#41

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 15:02
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

So habe ich auch gedacht, kenne auch niemand aus meinem Bekanntenkreis der an der Grenze war.

OT
wie alt warst du und warum bist du rüber?

OT
man sprach auch nicht, er ist über die Grenze, sondern er ist rüber oder er ist abgehauen


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#42

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 15:11
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #41
OT
wie alt warst du und warum bist du rüber?


Hallo Thomas,
ich war 25 und hatte das Gefühl in dieser DDR zu ersticken, nichts tun zu können...
Da es OT ist, schreibe ich es dir gerne mal privat dieser Tage.


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#43

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 15:43
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von manudave im Beitrag #12
Ich habe mittlerweile tausende Grenzinteressierte vor meiner Nase gehabt, und habe diesen Vorwurf noch nie gehört. Die Menschen im Westen dürften auch gewusst haben, was Propaganda ist.
Zitat von glasi im Beitrag #13
Die Propaganda gab es aber. Zum Beispiel 1961. Der Mauertote Peter Fechter.Das hätte auch nicht sein müssen. Damit hatten die Grenztruppen ihren Ruf weg.

Nun war das aber 1962 und beim Ex-Jungpionier habe ich so meine Zweifel, was da Zuhören-Können betrifft, also nicht falsch verstehen @manudave , also die Aussage 'und habe diesen Vorwurf noch nie gehört.' nehme ich Dir sogar ab. Was aber nicht meint, das es nicht gesagt wurde oder immer noch wird.
Da ist einer der tragischsten Fälle bei durch Anwendung der Schußwaffe Getöteten für mich Benito Corghi, besonders wenn man die Hintergründe (inzwischen etwas genauer) kennt ...
www.berliner-zeitung.de/archiv/,10810590,8835118.html

Auf Ostseite gabs 1976 natürlich auch ein Protokoll, das hatten'mer schonema ... Zeitgeschichte: Tod an der Mauer


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 16.06.2014 15:44 | nach oben springen

#44

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 16:17
von Rostocker | 7.717 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #32
Ihr müsst das mal vom Standpunkt der "nicht gedienten" sehen. In meinen Augen mussten die, die Dienst an der Grenze taten, schon fest davon überzeugt gewesen sein, dass sie das richtige taten. Aus der Sicht derer, die diese Grenze, die Familien trennte, als unnmenschlich betrachteteten eine nachvollziehbare Haltung. Ich grenzte mich damals konsequent von Grenzern ab - wollte mit keinem etwas zu tun haben. Aus reinem Mißtrauen heraus.

Das änderte sich erst 20 Jahre nach dem Mauerfall, als ich hier auf dieses Forum getroffen bin und die unterschiedlichen Sichten und Meinungen kennen gelernt habe. Aber auch nicht wenige ehemalige Grenzer persönlich

LG von der Moskwitschka


Möchte mich dazu mal ganz kurz äussern. Ich war zwar in keiner Partei ausser in der FDJ; aber ich war mit meinen 19 Jahren irgendwie davon überzeugt das es richtig war.Deshalb war es mir auch völlig Schnuppe,als ich bei der Einberufungsuntersuchung erfuhr, das ich zu den Grenztruppen gezogen werde. Warum soll ich da auch groß drum herum reden, es war halt so..Klar habe ich meine 60 Mumpeln, die Kaschi und das Postenbrot genommen und bin auf Wache gezogen. Heute sage ich mir, ich stelle mich in keinen Forum hin und äusser mich,ich wollte da nicht hin und ich war immer dagegen und verdrehe mir dabei den Ar+++. Für mich war halt die Zeit so und die läst sich nicht zurück drehen,aber sie gehört zu Geschichte.


