#21

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 15.06.2014 10:41
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #18
ich habe mir die Grenzer anders vorgestellt, dachte immer, das wären alles überzeugte Genossen


thomas,wenn ich nicht schon Verheiratet gewesen wäre dann wäre ich sooo Überzeugt gewesen,nüscht wie rüber


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#22

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 15.06.2014 10:44
von Rostocker | 7.731 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #18
ich habe mir die Grenzer anders vorgestellt, dachte immer, das wären alles überzeugte Genossen


Thomas--Sicher wird es welche dort gegeben haben. Aber ich vermute mal,es gab auch viele--die es nur des Berufes und des Geldes gemacht haben.Und wahrscheinlich schaut es heute auch nicht anders aus. Bestes Beispiel ist doch--als man sah,wieviele die Fahne gewechselt haben. Also das Wort --Überzeugt--sollte man ganz beruhigt in die Tonne kloppen.


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#23

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 15.06.2014 12:29
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von thomas 48 im Beitrag #18
ich habe mir die Grenzer anders vorgestellt, dachte immer, das wären alles überzeugte Genossen



Na Thomas.....

da kannste getrost den anderen Schreibern in diesem "Fred"Glauben"schenken....
Alles ueberzeugte Genossen...Fehlanzeige...die DDR Sicherheitsfanatiker bekamen ja in den 80igern nicht mal mehr die noetige Menge zusammen
,die Ihrer Meinung nach dafuer geeignet waeren.
Das Alles haengt sicher auch mit dem Niedergang der Wirtschaft und der gepraedigten "Einheit von Wirtschaft und Sozielpolitik zusammen....
Da ging was durch die Gesellschaft...der Beginn des Anfangs vom wirtschaftlichen Ende,
der Abgleich zwischen politisch gesagtem und der Realitaet.
Ger groesste Sarchnagel "Die Akte von Helsinki"und die Umbrueche in der ehemaligen SU.
Sicher wird die Entwicklung auch immer in Abhaengigkeit von den Jahrzehnenten zu betrachten sein.....
Aber das die AGTs nur darauf gewartet haben, jemand an der Grenze erschiessen zu koennen,diese Meinung teile ich absolut nicht!

Fuer mich,meiner Meinung nach,ab nach Hause und was sinnvoilles tun,Mutti wartet,Kinder werden geboren,die Datsche ist nicht fertig,der Garten muss gemacht werden..etc....pp

Aber das ist eben die Geschichte,die Germanen haben Krieg gemacht,sind fast daran erstickt und dann musste man vor der Weltoeffentlichkeit erst mal viele Jahre Nachsitzen und dazu kam eben noch diese Grenze.


Sonntagliche Gruesse

BO


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zuletzt bearbeitet 15.06.2014 12:30 | nach oben springen

#24

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 15.06.2014 23:33
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Merlini im Beitrag #1
Hallo, wenn ich immer höre, dass die Grenzer nur darauf gewartet haben auf jemanden zu schießen, kann ich nur kotzen. Zum Lachen ist es jedenfalls nicht. Die meisten Kameraden waren froh, wenn während der Schicht niemand zu sehen war. Die Devise bei der Ablösung war "Spurfrei". Auf unserer Einheit war es so, dass nach verlassen des Schutzstreifens das Magazin aus der Waffe genommen wurde. Auch wenn dadurch mehr Waffenreinigen erforderlich war. Trotzdem hat es bei der Sicherheitsüberprüfung nach der Schicht bei uns auf dem Hof zweimal geknallt. Beide mal aus Dummheit und beide mal ist zum Glück nichts passiert. Es gab natürlich auch immer Idioten die mit der Flinte gespielt haben.

