#241

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 01:21
von StabsfeldKoenig | 2.649 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #158
Klassenfeinde natürlich und jeder einzelne nach der Einnahme von West Berlin sofort zu internieren.
Habe jetzt auch mal rumgelesen und es sieht so aus als ob die Aktivitäten des BND in der DDR doch recht umfangreich waren aber auch , daß in Pullach recht dilletantisch agiert wurde.
Ich frage mich trotzdem ,ob es eine vergleichbare Datei im BND über Angehörige bewaffneter Organe der DDR gab.


Die Westberliner Polizei war militärisch ausgerüstet (Infantriewaffen) und hätte im Konfliktfall Kompatantenstatus gehabt. Es wäre also keine Internierung, sondern eine Kriegsgefangenschaft geworden.



seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#242

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 08:43
von Georg | 1.027 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #239
Teil 2

Die Paß - und Zollkontrollen zu diesen Personen sind auszurichten auf :

tung von Plänen und Absichten auf subv- das Erkennen von Personen, die feindlich-negativen Organisationen und Vereinigungen angehören bzw. dazu besteht,
- die Herausarbeiersive u.a. feindliche Handlungen,
- die Verhinderung der Ein - und Durchfuhr von Waffen, Munition, Sprengstoffen, Giften sowie zu terroristischen u.a. Gewalt - bzw. feindlichen
Handlungen geignete Mittel - und Gegenstände,
- das Erkennen von Fälschungsmerkmalen in den vorgelegten Pässen sowie Nichtidentität,
-. das Feststellen von Adressenmaterial, Skizzen u.a. Aufzeichnungen und Notizen.


So, Teil 3 am Montag


passport



Das verstehe ich ja alles.
Nur, wer hat dies durchgesetzt ? Da waren bestimmt hochqualifizierte Leute nötig. Paßkontrolle und Zoll. Nicht auch Sprachen? Wär vielleicht ein extra Thema.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#243

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 13:03
von passport | 2.639 Beiträge

Teil 3


Werden während der Grenzpassage politisch - operativ relevante Fesststellungen getroffen, ist sofort und direkt das OLZ der Hauptabteilung VI zur Entscheidungsherbeiführung bzw. zur Einleitung und Koordinierung notwendiger Folgemaßnahmen zu informieren.

Bei Erfordernis und Notwendigkeit werden spezifische, zeitlich begrenzte und gezielte Maßnahmen zu ausgewählten Personenkreisen durch das OLZ der Hauptabteilung VI angewiesen.
Die angeführten Maßnahmen sind unter Leiterkontrolle durchzusetzen und eigenverantwortlich mit den Leitern der GZÄ abzustimmen.

____________________________________________________________________________________________________________________

Persönliche Bemerkungen :

Bei konkreten Anlässen wie zB. bekannt gewordene Treffen, Veranstaltungen oder arabische Nationalfeiertage bestimmter Staaten wurde im TW "Langschreibung" der Visaduplikate arabischer Bürger und ihrer Mitfahrer angewiesen.
Bei Einreise DDR oder Transit 3. Staaten wurden intensive Pass - und Zollkontrollen angewiesen. Bei Feststellung von bestimmten Materialien die geeignet waren für terrostische Zwecke wurden durch das OLZ der HA VI weitere Maßnahmen entschieden. Das konnten Maßnahmen sein wie zB. Einreisesperre oder Beobachtung durch die Linie VIII.



passport


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#244

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 13:45
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #241
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #158
Klassenfeinde natürlich und jeder einzelne nach der Einnahme von West Berlin sofort zu internieren.
Habe jetzt auch mal rumgelesen und es sieht so aus als ob die Aktivitäten des BND in der DDR doch recht umfangreich waren aber auch , daß in Pullach recht dilletantisch agiert wurde.
Ich frage mich trotzdem ,ob es eine vergleichbare Datei im BND über Angehörige bewaffneter Organe der DDR gab.


Die Westberliner Polizei war militärisch ausgerüstet (Infantriewaffen) und hätte im Konfliktfall Kombattantenstatus gehabt. Es wäre also keine Internierung, sondern eine Kriegsgefangenschaft geworden.