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#45

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 18:46
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #38
Zitat von HG19801 im Beitrag #37

Zitat
… Das gab es auch ? Wodurch entstand eine "Grema" ? …
Das Auftreten von Grenzermacken war wohl auf die ewig gleichen Dienstabläufe (besonders Innendienst),das Eingesperrtsein in der Kompanie und zu wenig Urlaub zurückzuführen.
Hinzu kam der tägliche Wechsel von Früh-, Spät- und Nachtaufzügen, der an den Nerven zerrte.
Mir ist aus meiner Zeit ein Fall in Erinnerung. Ein ziemlich "sensibler" Soldat unseres Zuges wurde während seiner Urlaubsrückreise verwirrt und in desolatem Zustand auf einem Bahnhof aufgegriffen. Er kam wohl mit der Tatsache der Wehrpflicht und dem damit verbundenen Fernsein von Familie sowie heimischen Umfeld nicht zurecht (kein Einzelfall und nicht allein auf die Grenze beschränkt).


Mir ist kein entsprechender Fall bekannt aus meiner Zeit 1969/70 in Juchhöh,, vielleicht lag es an der später eingeführten Kompaniesicherung,
zu meiner Zeit haben wir das eigentlich alle innerhalb wie außerhalb des Objektes ganz entspannt gesehen. Selbst Pilze haben wir gesucht im
5 km-Gebiet (heimlich). Auch waren unsere Dienstzeiten recht gut koordiniert.

Dehalb meine Frage, weil ich keine Gründe für solche Folgen erlebt hatte.
.



Zum Beitrag von HG19801 kann ich ergänzen:
Nicht zu vergessen, daß das vorn keine Übung war: Jederzeit mußte man mit einem Zwischenfall rechnen.
Kurz nach meinem Heimgang geschah der Weinhold-Mord und ich kann mir vorstellen, wie das die Aktiven beschäftigte.
Hinterher erinnert man sich wie überall eher an die "schönen" Seiten, insbesondere die heimlichen Spielchen im Dienst. Das geht mir nicht anders.

Manche sind aber tatsächlich depressiv geworden und zwar unabhängig vom Grad der Überzeugung..


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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zuletzt bearbeitet 16.06.2014 18:51 | nach oben springen

#46

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 18:58
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #45

Zum Beitrag von HG19801 kann ich ergänzen:
Nicht zu vergessen, daß das vorn keine Übung war: Jederzeit mußte man mit einem Zwischenfall rechnen.
Kurz nach meinem Heimgang geschah der Weinhold-Mord und ich kann mir vorstellen, wie das die Aktiven beschäftigte.
Hinterher erinnert man sich wie überall eher an die "schönen" Seiten, insbesondere die heimlichen Spielchen im Dienst. Das geht mir nicht anders.
Manche sind aber tatsächlich depressiv geworden.


Bei uns war das wirklich noch grüne Grenze, im wahrsten Sinne des Wortes, mit hölzernem B-Turm, 7 km Abschnitt,
recht guten Schichten, ohne Imponiergehabe der Offz., die waren noch aus der Zeit der kasernierten GrePo, kurz vor
Dienstende.
Und der Abschnitt war sowas von ruhig, wenn nicht mal der A-Zug rausmußte wegen Minenexplosion durch Wild wäre keine Grenze
zu vermuten gewesen.
Sicher gab es andere Abschnitte, die etwas mehr abverlangten, Berlin sicher sowieso, aber hier im Bayerisch-Vogtländischen ???
Negativ waren nur die 2-3 Mal, als verstärkte Grenzsicherung während der Schicht angesagt wurde, bedeutete länger draußen bleiben.
Meist waren unsere sowjetischen Freunde wieder einmal in Versuchung geraten und ausgebüxt.
Die hatten sicher mehr Streß als wir.
.
Wir waren eine gute und untereinander sehr kameradschaftliche Kompanie, kein EK-Gehabe, und das half allen.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#47

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 19:21
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Ich habe in einer Übergangszeit gedient, als die letzten Holztürme verschwanden.
Der GSZ löste bei entsprechendem Wetter und wegen des Wildes häufig aus, so daß eine A-Gruppe nicht selten 2 mal ausrücken mußte.