Hey!
Ich kenne keinen,der scharf war die Waffe zu gebrauchen.Eigentlich waren alle froh nach den Grenzdienst ohne Vorkommnisse in die Kaserne zurück zu kommen.
Vielleicht gab es welche die scharf waren auf eine vorzeitige Beförderung und einen Orden,ich nicht.
Gruß Rei


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#25

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 15.06.2014 23:58
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von thomas 48 im Beitrag #18
ich habe mir die Grenzer anders vorgestellt, dachte immer, das wären alles überzeugte Genossen

Bei der Musterung wurde nicht gefragt,außer man wollte 3 Jahre oder länger dienen.
Gemustert zur Ari,gelandet an der Grenze in Berlin zur Erfüllung des Klassenauftrages.


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#26

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 00:14
von utkieker | 2.926 Beiträge

Ich hatte mich für 3 Jahre gemeldet und war ja damals noch militärisch unbeleckt, hatte zwar meine Verwendung im Ermessen des Wehrkreiskommandos gestellt, hatte aber insgeheim damit gerechnet in eine Pioniereinheit berufen zu werden. Das ich Grenzer wurde erfüllt mich nun nicht gerade mit Stolz, aber wenn ich daran denke, wie es mir in einer Mot.- Schützen- Einheit ergangen wäre, kann ich nur sagen Gott sei Dank in einer Grenzkompanie!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#27

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 00:25
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von utkieker im Beitrag #26
Ich hatte mich für 3 Jahre gemeldet und war ja damals noch militärisch unbeleckt, hatte zwar meine Verwendung im Ermessen des Wehrkreiskommandos gestellt, hatte aber insgeheim damit gerechnet in eine Pioniereinheit berufen zu werden. Das ich Grenzer wurde erfüllt mich nun nicht gerade mit Stolz, aber wenn ich daran denke, wie es mir in einer Mot.- Schützen- Einheit ergangen wäre, kann ich nur sagen Gott sei Dank in einer Grenzkompanie!

Gruß Hartmut!

Hallo!
Habe mich zwar nicht für 3 Jahre gemeldet,aber wie Du schreibst,als " Motschütze" wäre es mir schlechter ergangen.
Hatte aber das Glück,Diensthundeführer zu werden,das hat mir vieles erspart und hatte immer einen vierbeinigen Kameraden,der mich verstanden hat.
Gruß Rei


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#28

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 00:39
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Das war aber zweischneidig:

Als Mot.-Schütze war man in keinem Sperrgebiet und blieb mit etwas Glück vielleicht in der Heimatstadt.

Daß es im Grenzdienst keinen Ernstfall gab, war Glückssache.
Bei uns war der Waffendienst jedenfalls ganz Ernst und nicht nur Übung.
Das konnte man erst hinterher entspannt sehen.
Mancher mit "Grema" (Grenzmacke, eine spezielle Belastungsstörung) wäre vielleicht bei den Motschützen besser aufgehoben gewesen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 16.06.2014 00:45 | nach oben springen

#29

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 07:29
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo, ich denke wohin jemand eingezogen wurde war doch wie Lotto. Die haben doch nicht gewusst wie jemand denkt. Was Lippenbekenntnisse wert waren ist doch bekannt. Ich wurde als Mot. Schütze gemustert und hatte mit Eggesin gerechnet, da ich politisch nicht einwandfrei war (keine Pioniere und keine Jugendweihe). Außerdem hatte ich Westverwandtschaft zu der wir regelmäßig Kontakt hatten. Als ich meine Einberufung nach Eisenach bekam, war ich schon erstaunt. Eine Flucht stand für mich außer Frage, hatte aber nichts mit dem System zu tun. Obwohl ich ehrlich gesagt zu meiner Dienstzeit nicht damit gerechnet hatte, dass der Schutzwall (gegen die eigene Bevölkerung) keine 13 Jahre mehr Bestand haben würde. Trotz das in den Jahren nach meinem Heimgang noch jede Menge Geld und Material sowie Schweiß der Erbauer investiert worden sind.

