ein Egoist -für manche bin ich ja auch ein Nazi-, bitte immerzu, das tangiert mich einen Scheiss was irgendwelche Lappen über mich denken, ich bin nur mir und meinen Nächsten verpflichtet, nicht irgendwelchen Historikern, möchtegern Geschichts"wissenden" oder so genannten Menschenfreunden, und den Irren die wegen Stück Westseife ihr Leben riskierten schon garnicht.
Ehe ich mich meucheln lasse, wie so einige Grenzer gemeuchelt wurden, da eher drücke ich ab, muss ja nicht gleich zwischen die Augen oder ins Herz sein.
Kein Soldat lässt sich freiwillig vom Gegner umbringen oder macht sich für den Gegner unglücklich, das tun nur Dumme.
Und wenn man den Grenzverletzer gezielt in die Beine geschossen hätte um sein Leben zu schützen, aus Mitleid oder warum auch immer, wär der im Westen angekommen, hätte er in der BILD gesagt (fiktiver Fall), "Das Schwein hat mir in die Beine geschossen".
Versteht ihr wer die Egoisten waren?

Viele Grüsse vom schiesswütigen, 300% überzeugten Ex-Grenzer, Egoisten und Nazi.
Na wems Spass macht...mir raubt die Denke anderer nicht den Schlaf.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#75

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 22.06.2014 23:46
von Hapedi | 1.885 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #74
Zitat von Thueringerkl im Beitrag #61
..jeder musste Dienst tun....schwarze Schafe gab es überall...aber niemand wurde gezwungen auf Menschen zu schießen, doch viele zogen durch und nahmen eine Tötung in kauf..nichts wäre passiert, hätte er in die Luft geschossen...oder will jemand behaupten, er wurde dafür lebenslänglich eingesperrt oder dafür erschossen...nichts dergleichen geschah, außer er musste mit paar Tagen Arrest und Versetzung ins Inland rechnen, mehr aber nicht..


Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin.

Junge, Junge, man kann sichs aber auch ganz einfach machen.
Heute mit 50 Lebensjahren, kann man (ich) das sicher auch so, oder so ähnlich sehn, doch wir waren jung, die meisten gerade 18, sicher die wenigsten hegten solche Gedanken.
Man darf nie das ganze damalige Umfeld vergessen, die Rotlichtbestrahlung in der Schule, Lehre und in der Grundausbildung, die Drohungen und Einschüchterungen wenns zum versagen kommt.

Aber eins weis ich heute noch genau, dazu stehe ich noch heute und vor jedem, und daran hat sich nichts geändert, ich hätte auch geschossen, nur um mein eignen Arsch zu retten.
Solidarität?
Mit wem?
Mit Egoisten die alles zurück liessen, oft auch Frau und Kinder oder -noch schlimmer und unentschultbar- nur Kinder?
Mit Leuten die was ausgefressen hatten und deshalb das Weite suchten?
Mit Menschen die Luxeriöser leben wollten, was oft welche waren die eh schon fett waren?
Natürlich gabs auch die anderen, aber die stellten in der Regel Ausreiseanträge.

Ich war gewiss nicht schiesswütig und nicht scharf drauf die Waffe nutzen zu müssen und musste es zum Glück nicht, aber ich war Soldat, Soldaten haben einen Auftrag, damals wie heute und Soldaten tragen Waffen, jeder wusste das.
Jeder der versuchte eine mit Waffen und Minen gesicherte Grenze zu überwinden, war und ist für mich ein lebensmüder Irrer, ausser sein Leben war bedroht, da könnte man das verstehn.