Die Ruhe konnte einem aber auch auf den Keks gehen, wenn man sich in früheren Schichten schon alles erzählt hatte und die Zeit stillzustehen schien.
Der Freienhagener Abschnitt war weitgehend kahl, d.h. Feld. Da gab es weniger nebenbei zu tun und man konnte nicht immer, wie man gern wollte, z. B. ein Feuerchen machen, weil man man mehr unter Beobachtung war.

Wie schon anderswo bemerkt: Die EK-Rituale waren bei uns positiv zu bewerten für das Gemüt - weil kurzweilige Spielchen.


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#48

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 19:39
von Hapedi | 1.875 Beiträge

Die EK Bewegung war nicht so ausgepraegt wie bei anderen Waffengattungen . Man musste sich ja im Grenzdienst auf einander verlassen koennen . Deswegen blieb es weitgehend bei Spruechen , kleinen Strophen und und hauptsaechlich Bandmass das nie fehlen durfte

gruss Hapedi



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zuletzt bearbeitet 16.06.2014 20:26 | nach oben springen

#49

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 19:40
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Wir waren innerhalb der Hundestaffel meist unter uns im Dienst, manchmal tagelang die selben Postenpaare.
Da haben sich gemeinsame Interessen entwickelt oder herausgestellt, außerdem boten die Hunde Kurzweil.
Landschaftlich war es sehr schön, aber bei 80 % Nachtschichten ???
Es war tot draußen, aber wir haben es trotzdem genossen und gemütliche Schichten gefahren.


.
.
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#50

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 20:41
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo, ich kann nur Zustimmen, dass die EK Bewegung auf den Innendienst beschränkt war und bei weitem nicht so krass wie man es von den Landstreitkräften gehört hat. Im Grenzdienst stand die Verlässlichkeit des Postenpartners im Vordergrund sonst hätte man die Zeit nicht unbeschadet überstanden. Ich habe es sowieso nicht verstanden, dass nur die 6 oder 12 Monate frühere Einberufung dazu geführt hat, dass sich manche wie Wildsäue gegenüber den manchmal älteren und oftmals intelligenteren Leidensgenossen benommen haben. Ich habe mich gegen sowas erfolgreich wehren können und selbst niemanden erniedrigt.

Merlini


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#51

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 21:26
von 94 | 10.792 Beiträge

Mal ne Frage, kommt von Dir nochwas zu diesem Punkt zum Thema ,,,

Zitat von Merlini im Beitrag #1
Es gab natürlich auch immer Idioten die mit der Flinte gespielt haben.


Ansonsten schreibt's Vordergrund mit Fau wie Fogel, und achso ... *tachsag*, also Fillkommen im Worum.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#52

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 22:26
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #46
Zitat von Freienhagener im Beitrag #45

Zum Beitrag von HG19801 kann ich ergänzen:
Nicht zu vergessen, daß das vorn keine Übung war: Jederzeit mußte man mit einem Zwischenfall rechnen.
Kurz nach meinem Heimgang geschah der Weinhold-Mord und ich kann mir vorstellen, wie das die Aktiven beschäftigte.
Hinterher erinnert man sich wie überall eher an die "schönen" Seiten, insbesondere die heimlichen Spielchen im Dienst. Das geht mir nicht anders.
Manche sind aber tatsächlich depressiv geworden.