Merlini


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#30

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 07:58
von Mholzmichel | 381 Beiträge

Mir is`s auch passiert, nach einer zusätzlichen Nebelchicht musste ich während der AIDA noch mal auf die Führungsstelle Akkus hoch schaffen, also runter vom W 50 Magazin rein ab zur Füst und wieder zurück, die Flinte auf den W 50 hochgegeben und mich dann selber hochgehangelt, keiner hat`s gemerkt das das magazin noch drin war.
Auf den Hof aufgefahren (Großziethen 3.GK) Sicherheitskontrolle und Peng. Ich hatte im Moment gar nicht gedacht das es meine Kaschi war.
Nur gut dass der Ltnt. nicht so schnell vor uns gelaufen ist.


EK 81/2
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#31

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 08:26
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Hallo miteinander,

wenn ich hier lese "Grenzer und überzeugter Genosse" muss ich ein wenig schmunlzeln...
Na gut - dann oute ich mich mal:
Ich war damals "überzeugter Genosse". Und Grenzer - aber nicht freiwillig. Man hat mich beim Wehrkreiskommando überhaupt nicht gefragt, ob ich bereit bin, Grenzer zu werden, sondern meine Bereitschaft einfach vorausgesetzt.
Ich war 25, verheiratet, hatte ein Uni-Diplom (hab ich immer noch, verheiratet bin ich allerdings schon lange nicht mehr) und war Mitglied der SED.
Nur eins war ich bestimmt nicht: "schiesswütig" - da irrt die "BILD" und all die anderen, die sowieso und immer alles besser wissen.
Während meiner Zeit an der Grenze Frühjahr 1979 bis Frühjahr 80 habe ich nicht einen Schuss abgegeben !!
Mein Credo, meine Empfindungen, als ich diese Grenze das erste Mal sah, habe ich hier schon mal im Eröffnungsbeitrag in eine kleine Geschichte gepackt:
Ein Sommertag in der Rhön
Später, in den 80er Jahren, hat mir die SED-Führung mit ihrer Politik so nach und nach alle Illusionen vom humanistischen Grundanliegen des Sozialismus geraubt und unsere Wege trennten sich...


In diesem Sinne..
friedliche Grüsse von Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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zuletzt bearbeitet 16.06.2014 08:29 | nach oben springen

#32

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 09:17
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ihr müsst das mal vom Standpunkt der "nicht gedienten" sehen. In meinen Augen mussten die, die Dienst an der Grenze taten, schon fest davon überzeugt gewesen sein, dass sie das richtige taten. Aus der Sicht derer, die diese Grenze, die Familien trennte, als unnmenschlich betrachteteten eine nachvollziehbare Haltung. Ich grenzte mich damals konsequent von Grenzern ab - wollte mit keinem etwas zu tun haben. Aus reinem Mißtrauen heraus.

Das änderte sich erst 20 Jahre nach dem Mauerfall, als ich hier auf dieses Forum getroffen bin und die unterschiedlichen Sichten und Meinungen kennen gelernt habe. Aber auch nicht wenige ehemalige Grenzer persönlich

LG von der Moskwitschka


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zuletzt bearbeitet 16.06.2014 09:43 | nach oben springen

#33

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 09:57
von thomas 48 | 3.580 Beiträge

Ich habe wirklich so gedacht, jetzt durch das F. denke ich etwas anders.
Nur, jeder schreibt ,,ich habe nie geschossen oder kenne keinen der geschossen hat,, usw.
Nur, es sind doch Personen an der Grenze gestorben. Woran? Es, sind doch nicht alle zusammen an Herzschlag umgekommen?

Überzeugte Genossen, das ist kein Vorwurf von mir, kenne und kannte einige G., die wirklich mit guter Absicht den Menschen helfen wollten. Kenne aber auch andere!


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#34

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 09:59
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo, um das Thema noch etwas zu vertiefen, will ich mal nachfragen ob jemand mal eine der "vielen Provokationen" des BGS erlebt hat. Ich persönlich habe das Auftreten des BGS immer als korrekt empfunden. Beim Zoll war das anders. Die haben gerne provoziert, Zigaretten und Schokolade über den Zaun geworfen und dummes Zeug erzählt. Man weis ja nicht was die geraucht und getrunken hatten. Ebenso die Amerikaner. Die haben gleich mal Zielübungen mit der Kanone oder dem SMG gemacht. Da ist man automatisch kleiner geworden.