Personen mit Kombattantenstatus werden als Kriegsgefangene interniert. Sie werden während des Krieges ohne strafrechtlichen Vorwurf festgehalten. Gegenüber Nichtkombattanten hingegen kann während des Krieges nicht nur ermittelt, sondern auch Untersuchungshaft angeordnet und eine Strafverfolgung eingeleitet werden. Die Verurteilung erfolgt nach den einschlägigen Bestimmungen des Strafrechts (Delikte gegen Leib und Leben, Delikte gegenüber der Sicherheit des Staates wie Spionage etc.). Personen mit Kombattantenstatus, die Kriegsvergehen begangen haben, sind nach dem Waffenstillstand oder dem Friedensschluss zur Rechenschaft zu ziehen.
http://www.admin.ch/opc/de/classified-co...0/0.515.111.pdf
Theo


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#245

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 14:33
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #241
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #158
Klassenfeinde natürlich und jeder einzelne nach der Einnahme von West Berlin sofort zu internieren.
Habe jetzt auch mal rumgelesen und es sieht so aus als ob die Aktivitäten des BND in der DDR doch recht umfangreich waren aber auch , daß in Pullach recht dilletantisch agiert wurde.
Ich frage mich trotzdem ,ob es eine vergleichbare Datei im BND über Angehörige bewaffneter Organe der DDR gab.


Die Westberliner Polizei war militärisch ausgerüstet (Infantriewaffen) und hätte im Konfliktfall Kompatantenstatus gehabt. Es wäre also keine Internierung, sondern eine Kriegsgefangenschaft geworden.


Was man so an M... verzapfen kann.

"""Infanteriewaffen"""
hatten alle Polizeien der Länder , nicht nur die Polizei in Berlin West, deshalb waren diese noch lange nicht militärisch ausgerüstet.

Kombattantenstatus gabs für die West-Berliner Polizei weder in der Krise noch im V-Fall.

Ach ja, was die Ausrüstung - Bewaffnung der Polizeien des Bundes und der Länder betrifft sollte man auch noch die entsprechenden Zeiträume beachten.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 09.06.2014 14:45 | nach oben springen

#246

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 15:42
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #245
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #241
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #158
Klassenfeinde natürlich und jeder einzelne nach der Einnahme von West Berlin sofort zu internieren.
Habe jetzt auch mal rumgelesen und es sieht so aus als ob die Aktivitäten des BND in der DDR doch recht umfangreich waren aber auch , daß in Pullach recht dilletantisch agiert wurde.
Ich frage mich trotzdem ,ob es eine vergleichbare Datei im BND über Angehörige bewaffneter Organe der DDR gab.


Die Westberliner Polizei war militärisch ausgerüstet (Infantriewaffen) und hätte im Konfliktfall Kompatantenstatus gehabt. Es wäre also keine Internierung, sondern eine Kriegsgefangenschaft geworden.


Was man so an M... verzapfen kann.

"""Infanteriewaffen"""
hatten alle Polizeien der Länder , nicht nur die Polizei in Berlin West, deshalb waren diese noch lange nicht militärisch ausgerüstet.

Kombattantenstatus gabs für die West-Berliner Polizei weder in der Krise noch im V-Fall.

Ach ja, was die Ausrüstung - Bewaffnung der Polizeien des Bundes und der Länder betrifft sollte man auch noch die entsprechenden Zeiträume beachten.


Hast Du in Deinen Unterlagen dazu ein paar Fakten mehr?
Ich kann mir nicht vorstellen,dass in einer Krisensituation bzw.militärischen Auseinandersetzung in WB,die Westberliner Polizei ihre Aufgabenstellung z.b. in der Verkehrsregelung für Feind und Freund gesehen hätte.Wenn ich mich recht erinnere hatten die geschlossenen Polizei-Einheiten im US-Sektor bis Ende der 70er noch amerikanische Bataillonsnummern....
Handgranaten und Maschinengewehre als Ausrüstung waren sicher nicht zur Bekämpfung von Studentenunruhen gedacht,denke ich.
BGS in Westberlin gab es nicht.
Bei den Übungen im Grunewald...........??

seaman


Kurt hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.06.2014 19:19 | nach oben springen

#247

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 16:08
von damals wars | 12.186 Beiträge

Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#248

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 16:14
von Georg | 1.027 Beiträge