Und eins ist klar, und da kann jeder von mir halten was er will, bin dann gern ein Egoist -für manche bin ich ja auch ein Nazi-, bitte immerzu, das tangiert mich einen Scheiss was irgendwelche Lappen über mich denken, ich bin nur mir und meinen Nächsten verpflichtet, nicht irgendwelchen Historikern, möchtegern Geschichts"wissenden" oder so genannten Menschenfreunden, und den Irren die wegen Stück Westseife ihr Leben riskierten schon garnicht.
Ehe ich mich meucheln lasse, wie so einige Grenzer gemeuchelt wurden, da eher drücke ich ab, muss ja nicht gleich zwischen die Augen oder ins Herz sein.
Kein Soldat lässt sich freiwillig vom Gegner umbringen oder macht sich für den Gegner unglücklich, das tun nur Dumme.
Und wenn man den Grenzverletzer gezielt in die Beine geschossen hätte um sein Leben zu schützen, aus Mitleid oder warum auch immer, wär der im Westen angekommen, hätte er in der BILD gesagt (fiktiver Fall), "Das Schwein hat mir in die Beine geschossen".
Versteht ihr wer die Egoisten waren?

Viele Grüsse vom schiesswütigen, 300% überzeugten Ex-Grenzer, Egoisten und Nazi.
Na wems Spass macht...mir raubt die Denke anderer nicht den Schlaf.




Habe mich zwar dazu schon einmal geoutet . Meine Meinung zu den von dir gebrachten Fakten deckt sich mit deiner . Man war echt zu jung um zu durchschauen für was man da benutzt wird . Jeder Grenverletzer wuße auf was er sich einläßt und kannte das Risiko genau in das er sich begibt . Dem war auch egal was aus dir wird wenn er im Westen ist

gruß Hapedi



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#76

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 22.06.2014 23:48
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #63
Ahoi ,

das Bild des schießwütigen Grenzers ist doch keine Erfindung der westdeutschen Presse .

Es sind Schüsse an der grünen Grenze und an der Mauer gefallen , es wurden Menschen durch die Anwendung der Schusswaffe an der grünen Grenze , an der Mauer und an den Güst vernichtet , zu Land und zu Wasser . Das ist Fakt und wird durch Unterlagen der zuständigen Untersuchungsorgane der DDR auch belegt . Es gab Tote und Verletzte . In Bezug auf die grosse Zahl von AGT , die in den zig Jahren an der Grenze ihren Wehrdienst ableisteten und ihre Schusswaffe nicht zum Einsatz bringen mussten , kann man aber sicher nicht pauschal von dem
-schiesswütigen Grenzer- sprechen . Es ist ein ganz kleiner Anteil der AGT , der in diese unglückliche Lage gekommen ist , dieser kleine Personenkreis hat aber geschossen und , und das ist das Verwerfliche , getroffen . Warum ? weiß nur der Schütze .
Ich habe viele AGT persönlich kennengelernt und die Mehrzahl machte mir nicht den Eindruck eines schießwütigen Genossen .
Es gab aber auch einige wenige , die mit einem gewissen Stolz behauptet haben , ja ich hätte geschossen , es war meine Pflicht , habe einen Eid geschworen , es war Befehl . Ohne eine Lage vorauszusetzen haben sie gesagt , ich hätte geschossen und das sind die schwarzen Schafe , durch die heute die Masse der AGT den unrühmlichen Ruf des -schiesswütigen Grenzers- hat . Zu Unrecht in meinen Augen .

Aber von einigen AGT habe ich auch gehört , daß es bei Heimfahrten in der Uniform der GT zu Beschimpfungen durch Bürger kam , daß man sich von der Schützenschnur und Auszeichnungen trennte um nicht besonders aufzufallen .
Das schlechte Image ist also keine Erfindung der Westpresse und der Bildzeitung .
Dazu kommt die von der politischen Führung der DDR gewollte Sonderstellung der Grenztruppe und ihrer Angehörigen als eine Art Elite .

B208



Dann war ich ja schiesswütig, danke für die Aufklärung.

Du bist beim Bundesgrenzschutz?
Warum trägst Du eine Waffe?
Ist da nur Wasser drin oder warum?
So wie Du schreibst, frage ich mich ob Polizist für Dich der richtige Beruf ist, bei Greenpeace wärst Du vielleicht besser aufgehoben, allerdings haben die auch keine Wasserspritzpistolen sondern bei bestimmten Einsätzen zu ihrer Verteidigung auch scharfe Waffen.