Bei uns war das wirklich noch grüne Grenze, im wahrsten Sinne des Wortes, mit hölzernem B-Turm, 7 km Abschnitt,
recht guten Schichten, ohne Imponiergehabe der Offz., die waren noch aus der Zeit der kasernierten GrePo, kurz vor
Dienstende.
Und der Abschnitt war sowas von ruhig, wenn nicht mal der A-Zug rausmußte wegen Minenexplosion durch Wild wäre keine Grenze
zu vermuten gewesen.
Sicher gab es andere Abschnitte, die etwas mehr abverlangten, Berlin sicher sowieso, aber hier im Bayerisch-Vogtländischen ???
Negativ waren nur die 2-3 Mal, als verstärkte Grenzsicherung während der Schicht angesagt wurde, bedeutete länger draußen bleiben.
Meist waren unsere sowjetischen Freunde wieder einmal in Versuchung geraten und ausgebüxt.
Die hatten sicher mehr Streß als wir.
.
Wir waren eine gute und untereinander sehr kameradschaftliche Kompanie, kein EK-Gehabe, und das half allen.


Grün: Kommt drauf an, wo man um Berlin gedient hat. Auch bei uns konnte man eine ruhige Kugel schieben, wenn nicht gerade mal ein GV angelatscht kam. Im GR-Abschnitt war etwa wöchentlich sowas los. Ich selbst hatte im ganzen jahr eine einzige Festnahme, aber der hatte sich so blöd angestellt, den mußte man einfach kriegen. Kannst ja mal googeln auf Earth über den Abschnitt des GR 38 und der 1.GK. Havelgrenz/Fichtewiese/Erlengrund westwärts bis etwa Laszinswiese. Fast nur Wald. Und auch der Rest des GR wies nur wenig Bebauung auf. Das war alles 1967/68.



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#53

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 23:23
von utkieker | 2.915 Beiträge

Das Zerrbild über die Grenzsoldaten der ehemaligen DDR kommt oder kam nicht nur durch einschlägige Medien der BRD, sondern auch durch die Propaganda der DDR. Wir waren "Helden", die an vorderster Front auf Friedenswacht ziehen. Oh, wenn manch Bürger nur wüsste, wie wir Grenzer wirklich ticken, welchen Blödsinn wir verzapft haben und welchen Schikanen wir ausgesetzt waren. Die Grundwehrdienstleistenden der GT haben sich nicht wirklich von Grundwehrdienstleistenden anderer Waffengattungen unterschieden möglicherweise hatten die Meisten von uns eine engere Bindung an die DDR aber ein schießwütiges Killer- Kommando waren wir nie.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#54

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 17.06.2014 08:20
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #40
Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom (A. Einstein).
Ist es nicht auch immer eine Frage des Interesses und der Intension des Interessierten…wo die Reise hingeht?

Ich hatte ebenfalls derartige Vorurteile ggü Grenzern und schließe mich @Moskwitschka und @thomas 48 an…die Änderung bzw. Differenzierung meiner Meinung, was auch den Benutz der Schusswaffe betrifft, hat sich bei mir durch das Forum verändert.

Der Begriff ‚Grenzer‘ war in bestimmten Kreisen der DDR- Bevölkerung eben negativ belastet…das sind die Nasen die der sozialistischen Propaganda alles glauben und die den Henker spielen…oft nur auf ihre eigene berufliche Karriere fixiert…ect.pp.. Nach der Wende war man froh, diese unsägliche Mauer war weg und wen hat es da noch wirklich interessiert, wer da an der Grenze gestanden hat. Und so halten sich diverse Vorurteile noch heute.

Ganz aktuell hatte ich heute in der Mittagspause wieder ein solches Gespräch mit einer Kollegin, welche ebenfalls aus der Ehemaligen stammt. Ihrer Meinung nach standen da keine GWDler, sondern eben nur überzeugte 3-und länger- Dienenden. Als ich versuchte sie von ihrer Meinung runterzuholen kam nur: „Woher willst du das wissen und dann biste och noch Republikflüchling.“ Ich habe ihr bestimmte Literatur empfohlen aber letztendlich interessiert es sie nicht mehr.