Merlini


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#35

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 11:04
von Mholzmichel | 381 Beiträge

Schießwütig ist absloluer Quark. Ich bin gleich mit 18 eingezogen worden, auch ohne Vorwarnung, einfach eben Grenztruppen.
Sicher war jeder froh nicht in die Lage gekommen zu sein zu schießen. Und das 99,9 %. Diejenigen die es tum mussten betrachte ich auch nicht als schießwütig, denn jeder von uns hatte seinen Befehl, so oder so. Das ja oder nein (schießen) hing meiner Meinung nach mit der momentanen Lage vor Ort zusammen und kann nicht verallgemeinert werden.
Provokationen ja, mehr oder weniger von den Amis, und Silvester von der Westberliner Bevölkerung.


EK 81/2
zuletzt bearbeitet 16.06.2014 11:05 | nach oben springen

#36

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 11:08
von Heckenhaus | 5.153 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #28

Mancher mit "Grema" (Grenzmacke, eine spezielle Belastungsstörung) wäre vielleicht bei den Motschützen besser aufgehoben gewesen.



Das gab es auch ? Wodurch entstand eine "Grema" ?
Ich fand das Jahr an der Grenze wie unterbezahlten Urlaub, trotz der zu 80 % geleisteten Nachtschichten.
Jeden Tag Natur, Bewegung, frische Luft und Ruhe satt.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#37

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 12:28
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat
… Nur, jeder schreibt ,,ich habe nie geschossen oder kenne keinen der geschossen hat,, usw.
Nur, es sind doch Personen an der Grenze gestorben. Woran? Es, sind doch nicht alle zusammen an Herzschlag umgekommen?

Ich kann nur davon berichten, was ich persönlich während meiner einjährigen Dienstzeit bzgl. meiner Kompanie erlebt habe. Da fiel nun mal kein einziger Schuss, es gab auch keine Festnahmen.
Grenzdurchbrüche gab es zwei an der Zahl, die allerdings nicht in Grenzdienstaufzüge unserer Kompanie fielen. Ein Grenzsoldat ging stiften und zwei Zivilisten überquerten die Sperranlagen, ohne dass es zu Anwendungen von Schusswaffen kam.

Zitat
Hallo, um das Thema noch etwas zu vertiefen, will ich mal nachfragen ob jemand mal eine der "vielen Provokationen" des BGS erlebt hat. …

Provokationen solcherart habe ich nicht erfahren.
Das "Spektakulärste", was ich erlebt habe, war, dass zwei Leute vom Grenzzolldienst einen Diensthund ausbildeten. Mag sein, dass sich die Herren etwas in Szene setzen wollten. Als provokativ konnte man das nicht auffassen.

Zitat
… Das gab es auch ? Wodurch entstand eine "Grema" ? …

Das Auftreten von Grenzermacken war wohl auf die ewig gleichen Dienstabläufe (besonders Innendienst),das Eingesperrtsein in der Kompanie und zu wenig Urlaub zurückzuführen.
Hinzu kam der tägliche Wechsel von Früh-, Spät- und Nachtaufzügen, der an den Nerven zerrte.
Mir ist aus meiner Zeit ein Fall in Erinnerung. Ein ziemlich "sensibler" Soldat unseres Zuges wurde während seiner Urlaubsrückreise verwirrt und in desolatem Zustand auf einem Bahnhof aufgegriffen. Er kam wohl mit der Tatsache der Wehrpflicht und dem damit verbundenen Fernsein von Familie sowie heimischen Umfeld nicht zurecht (kein Einzelfall und nicht allein auf die Grenze beschränkt).


