#1

Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 05.08.2009 11:49
von Angelo | 12.396 Beiträge

Gemessen am formalen Kräfteverhältnis jener, die einander innerhalb des Landes im Kampf gegenüberstanden, hätte das stalinistisch geprägte DDR-Regime noch ewige Zeiten fortdauern können. Nach Schätzungen Christoph Singelnsteins, eines der ihren, betrug die Zahl aktiver BürgerrechtlerInnen im Land höchstens 2000.(2) Allein die auf sie angesetzten inoffiziellen und offiziellen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit waren dutzende Male so zahlreich. Dennoch gelang es in der Situation von 1989 den 2000, kurzzeitig enormen Einfluß zu erlangen und maßgeblich zum Sturze des Regimes beizutragen. Sie widerlegten so ein übriges Mal die These, in der Geschichte komme alles auf Zahl und Ausrüstung der jeweiligen Gegenspieler an.

hier weiterlesen
http://www.glasnost.de/autoren/behrend/buergerbew.html


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#2

Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 26.02.2010 10:01
von Angelo | 12.396 Beiträge

Habt ihr dazu auch noch Antworten...?


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#3

Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 26.02.2010 14:38
von S51 | 3.733 Beiträge

Ähm, ich fürchte, wir gehören mehrheitlich zu der Gruppe, die sich immer noch mehr oder weniger ernstgemeint fragt: Wie konnte das bloß passieren.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#4

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 26.02.2010 21:40
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von S51
Ähm, ich fürchte, wir gehören mehrheitlich zu der Gruppe, die sich immer noch mehr oder weniger ernstgemeint fragt: Wie konnte das bloß passieren.



Tja da hat den möglichen Befehlsgebern leider im rechten Moment ein kompletter Satz Eier in der Hose gefehlt. Der Kahn prägte den Ausdruck ja einmal so und mir gefällt er sehr gut. So blieben die Pläne, die diesen Verlauf definitiv verhindert, hätten im Schubfach. Die Maßnahmen zum sogenannten Vorbeugekomplex kamen ja, zumindest in unserer BV, über erste Vorbereitungen nicht hinaus.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 26.02.2010 22:19 | nach oben springen

#5

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 26.02.2010 21:54
von Gelöschtes Mitglied
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Ich gehöre zu der Gruppe die sagt,zum Glück ist der Spuk vorbei.

Gruß ek40


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#6

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 26.02.2010 21:56
von 94 | 10.792 Beiträge

_Feliks D._> Tja da hat den möglichen Befehlsgebern leider im rechten Moment ein kompletter Satz Eier in der Hose gefehlt.

Na da fällt mir doch ein anderes Gerücht über die beim Menschen recht seltene Krankheit Monorchismus ein.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 02.03.2010 16:42 | nach oben springen

#7

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 26.02.2010 22:17
von wosch (gelöscht)
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[quote="Feliks D."

Tja da hat den möglichen Befehlsgebern leider im rechten Moment ein kompletter Satz Eier in der Hose gefehlt. So blieben die Pläne, die diesen Verlauf definitiv verhindert, hätten im Schubfach. Die Maßnahmen zum sogenannten Vorbeugekomplex kamen ja, zumindest in unserer BV, über erste Vorbereitungen nicht hinaus.

;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Na Felix, sei doch froh darüber, so konntest Du Deine tschekistischen Hände neben dem "kühlen Kopf" und dem "heißen Herzen" auch noch weiter "sauber" halten und Dein weiteres Leben im bösen Kapitalismus bis zum Schluß damit verbringen über die Vergangenheit nachzudenken, Dich mit "Andersdenkenden auszutauschen und auch mal woanders hinzufahren als in die Sowjetunion.
Schöne Grüße aus Kassel.


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#8

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 27.02.2010 07:00
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von ek40
Ich gehöre zu der Gruppe die sagt,zum Glück ist der Spuk vorbei.

Gruß ek40



Zu der gehör ich auch....und hätt ich gewust, was ihr da in Riebau für'n lamer Haufen gewesen wart, dann....na dann....aber vielleicht auch nich....

