#221

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 09:29
von eisenringtheo | 9.191 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #216
Da ihr mich gerade so schön abgewatscht habt:
Meine Aussage bezüglich der direkten Mitwisserschaft des MfS bezog sich auf den bzw die Zeitungsartikel zu diesem Thema aus den letzten Tagen. Darin heißt es ja, sinngemäß, dass das MfS über die konkreten Attentatsziele Bescheid wusste.
Ergo: es wäre die Pflicht des MfS gewesen, die Amerikaner darüber in Kenntnis gesetzt.
Aber: so richtig ist es mir bis jetzt nicht klar, ob aus den Stasi-Akten wirklich hervorgeht, dass das La Belle oder eine andere "Soldatendisco" in die Luft gejagt werden soll, oder ob der IM lediglich davon sprach, dass ein Attentat verübt werden soll. Das wussten die Amerikaner ja bereits, bedurfte also keiner weiteren Erläuterung.
(...)
Gruß an alle
Uwe

Vielleicht haben sie ja...
Der Prozess ging damals durch die Weltpresse. Kriminalistische Fehler in der Ermittlung und auch die teils seltsamen Aussagen der Staatsanwaltschaft sind ein Nährboden für Verschwörungstheorien.
http://www.berliner-zeitung.de/archiv/im...90,9373244.html
Einen Tag später, am 30. März 1986, tauchte der Name La Belle dann auf einem Zettel auf, der Eter bei einer Zollkontrolle abgenommen wurde. Diesen letzten entscheidenden Hinweis wiederum aber hat die Staatssicherheit nach Angaben von Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis zu spät erhalten. Der DDR-Zoll habe mit dem Zettel nichts anzufangen gewußt, deshalb sei das MfS erst nach dem Anschlag informiert worden.
Unter der Annahme, dass die westdeutsche/westberliner Polizei und der DDR Zoll in der Regel mit deutscher Gründlichkeit arbeiten, kann man da schon neugierig werden.
Theo


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#222

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 18:31
von ABV | 4.204 Beiträge

Für mich ergeben sich noch weitere offene Fragen. Wie bereits gesagt, wurden die Sicherheitsmaßnahmen an den diplomatischen Einrichtungen der USA und Großbritanniens nach den Bombenangriffen auf Tripolis und Bengasi noch einmal erheblich verschärft. Demnach ging man nicht nur von Racheakten aus, sondern auch das diese möglicherweise in der Hauptstadt der DDR stattfinden könnten. Was einen schweren außenpolitischen Schaden für die DDR zur Folge gehabt hätte. Trug sich Erich Honecker nicht in jener Zeit mit dem Gedanken eines Staatsbesuches in den USA? Auf jeden Fall traute die DDR den Lybien nicht über den Weg!
Bemerkenswert, oder unfreiwillig komisch ist die Begründung die den Posten des " Wachkommando Missionschutz" für den langwierigen kräftezehrenden Einsatz seitens der verantwortlichen Offiziere geliefert wurde: " Ein Terroranschlag auf eine diplomatische Einrichtung der USA in der Hauptstadt der DDR, könnte der USA einen willkommenen Anlass für einen militärischen Angriff auf die DDR bieten!"
So richtig hat das damals kaum jemand ernst genommen. Obwohl die Offiziere nicht müde wurden, den " in höchster Gefahr schwebenden Weltfrieden zu beschwören."
Wie gesagt: den Weltfrieden hätte ein Attentat in (Ost)Berlin ganz sicher nicht aus den Angeln gehoben. Ebenso sicher hätte es jedoch unüberschaubare außenpolitische Verwicklungen gegeben.
Wie sahen die Sicherheitsmaßnahmen im einzelnen aus? Jedes einzelne diplomatische Objekt der USA und Großbritanniens, inklusive der Wohnhäuser für eher "subalterne" Botschaftsmitarbeiter wurden "verpostet". Vor den Residenz der USA, in Berlin-Niederschönhausen, vor der gewöhnlich ein einzelner Posten Dienst schob, wachten von nun an vier Volkspolizisten. Zwei am Haupteingang, ein Standposten vor dem normalerweise nicht bewachten Hintereingang und ein Streifenposten, der vor dem Gartenzaun patroullierte. An Stelle der üblichen Dienstpistole "Makarov" trugen die in diesem Bereich eingesetzen Kräfte die Klein-MPI "Skorpion".
Zusätzlich zu den VP-Kräften, bezogen mehrere MfS-Mitarbeiter, in einem gut sichtbar vor dem Haupteingang abgestellten Lada, vor der Residenz ihren Posten.
Das "WKM" ging vom üblichen Drei-Schicht-System in einen ständigen Zwölf-Stunden-Dienst, im Tag /Nachtwechsel über. Anders wäre der Einsatz "personell nicht zu stemmen gewesen". Einige Zeit später wurden aus den umliegenden Revieren Kräfte zum WKM kommandiert. Dennoch blieb der 12-Stunden-Rythmus für lange Zeit erhalten.
Die Maßnahmen selbst wurden bis weit in das Jahr 1987 aufrecht erhalten. Zu besonderen Vorkommnissen kam es meines Wissens nach jedoch nicht.