rot markiert
Ja, leider....
Mich haben die beruflichen Wege ja auch beizeiten (ab Herbst 90) gen Westen geführt.
Ich kenne solch ähnliche Diskussionen zur Genüge aus den vergangenen 20 Jahren und ich hab es mir inzwischen abgewöhnt, mir "einen Zahn locker zu quatschen". Irgendwann wird man müde. Wenn ich mitbekomme, dass mein "Gesprächspartner" ohnehin nur seine vorgefasste Meinung bestätigt haben möchte, hole ich ihn dort auch nicht mehr ab. Und auf die Frage, ob ich mal Soldat war, kommt von mir meist nur ein knappes "ja, normale Wehrpflicht, 18 Monate". Keine Details mehr - sobald ich nur irgendwie ahne, das das Ganze auf eine "Mauerschützendiskussion" hinauslaufen könnte.
Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom (A. Einstein).
Da hat er wirklich Recht...

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#55

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 17.06.2014 09:49
von Gelöschtes Mitglied
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Ist nicht identisch mit " Hättest du geschossen , ratata


zuletzt bearbeitet 17.06.2014 09:55 | nach oben springen

#56

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 17.06.2014 09:52
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ratata im Beitrag #55

@ Rostocker
Möchte mich dazu mal ganz kurz äussern. Ich war zwar in keiner Partei ausser in der FDJ; aber ich war mit meinen 19 Jahren irgendwie davon überzeugt das es richtig war.Deshalb war es mir auch völlig Schnuppe,als ich bei der Einberufungsuntersuchung erfuhr, das ich zu den Grenztruppen gezogen werde. Warum soll ich da auch groß drum herum reden, es war halt so..Klar habe ich meine 60 Mumpeln, die Kaschi und das Postenbrot genommen und bin auf Wache gezogen. Heute sage ich mir, ich stelle mich in keinen Forum hin und äusser mich,ich wollte da nicht hin und ich war immer dagegen und verdrehe mir dabei den Ar+++. Für mich war halt die Zeit so und die läst sich nicht zurück drehen,aber sie gehört zu Geschichte.



Hast auch recht , ich kann nur noch aus meiner Sicht dazu fügen . Mit 19 Jahren (1969) , wie waren wir den von den Medien hier in der DDR auch vom schwarz " Hören und Sehen " informiert .
Als Dorfjacke damals , wie politisch war man Interessiert . Alle Kumpel gingen nach und nach zur Fahne , jeder war froh wenn er die Zeit hinter sich hatte.
Wir mussten eben zur Armee und die Eltern , die hatten vom letzten Krieg die Nase voll .
Also wurden wir so naiv und doof wie wir waren, zur Fahne ein berufen . Hier versuchte man uns politisch und unter BEFEHLSGEWALT zu einen Soldaten zu machen .
Wer heute hier schreibt , ich hätte nicht geschossen , ich glaube , jeder hätte damals geschossen
Denn Vereidigt wurden wir doch alle , oder ???
Interessant wäre es , mal über einen Fall einer Befehlsverweigerung zu erfahren.

Nur können wir alle von Glück sagen , wir sind nicht in die Situation gekommen , bei uns hat keiner versucht die Grenze zu betreten.
Genau sollte man sich auch mal die Bedingungen an der Grenze vor Augen führen , wo auf Grenzverletzer geschossen wurde .
Als ich an der Grenze war , nachts saßen wir als Horchposten in hunderten von Metern von der Grenze entfernt, an bestimmten Plätzen . Denn die Grenze sahen wir nicht . Am Tage war es nicht anders , wenn da einer vorne Rumturnte , der hatte eben Glück .
Überzeugt war ich nicht vom System , aber ich habe meine Pflichten aus welchem Grund auch immer erfüllt . Man hatte wohl vertrauen zu mir , denn welchen Schaden hätte ich in meiner Waffenkammer anrichten können .
Einen Tag der " offenen Grenze " ? ratata



Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.06.2014 10:02 | nach oben springen

#57

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 17.06.2014 11:16
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #49
Wir waren innerhalb der Hundestaffel meist unter uns im Dienst, manchmal tagelang die selben Postenpaare.
Da haben sich gemeinsame Interessen entwickelt oder herausgestellt, außerdem boten die Hunde Kurzweil.
Landschaftlich war es sehr schön, aber bei 80 % Nachtschichten ???
Es war tot draußen, aber wir haben es trotzdem genossen und gemütliche Schichten gefahren.