Hoffentlich isses richtig. Im WHQ Forum unter dem Thema: Westberliner Polizei, während des kalten Krieges - schreibt ein Mitglied Utz in seinem # 10:
"In den 50er bis Anfang der 60er Jahre hatten die Bereitschaftspolizeien der Bundesländer in Westdeutschland in der Tat einen Paramilitärischen Charakter und waren im Verteidigungsfall zur Unterstützung der Bundeswehr, bzw. der Westallierten Vorgesehen. Die Ausrüstung war nicht einheitlich, da Ländersache. Die Hessische Polizei hatte zum Beispiel einen Rucksack, der wie der Gebirgsjägerrucksack M31 aus dem 2. Weltkrieg aussah, aber aus grünem Stoff und mit braunen Lederriemen (habe so ein gutes Stück selbst in meiner Sammlung); Die Hamburger Polizei hatte z. Bsp. einen Rucksack der wie der Luftwaffenrucksack 1936 aussah, aber aus olivem Stoff mit Schwarzem Leder, NRW hatte fast den gleichen Rucksack, aber aus Feldgrauem Segeltuchstoff. Insgesamt war die Ausrüstung in den 50er Jahren noch sehr Wehrmachtsmäßig, also Feldflaschen M31, Brotbeutel, Karabiner, alter Stahlhelm in 1935er oder 1940er Form.

Berlin war dabei eh ein Sonderfall, da hier keine Bundeswehr, sondern nur die Berlingbrigaden der Westallierten stationiert werden durften, gab es von Anfang an Polizeieinheiten mit Paramilitärischem Charakter (trugen dunkelblaue Kampfanzüge, Lederkoppelzeug, dunkelblaue Feldflaschen M31, später dunkelblaue Feldflaschen in der PSL66 Form der Bundeswehr, ebenfalls dunkelblaue Brotbeutel und Stahlhelme, Bewaffnet waren diese Einheiten später auch mit dem G3 der Bundeswehr. Außerdem gab es in Berlin noch die sogenannte "Freiwillige Polizeireserve Berlin". Das waren meist Angestellte des öffentlichen Dienstes in Berlin oder ehemalige Wehrmachtssoldaten, die in nach 2-wöchiger Grundausbildung die oben genannte Ausrüstung bekamen und sich danach mehrmals im Jahr zu Übungen im Grunewald trafen (mit der Nationalguard in den USA zu vergleichen). Diese Einheit ist Anfang der 90er Jahre nach einigen Skandalen (Waffenschiebereien) teilweise aufgelöst. Teilweise umbenannt und mit neuen Aufgabenbereichen versehen worden. Seinerzeit lief das alles unter Geheimhaltung ab, daher gibt es sogut wie keine Bilder davon."


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#249

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 16:29
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #248
(...). Seinerzeit lief das alles unter Geheimhaltung ab, daher gibt es sogut wie keine Bilder davon."

Ja leider
http://www.ipsta.eu/images/news/PICT0001.JPG
http://www.ipsta.eu/?news
Theo


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#250

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 18:43
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zumindest die Freiwillige Polizeireserve und ihre Übungen in WB ließen sich wohl auf Dauer kaum geheimhalten.

@Thunderhorse, dann wären die WB-Polizei und ihre Polizeireserve (in Polizeiuniform) bewaffnete Nichtkombattanten bzw. Freischärler im E-Fall gewesen? Nun das wäre im Fall einer Gefangennahme evtl. ungünstig geworden.


S51 und 94 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.06.2014 18:53 | nach oben springen

#251

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 19:38
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #250
Zumindest die Freiwillige Polizeireserve und ihre Übungen in WB ließen sich wohl auf Dauer kaum geheimhalten.

@Thunderhorse, dann wären die WB-Polizei und ihre Polizeireserve (in Polizeiuniform) bewaffnete Nichtkombattanten bzw. Freischärler im E-Fall gewesen? Nun das wäre im Fall einer Gefangennahme evtl. ungünstig geworden.