Gruß an alle
Uwe


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zuletzt bearbeitet 08.06.2014 18:39 | nach oben springen

#223

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 19:39
von seaman | 3.487 Beiträge

Nach dem Attentat auf das "La Belle" und der Bombardierung in Libyen hat sich der Botschafter der USA an die DDR gewandt,mit der Bitte ,alles für die Sicherheit der in WB stationierten Soldaten der US-Army zu unternehmen.U.a. befürchtete man Anschläge auf Busse mit US-Soldaten die in der DDR/Berlin zu Tagesausflügen unterwegs waren(Aktion Bus).
Ebenso befürchtete die USA, hatte wohl auch geheimdienstliche Erkenntnisse, Anschlagsplanungen auf andere US-Einrichtungen und von NATO-Partnern im geteilten Berlin.

seaman


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#224

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 20:16
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #223
Nach dem Attentat auf das "La Belle" und der Bombardierung in Libyen hat sich der Botschafter der USA an die DDR gewandt,mit der Bitte ,alles für die Sicherheit der in WB stationierten Soldaten der US-Army zu unternehmen.U.a. befürchtete man Anschläge auf Busse mit US-Soldaten die in der DDR/Berlin zu Tagesausflügen unterwegs waren.
Ebenso befürchtete die USA und hatte wohl auch geheimdienstliche Erkenntnisse,über Anschlagsplanungen auf andere US-Einrichtungen und von NATO-Partnern im geteilten Berlin.

seaman


Vielen Dank für die Info @seaman
Damit wären auch der Grund für die lang anhaltenden verschärften Sicherheitsmaßnahmen klar. Die DDR sah sich in der Pflicht, für den Schutz der Amerikaner zu sorgen. Ein dementsprechendes Versagen hätte der DDR nicht gut zu Gesicht gestanden.
Hier noch eine Episode aus meinem Erleben:
Am 04. Juli 1986 fand, anlässlich des Staatsfeiertages der USA, in der Residenz des US-Botschafters in Niederschönhausen, WKM-intern Posten 152, ein großer Empfang statt. An dem verschiedenen hohe Gäste aus dem diplomatischen Corps teilnahmen. Als Gratulant der DDR-Regierung war Egon Krenz in der Residenz erschienen.
Das "Wachkommando Missionsschutz" fuhr, unter der Leitung des "Stellvertreters Operativ" des "WKM", Oberstleutnant Dr. Kießling, einen immensen Sicherungseinsatz. Der die bereits vorhandenen Maßnahmen noch weit in den Schatten stellte.
An dem Einsatz beteiligte sich auch das MfS. Mein Part bestand darin, am Hintereingang Standposten zu beziehen. Irgendwann kam ein aufgeregter junger VP-Meister zu mir und erkundigte sich nach der Abfahrtzeit eines amerikanischen Militärbusses, der in der Nähe der Residenz abgestellt worden war. Auf meine Auskunft, das der Bus vor ungefähr zehn Minuten abgefahren sei, bekam der VP-Meister beinahe Schnappatmung. Wahrscheinlich hatte er den Auftrag, auf den Bus zu achten, bzw diesen nach der Abfahrt zu begleiten.
Mir war der Kollege schon damals "vorgekommen". Den Dienstgrad "Meister der VP" erreichten operative Kräfte gewöhnlich erst nach mindestens fünfzehn Dienstjahren. Da der "Volkspolizist" dem äußeren Anschein nach kaum mehr als zwanzig Lenze zählte, passten Rang und Alter nicht zusammen. So dass er wohl Angehöriger des MfS und nicht der VP war. Eine Begleitung durch uniformierte VP-Kräfte hätte bei den Amerikanern sicherlich kaum Argwohn erregt, so dass die Tarnung aus nachvollziehbaren Gründen erfolgte.