Sei bloss froh, dass/wenn Du sie mal nie benutzen musst wenn einer mit einem langen Messer vor Dir steht, oder Du Dich sonstwie bedroht fühlst, wenn es darum geht, mein Arsch oder seiner.
Kein Schütze, oder zumindest wohl die meisten, hat vorher gewusst was kommt, ich glaub den wenigsten Schützen gings beim Abdrücken um Ruhm und Ehre für die Deutsche Demokratische Republik, den gings nur um ihren Arsch, wo die Hose die drüber war randvoll war.
Und das ich heute sage, ich hätte geschossen, nun wie es in der Realität ausgesehn hätte kann man im nachhinein eh schwer sagen, theoretisch hätte ich aber, jedoch nicht für Staat und Partei sondern nur zu meinem Schutz und mit Stolz sage ich das schon garnicht, sondern mit der Gewissheit auch leben zu wollen.
Die meisten der Mauerhüpfer waren keine Regimeopfer die den Namen auch mit Fug und Recht tragen dürfen, jeder der objektiv denkt weis das.
Warum also sollte ich mich dafür schämen heute noch zu sagen, ja ich hätte geschossen?
Nur weil es schick ist sich nun hinzustellen und zu sagen, nein ich niemals!, damit ich den anderen gefalle und schön mit dem Strom schwimme?


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94, Krepp, hundemuchtel 88 0,5, Damals87, Hapedi und Acki haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#77

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 23.06.2014 08:17
von thomas 48 | 3.580 Beiträge

hap. schreibt, ihr wart zu jung, erst 18, um alles zu verstehen.
Habe ich schon öfters gelesen.
Ich war 16 und wußte schon wie der Staat auf Andersdenkende reagiert,


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#78

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 23.06.2014 09:31
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Man lebte auch als Jugendlicher nicht im "luftleeren" Raum, sondern in der gesellschaftlichen Realität.

Man konnte dafür, dagegen, oder, wie wohl die meisten, gespalten oder unsicher gewesen sein, angesichts des Gegensatztes von Anspruch und Realität.
Aber man hatte schon einen gewissen Durchblick.

Über die, welche den angeblich nicht hatten, wundere ich mich nur, verlange aber nicht, daß sie das Gegenteil behaupten, um heute schön zu tun.
Das verlangt wohl niemand.
Bisher wurde Offenheit hier immer honoriert.

.....Und klar waren wir den Flüchtlichen nach gelungender Flucht bestenfalls egal.
Was hatten wir zu erwarten?
Gewiß nicht, daß sie sich ergeben, um uns zu einer Auszeichnung zu verhelfen.

Was die Gründe zur Flucht betrifft:
Da zählte bekanntlich nicht nur, bereits in Haft gewesen zu sein oder das andere Extrem des reinen Abenteurertums.
Dazwischen gab es genug gerechtfertigte Gründe, die jeder mit sich selbst abmachen mußte oder auch nicht.


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zuletzt bearbeitet 23.06.2014 09:58 | nach oben springen

#79

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 23.06.2014 09:43
von Sperrbrecher | 1.662 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #76

Die meisten der Mauerhüpfer waren keine Regimeopfer die den Namen
auch mit Fug und Recht tragen dürfen, jeder der objektiv denkt weis das.


...und was waren sie - Deiner Meinung nach - dann ?
Kriminelle, wie es in der offiziellen Sprachregelung hieß ?


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#80

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 23.06.2014 09:46
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #77
hap. schreibt, ihr wart zu jung, erst 18, um alles zu verstehen.
Habe ich schon öfters gelesen.
Ich war 16 und wußte schon wie der Staat auf Andersdenkende reagiert,

Tja, Thomas,

es ist manchmal nicht nur von einem selbst abhängig, wann er welche Erfahrung macht und wie er sie macht. Jeder hat sein eigenes Umfeld gehabt, sein eigenes Leben gelebt. "Ich war zu jung" kann keine Ausrede bzw. kein wirklicher Grund sein, aber hinter der Aussage liegen eine Menge Gründe.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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