Diese Unterscheidung ist nur bei bewaffneten internationalen Konflikten von Bedeutung. Bei bewaffneten nichtinternationalen Konflikten sind die entsprechenden Bestimmungen des Völkerrechts nicht anwendbar. Die Regierung der DDR hat immer wieder betont, dass Westberlin rechtmässig zur DDR gehört.
z.B. Memorandum der DDR zum Freundschafts- und Beistandspakt zwischen der Sowjetunion und der DDR vom 13. Juli 1964:...
...Die Festlegung zu Art. 6 geht davon aus...dass Westberlin, das rechtens zum Gebiet der DDR gehört, immer noch von ausländischen Mächten besetzt ist.. (Weil das die Sowjetunion natürlich nicht so sah, steht die Bestimmung nicht im Vertrag, sondern nur im einseitigen Memorandum).
Theo


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#252

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 20:01
von GZB1 | 3.287 Beiträge

@eisenringtheo

sind wir uns darüber einig, dass ein bewaffneter Konflikt in WB automatisch internationalen Charakter allein dadurch erhalten hätte weil die Alliierten involviert gewesen wären?


eisenringtheo und seaman haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.06.2014 20:04 | nach oben springen

#253

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 21:06
von 94 | 10.792 Beiträge

Na ich würd's weiter sehen, denkbar war in Folge eines sich hochschaukelnden internationalen Konflikts (z.B. Kubakrise) die Einnahme der fremdbesetzten Sektoren Berlins. Oder wie sang's der Udo so schön ... In 15 Minuten sind die Russen auf dem Kurfürstendamm. Und zwar vollkommen oT, aber in diesem Lied taucht bereits 1984 der Begriff 'Wessi' auf. In seiner Reinstform 'Besser-W.' immer mal wieder sogar hier im Forum zu erleben, siehe #245

Doch nun zu der Frage aus #201, nein die Fluktuation ist in diesen Zahlen nicht berücksichtigt, dürfte sich aber zwischen 200 und 400 p.A. bewegt haben, also nicht gerade signifikant. Warum die 'krumme' Teilung, hmm? Bei solchen Drittmittelprojekten ist es in der 'Forschung' heutzutage schon üblich, in mehreren Etapen zu 'arbeiten'. Warum nun in diesem Fall die Halbzeit auf 1972 gelegt wurde, ... keine Ahnung. Na oder warte mal, zumindest eine Idee: Ziel des ersten Teiles und eigentlich der gesamten Studie war es, den Zufallsfund Kurras als absoluten Einzelfall herauszuarbeiten ...
http://www.welt.de/politik/article379317...t-enttarnt.html

Da hatte man vielleicht etwas 'Bedenken' das mit der Stadtguerilla ab 1972 und ihrer Bekämpfung, die ja auch an der selbstständigen politischen Einheit Westberlin nicht ganz so spur- und ereignislos einschließlich einiger Kollateralschäden vorbeiging, vielleicht etwas zuviel Staub noch nachträglich aufzuwirbeln. Also erstmal den 'Einzelfall Kurras' als Teil 1 der Studie in trockne Tücher bringen und falls der Teil 2 nun nicht so schön wird, na dann brauch man ihn ja nicht so an die große Glocke hängen. Nun, dem war aber nicht so und so konnte der Nachfolger des Auftraggebers auf der Pressekonferenz letzte Woche stolz verkünden, die Berliner Polizei sei die erste Behörde bundesweit (sic!), welche ihre Stasi-Vergangenheit vollständig aufgearbeitet habe ... Note EINS, setzen!
Dabei wurde auch noch ein alter Hut als 'Beifang' präsentiert, das La Belle. Leider läßt dann auch diese Studie die Frage unbeantwortet, aber die stellte sich ja schon vor über siebzehnjahren Jahren zum Prozeßauftakt: Wer entsorgte Alba? ...
http://jungle-world.com/artikel/1997/49/37784.html


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#254

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 21:42
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #252
@eisenringtheo

sind wir uns darüber einig, dass ein bewaffneter Konflikt in WB automatisch internationalen Charakter allein dadurch erhalten hätte weil die Alliierten involviert gewesen wären?