Gruß Uwe


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zuletzt bearbeitet 08.06.2014 20:23 | nach oben springen

#225

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 20:34
von eisenringtheo | 9.191 Beiträge

Der Kronzeuge erleidet einen mysteriösen Unfall..

Theo


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#226

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 20:38
von Moskwitschka (gelöscht)
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OT

@ABV Ich wohnte damals ca. 400m nördlich der Residenz des US - Botschafters und musste zweimal täglich daran vorbei, weil sich der Kindergarten meiner Kinder schräg gegenüber der Residenz befand (BVG - Gelände). In meiner Erinnerung waren die zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen nach dem Anschlag auf die Disko in Westberlin sehr diskret. Oder anders - für den Normalbeürger nicht weiter auffällig oder bedrohlich.

Ganz anders war es nach dem 11. September in Berlin - Mitte. Gut, man kann die beiden Ereignisse nicht miteinander vergleichen. Aber vielleicht kannst Du mir erklären @ABV was der qualitative Unterschied der Schutzmaßnahmen durch die Polizei war.

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 08.06.2014 20:38 | nach oben springen

#227

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 21:06
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #226
OT

@ABV Ich wohnte damals ca. 400m nördlich der Residenz des US - Botschafters und musste zweimal täglich daran vorbei, weil sich der Kindergarten meiner Kinder schräg gegenüber der Residenz befand (BVG - Gelände). In meiner Erinnerung waren die zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen nach dem Anschlag auf die Disko in Westberlin sehr diskret. Oder anders - für den Normalbeürger nicht weiter auffällig oder bedrohlich.

Ganz anders war es nach dem 11. September in Berlin - Mitte. Gut, man kann die beiden Ereignisse nicht miteinander vergleichen. Aber vielleicht kannst Du mir erklären @ABV was der qualitative Unterschied der Schutzmaßnahmen durch die Polizei war.

LG von der Moskwitschka


Menno, dann sind wir uns 1986/ 1987 ganz bestimmt mehrfach dort über den Weg gelaufen. Stimmt, hattest du nicht mal erwähnt, dass Winfried Glatzeder dein Nachbar war? Soweit ich mich erinnern kann, befand sich Glatzeders Anwesen ebenfalls in der Nähe der Residenz des USA-Botschafters. Und das von Manfred Krug ebenfalls.
Und jetzt du deiner Frage:
Vergleichen kann man die Sicherheitsmaßnahmen nach dem 11. September 2001 mit denen 1986 schon. In beiden Fällen hatte man es mit einer ebenso bedrohlichen, wie letzendlich "diffusen" Situation zu tun. Wobei die Situation 1986, für die (Volks)polizei, bzw dem ohnehin ausschließlich für die Sicherheit von diplomatischen Einrichtungen zuständigen "WKM" doch konkreter war. Wir mussten in diesen Tagen mehr leisten, als gewöhnlich. Statt eines Postens, passten eben vier auf die Residenz auf. Während an anderen Stellen Posten standen, die sonst nicht dort standen.
So gesehen war unsere Aufgabe klar: an den diplomatischen Einrichtungen darf nichts passieren!
Den 11. September 2001 habe ich in der damaligen Polizeiwache Strausberg erlebt. Am Abend wurde Einsatzalarm ausgelöst. Dann hieß bis nach Mitternacht in der Dienststelle sitzen und warten. Die Atmosphäre habe ich als reichlich beklemmend in Erinnerung. Gerüchte kamen auf, dass wir zum Schutz eines Flughafens eingesetzt werden.
Dann ging es erstmal wieder nach Hause. Wie 1986 wurden 2001 ebenfalls die Dienstpläne umgeworfen. In aller Eile wurden Einsatzgruppen gebildet, die über Land ausschwärmten. Die einzige Aufgabe bestand darin, Präsenz zu zeigen. Um die Bevölkerung zu beruhigen. Aus Ermangelung echter amerikanischer Einrichtungen die es eventuell zu schützen galt, sind wir dreimal pro Schicht bei " McDonalds" vorbeigefahren. Es dauerte nicht lange, bis auch der letzte am Sinn der Maßnahmen zweifelte.
Zur Qualität der Schutzmaßnahmen in Berlin kann ich nicht viel sagen. Höchstens soviel: da es dort diplomatische Einrichtungen der USA gab, dürfte die Wahrscheinlichkeit eines Terroranschlags dort ungleich höher gewesen sein, als auf dem flachen Land. Und somit auch die notwendigen Schutzmaßnahmen.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