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#38

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 14:20
von Heckenhaus | 5.153 Beiträge

Zitat von HG19801 im Beitrag #37

Zitat
… Das gab es auch ? Wodurch entstand eine "Grema" ? …
Das Auftreten von Grenzermacken war wohl auf die ewig gleichen Dienstabläufe (besonders Innendienst),das Eingesperrtsein in der Kompanie und zu wenig Urlaub zurückzuführen.
Hinzu kam der tägliche Wechsel von Früh-, Spät- und Nachtaufzügen, der an den Nerven zerrte.
Mir ist aus meiner Zeit ein Fall in Erinnerung. Ein ziemlich "sensibler" Soldat unseres Zuges wurde während seiner Urlaubsrückreise verwirrt und in desolatem Zustand auf einem Bahnhof aufgegriffen. Er kam wohl mit der Tatsache der Wehrpflicht und dem damit verbundenen Fernsein von Familie sowie heimischen Umfeld nicht zurecht (kein Einzelfall und nicht allein auf die Grenze beschränkt).



Mir ist kein entsprechender Fall bekannt aus meiner Zeit 1969/70 in Juchhöh,, vielleicht lag es an der später eingeführten Kompaniesicherung,
zu meiner Zeit haben wir das eigentlich alle innerhalb wie außerhalb des Objektes ganz entspannt gesehen. Selbst Pilze haben wir gesucht im
5 km-Gebiet (heimlich). Auch waren unsere Dienstzeiten recht gut koordiniert.

Dehalb meine Frage, weil ich keine Gründe für solche Folgen erlebt hatte.
.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#39

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 14:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von thomas 48 im Beitrag #33
Ich habe wirklich so gedacht, jetzt durch das F. denke ich etwas anders.
Nur, jeder schreibt ,,ich habe nie geschossen oder kenne keinen der geschossen hat,, usw.
Nur, es sind doch Personen an der Grenze gestorben. Woran? Es, sind doch nicht alle zusammen an Herzschlag umgekommen?

Überzeugte Genossen, das ist kein Vorwurf von mir, kenne und kannte einige G., die wirklich mit guter Absicht den Menschen helfen wollten. Kenne aber auch andere!


@thomas 48 , ja es wurde an der Grenze geschossen. Nur denke nicht das die Schützen alle 100% überzeugt waren. Es war die Situation heraus, aus der geschossen wurde. der Grenzer war teilweise überfordert, teilweise wollte er alles richtig machen oder das Zusammenspiel von vielen Gründen.
Ich versuche das "wertneutral" zu schreiben....
Eigentlich hätte der "Überzeugte Grenzer" nicht schießen dürfen.....


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#40

RE: Schießwütige Grenzposten

in Mythos DDR und Grenze 16.06.2014 14:45
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom (A. Einstein).
Ist es nicht auch immer eine Frage des Interesses und der Intension des Interessierten…wo die Reise hingeht?

Ich hatte ebenfalls derartige Vorurteile ggü Grenzern und schließe mich @Moskwitschka und @thomas 48 an…die Änderung bzw. Differenzierung meiner Meinung, was auch den Benutz der Schusswaffe betrifft, hat sich bei mir durch das Forum verändert.

Der Begriff ‚Grenzer‘ war in bestimmten Kreisen der DDR- Bevölkerung eben negativ belastet…das sind die Nasen die der sozialistischen Propaganda alles glauben und die den Henker spielen…oft nur auf ihre eigene berufliche Karriere fixiert…ect.pp.. Nach der Wende war man froh, diese unsägliche Mauer war weg und wen hat es da noch wirklich interessiert, wer da an der Grenze gestanden hat. Und so halten sich diverse Vorurteile noch heute.

Ganz aktuell hatte ich heute in der Mittagspause wieder ein solches Gespräch mit einer Kollegin, welche ebenfalls aus der Ehemaligen stammt. Ihrer Meinung nach standen da keine GWDler, sondern eben nur überzeugte 3-und länger- Dienenden. Als ich versuchte sie von ihrer Meinung runterzuholen kam nur: „Woher willst du das wissen und dann biste och noch Republikflüchling.“ Ich habe ihr bestimmte Literatur empfohlen aber letztendlich interessiert es sie nicht mehr.


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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