Mara


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#9

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 25.03.2010 16:30
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Angelo
Gemessen am formalen Kräfteverhältnis jener, die einander innerhalb des Landes im Kampf gegenüberstanden, hätte das stalinistisch geprägte DDR-Regime noch ewige Zeiten fortdauern können. Nach Schätzungen Christoph Singelnsteins, eines der ihren, betrug die Zahl aktiver BürgerrechtlerInnen im Land höchstens 2000.(2) Allein die auf sie angesetzten inoffiziellen und offiziellen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit waren dutzende Male so zahlreich. Dennoch gelang es in der Situation von 1989 den 2000, kurzzeitig enormen Einfluß zu erlangen und maßgeblich zum Sturze des Regimes beizutragen. Sie widerlegten so ein übriges Mal die These, in der Geschichte komme alles auf Zahl und Ausrüstung der jeweiligen Gegenspieler an.

hier weiterlesen
http://www.glasnost.de/autoren/behrend/buergerbew.html



ja und wo sind sie nun hin die bürgerbewegten?einige haben sich arangiert und gute posten,andere (die meisten)sind in der bedeutungslosigkeit verschwunden.so nach dem motto:sohaben wir das nicht gewollt


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#10

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 25.03.2010 16:39
von Mongibella (gelöscht)
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Pitti....ich war hier am 12. Mai 1990.....

....wo ward ihr....????

Und ja, jammer, das es das nich mehr gibt....wir haben es aber versucht....leider hat die Polizei ein Triumpf gefeiert, da einige Idis Bierdosen in deren Richtung schmeissen mußten....gerade da, wo's am schönsten wurde auf'm Römer....

Mara


zuletzt bearbeitet 25.03.2010 16:41 | nach oben springen

#11

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 25.03.2010 17:20
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Pitti53

ja und wo sind sie nun hin die bürgerbewegten?einige haben sich arangiert und gute posten,andere (die meisten)sind in der bedeutungslosigkeit verschwunden.so nach dem motto:sohaben wir das nicht gewollt




Da Du Dich ja auch immer gegen allgemeine Pauschalierung ausgesprochen hattest würde ich es vorziehen wenn Du mal konkrete Beispiele bringen würdest, anstatt nur das übliche "blabla". Daß Du das so nicht gewollt hattest ist mir ja klar und daß Du Dich mal in der Bedeutungslosigkeit eines "Fairteammitgliedes" (Angelo und alle Anderen, bitte nicht schimpfen, ist nicht bös gemeint) mit ehemaligen "Klassenfeinden" rumärgern würdest, hättest Du Dir zu Deinen Glanzzeiten sicher noch nicht mal im Traume vorstellen können, oder? Aber daß gerade Du auf "Arrangierte" mit "guten Posten" hinweist (wo Du Dir Doch selber durch Arrangieren ein "gutes" Pöstchen mit noch möglichen Aufstiegschancen angedient hattest), hört sich in etwa so an, wie: Haltet den Dieb! In Einem waren sich aber alle "Bürgerbewegten" einig, nämlich: Die Stasi mußte weg, die SED durfte nicht mehr bestimmen, Reisefreihheit mußte her, die Meinungsfreiheit auch, die Mauer mußte weg und die "Politischen" mussten entlássen werden!! So hatten sie es gewollt und All das ist eingetroffen, Pitti!!
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 25.03.2010 17:21 | nach oben springen

#12

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 25.03.2010 18:04
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von wosch
Da Du Dich ja auch immer gegen allgemeine Pauschalierung ausgesprochen hattest würde ich es vorziehen wenn Du mal konkrete Beispiele bringen würdest, anstatt nur das übliche "blabla". ... Aber daß gerade Du auf "Arrangierte" mit "guten Posten" hinweist ... hört sich in etwa so an, wie: Haltet den Dieb!


Hallo wosch,

mal abgesehen von den persönlichen Zwischenhieben in der Auseinandersetzung mit Pitti, gebe ich Dir hier recht. Wenn man einige nimmt, die in der Politik angekommen sind, könnte der Eindruck entstehen, dass sie sich arrangiert haben und gute Posten gesichert haben. Für mich wäre Günter Nooke so ein Beispiel, der plötzlich vom Bündnis90 zur CDU wechselte und dort angekommen schien. Aber er ist eben auch ein Beispiel, dass es mit den "guten Posten" nicht so einfach ist. Und obwohl ich ihn für mich als poltischen Gegner ansehe, respektiere ich seine politische Arbeit, mit der er sich nach wie vor in den Dienst der Gesellschaft stellt. Also: Kein Beispiel dafür. Einige berühmten Gegenbeispiele zu Pitti heißen Bärbel Bohley, Friedrich Schorlemmer, Jens Reich, Christian Führer. Die kämpfen noch immer, setzen sich auf die verschiedenste Weise für Menschenrechte oder auch einfach nur für die Menschen ein. Und das gilt für viele, die in der Zeit der DDR für Bürgerrechte eingetreten sind. Da vielleicht nur auf Angela Merkel und Rainer Eppelmann zu zeigen, ist ein bisschen dünn für einen Generalvorwurf.