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#228

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 21:29
von passport | 2.643 Beiträge

Hier ein Auszug aus "Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS"

Ein weiterer Schwerpunkt war die vorbeugende Sicherung von Personen und Objekten, die im staatlichen Interesse oder aufgrund operativer
Erkenntnisse eines besonderen Schutzes bedurften: die führenden Repräsentanten der DDR und ihre ausländischen Gäste sowie zentral und territorial
bedeutende Objekte des Staates, der bewaffneten Organe, der Parteien und der Wirtschaft. Das MfS hatte mit eigenen Kräften (HA II)
und im Zusammenwirken mit dem Wachkommando Missionsschutz (WKM) der Deutschen Volkspolizei die diplomatischen Vertretungen und
deren Angehörige sowie andere bevorrechtete Personen zu schützen. Im Zusammenwirken mit den Grenztruppen, der Deutschen Volkspolizei
und der Zollverwaltung wurde das grenznahe Hinterland, die Staatsgrenze, Grenz-übergangsstellen und das dort tätige Personal vor terroristischen
Anschlägen gesichert.87 Dazu leisteten die Hauptabteilungen I, VI, VII und die örtlichen Diensteinheiten der Bezirksverwaltungen und die Kreisdienststellen einen entscheidenden Beitrag


Wer einmal die Güst Marienborn / A. besucht und an einen Rundgang teilgenommen hat wird sich erinnern daß das Führungspersonal im Abfertigungstrakt der Passkontrolle immer auf die Dokumentenablage gezeigt hat. Dort waren die Buchstaben BRD, WB, Ausl., und Kairo eingeritzt.


Die Maßnahme "Kairo" diente zur Kontrolle, Fahndung, Filtrierung und Überwachung von Bürger arabischer Staaten bzw. Nationalität.


passport

Angefügte Bilder:
A.JPG

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zuletzt bearbeitet 09.06.2014 14:02 | nach oben springen

#229

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 21:39
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von passport im Beitrag #228

Die Maßnahme "Kairo" diente zur Kontrolle, Fahndung, Filtrierung und Überwachung von Bürger arabischer Staaten bzw. Nationalität.



Ich möchte mich jetzt nicht unbedingt in die 80-er Jahre zurück versetzen. Nicht zuletzt, weil ich in meiner Erinnerung mehr Informationen "westwärts" "gesammelt" habe.

Aber die Maßnahme "Kairo" suggeriert Bedrohung. Wie wurde das begründet?

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 08.06.2014 21:39 | nach oben springen

#230

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 21:49
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #229
Zitat von passport im Beitrag #228

Die Maßnahme "Kairo" diente zur Kontrolle, Fahndung, Filtrierung und Überwachung von Bürger arabischer Staaten bzw. Nationalität.




Aber die Maßnahme "Kairo" suggeriert Bedrohung. Wie wurde das begründet?

LG von der Moskwitschka





Die Maßnahme "Kairo" bedeutete in erster Linie Schutz und Abwehr.
Sehr viele Terrorakte jener Zeit wurden von Personen aus dem Nahen Osten verübt.
Viele Geheimdienste hatten dort ihre Finger drin.
Drahtzieher wie "Carlos" z.b.

seaman


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#231

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 22:13
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #230

Die Maßnahme "Kairo" bedeutete in erster Linie Schutz und Abwehr.
Sehr viele Terrorakte jener Zeit wurden von Personen aus dem Nahen Osten verübt.
Viele Geheimdienste hatten dort ihre Finger drin.
Drahtzieher wie "Carlos" z.b.

seaman



Hallo @seaman Vesetz Dich mal in einen DDR - Bürger in der DDR. Naher Osten war für "uns" in erster Linie der Konflikt zwischen den Palästinensern und Isreal. Nach der Ära von Gamel ab del Nasar in Ägypten haben nicht wenige die Orientierung verloren. Und wenn dann noch der Libanon dazu kommt, war man total ratlos. Von Lybien ganz zu schweigen

Zumindest ging mir das damals so.