Nun ja, ein Konflikt, der innerhalb eines Staates ausgetragen wird, ist ein bewaffneter, nichtinternationaler Konflikt (z.B. der Afghanistankrieg). Ob ausländische Soldaten involviert sind, ist ohne Bedeutung. Ein "Stellvertreterkrieg" der Grossmächte (ausschliesslich auf deutschem Boden) wäre bis zur Aufnahme der beiden deutschen Staaten ein nichtinternationaler Konflikt gewesen, vom 18. September 1973 jedoch ein internationaler Konflikt.
Diese spitzfindige Unterscheidung ist letztlich sehr unbefriedigend. Hinzu kommt, dass es keine Instanz gibt, welche die Einhaltung des Kriegsvölkerrechtes durchsetzen kann. Die Amerikaner zum Beispiel würden gefangengenommene Taliban auch als Verbrecher behandeln, wenn der Afghanistankrieg ein internationaler Konflikt wäre.
Im übrigen war den Einwohnern von West-Berlin immer klar, dass eine Eroberung durch die NVA und die sowjetische Armee keine grösseren Kriegshandlungen zur Folge gehabt hätte, die Anwesenheit der Alliierten war doch eher symbolisch. Die Sowjetunion hatte jedoch in keinem Zeitpunkt ein Interesse daran, die Gelüste der DDR an Westberlin zu erfüllen. So blieb es bei Übungen der NVA

Theo
http://www.berlin.de/lstu/ausstellung/mfs-wb-plan.html


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#255

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 22:03
von GZB1 | 3.287 Beiträge

@eisenringtheo

eine vom internationalen Weltgeschehen isolierte Berliner-Operation hätte es wohl kaum gegeben, und ohne Befehl aus Moskau sowieso nicht!

Wie @94 schon hinwies im Zusammenhang mit einer möglichen Kuba-; Bulgarien- oder Rumänien-Krise (dem weichen Bauch des Warschauer Vertrages) evtl. schon.

Selbst kleinere Kampfhandlungen mit modernen Waffen können in dicht bewohntem Gebiet, wie in der östl. Ukraine zu sehen, verheerend sein.


eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.06.2014 22:22 | nach oben springen

#256

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 23:51
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von 94 im Beitrag #253
Nun, dem war aber nicht so und so konnte der Nachfolger des Auftraggebers auf der Pressekonferenz letzte Woche stolz verkünden, die Berliner Polizei sei die erste Behörde bundesweit (sic!), welche ihre Stasi-Vergangenheit vollständig aufgearbeitet habe ... Note EINS, setzen!



Wenn das nicht mal wieder nach hinten losgeht.

Zum einen, weil in Berlin vieles verkündet wird, was sich später als mächtiger Bumerang erweist. Ich erinnere da nur an die innovative Brandschutzanlage im BER, die bis heute nicht zu funktionieren scheint. Zum anderen scheint die Berliner Kommunalpolitik die Inselmentalität von Berlin noch nicht abgelegt zu haben. Um Berlin drum herum ist das Land Brandenburg, die bei der "Stasiaufarbeitung" noch lange nicht soweit sind:

Leitende Landesbeamte und Juristen sollen im Land Brandenburg letztmalig auf frühere Stasi-Tätigkeit überprüft werden. Dies empfiehlt die Enquetekommision zu den Folgen der SED-Diktatur, die ihren Abschlussbericht am Freitag an Landtagspräsident Gunter Fritsch übergibt.

http://www.maz-online.de/Brandenburg/Let...-in-Brandenburg

Honi soit qui mal y pense.

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 10.06.2014 00:20 | nach oben springen

#257

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.06.2014 07:12
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #253
Na ich würd's weiter sehen, denkbar war in Folge eines sich hochschaukelnden internationalen Konflikts (z.B. Kubakrise) die Einnahme der fremdbesetzten Sektoren Berlins. Oder wie sang's der Udo so schön ... In 15 Minuten sind die Russen auf dem Kurfürstendamm. Und zwar vollkommen oT, aber in diesem Lied taucht bereits 1984 der Begriff 'Wessi' auf. In seiner Reinstform 'Besser-W.' immer mal wieder sogar hier im Forum zu erleben, siehe #245




Na wurde ja Zeit dass der nächste "Besserw...." aus der Deckung hervor kommt.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 10.06.2014 07:23 | nach oben springen

#258

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.06.2014 07:22
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #246
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #245
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #241
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #158
Klassenfeinde natürlich und jeder einzelne nach der Einnahme von West Berlin sofort zu internieren.
Habe jetzt auch mal rumgelesen und es sieht so aus als ob die Aktivitäten des BND in der DDR doch recht umfangreich waren aber auch , daß in Pullach recht dilletantisch agiert wurde.
Ich frage mich trotzdem ,ob es eine vergleichbare Datei im BND über Angehörige bewaffneter Organe der DDR gab.