Im weiteren sagst dann: "In Einem waren sich aber alle "Bürgerbewegten" einig,... die Mauer mußte weg ...". Wenn Du das im Sinne der Beseitigung des zu dieser Zeit herrschenden Grenzregimes der DDR meinst, stimme dem weitestgehend zu. Im Sinne einer Beseitigung der Mauer mit dem Ziel der Wiedervereinigung würde ich Widerspruch anmelden. Gerade das Neue Forum trat im September 1989 an für die Ziele laut Gründungsaufruf: Dialog, Gerechtigkeit, Friede und Demokratie in der Gesellschaft. Der Bedeutungsverlust des Neuen Forums im Jahre 1990 erklärt sich für mich unter anderem auch aus der lange ablehnden Haltung zu Währungsunion und Wiedervereinigung.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#13

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 25.03.2010 18:42
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rainman2

Zitat von wosch
Da Du Dich ja auch immer gegen allgemeine Pauschalierung ausgesprochen hattest würde ich es vorziehen wenn Du mal konkrete Beispiele bringen würdest, anstatt nur das übliche "blabla". ... Aber daß gerade Du auf "Arrangierte" mit "guten Posten" hinweist ... hört sich in etwa so an, wie: Haltet den Dieb!


Hallo wosch,

mal abgesehen von den persönlichen Zwischenhieben in der Auseinandersetzung mit Pitti, gebe ich Dir hier recht. Wenn man einige nimmt, die in der Politik angekommen sind, könnte der Eindruck entstehen, dass sie sich arrangiert haben und gute Posten gesichert haben. Für mich wäre Günter Nooke so ein Beispiel, der plötzlich vom Bündnis90 zur CDU wechselte und dort angekommen schien. Aber er ist eben auch ein Beispiel, dass es mit den "guten Posten" nicht so einfach ist. Und obwohl ich ihn für mich als poltischen Gegner ansehe, respektiere ich seine politische Arbeit, mit der er sich nach wie vor in den Dienst der Gesellschaft stellt. Also: Kein Beispiel dafür. Einige berühmten Gegenbeispiele zu Pitti heißen Bärbel Bohley, Friedrich Schorlemmer, Jens Reich, Christian Führer. Die kämpfen noch immer, setzen sich auf die verschiedenste Weise für Menschenrechte oder auch einfach nur für die Menschen ein. Und das gilt für viele, die in der Zeit der DDR für Bürgerrechte eingetreten sind. Da vielleicht nur auf Angela Merkel und Rainer Eppelmann zu zeigen, ist ein bisschen dünn für einen Generalvorwurf.

Im weiteren sagst dann: "In Einem waren sich aber alle "Bürgerbewegten" einig,... die Mauer mußte weg ...". Wenn Du das im Sinne der Beseitigung des zu dieser Zeit herrschenden Grenzregimes der DDR meinst, stimme dem weitestgehend zu. Im Sinne einer Beseitigung der Mauer mit dem Ziel der Wiedervereinigung würde ich Widerspruch anmelden. Gerade das Neue Forum trat im September 1989 an für die Ziele laut Gründungsaufruf: Dialog, Gerechtigkeit, Friede und Demokratie in der Gesellschaft. Der Bedeutungsverlust des Neuen Forums im Jahre 1990 erklärt sich für mich unter anderem auch aus der lange ablehnden Haltung zu Währungsunion und Wiedervereinigung.