LG von der Moskwitschka


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#232

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 23:06
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #231
Zitat von seaman im Beitrag #230

Die Maßnahme "Kairo" bedeutete in erster Linie Schutz und Abwehr.
Sehr viele Terrorakte jener Zeit wurden von Personen aus dem Nahen Osten verübt.
Viele Geheimdienste hatten dort ihre Finger drin.
Drahtzieher wie "Carlos" z.b.

seaman



Hallo @seaman Vesetz Dich mal in einen DDR - Bürger in der DDR. Naher Osten war für "uns" in erster Linie der Konflikt zwischen den Palästinensern und Isreal. Nach der Ära von Gamel ab del Nasar in Ägypten haben nicht wenige die Orientierung verloren. Und wenn dann noch der Libanon dazu kommt, war man total ratlos. Von Lybien ganz zu schweigen

Zumindest ging mir das damals so.

LG von der Moskwitschka



Kann das nicht beantworten.Dazu hatte ich mit dem Nahostkonflikt und u.a. seinerzeit mit den von Dir aufgeführten Staaten zu viele direkte Berührungspunkte.
Aber auch in der DDR gab es Möglichkeiten sich über den arabischen Raum bei Interesse,sicherlich allerdings mehr aus Sicht der DDR-Politik,zu informieren.Es gab zahlreiche Freundschaftsvereine,kulturelle Kontakte und umfangreiche Literatur(Bücher) zu diesem Thema.
Führend zur aktuellen Berichterstattung war die Zeitschrift "Horizont" u.a. dabei.

seaman


zuletzt bearbeitet 08.06.2014 23:06 | nach oben springen

#233

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 23:23
von FRITZE (gelöscht)
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Ich hatte mich bei diversen Besuchen in Berlin immer gewundert ,daß mal die Jungs vom Wachkommando mit der Skorpion rumliefen und mal nicht .
In Neustrelitz hatte mir keiner meine Frage diesbezüglich beantworten können.


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#234

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 23:31
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von FRITZE im Beitrag #233
Ich hatte mich bei diversen Besuchen in Berlin immer gewundert ,daß mal die Jungs vom Wachkommando mit der Skorpion rumliefen und mal nicht .
In Neustrelitz hatte mir keiner meine Frage diesbezüglich beantworten können.


Das kam immer auf die konkrete Lage an! Normalerweise trugen die Posten im " WKM" während ihres Dienstes, wie alle anderen auch, die Dienstpistole " Makarov". Gab es aber Hinweise dass das zu bewachende Objekt konkret gefährdet ist, musste der Posten die "Skorpion" umschnallen. Bei zwölf Stunden Dienst konnte so ein Ding verdammt schwer werden.
Die Gefährdungsprognose war stark von aktuellen politischen Ereignissen abhängig. So trugen zum Beispiel die Posten vor den Einrichtungen des Irans und des Iraks, die sich damals im Krieg befanden, ebenfalls eine "Skorpion". Praktischerweise befinden sich die Residenzen beider Staaten direkt nebeneinander. Da genügte ein Posten, der auf die "Streithähne" aufpasste. Passiert ist aber auch da nichts. Im Gegenteil: die Botschafter haben sich jeden Morgen freundlich begrüßt.

Gruß Uwe


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#235

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 23:31
von Moskwitschka (gelöscht)
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Da haben wir uns missverstanden @seaman Meine Frage ging eher in die Richtung, wie Du "Kairo" interpretierst hast - von aussen.

Der 0815 DDR DDR - Bürger wird sich nicht großartig dafür interessiert haben. Der Konflikt im Nahen Osten war einfach zu weit weg. Und es war auch nicht sein Problem. Einerseits hat er die Mauer/ Grenze verflucht, anderseits hat sie auch eine gewisse "Sicherheit" suggeriert. In meiner Erinnerung gab es einfach kein "Problemberwusstsein" beim Mann auf der Straße. Heute dafür um so mehr.

Und bevor ich mich hier um Kopf und Kragen schreíbe, weil es damals meine persönliche Wahrnehmung war, verschiebe ich das auf ein persönliches Gespräch

LG von der Moskwitschka


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#236

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 23:34
von seaman | 3.487 Beiträge

Zur Aktion "Bus":