Die Westberliner Polizei war militärisch ausgerüstet (Infantriewaffen) und hätte im Konfliktfall Kompatantenstatus gehabt. Es wäre also keine Internierung, sondern eine Kriegsgefangenschaft geworden.


Was man so an M... verzapfen kann.

"""Infanteriewaffen"""
hatten alle Polizeien der Länder , nicht nur die Polizei in Berlin West, deshalb waren diese noch lange nicht militärisch ausgerüstet.

Kombattantenstatus gabs für die West-Berliner Polizei weder in der Krise noch im V-Fall.

Ach ja, was die Ausrüstung - Bewaffnung der Polizeien des Bundes und der Länder betrifft sollte man auch noch die entsprechenden Zeiträume beachten.


Hast Du in Deinen Unterlagen dazu ein paar Fakten mehr?
Ich kann mir nicht vorstellen,dass in einer Krisensituation bzw.militärischen Auseinandersetzung in WB,die Westberliner Polizei ihre Aufgabenstellung z.b. in der Verkehrsregelung für Feind und Freund gesehen hätte.Wenn ich mich recht erinnere hatten die geschlossenen Polizei-Einheiten im US-Sektor bis Ende der 70er noch amerikanische Bataillonsnummern....
Handgranaten und Maschinengewehre als Ausrüstung waren sicher nicht zur Bekämpfung von Studentenunruhen gedacht,denke ich.
BGS in Westberlin gab es nicht.
Bei den Übungen im Grunewald...........??

seaman



Tja was man sich alles nicht vorstellen kann. War nur eben die Realität dass die Polizei keinen Kombattantenstatus hatte.
Im K- oder V-Fall dennoch zum Einsatz gekommen wäre.


"Mobility, Vigilance, Justice"
GZB1, eisenringtheo und seaman haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#259

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.06.2014 08:41
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #258
[quote=Thunderhorse|p361359]

Tja was man sich alles nicht vorstellen kann. War nur eben die Realität dass die Polizei keinen Kombattantenstatus hatte.
Im K- oder V-Fall dennoch zum Einsatz gekommen wäre.





Du hast recht,Thunderhorse.

Habe in einer Dissertation bei der Uni Düsseldorf zur Westberliner Polizei folgendes gefunden:

Zitat:

"Geistig war die Polizeiführung militarisiert. Die im April 1951 von den Westalliierten angeordnete Aufstellung einer Bereitschaftspolizei als Polizeiverband diente der Abwehr einer kommunistischen Gefahr. Dabei wurde mehr an eine Reserve der Alliierten gedacht als an eine zivile Polizeiorganisation. So ergab es sich, dass die Führung der Bereitschaftspolizei sehr schnell zur Hälfte aus ehemaligen Offizieren und Unteroffizieren der ehemaligen Wehrmacht bestand.Darunter befanden sich ganze Seilschaften aus der Division Hermann Göring.
Durch eine außerordentliche Beförderungswelle geriet darüber hinaus Personal ohne polizeiliche Qualifikation in die Stellen der Abteilungs-,Bereitschafts- und Zugführer. Im amerikanischen Sektor erhielt die dortige Bereitschaftspolizeiabteilung sogar eine Bataillonsnummer. Obwohl die Polizei völkerrechtlich nicht den Kombattantenstatus besitzen durfte, wurde angesichts des Kalten Kriegs hierauf nicht geachtet."*

Zitat Ende

Diese Aussage wurde mir auch sinngemäss 1977 von einem Westberliner Polizisten so bestätigt.
Nach diesem Zitat ist für mich auch völlig schlüssig warum die Westberliner Polizei im Fadenkreuz der DDR-Spionage stand.

seaman
* http://docserv.uni-duesseldorf.de/servle...e-3175/1175.pdf


GZB1 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.06.2014 08:44 | nach oben springen

#260

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.06.2014 10:08
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Meine Meinung ist: Im E-Fall hätten sich ohnehin alle Seiten über den Berlin Status hinweggesetzt und ihre bewaffneten Kräfte (Polizei,Polizeireserve, Kampfgruppen) zu Kombattanten erklärt.
Theo


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