ciao Rainman





Hallo Klaus-Peter!
Man darf aber bei den Ereignissen im Herbst 89 nicht ganz vergessen, daß der Ruf nach Wiedervereinigung erst dann verstärkt auftrat, als man sich einigermaßen sicher war, daß es zu keinem Blutvergießen mehr kommen würde. In der Zeit davor wollte man die Staatsgewalt nicht provozieren und glaubte auch noch nicht so richtig an den Fall der Mauer. Ein wiedervereintes Deutschland, soweit hatte man noch nicht mal zu hoffen gewagt und die Bürgerbewegung wäre zu Anfang deswegen auch mit einer reformierten DDR, ohne Vorherrschaft der SED und deren "Schild und Schwert" aber mit ausreichender Beteiligung aller Gesellschaftsschichten zufrieden gewesen, weil die Befehlsgewalt zumindestens zu diesem Zeitpunkt noch bei dem Vorsitzenden des Verteidigungsrates lag.Eine reformierte DDR mit allen demokratischen Freiheiten wäre meiner Meinung nach sowieso nicht das Ende der Fahnenstange gewesen, nach dem Wegfall der Grenzanlagen wäre es eh zu einer Wiedervereinigung gekommen. Das "kleine Brötchen backen" der Bürgerbewegung im Herbst 89 war nur ein Zugeständnis an die zur Zeit noch Herrschenden um Denen ihren Verzicht an der Macht etwas leichter zu machen, weil man sich so sicher nun auch noch nicht war.

Schönen Gruß aus Kassel.


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#14

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 25.03.2010 19:23
von altgrenzer (gelöscht)
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Zitat von Angelo
Habt ihr dazu auch noch Antworten...?



Naja, paar Zahlen,

von 1985 zu 1986 stieg die Zahl der Ausreiseantragsteller sprunghaft an von 16 T auf knapp 40 T. Im Jahr 1989 gab es knapp 22 T Antragsteller.

Demgegenüber:
Eines der letzten Treffen von Ausreisewilligen in der Erfurter Uni-Kirche: Anwesend etwa 40 Personen.
Eine Woche später trafen sich Bürger in dieser Kirche, die was bewegen wollten in der DDR, das waren an dem einen abend ca. 1000 Leute, und draußen standen auch noch traubenweise Menschen.

Und das nur in Erfurt, also lieber Angelo, wenn Du Zahlen hörst von Bürgerbewegungen, die nur knapp über die tausend oder zweitausend gehen und das DDR-weit, daran kannst Du bedenkenlos zweifeln ;)

Rolf


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#15

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 25.03.2010 20:09
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von altgrenzer

Eines der letzten Treffen von Ausreisewilligen in der Erfurter Uni-Kirche: Anwesend etwa 40 Personen.
Eine Woche später trafen sich Bürger in dieser Kirche, die was bewegen wollten in der DDR, das waren an dem einen abend ca. 1000 Leute, und draußen standen auch noch traubenweise Menschen.

Und das nur in Erfurt, also lieber Angelo, wenn Du Zahlen hörst von Bürgerbewegungen, die nur knapp über die tausend oder zweitausend gehen und das DDR-weit, daran kannst Du bedenkenlos zweifeln ;)

Rolf



Nun zähl mal nicht gleich jeden Mitläufer zu den Damen und Herren Bürgerbewegten

Der harte Kern wirklicher Bürgerbewegter ist mit 2000 schon ganz gut getroffen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 25.03.2010 20:09 | nach oben springen

#16

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 25.03.2010 22:11
von altgrenzer (gelöscht)
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Zitat
Tja da hat den möglichen Befehlsgebern leider im rechten Moment ein kompletter Satz Eier in der Hose gefehlt.



Genau! Und dann nichemal mit lächerlichen 2000 Revoluzzern fertig werden

Hotti


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#17

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 26.03.2010 07:41
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Guten Morgen Altgrenzer und was waren 20-40 Tausend Antragsteller auf Ausreise, lass es 100-200 Tausend gewesen sein, das war doch ein Witz, betrachtet auf die Gesamtbevölkerung der DDR bezogen? Von mir aus hätten sie alle mit Sack und Pack und Auto...was solls, davon wäre doch der Staat DDR nicht in die Knie gegangen.
Die große Chance, eine bessere DDR wurde einfach vertan, das war der Riesenfehler, auch die Schuld dieser " Bürgerbewegten". Und dann noch der Zettel...dieser dusslige Zettel, wo der Schabowski, oder wie der Mann hieß, abgelesen hatte.
Wieder ein Riesenfehler und eine bessere DDR würde heute noch bestehen, wenn auch mit sehr schmerzhaften Einschnitten für die damaligen, ich bezeichnete sie immer als " Unsere obersten Zehntausend".
Und das zu Recht, weg wären sie gewesen, die alten senilen Männer und neues frisches Blut mit klaren Gedanken hätte regiert und ich glaube fast...da wäre sogar ich zum ersten Mal in meinem Leben zur Wahl gegangen, ich Egoist, der ich damals war und heute wieder bin....heißt soviel, wie...ich gehe nicht wählen.