Man hatte damals nach Aussagen von offizieller Seite der USA Hinweise darauf ,daß gegen Busse der US-Army Terroranschläge geplant seien. Die GI fuhren damals häufig mit Bussen zu Einkäufen, zum Besuch von Kulturveranstaltungen und Sehenswürdigkeiten in die Hauptstadt der DDR und nach Potsdam. Angeblich sollten an diese Busse Haftladungen angebracht werden , welche in Westberlin gezündet werden sollten. Auf Grund dieser konkreten Sicherheitsbedrohung wurde ca. ein Jahr lang die Aktion»Bus« vom MfS durchgeführt.
Ununterbrochen wurden in dieser Zeit, neben der inoffiziellen Aufklärungsarbeit, alle Busse mit Militärangehörigen der US-Army,ihren Verwandten etc. ununterbrochen gesichert.
Operative Einsatzkräfte der Abt. XXII des MfS (Terrorabwehr) sicherten mit Einsatzfahrzeugen diese Busse bis zur Ausreise.
In diesem Jahr wurden schätzungsweise 37.000 uniformierte US-Bürger und ca.36.000 zivile Staatsbürger der USA durch das MfS in Ostberlin und DDR-Staatsgebiet abgesichert.


seaman

Deshalb die Schnappatmung des "Meisters der VP"-siehe ABV.(#224 )


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zuletzt bearbeitet 08.06.2014 23:45 | nach oben springen

#237

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 23:43
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #230

Die Maßnahme "Kairo" bedeutete in erster Linie Schutz und Abwehr.
Sehr viele Terrorakte jener Zeit wurden von Personen aus dem Nahen Osten verübt.
Viele Geheimdienste hatten dort ihre Finger drin.


festgestellte Passfälschungen bezogen sich auch häufig auf den arabischen Raum.

freidliche Grüße Andreas


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#238

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.06.2014 23:53
von passport | 2.643 Beiträge

Hier die Begründung @Moskwitschka

Kopie funzt nicht. Daher schreibe mal per Hand die wichtigsten Teile heraus.



Kontroll - und Überwachungsmaßnahmen zu Bürgern arabischer Staaten ( Kennwort Kairo )

Ausgehend von der Lage und Situation im gesamten arabischen Raum sind Gewalt - und Terrorakte von extremen Kreisen auf dem Gebiet der DDR und in anderen sozialistischen Staaten nicht auszuschließen.

Im Rahmen der Fahndung, Kontrolle, Filtrierung und Überwachung des grenzüberschreitenden Verkehrs sind Bürger folgender Staaten bzw. Bürger folgender Nationalität besonders zu beachten.

1. Ägypten
2. Lybyen
3. Libanon
4. Syrien
5. Jordanien
6. Iran
7. Irak
8. Israel
9. Sudan
10.Algerien
11.Saudi Arabien
12.Jeminitische Arabische Republik
13.Volksdemokratische Republik Jemen
14.Kuweit
15.Vereinigte Arabische Emirate



passport


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zuletzt bearbeitet 08.06.2014 23:57 | nach oben springen

#239

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 00:12
von passport | 2.643 Beiträge

Teil 2

Die Paß - und Zollkontrollen zu diesen Personen sind auszurichten auf :

- das Erkennen von Personen, die feindlich-negativen Organisationen und Vereinigungen angehören bzw. dazu besteht,
- die Herausarbeitung von Plänen und Absichten auf subversive u.a. feindliche Handlungen,
- die Verhinderung der Ein - und Durchfuhr von Waffen, Munition, Sprengstoffen, Giften sowie zu terroristischen u.a. Gewalt - bzw. feindlichen
Handlungen geignete Mittel - und Gegenstände,
- das Erkennen von Fälschungsmerkmalen in den vorgelegten Pässen sowie Nichtidentität,
-. das Feststellen von Adressenmaterial, Skizzen u.a. Aufzeichnungen und Notizen.


So, Teil 3 am Montag


passport


zuletzt bearbeitet 09.06.2014 00:17 | nach oben springen

#240

RE: 16.000 West-Berliner Polizisten ausspioniert

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.06.2014 01:19
von StabsfeldKoenig | 2.656 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #149
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #145
Das weißte doch selber, oder glaubst du immer noch die Lügen vom Sturm aufs Winterpalais?
Ohne olle Willi seine Reichsmärker wäre Lenin in der Schweiz begraben worden und die Weltrevolution wäre ausgefallen.


Ich hatte nach den Ursachen eigentlich gefragt und nicht nach den Sturm auf das Winterpalais. Aber lassen wir das und bleiben beim eigentlichen Thema--sonst landen wir noch bei der h++++ Gefolgschaft vom M++++++




Die Februarrevolution hatte bereits ohne die Anwesenheit von Lenin stattgefunden. Lenin hätte möglicherweise auch mit einem falschen Paß ohne den versiegelten Transit-Wagen heimkehren können. Ansonsten hätte z.B. Trotzki die Revolution anführen können.



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