Das muß wirklich noch eine andere Zeit gewesen sein.
Später wechselten die Postenpaare ständig. Aber ein anderer Gesprächspartner war auch gut, aus den von mir genannten Gründen.
Das mit den gemeinsamen Interessen war nicht anders. Aber wie hätte man die dort entwickeln können (am allerwenigsten in der Schicht)?

Gemütlich konnten die Schichten im Frühling sein, kurz vor dem Heimgang.

Einen Uffz., der ins Bataillon versetzt wurde, sahen wir im Vorbeifahren beim Heimgang wieder.
Er sagte, er würde jetzt "den Fetten machen".
Naja, alles ist relativ.


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Jobnomade, Hapedi und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.06.2014 11:21 | nach oben springen

#58

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 17.06.2014 11:16
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Doppelposting


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 17.06.2014 11:16 | nach oben springen

#59

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 17.06.2014 12:00
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #52
Kommt drauf an, wo man um Berlin gedient hat. Auch bei uns konnte man eine ruhige Kugel schieben, wenn nicht gerade mal ein GV angelatscht kam. Im GR-Abschnitt war etwa wöchentlich sowas los. Ich selbst hatte im ganzen jahr eine einzige Festnahme, aber der hatte sich so blöd angestellt, den mußte man einfach kriegen. Kannst ja mal googeln auf Earth über den Abschnitt des GR 38 und der 1.GK. Havelgrenz/Fichtewiese/Erlengrund westwärts bis etwa Laszinswiese. Fast nur Wald. Und auch der Rest des GR wies nur wenig Bebauung auf. Das war alles 1967/68.


Berlin kenne ich zu gut, als Berliner. Das Umland ist in der Tat recht naturbelassen gewesen, ich meinte auch eher die Schneise innerhalb der Stadt.
Und zu deiner Zeit, die meiner sehr ähnlich ist, war es sowieso noch anders.
Unsere GK in Juchhöh litt an Unterbesetzung, weil zuerst die "kämpfende Truppe" mit Personal bestückt wurde.
Wir waren einschl. Spieß, Kompaniechef und allem drum und dran (4 Züge plus DH-Staffel) so um die 60 bis 65 Mann. Da kannte man recht
schnell jeden und wußte ihn einzuordnen.
Zieht man all diejenigen ab, die nie an die Linie rausgingen, waren wir 45 bis 50 aktive Grenzer.
.


.
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„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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zuletzt bearbeitet 17.06.2014 12:01 | nach oben springen

#60

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 19.06.2014 17:50
von Oss`n | 2.777 Beiträge

[quote=Merlini|p362421]Hallo, wenn ich immer höre, dass die Grenzer nur darauf gewartet haben auf jemanden zu schießen, kann ich nur kotzen. Zum Lachen ist es jedenfalls nicht. Die meisten Kameraden waren froh, wenn während der Schicht niemand zu sehen war. Die Devise bei der Ablösung war "Spurfrei". Auf unserer Einheit war es so, dass nach verlassen des Schutzstreifens das Magazin aus der Waffe genommen wurde. Auch wenn dadurch mehr Waffenreinigen erforderlich war. Trotzdem hat es bei der Sicherheitsüberprüfung nach der Schicht bei uns auf dem Hof zweimal geknallt. Beide mal aus Dummheit und beide mal ist zum Glück nichts passiert. Es gab natürlich auch immer Idioten die mit der Flinte gespielt haben.[/quote]


Stimmt beides - hab auch beides kennen gelernt !

Oss`n


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