R-M-R


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#18

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 26.03.2010 15:20
von 94 | 10.792 Beiträge

Mahlzeit R-M-R, willst mal wieder Öl ins Feuer schütten, hä?
Sag mal, ne persönliche Frage: Rasierst Du Dich naß?
Oder anders gefragt, Du kennst den Unterschied zwischen Egoist und Egozentriker. Nein?
Na dann schau mal hier.

PS. an die Admins: könnt ihr löschen, nur das mußte jetzt mal raus *betroffenguck*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 26.03.2010 15:25 | nach oben springen

#19

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 26.03.2010 16:41
von werraglück | 679 Beiträge

@ R-M-R,

was du da schreibst, kann einfach nicht ernst genommen werden! Das Land DDR war schon lange nicht mehr überlebensfähig. Und wer hätte denn das frische Blut sein sollen, vielleicht Leute aus der Partei mit Führungsrolle?
Die wenigsten der Menschen hatten noch Vertrauen. Zur Vereinigung gab es nicht eine Alternative!

MfG


"Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Ge­genwart nicht verstehen und die Zukunft nicht ge­stalten"

ROMAN HERZOG
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#20

RE: Bürgerbewegungen in der DDR

in Leben in der DDR 26.03.2010 17:26
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff

Die große Chance, eine bessere DDR wurde einfach vertan, das war der Riesenfehler, auch die Schuld dieser " Bürgerbewegten". Und dann noch der Zettel...dieser dusslige Zettel, wo der Schabowski, oder wie der Mann hieß, abgelesen hatte.
Wieder ein Riesenfehler und eine bessere DDR würde heute noch bestehen....
R-M-R



Ach, lieber Rainer-

wo hast du nur gelebt? Warum hast du so vieles nicht mitbekommen oder falsch verstanden, dass du die damaligen Ereignisse so unrealistisch einschätzt? Sicher hast du ohne Rast gearbeitet- immer mit dem Blick auf das Geld? Für dich zählte wohl nur dein Einkommen, richtig wach geworden wärst du sicher erst, wenn die Scheine ausgeblieben wären.

Dabei haben sich hier im Forum doch wirklich einige recht viel Mühe gegeben, sicher auch ich, um aus den damaligen Fakten die möglichen Notwendigkeiten abzuleiten. Scheinbar völlig umsonst bei dir.

Um auf deine Aussage mal einzugehen, die Bürgerbewegten haben also die Schuld an der vertanen Chance?
Jene Leute, die jahrelang Bespitzelung und Verfolgung und Knast in Kauf genommen haben, ihr Kreuz dafür hingehalten haben, dass sich etwas verändert? Oder sind nicht die schuld, die dem Volk das demokratische Mitspracherecht jahrelang permanent verweigert hatten? Die das Land in Jahrzehnten abgewirtschaftet und jeglichen Widerstand "zersetzt" hatten?

Und Schabo und der doofe Zettel?
Wenn Schabo nicht da gewesen wäre, hätte es ein anderer getan! Über die CSSR war die Grenze doch schon offen, und die Schlangen waren unendlich! Die Tschechen setzten doch Krenz und Co unter Druck, sie hatten schon angekündigt, sich das keine Woche mehr anzusehen. Ob es nun chaotisch ala Schabo + Krenz abgelaufen ist- oder mit wirklich deutscher Gründlichkeit, das Ergebnis wäre das Gleiche gewesen.
Die einzige Alternative wäre Gewalt gewesen, alles andere war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr machbar.

Und eins noch zur Vereinigung, obwohl du es nicht angesprochen hast. Die Menschen, die die DDR nach Maueröffnung täglich verließen, setzten Kohl, Gorbi etc. unter riesigen Handlungszwang, sie kamen ja mit ihren Entscheidungen kaum noch nach. Die Währungsunion forderte das Volk mit den Füßen, Kohl wollte dies anfangs gar nicht. Und Gorbi erkannte, dass er die Mehrheit des DDR-Volkes nicht halten konnte und gab die DDR auf.
Auch die weitere massenhafte Zuwanderung hätte die BRD kaum verkraften können. Aber sie wäre gekommen.

Denk doch einfach noch mal in Ruhe drüber nach.

Gruss, Jörg


zuletzt bearbeitet 26.03.2010 17:27 | nach oben springen


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